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Do, 2016-02-11 13:14
Mallorca (dpa)

Prozess gegen Königsschwester: Angeklagter räumt Verfehlungen ein

Palma de Mallorca (dpa) - Im Prozess gegen die spanische Königsschwester Cristina (50) und 16 weitere Angeklagte hat einer der Hauptbeschuldigten Verfehlungen eingeräumt. Der frühere spanische Umweltminister Jaume Matas gab am Donnerstag zu, dass er als Regierungschef der Balearen in unzulässiger Manier Gelder für die Stiftung Nóos freigegeben habe. «Ich nehme die Schuld auf mich», sagte der konservative Ex-Politiker vor einem Gericht in Palma de Mallorca. Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn elf Jahre Haft.

Die Stiftung Nóos war von Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarin (48) und einem Geschäftsfreund ins Leben gerufen worden. Die Partner sollen der Anklage zufolge das Institut dazu genutzt haben, rund sechs Millionen Euro Steuergelder zu unterschlagen.

Die Infantin Cristina ist angeklagt, ihrem Mann Beihilfe zum Steuerbetrug geleistet zu haben. Das Gericht gab bekannt, dass die Vernehmung der Schwester von König Felipe VI. um eine Woche auf den 19. Februar vorgezogen wird.

Matas sagte aus, er habe die Gelder an die Stiftung gezahlt, weil er erreichen wollte, dass die Regionalregierung der Balearen gute Beziehungen zu Urdangarin und zum spanischen Königshaus unterhielt. Der 61-jährige Ex-Politiker war zuvor in zwei Korruptionsprozessen verurteilt worden. Gegen ihn sind noch weitere Verfahren anhängig.

Do, 2016-02-11 13:39
Detmold (dpa)

Zitat: Auschwitz-Überlebender an die Adresse des Angeklagten

Detmold (dpa) - «Herr Hanning: Wir sind fast gleich alt und wir stehen bald vor dem höchsten Richter. Ich möchte Sie auffordern, uns die historische Wahrheit zu erzählen.»

(Der 94-jährige Auschwitz-Überlebende Leon Schwarzbaum am Donnerstag in seiner Zeugenaussage im Detmolder Auschwitz-Prozess zum Angeklagten Reinhold Hanning.) 

«Man setzte die Toten auf Stühle und wir mussten vorbeilaufen.»

(Schwarzbaum zu Abschreckungsmethoden der SS nach Fluchtversuchen, bei denen Flüchtende von Hunden zerfleischt worden seien.) 

«Die SS war grausam und sadistisch. Die Nazis haben mein Leben zerstört.»

Do, 2016-02-11 13:20
Janeiro (dpa)

Brasilien meldet drei Zika-Tote bisher

Rio de Janeiro (dpa) - Das brasilianische Gesundheitsministerium bringt bisher drei Todesfälle in direkte Verbindung mit dem von Moskitos übertragenen Zika-Virus. Demnach hätten neue Untersuchungen ergeben, dass eine 20-Jährige im Bundesstaat Rio Grande do Norte nach einer Zika-Infektion gestorben sei. Zuvor sei eine Dengue-Infektion als Todesursache angenommen worden, berichtete die Zeitung «Folha de São Paulo» am Donnerstag. Die Frau war bereits im April 2015 gestorben.

Zudem werden der Tod eines Mannes im nordbrasilianischen Bundesstaat Maranhão sowie der Tod einer 16-Jährigen im Bundesstaat Para in Verbindung zu Zika-Infektionen gebracht. Am Samstag sollen 220 000 Soldaten ausschwärmen, um die Bevölkerung zu informieren, wie die Zika übertragenden Moskitos am effektivsten zu bekämpfen sind.

80 Prozent der mit Zika infizierten Menschen merken eine Infektion gar nicht - mögliche Symptome sind leichtes Fieber, Hautrötungen, Kopf- und Gelenkschmerzen. Die Weltgesundheitsorganisation hat aber vor allem deshalb den globalen Notstand ausgerufen, weil Zika im Verdacht steht, Schädelfehlbildungen bei Babys auszulösen, wenn Schwangere das Virus haben. Bei 17 Mikrozephalie-Fällen konnte bisher eine Zika-Infektion der Schwangeren nachgewiesen werden.

Bei der Mikrozephalie haben die Babys viel zu kleine Schädel. Die Fehlbildung kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Medikamente oder eine Röteln-Infektion während der Schwangerschaft.

Neue Nahrung bekommt die Theorie durch einen Beitrag des «New England Journal of Medicine». Eine Slowenin, die in Natal (Bundesstaat Rio Grande do Norte) gearbeitet hat und schwanger geworden ist, zeigte nach ihrer Rückkehr nach Europa Zika-Symptome. Untersuchungen zeigten schwere Schädelfehlbildungen bei dem Fötus, sie entschied sich zur Abtreibung. Bei dem Fötus konnte das Zika-Virus nachgewiesen werden.

Do, 2016-02-11 13:29
Berlin (dpa)

Studie: Sinkende Qualität der Böden verursacht Milliardenkosten

Egal ob Pflanzen, Vieh oder Wasser: Fruchtbare Böden bilden die Lebensgrundlage der Menschheit. Forscher beobachten aber, dass sich Böden weltweit verschlechtern. Immerhin: Gegensteuern ist möglich.

