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Di, 2016-05-03 16:31
Dresden (dpa)

Staatsanwalt fordert Freiheitsstrafe für Bachmann

Dresden (dpa) - Im Prozess gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann wegen Volksverhetzung hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten gefordert. Dem Kopf des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses wird vorgeworfen, Flüchtlinge in Facebook-Kommentaren herabgewürdigt und zum Hass gegen sie angestachelt zu haben. Der wegen anderer Delikte wie Diebstahl und Drogenhandel bereits vorbestrafte 43-Jährige bestreitet, dass die Kommentare von ihm stammten. Die Verteidigung plädierte am Dienstag auf Freispruch. Das Amtsgericht Dresden wollte noch am Nachmittag sein Urteil sprechen.

Di, 2016-05-03 16:22
au-Prince (dpa)

Mehrere Tote nach Unwettern in Haiti

Port-au-Prince (dpa) - In Haiti sind mehrere Menschen nach heftigen Unwettern ums Leben gekommen. Wie lokale Medien unter Berufung auf das Innenministerium in Port-au-Prince am Dienstag berichteten, starben am Wochenende mindestens acht Menschen bei einem Bootsunglück vor der Küste des verarmten Karibikstaats.

Einem Bericht des Senders Radio Metropole zufolge hatten zudem starke Niederschläge in den vergangenen Tagen landesweit zu Überschwemmungen geführt, darunter in der Hauptstadt Port-au-Prince. Dabei kamen demnach mindestens zwei Menschen ums Leben. Bilder örtlicher Medien zeigten ganze Straßenzüge unter Wasser. Im südlichen Département Nippes seien in der Landwirtschaft viele Felder in der Nähe der übergetretenen Flüsse zerstört worden.

Di, 2016-05-03 16:08
Düsseldorf (dpa)

Islamist quälte Frau und Kind: Fast drei Jahre Haft

Düsseldorf (dpa) - Ein Islamist aus Mönchengladbach ist für die Misshandlung seiner schwangeren Verlobten und ihres Sohnes zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Düsseldorf sprach den 31-Jährigen aus dem Umfeld des inhaftierten Salafistenführers Sven Lau wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung schuldig. Mit seinen Quälereien habe er den Jungen «stählen und zum Gotteskrieger machen wollen». Das Gericht ging mit dem Urteil noch ein halbes Jahr über den Strafantrag der Anklage hinaus.

Die Richterin kritisierte die Rechtsanwälte: Auf deren Betreiben hin habe das Paar während der Untersuchungshaft geheiratet und damit die Aussage des elfjährigen Jungen vor Gericht verhindert und frühere Angaben mit einem Verwertungsverbot belegt. «Leider ist es passiert, dass die Anwälte verhindert haben, dass der kleine junge sein Recht bekam», sagte die Richterin. Die vollverschleiert erschienene Frau hatte die Aussage verweigert. Deshalb wurde auf eine ältere Vernehmung zurückgegriffen, bei der sie die Misshandlungen geschildert hatte.

Der Angeklagte soll seine Verlobte mehrmals gewürgt, geschlagen und getreten sowie ihren elfjährigen Sohn ebenfalls schwer misshandelt haben. Die Frau war in ein Frauenhaus geflüchtet, später aber zu ihrem Peiniger zurückgekehrt.

Di, 2016-05-03 16:34
Niamey (dpa)

Wo die Fluchtursachen sind - Steinmeier im Niger Von Christoph Sator, dpa

In Afrika hoffen Hunderttausende auf eine Zukunft in Europa. Eines der wichtigsten Transitländer: der Niger. Deshalb ist dort nun erstmals ein bundesdeutscher Außenminister zu Besuch. Dabei bekommt man eine Ahnung davon, wie schwierig Hilfe wird.

Niamey (dpa) - Manchmal liegen Glanz und Elend in Afrika tatsächlich ganz eng beieinander. In Niamey, der Hauptstadt des Niger, des ärmsten Landes auf dem ganzen Kontinent, sind es am Dienstag nur ein paar Minuten.

Mittags dinieren Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault noch bei Präsident Mahamadou Issoufou auf dessen großartiger Terrasse. Eine Viertelstunde später geht es dann ins Flüchtlingsheim - zu zwei Dutzend Afrikanern, die auf dem Weg nach Europa weit vor dem Ziel gestrandet sind, irgendwo in der Sahara. Jetzt sind sie auf dem Weg nach Hause. Das Geld ist weg und die Illusionen auch.

Der Niger hat sich zu einem der wichtigsten Durchgangsländer für afrikanische Flüchtlinge entwickelt, die nach Europa kommen wollen. In diesem Jahr, so vorsichtige Schätzungen, werden es mehr als 120 000 Leute versuchen, aus Ländern wie Gambia, Senegal oder Mali. Allein in der dritten April-Woche versuchten 10 000 ihr Glück.

Zudem sind etwa 200 000 Flüchtlinge permanent im Land - meistens Menschen, die vor Krieg und islamistischem Terror in den Nachbarländern geflohen sind. Wer also wissen will, was es tatsächlich bedeutet, «Fluchtursachen zu bekämpfen» - einen Satz, den man von Politikern seit Monaten immer wieder hört - ist im Niger am richtigen Ort.

Für die Deutschen ist das eine ziemlich neue Erfahrung. Bis zur Flüchtlingskrise hat sich Berlin für die ehemalige französische Kolonie nicht übermäßig interessiert. Bis Dienstag hatte der Niger in 66 Jahren Unabhängigkeit noch nie einen Bundesaußenminister zu Besuch.

