Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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Mo, 2016-02-08 02:22
Seoul (dpa)

Südkorea feuert Warnschüsse auf nordkoreanisches Patrouillenboot

Seoul (dpa) - Südkoreas Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit Warnschüssen ein Militärboot aus Nordkorea aus südkoreanischen Gewässern vertrieben. Der Zwischenfall ereignete sich demnach am Montag unweit der Insel Socheong an der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer. Das nordkoreanische Patrouillenboot sei nach den Schüssen wieder abgedreht, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit.

Der Grund für die angebliche Grenzverletzung blieb unklar. Nicht selten überqueren Patrouillenboote des Nordens auch bei der Kontrolle von Fischkuttern die Seegrenze.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem Raketentest des Landes am Wochenende sehr angespannt. Nach nordkoreanischen Angaben brachte eine Trägerrakete am Sonntag einen Satelliten zur Erdbeobachtung auf seine Umlaufbahn. Die internationale Gemeinschaft sieht dahinter jedoch den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Raketenstart in einer Dringlichkeitssitzung in New York scharf und kündigte eine weitere Resolution gegen das weitgehend isolierte Land an. 

Mo, 2016-02-08 03:00
Tübingen (dpa)

Arztpraxis auf vier Rädern rollt Flüchtlingen zu Hilfe Von Jonas Schöll, dpa

Flüchtlinge medizinisch zu versorgen, macht vielen ländlichen Regionen zu schaffen. Der Gang zum Arzt ist aber auch für Asylbewerber schwierig. In Tübingen gibt es eine Idee, wie beide Probleme zu lösen sind.

Tübingen (dpa) - Am liebsten wäre Aymann al Hassan heute gar nicht aus dem Bett gestiegen. Der 30 Jahre alte Geflüchtete aus Syrien hat Husten und Schnupfen. Da trifft es sich gut, dass der Weg zum Doktor nicht weit ist - denn heute parkt die Arztpraxis direkt vor seiner Haustür an der Tübinger Flüchtlingsunterkunft. Eingehüllt in Daunenjacke, Schal und Mütze steigt al Hassan in den Kleinbus.

Was von draußen aussieht wie ein gewöhnliches Wohnmobil, offenbart sich drinnen als Arztpraxis im Mini-Format. In Regalfächern liegen Tabletten, Tropfen und Salben. Es gibt einen Schreibtisch, ein Waschbecken und sogar ein Ultraschallgerät. Al Hassan setzt sich auf die Krankenliege. Notärztin Lisa Federle schaut ihm in den Mund, hört seine Lunge ab und misst Fieber. «Bronchitis», lautet die Diagnose.

Al Hassan blickt hilfesuchend zu Zayn Hamdan. Der 28-jährige Tübinger Medizinstudent gehört zum Team und übersetzt alles auf Arabisch: dass al Hassan einen Hustensaft gegen den Schleim in den Bronchien bekommt und ein Nasenspray gegen den Schnupfen. Die Medikamente gibt es gleich auf die Hand, zur Apotheke muss al Hassan nicht.

Wie dem jungen Mann im baden-württembergischen Tübingen fällt es vielen Asylbewerbern in Deutschland schwer, zum Arzt zu gehen. Die meisten sprechen wenig Deutsch, berichtet Federle. Eine Apothekerin zu verstehen, ist gar nicht so einfach. Selbstständig einen Arzt zu finden, kann auch ein Problem sein. 

«Wenn die Flüchtlinge nicht zum Arzt kommen können, dann kommt der Arzt eben zu ihnen», sagt Notärztin Federle. Sie als ehrenamtliche Präsidentin des DRK-Kreisverbands hat das Projekt der mobilen Arztpraxis für Flüchtlinge im Kreis Tübingen ins Leben gerufen. Die Idee der mobilen Sprechstunde trifft auch andernorts einen Nerv. So versorgt mittlerweile auch im Kreis Esslingen eine mobile Praxis Flüchtlinge in großen Unterkünften. Dort stellt der Malteser Hilfsdienst Fahrzeug und Personal bereit. Anrufe bekommt Federle aus ganz Deutschland - das Konzept spricht sich rum.

Die Tübinger Flüchtlingspraxis fährt etwa 16 Asylunterkünfte im Landkreis ab - mit rund 20 Ärzten. Zum Team gehören auch mehrere Pfleger und Übersetzer. Sprechstunden sind von Montag bis Freitag. 70 000 Euro hat das umgebaute Mobil gekostet. Finanziert wurde es durch Spenden, etwa von der Stiftung des Schauspielers Til Schweiger, mit dem Federle befreundet ist.

In Unterkünften ohne eigene stationäre Praxen sei das Personal häufig überfordert mit den Beschwerden der Flüchtlinge, sagt Martina Guizetti vom Tübinger Landratsamt, das die Stundensätze der Ärzte sowie die notwendigen Medikamente finanziert. «Dieses Personal kann natürlich nicht einschätzen, ob die Schmerzen möglicherweise etwas Ernsthaftes bedeuten.» Gerade nachts oder außerhalb ärztlicher Sprechzeiten schicke man die Menschen dann einfach in die Kliniken.

Überfüllte Krankenhäuser, überlastete Hausärzte und unnötige Einsätze der Notdienste seien vielerorts die Konsequenzen der fehlenden Gesundheitsversorgung in den Einrichtungen, sagt Notärztin Federle. «Die Kosten für die ständigen Notarzteinsätze sind enorm gestiegen», sagt sie. Egal ob Grippe, ein fehlendes Asthmaspray oder eine Windel-Dermatitis - in vielen Fällen könne das Arztmobil Abhilfe schaffen. Die mobile Sprechstunde spare dem Land Kosten und entlaste die Ärzte, meint auch Guizetti. Und sie hat Aymann al Hassan entlastet. Er ist längst wieder im Bett.

Mo, 2016-02-08 02:40
Düsseldorf (dpa)

Mainz sagt Rosenmontagszug ab - droht auch Düsseldorf das Aus?

Mainz und Münster haben ihre Rosenmontagszüge wegen des Wetters bereits abgesagt. Köln will trotzdem feiern, Düsseldorf zittert bis kurz vor knapp - aber auch dort könnten schwere Windböen den Karnevalisten einen Strich durch die Rechnung machen.

Düsseldorf (dpa) - Nach der Absage der Rosenmontagszüge wegen einer Sturmwarnung in Mainz und Münster warten die Jecken in Düsseldorf auf die Entscheidung ihres Karnevalsvereins am Morgen. Das Orkantief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) soll am Montag schwere Böen bringen - nach den letzten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird der Sturm sogar noch etwas stärker als zunächst erwartet. In Köln soll es dennoch den Rosenmontagszug geben - wenn auch mit einigen Einschränkungen.

«Ruzica» soll besonders im Westen Deutschlands Sturmböen mit einer Windstärke zwischen 8 und 9 bringen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts vom Montagmorgen ist deshalb im Tagesverlauf mit Sturmböen von bis zu 90 Stundenkilometern zu rechnen.

Der Mainzer Carneval Verein (MCV) hatte am Sonntagabend entschieden, den Zug abzusagen. Kurz darauf folgte die Absage aus Münster. Es sei unverantwortlich, den Zug bei einer vorhergesagten Windstärke von 8 oder gar 9 laufen zu lassen, sagte der Vizepräsident vom Bürgerausschuss Münsterscher Karneval, Helge Nieswandt, am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten bereits Duisburg, Hagen, das sauerländische Wenden und ein Essener Stadtteil ihre Rosenmontagszüge aus Sicherheitsgründen abgeblasen.

In Düsseldorf will eine Koordinierungsgruppe um 8.00 Uhr ein letztes Mal über die Wetterprognosen beraten und eine Entscheidung treffen. Planmäßig soll der Zug um 12.30 Uhr starten. Anstelle einer Absage könnte eine mögliche Option sein, den Zug eine Stunde später starten zu lassen, wie der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval sagte. Voraussetzung wäre, dass der Sturm bereits am Vormittag aufzieht und abflaut. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden.

