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So, 2016-05-01 07:00
München (dpa)

Siemens stemmt sich gegen Ölpreis-Flaute

Wie lief es im zweiten Quartal für Siemens? Konzernchef Kaeser legt am Mittwoch die Zahlen vor. Nach Experteneinschätzung dürfte sich der Elektrokonzern trotz der Ölpreis-Flaute ordentlich geschlagen haben.

München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens dürfte die Ölpreis-Flaute im zweiten Geschäftsquartal besser verkraftet haben als mancher Wettbewerber. Sowohl Auftragseingang als auch Umsatz haben nach Analystenschätzungen zwischen Januar und März deutlich zugelegt. Dabei habe Siemens auch vom milliardenschweren Kraftwerksauftrag aus Ägypten profitiert, heißt es. Die konkreten Zahlen will Konzernchef Joe Kaeser an diesem Mittwoch (4. Mai) vorlegen.

Dabei dürfte Kaeser auch den Ausblick für das laufende Jahr bestätigen, erwarten die Experten. Zur Hauptversammlung im Januar hatte der Vorstandschef den Aktionären ein starkes Jahr in Aussicht gestellt - auch wenn sich die Weltwirtschaft weiter eintrübe. Unter dem Strich will Siemens in diesem Jahr mindestens 5,3 Milliarden Euro Gewinn einfahren.

Die niedrigen Ölpreise dürften allerdings auch im zweiten Quartal zu spüren gewesen sein. Zuletzt kämpfte Siemens in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe mit Nachfrageflaute und Preisverfall und hatte den Abbau und die Verlagerung von insgesamt 2500 Jobs angekündigt, davon rund 2000 in Deutschland. Siemens baut in der Sparte große Elektroantriebe für die Öl- und Bergbauindustrie.

Ob es schon Neuigkeiten zur geplanten Übernahme des spanischen Windkraftanlagenbauers Gamesa gibt, ist offen. Zuletzt hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, dass Kaeser bereit sei, auch den französischen Energiekonzern Areva aus einem Joint Venture mit Gamesa herauszukaufen, um den Deal unter Dach und Fach zu bringen. Damit würde das Geschäft für Siemens teurer als ursprünglich geplant.

Der Siemens-Rivale General Electric litt zuletzt deutlich unter den Schwierigkeiten seiner Kunden aus der Öl- und Energieindustrie. Zwar legte der Umsatz des US-Konzerns im ersten Quartal zu, aber auch dank der Übernahme von Sparten des französischen Alstom-Konzerns. Unter dem Strich verbuchte GE einen Verlust von 98 Millionen Euro.

So, 2016-05-01 07:00
Berlin (dpa)

Landwirtschaftsminister Schmidt plant staatliches Tierwohl-Siegel

Berlin (dpa) - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will mehr Tierschutz in deutschen Ställen. «Deshalb prüft mein Ministerium derzeit die Umsetzung eines Tierwohl-Labels mit staatlicher Rahmensetzung», sagte der CSU-Politiker der «Welt am Sonntag». Die Verbraucher seien bereit, mehr für Fleisch zu bezahlen, das von Tieren aus besseren Haltungsbedingungen stammt - eine klare und transparente Kennzeichnung sei aber für die Kaufentscheidung wichtig.

Schmidt will mit dem staatlichen Siegel Bauern die Möglichkeit geben, ihre Einnahmen zu stabilisieren. «Regionalität, Spezialisierung und Tierwohl bieten ein großes Potenzial für steigende Erzeugerpreise», sagte der Minister. Vor allem Milchbauern und Schweinehalter können derzeit angesichts niedriger Erzeugerpreise ihre Kosten nicht decken.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbunds, Thomas Schröder, nannte die Einführung eines staatlichen Siegels überfällig. «Endlich nimmt Minister Schmidt seine Rolle als Gesetzgeber wahr.» Sowohl die Agrar- als auch die Verbraucherminister der Länder fordern eine Tierhaltungskennzeichnung für Schweine-Frischfleisch nach dem Vorbild der vierstufigen Eier-Kennzeichnung von «Null» (Bio) bis «Drei» (Käfighaltung). Auch diesen Vorschlag lässt Schmidt prüfen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied hält das Label für nicht praktikabel. «Eine Kennzeichnung wie bei Eiern ist bei der Schweinehaltung nicht möglich, da die Haltungsformen vielfältiger und weniger abgrenzbar sind.» Er appellierte an den Lebensmitteleinzelhandel, sein Engagement für die freiwillige «Initiative Tierwohl» auszubauen.

So, 2016-05-01 07:01
Wolfsburg (dpa)

VW-Betriebsratschef will über Aufsichtsratsvergütung reden

Wolfsburg (dpa) - VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh will nach dem Zwist um die Boni bei der Vorstandsvergütung künftig auch die Bezahlung der Aufsichtsräte verändern. «Langfristig müssen wir im Aufsichtsrat über dieses Thema unserer Auffassung nach sprechen», sagte Osterloh der «Welt am Sonntag». Ein Wechsel zu einer fixen Bezahlung - und so eine Streichung der variablen Teile der Bezahlung der Aufsichtsräte - sei derzeit das falsche Signal. «Wenn wir wieder einen normalen Geschäftsverlauf haben, sollten wir hier über eine Veränderung des Systems nachdenken», sagte Osterloh, der selbst Aufsichtsrat ist. «Bei der Aufsichtsratsvergütung von Volkswagen ist es ganz einfach: Die orientiert sich an der Dividende.»

Da diese angesichts der milliardenschweren Kosten für den Abgas-Skandal auf nur noch 11 Cent je Stammaktie sinken soll, fällt auch die Bezahlung der Aufseher ohnehin deutlich schmaler aus, da die variablen Zulagen in guten Zeiten mit hoher Dividende einen großen Teil der Vergütung ausmachen.

So, 2016-05-01 05:30
München (dpa)

Drei Jahre NSU-Prozess: Urteil gegen Zschäpe vor Weihnachten? Von Christoph Lemmer, dpa

Neun ermordete Kleingewerbler, erschossen aus Ausländerhass. Außerdem eine tote Polizistin, Mordmotiv unklar. Seit drei Jahren steht Beate Zschäpe für die NSU-Verbrechen vor Gericht. Vieles ist aufgeklärt, manches bleibt wohl offen. Die Richter wollen fertig werden.

München (dpa) - Drei Jahre ist es nun her. Vor dem kolossalen 70er-Jahre-Zweckbau der Münchner Justiz mitten in der bayerischen Landeshauptstadt drängen sich am 6. Mai 2013 mehr als hundert Schaulustige und Journalisten. Im fensterlosen Verhandlungssaal wird der Platz knapp. Die große Empore mit 100 Zuschauerplätzen ist bald gefüllt. Die Wachleute schließen den Zugang. Etliche bleiben draußen und verpassen den ersten Tag im NSU-Prozess.

Seitdem sind nicht nur drei Jahre vergangen, sondern auch Hunderte Zeugen befragt, Tausende Aktenseiten studiert und Hunderte Anträge gestellt worden. Jeder der knapp 300 Prozesstage kostete geschätzt 150 000 Euro, der gesamte Prozess somit bisher deutlich über 40 Millionen Euro. Zwei Richter schieden aus, ihre Plätze nahmen Ersatzrichter ein, von denen der Senat vorsorglich drei bestellt hatte. Einer ist auf den Reserveplätzen noch übrig. Das muss reichen, sonst müsste alles von vorn beginnen.

