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der Woche

Beutel-Set

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Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

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Di, 2015-07-28 15:22
York (dpa)

UN-Sicherheitsrat stimmt trotz Moskauer Drohung über MH17-Tribunal ab

New York (dpa) - Der UN-Sicherheitsrat will trotz Drohungen aus Moskau am Mittwoch über ein internationales Tribunal zur Klärung des Absturzes von Flug MH17 abstimmen. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine vermutlich von einer Flugabwehrrakete abgeschossen worden. Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen sich gegenseitig, für den Tod der 298 Menschen an Bord verantwortlich zu sein. Russland lehnt die Einrichtung eines Tribunals ab, solange die niederländischen Ermittlungen zu der Tragödie nicht abgeschlossen sind, und hat ein Veto angekündigt.

Vor allem die Niederlande und Malaysia, aber auch andere Staaten wie Australien fordern seit langem ein unabhängiges, internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Mit dem Tribunal soll Russland zudem zu einer stärkeren Mitarbeit bei der Tätersuche gebracht werden. Zwei Drittel der Opfer kamen aus den Niederlanden, 27 aus Australien. Auch vier Deutsche waren dabei.

Die von Russland unterstützten Separatisten hatten die Absturzstelle lange abgeschirmt und unabhängigen Gutachtern den Zugang verweigert. Westliche Experten werfen den Rebellen vor, Beweise manipuliert zu haben. Russland hatte anfangs behauptet, ein ukrainisches Jagdflugzeug habe den Jet abgeschossen. Experten bezweifeln das aber. Die meisten vermuten, dass die Boeing von einer in Russland gebauten Buk-Rakete abgeschossen wurde. Von wem, ist heftig umstritten.

Als eines von fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates kann Moskau mit einem «Nein» selbst eine 14:1-Mehrheit zu Fall bringen. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin hatte gesagt, eine solche Untersuchung würde nur «mehr Konfrontation» mit sich bringen. Niederländische Medien berichteten, Russland plane einen Einfuhrstopp holländischer Blumen - dies solle Druck ausüben auf Den Haag.

Di, 2015-07-28 15:51
Paris (dpa)

Waldbrände wüten in Südeuropa

Viele südeuropäische Länder kämpfen mit den Folgen der Hitze - und zahlreichen Waldbränden. Besonders hart hat es zuletzt Frankreich und Spanien getroffen.

Paris (dpa) - Trockenheit, Hitze, Wind - das kann in Waldgebieten schnell zu einer hochbrisanten Kombination werden. Waldbrände lassen in einigen Ländern Südeuropas die Feuerwehren nicht zur Ruhe kommen. In einigen Fällen sind auch Urlauber betroffen. Ein Überblick:

FRANKREICH: Die seit Tagen bei Bordeaux wütenden Brände haben die Helfer allmählich im Griff. Knapp 600 Hektar Pinienwald verbrannten, was etwa der Größe Gibraltars gleichkommt. Der zuständige Präfekt sprach am Dienstag von einer Rückkehr zur Normalität. Das bedeutet in dieser trockenen und windigen Gegend an der Atlantikküste auch: Rund 1000 Brände im Jahr. Auch an der Mittelmeerküste mussten bereits zahlreiche Brände gelöscht werden. Am Montag wurden rund 10 000 Urlauber von drei Campingplätzen bei Fréjus in Sicherheit gebracht. Sie konnten abends wieder zurückkehren.