Der Kölner Rosenmontagszug soll auf jeden Fall stattfinden, allerdings in abgespeckter Version. Die Prunkwagen samt Figuren sollen wie geplant rollen. Nur Großfiguren in den Fußgruppen sind nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Der Zug findet außerdem ohne die sonst üblichen 500 Pferde statt. An den Zuschauertribünen werden Dächer und Rückwände entfernt, damit sich diese nicht lösen und umherfliegen können. Ob noch weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

Trotz der Absage des Mainzer Rosenmontagszuges stellt sich die Polizei auf zahlreiche feiernde Besucher in der Stadt ein. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein, sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Vor der Absage hatte die Polizei geplant, den traditionellen Zug und die erwarteten mehreren hunderttausend Besucher mit rund 1100 Einsatzkräften zu sichern. Der Einsatz werde trotz der Absage stattfinden, sagte der Polizeisprecher, mit wie vielen Kräften, stehe allerdings noch nicht fest.

Mo, 2016-02-08 02:55
Warschau (dpa)

Vertreter des Europarats in Polen - Prüfung von Gesetzreform

Warschau (dpa) - Rechtsexperten des Europarates nehmen am Montag in Polen Gespräche über die umstrittene Reform des Verfassungsgerichts auf. Die Mitarbeiter der sogenannten Venedig-Kommission, die als unabhängiges Beratergremium des Europarates Gutachten zu verfassungsrechtlichen Fragen in Europa erstellt, sprechen unter anderem mit Präsident Andrzej Duda, den Vertretern des Verfassungsgerichts, des Justizministeriums sowie mit Parlamentariern und Richtern. Das Gutachten der Kommission, das nach den zweitägigen Beratungen erstellt wird, dürfte auch für das Prüfverfahren der EU-Kommission zur Rechtsstaatlichkeit in Polen Bedeutung haben.

Die im vergangenen Dezember beschlossene Reform des Verfassungsgerichts, die unter anderem Änderungen beim Abstimmungsverhalten sowie der Reihenfolge der zu beratenden Fälle der Verfassungsrichter einführte, wurde innerhalb und außerhalb Polens kritisiert. Unter anderem wurden Befürchtungen geäußert, dass das Prinzip der Gewaltenteilung gefährdet sein könne.

Mo, 2016-02-08 02:35
Berlin (dpa)

Förderprogramm für E-Fahrzeuge sorgt weiter für Kontroversen

Berlin (dpa) - Die mögliche staatliche Förderung für Elektrofahrzeuge sorgt in der Politik weiterhin für verhärtete Fronten. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bekräftigte seine Kritik an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der erklärter Gegner einer Kaufprämie für E-Autos ist. «Dem Bundesfinanzminister fehlt an dieser Stelle eindeutig der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Blick. Schäubles Sparwillen bezahlen wir am Ende mit Zehntausenden verlorenen Arbeitsplätzen», schreibt Lies in einem Positionspapier.

Vor wenigen Tagen hatten sich die Spitzen der schwarz-roten Koalition und der Autokonzerne BMW, Daimler und Volkswagen in Berlin getroffen. Sie wollen der bisher schleppend laufenden alternativen Antriebsform mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung zum Durchbruch verhelfen. Details sind noch unklar, aber auch eine staatliche Kaufprämie von 5000 Euro ist im Gespräch, an der sich die Industrie beteiligen soll.

Lies, ein langjähriger Verfechter der Prämie, hält den Kaufanreiz für unerlässlich, um der jungen Technologie mit einer Initialzündung den Durchbruch zu ermöglichen und die Branche wettbewerbsfähig zu halten.

Marktexperte Stefan Bratzel gibt indes zu einer Prämie zu bedenken: «Wenn sie nicht eingebettet ist in ein schlüssiges Gesamtkonzept, dann ist sie negativ, dann droht ein Strohfeuer.» Er betonte: «Das Ziel muss eine langfristige, nachhaltige Steigerung sein.»

Mo, 2016-02-08 02:16
Berlin (dpa) 

Stahlverband fordert Abwehr chinesischer Importe

Berlin (dpa) - Vor dem Stahlgipfel der niedersächsischen Landesregierung an diesem Montag hat der Präsident der deutschen Stahlindustrie davor gewarnt, China als Marktwirtschaft anzuerkennen. «Wenn China unverdient von der EU als Marktwirtschaft eingestuft wird, kann sich die EU-Stahlindustrie nicht mehr gegen unfaire Einfuhren schützen. Es muss verhindert werden, dass China diesen Status erhält», sagte Hans Jürgen Kerkhoff der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag). Sobald ein Land als Marktwirtschaft anerkannt ist, werden Anti-Dumpingverfahren wesentlich schwieriger.

Die EU will bis Dezember entscheiden, ob sie China als Marktwirtschaft anerkennt. Die chinesische Staatsführung hat daran großes Interesse. Der Schritt würde Chinas Position in Handelsstreitigkeiten mit der EU verbessern. Die deutsche Stahlindustrie leidet ihrem Branchenverband zufolge stark unter billigen chinesischen Stahlimporten. «In Chinas Stahlindustrie bestehen massive Überkapazitäten», sagte Kerkhoff. «China darf seine Strukturprobleme nicht auf dem europäischen Markt abladen.»

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Mo, 2016-02-08 00:31
Janeiro (dpa)

Die Angst der Schwangeren vor dem Zika-Virus Von Georg Ismar, dpa

Das Zika-Virus frisst sich in das Leben von Schwangeren in Brasilien ein. Aus Angst, von Moskitos gestochen zu werden, gehen einige nicht mehr aus dem Haus - und es gibt erste Abtreibungen. Dabei ist es nur ein Verdacht, dass Zika Schädelfehlbildungen bei Babys verursacht.

Rio de Janeiro (dpa) - Der Bauch ist bereits leicht gewölbt, Julia Brittes ist im vierten Monat schwanger. Und geht deshalb kaum noch aus dem Haus. Ein vier Millimeter großer Moskito, die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, raubt ihr jede Freiheit. Karneval feiern? «Dieses Jahr nicht, auf gar keinen Fall.» Drei Mal am Tag gibt es zu Hause das volle Programm, am ganzen Körper mit Moskitospray einsprühen. Zudem alle Fenster geschlossen - und überall elektrische Mückenfänger.

Es gibt bisher keinen endgültigen Beweis, dass das von Moskitos übertragene Zika-Virus Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen kann, wenn die Schwangeren sich zuvor mit dem Virus infiziert haben.

Nur Indizien - aber die reichen, um Angst, Panik, mindestens tiefe Verunsicherung zu schüren. Bis hin zu Ratschlägen des brasilianischen Instituts Fiocruz, aufs Küssen zu verzichten, da Zika vielleicht auch per Spucke übertragen werden kann. «Es hilft nur das Maximum an Schutz, ich bin tief besorgt, es ist meine erste Schwangerschaft», meint die 23-Jährige Julia Brittes aus dem Stadtteil Tijuca in Rio de Janeiro. Sie sitzt mit ihrem Mann Moises im Warteraum der Klinik Perinatal.

Eine Krankenschwester kommt mit einem kleinen Wägelchen, hebt ein wenige Tage altes Baby heraus, der Kopf noch ganz klein, die Haut schrumpelig. Sie überreicht es der Mutter, streichelt deren Arm, ein fester Blick: Alles gut. Sie sind beide wohlauf - und entlassen.

Das Zentimeterband, das Messen der Köpfe - eine Routineangelegenheit bis zum Herbst 2015, seither eine Folterprozedur für einige Mütter, die Sorge haben, dass das Köpfchen des Kindes zu klein ist - und es mit schweren geistigen Behinderungen aufwachsen oder sterben wird.

Julia und Moises Brittes surfen in diesen Tagen viel im Internet, sucht Fachstudien. «Ich lese alles», sagt die Anwältin. «Es ist zu wenig bekannt über Zika, der einzige Schutz sind Anti-Moskitomittel.» Jedes Surren einer Mücke versetzt Schwangere in Schrecken. Das Paar gibt über 800 Real (205 Euro) im Monat aus, um mit Zusatztests zu checken, ob beim Nachwuchs, den sie sich so sehr wünschen, alles in Ordnung ist. Dafür ist Julia Brittes auch bereit, vorerst kaum noch rauszugehen. Allein in Rio sollen, nach Karneval, am 13. Februar 71 000 Soldaten ausschwärmen, um beim Kampf gegen Moskitos zu helfen.