Genau darauf sind zwei der Angeklagten wohl aus: Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben. Unter den fünf Beschuldigten sind sie die einzigen, die in U-Haft sitzen, und zwar seit dem Auffliegen des NSU-Trios im November 2011. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt überfielen damals eine Bank in Eisenach. Sie wurden ertappt, als sie auf Fahrrädern in ein Wohnmobil flüchteten. Als die Polizei sich näherte, fielen Schüsse, die beiden wurden tot gefunden. Beate Zschäpe, die fast 14 Jahre mit ihnen verbracht hatte, fuhr einige Tage scheinbar ziellos mit der Bahn umher und stellte sich dann der Polizei.

Würde der Prozess ausgesetzt und müsste von vorn beginnen - Zschäpe und Wohlleben hoffen wohl darauf, in diesem Fall aus der U-Haft entlassen zu werden. Aber das Gericht versucht gerade, Tempo zu machen. Seit einiger Zeit fällt immer häufiger das Wort Beschleunigungsgrundsatz. Der besagt, dass ein Strafprozess mit inhaftierten Angeklagten so fix wie möglich durchgezogen werden muss, damit sich die U-Haft nicht endlos hinzieht.

Zudem hat das Gericht begonnen, zahllose Schriftstücke vorzulesen und damit als Beweismittel einzuführen: ein Indiz dafür, dass es die Beweisaufnahme beenden will.

Andererseits hat es alle Umstände aufzuklären, die für das Urteil relevant sein können. Schließlich geht es um zehn Morde, fast alle aus rassistischen Motiven, dazu zwei angeklagte Sprengstoffanschläge mit vielen Verletzten.

Die Bilanz der Beweisaufnahme dürfte nach drei Jahren so aussehen:

- Sieben Morde an türkischen Gewerbetreibenden und der Mord an dem griechischen Geschäftsmann Theodoros Boulgarides 2005 in München dürften dem Gericht als geklärt gelten. Zwei Täter, Flucht auf Fahrrädern, passende Beschreibungen auf Mundlos und Böhnhardt. Tatwaffe in allen Fällen: immer dieselbe Pistole vom Typ «Ceska». Dazu Zschäpes Aussage, ihre beiden Freunde hätten ihr die Morde im Nachhinein gebeichtet. Ungeklärt dagegen, wie die Opfer ausgewählt wurden und wer die Tatorte ausspähte. Das Gericht lässt kaum erkennen, ob es diese Informationen für das Urteil braucht.

- Der Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004: Wieder zwei Täter, wieder Fahrräder, dazu Bilder von Überwachungskameras, die die zahlreichen Zeugenaussagen stützen, auch hier passt Zschäpes Aussage. Aber wiederum: Warum Köln? Warum die Keupstraße? Offene Fragen gibt es auch zu dem anderen Bombenanschlag in Köln auf das Geschäft einer iranischen Familie. 

- Zwei der Morde werfen große Fragezeichen auf. Einer ist der an Halit Yozgat, Betreiber eines Internetcafés in Kassel, am 6. April 2006. Während der Tat war ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes in dem Lokal. Der Beamte, der einen V-Mann aus der rechtsextremen Szene führte, will von dem Mord nichts mitbekommen haben und sei rein zufällig dort gewesen. Rätselhaft auch der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 in Heilbronn. Die Bundesanwaltschaft hält Mundlos und Böhnhardt für die alleinigen Täter. Das Motiv: Hass auf den Staat. Beate Zschäpe nannte ein anderes: Böhnhardt habe ihr erzählt, es sei um die Waffen Kiesewetters und ihres Streifenkollegen gegangen. Das habe sie ihm aber nicht geglaubt.

Zschäpe ist für alle Verbrechen als Mittäterin angeklagt - nicht, weil sie geschossen hat, sondern als «Mitglied der terroristischen Vereinigung» namens NSU. Nur eine Tat hat sie auch nach eigenem Eingeständnis selber verübt: Sie steckte die Fluchtwohnung des Trios in Brand, nachdem sie im Radio von dem gescheiterten Banküberfall ihrer beiden Freunde Mundlos und Böhnhardt erfahren habe. Das wäre schwere Brandstiftung, möglicherweise versuchter Mord, weil sie damit ihre greise Nachbarin gefährdete. Dafür gäbe es mindestens ein Jahr, höchstens 15 Jahre Gefängnis. Mittäterschaft an allen NSU-Verbrechen könnte ihr dagegen lebenslang mit Sicherungsverwahrung einbringen.

Bis zum Jahresende könne das Urteil fallen, sagen einige Prozessbeteiligte. Dafür müsste die Beweisaufnahme wohl bis zu den Sommerferien beendet sein. Danach kämen die Plädoyers, die angesichts der vielen Angeklagten und Nebenkläger mehrere Wochen dauern dürften.

Es könnte aber auch anders kommen. Zur Rolle der Unterstützerszene und der Geheimdienste stehen noch mehrere Beweisanträge an. Der Senat hat sich schon einmal längere Zeit mit dem Umfeld beschäftigt. Wenn er das jetzt wieder tut, dann wäre das Ende des NSU-Prozesses auch nach drei Jahren unabsehbar.

So, 2016-05-01 05:35
München (dpa)

Außergerichtliche Aufklärung: Die NSU-Untersuchungsausschüsse

München (dpa) - Im NSU-Prozess geht es - einfach gesagt - vor allem um die Schuld oder Unschuld der fünf Angeklagten. Trotzdem müht sich das Gericht, die Hintergründe der Mord- und Terrorserie genau aufzuklären. Genau das wollten und wollen auch parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern. Ein Überblick:

- Nachdem ein erster Untersuchungsausschuss des BUNDESTAGES im August 2013 das kolossale Versagen der Sicherheitsbehörden festgestellt hatte, ist seit 24. November 2015 ein zweiter Ausschuss bei der Arbeit. Er soll sich vor allem auf das Umfeld und die Unterstützer des Terrortrios konzentrieren und die Rolle von V-Leuten ins Visier nehmen. Auch mögliche neue rechtsterroristische Strukturen sollen untersucht werden. 

- Der THÜRINGER Landtag arbeitet seit Anfang 2015 in zweiter Runde die Versäumnisse der Behörden auf. Der erste Untersuchungsausschuss hatte 2014 seinen fast 1900 Seiten umfassenden Abschlussbericht vorgelegt - und unter anderem dem Thüringer Verfassungsschutz schwere Fehler bei der Suche nach dem NSU-Terrortrio vorgeworfen. Aktuell werden die Geschehnisse nach dem Auffliegen des NSU aufgearbeitet. Es geht um die Frage, was genau am 4. November 2011 in Eisenach geschah, als das ausgebrannte Wohnmobil mit den Leichen der mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gefunden wurde.