Die Bande mit Frankreich, dem früheren Kolonialherrn, hingegen sind nach wie vor eng. Der Niger hat enorm viel Uran, was die Franzosen für ihre Atomkraftwerke brauchen. Nebeneffekt des Uran-Abbaus ist allerdings, dass die radioaktive Strahlung in einigen Gegenden sehr hoch ist. Im Länder-Index der Vereinten Nationen, mit dem der Entwicklungsstand gemessen wird, liegt der Niger auf Länderplatz 188. Es ist der allerletzte.

Neuerdings aber hat man neben dem Uran eine andere Einnahmequelle entdeckt: Flüchtlinge. Zusammen mit dem Tschad ist der Niger zum wichtigsten Transitland des Kontinents geworden. Agadez, 1000 Kilometer von Niamey entfernt, ist nun einer der großen Drehscheiben für Menschenschmuggel.

Daran verdienen nicht nur die Schleuser, sondern auch Soldaten, Zöllner, Polizisten und Politiker. Nach einer kürzlich veröffentlichen Studie kassieren die Beamten pro Fahrzeug, das sie durchlassen, im Schnitt 450 US-Dollar. Der einzelne Flüchtling kostet nochmals 30 Dollar extra. Offiziell macht der Staat einiges dagegen. Der Präsident hat ein Gesetz verabschieden lassen, wonach Menschenschmugglern nun bis zu 30 Jahre Haft drohen. Aber das ist noch ziemliche Theorie.

Dazu gibt es viele Worte. In der gemeinsamen Abschlusserklärung zum Besuch der europäischen Minister heißt es: «Wir wollen in einem Geist der Partnerschaft ein Wirtschaftswachstum fördern, von dem alle profitieren.» Für die Europäische Union gehört dies zum «migrationspolitischen Dialog». Ayrault beschwört sogar eine «Schicksalsgemeinschaft» zwischen Afrikanern und Europäern.

Steinmeier bleibt, wie gewohnt, in der Wortwahl um einiges nüchterner. «Was hier dringend erwartet wird, ist, dass wir die Ansätze, die Niger selbst getan hat, mit europäischen Möglichkeiten weiter unterstützen.» Konkrete neue Finanzzusagen machen beide nicht.

Ob all dies tatsächlich Afrikaner von ihren Fluchtplänen abhalten wird, darf ohnehin bezweifelt werden. Die EU hat für fünf Projekte im Niger inzwischen 75 Millionen Euro bereit gestellt. Zusammen mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) will man in Agadez ein Zentrum aufbauen, in dem über die Gefahren des Wegs nach Europa aufgeklärt wird. Konkret passiert ist bislang aber nicht viel. Zudem gibt es Befürchtungen, dass das Geld aus Europa in irgendwelchen Kanälen versickert.

Di, 2016-05-03 16:13
Stuttgart (dpa)

Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz verlässt Porsche

Der Abgas-Skandal bei VW fordert ein weiteres Opfer. Entwicklungschef Wolfgang Hatz verlässt den Sportwagenbauer Porsche. Dabei hat die interne Untersuchung ihm bislang kein Fehlverhalten nachweisen können.

Stuttgart (dpa) - Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche tauscht seinen Entwicklungsvorstand aus. Der seit September beurlaubte Wolfgang Hatz (57) verlässt auf eigenen Wunsch das Unternehmen, wie Porsche am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Der Porsche-Aufsichtsrat kürte Michael Steiner (51) zu seinem Nachfolger. Hatz war wegen interner Untersuchungen im Zuge des Abgas-Skandals bei Volkswagen seit September aus dem Dienst gezogen worden. Bislang habe es aber keinerlei Hinweise auf eine Mitverantwortung von Hatz ergeben, hieß es weiter.

Damit wird ein weiterer Entwicklungschef im Volkswagen-Konzern im Zuge des Dieselskandals ausgetauscht. Anfang Dezember entließ der Audi-Aufsichtsrat den Technikchef der Ingolstädter VW-Tochter, Ulrich Hackenberg, aus dem Vorstand. Kurz darauf übernahm Frank Welsch den Entwicklungs-Posten bei der Kernmarke Volkswagen für Heinz-Jakob Neußer, der beurlaubt worden war.

Porsche ist bisher vergleichsweise moderat vom Diesel-Skandal betroffen: Rund 13 000 Exemplare des Geländewagen-Modells Cayenne in den USA enthalten bisherigen Erkenntnissen zufolge die Betrugssoftware. Es geht um Fahrzeuge der Jahrgänge 2013 bis 2015 - gemessen am weltweiten Porsche-Absatz in dem Zeitraum ist das ein Anteil von etwa zwei Prozent. Im Zuge des «freiwilligen Rückrufs» des Kraftfahrbundesamtes beordert Porsche außerdem 33 000 Macan-Geländewagen in die Werkstätten zurück. Der Motor für Porsches Dieselwagen kommt von Audi.

Wegen der mit der internen Untersuchung verbundenen Beurlaubung habe Hatz sich entschlossen, Porsche zu verlassen, hieß es in der Porsche-Mitteilung. Hatz war von 2001 bis 2009 im VW-Konzern als Motorenentwickler tätig gewesen - zunächst bei Audi, später bei Volkswagen selbst. Seit Februar 2011 ist er Mitglied im Vorstand der VW-Tochter Porsche. Hatz' Nachfolger Michael Steiner arbeitet seit 14 Jahren im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach - zuletzt als Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeug.