Berlin (dpa) - Die Böden auf etwa 30 Prozent der Landfläche weltweit verschlechtern sich einer Studie zufolge deutlich. Fruchtbarkeit und Produktivität verringerten sich demnach in den vergangenen 30 Jahren auf Weide- und Ackerland ebenso wie auf Waldflächen. Betroffen seien arme wie reiche Länder, insgesamt ein Lebensraum von 3,2 Milliarden Menschen. Der Trend sei «signifikant negativ», sagte der Mitherausgeber, Joachim von Braun (Universität Bonn), am Donnerstag in Berlin.

Als Ursachen für die Bodenerosion nennen die Forscher nicht nachhaltige, intensive Landnutzung. Es wird zum Beispiel zu viel Vieh auf zu geringer Fläche gehalten, Wälder werden zugunsten weiterer Acker- und Weideflächen gerodet und Äcker mit schädigenden Methoden bearbeitet. Mineraldünger steigert zwar kurzfristig die Erträge, doch der Boden verliert langfristig an Nährstoffen. Belastend sind auch das Wachstum der Weltbevölkerung und der zunehmende Appetit auf Fleisch und Milch in Entwicklungsländern. Diese Lebensmittel erfordern relativ viel Fläche in der Produktion.

Die Kosten der Böden-Degradierung werden den Angaben zufolge auf 300 Milliarden Euro jährlich beziffert. Das internationale Team hatte etwa Satellitendaten ausgewertet und Untersuchungen besonders betroffener Länder und Regionen wie Argentinien und Afrika angefertigt. Vor allem Süd- und Ost-Europa sind nach von Brauns Worten nicht von der Problematik ausgenommen.

Um die Kosten zu berechnen, bezogen die Forscher neben dem Wert landwirtschaftlicher Erzeugnisse auch Folgen für Wasser, Artenvielfalt und Klima ein. Die Milliardenkosten hätten daher je etwa zur Hälfte Landnutzer und Allgemeinheit zu tragen, so von Braun. Investitionen in den Böden-Erhalt seien sehr lohnend, betonte der Wissenschaftler: Pro US-Dollar, der aktuell ausgegeben werde, spare man eines Tages das Fünffache an Folgekosten.

Die Ressource Boden sei nicht erneuerbar, mahnte der frühere Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Klaus Töpfer, der sich für Bodenschutz stark macht. «Wenn Böden verlustig gehen, gibt es Spannungssituationen.» Davon gebe es schon genug.

Boden lasse sich innerhalb weniger Jahre rehabilitieren, sagte Stefan Schmitz vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ war Auftraggeber der Studie und unterstützt etwa Aufforstungsprojekte in verschiedenen Ländern.

Würden stabilere Produktionsgrundlagen geschaffen, könnten Menschen auch besser mit Klimaphänomenen wie El Niño umgehen, sagte Schmitz. Andernfalls drohe sich die Armut in unmittelbar von Landwirtschaft abhängigen Regionen zu verschärfen. Hunger ist eine Fluchtursache, wie Matthias Meißner von der Umweltstiftung WWF betonte.

Do, 2016-02-11 13:15
Nürnberg (dpa)

Fairtrade: Geplante EU-Biostandards gefährden fairen Handel

Nürnberg (dpa) - Die von der EU geplanten Standards für die Importe von Bioprodukten drohen nach Einschätzung der Organisation Fairtrade die Einfuhr fair gehandelter Produkte aus Entwicklungsländern zu gefährden. Gerade Kleinbauern-Kooperativen könnten sich die künftig verlangten teuren Zertifizierungsverfahren nicht leisten, befürchtet Fairtrade. «Viele werden den Zugang zum europäischen Markt verlieren», warnte der stellvertretende Chef von Fairtrade Italien, Antonio Compagnioni, am Donnerstag auf der Messe Biofach in Nürnberg. Die EU-Import-Regelungen müssten zwar verbessert werden, sie sollten aber auf die besondere Situation von Kleinbauern in Afrika und Asien stärker Rücksicht nehmen. In Deutschland ist im Vorjahr die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten weiter gewachsen.

Do, 2016-02-11 13:21
Purchase (dpa)

Pepsi mit Gewinnsprung im Schlussquartal

Purchase (dpa) - Der Getränkeriese Pepsi hat zum Jahresende dank besserer Geschäfte im nordamerikanischen Heimatmarkt deutlich besser verdient. Im Schlussquartal stieg der Überschuss um 31 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert auf 1,7 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro), wie der Coca-Cola-Rivale am Donnerstag mitteilte.

Allerdings kämpft der Konzern weiter mit dem starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung verringert. Der Umsatz fiel deshalb um sieben Prozent auf 18,6 Milliarden Dollar. Ohne den Wechselkurseffekt wären die Erlöse im vierten Quartal um vier Prozent zum Vorjahr geklettert.

Während Pepsi Absatz und operativen Gewinn in Nordamerika steigerte, liefen die Geschäfte in Lateinamerika, Europa, Asien und Afrika schlechter. Insgesamt lieferte der Konzern, der neben Getränken auch eine große Snack-Sparte mit den in den USA beliebten Kartoffel-Chips Lay's betreibt, bessere Quartalszahlen als von Analysten erwartet.

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PRODUKT
der Woche
Do, 2016-02-11 13:19
Francisco (dpa)

Twitter-Chef Dorsey muss unter Druck Weichen für die Zukunft stellen Von Andrej Sokolow, dpa

Nach zehn Jahren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit verdient Twitter immer noch kein Geld - und jetzt versiegt auch noch der Zustrom neuer Nutzer. Die Wall Street prügelt die Aktie in den Kurskeller, Mitgründer und Chef Jack Dorsey läuft die Zeit davon.

