Mo, 2015-05-25 02:30
Washington/Bagdad (dpa)

US-Verteidigungsminister: Iraks Soldaten haben keinen Kampfeswillen

Eine einst starke Armee ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Jetzt kritisiert US-Verteidigungsminister Carter den mangelnden Kampfeswillen der irakischen Soldaten.

Washington/Bagdad (dpa) - Mit massiver öffentlicher Kritik am mangelnden Kampfeswillen der irakischen Armee hat US- Verteidigungsminister Ash Carter auf deren jüngste Niederlagen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reagiert. Beim Kampf um die Stadt Ramadi seien die Iraker der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zahlenmäßig weit überlegen gewesen, dennoch hätten sie sich zurückgezogen, sagte er in einem Interview des TV-Senders CNN.

«Die irakischen Truppen haben einfach keinen Willen zum Kampf gezeigt», sagte er am Sonntag. Dies sei ein Problem. «Wir können sie ausbilden, wir können ihnen Ausrüstung geben, aber wir können ihnen keinen Willen zum Kampf geben.» Dennoch wollten die USA weiter versuchen, die irakischen Truppen auszubilden und auszurüsten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, den IS zu bekämpfen.

Der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi entgegnete darauf, dass Carter wohl «mit falschen Informationen gefüttert» worden sei. Er kündigte die Rückeroberung von Ramadi «innerhalb von Tagen» an, berichtete der Sender BBC.

Kommentatoren in Washington bezeichnen die Äußerungen Carters als die bisher härteste öffentliche Kritik an den irakischen Truppen. Zwar kritisieren US-Regierungsvertreter immer wieder den Zustand der irakischen Armee, doch meist hinter vorgehaltener Hand.

Zuletzt eroberte die Terrormiliz einen strategisch wichtigen syrisch-irakischen Grenzübergang und kontrolliert nun weite Teile der Route zwischen Bagdad und Damaskus. Die irakischen Sicherheitskräfte zogen sich von dem Posten Al-Walid komplett zurück, wie das irakische Militär am Sonntag in Bagdad erklärte.

«Sie haben die irakische Flagge runtergenommen und ihre eigene gehisst», sagte der Sprecher unter Bezug auf die schwarze Fahne des IS mit dem weißen Schriftzug, der das islamische Glaubensbekenntnis ausdrückt. Den Übergang Al-Tanf auf der syrischen Seite der Grenze hatte die Sunnitenmiliz bereits vor drei Tagen erobert, nachdem sie zuvor die antike Wüstenstadt Palmyra und andere Gebiete der Provinz Homs unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

Die vollständige Kontrolle über die irakisch-syrische Grenze an dieser Stelle ist von enormer strategischer Bedeutung. In Friedenszeiten war Al-Walid/Al-Tanf der Grenzübergang für Reisende auf der direkten Strecke zwischen Bagdad und Damaskus. Nun kann der IS über diese Strecke beliebig Soldaten und Waffen zwischen der westirakischen Provinz Anbar und der syrischen Provinz Homs verschieben.

Mo, 2015-05-25 01:05
Berlin (dpa)

CDU-Vize wirft Gabriel im Kohlestreit Koalitionsvertragsbruch vor

Berlin (dpa) - Der CDU-Vizevorsitzende Armin Laschet hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Streit um seine geplante Kohle-Abgabe einen Bruch des Koalitionsvertrags vorgeworfen. Die Zusatzabgabe für konventionelle Kraftwerke sei in der Energie-Arbeitsgruppe zur Aushandlung des Vertrags «weder beschlossen noch jemals beraten worden», schreibt der nordrhein-westfälische CDU-Chef in einem Brief an Gabriel, der der «Welt» (Online: Montag/Print: Dienstag) vorliegt.

Allerdings hatte sich Gabriel kürzlich für Alternativen zur Kohle-Abgabe offen gezeigt, um bis 2020 im Kraftwerksbereich zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen die vereinbarten 22 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) einzusparen.

Laschet schrieb weiter: «Die Zusatzabgabe wäre überflüssig, würde das Bundeswirtschaftsministerium einfach das umsetzen, was im Koalitionsvertrag Ende 2013 beschlossen wurde.» Er nannte 25 Prozent Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung als Ziel bis 2020. Auch solle Gabriel sich für Steuervergünstigungen für energiesparende Gebäudesanierungen und moderne Heiztechnik einsetzen.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach sich für «eine CO2-Bremse» im Grundgesetz aus. In die Verfassung sei bereits eine Schuldenbremse aufgenommen worden - der Verlust an Lebensgrundlagen sei aber «noch dramatischer als das Anhäufen von Schulden», erklärte er im selben Medium.

Mo, 2015-05-25 01:30
Peking (dpa)

Abschied vom Reich des Tabaks? Peking geht massiv gegen Raucher vor Von Stephan Scheuer, dpa

In keinem Land wird so viel geraucht wie in China. Der Staat verdient Milliarden mit der Tabak-Industrie. Peking will trotzdem ein scharfes Nichtrauchergesetz durchsetzen. Die WHO, die den 31. Mai zum Weltnichtrauchertag erklärt hat, ist begeistert.