Di, 2016-05-03 16:38
Wolfsburg (dpa)

Golf sei dank? VW hofft beim Diesel-Rückruf auf Trendwende Von Marco Hadem und Matthias Arnold, dpa

«Aktion 23R7» heißt das Software-Update zur Abgas-Krise bei Volkswagen. Doch die größte Rückruf-Aktion in der Konzerngeschichte kommt nicht richtig in Gang. Wegen technischer Probleme beim Passat hat VW nun die ersten Golf-Modelle vorgezogen. Grund zur Hoffnung?

Wolfsburg (dpa) - Im seit Monaten schleppenden Diesel-Rückruf hofft Volkswagen mit der Freigabe für den Golf auf die dringend benötigte Trendwende. Zunächst noch nicht zahlenmäßig, denn in Relation zu den weltweit mehr als elf Millionen manipulierten Dieseln sind die jetzt für den Rückruf freigegebenen 15 000 Modelle TDI Blue Motion mit 2,0 Liter Motor und Schaltgetriebe nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Gerade einmal 0,14 Prozent. Eine läppische Zahl, die im Konzern aber an einem regnerischen Dienstag dennoch ein fast vergessenes Gefühl des Optimismus verbreitet.

«Die Botschaft hinter der Zahl ist entscheidend», heißt es aus dem 20-köpfigen Aufsichtsrat von Volkswagen. Die wochenlange Wartezeit sei damit endlich beendet, ist aus den rund 2000 VW-Werkstätten zu hören. Nach dem Rückrufstart für 8400 Modelle des VW-Pickups Amarok im Januar war und ist aber noch immer Geduld gefragt. Denn anstelle der erwarteten 160 000 Passat-Diesel, die Ende Februar zurückgerufen werden sollten, passierte praktisch nichts. So wie auch an diesem Dienstag, als kaum ein übereifriger Golf-Fahrer in die Werkstatt eilt, um die «Aktion 23R7» durchführen zu lassen.

«Das ist natürlich ärgerlich», betont ein Werkstattbesitzer. Auch in den Händlerkreisen gärt der Unmut: «Da wurden Urlaubsverbote ausgesprochen, mehr Leihwagen bereit gestellt und Zusatzkräfte eingestellt, weil man sich auf die Aussagen von VW verlassen hat.» Händler und Werkstätten seien in Vorkasse gegangen. Das Geld sei nun weg, aber man werde es auf jeden Fall von Volkswagen zurückfordern. «Darauf kann sich der Konzern schon mal einstellen.»

Allem Ärger zum Trotz wird Nachricht über den vorgezogenen Golf-Rückruf positiv aufgenommen. Mehr noch: «Es war gut, dass Matthias Müller es persönlich gesagt hat. Das zeigt, dass er sich der Situation bewusst ist.»

Der Werkstattbesitzer, der wie so viele in diesen Tagen bei VW seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, spielt auf eine Situation in der vergangenen Woche an. In seiner Rede vor der versammelten Weltpresse weicht der VW-Chef von seinem Manuskript ab und verkündet in der für ihn typischen Sachlichkeit mit bajuwarischem Akzent, dass der Golf-Rückruf nach Rücksprache mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorgezogen wird: «Die Entscheidung ist heute Morgen gefallen.» Besser hätte das Timing für die Randnotiz nicht sein können. Denn kurz darauf muss Müller den Geschäftsbericht 2015 vorstellen - inklusive schmerzhafter Diesel-Rückstellungen von mehr als 16 Milliarden Euro.

Angesichts der zahllosen Hiobsbotschaften der vergangenen Monate wirken die guten Golf-Nachrichten wie ein Balsam auf der angekratzten VW-Seele. Auch das gehört zur neuen Bescheidenheit im einstigen «Höher, Schneller, Weiter»-Konzern und passt zu den seit Wochen hörbaren Durchhalteparolen beim größten Rückruf der VW-Geschichte. Denn neben dem Amarok dürfen bislang nur Modelle der VW-Töchter Audi und Seat von der illegalen Software befreit werden. «Es ist natürlich bedauerlich, dass ausgerechnet die Kernmarke VW hier bislang nicht vorankommt», heißt es aus dem Konzern.

Doch das soll sich bald ändern. «Es kommt jetzt bald das fehlende Volumen in den Rückruf», heißt es. Bis zur Hauptversammlung am 22. Juni - so die Hoffnungen - sollen weitere Modelle in die Werkstätten dürfen. Optimistisch ist von «Millionen» die Rede. Nach dem schlechten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist dies aber nur hinter vorgehaltener Hand zu erfahren und fast reflexartig kommt die Einschränkung «die letzte Entscheidung liegt natürlich beim KBA».

Der bereits verbuchte Zeitverlust von vier Monaten wird VW aber dennoch noch lange beschäftigen. Dessen ist sich auch Müller bewusst. «Wir sind damit noch nicht so weit, wie wir es gerne wären», erklärt er bei besagter Rede. Nachdem ein Viertel des Jahres verstrichen ist, ohne beim Rückruf nennenswert voranzukommen, kann Müller längst nicht mehr ausschließen, die Aktion bis ins erste Quartal 2017 strecken zu müssen. Intern wird der Verzug auf rund 250 000 Fahrzeuge beziffert.

«Das Ziel ist ambitioniert, aber zu schaffen. Wir wissen aber definitiv nicht, wie lange das Aufschieben noch dauert», heißt es aus Händlerkreisen. Ungeachtet aller technischen Probleme muss VW noch mit zusätzlichen Anstrengungen rechnen: Sollten die Kunden auch nach den Freigaben nicht zeitnah in die Werkstätten strömen, dürften die Behörden einiger Länder Druck machen, weil vorgegebene Rückrufquoten in Gefahr sind. Dann müsste VW etwa in Werbekampagnen den Ruf zur Umrüstung untermauern. Zudem drohen Termin-Engpässe. «Das sind aus heutiger Sicht aber Luxusprobleme», heißt es aus dem Aufsichtsrat.