San Francisco (dpa) - Twitter hat die Welt verändert - und scheitert gerade vor aller Augen beim Versuch, ein tragfähiges Geschäftsmodell aufzubauen. Die Ergebnisse des vergangenen Vierteljahrs offenbaren, wie tief die Probleme beim Kurznachrichten-Dienst gehen. Die Zahl aktiver Nutzer, die zuletzt von Quartal zu Quartal noch ein wenig zulegte, ging erstmals zurück. Der Umsatz steigt zwar schnell - aber die Kosten wachsen immer noch schneller, die Verluste stapeln sich auf mehr als eine Milliarde Dollar in den vergangenen zwei Jahren.

Die Entwicklung zeichnete sich bereits ab, als Mitgründer Jack Dorsey im vergangenen Sommer an die Firmenspitze zurückkehrte, zunächst als Zwischenlösung, dann fest. Der Mann, der als Erfinder des Twitter-Prinzips gilt, wurde mit viel Vorschusslorbeeren überschüttet. Die Investoren und Twitter-Partner hofften, Dorsey werde als Produktvisionär schon alles wieder ins Lot bringen. Ein halbes Jahr später fängt Dorsey erst an, Twitter wieder seinen Stempel aufzudrücken. Und es bleibt offen, ob eine Gewichtung der Tweets nach einem Relevanz-Algorithmus oder eine neue Struktur für Antworten auf Nachrichten die Lösungen sind, die Twitter voranbringen.

Die aktuelle Entwicklung verspricht eine harte Zukunft. «Unsere Arbeit wird Zeit brauchen», räumte Verwaltungsratschef Omid Kordestani ein, der lange Jahre Top-Manager bei Google war. Versiegt der Zustrom neuer Nutzer, kann das zu einem großes Problem für Twitter werden - denn es gibt Grenzen dafür, wie viel Werbung man den bestehenden Mitgliedern zumuten kann. In den Anfangszeiten verzichteten die Gründer ganz auf Werbung, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Jetzt tauchen zumindest in den offiziellen Apps von Twitter und der Web-Version von Unternehmen bezahlte Tweets auf - zum Ärger gerade vieler «Power-User» wie Journalisten oder Politiker, die kein Interesse daran haben.

Dorsey steht vor Grundsatz-Fragen: Soll Twitter weiter versuchen, bei den Nutzerzahlen Facebook nachzujagen - oder akzeptieren, dass es verglichen mit dem weltgrößten Online-Netzwerk auch nur ein «Nischen»-Dienst für einige hundert Millionen Menschen sein kann? Soll man noch mehr «promoted Tweets» in den Nachrichtenstrom der Nutzer packen - oder gibt es auch andere Wege, Unternehmen Geld abzuknöpfen? Und was bedeutet der nur noch auf rund zehn Milliarden Dollar geschrumpfte Börsenwert für die Eigenständigkeit zwischen den Giganten der Internet-Branche.

«Twitter geht durch eine Identitätskrise», schrieb jüngst der Gründer der auf soziale Netze spezialisierten Medienagentur Deep Focus, Ian Schafer, in einem Gastbeitrag beim Technologieblog «Recode». Er plädierte dafür, dass Twitter über ein intelligentes Daten-Geschäft nachdenkt, statt die Timelines einfach nur immer weiter mit Werbung zu fluten. «Twitter ist eine Plattform wie keine andere, weil es genug Echtzeit-Informationen hat, die über 300 Millionen aktiven Nutzern zugeordnet werden können.»

Twitter hat nach dem Start vor zehn Jahren etwas geschaffen, was es bei aller Entwicklung des Fernsehens und Online-Medien so noch nie gab: Einen Kanal mit globaler Reichweite, in dem jede Nachricht binnen Sekunden von allen gesehen werden kann. «Twitter ist das wichtigste soziale Netzwerk der Welt», stellte deswegen «New York Times»-Kolumnist Farhad Manjoo schlicht nach den aktuellen Zahlen fest.

Zugleich macht die Dimension aber auch die Nutzung des Dienstes anspruchsvoller. Zapft man den ungefilterten Twitter-Strom an, ist es als würde man Millionen Menschen gleichzeitig sprechen können. Die Pflege der Quellen, denen man in einer «Timeline» folgt, kann richtig viel Arbeit machen und ist keine banale Aufgabe. Damit hängt die Planke für alle Anwender ziemlich hoch, die auf Twitter nicht beruflich angewiesen sind. Der Dienst verspricht seit Jahren, den Einstieg für neue Nutzer reibungsloser zu machen - eine gute Lösung statt der anfänglichen Standard-Ausstattung mit einigen Dutzend Promi-Accounts lässt aber noch auf sich warten.

«Vielleicht ist es Twitter einfach nicht dafür gedacht, die populärste Band in der Welt zu sein», gab der Medienunternehmer Anil Dash in der «New York Times» zu bedenken. «Vielleicht sollte es eher Pearl Jam als U2 sein.»