Peking (dpa) - «Kleiner Panda», «Gute Katze», «Stolz» - hinter den harmlos klingenden Namen verbergen sich chinesische Zigarettenmarken. Frau Qian Jinglai hat rund 50 Packungen der unterschiedlichen staatlichen Zigarettenmarken in ihrem Geschäft unter der großen Glastheke aufgereiht. Bis unter die Decke sind Kartons mit Zigarettenstangen gestapelt. «Rauchen ist ein Laster, aber auch ein gutes Geschäft», sagt sie. Seit elf Jahren betreibt sie ihr Fachgeschäft in der Pekinger Innenstadt. Aber zum 1. Juni will Chinas Hauptstadt mit einem der strengsten Nichtrauchergesetze der Welt gegen Nikotinsüchtige vorgehen.

China ist das Reich des Tabaks. In keinem Land der Welt werden so viele Zigaretten produziert, gleichzeitig bringt es die Volksrepublik mit 300 Millionen auch auf die mit Abstand größte Zahl an Rauchern. Hinter der gewaltigen Produktion von mehr als zwei Billionen Zigaretten jährlich steht der Staatskonzern China National Tobacco Corporation. Ein von der Zentralregierung garantiertes Monopol sichert der Firma ihr Milliardengeschäft und dem Staat florierende Einnahmen. Die Tabakindustrie macht jährlich rund sieben Prozent von Chinas Staatseinnahmen aus.

Das machte ein wirksames Vorgehen gegen die allgegenwärtigen Raucher fast unmöglich. Denn die Tabakmonopolbehörde wacht auf der einen Seite über die Gewinne aus dem Zigarettengeschäft, auf der anderen Seite ist sie für die Anti-Raucherkampagnen zuständig. Zigaretten sind so günstig, dass sie sich jeder in fast unbegrenzten Mengen leisten kann. Während die Einkommen der Bürger seit mehr als zwei Jahrzehnten deutlich wachsen, sind die Preise für Zigaretten nahezu konstant geblieben. Eine günstige Packung Kippen gibt es schon für umgerechnet 45 Cent.

Zum 1. Juni will Peking Tausende Aufseher losschicken, um ein neues Nichtrauchergesetz durchzusetzen. Rauchen ist dann in allen öffentlichen Gebäuden, Hotels, Restaurants, Kinos und mehr verboten. Die Regel gilt ohne Ausnahmen, das bedeutet, dass auch Lounges für Süchtige nicht gestattet sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den 31. Mai zum Weltnichtrauchertag erklärt hat, begrüßt das Vorhaben. «Das neue Gesetz ist sehr gut. Es könnte einen positiven Einfluss auf das landesweite Anti-Rauchergesetz haben», sagt der Pekinger WHO-Chef Bernhard Schwartländer. Ein strengeres Gesetz für das ganze Land ist derzeit in Vorbereitung. «Die Staatseinnahmen aus der Tabakindustrie sind gewaltig, aber die Kosten für die Gesellschaft sind wesentlich höher», sagt Schwartländer.

Die Sonne scheint durch die großen Glasfenster in den Tabakladen von Frau Qian. Vor dem Fenster schlendert ein Mann vorbei und zündet sich eine Zigarette an. «Von den neuen Regeln habe ich noch nichts gehört», sagt er. «Aber mir wird niemand so schnell das Rauchen verbieten. Das gehört doch zu unserer Kultur.» Eine Hochzeit sei ohne die obligatorischen Zigarettengeschenke gar nicht vorstellbar.

Vor vier Jahren hatte Peking schon einmal versucht, ein strengeres Rauchverbot durchzusetzen. Bis heute hängen in vielen Restaurants der chinesischen Hauptstadt noch die Schilder mit der Aufschrift «Rauchen verboten». Die meisten Nikotinkonsumenten stört das wenig. Verqualmte Restaurants sind die Regel und nicht die Ausnahme.

Diesmal rechnet die WHO mit wesentlich besseren Chancen für den Erfolg der Kampagne. «Dieses Mal sind die Strafen konkret festgelegt. Außerdem werden die Eigentümer der Geschäfte belangt. Das verspricht mehr Erfolg», sagt WHO-Chef Schwartländer. Trotzdem hält er die Umsetzung nicht für einfach: «Die Tabak-Industrie ist sehr clever. Wir erwarten große Widerstände.»

In China ist es sehr wichtig, welche Behörde hinter einer Verordnung steht. Im Fall der neuen Nichtrauchervorschriften ist es das Gesundheitsministerium. Im Gegensatz zum Umweltministerium gilt die Behörde als mächtig, denn sie ist auch für die Umsetzung der gelockerten Ein-Kind-Politik zuständig. Kontrolleure der Behörde sind für ihr drakonisches Vorgehen bekannt. Sie könnten daher wenig zimperlich mit unbeugsamen Rauchern umgehen.