Gerade in den Favelas gibt es in den Pfützen viele potenzielle Eiablageplätze und damit Brutstellen für Moskitos - aber die Bewohner haben nicht das Geld, um ausreichend Vorsorge zu treffen.

Ganze 147 gemeldete Mikrozephalie-Fälle gab es 2014 in Brasilien. Dann begann sich die asiatische Variante des Zika-Virus so breit und rasant wie nie zuvor auszubreiten, bis in 33 Länder bereits. Im am zweitstärksten betroffenen Kolumbien haben sich 3177 Schwangere mit Zika infiziert - kein Fall steht hier bisher in Verbindung zu Mikrozephalie. Im Oktober meldete Brasiliens Gesundheitsministerium, es gebe Indizien für einen Zusammenhang zwischen der Zika-Ausbreitung und der Zunahme an Fällen von Schädelfehlbildungen. Seit Einführung einer Meldepflicht für Verdachtsfälle am 22. Oktober 2015 wurden 404 Mikrozephalie-Fälle bestätigt, 17 Schwangere hatten sich zuvor definitiv mit Zika infiziert. Aber: Erwiesen ist bisher noch nichts.

In Brasilien berichten Ärzte dennoch von anonymen Abtreibungen von Frauen, die sich mit Zika infiziert haben. Der Hohe UN-Kommissar für Menschenrechte, Zeid Raad Al Hussein, mahnt die Regierungen im katholisch geprägten Lateinamerika, Abtreibungen in Zusammenhang mit Zika-Infektionen zu erleichtern. Regierungen wie in Kolumbien und El Salvador raten in gewisser Hilflosigkeit, Schwangerschaften zu verschieben - das bedeutet Verhütung, was nicht unbedingt der Linie des Vatikans entspricht. Zika bringt eine Reihe an Dogmen ins Wanken.

Und nun könnte das Virus auch für Männer stärker als bisher gedacht zur Gefahr werden. Denn wie schon beim zahlenmäßig überschaubaren Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien gibt es eine Häufung der Lähmungskrankheit Guillain-Barré, die zum Tod führen kann. Im auf Nervenkrankheiten spezialisierten Hospital Universitário Antônio Pedro bei Rio de Janeiro wurden seit Januar 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, sind in sehr ernstem Zustand. In Kolumbien sieht Gesundheitsminister Alejandro Gaviria eine «Kausalbeziehung» zwischen drei Todesfällen und Zika, denn die drei Personen seien allesamt an dem Guillain-Barré-Syndrom gestorben.

Im Kinderkrankenhaus «Prontobaby» in Rio dominiert Zika auch die Gespräche unter den Ärzten. «Im Moment galoppieren die Zahlen», meint Kinderarzt Guillerme Sargentelli. «2016 werden wir ein Rekordjahr an Mikrozephalie-Fällen erleben.» Klar, durch die neue Meldepflicht würden nun mehr Fälle bekannt, aber er sehe klare Indizien für einen Zusammenhang mit Zika. «Erstens gibt es den sprunghaften Anstieg an Fällen. Und zweitens scheint bei Verbindungen zu Zika-Infektionen sich ein anderes, stärkeres Bild an Mikrozephalie herauszubilden.»

Das kann bedeuten: sehr schwere geistige Behinderung. Seine Kollegin Maria Kokkinovrachos betont, bis April, wenn die Moskitos in ihrer Aktivität nachlassen, sei es ein langer Weg, so ganz ohne Impfstoff und Klarheit. Beide berichten von mehreren Freundinnen, die ihre Schwangerschaft tatsächlich verschoben haben. «Wir werden dieses Jahr sicher weniger Geburten in Brasilien erleben», glaubt Sargentelli.

Für seine Kollegin Kokkinovrachos ist eine Sache in der Handtasche in Zeiten von Zika fast so wichtig wie das Smartphone geworden. «Ich habe immer und überall Mückensprays dabei.» Die Moskitoart hat sich schon auf 80 Prozent der Landesfläche ausgebreitet. «Die Vermehrung hängt auch mit dem Klimawandel zusammen», meint Sargentelli.

Das Virus frisst sich in das Leben der Menschen ein, wie bei Julia Brittes in der Geburtsklinik Perinatal. Sie hat noch fünf bange Monate vor sich, fünf Monate, wo jedes Surren einer Mücke ein Risiko für ihr künftiges Kind darstellen kann. Und für Angstzustände sorgt.

So, 2016-02-07 23:29
Beni (dpa)

Aktivisten: 29 Tote bei Kämpfen im Osten Kongos

Beni (dpa) - Bei Kämpfen zwischen Milizen im Osten des zentralafrikanischen Staates Kongo sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 29 Menschen getötet worden. Hutu-Rebellen der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR) hätten am Sonntag ein Lager der Bürgermiliz Verteidigung der Unschuldigen (UPDI) der Volksgruppe der Nande angegriffen, sagte Edgar Mateso, Vertreter einer regionalen Bürgerrechtsorganisation. Bei den Opfern handele es sich um 25 FDLR-Milizionäre und vier UPDI-Mitglieder. Bei Kämpfen zwischen den Milizen sind im vergangenen Monat laut Aktivisten bereits Dutzende Menschen getötet worden.

Die Flucht von mehr als einer Million Menschen in den Ostkongo nach dem Völkermord in Ruanda 1994 hatte die Kongokriege von 1996 bis 2003 ausgelöst. Seitdem sind Dutzende bewaffnete Gruppen im Ostkongo aktiv. Es geht vor allem um die Kontrolle über die Region und ihre Bodenschätze.

Mo, 2016-02-08 00:01
Bangui (dpa)

Amnesty prangert Missstände bei der UN-Mission in Zentralafrika an

Bangui (dpa) - Beim UN-Friedenseinsatz in der Zentralafrikanischen Republik gibt es Amnesty International zufolge gravierende Missstände. Wegen fehlerhafter Koordination und unzureichender Ausbildung der Soldaten schütze die 12 000 Mann starke Minusca-Truppe die Zivilbevölkerung nicht ausreichend, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag.

Die Mängel bei der Minusca seien besonders deutlich geworden, als die Soldaten im vergangenen September einer neuen Gewaltwelle in der Hauptstadt Bangui scheinbar hilflos gegenüberstanden, erklärte Amnesty. Die Soldaten schützten demnach weder die Angehörigen der muslimischen Minderheit ausreichend, noch halfen sie beim Transport von Schwerverletzten. Damals wurden laut UN innerhalb von drei Tagen mehr als 60 Menschen getötet, rund 40 000 flohen vor der Gewalt.

Der Ruf der UN-Truppe hat bereits wegen mehrerer Fälle sexuellen Missbrauchs durch die Blauhelme Schaden genommen. Nach neuen Vorwürfen vergangene Woche schickten die UN 120 kongolesische Blauhelmsoldaten in ihre Heimat zurück.

Die Zentralafrikanische Republik, eines der ärmsten Länder der Welt, wird seit einem Militärputsch 2013 von einem schweren Konflikt erschüttert. Dabei stehen sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüber. Am Sonntag (14. Februar) soll in einer Stichwahl der erste Präsident seit Ausbruch der Krise gewählt werden.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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So, 2016-02-07 20:03
Wattenberg (dpa)

Trotz Warnungen: Fünf Alpinisten sterben bei Lawinenunglück in Tirol

Für fünf Tschechen endete ein Ausflug in die Tiroler Berge tödlich. Sie wurden mit 15 weiteren Kameraden unter Schneemassen begraben und starben. Auch mehrere Deutsche verletzten sich auf den Pisten.

Wattenberg (dpa) - Bei einem massiven Lawinenabgang in Tirol sind am Samstag fünf Tschechen ums Leben gekommen. Zwei weitere Wintersportler der insgesamt 20-köpfigen Gruppe wurden leicht am Knie verletzt, mussten laut Polizeiangaben am Sonntag aber nicht mehr ärztlich behandelt werden. Die restlichen tschechischen Urlauber waren bei dem Unglück bei Wattenberg nahe Innsbruck nicht verletzt worden. Bislang war nicht klar, ob sie die Schneemassen selbst ausgelöst hatten. Am Wochenende herrschte erhebliche Lawinengefahr in Tirol.