SPANIEN: Der bisher schlimmste Brand des Sommers hat bei Òdena in Katalonien in zwei Tagen knapp 1300 Hektar Wald und Agrarfläche zerstört. Das entspricht rund 1500 Fußballfeldern. Am Sonntag wurden rund 800 Menschen aus Wohngebieten zeitweise in Sicherheit gebracht. Die seit Sonntag etwa 65 Kilometer nordwestlich von Barcelona wütenden Flammen wurden am Montagabend auch dank abflauender Winde unter Kontrolle gebracht worden, wie Medien am Dienstag unter Berufung auf Feuerwehrsprecher berichteten. Mehrere Feuerwehreinheiten seien dennoch die ganze Nacht im Einsatz geblieben, um die Erde feucht zu halten und ein Wiederaufleben der Flammen zu verhindern. Ein Landwirt aus Òdena räumte ein, er habe das Feuer ohne Absicht mit einem Strohzerkleinerer verursacht. Ihm wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

ITALIEN: Auch in Italien herrscht wegen der langen Hitzewelle in einigen Gegenden extreme Waldbrandgefahr, darunter auf der Ferieninsel Sardinien und in Südtirol. Insgesamt verzeichnete das nationale Forstamt etwa 50 Brände im ganzen Land, betroffen war demnach vor allem die südliche Region Kampanien mit etwa 20 Bränden.

GRIECHENLAND: In Griechenland wurden aktuell keine größeren Brände gemeldet - allerdings bleibt die Waldbrandgefahr bei extremer Trockenheit und Temperaturen um die 39 Grad Celsius sehr hoch. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft.

Di, 2015-07-28 15:00
Berlin (dpa)

Rotes Kreuz: Zeltstädte für Flüchtlinge sind nur Notlösung bis Herbst

An vielen Orten der Republik entstehen Zeltstädte für Flüchtlinge. Wenn es kalt wird, fällt diese Option weg - meint das Deutsche Rote Kreuz. Helfer und Kommunen mahnen, die Lage spitze sich zu. Auch die Übergriffe auf Asylbewerber und Helfer treiben sie um.

Berlin (dpa) - Das Deutsche Rote Kreuz warnt vor zunehmenden Problemen bei der Unterbringung von Flüchtlingen und sieht die Nutzung von Zeltstädten nur als Notlösung bis zur kälteren Jahreszeit. Die Lage habe sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft und könne sich wetterbedingt im Herbst noch zuspitzen, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Ab Oktober sind Zelte als Unterkünfte nicht mehr möglich.» Auch der Deutsche Städtetag erklärte, die Lage in den Kommunen werde immer schwieriger, ein Kollaps drohe aber nicht.

Die Flüchtlingszahlen wachsen seit Monaten rasant. Bis zum Jahresende rechnen die Behörden mit mindestens 450 000 Asylanträgen. Länder und Kommunen fühlen sich mit der Lage überfordert und fordern seit langem mehr Hilfe vom Bund. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, Malu Dreyer (SPD), klagte, die Bundesregierung habe das Problem zu lange unterschätzt und werde nun von der Realität eingeholt. Sie forderte in der «Bild»-Zeitung eine Task Force von Bund, Ländern und Kommunen zur besseren Koordinierung der Arbeit aller Akteure.

Auch viele Hilfsorganisationen kümmern sich um die wachsende Zahl der Schutzsuchenden. Das DRK ist nach eigenen Angaben in zehn Bundesländern aktiv. Mitarbeiter versorgen dort 7300 Menschen in 21 Notunterkünften. Darunter sind acht Zeltstädte für 4600 Menschen. «Wir werden weiterhin mit Zelten, Feldbetten und Lebensmitteln aushelfen, wenn das von Ländern und Kommunen gewünscht wird», sagte Seiters. Klar sei aber auch, dass Zeltstädte nur eine zeitlich begrenzte Möglichkeit sein könnten. Daher müssten Länder und Kommunen dringend für eine Unterbringung in festen Unterkünften sorgen.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, sagte der «Passauer Neuen Presse», die Aufnahme von täglich tausenden Flüchtlingen sei eine gewaltige Herausforderung für die Kommunen, deshalb gebe es auch immer wieder Hilferufe an Bund und Länder. «Aber einen Kollaps sehe ich nicht auf uns zukommen.» Panikmache helfe nicht dabei, mit der Lage fertig zu werden. Zu der wachsenden Zahl an Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte sagte Articus, solche Gewalt sei völlig indiskutabel und dürfe nicht toleriert werden.