Qian Jinglai setzt ein ernstes Gesicht auf. «Rauchen ist schlecht für die Gesundheit. Meinen 18 Jahre alten Sohn lasse ich keine Zigarette anfassen», sagt sie. Die Gefahren seien vielen Rauchern klar. Pekings Nichtrauchervorschriften rechnet sie trotzdem keine großen Chancen aus. «Am Anfang werden die Aufseher streng kontrollieren. Aber in ein paar Monaten redet da keiner mehr von.» So sei das immer gewesen.

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

weiterlesen

Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

weiterlesen

„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

weiterlesen

Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3 4

- 20 %

PRODUKT
der Woche

Tier-Memo

24,50 €
19,60 €

Eine Arche Noah fürs Gedächtnis. Alle 48 Tierarten unseres Memo-Spiels treten als Zwillingspaare auf. Vorgestellt werden sie auf der beiliegenden Spielanleitung.

Jetzt bestellen
Mo, 2015-05-25 01:33
Heidelberg (dpa)

Lungenkrebs bei Frauen nimmt weiter zu - Folge des Tabakkonsums Von Christine Cornelius, dpa

Die hohe Lungenkrebssterblichkeit bei Frauen bereitet Medizinern Sorge. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Besonders Raucherinnen im mittleren Alter halten an ihrem Laster fest.

Heidelberg (dpa) - Viele Frauen fürchten sich bei der Vorstellung, an Brustkrebs zu erkranken. Medizinern bereitet allerdings eine andere Krankheit viel größere Sorgen: Lungenkrebs nimmt bei Frauen zu - in Industriestaaten sterben sie heute häufiger daran als an bösartigen Brusttumoren. Krebsforscher sehen den zentralen Risikofaktor im Rauchen. «Während bei Männern der Nikotinkonsum langsam abfällt, nimmt er bei Frauen zu», sagt der Chefarzt der Abteilung Onkologie an der Thoraxklinik-Heidelberg, Michael Thomas. Auf die Folgen dieses Lasters macht auch der Weltnichtrauchertag am 31. Mai aufmerksam.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) schlägt ebenfalls Alarm. «Die Frauen, die zwischen 1935 und 1960 geboren wurden, haben im Rauchverhalten einen enormen Schub nach oben getan», sagt die Leiterin der DKFZ-Stabsstelle Krebsprävention, Martina Pötschke-Langer. «Das sind die Frauen, die jetzt die tabakbedingten Erkrankungen bekommen - die Hälfte eines Jahrgangs davon hat regelmäßig im Leben geraucht.»

Laut einem Bericht von Wissenschaftlern anlässlich des Weltkrebstages (American Cancer Society und International Agency for Research on Cancer) starben 2012 in den Industrieländern rund 210 000 Frauen an Lungenkrebs. Bei Brustkrebs waren es etwa 198 000 Tote. Bei Männern steht sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern Lungenkrebs an der Spitze der Statistik. «Die Frauen lagen beim Rauchen zwar immer hinter den Männern, haben sich ihnen aber immer weiter angenähert», sagt Pötschke-Langer.

Frauen seien nicht etwa zu uneinsichtig, um mit dem Rauchen aufzuhören. «Männer sind möglicherweise konsequenter als Frauen, wenn sie einmal eine Entscheidung getroffen haben. Es könnte aber auch sein, dass Frauen das Rauchen als Regulativ benutzen, um ihr Gewicht zu kontrollieren.» Eine große Rolle spiele bei Frauen auch die psychologische Abhängigkeit: «Rauchen wird verbunden mit bestimmten Situationen, zum Beispiel Pause machen, sich entspannen, mit Freundinnen zusammensitzen.»

Lungenspezialist Thomas erläutert, dass Raucherinnen zudem wegen ihrer hormonellen Situation ein zwei- bis dreimal höheres Lungenkrebsrisiko haben als Raucher.

Zwar fangen heute dem DKFZ zufolge deutlich weniger Mädchen mit dem Rauchen an als früher, aber die Frauen mittleren Alters bereiten den Wissenschaftlern Sorge: Bei den 25- bis 69-Jährigen sei das Rauchverhalten sehr stabil - es liege bei etwa einem Drittel. Eine Trendwende hält Pötschke-Langer - bei optimistischer Schätzung - erst in 20 Jahren für möglich. «Die Lungenkrebssterblichkeit wird mit Sicherheit im nächsten Jahrzehnt bei den Frauen noch weiter ansteigen, weil jetzt auch die geburtenstarken Jahrgänge dazukommen.»

Während die Wissenschaft bei Brustkrebstherapien Erfolge verbucht, ist sie beim Lungenkrebs noch nicht so weit. Pötschke-Langer: «Beim Lungenkrebs kommen die Beschwerden sehr spät, auch die Diagnose wird meistens zu spät gestellt.» Langfristig überlebt Thomas zufolge nur eine von fünf Frauen die Krankheit. «Wenn der Lungenkrebs in einem sehr frühen Stadium erkannt wird, hat man eine Chance von bis zu 70 Prozent, die Patienten zu heilen.» Doch die Krankheit bleibe lange unauffällig und führe erst relativ spät zu Schmerzen.