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Di, 2016-05-03 16:09
Paris/Berlin (dpa)

Frankreichs Präsident Hollande will TTIP so nicht unterschreiben

Was wird aus der Vision einer transatlantischen Super-Freihandelszone? Nach dem jüngsten «Leak» könnte sich das Vorhaben als unerfüllbarer Traum erweisen. Paris jedenfalls macht Druck.

Paris/Berlin (dpa) - Nach der Veröffentlichung geheimer Dokumente zum geplanten EU-Freihandelsabkommen mit den USA wächst die Skepsis, ob TTIP überhaupt zustande kommt. Frankreichs Präsident François Hollande machte am Dienstag deutlich, dass sein Land die Vereinbarung «in diesem Stadium» der Verhandlungen ablehnt. Paris werde niemals akzeptieren, dass zentrale Prinzipien «für unsere Landwirtschaft, unsere Kultur, für wechselseitigen Zugang zu öffentlichen Aufträgen» infrage gestellt würden. Der französische Außenhandels-Staatssekretär Matthias Fekl hält den Stopp der Verhandlungen derzeit für die «wahrscheinlichste Option», wie er im Sender Europe 1 sagte.

Auch in Deutschland äußerten sich Politiker kritisch zum Verlauf der rund dreijährigen TTIP-Verhandlungen. Die Jusos verlangten sogar deren Abbruch.

Greenpeace hatte am Montag bislang unter Verschluss gehaltene TTIP-Dokumente ins Internet gestellt. Die Organisation wirft den USA vor, im Interesse amerikanischer Konzerne europäische Umwelt- und Verbraucherschutzstandards aushöhlen zu wollen. Berlin und Brüssel wiesen das zurück, die US-Regierung sprach von irreführenden Interpretationen. Die Bundesregierung will das Handelsabkommen nicht infrage stellen, eigentlich sollten bis Jahresende zumindest Eckpunkte stehen, bevor Präsident Barack Obama aus dem Amt scheidet.

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange, zweifelt an diesem Zeitplan und am Zustandekommen von TTIP generell. «Obwohl wir jetzt drei Jahre miteinander reden, stehen immer noch die Maximalpositionen gegenüber. Die Amerikaner bewegen sich Null Komma Null», beklagte der SPD-Politiker im rbb-Inforadio. Darüber sei breite Frustration zu spüren.

Selbst in der Spitze der EU-Kommission gibt es nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag) Zweifel, ob das TTIP-Abkommen überhaupt noch geschlossen werden kann. Die US-Regierung bewege sich bisher zu wenig, damit dieses Jahr ein Abschluss gelingen könne, sagte ein hochrangiger Vertreter dem Blatt. Nach der Pause, die durch die Wahlen in den USA, Frankreich und Deutschland bis Ende 2017 entstehe, werde eine Wiederbelebung der Verhandlungen schwierig. Am Dienstag äußerte sich die Kommission nicht zu dem Bericht.

Die SPD-Linke macht derweil Druck auf Parteichef Sigmar Gabriel, für eine Beendigung der Verhandlungen einzutreten. «Es gibt eigentlich keine Grundlage für ein gemeinsames Abkommen. Deshalb bin ich dafür abzubrechen», sagte die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann in der ARD. Die veröffentlichten Dokumente machten deutlich, dass die Positionen der Verhandlungspartner unvereinbar seien.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Ramsauer (CSU), bezeichnete einen Abbruch der Verhandlungen im Deutschlandfunk als «Quatsch». Darüber herrsche Einvernehmen mit Gabriel. Die fraglichen Dokumente zeigten nur einen Zwischenstand. Allerdings räumte auch Ramsauer ein, dass ein Verhandlungsabschluss noch in diesem Jahr unrealistisch sei.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warnte vor einem Scheitern der Gespräche. «TTIP ist auf absehbare Zeit die wohl letzte große Chance, den Welthandel im transatlantischen Interesse mitzugestalten und demokratische Prinzipien für fairen und freien Handel zu verankern», sagte Kramer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über die «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Ziel ist es, Zölle und andere Hürden für Investitionen abzubauen, damit der Handel zwischen den beiden Wirtschafts-Supermächten EU und USA mit 800 Millionen Verbrauchern stärker floriert. Europaweit gibt es massive Proteste gegen das Abkommen, besonders in Deutschland.

Di, 2016-05-03 16:08
Aleppo (dpa)

Rebellen treffen Klinik im syrischen Aleppo - Hoffnung auf Waffenruhe und -Handout

Aleppo ist der umkämpfteste Schauplatz in Syriens Bürgerkrieg. Von einer Waffenruhe ist dort nichts zu spüren. Können Moskau und Washington ihren Einfluss geltend machen?

Aleppo (dpa) - Bei Angriffen im nordsyrischen Aleppo haben Rebellen nach Angaben des Regimes auch ein Krankenhaus getroffen und dabei mindestens drei Frauen getötet. Insgesamt starben bei massivem Beschuss von Vierteln unter Kontrolle von Anhängern der Regierung mindestens 14 Menschen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Dienstag meldete. Bereits in den vergangenen Tagen war die Gewalt in Aleppo trotz einer Feuerpause eskaliert. Syriens Partner Russland schloss eine baldige Rückkehr zur Waffenruhe in der Region nicht aus.