Do, 2016-02-11 13:35
Delhi (dpa)

Wieder Fahrverbote in Neu Delhi wegen Luftverschmutzung

Neu Delhi (dpa) - Wegen der andauernden starken Luftverschmutzung hat die Regierung der indischen Hauptstadt Neu Delhi erneut Fahrverbote beschlossen. In der zweiten Aprilhälfte dürften wieder nur abwechselnd Autos mit geraden und ungerade Nummern auf den Kennzeichen fahren, sagte Regierungschef Arvind Kejriwal am Donnerstag. Das Fahrverbot im Januar habe den Smog in der 17-Millionen-Metropole reduziert. Nach dem ersten Test bat die Regierung die Bewohner um ihre Meinung. 81 Prozent der Teilnehmer hätten sich eine Wiederholung gewünscht, sagte Kejriwal. Neu Delhi gehört zu den am schlimmsten verschmutzten Städten der Welt.

Do, 2016-02-11 13:30
Abuja (dpa)

Gauck und Buhari verurteilen Terroranschlag im Norden Nigerias

Abuja (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck und der nigerianische Staatschef Muhammadu Buhari haben gemeinsam den schweren Terroranschlag vom Mittwoch im Norden Nigerias verurteilt. Nach einem Treffen in der Hauptstadt Abuja am Donnerstag sprach der Bundespräsident angesichts von mehr als 60 Toten bei dem Selbstmordattentat Buhari sein Beileid aus.

Gauck würdigte den entschiedenen Einsatz des nigerianischen Präsidenten gegen die islamistische Terrormiliz Boko Haram, betonte aber auch: «Ohne Entwicklung und gute Regierungsführung sind Erfolge gegen den Terror nicht nachhaltig.» Die Europäische Union stelle der Afrikanischen Union (AU) 50 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Boko Haram bereit.

Buhari betonte, dass ungeachtet des neuerlichen Anschlags die Terrormiliz inzwischen geschwächt sei. «Boko Haram ist nicht mehr, was sie einmal war», sagte er. Es gebe keine lokale Regierung mehr, die von den Terroristen kontrolliert werde. Nur zu feigen Attentaten sei die Miliz noch in der Lage.

Bei einem Anschlag auf ein Flüchtlingslager im Norden Nigerias hatten zwei jugendliche Selbstmordattentäterinnen mindestens 65 Menschen mit in den Tod gerissen. Die verschleierten Mädchen hatten sich als Flüchtlinge ausgegeben, um Zugang zu dem Lager in der Stadt Dikwa zu erhalten.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Do, 2016-02-11 13:33
Berlin (dpa)

Deutschland gibt Irak neuen 500-Millionen-Kredit

Der Irak gehört seit langem zu den Ländern, die große Sorgen bereiten. In Berlin verspricht Merkel dem irakischen Regierungschef nun einen Kredit über eine halbe Milliarde Euro. Das Geld soll auch verhindern, dass noch mehr Flüchtlinge kommen.

Berlin (dpa) - Mit einem neuen Kredit über 500 Millionen Euro will Deutschland den vom Zerfall bedrohten Irak beim Wiederaufbau helfen. Das Geld ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor allem für Infrastrukturprojekte gedacht. Der Kredit soll auch verhindern, dass im Irak wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch den Verfall des Ölpreises eine neue Fluchtbewegung entsteht. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Haider al-Abadi am Donnerstag in Berlin sagte Merkel, die Menschen im Irak solle Hoffnung gegeben werden, «damit sie ihr Land nicht verlassen müssen».

Der Irak gehört heute schon zu den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen gibt es im Irak etwa 3,2 Millionen Binnenvertriebene. Hinzu kommen etwa 250 000 Flüchtlinge aus Syrien.

Im Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle, darunter auch die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zentralregierung hat dort kaum noch Einfluss. Al-Abadi äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass es gelingen werde, nach anderen Städten jetzt auch Mossul zurückzuerobern. Wörtlich sagte er: «Wir befinden uns jetzt im letzten Kapitel des Befreiung des Iraks. »

Zu Bitten des Ministerpräsidenten um militärische Hilfe äußerte sich Merkel zurückhaltend. Die Kanzlerin sagte lediglich, dass über die Ausbildung von Spezialisten zur Entschärfung von Sprengfallen gesprochen worden sei. Deutschland beliefert die Kurden im Norden des Iraks mit Waffen, die Bundeswehr bildet dort auch Kämpfer aus. Die irakische Armee bekommt bislang aber keine solche Unterstützung.

Besorgt äußerten sich beide Regierungschefs über den Verfall des Ölpreises. Al-Abadi sagte, die Öl-Einnahmen seines Landes seien heute auf 15 Prozent des Niveaus von vor zwei Jahren. «Das ist ein sehr gefährlicher Rückgang.» Rund 90 Prozent des irakischen Etats stammt aus den Öleinnahmen. In den vergangenen Monaten gab es in vielen Städten immer wieder Proteste gegen Korruption und die schlechte wirtschaftliche Lage.

Al-Abadi rief die kurdische Autonomieregierung im Nordirak dazu auf, auf ein Referendum über einen eigenen Staat zu verzichten. Eine solche Abstimmung hatte Kurden-Präsident Massud Barsani vergangene Woche angekündigt. Niemand habe ein Interesse an einer Teilung des Iraks, sagte Al-Abadi. Merkel sagte, die Bundesregierung werde alles daran setzen, das der Irak einschließlich der kurdischen Gebiete als Staat erhalten bleibe.

Do, 2016-02-11 13:55
Berlin (dpa)

 vom Zerfall bedrohten im 1. Satz) Deutschland gibt Irak neuen 500-Millionen-Kredit

Der Irak gehört seit langem zu den Ländern, die große Sorgen bereiten. In Berlin verspricht Merkel dem irakischen Regierungschef nun einen Kredit über eine halbe Milliarde Euro. Das Geld soll auch verhindern, dass noch mehr Flüchtlinge kommen.