Um die Lungenkrebssterblichkeit zu senken, fordert Pötschke-Langer umfassende Gesetzesänderungen, etwa ein Verbot von Tabakwerbung. «Sie ist in Deutschland immer noch das große Problem», sagt die Forscherin. «Frauen werden Zigaretten besonders durch spezielle Zusatzstoffe schmackhaft gemacht. Bei bestimmten Marken ist auch das Produktdesign sehr weiblich, zum Beispiel bei Mentholzigaretten oder bei der ganzen Palette der ehemalig als «light» bezeichneten Zigaretten.»

Für sehr wirksam hält Pötschke-Langer Steuererhöhungen. «Am besten sollte die Tabaksteuer in großen Schritten noch einmal richtig stark erhöht werden», sagt sie. Bei Mädchen seien so schon Erfolge erzielt worden: «Dass weniger junge Frauen rauchen, führen wir auf die drastisch erhöhte Tabaksteuer vor zehn Jahren zurück und auf die Nichtraucherschutzgesetze sowie die öffentliche Debatte um die Gefahren - darauf lassen sich Mädchen stärker ein.»

So, 2015-05-24 23:49
Madrid (dpa)

Verluste für Konservative in Spanien - Linke überraschen in Barcelona

Die Regional- und Kommunalwahlen in Spanien haben keinen klaren Sieger. Die Konservativen von Ministerpräsident Rajoy bleiben zwar die stärkste Kraft. Sie müssen aber befürchten, in mehreren Regionen und Städten von der Macht verdrängt zu werden.

Madrid (dpa) - Linksruck in Spanien: Bei den mit Spannung erwarteten Regional- und Kommunalwahlen hat die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy kräftige Einbußen erlitten. Wie die Vizeregierungschefin Soraya Sáenz de Santamaría mitteilte, erhielt die PP landesweit nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen insgesamt 26,7 Prozent. Damit blieb die PP zwar die stärkste Partei in Spanien, blieb aber mehr als zehn Prozentpunkte hinter dem Ergebnis von 2011 zurück.

Die neue Linkspartei Podemos (Wir können) errang in der Hauptstadt Madrid und der katalanischen Metropole Barcelona überraschende Erfolge. In Barcelona erhielt ein von Podemos unterstütztes Linksbündnis nach dem vorläufigen Endergebnis die meisten Stimmen. In Madrid behauptete die PP sich zwar als stärkste Kraft, errang aber nur einen Sitz mehr als eine von Podemos angeführte Allianz. Damit laufen die Konservativen Gefahr, erstmals seit 1991 den symbolisch wichtigen Posten des Bürgermeisters der Hauptstadt an eine Koalition linker Parteien abgeben zu müssen.

Die Abstimmungen am Sonntag galten als ein wichtiger Test für die landesweite Parlamentswahl im Herbst. Die Sozialisten (PSOE) kamen landesweit auf 25,2 Prozent. Damit büßten sie im Vergleich zu 2011 zwar 2,6 Prozentpunkte ein, konnten den Rückstand zur PP aber deutlich verkürzen. Außerdem kann die PSOE darauf hoffen, die PP im Bündnis mit anderen Parteien in mehreren Regionen und Kommunen von der Macht zu verdrängen.

Die aufstrebende liberale Partei Ciudadanos (Bürger) ging aus den Wahlen mit 6,5 Prozent der Stimmen landesweit als drittstärkste Kraft hervor. Podemos war nicht flächendeckend angetreten, sondern nur in einzelnen Regionen und Kommunen im Bündnis mit anderen Gruppierungen.   In 13 von 17 spanischen Regionen waren am Sonntag regionale Parlamente und im ganzen Land neue Stadträte und Gemeindevertretungen gewählt worden. Die PP hatte mit ihrer Sparpolitik und infolge einer Reihe von Korruptionsskandalen in der Wählergunst starke Einbußen erlitten. Rajoy hatte darauf gehofft, dass die zuletzt verbesserte Wirtschaftslage des Landes seiner Partei zugutekommen würde.

Da die großen Parteien PP und PSOE fast nirgendwo absolute Mehrheiten gewannen, dürften neue Parteien wie Podemos oder Ciudadanos in vielen Regionen und Kommunen bei der Regierungsbildung künftig eine Schlüsselrolle spielen.

So, 2015-05-24 22:35
Warschau (dpa)

Prognose: Duda siegt bei Präsidenten-Stichwahl in Polen

Warschau (dpa) - Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen hat nach ersten Prognosen der nationalkonservative Herausforderer Andrzej Duda gewonnen. Der 43-Jährige kam demnach auf 53 Prozent der Stimmen.