- Auch in SACHSEN befasst sich ein zweiter Untersuchungsausschuss mit dem NSU-Komplex. Anders als beim Ausschuss in der vorangegangenen Legislatur, der sich vor allem mit der Frage beschäftigte, warum das Terror-Trio so lange unentdeckt bleiben konnte, steht nun die Zeit nach dem Auffliegen des NSU im Zentrum der Untersuchung.

- In BADEN-WÜRTTEMBERG hat der erste Untersuchungsausschuss zum NSU-Komplex im Februar seine Arbeit beendet. Das Landtagsgremium hält die Polizistin Michèle Kiesewetter für ein Zufallsopfer des NSU. Es gebe auch keine begründeten Zweifel daran, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Täter gewesen seien. Die Fraktionen haben aber vereinbart, im neuen Landtag einen zweiten Ausschuss einsetzen zu wollen, um Bezüge des NSU zum Südwesten intensiver zu durchleuchten.

- In HESSEN beschäftigt sich seit rund zwei Jahren ein Ausschuss mit den Ermittlungen nach der Ermordung des deutsch-türkischen Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat im Jahr 2006 in Kassel. Am Tatort war auch Verfassungsschützer Andreas Temme. Er surfte nach eigenen Angaben privat im Internet, von der Tat habe er nichts bemerkt. Temme war unter Tatverdacht, die Ermittlungen wurden später eingestellt. Bei der Aufklärungsarbeit des Ausschusses geht es um den Verdacht, dass damals Verfassungsschutz und Polizei eher gegeneinander als miteinander gearbeitet haben.

- In NORDRHEIN-WESTFALEN hat der Ausschuss seine Arbeit Ende 2014 aufgenommen und seitdem in 35 Sitzungen auch zahlreiche Zeugen und Experten befragt. So wurden etwa Sprengstoff-Fachleute, einstige Ermittler, Verfassungsschützer oder auch ein V-Mann vernommen. Im vergangenen Herbst entschuldigte sich der frühere NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) bei den Opfern des NSU-Terrors. Der Düsseldorfer Ausschuss untersucht schwerpunktmäßig das Nagelbombenattentat 2004 in Köln mit 22 Verletzten, den Mord an einem türkischen Kioskbesitzer in Dortmund 2006, aber auch ein mögliches Behördenversagen.

- Der BRANDENBURGER Landtag hat am Freitag einen Ausschuss eingesetzt, der mögliche Versäumnisse des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit der NSU-Mordserie aufklären soll.

- In BAYERN hat ein Untersuchungsausschuss seine Arbeit 2013 beendet. Das Fazit: Bei den bayerischen Behörden - Polizei, Verfassungsschutz, Staatsanwaltschaften - gab es in den Ermittlungen nach den Morden in München und Nürnberg viele Versäumnisse, Unzulänglichkeiten und Fehleinschätzungen. Aber den einen, entscheidenden Fehler, ohne den man die Terroristen vielleicht geschnappt hätte, gab es wohl nicht.

So, 2016-05-01 05:00
Rodaborn (dpa) 

Kurioser Bratwurststreit tobt an der A9 - Nun rücken die Richter an Von Andreas Hummel, dpa

Sie gilt als die erste Autobahnraststätte Deutschlands, wenn nicht sogar Europas. Doch seit Jahren liefern sich die Behörden mit ihrer Besitzerin einen obskuren Bratwurststreit. Der kommt nun vor Gericht.

Rodaborn (dpa) - Christina Wagner hat ihren Grill angeworfen. Die 53-Jährige vergräbt die Hände in den Taschen ihrer dicken Jacke, um sie vor dem kalten Wind zu schützen. Tag für Tag steht sie an Deutschlands wohl erster Autobahnraststätte an der A9 (Berlin-Nürnberg) und verkauft Thüringer Rostbratwürste. Eigentlich nicht ungewöhnlich. Doch um ihren Stand tobt ein kurioser Bratwurststreit.

2009 hat Wagner die historische Raststätte bei Triptis gekauft. Wer aber auf dem angrenzenden Autobahnparkplatz eine Pause einlegt, dem versperrt ein hoher Metallzaun den Weg zum Imbiss. Die Konzession der Raststätte lief vor Jahren schon aus, um den Betrieb zu verhindern, wurde das Gebäude eingezäunt. Wagner verkauft ihre Würste nun per Leiter über den Zaun. Auch das aber wurde ihr untersagt - und die Sache ein Fall für die Justiz.

«Drei Bratwürste» ruft es aus mehr als zehn Metern Entfernung. Am Zaun stehen drei Männer. «Mit Senf?», ruft Wagner zurück. Dann nimmt sie die Würste vom Grill, packt jede in ein Brötchen und legt sie behutsam in einen Korb. Damit läuft sie zum Zaun, steigt auf ihre Leiter, kassiert und reicht den Korb hinüber. Zigfach am Tag dasselbe Ritual.

«Das ist bescheuert, richtig affig», sagt einer der drei Männer mit Blick auf den Zaun. Von «Behörden-Irrsinn» spricht später ein Berliner, der nach eigenen Angaben öfter auf der Strecke unterwegs ist und häufig einen Stopp in Rodaborn südlich des Hermsdorfer Kreuzes einlegt. Mancher Autofahrer habe sich schon auf die Suche nach der Versteckten Kamera gemacht, erzählt Wagner. Und 2012 hatte sich gar ein 39-Jähriger schwer verletzt, weil er vom Parkplatz zum Imbiss gelangen wollte und über den Zaun kletterte. Laut Polizei blieb er mit einem Ring hängen und riss sich den Finger ab.

Amtspräsident Markus Brämer verteidigt das Vorgehen seiner Behörde. Die Konzession der Raststätte sei 2004 erloschen, und es gebe eine Weisung des Bundes, den Imbissverkauf in Rodaborn zu unterbinden. «Die Familie Wagner kann das Haus als Waldgaststätte für Ausflügler betreiben, aber ein Verkauf an Nutzer des Autobahnparkplatzes ist nicht gestattet», erläutert Brämer. «Das ist kein böser Wille von uns, sondern Recht und Gesetz.» Die Wagners könnten zwar eine Sondernutzung beantragen, diese würde aber nicht genehmigt, stellt er klar. Denn die Strecke sei ausreichend mit Rasthöfen versorgt.

Wagner fühlt sich von den Behörden betrogen. Immerhin hat ihr der Bund die Immobilie verkauft. Mit Mann und Kindern war sie aus Karlsruhe nach Thüringen gekommen, um sich mit der Raststätte eine neue Zukunft aufzubauen. «Wir wurden bewusst reingelegt, um das Haus zu verkaufen», sagt sie. «Wir haben es sicher nicht gekauft, weil wir an der Autobahn wohnen wollten.»

2010 hatte Wagner ihren «Kiosk» geöffnet - seither gibt es Streit mit dem Landesamt für Bau und Verkehr. Der gipfelte darin, dass ihr unter Androhung eines Zwangsgeldes der Verkauf von Speisen und Getränken über und durch den Zaun untersagt wurde. Demnach kann sie zwar ihren Grillstand in Sichtweite des Parkplatzes betreiben, hungrigen Autofahrern am Zaun dürfte sie aber wohl nur noch winken.