Berlin (dpa) - Mit einem neuen Kredit über 500 Millionen Euro will Deutschland dem vom Zerfall bedrohten Irak beim Wiederaufbau helfen. Das Geld ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor allem für Infrastrukturprojekte gedacht. Der Kredit soll auch verhindern, dass im Irak wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch den Verfall des Ölpreises eine neue Fluchtbewegung entsteht. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Haider al-Abadi am Donnerstag in Berlin sagte Merkel, die Menschen im Irak solle Hoffnung gegeben werden, «damit sie ihr Land nicht verlassen müssen».

Der Irak gehört heute schon zu den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen gibt es im Irak etwa 3,2 Millionen Binnenvertriebene. Hinzu kommen etwa 250 000 Flüchtlinge aus Syrien.

Im Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle, darunter auch die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zentralregierung hat dort kaum noch Einfluss. Al-Abadi äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass es gelingen werde, nach anderen Städten jetzt auch Mossul zurückzuerobern. Wörtlich sagte er: «Wir befinden uns jetzt im letzten Kapitel der Befreiung des Iraks. »

Zu Bitten des Ministerpräsidenten um militärische Hilfe äußerte sich Merkel zurückhaltend. Die Kanzlerin sagte lediglich, dass über die Ausbildung von Spezialisten zur Entschärfung von Sprengfallen gesprochen worden sei. Deutschland beliefert die Kurden im Norden des Iraks mit Waffen, die Bundeswehr bildet dort auch Kämpfer aus. Die irakische Armee bekommt bislang aber keine solche Unterstützung.

Besorgt äußerten sich beide Regierungschefs über den Verfall des Ölpreises. Al-Abadi sagte, die Öl-Einnahmen seines Landes seien heute auf 15 Prozent des Niveaus von vor zwei Jahren. «Das ist ein sehr gefährlicher Rückgang.» Rund 90 Prozent des irakischen Etats stammt aus den Öleinnahmen. In den vergangenen Monaten gab es in vielen Städten immer wieder Proteste gegen Korruption und die schlechte wirtschaftliche Lage.

Al-Abadi rief die kurdische Autonomieregierung im Nordirak dazu auf, auf ein Referendum über einen eigenen Staat zu verzichten. Eine solche Abstimmung hatte Kurden-Präsident Massud Barsani vergangene Woche angekündigt. Niemand habe ein Interesse an einer Teilung des Iraks, sagte Al-Abadi. Merkel sagte, die Bundesregierung werde alles daran setzen, das der Irak einschließlich der kurdischen Gebiete als Staat erhalten bleibe.

Do, 2016-02-11 13:37
Berlin (dpa)

 Befreiung im Zitat im 3. Absatz) Deutschland gibt Irak neuen 500-Millionen-Kredit

Der Irak gehört seit langem zu den Ländern, die große Sorgen bereiten. In Berlin verspricht Merkel dem irakischen Regierungschef nun einen Kredit über eine halbe Milliarde Euro. Das Geld soll auch verhindern, dass noch mehr Flüchtlinge kommen.

Berlin (dpa) - Mit einem neuen Kredit über 500 Millionen Euro will Deutschland den vom Zerfall bedrohten Irak beim Wiederaufbau helfen. Das Geld ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor allem für Infrastrukturprojekte gedacht. Der Kredit soll auch verhindern, dass im Irak wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch den Verfall des Ölpreises eine neue Fluchtbewegung entsteht. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Haider al-Abadi am Donnerstag in Berlin sagte Merkel, die Menschen im Irak solle Hoffnung gegeben werden, «damit sie ihr Land nicht verlassen müssen».

Der Irak gehört heute schon zu den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen gibt es im Irak etwa 3,2 Millionen Binnenvertriebene. Hinzu kommen etwa 250 000 Flüchtlinge aus Syrien.

Im Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle, darunter auch die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zentralregierung hat dort kaum noch Einfluss. Al-Abadi äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass es gelingen werde, nach anderen Städten jetzt auch Mossul zurückzuerobern. Wörtlich sagte er: «Wir befinden uns jetzt im letzten Kapitel der Befreiung des Iraks. »

Zu Bitten des Ministerpräsidenten um militärische Hilfe äußerte sich Merkel zurückhaltend. Die Kanzlerin sagte lediglich, dass über die Ausbildung von Spezialisten zur Entschärfung von Sprengfallen gesprochen worden sei. Deutschland beliefert die Kurden im Norden des Iraks mit Waffen, die Bundeswehr bildet dort auch Kämpfer aus. Die irakische Armee bekommt bislang aber keine solche Unterstützung.

Besorgt äußerten sich beide Regierungschefs über den Verfall des Ölpreises. Al-Abadi sagte, die Öl-Einnahmen seines Landes seien heute auf 15 Prozent des Niveaus von vor zwei Jahren. «Das ist ein sehr gefährlicher Rückgang.» Rund 90 Prozent des irakischen Etats stammt aus den Öleinnahmen. In den vergangenen Monaten gab es in vielen Städten immer wieder Proteste gegen Korruption und die schlechte wirtschaftliche Lage.