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

So, 2015-05-24 21:00
Brüssel (dpa)

EU warnt vor Gewaltspirale in Burundi

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union hat vor einer Gewaltspirale in Burundi gewarnt. Nach der Ermordung des Oppositionspolitikers Zedi Feruzi bestehe die Gefahr, dass das ostafrikanische Land in Gewalt abrutsche, sagte eine für auswärtige Politik zuständige Sprecherin der EU-Kommission am Sonntag in Brüssel. «Wir verurteilen mit Nachdruck das tödliche Attentat.» Die Behörden müssten den Täter zur Verantwortung ziehen. Die EU-Kommission rief alle Parteien zum Dialog auf. Die Behörde ermunterte die Afrikanische Union, sich bei der Lösung der Krise zu engagieren.

So, 2015-05-24 19:38
(dpa)

Ein Toter bei Guerilla-Angriff auf Polizeistreife in Kolumbien

Bogotá (dpa) - Bei einem Angriff auf eine Polizeistreife in Kolumbien haben mutmaßliche Rebellen einen Polizisten getötet. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt, als ihr Fahrzeug am Samstagabend (Ortszeit) in der Hafenstadt Tumaco nach einem Granateneinschlag in Flammen aufging, berichtete der Rundfunksender RCN. Erst am Tag zuvor hatte die linksgerichtete Rebellenorganisation Farc ihre im Dezember einseitig verkündete Waffenruhe aufgehoben.

Die Regierung nahm ihrerseits die im März ausgesetzten Luftangriffe auf die Rebellen wieder auf. In zwei Bombardements wurden am Donnerstag und am Samstag insgesamt 37 Farc-Mitglieder getötet. Trotz der neuerlichen Eskalation des Konfliktes führen beide Seiten die seit Ende 2012 laufenden Friedensgespräche in Havanna weiter.

So, 2015-05-24 18:18
Moskau (dpa)

Russisch-orthodoxer Patriarch Kirill betet für Frieden in der Ukraine

Moskau (dpa) - Bei einem Gottesdienst in Moskau hat das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Kirill für Frieden in der Ukraine gebetet. Der prowestlichen Führung in Kiew hielt er dabei am Sonntag eine «gottlose Staatsideologie» vor. Er bete täglich dafür, dass das ukrainische Volk darüber hinwegkommen werde.

Anschließend gratulierte der Patriarch Tausenden Menschen bei einer Veranstaltung auf dem Roten Platz zum Tag des slawischen Schrifttums und der Kultur. Bei dem alljährlichen Fest gedenken die Russen der Heiligen Kirill und Method, die vor mehr als 1000 Jahren die kyrillische Schrift entwickelt hatten.

Kremlchef Wladimir Putin bezeichnete die russisch-orthodoxe Kirche zum Feiertag als eine der «führenden spirituellen Komponenten» der Gesellschaft. Die ultrakonservative orthodoxe Kirche gilt als wichtige Machtstütze für Putin. Kritiker sprechen von einer «unheiligen Allianz» zwischen Staat und Kirche.

So, 2015-05-24 17:19
Bujumbura (dpa)

Burundis Opposition bricht nach Mord Gespräche mit der Regierung ab

Im kriselnden Burundi ist keine Lösung in Sicht. Auf die Ermordung eines Politikers der Opposition reagiert diese mit dem Abbruch der Gespräche mit Präsident Nkurunziza.

Bujumbura (dpa) - Nach dem Mord an einem ihren Anführer hat die Opposition im ostafrikanischen Krisenstaat Burundi den Dialog mit der Regierung bis auf weiteres ausgesetzt. «Die Atmosphäre ist Gesprächen nicht dienlich», sagte Bernard Ndayisenga von der Oppositionspartei Nationale Befreiungsfront (FNL) am Sonntag. Der Dialog werde erst wieder aufgenommen, wenn Präsident Pierre Nkurunziza seine Pläne aufgebe, im Juni für eine dritte Amtszeit zu kandidieren.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Ermordung des Oppositionspolitikers Zedi Feruzi. Der Chef der Union für Frieden und Demokratie (UPD) war am Samstagabend in der Hauptstadt Bujumbura von Unbekannten zusammen mit seinem Leibwächter erschossen worden, als er zu Fuß nach Hause ging. Ein weiterer Leibwächter sowie ein Journalist, der sie begleitete, seien verletzt worden, berichtete der französische Auslandssender RFI.

Das Präsidialamt wies Berichte von Augenzeugen zurück, die Täter hätten Uniformen der Präsidenten-Garde getragen. Tausende Menschen nahmen am Sonntag an der Beisetzung Feruzis teil.

Burundi wird seit Wochen von Protesten gegen Präsident Nkurunziza erschüttert. Viele Menschen in dem armen Land wollen verhindern, dass der Staatschef bei Wahlen Ende Juni entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit kandidiert.

Seit Beginn der Proteste Ende April sind Menschenrechtlern zufolge mehr als 25 Menschen gestorben. Ein Putschversuch von Militärs vor knapp zwei Wochen scheiterte. In dem armen Land mit rund zehn Millionen Einwohnern war erst vor zwölf Jahren ein Bürgerkrieg mit über 300 000 Toten beendet worden.