In Dresden und Halberstadt (Sachsen-Anhalt) waren in den vergangenen Tagen auch DRK-Mitarbeiter von Flüchtlingsgegnern attackiert worden, zum Teil mit Steinen. «Natürlich sind wir bestürzt über die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und auf Helfer», sagte Seiters.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte angesichts der Attacken vorgeschlagen, Bannmeilen um Flüchtlingsunterkünfte einzurichten, um Asylbewerber und Helfer vor gewaltbereiten Demonstranten zu schützen. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hält davon jedoch nichts. Zum Schutz ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer könnte ein solcher Schritt zwar notwendig sein, sagte Stahlknecht der dpa. Das müsse jedoch im Einzelfall geprüft werden und immer die Ultima Ratio bleiben. «Mit generellen Bannmeilen kann ich mich nicht anfreunden.»

Auch die Grünen sind dagegen. Bannmeilen seien das völlig falsche Signal, sagte die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic der dpa. «Denn sie sind ein Symbol der Kapitulation.» Wenn Flüchtlingsunterkünfte hermetisch abgeriegelt würden, beeinträchtige das den Einsatz der Zivilgesellschaft für Flüchtlinge und den Austausch mit Bürgern.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-07-28 15:25
Teheran (dpa)

Iran und EU wollen nach Atom-Einigung neues Kapitel aufschlagen

Teheran (dpa) - Der Iran und die EU wollen nach der Atom-Einigung ein neues Kapitel der bilateralen und internationalen Zusammenarbeit aufschlagen. Das bekräftigten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Teheran. «Der Iran und die EU werden auch nach der Einigung den Dialog auf höchster Ebene fortsetzen», sagte Sarif.

Laut Mogherini will die EU nach der Implementierung der Atom-Einigung die Beziehungen mit dem Iran nicht nur bilateral, sondern auch in der Region ausweiten. «Wir wollen in allen Bereichen Kooperation anstatt Konfrontation», sagte sie. Die Einigung sei nicht das Ende, sondern erst der Beginn eines neuen Prozesses.  

Sowohl Mogherini als auch Sarif bezeichneten den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als strategisches Thema für beide Seiten. «Der Terrorismus ist nicht nur eine Gefahr für die Region, sondern auch für die europäischen Länder», sagte Sarif. Daher sollte beide Seiten diese Gefahr auch gemeinsam bekämpfen. Mogherini, die zuvor Saudi-Arabien besucht hatte, forderte den Iran auch zu einen konstruktiven Rolle bei der Beteiligung der Krise in Syrien auf.

Di, 2015-07-28 15:26
Paris (dpa)

Waldbrände wüten in Südeuropa

Viele südeuropäische Länder kämpfen mit den Folgen der Hitze - und zahlreichen Waldbränden. Besonders hart hat es zuletzt Frankreich und Spanien getroffen.

Paris (dpa) - Trockenheit, Hitze, Wind - das kann in Waldgebieten schnell zu einer hochbrisanten Kombination werden. Waldbrände lassen in einigen Ländern Südeuropas die Feuerwehren nicht zur Ruhe kommen. In einigen Fällen sind auch Urlauber betroffen. Ein Überblick:

FRANKREICH: Die seit Tagen bei Bordeaux wütenden Brände haben die Helfer allmählich im Griff. Knapp 600 Hektar Pinienwald verbrannten, was etwa der Größe Gibraltars gleichkommt. Der zuständige Präfekt sprach am Dienstag von einer Rückkehr zur Normalität. Das bedeutet in dieser trockenen und windigen Gegend an der Atlantikküste auch: Rund 1000 Brände im Jahr. Auch an der Mittelmeerküste mussten bereits zahlreiche Brände gelöscht werden. Am Montag wurden rund 10 000 Urlauber von drei Campingplätzen bei Fréjus in Sicherheit gebracht. Sie konnten abends wieder zurückkehren.