Am Dienstag (3. Mai) werden sich nun die Geraer Verwaltungsrichter mit dem Fall befassen. Dazu wollen sie an den Ort des Streits kommen, um sich ein Bild zu machen. Sie haben zu entscheiden, ob die Verfügung von Brämers Behörde rechtens ist. Dabei werde es auch um die Frage der Sondernutzung gehen, erklärt ein Gerichtssprecher.

Wagner selbst zieht in Zweifel, dass es rechtens war, dem historischen Rasthof überhaupt die Konzession zu entziehen. Das Gebäude hatte zunächst als Kurhaus gedient und war dann mit dem Autobahnbau 1936 zu einer Raststätte umfunktioniert worden - die erste in Deutschland überhaupt und wohl auch in Europa. Zu DDR-Zeiten stand sie zeitweise nur Transit-Reisenden aus dem Westen offen. «Es ist schon bezeichnend, dass heute wieder Zäune aufgebaut werden», sagt die aus dem Westen Zugezogene.

Ans Aufgeben verliert Wagner trotz des Streits derzeit keinen Gedanken. «Selbst wenn ich den Prozess verliere, ich zahle dieses Zwangsgeld nicht. Ich bin freier Bürger in einem freien Land», betont sie trotzig. «Dann sollen die mich, Mutter von drei Kindern, doch hier direkt am Zaun verhaften.»

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So, 2016-05-01 04:13
Caracas (dpa)

Venezuela dreht an der Uhr

Caracas (dpa) - Im Kampf gegen den Kollaps der Stromversorgung stellt das sozialistische Venezuela am Sonntag die Uhren um eine halbe Stunde vor. So soll nach Angaben von Staatspräsident Nicolás Maduro mehr natürliches Tageslicht genutzt werden können. Gemäß eines Regierungsdekrets werden die Uhren um 2.30 Uhr (9.00 MESZ) um 30 Minuten vorgestellt. Unter Präsident Hugo Chávez waren die Uhren 2007 noch um eine halbe Stunde zurückgestellt worden, begründet wurde das damit, dass die Schulkinder dann nicht so früh aufstehen müssten.

Energieexperten erwarten aber keinen großen Effekt zur Reduzierung des Strombedarfs. Als weitere Zwangsmaßnahmen müssen Einkaufszentren und Fabriken Strom sparen, in vielen Städten kommt es zu langen Abschaltungen, was bereits zu Protesten geführt hat. Hauptgrund für den Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk bis zu 70 Prozent der Energie in Venezuela liefert.

Die Regierung macht das Klimaphänomen El Niño für einen starken Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel hat stark sinken lassen, die Opposition dagegen fehlende Investitionen in neue, moderne Kraftwerke.

So, 2016-05-01 03:32
Washington (dpa) 

Ende der Gewalt in Aleppo hat für Kerry höchste Priorität

Washington (dpa) - Für US-Außenminister John Kerry haben die Rückkehr zu einer dauerhaften Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien und die Beendigung der Gewalt in der Stadt Aleppo höchste Priorität. Dies machte Kerry nach Angaben seines Sprechers John Kirby vom Samstag in Washington in Telefongesprächen mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura und dem syrischen Oppositionsführer Riyad Farid Hidschab deutlich.

Kerry betonte, es werde an Initiativen zur Reduzierung der zunehmenden Gewalt und von Spannungen gearbeitet. Er hoffe, dass es bald einen spürbaren Fortschritt bei diesen Initiativen geben werde.

Kerry erklärte, Russland sei überdies aufgefordert worden, Schritte zu unternehmen, um die Verletzungen der Waffenruhe durch das Regime von Machthaber Baschar al-Assad, vor allem durch wahllose Luftangriffen auf Aleppo, zu stoppen. In Aleppo schüre das Regime den Konflikt durch Angriffe vorwiegend auf unschuldige Zivilisten. Diese Attacken seien eine direkte Verletzung der Feuerpause und müssten sofort unterbleiben.

Syriens Armeeführung hatte am Freitag nach einer Einigung zwischen den USA und Russland eine neue vorübergehende Feuerpause für Teile des Bürgerkriegslandes erklärt. Das umkämpfte Aleppo ist aber davon ausgenommen. Syriens enger Verbündeter Russland sprach sich gegen eine sofortige Feuerpause im Raum Aleppo aus. Der Kampf gegen Terrorgruppierungen in der Region sollte fortgesetzt werden, sagte Vizeaußenminister Gennadi Gatilow am Samstag in Moskau.

So, 2016-05-01 04:00
Dresden (dpa)

Die «Front der Wütenden» - Pressefreiheit in Deutschland Von Martin Fischer, dpa

«Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet», heißt es in Artikel 5 des Grundgesetzes. Doch Journalisten werden zunehmend Ziel von Anfeindungen und Gewalt. Ist die Pressefreiheit in Gefahr?

Dresden (dpa) - «Lügenpresse, Lügenpresse», grölt die Menge aggressiv. Nicht nur montagabends ins Dresden. Bundesweit haben im Zuge der fremden-, islam- oder asylfeindlichen Proteste auch die offen bekundeten Anfeindungen gegen die sogenannten «Staatsmedien der Merkel-Diktatur» zugenommen. Längst ist bei Kundgebungen wie denen der Dresdner Pegida der Protest gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zur Fundamentalkritik am System geraten. Verstanden als Teil der als «Volksverräter» empfundenen Machtelite, werden auch Vertreter der Medien mehr und mehr zur Zielscheibe für Hass und Hetze. Sachlich begründete und berechtigte Medienkritik bleibt meist dahinter zurück.

«Die sich radikalisierende Medienverdrossenheit und Politikverdrossenheit, die wir im Moment erleben, hat Journalisten und Politiker in eine neuartige Gemeinschaft der Diffamierten hinein manövriert», analysiert der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen die Lage. «Auf einmal sehen sich Journalisten und Politiker, die sich sonst wechselseitig beharken, gemeinsam einer Front von Wütenden gegenüber.»

Doch während Politiker Wut-Kundgebungen meist fernbleiben, stehen Reporter mittendrin und berichten. Die Folge: Nicht nur Beschimpfungen und Bedrohungen nehmen zu. Auch die Gewalt gegen Journalisten. Mindestens elf tätliche Angriffe verzeichnete das Leipziger Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) schon in diesem Jahr.

In einem dieser Fälle traf es die sächsische Landeskorrespondentin des Nachrichtensenders MDR Info, Ine Dippmann. Als sie im Januar in Leipzig bei der Jubiläumskundgebung des örtlichen Pegida-Ablegers den Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann mit der Kamera ihres Reporterhandys ablichten wollte, wurde ihr das Telefon von hinten aus der Hand geschlagen. «Und dann kam sehr schnell ein zweiter Schlag, der mich im Gesicht getroffen hat. Mit dem Handrücken auf die Wange», erinnert sie sich. Und auch daran, wie fassungslos sie war.

«Als ich mich dann umdrehte, stand mir eine ältere Frau gegenüber, die sich offenbar bemüßigt fühlte, mich daran zu hindern, diese Situation zu dokumentieren.» Plötzlich war sie dicht umringt von anderen Demonstranten. «Es kam dann relativ schnell die Ansage: «Da musst du dich nicht wundern, ich würde mich an deiner Stelle hier überhaupt nicht mehr her trauen».»