Al-Abadi rief die kurdische Autonomieregierung im Nordirak dazu auf, auf ein Referendum über einen eigenen Staat zu verzichten. Eine solche Abstimmung hatte Kurden-Präsident Massud Barsani vergangene Woche angekündigt. Niemand habe ein Interesse an einer Teilung des Iraks, sagte Al-Abadi. Merkel sagte, die Bundesregierung werde alles daran setzen, das der Irak einschließlich der kurdischen Gebiete als Staat erhalten bleibe.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Do, 2016-02-11 13:13
Seoul (dpa)

Nordkorea weist Südkoreaner aus gemeinsamem Industriepark aus Von Dirk Godder, dpa

Seit dem jüngsten Atomtest und darauf folgenden Raketenstart Nordkoreas schaukeln sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder hoch. Erst schließt Südkorea einen gemeinsamen Fabrikpark, jetzt kappt Nordkorea zwei wichtige Telefonleitungen.

Seoul (dpa) - Angesichts wachsender Spannungen infolge des jüngsten nordkoreanischen Raketenstarts kappen Süd- und Nordkorea ihre wichtigsten Verbindungskanäle. Das kommunistische Regime in Pjöngjang erklärte am Donnerstag, «Ausrüstung, Materialien und Produkte von südkoreanischen Unternehmen» im gemeinsamen Fabrikpark in Kaesong zu beschlagnahmen. Alle noch verbliebenen Südkoreaner seien aufgerufen worden, den grenznahen Komplex in Nordkorea zu verlassen. Die Sonderzone stehe ab sofort unter militärischer Kontrolle. Außerdem würden zwei wichtige Hotlines zwischen beiden Ländern getrennt. 

Nordkorea reagierte damit auf die Entscheidung Seouls vom Vortag, den Industriepark «komplett zu schließen». Damit soll Nordkorea von einer wichtigen Devisenquelle abgeschnitten werden, die aus Seouls Sicht für das Atomprogramm des Lands genutzt wird. 

In einem für Nordkorea nicht unüblichen Ton warf das Regime in Pjöngjang dem südlichen Nachbarland eine «Kriegserklärung» vor. Südkorea habe damit «das Ende der letzten Lebenslinie zwischen Süd- und Nordkorea» beschlossen, hieß es laut den Staatsmedien in einer Erklärung des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas. Das Komitee warnte, Südkoreas Regierung werde «katastrophale und schmerzhafte Konsequenzen als Folge ihre Aktion zu spüren bekommen». 

Mit der Schließung bestrafte Südkorea den Nachbarn für den umstrittenen Raketenstart vom Sonntag, der weltweit Empörung ausgelöst hatte. Während Pjöngjang von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer atomar bestückten Langstreckenrakete. Nordkorea hatte erst einen Monat zuvor seinen vierten Atomversuch unternommen, der ebenfalls international verurteilt wurde. 

Der US-Senat stimmte am Mittwochabend (Ortszeit) einstimmig dafür, die Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un zu verschärfen. Das Repräsentantenhaus muss noch zustimmen. Unter anderem sollen Sanktionen nun auch im Falle von Cyberattacken und Menschenrechtsverletzungen greifen. Auch im UN-Sicherheitsrat wird derzeit über neue Sanktionen gegen Nordkorea beraten.    

Am Donnerstag wollten südkoreanische Firmenvertreter noch ihren Rückzug aus Kaesong vorbereiten. Zahlreiche leere Lastwagen standen seit dem Morgen am Grenzübergang, um noch Ausrüstungen und Waren aus dem Fabrikpark zu holen, wie südkoreanische Sender berichteten.

Der 2004 geöffnete Fabrikpark in der Sonderwirtschaftszone war das einzige noch verbliebene größere gemeinsame Projekt zwischen Süd- und Nordkorea - und lange Zeit ein Symbol der Aussöhnung. Zuletzt arbeiteten dort 54 000 Nordkoreaner für 124 südkoreanische Unternehmen, die von den niedrigen Löhnen im abgeschotteten Nachbarland profitierten. 

Do, 2016-02-11 13:30
Stuttgart (dpa) 

Daimler steckt Milliarden in die Entwicklung neuer Dieselmotoren

Stuttgart (dpa) - Daimler investiert Milliarden in die Entwicklung eines neuen Dieselmotors. Entwicklung und Produktionsumstellung koste den Autobauer über mehrere Jahre 2,6 Milliarden Euro, sagte Bernhard Heil, Leiter der Motorenentwicklung bei Daimler, am Donnerstag in Stuttgart. Der seit fünf Jahren entwickelte Motor soll zunächst in der E-Klasse zum Einsatz kommen, die von April an in den Handel kommen wird. Der CO2-Ausstoß liege auf dem Prüfstand 13 Prozent unter dem Vorgänger. Der Motor sei aber auch auf die Erfüllung künftiger Grenzwerte unter realen Fahrbedingungen ausgelegt.

Das EU-Parlament hatte vergangene Woche den Rahmen für realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge ab 2017 abgesteckt. Der erlaubt allerdings, dass der mit der Euro-6-Abgasnorm festgelegte Wert von 80 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer bis 2020 um mehr als das Doppelte überschritten wird. Legt man nun diese Bedingungen zu Grunde, unterbietet der neue Motor laut Heil seinen Vorgänger beim Ausstoß von Stickoxiden um 80 Prozent. Auch die Schwankungsbandbreite sei verringert worden, so der Entwickler.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte jüngst genau diese Schwankungen bei Fahrten außerhalb des streng festgelegten Testzyklus und bei bestimmten Temperaturen kritisiert und den Widerruf der Typzulassung eines Dieselmodells von Mercedes beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) gefordert. Daimler wehrte sich aber gegen den Vorwurf. «Unsere Fahrzeuge erfüllen die gesetzlichen Auflagen», sagte ein Sprecher.