UN-Generalsekretär Ban warnte in einer Mitteilung, der Mord an Feruzi könne weitere Gewalt in Burundi entfesseln. Die politischen Führer des Landes sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und die politische Krise lösen. Sie müssten den Frieden und die nationale Aussöhnung über Parteiinteressen stellen, erklärte Ban.

So, 2015-05-24 16:56
Berlin (dpa)

65 Jahre alter Vierlingsmutter geht es «soweit gut»

Berlin (dpa) - Die 65-jährige Annegret K. hat sich nach eigenem Bekunden bereits von ihrer Vierlingsgeburt per Kaiserschnitt erholt. «Mir geht es so weit auch gut», sagte sie der «Bild am Sonntag». Die künstlich gezeugten und zwischen 655 und 960 Gramm schweren Frühchen würden im Krankenhaus bestens versorgt. «Ich bin jeden Tag bei ihnen, alle hier kümmern sich ganz liebevoll und versorgen die Kleinen sehr gut», sagte die Berlinerin, die jetzt 17-fache Mutter und siebenfache Großmutter ist.

Das Berliner Krankenhaus beurteilte die Überlebenschancen der 14 Wochen zu früh geborenen Kinder als gut. Sie werden in einem Brutkasten versorgt und laut Zeitung rund um die Uhr von Spezialisten betreut. Über eine Magensonde würden sie mit Muttermilch ernährt.

Das Bekanntwerden der Schwangerschaft von Annegret R. sorgte im April bundesweit für Aufsehen und auch Kritik. Annegret R. hatte sich in der Ukraine aus Eizell- und Samenspenden im Labor gezeugte Embryonen einpflanzen lassen. Mediziner kritisierten die Entscheidung als sehr riskant und gefährlich für Mutter und Kinder. Viele Zuschauer und Leser warfen der 65-Jährigen Verantwortungslosigkeit vor.

So, 2015-05-24 16:05
Berlin (dpa)

Gabriel weist Seehofers Stromtrassen-Vorschlag zurück

Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den bayerischen Vorschlag zur Verlegung der geplanten Nord-Süd-Stromtrasse nach Hessen und Baden-Württemberg zurückgewiesen. CSU-Chef Horst Seehofer hatte vorgeschlagen, den sogenannten SuedLink nach Westen zu verschieben, was Bayern entlasten, die Nachbarländer aber deutlich stärker belasten würde.

«Jedenfalls glaube ich, dass wir jetzt schon der bayerischen Staatsregierung einige Vorschläge gemacht haben, die dazu führen, dass die Belastungen reduziert werden», sagte der fachlich zuständige Vizekanzler am Sonntag in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». «Wir werden versuchen und haben das auch schon getan, die Trassen stärker auf bestehende Trassen zu verlegen, Erdkabel anzubieten. Aber was nicht geht ist zu sagen: Bei uns bitte nichts, alles nach Hessen und Baden-Württemberg - das wird niemand akzeptieren.»

Die Kritik von Anwohnern der geplanten Trasse richtet sich vor allem gegen die oberirdische Kabelführung. Gabriel sagte nun, er halte wesentlich mehr Erdkabel für nötig. Allerdings liegen die Kosten dafür weitaus höher. Gabriel argumentierte aber: «Die Technik hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.»

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

weiterlesen

Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

weiterlesen

England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

1 2 3
So, 2015-05-24 16:45
Abeba (dpa)

Äthiopien hat gewählt - «Wir wollen endlich eine echte Demokratie»

Wenn in Äthiopien gewählt wird, steht der Sieger normalerweise schon im Voraus fest. Seit einem halben Jahrhundert regiert die Partei EPRDF das ehemalige Kaiserreich mit eiserner Faust. Kann die Opposition dieses Mal ihren Einfluss ausweiten?

Addis Abeba (dpa) - Erstmals seit dem Tod des Langzeit-Regierungschefs Meles Zenawi 2012 haben die Bürger im ostafrikanischen Äthiopien am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Beobachter erwarten, dass die Regierungspartei EPRDF, die seit 24 Jahren an der Macht ist, erneut mit riesigem Vorsprung gewinnen wird. Die Wirtschaft boomt seit Jahren.

Bei der Wahl 2010 hatte die ehemalige Rebellenorganisation 99,6 Prozent der Parlamentssitze gewonnen. Die Opposition bekam nur einen einzigen Sitz, hofft nun aber auf mehr. «Ich habe für die Opposition gestimmt, denn es ist wichtig, dass sie in Zukunft im Parlament besser vertreten ist», sagte die Studentin Sisay. «Wir wissen alle, dass die EPRDF gewinnen wird, aber wir brauchen eine stärkere Opposition.»

Der Andrang an vielen Wahllokalen war vor allem am Morgen groß. Ausschreitungen wurden nicht gemeldet. 2005 war es nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu schweren Unruhen mit Dutzenden Toten gekommen. Tausende Oppositionelle wurden festgenommen.