Die Organisation Reporter ohne Grenzen, die regelmäßig im Vorfeld des Tags der Pressefreiheit am 3. Mai über die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Welt berichtet, betrachtet die Entwicklung in Deutschland mit Sorge. «Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Pressefreiheit mit Sicherheit verschlechtert hat. In unserem Ranking werden ja verschiedene Faktoren berücksichtigt. Und Gewalt gegen Journalisten ist natürlich ein wichtiger Faktor», sagt Vorstandssprecherin Britta Hilpert. Schon im vergangenen Jahr hätten die Übergriffe zugenommen. In der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen ist Deutschland daher um vier Plätze auf Rang 16 abgerutscht.

Es gebe Kollegen, die nicht mehr von Protestkundgebungen berichten wollten, erzählt Dippmann, die auch Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes in Sachsen ist. «Und es gibt auch viele Kollegen, die mit dem, was ihnen passiert ist, nicht an die Öffentlichkeit gehen, um sich nicht noch größerer Aufmerksamkeit durch aggressive Demonstrationsteilnehmer auszusetzen.»

Dippmann ging nach dem Angriff zur Polizei und an die Öffentlichkeit. Seit dem Vorfall habe sie bei ähnlichen Reportereinsätzen zuweilen ein mulmiges Gefühl, lasse sich davon aber nicht abhalten. «Meine Position ist: Wir dürfen uns auf gar keinen Fall verstecken. Das wäre ein Einknicken. Aber das kann man niemandem verordnen.»

Der Tübinger Professor Pörksen sieht die Gefahr, «dass eine ideologisch verhärtete Medienverdrossenheit das Gesamtbild zu stark bestimmt - und vielleicht der ein oder andere Journalist mit einer nicht minder problematischen Publikumsverdrossenheit reagiert - frei nach dem Motto: Es sind ohnehin nur Empörungsfanatiker, die sich hier zusammenfinden.» Dabei gebe es durchaus auch kluge, analytische Medienkritiker, die sich im Netz artikulierten. «Das heißt: Der Dialog mit dem Publikum muss sich von der lähmenden Fixierung auf die radikalen Stimmen lösen. Sie vergiften das Diskursklima.»

Dass die Medien auf die veränderte Stimmung reagieren, sieht man schon an dem verstärkten Bemühen, transparent mit zunächst falscher und dann berichtigter Berichterstattung umzugehen. Das war längst nicht immer so.

Hilpert, die das ZDF-Studio in Potsdam leitet, glaubt nicht daran, dass die Qualität der Berichterstattung angesichts der Anfeindungen leide. Sie sieht auch Positives in der «Lügenpresse»-Debatte: «Ich beobachte, dass man sich in manchen Teilen wieder besinnt auf die eigentlichen journalistischen Tugenden.» Es werde wieder klarer abgegrenzt zwischen Analyse, Kommentar und Bericht. Im Fernsehen gebe es mehr O-Ton-Berichte mit möglichst wenig Text, in dem man Leute mit ihren unterschiedlichen Meinungen für sich sprechen lasse. «Das ist eine puristische Art, wieder an die Dinge heranzugehen. Das finde ich in mancher Hinsicht sehr anregend.»

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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So, 2016-05-01 02:15
Berlin (dpa)

Ab heute: Resistente Erreger müssen umgehend gemeldet werden

Berlin (dpa) - Wenn antibiotika-resistente Erreger nachgewiesen werden, muss dies nach Angaben der Bundesregierung ab heute (1. Mai) umgehend gemeldet werden. Bisher seien die Erreger erst beim Krankheitsausbruch angezeigt worden. Mit der neuen Regelung sollen die Gesundheitsämter Zeit gewinnen, um zielgerichtet vorgehen zu können. Außerdem gebe es eine neue Meldepflicht für sogenannte Arbo-Viren. Das sind Krankheitserreger, die vor allem durch Mücken und Zecken übertragen werden wie das Zika-Virus.

So, 2016-05-01 00:06
Berlin (dpa)

Sonntagstrend: AfD überholt Grüne - Bundesweit bei 13 Prozent

Berlin (dpa) - Die AfD legt in der Wählergunst leicht zu und landet in der jüngsten Emnid-Umfrage als drittstärkste Partei vor den Grünen. In der Woche ihres Parteitags in Stuttgart klettert die rechtspopulistische Partei im Sonntagstrend um einen Punkt auf 13 Prozent, wie die Zeitung «Bild am Sonntag» berichtet. Die Grünen verlieren einen Zähler und erreichen 12 Prozent. Auch in anderen Umfragen hatte die AfD schon einmal vorübergehend vor den Grünen gelegen.

Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD kommen beim Sonntagstrend wie in der Vorwoche nur auf 33 beziehungsweise 22 Prozent. Linke (9 Prozent) und FDP (6 Prozent) bleiben ebenfalls unverändert.

Sa, 2016-04-30 23:21
Johannesburg/Lima (dpa)

Flugzeug mit 33 Löwen aus Südamerika in Afrika gelandet

Johannesburg/Lima (dpa) - Ein Flugzeug mit 33 Löwen aus Südamerika ist am Samstagabend in Johannesburg gelandet. Nach Südafrika hatte die Tierschutzorganisation Animal Defenders International (ADI) die ehemaligen Zirkustiere aus Peru und Kolumbien gebracht. Die Großkatzen sollen in das südafrikanische Reservat Emoya Big Cat Sanctuary gebracht werden.

ADI-Chefin Jan Creamer sagte zu Journalisten bei der Ankunft der Großkatzen: Sie hätten die Hölle durchlebt. «Sie sind geschlagen worden, sie haben gehungert. Jetzt, so glaube ich, haben wir sie zurück ins Paradies gebracht, wo sie hingehören». Alle Tiere hätten die lange Reise überlebt und seien offensichtlich gesund, aber gestresst, sagten Flughafenmitarbeiter.

Bei einem planmäßigen Zwischenstopp in Brasilien musste die Chartermaschine wegen eines Computerfehlers in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) länger warten als geplant, wie ADI über Facebook mitteilte.

24 der Tiere wurden bei Razzien in Peru befreit, die übrigen neun von ihren Besitzern in Kolumbien freiwillig abgegeben. Nach Angaben von Creamer wurden sie zum Teil schwer misshandelt. Fast allen seien die Krallen entfernt worden, ein Tier habe ein Auge verloren, ein anderes sei fast blind. Viele hätten kaputte Zähne und könnten in freier Wildbahn nicht überleben.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-04-30 22:51
Berlin (dpa)

Berlin vor dem 1. Mai: Friedliche Demonstrationen und Feiern

Die Hauptstadt zeigt sich in der Walpurgisnacht bislang entspannt. Im Mauerpark dürfen erstmals seit Jahren wieder Flaschen mitgebracht worden. Und viele Demonstranten vertreten ihre Anliegen ohne Krawall.

Berlin (dpa) - Am Vorabend des 1. Mai ist es in Berlin bislang weitgehend friedlich geblieben. Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich «sehr zufrieden». Eine Demonstration mit etwa 2300 Teilnehmern im Wedding verlief laut Henkel am Samstagabend nahezu störungsfrei. «Das Polizeikonzept ist dort komplett aufgegangen.» Bislang vermeldete die Polizei keine Festnahmen.