SPANIEN: Der bisher schlimmste Brand des Sommers hat bei Òdena in Katalonien in zwei Tagen knapp 1300 Hektar Wald und Agrarfläche zerstört. Das entspricht rund 1500 Fußballfeldern. Am Sonntag wurden rund 800 Menschen aus Wohngebieten zeitweise in Sicherheit gebracht. Die seit Sonntag etwa 65 Kilometer nordwestlich von Barcelona wütenden Flammen wurden am Montagabend auch dank abflauender Winde unter Kontrolle gebracht worden, wie Medien am Dienstag unter Berufung auf Feuerwehrsprecher berichteten. Mehrere Feuerwehreinheiten seien dennoch die ganze Nacht im Einsatz geblieben, um die Erde feucht zu halten und ein Wiederaufleben der Flammen zu verhindern. Ein Landwirt aus Òdena räumte ein, er habe das Feuer ohne Absicht mit einem Strohzerkleinerer verursacht. Ihm wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

ITALIEN: Auch in Italien herrscht wegen der langen Hitzewelle in einigen Gegenden extreme Waldbrandgefahr, darunter auf der Ferieninsel Sardinen und in Südtirol. Insgesamt verzeichnete das nationale Forstamt etwa 50 Brände im ganzen Land, betroffen war demnach vor allem die südliche Region Kampanien mit etwa 20 Bränden.

GRIECHENLAND: In Griechenland wurden aktuell keine größeren Brände gemeldet - allerdings bleibt die Waldbrandgefahr bei extremer Trockenheit und Temperaturen um die 39 Grad Celsius sehr hoch. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft.

Di, 2015-07-28 15:49
München (dpa)

Siemens profitiert von Euro-Schwäche - Umbau dürfte Gewinn drücken

Milliardenaufträge aus Ägypten und der Abschluss der Großübernahme in den USA - es war einiges los bei Siemens in den vergangenen Monaten. Bei der Quartalsbilanz dürfte aber vor allem die Jahresprognose im Mittelpunkt stehen.

München (dpa) - Siemens durchläuft ein Übergangsjahr. Das dürfte sich auch in den Zahlen des dritten Geschäftsquartals widerspiegeln, die Konzernchef Joe Kaeser an diesem Donnerstag (30. Juli) vorlegt.

Zwar hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten milliardenschwere Großaufträge für Gaskraftwerke und Windparks aus Ägypten an Land gezogen. Doch beim Umsatz und Gewinn werden die Bestellungen erst im kommenden Geschäftsjahr ankommen. Für die Monate April bis Juni rechnen Experten wegen des schwachen Euro mit einem Umsatzanstieg. Zudem dürfte das operative Ergebnis leicht zulegen. Die Kosten für den Umbau des Konzerns dürften dagegen auf den Überschuss drücken.

Kaeser, der seit zwei Jahren an der Siemens-Spitze steht, hatte dem Elektrokonzern ein neues Gesicht verpasst. Der Umbau sowie weitere Einsparungen in der Stromerzeugungs-Sparte (Power & Gas) kosten tausende Stellen. Erst vor einigen Wochen hatten Beschäftigte bei einem Aktionstag der IG Metall gegen den Jobabbau protestiert.

In einer Sendung des Bayerischen Fernsehens räumte Kaeser vor einigen Tagen ein, dass ein Ende der Unsicherheit für die Beschäftigten wünschenswert wäre. «Allerdings schafft die Unsicherheit nicht so sehr das Management, sondern die Wettbewerber, die eben auch um jeden Auftrag kämpfen», sagte der Manager.

Zuletzt war deutlich geworden, dass sich Siemens anstrengen muss, um sein angepeiltes Ertragsziel im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr zu erreichen. Man gehe aber davon aus, dass es einen Endspurt im letzten Quartal geben werde, war vor einigen Wochen in Unternehmenskreisen zu erfahren.