«Ich hoffe, dass in allernächster Zukunft - vielleicht sogar in den nächsten Stunden - eine solche Lösung erklärt wird», sagte Moskaus Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit dem UN-Sonderbeauftragten Staffan de Mistura in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Er kündigte an, Russland und die USA wollten künftig auch von Genf aus die Einhaltung der Waffenruhe überwachen.

Aleppo und das Umland gelten als der umkämpfteste Schauplatz im syrischen Bürgerkrieg. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge starben in den vergangenen zehn Tagen fast 280 Zivilisten in der Stadt, die zwischen Regierung und Opposition geteilt ist. Erst Mitte vergangener Woche waren mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen, als eine Klinik im Rebellengebiet bei Luftangriffen getroffen wurde. Die Opposition und Regierungen im Westen machten dafür die syrische Luftwaffe verantwortlich, die das zurückwies.

Laut Sana wurden bei dem Angriff auf die Klink am Dienstag auch 17 Frauen und Kinder verletzt. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle meldete ebenfalls Opfer und erklärte, das Krankenhaus sei stark beschädigt worden. Die Menschenrechtler bezifferten die Zahl der Opfer in Aleppos Regimegebiet auf 19 Tote und rund 80 Verletzte. Helikopter der syrischen Luftwaffe hätten zudem international geächtete Fassbomben über Rebellengebieten abgeworfen.

Syriens Armeeführung machte die radikale Al-Nusra-Front und andere Rebellengruppen für den Beschuss der Regimegebiete verantwortlich und erklärte, sie schlage die Angriffe zurück, wie Sana berichtete. Die Al-Nusra-Front ist ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie hat in den Rebellengebieten Aleppos und im Umland der Stadt Stellungen. Die Ende Februar geltende Waffenruhe gilt für sie genauso wenig wie für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Lawrow rief die USA auf, auf ihre Verbündeten im Syrien-Konflikt einzuwirken, um Ultimaten zu verhindern, die auf ein Scheitern der Friedensverhandlungen abzielten. De Mistura erklärte, bei einer neuen Waffenruhe sei es vorstellbar, dass die Gespräche zwischen Regierung und Regimegegnern wieder aufgenommen würden. «Wir müssen zur Einhaltung der Feuerpause zurückkehren und sie wirksamer gestalten», sagte de Mistura. Die Opposition hatte die Genfer Friedensgespräche aus Protest gegen einen Anstieg der Gewalt verlassen.

Bei Luftangriffen auf die nordsyrische IS-Hochburg Al-Rakka wurden unterdessen mindestens 13 Zivilisten und fünf Kämpfer der Extremisten getötet, wie die Menschenrechtsbeobachter meldeten. Es sei unklar, ob Flugzeuge der russischen Luftwaffe oder der US-geführten internationalen Koalition dafür verantwortlich seien.

Di, 2016-05-03 16:31
Ingolstadt (dpa)

13 500 Diesel in vier Wochen - Audi kommt bei Abgas-Rückruf voran

Ingolstadt (dpa) - Vier Wochen nach dem Start des ersten Rückrufs bei Audi infolge des Diesel-Skandals sind von der VW-Tochter mehr als 13 500 manipulierte Fahrzeuge umgerüstet worden. Noch seien aber nicht alle der 191 000 betroffenen Audi-Kunden in ganz Europa kontaktiert worden, teilte der Autobauer am Dienstag mit. Allein in Deutschland müsste bei rund 46 000 Fahrzeuge das Update aufgespielt werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte Anfang April die Rückrufe für die Audi-Modelle A4, A5, A6 und Q5 genehmigt. Weltweit muss Volkswagen mehr als elf Millionen Fahrzeuge von der illegalen Betrugssoftware befreien, darunter sind auch etwa 2,1 Millionen Modelle von Audi.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-03 15:32
Niamey (dpa)

Steinmeier und Ayrault versprechen Niger Flüchtlingshilfe

Niamey (dpa) - Deutschland und Frankreich haben dem westafrikanischen Niger - einem der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa - weitere Hilfe zugesagt. Die beiden Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault riefen bei einem Besuch in der Hauptstadt Niamey am Dienstag dazu auf, Fluchtursachen frühzeitig zu bekämpfen.

Steinmeier sagte nach einem Treffen mit Präsident Mahamadou Issoufou: «Was hier dringend erwartet wird, ist, dass wir die Ansätze, die Niger selbst getan hat, mit europäischen Möglichkeiten weiter unterstützen.» Dazu müsste insbesondere auch die Sicherheitslage in der Region verbessert werden.

Die ehemalige französische Kolonie gilt als eines der wichtigsten Durchgangsländer afrikanischer Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Im vergangenen Jahr versuchten mehr als 100 000 Menschen, über den Niger in Richtung Mittelmeerküste zu kommen. In diesem Jahr werden es nach Schätzungen mindestens 120 000 sein. Allein in einer einzigen Woche im April waren es 10 000.

Die EU hatte dem Niger im vergangenen Jahr bereits 75 Millionen Euro zur Bekämpfung von Fluchtursachen zur Verfügung gestellt. In der Stadt Agadez - einer der wichtigsten Drehscheiben für Menschenschmuggel - soll ein Zentrum entstehen, in dem Migranten vor dem gefährlichen Weg nach Europa gewarnt werden.

Di, 2016-05-03 15:15
Kiel (dpa)

Schiff mit Meeresausstellung tourt durch Deutschland

Geballtes Wissen im Schiffsbauch: Die «MS Wissenschaft» tourt mit der Ausstellung «Meere und Ozeane» durch Deutschland. Nach dem Auftakt in Kiel sind 32 weitere Städte an der Reihe. Weil man Themen auch spielerisch ergründen kann, macht die Schau vor allem Jüngeren Spaß.