Linke und linksradikale Gruppen hatten gegen steigende Mieten, Rassismus und Gentrifizierung protestiert. Sie zogen vom U-Bahnhof Osloer Straße bis zum U-Bahnhof Bernauer Straße. Es gab laut Polizei einige kurzzeitige Freiheitsbeschränkungen. Fünf Anzeigen wurden geschrieben, unter anderem, weil Reizgas mitgeführt wurde.

Zu sehen waren in dem Zug auch schwarz gekleidete Mitglieder der linksautonomen Szene. Auf einem Hausdach hatten Vermummte Fahnen geschwenkt. Vereinzelt wurden Böller und Signalfeuer gezündet.

Laut Polizei sollten in der Walpurgisnacht knapp 2500 Beamte im Einsatz seien. Darunter waren auch Kommunikationsteams in gelben Westen und Zivilpolizisten.

Ein Teil der Demonstranten zog - begleitet von Polizisten - mit der U-Bahn nach Nord-Neukölln, wo ein Protest mit mehreren Hundert Teilnehmern angemeldet war. Demonstriert wurde für den Erhalt eines Kiezladens in der Friedelstraße.

Die Polizei war mit einem großen Aufgebot dort. Die Kreuzung Reuter-/Ecke Weserstraße wurde abgesperrt. Junge Menschen saßen bei Musik auf der Straße. Laut Polizei verlief die Aktion mit 400 bis 500 Teilnehmern «komplett friedlich».

Auch im Mauerpark wurde am Samstagabend entspannt in den 1. Mai gefeiert. Dort galt erstmals seit Jahren kein Verbot von Flaschen mehr. Diese waren in der Vergangenheit auch als Wurfgeschosse gegen Polizisten eingesetzt worden.

Nun bot sich ein anderes Bild: Menschen sangen oder tanzten, auch kleinere Feuer durften entzündet werden und leuchteten in den Abendhimmel. «Es ist immer besser geworden», sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Da brauche es keine Beschränkungen mehr.

In früheren Jahren hatte es ebenso wie am 1. Mai auch in der Walpurgisnacht immer wieder Ausschreitungen von Linksautonomen gegeben. Die Gewalt ging aber stark zurück. Im vergangenen Jahr warfen zwar Demonstranten Flaschen auf Polizisten, aber zu größeren Krawallen kam es nicht. Nun twitterte die Gewerkschaft der Polizei: «Unser Beitrag zur Deeskalation: Gute Laune statt Randale.»

Gewalt war in den Vergangenheit immer wieder von der «Revolutionären 1.Mai-Demonstration am Abend des 1. Mai ausgegangen. In diesem Jahr werden zu dem Protestzug durch Kreuzberg, Mitte und Neukölln voraussichtlich 15 000 bis 20 000 Teilnehmer erwartet.

Auch hier hatte die Polizei in den letzten Jahren größere Krawalle unterbunden. Rund um den Mai-Feiertag sind etwa 6500 Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte der Bundespolizei und aus anderen Bundesländern. Die Hauptstadt-Polizei setzt auf eine Doppelstrategie aus Gesprächen und hartem Durchgreifen bei Gewaltausbrüchen.

Sa, 2016-04-30 21:56
Berlin (dpa)

Österreichs Außenminister Kurz fordert mehr europäische Schlagkraft

Berlin (dpa) - Der konservative österreichische Außenminister Sebastian Kurz hat eine aktivere Rolle der Europäischen Union in ihrer südlichen Nachbarschaft gefordert. Der Politiker der konservativen Partei ÖVP deutete dabei im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» an, dass er darunter auch den Einsatz von Militär versteht. Er sagte: «Im Süden haben wir dem IS-Terror viel zu lange zugesehen. Als Europa sollten wir wesentlich schlagkräftiger werden, was unsere Außen- und auch Verteidigungspolitik betrifft. Wir sollten aktiv werden, bevor ein solcher Flächenbrand überhaupt entsteht.»

Die österreichische Neutralität sei kein Hindernis für sein Land, sich an solchen Missionen zu beteiligen. «Wenn ich mir die Bedrohungsszenarien ansehe, dann engt die Neutralität nicht ein. Es gibt keine Neutralität gegenüber dem Terrorismus. Insofern haben wir alle Handlungsmöglichkeiten, die wir brauchen, um ein ordentlicher Partner zu sein», sagte Kurz und verwies auf den Einsatz von insgesamt rund 1000 österreichischen Soldaten auf dem Balkan, teils unter Führung der EU, teils auch der Nato.

Sa, 2016-04-30 20:23
Dhaka (dpa)

Erneut Mord mit Macheten in Bangladesch - IS-Terrormiliz bekennt sich

Dhaka (dpa) - In Bangladesch ist erneut ein Mann von mutmaßlichen Islamisten mit Macheten getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat habe sich zu dem Mord an dem Hindu bekannt, berichtete die US-amerikanische Terrorbeobachtungsstelle Site am Samstag auf ihrer Homepage. Das Opfer, ein Schneider, sei von den Tätern am Samstag aus seinem Laden im Distrikt Tangail nordwestlich der Hauptstadt Dhaka gezerrt und umgebracht worden, teilte die Polizei mit. Die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur «Amaaq» habe gemeldet, IS-Kämpfer hätten den Mann umgebracht, weil er den Islam «untergraben» habe.

Der Anschlag weist Ähnlichkeiten mit früheren Angriffen auf Blogger und Verleger in dem Land auf. Erst vor gut einer Woche hatten sich die Islamisten zum Mord an einem Universitätsprofessor bekannt. Auch in diesem Fall schrieb «Amaaq», IS-Kämpfer hätten den Mann erstochen, weil er zum Atheismus aufgerufen habe.

Sa, 2016-04-30 20:08
Berlin (dpa)

Vorabend des 1. Mai in Berlin: Demonstration weitgehend friedlich

So soll es bleiben, wünscht sich die Polizei. Friedliche Demos, entspannte Feiern. Rund um den 1. Mai sind in der Hauptstadt wieder Tausende Beamte im Einsatz.

Berlin (dpa) - Am Vorabend des 1. Mai haben in Berlin laut Polizei rund 2300 Menschen weitgehend friedlich demonstriert. Es habe nur einige kurzzeitige Freiheitsbeschränkungen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gegeben, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Samstagabend. Linke und linksradikale Gruppen protestierten gegen steigende Mieten, Rassismus und Gentrifizierung. Sie zogen vom U-Bahnhof Osloer Straße durch den Wedding bis zum U-Bahnhof Bernauer Straße.

Zu sehen waren auch viele schwarz gekleidete Mitglieder der linksautonomen Szene. Auf einem Hausdach schwenkten Vermummte Fahnen. Vereinzelt wurden Böller und Signalfeuer gezündet.

Laut Polizei sollten in der Walpurgisnacht knapp 2500 Beamte im Einsatz seien. Darunter waren auch Kommunikationsteams in gelben Westen und Zivilpolizisten.

«Unser Einsatzkonzept ist bisher aufgegangen», sagte Sprecher Redlich. Er sprach von einem bislang weitgehend störungsfreien Abend.