Kaeser hatte sich im industriellen Geschäft eine Gewinnmarge von zehn bis elf Prozent des Umsatzes vorgenommen. Im zweiten Quartal waren allerdings nur neun Prozent vom Umsatz übrig geblieben. Im Gesamtjahr will Siemens den Gewinn um mindestens 15 Prozent steigern. Wegen des Verkaufs von Unternehmensteilen, der Milliarden in die Konzernkassen gespült hat, ist ein Vorjahresvergleich jedoch schwierig.

Di, 2015-07-28 15:27
Hamburg (dpa)

Im Margarine-Streit droht Foodwatch erneut Niederlage vor Gericht

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat sich mit dem Lebensmittelkonzern Unilever angelegt. Vor Gericht geht es um Angaben des Herstellers zu seiner cholesterinsenkenden Margarine.

Hamburg (dpa) - Im Streit um die cholesterinsenkende Margarine «Becel pro.activ» des Herstellers Unilever droht der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch erneut eine Niederlage vor Gericht. Der Pressesenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) machte am Dienstag in Hamburg deutlich, dass er die Entscheidung der Vorinstanz für richtig halte.

Das Hamburger Landgericht hatte eine Aussage über das Lebensmittel als Meinungsäußerung und nicht als Tatsachenbehauptung bewertet. «Es handelt sich um eine Meinungsäußerung», sagte der Vorsitzende Richter des OLG-Senats, Claus Meyer, in der Verhandlung. Seine endgültige Entscheidung will das OLG am 1. September bekanntgeben.

Gestritten wird um die Äußerung eines Wissenschaftlers in einer Unilever-Pressemitteilung. Der Konzern zitiert den Gießener Mediziner Prof. Hans-Ulrich Klör damit, dass aus wissenschaftlicher Sicht für den Verzehr pflanzensterin-angereicherter Produkte keine Hinweise auf Nebenwirkungen vorlägen. Sterine sind fettähnliche Substanzen, die natürlich bei Tieren und Pflanzen vorkommen. Das bekannteste tierische Sterin ist Cholesterin.

Foodwatch wollte dem Hersteller diese Äußerung untersagen und klagte (Az 7 U 7/13). Die Organisation wirft dem Konzern vor, Nebenwirkungen dieser Margarine zu verschleiern.

Der Vorsitzende Richter Meyer verwies darauf, dass Unilever die Äußerung des Wissenschaftlers im «Meinungskampf» der beiden streitenden Parteien als Reaktion in einer Pressemitteilung eingesetzt habe. Dies könne daher als zulässige Meinungsäußerung angesehen werden. In einer eigenen Firmen-Werbung wäre eine solche Angabe schon gefährlicher, ergänzte der Richter. Er räumte der Berufung aber kaum Aussichten auf Erfolg ein.

Der Verteidiger von Foodwatch hielt in der Verhandlung daran fest, dass die strittige Äußerung eine Tatsachenbehauptung sei. Sie sei eine objektive Aussage zur Studienlage und nicht die persönliche Sicht des Wissenschaftlers, sagte Prof. Remo Klinger.

Foodwatch hält die Äußerung unter Verweis auf anderslautende wissenschaftliche Erkenntnisse für falsch. Der Unilever-Anwalt war der Auffassung, dass Unilever in dem öffentlichen Meinungsstreit die Möglichkeit haben müsse zu reagieren.

Di, 2015-07-28 15:32
Salzgitter (dpa)

Stahlkocher Salzgitter bekräftigt Prognose für 2015 zur Jahresmitte

Salzgitter (dpa) - Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter sieht sich weiterhin auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Der MDax-Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Vorsteuergewinn von 80,2 Millionen Euro, wie er am Dienstag mitteilte. Der Großteil davon - rund 52 Millionen Euro - stammt aus dem ersten Quartal.