Die tschechischen Skitourengeher wurden am Sonntag in Tirol von den Ermittlern zum genauen Unfallhergang befragt. Die Verschütteten waren in der Lizumer Hütte in den Tuxer Alpen abgestiegen. Ihr Besitzer, Anton Nigg, hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er habe die als erfahren geltenden Alpinisten vor ihrem Aufstieg noch vor der erheblichen Lawinengefahr gewarnt.

Die Tschechen waren Samstagmittag in zwei Gruppen im steilen Gelände auf dem Weg auf den mehr als 2800 Meter hohen Geier in den Tuxer Alpen, als es zum Lawinenabgang kam. Das Schneebrett war laut Polizei mehrere hundert Meter breit und ebenso lang. Das Unglück ereignete sich auf dem Truppenübungsgelände des österreichischen Bundesheeres, das von Skitourengehern genutzt werden darf. Die Bergwand nahe Wattenburg ist rund 25 Kilometer von Innsbruck entfernt, im Westen Österreichs.

Auch wegen Unfällen von deutschen Skifahrern gab es am Samstag auf Tirols Pisten mehrere Rettungseinsätze. Ein 15-jähriger Berliner fuhr im Skigebiet St. Johann abseits der Piste und prallte gegen eine Liftstütze. Der junge Urlauber musste schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Ein 17 Jahre alter Deutscher verlor nach einer Kollision mit einem 53-Jährigen in Christlum in Achenkirch das Bewusstsein. In Sölden prallte ein 53-jähriger Mann aus Freiburg mit einer 47 Jahre alten Frau aus Dortmund zusammen. Während die Frau nur leicht verletzt wurde, musste der Mann mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

So, 2016-02-07 20:47
Berlin/Ankara (dpa)

Vor Merkel-Besuch: Türkei erschwert Irakern die Einreise

Kanzlerin Merkel braucht die Türkei als Stabilitätsanker in der Flüchtlingskrise. Doch der Andrang über die Ägäis reißt nicht ab. Einige Länder drohen damit, die Schengen-Grenze neu zu ziehen.

Berlin/Ankara (dpa) - Kurz vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Türkei auf den Vorwurf unzureichender Grenzkontrolle reagiert. Die Regierung in Ankara erschwerte am Wochenende Irakern die Einreise. An der syrisch-türkischen Grenze warteten derweil weiter Zigtausende vergeblich auf Einlass.

Die Türkei will die Menschen, die vor den Kämpfen in der Provinz Aleppo geflüchtet sind, nun auf der syrischen Seite versorgen. Falls nötig, sollen sie auch ins Land gelassen werden, heißt es. Die Bedingungen dafür wurden aber nicht genannt.

Die Türkei stand zuletzt in der Kritik, weil sie nach Überzeugung Merkels und vieler Europäer bisher nicht genug getan hat, um die Überfahrt zahlreicher Flüchtlinge von ihrer Küste aus in den EU-Staat Griechenland zu stoppen. Die Kanzlerin trifft am Montag in Ankara Präsident Recep Tayyip Erdogan und Regierungschef Ahmet Davutoglu.

Merkel war erst Mitte Oktober in der Türkei gewesen. Die letzten Regierungskonsultationen liegen keine vier Wochen zurück. Der Türkei - seit Jahren in der EU für Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit und der Pressefreiheit kritisiert - kommt eine Schlüsselrolle in der Flüchtlingskrise zu. Es ist für Migranten und Flüchtlinge das wichtigste Transitland auf dem Weg nach Mittel- und Nordeuropa.

Die Regierung in Ankara hatte Ende November unter anderem zugesagt, die Grenzen besser zu schützen. Im Gegenzug versprach die EU mindestens drei Milliarden Euro für die Versorgung der mehr als zwei Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Zudem sollen die EU-Beitrittsverhandlungen und die Gespräche zur visafreien Einreise für Türken beschleunigt werden.

Nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stellte die Türkei bei einem Ministertreffen in Amsterdam weitere Bemühungen zur Grenzsicherung in Aussicht. Sein türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu sagte in Amsterdam, schon jetzt kämen weniger Flüchtlinge über die Türkei nach Griechenland. Andere Informationen seien «Manipulationen in den Medien etlicher europäischer Hauptstädte».

Im Winter gehen die Flüchtlingszahlen im Mittelmeer üblicherweise zurück. Im Frühjahr steigen sie wieder. Angesichts der auch jetzt hohen Flüchtlingszahl sehen die Länder Mittel- und Nordeuropas dringenden Handlungsbedarf. Vom Schengen-Staat Griechenland fordern europäische Partner mehr Anstrengungen bei der Grenzsicherung.

Mehrere Staaten drohten am Wochenende mit neuen Grenzschutzprojekten, um den Zustrom von Flüchtlingen über das südosteuropäische Land einzudämmen. «Wenn Griechenland nicht bereit oder nicht in der Lage ist, den Schengenraum zu schützen (...), dann brauchen wir eine andere Verteidigungslinie», sagte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto in Amsterdam.

Sein österreichischer Kollege Sebastian Kurz meinte: «Wenn wir keine Lösung an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland zustande bringen, dann wird unsere einzige Möglichkeit sein, dass wir mit Slowenien, mit Kroatien, mit Serbien, mit Mazedonien kooperieren.»

Einem Medienbericht zufolge fordert Wien zudem 600 Millionen Euro von der EU für die Kosten der Flüchtlingskrise. Die Summe solle bei der Berechnung des zulässigen Budgetdefizits nicht angerechnet werden, wie der «Kurier» aus einem Brief des Finanzministers Hans Jörg Schelling (ÖVP) an Kommissionschef Jean-Claude Juncker zitierte.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hielt den mitteleuropäischen Staaten vor, sein Land isolieren zu wollen. Sein Land schütze die Seegrenze zur Türkei so gut, wie Meeresgrenzen zu schützen seien. In einem Interview der «Rheinischen Post» (Montag) warf er der EU mangelnde Solidarität vor und fügte an: «Wir haben die EU aufgefordert, uns 2000 Beamte der Grenzschutzagentur Frontex und 100 Boote zu schicken, es kamen bislang nur 800 Beamte.» In dem Land wächst zudem der Widerstand gegen den Bau von Aufnahmezentren für Flüchtlinge, den die Regierung in Athen der EU zugesagt hatte.

Die Flüchtlinge machen sich von Griechenland aus über die sogenannte Balkanroute auf den Weg nach Westeuropa. Doch 40 Prozent der Flüchtlinge habe kaum Aussicht auf Schutz in der EU, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) unter Berufung auf einen Beamten der Kommission. Die Brüsseler Behörde wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren, verwies aber auf Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex und des europäischen Statistikamtes Eurostat.

Laut Frontex sank der Anteil von Syrern und Bürgern anderer Staaten mit guten Chancen auf Asyl oder internationalen Schutz deutlich. Unter den Ankömmlingen in Griechenland machten Syrer im Dezember demnach 39 Prozent aus; im Oktober waren es noch 51 Prozent gewesen. Gleichzeitig stieg der Anteil irakischer Migranten von 11 Prozent im Oktober auf 25 Prozent im Dezember.

Der von der FAS zitierte Kommissionsbeamte sprach zudem von einem steigenden Anteil von Migranten aus den Maghreb-Staaten, die meist als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft werden. EU-Kommissar Johannes Hahn hatte am Samstag angesichts deutlicher Veränderungen bei der Zusammensetzung gewarnt: «Das ist eine neue zusätzliche Dimension, dass sozusagen im Windschatten der Flüchtlingskrise jetzt noch ein verstärkter Migrationsstrom eingesetzt hat.»

Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge erhalten fast in jedem Fall Schutz in EU-Ländern. Auch Iraker hatten laut Eurostat im dritten Quartal 2015 mit einer Anerkennungsquote von 87 Prozent gute Chancen.

So, 2016-02-07 20:05
Wattenberg (dpa)

«Die schiere Verzweiflung»: Fünf Skitourengeher sterben unter Lawine Von Sandra Walder und Michael Heitmann, dpa

Mehrere hundert Meter lang und fünf Meter hoch ist die Lawine, die 20 Tschechen unter sich begräbt. Fünf Alpinisten sterben. Ein Mann hatte sie gewarnt.