Ein Teil der Demonstranten wollte noch nach Nord-Neukölln weiterziehen, wo ein Protest mit rund 700 Teilnehmern angemeldet war.

Im Mauerpark wurde am Samstagabend entspannt und friedlich gefeiert. Dort galt erstmals seit Jahren kein Flaschenverbot mehr.

In früheren Jahren hatte es ebenso wie am 1. Mai auch in der Walpurgisnacht immer wieder Ausschreitungen von Linksautonomen gegeben. Die Gewaltausbrüche gingen aber stark zurück. Im vergangenen Jahr warfen zwar Demonstranten Flaschen auf Polizisten, aber zu größeren Krawallen kam es nicht.

Die linksextreme Demonstration am Abend des 1. Mai in Kreuzberg, Mitte und Neukölln wird mit voraussichtlich 15 000 bis 20 000 Teilnehmern deutlich größer ausfallen. Auch hier hatte die Polizei in den letzten Jahren größere Krawalle unterbunden. Rund um den Mai-Feiertag sind etwa 6500 Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte der Bundespolizei und aus anderen Bundesländern.

Sa, 2016-04-30 20:10
Frankfurt/Main (dpa)

«Courage beim Atomausstieg»: Japans Ex-Premier bekommt Umweltpreis

Frankfurt/Main (dpa) - Der frühere japanische Premierminister Naoto Kan ist in Frankfurt mit einem Preis für «Courage beim Atomausstieg» geehrt worden. Er ist der erste Preisträger der neuen Auszeichnung, die von der Stadt Frankfurt und dem Zentrum Ökumene der evangelischen Kirche vergeben wird. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

Kan habe sich nach dem Reaktorunglück von Fukushima vor fünf Jahren «zu einem entschiedenen Befürworter des Atomausstiegs und der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen gewandelt», hieß es zur Begründung. Die Laudatio im Kaisersaal des Frankfurter Römer hielt der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne).

Am 11. März 2011 hatte ein schweres Erdbeben einen Tsunami ausgelöst, der in Fukushima zur schwersten Atomkatastrophe seit Tschernobyl führte. «Die Situation ist weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein», hatte Kan erst im März der Deutschen Presse-Agentur gesagt. «Ich glaube, die Atomenergie wird spätestens am Ende dieses Jahrhunderts sowohl aus Japan wie auch aus dem Rest der Welt verschwunden sein. Der Grund ist, dass es sich wirtschaftlich nicht lohnt. Die erneuerbaren Energien sind kostengünstiger und sicherer.»

Sa, 2016-04-30 20:57
Bagdad (dpa)

Demonstranten stürmen Parlament in Bagdad - 24 Tote bei Anschlag

Eigentlich soll die irakische Regierung die IS-Terrormiliz bekämpfen. Doch ein heftiger Streit um Reformen blockiert die Politik. In Bagdad bricht Chaos aus, als Demonstranten das Parlament stürmen.

Bagdad (dpa) - Aufgebrachte irakische Demonstranten haben bei einer Kundgebung für politische Reformen in Bagdad das hochgesicherte Regierungsviertel und das Parlament gestürmt. TV-Bilder zeigten am Samstag, wie Hunderte Anhänger des Schiitenpredigers Muktada al-Sadr im Abgeordnetenhaus Sprechchöre anstimmten und irakische Fahnen schwenkten. Auch in den Sitzungssaal drangen sie ein. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi rief die Demonstranten auf, friedlich zu bleiben und nach Hause zu gehen. Zugleich versicherte er, die Sicherheitskräfte hätten die Lage in Bagdad unter Kontrolle.

In der sogenannten Grünen Zone liegen neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften. Kurz zuvor waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) östlich von Bagdad mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Armee verstärkte nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen und sperrte alle Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt ab. Das Innenministerium dementierte den Einsatz von Schusswaffen oder anderer Mittel, um die Demonstranten im Regierungsviertel, der hochgescherten sogenannten grünen Zone, auseinanderzutreiben. Zuvor hatte die unabhängige irakische Nachrichtenseite Alsumaria News ohne Nennung von Einzelheiten über Schüsse und den Einsatz von Tränengas berichtet.

Die Europäische Union äußerte sich beunruhigt über die Entwicklung. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte, die Demonstrationen könnten die ohnehin schon angespannte Lage weiter eskalieren lassen. «Es handelt sich offenbar um die absichtliche Unterbrechung des demokratischen Prozesses», erklärte sie in einer Mitteilung.

Die Demonstranten protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett. Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Al-Abadi zugesagt hat. Im Parlament kam es mehrfach zu Tumulten zwischen zerstrittenen Abgeordneten. Die Reformbefürworter wollen das Proporz- und Klientelsystem abschaffen, das als Hauptursache für die weit verbreitet Korruption im Irak gilt.

Am Dienstag hatte das Parlament gegen den Protest einer Gruppe von Abgeordneten die Neubesetzung von mehreren Ministerposten mit Technokraten abgesegnet. Die Abstimmung über einige Schlüsselressorts steht jedoch noch aus und wurde am Samstag erneut vertagt.

Regierungschef Al-Abadi steht dabei unter dem Druck mehrerer Parteien, die ihren Einfluss behalten wollen. Zugleich behindert der Konflikt den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die noch immer große Gebiete im Norden und Westens des Iraks beherrscht.

Al-Sadr war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 bekannt geworden, als seine Mahdi-Armee die US-Truppen mit Gewalt bekämpfte. In den vergangenen Monaten hat er sich an die Spitze der Protestbewegung gesetzt, die Reformen fordert.

Sa, 2016-04-30 20:44
Berlin (dpa)

Schäuble warnt Koalitionspartner vor zu teuren Wahlversprechen

Berlin (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Volksparteien auch mit Blick auf die jüngsten AfD-Erfolge davor gewarnt, im Bundestagswahlkampf unseriöse Erwartungen zu wecken. Union und SPD dürften sich vom Aufkommen der AfD «nicht verleiten lasen, prinzipienlos zu werden und jedem Recht geben zu wollen», sagte Schäuble der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Und schon gar nicht dürfen wir den Menschen Versprechungen machen, von denen jeder ahnt, dass sie nicht gehalten werden können.»

Schäuble habe damit auf Pläne der Vorsitzenden von CSU und SPD, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel, reagiert, die Stabilisierung des Rentenniveaus zum Thema des nächsten Bundestagswahlkampfs zu machen.

Im Gegensatz zu einer Veränderung der Rentenformel befürwortete Schäuble in dem Interview allerdings die von der SPD geforderte Lebensleistungsrente für Langzeitbeschäftigte mit geringem Einkommen. Viele empfänden es als ungerecht, «wenn einzelne nach 40 Jahren Arbeit am Ende nicht mehr Rente bekommen, als wenn man nicht gearbeitet hätte», sagte Schäuble.

Sa, 2016-04-30 19:33
Stuttgart (dpa)

Proteste begleiten AfD-Parteitag: Anti-Islam-Reden und nationale Töne

Die lautstarken Proteste ihrer Gegner haben vor allem einen Effekt: Sie schweißen die AfD-Mitglieder zusammen. Das kann die Partei gut gebrauchen. Denn an inneren Widersprüchen und Rivalitäten herrscht in dieser Partei kein Mangel.