Kiel (dpa) - Sie trampeln sich ein Seebeben herbei und finden bei einem Computerspiel heraus, ab wann Fischerei nicht mehr nachhaltig ist - spielerisch und fröhlich erobern sich Schüler an Bord der «MS Wissenschaft» die Ausstellung «Meere und Ozeane». Statt wie früher Kohle hat das 100 Meter lange Schiff eine Menge Wissen gebunkert. Nach der Eröffnung am Dienstag in Kiel sind bis Anfang September noch 32 weitere Städte an der Reihe. Der Eintritt ist frei.

An Bord können sich die Besucher über die Vielfalt der Meere und über die Arbeit der Forscher informieren. Es gehe darum, eine gute Balance zwischen der Nutzung der Meere und ihrem Schutz zu finden, sagte zur Eröffnung der Direktor des Kieler Ozeanforschungszentrums Geomar, Peter Herzig. Menschliche Ernährung, Rohstoff- und Energielieferant, Klimawandel, Tsunamis - die heutige und künftige Bedeutung der Meere sei enorm. Deshalb sei es richtig, dass der Bund kräftig in die Meeresforschung investiere, sagte Herzig. Allein 850 Millionen Euro fließen in die Erneuerung der deutschen Forschungsflotte.

Die schwimmende Ausstellung mit Kosten von einer Million Euro in diesem Jahr richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche, die an den Exponaten viel ausprobieren dürfen. So können sie mit einer 3D-Brille in ein Korallenriff eintauchen oder im Tiefseekino ergründen, welche seltsamen Geschöpfe Tausende Meter tief am Meeresgrund in völliger Finsternis leben.

«Wir zeigen mit der Ausstellung, welche Bedeutung die Weltmeere für das Klima haben, wie wir sie schützen können und was die Unterwasserwelt so faszinierend macht», sagte die Tiefseeforscherin und Vorsitzende des Lenkungsausschusses der Initiative von Wissenschaft im Dialog (WiD), Antje Boetius. «Die Meere und Polarregionen bergen noch viele Geheimnisse.»

Das Ausstellungsschiff ist im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterwegs. Mehr als 100 Forscher aus 20 Einrichtungen sind beteiligt. Die nächsten Stationen nach Kiel sind Rendsburg (ab 9. Mai) und Hamburg (ab 13. Mai). Schlussstation für dieses Jahr ist Bonn (5./6. September). Das Ministerium hat die Meeresforschung in den Fokus des neuen Wissenschaftsjahrs gestellt.

Nachdem sich der Törn in diesem Jahr auf Städte im Norden, Westen und Osten Deutschlands konzentriert, folgen 2017 bei einer zweiten Fahrt die Mitte und der Süden. Auch Österreich ist dann dabei.

Di, 2016-05-03 15:09
Stuttgart (dpa)

Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz verlässt Porsche

Stuttgart (dpa) - Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche tauscht seinen Entwicklungsvorstand aus. Der seit September beurlaubte Wolfgang Hatz (57) verlässt auf eigenen Wunsch das Unternehmen, wie Porsche am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Seine Nachfolge tritt Michael Steiner (51) an. Hatz war wegen des Abgasskandals bei Volkswagen seit September aus dem Dienst gezogen worden. Bislang habe die Untersuchung keinerlei Hinweise auf eine Mitverantwortung von Hatz ergeben, hieß es weiter. Wegen der laufenden internen Untersuchungen und der damit verbundenen Beurlaubung habe Hatz sich aber entschlossen, Porsche zu verlassen. Hatz war von 2001 bis 2009 im VW-Konzern als Motorenentwickler tätig gewesen - zunächst bei Audi, später bei Volkswagen selbst. Seit Februar 2011 ist er Mitglied im Vorstand der VW-Tochter Porsche.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-03 15:43
Frankfurt/Main (dpa)

Auftakt im Prozess um Fotos mit aufgespießten Köpfen

Der Angeklagte wollte in Syrien nur helfen. Sagt er. Doch wie gerät er dabei auf abscheuliche Bilder? Und braucht man zum Helfen eine Kalaschnikow? Ein Prozess in Frankfurt soll das und anderes klären.

Frankfurt/Main (dpa) - Er soll in Syrien für Fotos mit aufgespießten Köpfen posiert haben - nun muss sich ein 21-Jähriger vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Aria L. wird ein Kriegsverbrechen vorgeworfen. Der Angeklagte sagte am Dienstag vor Gericht, er sei «zufällig» auf das Foto geraten. «Ich wollte nicht mit aufs Bild», sagte der mehrfach vorbestrafte Mann: «Ich bin ein sensibler Mensch und wollte in Syrien nur helfen».

Der Deutsche mit iranischen Wurzeln aus Offenbach hat laut Bundesanwaltschaft im März/April 2014 die Fotos in Syrien machen lassen. Anschließend verbreitete er sie im Internet. Er habe damit die Getöteten verhöhnen und in ihrer Totenehre herabwürdigen wollen, wirft ihm die Anklage vor. Der Prozess gegen die entsprechende Vorschrift des Völkerstrafgesetzbuches gilt als Pilotverfahren und ist für den Staatsschutzsenat «Neuland». Deshalb komme auch eine Absprache mit einem im Voraus in Aussicht gestellten Strafmaß nicht in Betracht, sagte Vorsitzender Richter Thomas Sagebiel.