Bei der Meinungsfreiheit belegt das Land einen der hinteren Plätze weltweit. Menschenrechtler werfen der Regierung vor, politisch Andersdenkende zu unterdrücken. «Die vergangenen Jahre waren von Angriffen auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit geprägt. Die äthiopischen Behörden gingen gegen unabhängige Medien vor, mehrere Journalisten und Blogger wurden verhaftet», sagt Clara Braungart, Äthiopien-Expertin bei Amnesty International.

Von den 94 Millionen Einwohnern des zweit-bevölkerungsreichsten Landes Afrikas sind 36,8 Millionen als Wähler eingetragen. Nach Zenawis Tod wurde dessen Vize Hailemariam Desalegn Regierungschef. Beobachter glauben, dass er das Amt weiterführen wird. Das Parlament benennt nach den Wahlen den Ministerpräsidenten.

Viele haben Zweifel, ob die Wahlen wirklich fair verlaufen sind. Als internationale Wahlbeobachter war nur die Afrikanische Union im Einsatz, die in der Hauptstadt Addis Abeba ihren Hauptsitz hat. Die Rechtmäßigkeit sollte hauptsächlich von fast 45 000 äthiopischen Beobachtern aus der Bevölkerung sichergestellt werden.

«Wir wollen endlich eine echte Demokratie», betonte der Geschäftsmann Ermias beim Verlassen eines Wahllokals im Zentrum von Addis Abeba. Der Taxifahrer Mesfin erklärte hingegen, er habe für die EPRDF gestimmt. «Die Partei ist stark, sie kann Veränderungen bewirken. Die Regierung hat in den vergangenen Jahren viel getan, was etwa das Elektrizitätsnetz, Jobs und den Bau von Häusern betrifft.»

In Addis Abeba herrscht schon lange ein größtenteils von China finanzierter Bauboom. Das Wirtschaftswachstum beträgt seit 2005 durchschnittlich fast elf Prozent - kaum ein Land der Welt wächst schneller. Haupteinnahmequelle bleibt die Landwirtschaft. Aber die Menschen auf dem Land, die dort noch mit altertümlichen Ochsenkarren ihre Felder bestellen, leben weiterhin in bitterer Armut.

Ein vorläufiges Ergebnis soll innerhalb von fünf Tagen vorliegen. Das Endergebnis wird am 22. Juni bekanntgegeben.

So, 2015-05-24 16:19
Washington (dpa)

US-Verteidigungsminister: Iraks Soldaten haben keinen Kampfeswillen

Washington (dpa) - US-Verteidigungsminister Ash Carter wirft den irakischen Soldaten nach der Niederlage von Ramadi vor, keinen Kampfeswillen zu besitzen. Beim Kampf um die Stadt seien die Iraker der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zahlenmäßig weit überlegen gewesen, dennoch hätten sie sich zurückgezogen, sagte er in einem Interview des TV-Senders CNN.

«Die irakischen Truppen haben einfach keinen Willen zum Kampf gezeigt», sagte er am Sonntag. Dies sei ein Problem. 

Die Eroberung Ramadis ist der größte militärische Erfolg des IS seit Wochen. Kommentatoren in Washington bezeichnen die Äußerungen Carters als die bisher härteste öffentliche Kritik an den irakischen Trupppen. Zwar kritisieren US-Regierungsvertreter immer wieder den Zustand der irakischen Armee, doch meist hinter vorgehaltener Hand.  

So, 2015-05-24 16:18
Wien (dpa)

ESC 2015: Null Punkte für Deutschland, Favoritensieg für Schweden

Deutschland muss sich beim Eurovision Song Contest 2015 mit null Punkten abfinden. Schweden siegt mit einem eingängigen Popsong, der wohl vor allem visuell überzeugte.

Wien (dpa) - Deutschland hat mit der Sängerin Ann Sophie beim Eurovision Song Contest in Wien null Punkte bekommen und den letzten Platz belegt. Strahlender Sieger wurde der schwedische Sänger Måns Zelmerlöw: Sein zum Mitsingen geeigneter Dance-Popsong «Heroes» landete deutlich vor Russland und Italien und folgt damit auf die pompöse Ballade «Rise Like A Phoenix» der Dragqueen Conchita Wurst, die 2014 für Österreich gewonnen und damit die Show in ihre Heimat geholt hatte. Zelmerlöw war seit Wochen als Favorit gehandelt worden.

Deutschland holte mit dem Soul-Song «Black Smoke» keine Punkte bei Zuschauern und Juroren aus 40 Ländern und landete zusammen mit Gastgeber Österreich ganz hinten. Es war das erste Mal seit 50 Jahren, das Deutschland beim ESC keinen einzigen Punkte erhielt. Zuletzt landete Deutschland vor sieben Jahren mit den No Angels auf dem letzten Platz. Deutschland gewann bislang zweimal: 2010 mit Lena («Satellite») und 1982 mit Nicole («Ein bißchen Frieden»).