Stuttgart (dpa) - Die AfD hat sich auf ihrem ersten Mitgliederparteitag seit der Spaltung als deutschnationale Anti-Asyl-Partei positioniert. Der zweitägige Bundesparteitag auf dem Stuttgarter Messegelände wurde am Samstag von massiven Protesten begleitet. Die Polizei nahm zwischenzeitlich 500 Anti-AfD-Demonstranten in Gewahrsam.

Zu Beginn ihrer Debatte über ein Parteiprogramm bezeichneten mehrere AfD-Mitglieder den Islam als eine Religion, die nicht mit westlichen Werten vereinbar sei. Eine Mehrheit stimmte für einen Antrag, in dem ein EU-Beitritt der Türkei generell ausgeschlossen wird. Die AfD stimmte mehrheitlich gegen eine Bankenunion und für den Rückzug Deutschlands aus der EU, sollte diese sich nicht reformieren. 

«Wir Deutschen haben leider immer noch so unsere Probleme, uns als Patrioten zu sehen», sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen am Samstag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt vor mehr als 2 000 Mitgliedern der Alternative für Deutschland. Es sei aber trotz der finsteren Jahre des Nationalsozialismus falsch, sein Land nicht zu lieben.

Meuthen versuchte, die Risse zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei zu kitten, indem er die AfD als «freiheitliche» konservative Partei des «gesunden Patriotismus» bezeichnete. Partei-Vize Albrecht Glaser sagte: «Die Schicksalsfrage lautet, wie kann dieses Land, diese Zivilisation, das Weltkulturerbe Deutschland erhalten werden.» Glaser wurde von seiner Partei als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl 2017 nominiert.

Nach einer mehrstündigen Debatte über die Tagesordnung begannen die rund 2 000 Parteimitglieder am Nachmittag mit der Abstimmung über das Parteiprogramm. 

Nach dem Mitgliederparteitag in Essen im Juli 2015 hatten Bernd Lucke und zahlreiche andere Angehörige des liberalkonservativen Flügels der Partei die AfD verlassen. Seither ist die Partei weiter nach rechts gerückt - vor allem bei den Themen Einwanderung, Asyl und Islam. Von Vertretern des rechtsnationalen Flügels war zuletzt Kritik an Co-Parteichefin Frauke Petry lautgeworden, die eine Abgrenzung nach rechts gefordert hatte.

Unter den rund 1 500 AfD-Gegnern, die rund um das Messegelände demonstrierten, waren viele Linksautonome. Sie riefen «Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben» und «Wir kriegen euch alle». Die Polizei ging mit Pfefferspray gegen Flaschenwerfer vor und nahm zwischenzeitlich etwa 500 Demonstranten in Gewahrsam. Ein Protestzug in der Stuttgarter Innenstadt verlief friedlich.

Petry sagte, viele AfD-Mitglieder zahlten einen hohen Preis für ihr politisches Engagement. Einige hätten wegen ihrer Parteimitgliedschaft Aufträge oder den Arbeitsplatz verloren. Andere hätten Morddrohungen erhalten. 

Petrys Lebensgefährte, der AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell, kündigte an, er werde sich der ENF-Fraktion im Europäischen Parlament anschließen. Dieser Fraktion gehört die rechtsextreme französische Partei Front National an. Pretzell sagte, die AfD solle eine «Klammer setzen», um langfristig eine Vereinigung aller EU-kritischen europäischen Parteien herbeizuführen. 

Der Parteitag billigte die vom Vorstand angeordnete Auflösung des saarländischen Landesverbandes. 51,9 Prozent der Parteimitglieder stimmten dafür. Der Bundesvorstand hatte den Verband wegen Kontakten ins rechtsextreme Milieu aufgelöst. Der rechtsnationale Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke bedauerte die Entscheidung. Er sagte am Rande des Parteitages, die Auflösung eines Landesverbandes sei «ein scharfes Schwert».

Die Debatte über das erste Programm der AfD soll am Sonntag fortgesetzt werden. Die 2013 gegründete Partei ist bundesweit inzwischen in der Hälfte der Landesparlamente vertreten. 

Sa, 2016-04-30 19:20
Bagdad (dpa)

Demonstranten stürmen Parlament in Bagdad - 24 Tote bei Anschlag

Eigentlich soll die irakische Regierung die IS-Terrormiliz bekämpfen. Doch ein heftiger Streit um Reformen blockiert die Politik. In Bagdad bricht Chaos aus, als Demonstranten das Parlament stürmen.

Bagdad (dpa) - Aufgebrachte irakische Demonstranten haben bei einer Kundgebung für politische Reformen in Bagdad das hochgesicherte Regierungsviertel und das Parlament gestürmt. TV-Bilder zeigten am Samstag, wie Hunderte Anhänger des Schiitenpredigers Muktada al-Sadr im Abgeordnetenhaus Sprechchöre anstimmten und irakische Fahnen schwenkten. Auch in den Sitzungssaal drangen sie ein. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi rief die Demonstranten auf, friedlich zu bleiben und nach Hause zu gehen. Zugleich versicherte er, die Sicherheitskräfte hätten die Lage in Bagdad unter Kontrolle.

In der sogenannten Grünen Zone liegen neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften. Kurz zuvor waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) östlich von Bagdad mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Armee verstärkte nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen und sperrte alle Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt ab. Das Innenministerium dementierte den Einsatz von Schusswaffen oder anderer Mittel, um die Demonstranten im Regierungsviertel, der hochgescherten sogenannten grünen Zone, auseinanderzutreiben. Zuvor hatte die unabhängige irakische Nachrichtenseite Alsumaria News ohne Nennung von Einzelheiten über Schüsse und den Einsatz von Tränengas berichtet.

Die Europäische Union äußerte sich beunruhigt über die Entwicklung. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte, die Demonstrationen könnten die ohnehin schon angespannte Lage weiter eskalieren lassen. «Es handelt sich offenbar um die absichtliche Unterbrechung des demokratischen Prozesses», erklärte sie in einer Mitteilung.

Die Demonstranten protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett. Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Al-Abadi zugesagt hat. Im Parlament kam es mehrfach zu Tumulten zwischen zerstrittenen Abgeordneten. Die Reformbefürworter wollen das Proporz- und Klientelsystem abschaffen, das als Hauptursache für die weit verbreitet Korruption im Irak gilt.

Am Dienstag hatte das Parlament gegen den Protest einer Gruppe von Abgeordneten die Neubesetzung von mehreren Ministerposten mit Technokraten abgesegnet. Die Abstimmung über einige Schlüsselressorts steht jedoch noch aus und wurde am Samstag erneut vertagt.

Regierungschef Al-Abadi steht dabei unter dem Druck mehrerer Parteien, die ihren Einfluss behalten wollen. Zugleich behindert der Konflikt den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die noch immer große Gebiete im Norden und Westens des Iraks beherrscht.

Al-Sadr war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 bekannt geworden, als seine Mahdi-Armee die US-Truppen mit Gewalt bekämpfte. In den vergangenen Monaten hat er sich an die Spitze der Protestbewegung gesetzt, die Reformen fordert.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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