Wattenberg (dpa) - Die Lawinengefahr war erheblich, der starke Wind verschärfte die Situation und der Hang war besonders steil: 20 Skitourengeher aus Tschechien ignorierten am Samstag in Tirol alle Warnungen und wurden von einer gewaltigen Lawine erfasst. Fünf Alpinisten verloren ihr Leben. Zwei weitere aus der Gruppe von erfahrenen Wintersportlern kamen mit leichten Knieverletzungen davon, der Rest der Teilnehmer eines Skicamps zum Fahren im freien Gelände blieb unverletzt. Dabei wäre das Unglück in Wattenberg bei Innsbruck nach Aussagen von Einheimischen zu vermeiden gewesen.

«Ich habe zu meinen Gästen gesagt, ich würde heute nicht gehen», sagte der Besitzer der Lizumer Hütte, Anton Nigg, der Deutschen Presse-Agentur. Seit vielen Jahren stiegen die gut ausgerüsteten und vorwiegend jungen Tschechen bereits in der Hütte in den Tuxer Alpen ab. Nigg hatte noch versucht, die 17 Männer und drei Frauen von ihrem Aufstieg im steilen Gelände auf die mehr als 2800 Meter hohe Geierspitze abzuhalten. Jeden Tag hängt der Hüttenwirt auch den offiziellen Lawinenbericht aus, wie er sagte. Auch Martin Waldhart von der Tiroler Bergrettung sprach von einer «absoluten Risikozone», in der sich die Tschechen befunden hätten.

Der tschechische Veranstalter des betroffenen Skicamps widerspricht dieser Darstellung. Der Ski-Freerider Robin Kaleta findet nicht, dass Warnungen leichtfertig missachtet worden seien. Es seien zwei erfahrene Bergführer dabeigewesen. «Sie waren jederzeit bereit, umzukehren, und hatten keinen Grund, ein Risiko einzugehen», sagte er der tschechischen Zeitung «MF Dnes» (Onlineausgabe).

Insgesamt seien die Tourengeher laut Polizeiangaben von drei Lawinen erfasst worden, einer Hauptlawine, die zwei weitere Schneebretter nach sich zog. Alle Mitglieder der Gruppen waren mit Lawinen-Airbags und -Piepern ausgerüstet gewesen, bestätigten die Ermittler.

Die gute Ausrüstung habe bei einigen Verschütteten vermutlich Schlimmeres verhindert. «Erst habe ich noch ganz mit dem Kopf herausgeguckt, weil der Lawinen-Airbag funktioniert hatte, aber dann kam die zweite Welle», beschrieb eine der überlebenden jungen Frauen dem tschechischen Rundfunk (CRo) den Hergang des Unglücks. Die Zeit bis zur Rettung sei ihr unendlich lange vorgekommen. «Es ist die schiere Verzweiflung, weil einem nichts anderes bleibt, als zu warten», sagte sie. Die Gruppe habe vor dem Unglück immer wieder die Schneedecke mit einer Sonde auf die Lawinengefahr hin untersucht. «Es hat definitiv keine Warnung im Sinne von «Geht da nicht hin, das ist gefährlich» gegeben», sagte die Alpinistin.

Trotzdem kam für fünf ihrer Kameraden jede Hilfe zu spät, nachdem sie die mehrere hundert Meter breite und fünf Meter hohe Lawine verschüttet hatte. Die Wintersportler waren laut neuesten Erkenntnissen bis zu drei Meter unter den Schneemassen begraben. Doch die Zahl der Todesopfer hätte höher sein können, wären nicht viele Helfer zufällig in der Gegend gewesen. Mehrere Retter hatten mit ihren Lawinenhunden in der Nähe einen Trainingskurs absolviert und wurden sofort zum Unglücksort abgezogen.

Die Einsatzkräfte in Tirol hatten am Samstag ohnehin viel zu tun. Insgesamt gingen 18 Lawinen in den beliebten Wintersportgebieten nahe der deutschen Grenze ab. Dabei wurden weitere Alpinisten verschüttet, einige trugen leichtere Verletzungen davon, keiner kam ums Leben. Der Großteil konnte sich selbst befreien.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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So, 2016-02-07 20:55
Mainz (dpa)

Polizei zeigt trotz Absage des Mainzer Rosenmontagszugs Präsenz

Mainz (dpa) - Trotz der Absage des Mainzer Rosenmontagszuges stellt sich die Polizei auf zahlreiche feiernde Besucher in der Stadt ein. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein, sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Vor der Absage hatte die Polizei geplant, den traditionellen Zug und die erwarteten Hunderttausenden Besucher mit rund 1100 Einsatzkräften zu sichern. Der Einsatz werde trotz der Absage stattfinden, mit wie vielen Kräften, stehe allerdings noch nicht fest, sagte der Sprecher. Zuvor hatte der Mainzer Carneval Verein (MCV) wegen einer Sturmwarnung den traditionellen Rosenmontagszug in der Karnevalshochburg Mainz abgesagt.

So, 2016-02-07 20:56
Mainz/Düsseldorf (dpa)

Karneval mit Sturmwarnung - Mainzer Rosenmontagszug abgesagt

Es sollte ein ausgelassenes Fest werden, nun bremst eine Unwetterwarnung die Narren aus. In Mainz wird es keinen Rosenmontagszug geben. In Köln wollen die Jecken dem Sturm trotzen, anderswo ist die Lage noch unklar.

Mainz/Düsseldorf (dpa) - Ausgerechnet am Rosenmontag macht ein heftiges Sturmtief vielen Narren einen Strich durch die Rechnung. In Mainz musste der traditionelle Zug durch die Innenstadt kurzfristig abgesagt werden. Ob es einen Ersatztermin gibt, war am Sonntagabend zunächst unklar. In Köln soll es wegen erwarteter Windböen bis Stärke 8 nur eine deutlich abgespeckte Version des Karnevalzugs geben. Und auch in Düsseldorf wird diskutiert, den Zug komplett abzusagen oder ihn zumindest um eine Stunde zu verschieben - eine Entscheidung soll dort allerdings erst am Montagmorgen fallen.

In Mainz verwies die Feuerwehr auf Unwetterwarnungen. Demnach werden bis in den Abend hinein Böen mit bis zu 100 Stundenkilometern erwartet. Nie zuvor in seiner Geschichte war der Mainzer Umzug witterungsbedingt abgesagt worden. Die Stadt hatte Hunderttausende Zuschauer erwartet. Die Polizei rechnet weiterhin mit zahlreichen feiernden Besuchern in der Stadt, sagte ein Sprecher am Abend. Man werde mit starken Kräften vor Ort sein.

Losrollen sollte der närrische Tross auf seine mehr als sieben Kilometer lange Strecke um 11.11 Uhr. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagte am Sonntag: «Das ist mehr als schade, aber es ist nicht das Ende der Fröhlichkeit in Mainz.» Der Sprecher der Zugleitung, Claus Aulenbacher, verwies auf die besondere Situation der Strecke mit stellenweise vielen Bäumen. «Die Entscheidung ist ganz klar, die Sicherheit geht vor», sagte der Präsident des Mainzer Carneval Vereins (MCV), Richard Wagner.

In Köln wird es nur eine deutlich abgespeckte Version des Karnevalzugs geben. Die Jecken wollen wegen der erwarteten Windböen bis Stärke 8 unter anderem auf die sonst üblichen 500 Pferde und auf große Figuren verzichten. Mit den beschlossenen Einschränkungen sei der Zug trotz der erwarteten Sturmböen sicher, zeigten sich die Verantwortlichen überzeugt. «Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen», sagt Zugleiter Christoph Kuckelkorn. Unter anderem sollen an allen Tribünen die Planen, die die Besucher von Wind und Regen schützen, entfernt werden. Ob weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

In Düsseldorf will die Koordinierungsgruppe am Montag um 8.00 Uhr ein letztes Mal beraten und dann über eine mögliche Absage des Zugs entscheiden. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für den Vormittag Windstärke 8 bis 9, am Nachmittag teils auch Stärke 10.