Am ersten von sechs geplanten Verhandlungstagen bemühte sich der Angeklagte, den Vorfall auf einem syrischen Schulhof herunter zu spielen. Er sei von anderen quasi genötigt worden, vor die Kamera zu treten. Wer das Bild gemacht habe, wisse er nicht. Und auch die Verbreitung im Internet sei nicht von ihm ausgegangen.

Auf die Idee, mit 5000 Euro Bargeld und zwei Koffern Altkleidern nach Syrien zu reisen, sei er gekommen, nachdem er mit seiner Mutter Streit über deren neuen Freund hatte. Der Mann habe in die heimische Wohnung einziehen und ihn vertreiben wollen.

Zum Islam hingezogen aber habe er sich bereits ein Jahr vorher gefühlt. Ein Bekannter aus dem Fitness-Studio habe ihm entsprechende Literatur gegeben. «Im Internet habe ich Islam als Suchbegriff eingegeben. Mal sehen, was da kommt».

Mit seinen Ausführungen strapazierte Aria L. die Geduld des Vorsitzenden Richters indes erheblich: «Braucht man zum Helfen denn eine Kalaschnikow?», fragte der Richter. «Sie sind doch da runter, um den Max zu machen. Ihr larmoyantes Gerede geht mir langsam gegen den Strich».

Schon im Vorfeld des Prozesses hatte der Angeklagte den Ärger des Richters auf sich gezogen. Nach Übergriffen auf seine Freundin während eines Besuchs im Gefängnis waren ihm Besuchs- und Telefonerlaubnis entzogen worden.

Der Prozess wird morgen (Mittwoch) mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Die bislang vereinbarten Verhandlungstermine reichen bis zum 14. Juni.

Di, 2016-05-03 15:20
Berlin (dpa)

Lust auf Alkohol und Tabak ungebrochen laut Jahrbuch Sucht

Eine Badewanne voller Alkoholika trinkt jeder Deutsche im Jahr - sagt die Statistik. Daran hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Das Verlangen nach Zigaretten ist sogar gestiegen.

Berlin (dpa) - Die Lust auf Zigaretten, Bier, Wein und Schnaps ist in Deutschland ungebrochen: Statistisch gesehen lässt sich jeder Bundesbürger rund 137 Liter alkoholische Getränke im Jahr schmecken - und raucht rund 1000 Zigaretten. Das geht aus dem neuen Jahrbuch Sucht hervor, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Damit ist die Alkoholmenge nach den jüngsten Zahlen, die nur für 2014 vorliegen, im Vergleich zum Jahr davor lediglich um 0,2 Prozent zurückgegangen. Beim Zigarettenkonsum verzeichneten die Autoren sogar einen Anstieg um rund zwei Prozent. Dort sind die jüngsten Zahlen von 2015 und weisen pro Kopf 1004 Zigaretten aus, 2014 waren es 982.

Umgerechnet auf reinen Alkohol lag der Pro-Kopf-Konsum in Deutschland 2014 laut Jahrbuch bei 9,6 Litern. Seit 2010 ist diese Größe damit fast unverändert. Eine größere Trendwende gab es zwischen 1980 und 2010, als die Pro-Kopf-Menge an Reinalkohol stetig von 13 auf rund 10 Liter zurückging.

Grund zur Entwarnung sehen die Experten in der Stagnation nicht. «Wir liegen auf europäischer Ebene damit immer noch im oberen Bereich», sagte Gabriele Bartsch, Vize-Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), die im westfälischen Hamm sitzt. Auch Aufklärungskampagnen hätten daran wenig geändert. Wirksamere Instrumente sehen die Autoren - wie beim Tabak auch - in Steuererhöhungen, Angebotsbeschränkungen und Werbeverboten.

Die meisten alkoholischen Getränke werden laut Jahrbuch von den 15- bis 65-Jährigen konsumiert. Bei ihnen liege der Durchschnittskonsum deshalb deutlich höher - bei 14 Litern reinem Alkohol pro Jahr.

2014 wurden nach den Statistiken aber auch 22 391 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in Kliniken behandelt. Selbst wenn das fast vier Prozent weniger waren als im Vorjahr, sieht DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann keine Erfolge beim Eindämmen des Rauschtrinkens unter Teenagern. «Das ist immer noch ein hoher Stand», sagte er.

Zigaretten und Pfeifentabak sind Rauchwaren, die sich wieder wachsender Beliebtheit erfreuen. Weniger begehrt waren dagegen Zigarren und Zigarillos. 30 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen rauchen demnach in Deutschland.

Nur der Anteil der Teenager ist stark gesunken. Elf Prozent der Jungen und neun Prozent der Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren griffen zur Zigarette - so wenig wie bei keiner Erhebung zuvor.

Doch jeder sechste Befragte zwischen 18 und 20 gab an, in den letzten Monaten mindestens einmal eine illegale Substanz geraucht zu haben - zumeist Cannabis.

Hochgerechnet auf Folgen für die Gesundheit gehen die Autoren vom «Jahrbuch Sucht 2016» von 74 000 Todesfällen durch Alkohol und von 121 000 durch Tabak im Jahr aus. «Das entspricht rund 480 gut gefüllten Jumbojets», sagte Bartsch.

Die Kosten für das Gesundheitswesen - gerechnet nach Behandlungen und Ausfalltagen - schätzen die Experten auf rund 119 Milliarden Euro im Jahr, 40 Milliarden entfallen dabei auf Alkohol.

Die DHS geht auch von 1,5 Millionen Menschen aus, die von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig sind, vor allem ältere Frauen. Rund 215 000 Menschen seien darüber hinaus pathologische Glücksspieler.