Trotz der anstehenden Großreparatur eines Hochofens, die bis zum Jahresende mit etwa 80 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, hält Salzgitter seine Prognose aufrecht, wonach 2015 vor Steuern ein Gewinn «im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich» gelingen soll.

Der Konzern steckt nach mehreren Krisenjahren im Umbau und sah dabei Anfang 2015 die Wende geglückt. Details der Halbjahresbilanz, darunter dann auch der Nachsteuergewinn, folgen am 13. August.

Di, 2015-07-28 15:34
Brüssel (dpa)

Türkei fordert von Nato-Partnern keine zusätzliche Präsenz

Die Türkei will von der Nato vor allem politische Unterstützung im Kampf gegen den Terror. Beim Thema IS gibt es Einmütigkeit. Der Kurs der Regierung in Ankara gegen die PKK ist allerdings umstritten.

Brüssel (dpa) - Die Türkei fordert von ihren Nato-Partnern vorerst keine militärische Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Ankara habe nicht um zusätzliche Nato-Präsenz in der Türkei gebeten, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag nach einem von der Regierung in Ankara beantragten Sondertreffen von Botschaftern in Brüssel. Er verwies dabei darauf, dass die Türkei über «sehr fähige Streitkräfte» verfüge. «Das ist die zweitgrößte Armee in der Allianz», erklärte Stoltenberg.

In ihrer gemeinsamen Erklärung zum Treffen betonen die Nato-Partner in allgemeiner Form, dass sich die Türkei auf die Solidarität der Alliierten verlassen könne. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen gab es indirekte Kritik am Anti-Terror-Kampf der Türkei. Eine Reihe von Nato-Staaten forderte die Regierung in Ankara demnach mehr oder weniger deutlich auf, im Umgang mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK die militärischen Mittel angemessen einzusetzen, um die Tür für eine Fortsetzung des Friedensprozesses offenzuhalten.

Das Sondertreffen des Militärbündnisses war von Ankara unter Berufung auf Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt worden. Dieser sieht Konsultationen vor, wenn ein Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht sei. In den Türkei hatte es zuvor mehrere Terroranschläge mit Dutzenden Toten gegeben.

Die Regierung in Ankara lässt infolge der Attacken Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der PKK im Nordirak fliegen. Das Vorgehen gegen die PKK ist allerdings umstritten, weil es mit ihr bis zuletzt eine Waffenruhe gab.

Derzeit unterstützt die Nato die Sicherheit der Türkei mit der Stationierung von «Patriot»-Flugabwehrsystemen an der türkischen Grenze zu Syrien. Der Einsatz dort dauert an, auch deutsche Soldaten sind vor Ort.

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Di, 2015-07-28 15:46
Bamako (dpa)

Bundeswehr übernimmt Kommando über EU-Mission in Mali

Bamako (dpa) - Die Bundeswehr hat in den nächsten zehn Monaten das Kommando über die EU-Ausbildungsmission im westafrikanischen Mali. In Anwesenheit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) übernahm der deutsche Brigadegeneral Franz Pfrengle am Dienstag die Leitung des Einsatzes mit 600 Soldaten aus 26 Ländern. Bisher wurde der Einsatz von einem spanischen General geleitet. Derzeit sind 160 deutsche Soldaten an der Trainingsmission im relativ sicheren Süden des Landes beteiligt.

Der Norden Malis war im Zuge eines Putsches 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen hatten in der Region die Macht an sich gerissen. Erst durch ein Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich im Januar 2013 konnte das Gebiet wieder weitgehend befreit werden. Vor einem Monat schloss die Regierung mit den wichtigsten Rebellengruppen ein Friedensabkommen, in das nun große Hoffnungen gesetzt werden.

An der Zeremonie in der malischen Hauptstadt Bamako nehmen auch die Verteidigungsminister Spaniens, Österreichs und Malis teil, Pedro Morenés Eulate, Gerald Klug und Tiéman Hubert Coulibaly.