Auch die Veranstalter unzähliger kleinerer Rosenmontagszüge im Rheinland wollen meist erst Montagmorgen über eine Absage entscheiden. Die Organisatoren in Münster, Duisburg, Hagen, im Essener Stadtteil Kupferdreh und in Wenden im Sauerland zogen hingegen schon Konsequenzen: Sie haben den Rosenmontagszug abgesagt. Einige Züge sollen im Frühjahr nachgeholt werden.

Selbst wenn Rosenmontagszüge wie geplant stattfinden: Auf ungemütliches Wetter müssen sich die Jecken allemal einstellen. Denn Tief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) soll neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen bringen.

Am Sonntag waren die Bedingungen für den Straßenkarneval noch besser. In Köln zogen die «Schull- un Veedelszöch» durch die Innenstadt. Der Zug umfasste 8000 Teilnehmer aus 48 Schulen und 57 Vereinen. Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln. In Düsseldorf waren die Jecken in der Innenstadt unterwegs - dort zogen Gruppen mit Lautsprecherwagen die Königsallee hoch und runter und feierten.

Bei größtem Umzug im Norden im niedersächsischen Braunschweig setzten sich die Karnevalisten satirisch mit der Terrordrohung auseinander, die im vergangenen Jahr zur Absage des Zugs geführt hatte. Ein meterhohes Styropor-Gespenst mit der Aufschrift «Terror» rollte durch die Innenstadt. «Zuhause zu bleiben, wäre ein falsches Signal», sagte eine Zuschauerin. In Mannheim und Ludwigshafen säumten rund 200 000 Schaulustige die Strecke des Karnevalszugs.

Unterdessen setzte die Polizei am Samstag nach mehreren sexuellen Übergriffen im Karneval ihre Ermittlungen fort. Nach dem Übergriff auf eine belgische Fernsehjournalistin im Kölner Karneval meldete sich ein 17 Jahre alter Jugendlicher bei der Polizei. Die Frau war während einer Live-Übertragung an Weiberfastnacht vor laufender Kamera sexuell belästigt worden.

Auch für den Rosenmontag hat sich die Polizei mit einem Großaufgebot aufgestellt. Die Warnung der Einsatzkräfte, wegen der weiter bestehenden Terrorgefahr auf Kostüme mit Waffenimitaten zu verzichten, hat sich auf die Nachfrage in den Karnevalsgeschäften aber nicht ausgewirkt. Produkte wie eine Plastik-Kalaschnikow oder eine Cowboy-Pistole seien ähnlich gut verkauft worden wie in den vergangenen Jahren, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Händlern. «Die Leute kaufen ganz normal, auch echt aussehende Schusswaffen», sagte Antonia Guerrero von Karnevalswierts in Köln. Man habe sogar schon nachbestellen müssen.

So, 2016-02-07 19:05
Seoul (dpa)

Nordkorea verärgert Weltgemeinschaft mit Raketenstart

Der neue Start einer Weltraumrakete in Nordkorea löst eine Welle der Empörung aus. Washington und Paris fordern Konsequenzen. Die UN sehen mehrere Resolutionen verletzt. Und kündigen doch nur eine weitere an.

Seoul (dpa) - Nur einen Monat nach einem heftig kritisierten Atomtest hat Nordkorea mit dem Start einer Weltraumrakete erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. Die Nachricht vom Raketenstart stieß weltweit auf heftige Kritik und führte zur Einberufung des UN-Sicherheitsrates. Obwohl es bereits vier ähnliche UN-Resolutionen gibt, soll Nordkorea erneut der Start ballistischer Raketen und Atomtests per Resolution untersagt werden. In Südkorea machten zudem Meldungen die Runde, Nordkorea plane einen weiteren Atombombentest.

Die Trägerrakete habe den «neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (leuchtender Stern) erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht», verkündete am Sonntag die nordkoreanische Raumfahrtbehörde. Die Weltgemeinschaft sieht dies als verdeckten Test einer Langstrecken-Atomrakete, die in Alaska sogar US-Territorium erreichen könnte. Das südkoreanische Militär schätzte die Reichweite der Trägerrakete auf bis zu 13 000 Kilometer. Der südkoreanische Geheimdienst erklärte laut Yonhap aber auch, dass der ausgesetzte Satellit wohl nur 200 Kilogramm Gewicht und kaum Nutzen habe.

Südkorea kündigte noch am Sonntag Gespräche mit den USA über die Stationierung amerikanischer Abfangraketen des Typs THAAD in Südkorea an. China und Russland sind gegen die Aufstellung solcher US-Raketen in ihrer Nachbarschaft.

In New York verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Raketenstart scharf und kündigte eine weitere Resolution gegen das kommunistische Land an. Nordkorea stelle eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Frieden dar, sagte der Vorsitzende Rafael Ramirez aus Venezuela am Sonntag nach einer Sondersitzung des Rates. Ein genauer Termin für die neue Resolution stehe aber noch nicht fest, betonten mehrere UN-Botschafter übereinstimmend.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den Raketenstart als «verantwortungslose Provokation, die völkerrechtlich bindende Resolutionen des VN-Sicherheitsrats missachtet» und die regionale Sicherheit aufs Spiel setze. «Diese offene Herausforderung der Weltgemeinschaft durch Nordkorea darf nicht ohne spürbare Konsequenzen bleiben.»

Washington kritisierte den Raketenstart als «destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung» zahlreicher UN-Resolutionen. Die USA, Frankreich und andere Staaten verlangten «ernste Konsequenzen» vom UN-Sicherheitsrat. China äußerte sein «Bedauern» über den Raketenstart. Der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump erklärte in einer TV-Debatte: «China soll das Problem lösen.» Japan sprach von einer Bedrohung des Weltfriedens, Russland verurteilte den Start. 

Das Land hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet. Der Start wurde auch damals weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat bereits Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Nordkorea auf. Das Regime in Pjöngjang zeigte sich jedoch unbeeindruckt.

So, 2016-02-07 19:08
(dpa)

Blick in den Himmel: Jecken zittern um Düsseldorfs «Zoch» Von Lena Klimkeit, dpa

Die Prognosen sind noch unklar, aber es sieht nicht gut aus für den Düsseldorfer Rosenmontagszug. Dass ihre Wagen trotz Sturmwarnung wie in Köln fahren können, ist die große Hoffnung der Karnevalisten. In Mainz hat sich dieser Wunsch zerschlagen.

Düsseldorf/Mainz (dpa) - Es geht gemächlich zu in der Düsseldorfer Wagenbauhalle. Hier und da wird noch gehämmert, Bier getrunken und Hubwagen werden zwischen den Motivwagen umhergezogen. Bald soll der Rosenmontagszug an der Stadt am Rhein an den Start gehen - wenn es das Wetter denn will. Die Prognose ist unklar, erst wenige Stunden vor Beginn des «Zochs» soll entschieden werden, ob die Tore der Halle wegen einer Sturmwarnung geschlossen bleiben. Wagenbauleiter Torsten Langer sitzt am Sonntag in seinem Büro mit Blick auf die bunten Wagen und raucht. «Wir werden alles machen, dass wir fahren können.»

Auch die Mainzer hatten auf ihren Umzug - er zählt neben denen in Köln und Düsseldorf zu den größten bundesweit - gehofft. Doch am Sonntagabend die Gewissheit: Wegen des Sturms fällt der Zug aus. Sicherheit geht vor, meint der Präsident des Mainzer Carneval Vereins (MCV), Richard Wagner. Auch SPD-Oberbürgermeister Michael Ebling sieht zu viele potenzielle Gefahren.

In Köln soll der Rosenmontagszug starten - allerdings unter «präventiven Sicherheitsvorkehrungen», wie die Organisatoren am Sonntag mitteilen. Pferde und Pferdefuhrwerke sollen etwa aus dem Zug herausgenommen, auf Großfiguren, Trageschilder und Fahnen muss verzichtet werden.

Der Düsseldorfer Wagenbauleiter Langer hoffte noch auf ein gutes Ende. Darauf, dass der Wind weniger stark ausfallen könnte. Der Sturm könnte auch viel früher kommen, als gedacht. Oder er dauert nur so kurz, dass der Zug auch ein kleines bisschen später starten könnte. Könnte. Langer mache sich keine Sorgen. Er wäre einfach nur traurig, wenn die Wagen am Montag in der Halle stehen bleiben müssten. «Aber das klappt. Und das ist nicht nur Zweckoptimismus», sagt er - ruhig und bestimmt.