Do, 2016-02-11 12:22
Kiew (dpa)

Ein Toter und drei Verletzte bei Gefechten in der Ostukraine

Kiew (dpa) - Trotz einer vereinbarten Waffenruhe sind bei Kämpfen in der Ostukraine mindestens ein Regierungssoldat getötet und drei weitere Armeeangehörige verletzt worden. Schwerpunkt der Gefechte war der Norden der Separatistenhochburg Donezk, wie Alexander Motusjanik vom Präsidialamt in Kiew am Donnerstag mitteilte.

An diesem Freitag jährt sich ein in der weißrussischen Hauptstadt Minsk beschlossener Friedensplan der Konfliktparteien. Die Umsetzung des Abkommens, das unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zustande kam, verläuft aber schleppend.

Motusjanik zufolge setzten die moskautreuen Aufständischen schwere Granatwerfer von einem Kaliber von 120 Millimetern ein. Dem Minsker Friedensplan zufolge sollten diese und andere schwere Geschütze längst von der Frontlinie abgezogen sein. Bei Schusswechseln und zunehmend durch Landminen werden immer wieder Menschen verletzt oder getötet. Erst am Mittwoch starben zwei Zivilisten, als ihr Auto auf eine Mine fuhr.

Do, 2016-02-11 12:56
Detmold (dpa)

Ehemaliger SS-Wachmann schweigt zum Prozessauftakt zu Vorwürfen

Mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg steht in Detmold ein früherer Wachmann aus dem KZ Auschwitz vor Gericht. Viele Opfer haben diesem Tag entgegengefiebert. Einer berichtete den Richtern vom Leid der Menschen.

Detmold (dpa) - In einem der letzten großen NS-Prozesse steht seit Donnerstag in Detmold ein früherer SS-Wachmann aus dem Konzentrationslager Auschwitz vor Gericht. Der 94-jährige Reinhold Hanning muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen verantworten. Am ersten Verhandlungstag machte er keine Angaben zu den Vorwürfen. Neben Dutzenden Journalisten aus dem In- und Ausland verfolgten auch frühere KZ-Insassen den Prozessauftakt.

Hanning war in den Jahren 1943 und 1944 als Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbanns Auschwitz im Stammlager eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe bei der sogenannten «Ungarn-Aktion» vor - der gut dokumentierten Deportation und Ermordung von Juden aus Ungarn 1944. Er habe die Tötungsmethoden im KZ gekannt und mit seinem Einsatz als Wachmann zum Funktionieren der Maschinerie beigetragen.

Hanning schwieg zum Prozessauftakt und ließ von seinen Anwälten nur Angaben zu seiner Person verlesen. Er hatte bereits vor dem Prozess eingeräumt, in Auschwitz eingesetzt gewesen zu sein. Eine Beteiligung an Tötungshandlungen hat er aber bestritten. Die Verteidigung zweifelt den Wert dieser Aussage allerdings an. Staatsanwaltschaft und Polizei hätten ihn 2014 zu Hause überrascht und dann vernommen.

Ein Zeuge schilderte vor Gericht das unmenschliche Leid in Auschwitz. Wachleute hätten durch den Zaun geschossen. Gerade angekommene Gefangene hätten auf dem Weg zu den Gaskammern um Wasser gebettelt, ohne zu wissen, was passiere. «Eine halbe Stunde später waren sie tot», sagte der Auschwitz-Überlebende Leon Schwarzbaum im Zeugenstand. Der 94-Jährige forderte Hanning in direkter Ansprache auf, zu sagen, was damals passiert sei. Hanning reagierte darauf nicht.

Laut Anklage wurden mehr als drei Viertel der in Zügen angekommenen Menschen direkt zu den Gaskammern getrieben. Hunderte seien später erschossen worden.

Im vergangenen Jahr war bereits ein anderer Wachmann am Landgericht Lüneburg in Niedersachsen wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300 000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil gegen den Mann, der als «Buchhalter von Auschwitz» bezeichnet wurde, ist noch nicht rechtskräftig. Inzwischen stehen weitere Verfahren gegen frühere SS-Angehörige an, die in Auschwitz im Einsatz waren - etwa in Kiel, Neubrandenburg und Hanau.

In Detmold sind zunächst zwölf Prozesstage bis Ende Mai vorgesehen. Wegen des Gesundheitszustands des 94-jährigen Angeklagten darf das Gericht jeden Tag nur zwei Stunden lang verhandeln.

Do, 2016-02-11 12:58
Berlin (dpa)

Breites Bündnis für lösungsorientierte Flüchtlingspolitik

Berlin (dpa) - Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kirchen und andere Organisationen treten zusammen für eine offene Haltung gegenüber den Flüchtlingen in Deutschland ein. In einem gemeinsamen Aufruf plädierte die Allianz aus zehn verschiedenen Organisationen am Donnerstag in Berlin für eine sachliche Flüchtlingsdebatte. Die Vertreter des Bündnisses nahmen für sich in Anspruch, Millionen Bundesbürger zu vertreten. Sie mahnten, keine Ressentiments zu schüren oder parteitaktische Interessen zu verfolgen.

Mit Respekt müsse auch denen begegnet werden, die aus wirtschaftlicher Not nach Deutschland kommen und in ihre Heimat zurückkehren müssen. Die Allianz warnte vor Rechtsextremismus und rief zu friedlichem Miteinander und Integration der Flüchtlinge auf.