Di, 2015-07-28 15:54
Stuttgart (dpa)

Haftstrafen für türkische Linksextremisten in Deutschland

Stuttgart (dpa) - Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung hat das Oberlandesgericht Stuttgart vier Menschen zu Gefängnisstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt. Der Strafsenat sah es am Dienstag als erwiesen an, dass die türkischen Angeklagten im Alter von 34 bis 44 Jahren lange Zeit in der «Revolutionären Volksbefreiungspartei/-front (DHKP-C)» aktiv gewesen sind. Ziel der linksextremistischen Organisation ist, das Regierungssystem der Türkei durch einen revolutionären Umsturz zu beseitigen.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten die vier Angeklagten unter anderem in Stuttgart und Köln sowie in den Regionen Hannover und Duisburg Geld für die Organisation gesammelt und für sie geworben. Die drei Männer und eine Frau sollen dabei in Führungsfunktionen tätig gewesen sein. Ein Verteidiger kündigte laut Gericht Revision gegen das Urteil an. Das geringste Strafmaß liegt bei vier Jahren und neun Monaten für den jüngsten Angeklagten.

Der DHKP-C wird unter anderem ein Selbstmordattentat im Februar 2013 in der US-Botschaft in Ankara zur Last gelegt. Sie soll zudem für eine Geiselnahme im März 2015 in Istanbul verantwortlich sein, bei der auch ein Staatsanwalt getötet wurde.

Di, 2015-07-28 14:55
Berlin/Mogadischu (dpa)

Attentäter von Mogadischu gehörte wohl zu Bonner Islamisten-Szene

Bei einem Selbstmordanschlag in Somalia sterben 18 Menschen. Der Attentäter hatte offenbar einen deutschen Hintergrund.

Berlin/Mogadischu (dpa) - Den jüngsten Selbstmordanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu mit 18 Toten soll ein Islamist verübt haben, der einige Zeit in Deutschland gelebt hat. Aus deutschen Sicherheitskreisen hieß es am Dienstag, es gebe Hinweise darauf, dass der Mann zur Bonner Islamisten-Szene gehört habe. Er sei 2012 aus Deutschland ausgereist - zunächst wohl nach Ägypten und später weiter nach Somalia.

Der Mann wurde den Angaben nach 1985 in Libyen geboren und hatte die somalische und libysche Staatsbürgerschaft. Einen deutschen Pass habe er aber nie besessen. Ein ranghoher somalischer Sicherheitsbeamter hatte am Montagabend gesagt, der Täter sei ein Deutsch-Somalier aus Bonn gewesen. Bilder in somalischen Medien zeigten am Montag auch, wie ausländische Experten den Ort des Attentats untersuchten. Bonn gilt als eine der Hochburgen der Islamisten-Szene in Deutschland.

Die Zeitung «Die Welt» berichtete - ebenfalls unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise -, es handele sich bei dem Attentäter mit hoher Wahrscheinlichkeit um Abdirazak B. Er habe zu einer Gruppe radikaler Somalier gehört, die unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden gestanden habe. 2008 sei ein erster Ausreiseversuch des Mannes aus Deutschland verhindert worden.

Zu dem Anschlag am Sonntag auf das Luxus-Hotel Jazeera Palace hatte sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz bekannt. Mehr als 30 Menschen wurden teils schwer verletzt. In dem Hotel, das neben Büros der Vereinten Nationen direkt an der Straße zum Flughafen liegt, verkehren vor allem Diplomaten, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen und Regierungsbeamte.

Die sunnitischen Extremisten der Al-Shabaab kämpfen um die Vorherrschaft in Somalia und terrorisieren die Bevölkerung mit Anschlägen. Sie wollen am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, schaffen. Die Gruppe verübt auch immer wieder blutige Anschläge im Nachbarland Kenia, wie etwa den Angriff auf die Universität Garissa mit rund 150 Toten im April.