Meteorologen korrigierten am Sonntag ihre Sturmprognose für Nordrhein-Westfalen an Rosenmontag aber noch einmal nach oben. Für den Vormittag werde Windstärke 8 bis 9, am Nachmittag teils auch Stärke 10 erwartet, sagt eine Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Essen. Ab Windstärke 8 wird der Zug abgesagt, so sieht es das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals vor.

Bei den Düsseldorfer Karnevalisten Renate Amon-Meller und Heinz Posentowsky ist die Stimmung ebenfalls getrübt - nicht nur, weil Amon-Meller ausgerechnet an den tollen Tagen erkältet ist. «Es ist kaum zu glauben. Ich rechne mit dem Schlimmsten», sagt sie mit Blick auf Montag. In Posentowskys 43 Jahren Karneval seien die Motivwagen schon durch mehrere Zentimeter Schnee gezogen, erzählt er. Morgen Zuhause bleiben? Da würde ihm das Herz bluten.

Gleichzeitig erinnert er sich an 1990, als der Zug abgesagt wurde. Sein Wagen sei zum Glück noch nicht herausgezogen worden, aber die vorderen waren schon vom Wind zerrissen. «Das war damals die vernünftige Entscheidung.» Dieses Jahr werde auch die richtige Entscheidung getroffen. «Aber Bange machen gilt nicht.» Dann hakt Amon-Meller ihn ein, und die beiden ziehen weiter durch die Halle.

Selbst wenn der Rosenmontagszug in Düsseldorf wie geplant stattfindet - ungemütlich wird es in jedem Fall. Tief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) soll neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen bringen.

Vielleicht findet Karnevalistin Edith auch deshalb die Idee eines Rosenmontagszuges im Mai gar nicht so schlecht. «Hat auch was, find' ich», sagt die Frau im bunten Bommel-Kostüm - leise, so als dürfte es niemand hören. Natürlich glaube auch sie, dass es an diesem Montag klappt. Aber sie feiere eben auch schon seit Donnerstag ausgelassen. Am Tulpensonntag besucht sie mit ihrer Freundin Dagmar das Treiben auf der Düsseldorfer Königsallee. So auch Eleonore Ibheis, die als Lappenclown verkleidet ist: «Ein bisschen Wind kann man ja ab.» Und außerdem habe der «Liebe Gott» ja auch einen Tag vor Rosenmontag gutes Wetter gebracht.

Der Blick in den Himmel und ein letztes Stoßgebet scheinen nicht nur für Ibheis der letzte Rockzipfel zu sein, an dem sie sich festhält. Auch Wagenbauleiter Langer sagt, er sei am Samstag noch in der Kirche gewesen - und habe eine Kerze für den «Zoch» angezündet.

So, 2016-02-07 20:01
Mainz/Düsseldorf (dpa)

Karneval mit Sturmwarnung - Mainzer Rosenmontagszug abgesagt

Es sollte ein ausgelassenes Fest werden, nun bremst eine Unwetterwarnung die Narren aus. In Mainz wird es keinen Rosenmontagszug geben. In Köln wollen die Jecken dem Sturm trotzen, anderswo ist die Lage noch unklar.

Mainz/Düsseldorf (dpa) - Ausgerechnet am Rosenmontag macht ein heftiges Sturmtief vielen Narren einen Strich durch die Rechnung. In Mainz musste der traditionelle Zug durch die Innenstadt kurzfristig abgesagt werden. Ob es einen Ersatztermin gibt, war am Sonntagabend zunächst unklar. In Köln soll es wegen erwarteter Windböen bis Stärke 8 nur eine deutlich abgespeckte Version des Karnevalzugs geben. Und auch in Düsseldorf wird diskutiert, den Zug komplett abzusagen oder ihn zumindest um eine Stunde zu verschieben - eine Entscheidung soll dort allerdings erst am Montagmorgen fallen.

In Mainz verwies die Feuerwehr auf Unwetterwarnungen. Demnach werden bis in den Abend hinein Böen mit bis zu 100 Stundenkilometern erwartet. Nie zuvor in seiner Geschichte war der Mainzer Umzug witterungsbedingt abgesagt worden. Die Stadt hatte Hunderttausende Zuschauer erwartet. Die Polizei beriet am Sonntagabend noch, welche Konsequenzen sie aus der Absage zieht.

Losrollen sollte der närrische Tross auf seine mehr als sieben Kilometer lange Strecke um 11.11 Uhr. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagte am Sonntag: «Das ist mehr als schade, aber es ist nicht das Ende der Fröhlichkeit in Mainz.» Der Sprecher der Zugleitung, Claus Aulenbacher, verwies auf die besondere Situation der Strecke mit stellenweise vielen Bäumen. «Die Entscheidung ist ganz klar, die Sicherheit geht vor», sagte der Präsident des Mainzer Carneval Vereins (MCV), Richard Wagner.

In Köln wird es nur eine deutlich abgespeckte Version des Karnevalzugs geben. Die Jecken wollen wegen der erwarteten Windböen bis Stärke 8 unter anderem auf die sonst üblichen 500 Pferde und auf große Figuren verzichten. Mit den beschlossenen Einschränkungen sei der Zug trotz der erwarteten Sturmböen sicher, zeigten sich die Verantwortlichen überzeugt. «Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen», sagt Zugleiter Christoph Kuckelkorn. Unter anderem sollen an allen Tribünen die Planen, die die Besucher von Wind und Regen schützen, entfernt werden. Ob weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen von Karnevalsverein, Stadt, Polizei und Feuerwehr am Montagmorgen beschließen.

In Düsseldorf will die Koordinierungsgruppe am Montag um 8.00 Uhr ein letztes Mal beraten und dann über eine mögliche Absage des Zugs entscheiden. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für den Vormittag Windstärke 8 bis 9, am Nachmittag teils auch Stärke 10.

Auch die Veranstalter unzähliger kleinerer Rosenmontagszüge im Rheinland wollen meist erst Montagmorgen über eine Absage entscheiden. Die Organisatoren in Münster, Duisburg, Hagen, im Essener Stadtteil Kupferdreh und in Wenden im Sauerland zogen hingegen schon Konsequenzen: Sie haben den Rosenmontagszug abgesagt. Einige Züge sollen im Frühjahr nachgeholt werden.

Selbst wenn Rosenmontagszüge wie geplant stattfinden: Auf ungemütliches Wetter müssen sich die Jecken allemal einstellen. Denn Tief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) soll neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen bringen.

Am Sonntag waren die Bedingungen für den Straßenkarneval noch besser. In Köln zogen die «Schull- un Veedelszöch» durch die Innenstadt. Der Zug umfasste 8000 Teilnehmer aus 48 Schulen und 57 Vereinen. Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln. In Düsseldorf waren die Jecken in der Innenstadt unterwegs - dort zogen Gruppen mit Lautsprecherwagen die Königsallee hoch und runter und feierten.

Bei größtem Umzug im Norden im niedersächsischen Braunschweig setzten sich die Karnevalisten satirisch mit der Terrordrohung auseinander, die im vergangenen Jahr zur Absage des Zugs geführt hatte. Ein meterhohes Styropor-Gespenst mit der Aufschrift «Terror» rollte durch die Innenstadt. «Zuhause zu bleiben, wäre ein falsches Signal», sagte eine Zuschauerin. In Mannheim und Ludwigshafen säumten rund 200 000 Schaulustige die Strecke des Karnevalszugs.

Unterdessen setzte die Polizei am Samstag nach mehreren sexuellen Übergriffen im Karneval ihre Ermittlungen fort. Nach dem Übergriff auf eine belgische Fernsehjournalistin im Kölner Karneval meldete sich ein 17 Jahre alter Jugendlicher bei der Polizei. Die Frau war während einer Live-Übertragung an Weiberfastnacht vor laufender Kamera sexuell belästigt worden.