«Wir wollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt aller», sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch verspricht sich von dem Bündnis nach eigener Aussage, dass es Menschen erreicht, die bei populistischen Tendenzen mitschwimmen. Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert, nannte es «traurig», dass ein Bündnis für die Werte des Grundgesetzes in Deutschland überhaupt nötig sei. «Wenn wir die Flüchtlinge erfolgreich in unsere Wertegemeinschaft integrieren, wird dies unser Land stärken», sagte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden.

Do, 2016-02-11 12:13
Berlin (dpa)

Merkel sagt Irak 500-Millionen-Kredit zu

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Irak weitere deutsche Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes zugesagt. Bei einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi am Donnerstag in Berlin kündigte Merkel an, dass Deutschland einen ungebundenen 500-Millionen-Euro-Kredit zur Verfügung stellen wird. Das Geld soll vor allem in Infrastruktur-Projekte fließen. Ziel sei, den Menschen im Irak Hoffnung zu geben, «damit sie ihr Land nicht verlassen müssen».

Im Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle, darunter auch die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zentralregierung hat dort kaum noch Einfluss. Deutschland beliefert die Kurden im Norden des Landes mit Waffen und bildet über die Bundeswehr auch Kämpfer aus. Al-Abadi hofft auf deutsche Ausbildungshilfe auch für die irakische Armee. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen gibt es in dem Land etwa 3,2 Millionen Binnenvertriebene. Hinzu kommen etwa 250 000 Flüchtlinge aus Syrien.

Do, 2016-02-11 12:06
Berlin (dpa)

Polizisten bekommen Fertigessen mit abgelaufener Haltbarkeit

Berlin (dpa) - Die Berliner Polizei hat einigen ihrer Beamten bei einem Großeinsatz Fertigessen mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum vorgesetzt. Zum Teil waren Tiefkühl-Nudeln nur offiziell bis September 2015 haltbar. Von 315 Essensportionen war bei 88 das Datum überschritten, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Über Unwohlsein beklagte sich den Angaben zufolge allerdings niemand.

Einsatzleiter Michael Krömer, der für die Begleitung einer großen Demonstration in Friedrichshain zuständig war, entschuldigte sich inzwischen bei seinen Leuten, wie aus einem entsprechenden Brief hervorgeht. Die Polizei verlangt nun von ihrem Essens-Lieferanten eine Erklärung. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Deutsche Polizeigewerkschaft beschwerten sich und sprachen von einem Skandal.

Do, 2016-02-11 12:03
Wismar/Hamburg (dpa)

German-Pellets-Mitarbeiter bekommen Februar-Lohn von Arbeitsagentur

Wismar/Hamburg (dpa) - Die 650 Beschäftigten des zahlungsunfähigen Wismarer Brennstoffherstellers German Pellets bekommen ihre Löhne und Gehälter Ende Februar von der Bundesarbeitsagentur. Die Behörde zahlt für drei Monate Insolvenzgeld, wie die Regionaldirektion Nord am Donnerstag mitteilte.

Bisher habe das Unternehmen keine Lohn- und Gehaltsrückstände, sagte der Insolvenzgeldrefinanzierer Martin Klapper in Hamburg. Für die Zeit des vorläufigen Insolvenzverfahrens übernehme die Bundesarbeitsagentur die Zahlungen in der vollständigen Nettohöhe. «Die Mitarbeiter haben keine Einbußen», sagte er. Um die Gelder rechtzeitig auszuzahlen, überweist eine Bank sie auf die Konten. «Wir ersetzen der Bank in drei Monaten die ausgezahlte Summe», sagte Klapper.  

Ein Betrieb in Insolvenz dürfe lohnkostenfrei arbeiten, um sich zu sanieren, erläuterte er. Nach drei Monaten müssten die Entgelte für die Arbeitnehmer aus der Insolvenzmasse bezahlt werden - oder die Beschäftigten erhielten im Falle der Betriebsschließung Arbeitslosengeld.

Do, 2016-02-11 12:15
Brüssel (dpa)

Nato wird vorerst nicht direkt am Anti-IS-Kampf beteiligt

Brüssel (dpa) - Die Nato wird vorerst nicht direkt am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt. Die Verteidigungsminister der Bündnisstaaten beschlossen am Donnerstag, mit einem Kompromiss auf eine entsprechende Unterstützungsanfrage der USA zu reagieren. Die Vereinigten Staaten sollen demnach Nato-Flugzeuge vom Typ Awacs für Einsätze außerhalb des Anti-IS-Kampfes nutzen können. US-Awacs könnten dann verstärkt über Syrien und dem Irak eingesetzt werden. Die mit moderner Radar- und Kommunikationstechnik ausgestatteten Spezialmaschinen können zur Luftraumüberwachung und als fliegende Kommandozentrale eingesetzt werden.

Vor allem Deutschland hatte sich gegen eine direkte Nato-Beteiligung am Kampf gegen den IS ausgesprochen. Als Grund wurde genannt, dass ein Bündnisengagement die Friedensbemühungen im Syrien-Konflikt erschweren könnte.

Auf die Bundeswehr könnten durch die Nato-Entscheidung weitere Auslandseinsätze außerhalb des Anti-IS-Kampfes zukommen. Deutschland stellt rund ein Drittel der Besatzungsmitglieder für die 16 Bündnis-Awacs.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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