Anders als bei der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak, gibt es bei Al-Shabaab eher selten ausländische Kämpfer. Im Januar sprengte sich jedoch ein aus der Schweiz zurückgekehrter Somalier in einem Auto vor einem Hotel in die Luft. Im Februar sprengte sich eine niederländisch-somalische Doppelstaatsbürgerin in einem anderen Hotel in die Luft.

Eine von der Afrikanischen Union geleitete internationale Friedenstruppe versucht, Somalia mit gut 20 000 Soldaten zu befrieden. Das Land hat seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 keine funktionierende Regierung mehr gehabt, die das ganze Land unter Kontrolle hat.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-07-28 14:56
Istanbul (dpa)

Armee: Soldat stirbt nach PKK-Attentat in Osttürkei

Istanbul (dpa) - Ein türkischer Soldat ist nach Angaben der Armee von Anhängern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK erschossen worden. Er sei im Krankenhaus der Provinz Hakkari seinen Verletzungen erlegen, teilten die türkischen Streitkräfte am Dienstag mit. Der Soldat sei am Morgen in ziviler Kleidung unterwegs gewesen, als er attackiert wurde. Die PKK kommentierte die Tat zunächst nicht.

In der osttürkischen Provinz Mus sprengte die PKK nach eigenen Angaben eine Brücke über einer Fernstraße in die Luft.

Di, 2015-07-28 14:51
Genf (dpa)

WHO: Fast 4000 Tote im Jemen-Konflikt seit März

Genf (dpa) - Seit dem Beginn der Luftangriffe auf das Bürgerkriegsland Jemen Ende März sind nach UN-Angaben fast 4000 Menschen wegen des blutigen Konflikts gestorben. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mitteilte, waren mit 1859 Getöteten knapp die Hälfte der 3984 Opfer Zivilisten. Zudem seien etwa 19 300 Menschen bei den Kämpfen am Boden und den Luftschlägen verletzt worden.

Im Jemen hatten Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten weite Teile des Landes erobert und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi im März zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Seitdem bombardiert ein saudisch geführtes Militärbündnis Huthi-Stellungen. Gegner der Aufständischen drängten diese zuletzt im Süden des Landes zurück.

Di, 2015-07-28 13:56
Brüssel (dpa)

Stoltenberg: Türkei beantragt keine zusätzliche Nato-Präsenz

Brüssel (dpa) - Die Türkei fordert von den Nato-Partnern vorerst keine weitreichende Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). «Die Türkei hat nicht um zusätzliche militärische Nato-Präsenz in der Türkei gebeten», sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag nach einem von der Regierung in Ankara beantragten Sondertreffen in Brüssel. Er verwies dabei darauf, dass die Türkei über «sehr fähige Streitkräfte» verfüge. «Das ist die zweitgrößte Armee in der Allianz», erklärte Stoltenberg.

Das Sondertreffen des Militärbündnisses war von Ankara unter Berufung auf Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt worden. Dieser sieht Konsultationen vor, wenn ein Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht sei. In den Türkei hatte es zuvor mehrere Terroranschläge mit Dutzenden Toten gegeben.

In ihrer gemeinsamen Erklärung zu dem Treffen betonen die Nato-Staaten in allgemeiner Form, dass sich die Türkei auf die Solidarität der Bündnispartner verlassen könne. «Terrorismus stellt eine direkte Gefahr für die Sicherheit der Nato-Staaten dar», heißt es dort. «Wir werden die Entwicklung an der südöstlichen Grenze der Nato sehr genau verfolgen.»

Derzeit unterstützt die Nato die Sicherheit der Türkei mit der Stationierung von «Patriot»-Flugabwehrsystemen an der türkischen Grenze zu Syrien. Der Einsatz dort dauert an, auch deutsche Soldaten sind vor Ort.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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