Auch für den Rosenmontag hat sich die Polizei mit einem Großaufgebot aufgestellt. Die Warnung der Einsatzkräfte, wegen der weiter bestehenden Terrorgefahr auf Kostüme mit Waffenimitaten zu verzichten, hat sich auf die Nachfrage in den Karnevalsgeschäften aber nicht ausgewirkt. Produkte wie eine Plastik-Kalaschnikow oder eine Cowboy-Pistole seien ähnlich gut verkauft worden wie in den vergangenen Jahren, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Händlern. «Die Leute kaufen ganz normal, auch echt aussehende Schusswaffen», sagte Antonia Guerrero von Karnevalswierts in Köln. Man habe sogar schon nachbestellen müssen.

So, 2016-02-07 19:52
Düsseldorf/Köln (dpa)

Nach Absage in Mainz: Düsseldorf entscheidet über Rosenmontagszug

Düsseldorf/Köln (dpa) - Nach der Absage des Mainzer Rosenmontagszugs wegen einer Sturmwarnung müssen die Jecken in Nordrhein-Westfalen noch bangen: Köln will auf jeden Fall feiern, Düsseldorf zögert noch. Wegen des heraufziehenden Sturmtiefs entscheidet der Düsseldorfer Karnevalsverein am Montag (8.00 Uhr), ob der Rosenmontagszug in der Landeshauptstadt abgesagt wird. Eine Koordinierungsgruppe will dann ein letztes Mal über die Wetterprognosen beraten und eine Entscheidung treffen. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden. Nach den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird der Sturm sogar noch etwas stärker als zunächst erwartet.

Der Mainzer Carneval Verein (MCV) hatte am Sonntagabend entschieden, den Zug sturmbedingt abzusagen. Kurz darauf folgte auch aus Münster eine Absage. Zuvor waren schon die Züge in Essen-Kupferdreh, Duisburg, Hagen und Wenden im Sauerland gestrichen worden.

Der Kölner Rosenmontagszug soll dagegen stattfinden (10.00 Uhr) - allerdings mit Einschränkungen. Die Prunkwagen samt Figuren sollen wie geplant rollen. Nur Großfiguren in den Fußgruppen sind nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Der Zug findet außerdem ohne die sonst üblichen 500 Pferde statt. An den Zuschauertribünen werden Dächer und Rückwände entfernt, damit sich diese nicht lösen und umherfliegen können. Am Morgen (8.30 Uhr) gibt es erneut eine Pressekonferenz zum aktuellen Stand.

So, 2016-02-07 18:49
Steinkirchen/Pfaffenhofen (dpa)

Verdacht auf Volksverhetzung nach Faschingsumzug

Steinkirchen/Pfaffenhofen (dpa) - Nach dem Faschingsumzug im oberbayerischen Steinkirchen bei Pfaffenhofen ermitteln die Behörden wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Bei dem Umzug am Sonntagnachmittag war ein als Panzer dekorierter Wagen mit den Aufschriften «Ilmtaler Asylabwehr» und «Asylpaket III» sowie einem schwarzen Kreuz zu sehen, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion in Pfaffenhofen an der Ilm bestätigte.

Zuvor hatte der Schauspieler Florian Simbeck («Erkan und Stefan»), der für die SPD im Kreistag von Pfaffenhofen an der Ilm sitzt, Fotos des Wagens auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Auf der Seite des Vereins OCV Steinkirchen, der den Umzug organisiert hatte, hagelte es scharfe Kritik.

Der Verein betonte, es gebe keine rechtsradikalen Tendenzen unter den Mitgliedern. Auch Flüchtlinge seien integriert worden und beim Umzug mitgelaufen. Weiter wollte sich zunächst niemand zu dem Vorfall äußern. Der Verein kündigte eine offizielle Stellungnahme an.

Zum Faschingsumzug waren nach Polizeiangaben rund 500 Menschen gekommen. Die Polizei hielt den Panzer nicht an, wie ein Sprecher sagte. Es gebe zwar den Anfangsverdacht der Volksverhetzung, allerdings spiele gerade bei Faschingsumzügen auch die Kunstfreiheit eine Rolle. Die Polizisten machten Fotos, die der Staatsanwaltschaft Ingolstadt für weitere Ermittlungen übergeben wurden.

So, 2016-02-07 18:03
Mainz/Karlsruhe (dpa)

Anti-Terror-Razzia bei Mainz - Kein Hinweis auf Anschlagspläne

Zwei mittlerweile in Rheinhessen lebende Männer stehen unter Terrorverdacht. Sie sollen in Syrien gekämpft haben. Am Wochenende hat die Polizei ihre Wohnungen durchsucht.

Mainz/Karlsruhe (dpa) - Bei einer Anti-Terror-Razzia in der Nähe von Mainz haben Ermittler Wohnungen von zwei Männern durchsucht. Sie seien verdächtig, sich im syrischen Bürgerkrieg an einer ausländischen terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Sonntag. Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen lägen bisher nicht vor. Um welche Vereinigung es sich handele, müssten die Ermittlungen zeigen. Ob es Festnahmen gab oder die Ermittler Dinge sicherstellten, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Das gilt auch für die Nationalitäten der Verdächtigen.

Zuerst hatte «Spiegel Online» über die Durchsuchungen berichtet. Demnach handelt es sich bei einem der Beschuldigten um einen mutmaßlichen ehemaligen Kommandeur der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor dem Mann warnten syrische Aktivisten im Internet, so das Nachrichtenportal. Demnach soll er sich einst als Selbstmordattentäter angedient haben.

Der 32-Jährige halte sich seit Herbst als Flüchtling in Deutschland auf. Auf Anfrage von Spiegel TV, die noch vor der Razzia stattfand, habe er bestritten, jemals beim IS gewesen zu sein. Dem Bericht zufolge fand der Polizeieinsatz am Sonntag in dem Dorf Sankt Johann im rheinhessischen Landkreis Mainz-Bingen statt.

Bei dem Einsatz handelt es sich um die zweite Polizei-Aktion gegen mutmaßliche Dschihadisten binnen einer Woche. Bei einer Razzia am Donnerstag in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten Ermittler eine mutmaßliche islamische Terrorzelle zerschlagen. Vier IS-Anhänger sollen womöglich einen Anschlag in Berlin geplant haben. Ermittelt wird gegen vier Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Es gab zwei Festnahmen.

Die Razzia am Sonntag in Rheinhessen bestätigte auch das Landeskriminalamt in Mainz, jedoch ohne weitere Details zu nennen.

So, 2016-02-07 18:45
Frankfurt/Main (dpa)

VW-Anwalt: Entschädigung von US-Dieselkunden kann sich verzögern

Frankfurt/Main (dpa) - Die vom Abgasskandal betroffenen VW-Kunden in den USA müssen womöglich länger als angenommen auf ein Entschädigungsangebot warten. «Mir sind die Hände gebunden, solange VW und die Behörden ihre Differenzen nicht überwinden», sagte der von Volkswagen engagierte US-Topanwalt Kenneth Feinberg der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Der ursprüngliche Zeitrahmen könnte deshalb eventuell nicht eingehalten werden.

VW hatte Feinberg im Dezember angeheuert, um eine Lösung für die US-Kunden in der Affäre um manipulierte Abgastests bei Dieselautos zu finden. Zu seinem Amtsantritt hatte Feinberg gesagt, in ähnlichen Fällen habe es 60 bis 90 Tage gedauert, ein Entschädigungsprogramm auf die Beine zu stellen.

«Ich kann versprechen, dass es eine großzügige Lösung geben wird», sagte Feinberg. Wie diese genau aussehen werde, sei aber noch nicht entschieden. «Im Moment stehen noch alle Optionen zur Debatte: Geldzahlungen, Rückkäufe von Autos, Reparaturen, Bereitstellung von Ersatzautos...» Über das Budget sei dabei noch nicht gesprochen worden. «Ich weiß nicht, ob VW zu mir sagen wird: 'Geben Sie nicht mehr als x aus.'«

Feinberg gilt als Experte für derartige Fälle. So hatte der Opel-Mutterkonzern General Motors ihn beauftragt, einen Entschädigungsplan für die Opfer der Zündschloss-Affäre auszuarbeiten. Zuvor war Feinberg für die Entschädigungsregelungen nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 und nach der «Deepwater Horizon»-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zuständig.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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