Nach Angaben des ESC-Experten Irving Wolther schrammte Ann Sophie einer ersten Analyse des Jury- und Tele-Votings zufolge nur knapp an Punkten vorbei. «Sie hat in der Summe mehrfach den 11., 12. oder 13. Platz belegt», sagte Wolther am Sonntag. Punkte gibt es jeweils nur für die ersten Zehn. Das Problem für die Hamburgerin seien eher die TV-Zuschauer gewesen. Die Zuschauer hätten auch einen anderen Sieger gekürt, sagte Wolther: «Italien hätte bei ihnen haushoch gewonnen, vor Russland und Schweden.»

Der smarte Sieger aus Schweden wurde auf der Bühne von computeranimierten Strichmännchen begleitet, was die Nummer einprägsam machte. Für das ESC-begeisterte Schweden ist es der sechste Sieg bei dem Musikwettbewerb, den es seit 1956 gibt. Zuletzt war das Land 2012 erfolgreich. Schwedens erster Sieg war 1974 mit Abba («Waterloo»). In welcher Stadt Schweden im kommenden Jahr die Fernsehshow ausrichtet, blieb zunächst unklar. 2013 war es Malmö.

In Deutschland sahen diesmal im Schnitt 8,11 Millionen die Übertragung im Ersten - die schlechteste Quote seit sechs Jahren.

«Ich meine, dass man Ann Sophie nichts vorwerfen kann. Sie hat einen Super-Job gemacht», sagte der langjährige ESC-Kommentator Peter Urban im ARD-Fernsehen. Sie selber reagierte locker und sagte lachend: «Es hat trotzdem super viel Spaß gemacht.» Enttäuscht zeigte sich ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber: «Wir werden jetzt genau überlegen, wie wir uns auf den ESC 2016 vorbereiten.»

Deutschland ist nicht das einzige große Land mit Problemen beim ESC: Von den stets fürs Finale gesetzten Big Five, also den großen fünf Geldgebern, landeten vier unter den letzten Sieben.

Die Musik der Finalteilnehmer war abwechslungsreich: Es gab typische Hymnen, Balladen und den unvermeidlichen Eurotrash, ebenso Klassikpop von drei jungen Tenören aus Italien. Für Israel lieferte ein 16-Jähriger orientalisch angehauchten Pop, die polnische Sängerin saß im Rollstuhl, die serbische blieb mit ihrem Körpervolumen im Gedächtnis. Auch politisch-emotionale Themen kamen zur Sprache: der Völkermord an den Armeniern vor hundert Jahren, im rumänischen Beitrag wurden abwesende Väter, die im Ausland arbeiten, besungen.

Vielen TV-Zuschauern fiel auf, dass viele Sängerinnen, die Moderatorinnen, aber auch Punktepräsentatorinnen sehr tiefdekolletierte Kleider trugen.

Erstmals und wohl einmalig war Australien als Ehrengast beim 60. ESC dabei: Der Sänger Guy Sebastian erreichte den fünften Platz. Im Finale waren noch 27 Lieder im Rennen, in zwei Halbfinals waren 13 Länder hinausgewählt worden.

Die deutsche Sängerin Ann Sophie war im März als Zweitplatzierte beim deutschen Vorentscheid nachgerückt, nachdem der eigentliche Sieger Andreas Kümmert überraschend am Schluss der Show seinen Rückzug erklärt hatte und sagte, er wolle nicht nach Wien fahren.

Die Show 2015 war im Vergleich zu einigen früheren Ausgaben eher klein gehalten, vor etwa 10 000 Zuschauern. Österreich lieferte dabei aber unter dem Motto «Building Bridges» (Brücken bauen) eine spektakuläre Licht- und Musikshow. Dem ausrichtenden Sender ORF zufolge kostete das Spektakel etwa 25 Millionen Euro.

Geschätzt 100 Millionen Zuschauer verfolgten die Finalshow vor den Bildschirmen - auch in Australien und erstmals China. Die drei Moderatorinnen Arabella Kiesbauer, Alice Tumler und Mirjam Weichselbraun führten kühl-charmant durch die Gala. Conchita Wurst assistierte mit der Betreuung der Teilnehmer und sang auch mehrere Lieder zur Eröffnung und in der Abstimmungsphase.

Bei der Punktevergabe gab es Pannen bei Schalten, etwa nach Portugal und Estland, die dann später nachgeholt werden mussten. Die Show überzog und war statt dreieinhalb fast vier Stunden lang.

Für Deutschland verkündete die Moderatorin Barbara Schöneberger die Wertungen von der Hamburger Reeperbahn aus. Deutschlands Höchstwertung «Twelve Points» (zwölf Punkte) ging an Russlands Beitrag «A Million Voices» der Sängerin Polina Gagarina. Schweden bekam zehn Punkte und Belgien acht.

Die Punkte setzen sich 50:50 aus der Zuschauerabstimmung und der Wertung einer Fachjury zusammen, in der dieses Jahr in Deutschland zum Beispiel die Musiker Mark Forster («Flash mich»), Ferris MC und Johannes Strate von der Band Revolverheld saßen.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!


Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

Seiten