Di, 2016-05-03 15:51
Niamey (dpa)

Steinmeier und Ayrault versprechen Niger Flüchtlingshilfe

Der Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt - und eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge aus Afrika. Deutschland und Frankreich wollen helfen. Konkrete neue Zusagen gibt es aber nicht.

Niamey (dpa) - Deutschland und Frankreich haben dem westafrikanischen Niger - einem der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa - weitere Hilfe zugesagt. Die Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault riefen bei einem Besuch in der Hauptstadt Niamey am Dienstag dazu auf, Fluchtursachen frühzeitig zu bekämpfen. Konkrete neue Finanzzusagen machten die beiden aber nicht.

Steinmeier sagte nach einem Treffen mit Präsident Mahamadou Issoufou: «Was hier dringend erwartet wird, ist, dass wir die Ansätze, die Niger selbst getan hat, mit europäischen Möglichkeiten weiter unterstützen.» Dazu müssten insbesondere auch die Sicherheitslage in der Region sowie die Lebensbedingungen verbessert werden.

Ayrault sprach von einer «Schicksalsgemeinschaft» zwischen Europa und Afrika. «Unser Schicksal ist eng miteinander verbunden. Wir müssen die beträchtlichen Herausforderungen, dir vor uns liegen, gemeinsam angehen.» Der nigrische Außenminister Yacoubou Ibrahim nannte als weitere Fluchtgründe auch den Klimawandel und demokratische Defizite in manchen afrikanischen Ländern.

Die ehemalige französische Kolonie gilt als eines der wichtigsten Durchgangsländer afrikanischer Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Im vergangenen Jahr versuchten mehr als 100 000 Menschen, über den Niger in Richtung Mittelmeerküste zu kommen. In diesem Jahr werden es nach Schätzungen mindestens 120 000 sein. Allein in einer einzigen Woche im April waren es 10 000.

Die EU hatte dem Niger im vergangenen Jahr bereits 75 Millionen Euro zur Bekämpfung von Fluchtursachen zur Verfügung gestellt. In der Stadt Agadez - einer der wichtigsten Drehscheiben für Menschenschmuggel - soll ein Zentrum entstehen, in dem Migranten vor dem gefährlichen Weg nach Europa gewarnt werden. Zum Abschluss ihrer dreitägigen Westafrika-Reise stand für die beiden Minister auch ein Besuch in einem Flüchtlingsheim auf dem Programm.

Di, 2016-05-03 15:03
Algarrobo/Hamburg (dpa)

«Uns hat der Blitz getroffen» - Was von der Ehec-Krise bleibt J. Vogelsänger, P. Kaminsky; P. Körner, B. Sprengel , C. Charisius, D. González , dpa

Erst bekommen spanische Gurken die Schuld, dann sind es Sprossen. Im Mai 2011 sorgt ein aggressiver Darmkeim für überfüllte Krankenhäuser. Mehr als 50 Menschen sterben. Und heute? Sind unsere Lebensmittel fünf Jahre danach sicherer?

Algarrobo/Hamburg (dpa) - Manche Ereignisse zerschneiden das ganze Leben in vorher und nachher. Sie fressen sich tief in die Erinnerung der Betroffenen ein. Bei anderen Menschen bleibt eine vage Angst: die Angst vor etwas, was keiner im Griff hat. So ein Ereignis war die Ehec-Epidemie vor fünf Jahren in Deutschland. Der lebensgefährliche Darmkeim machte Tausende Menschen oft über Nacht krank. Der Erreger schürte die Furcht vor gesunder Rohkost: vor Salat, Gurken, Sprossen. Und er zog weltweit Kreise.

«An jenem Tag hat uns der Blitz getroffen», sagt Antonio Lavao. Der spanische Unternehmer und Gemüse-Exporteur denkt ungern an den 26. Mai 2011 zurück. Der aggressive Ehec-Keim grassiert seit Anfang Mai besonders in Norddeutschland. Er sorgt für blutige Durchfälle und Nierenversagen. Die Krankenhäuser sind voll.

Behörden und Forscher suchen nach verseuchtem Gemüse als Quelle. Ende Mai nennen die Behörden in Hamburg dann den Namen seines Unternehmens: Auf Gurken, die die Firma Frunet geliefert hatte, seien Ehec-Erreger gefunden worden. Das Kürzel steht für «enterohämorrhagische Escherichia coli».

Wenige Tage später sollte sich die Schuldzuweisung als falsch herausstellen. Die Ehec-Bakterien an den Gurken auf dem Hamburger Großmarkt haben nichts mit der Epidemie zu tun. Wo sie genau herkamen, bleibt ungeklärt. Der schlimme Keim gehört zu einem anderen Stamm: Ehec O104:H4, so der Fachname.

Für Lavaos Betrieb kommt der entlastende Befund zu spät. «Wir waren tot», beschreibt Vertriebschef Richard Soepenberg (51) die Situation. Um 17 Uhr habe der erste Kunde angerufen, um seine Bestellung zu stornieren. «Um 20 Uhr hatten wir keine Kunden mehr», erinnert sich der Niederländer. Bald stehen TV-Teams auf dem Hof. Die Firma, rund 40 Kilometer östlich von Málaga, ist weltweit in den Schlagzeilen.

Seit Jahren ist Frunet auf Bioware spezialisiert, vertreibt Gurken, Zucchini, Auberginen und Paprika aus der Region. Der Betrieb baut außerdem selbst Tomaten sowie Avocados und Mangos an. Der 45-jährige Lavao lacht oft, wenn er von der Gründungszeit vor 20 Jahren erzählt. Der dreifache Familienvater, dunkelhaarig und mit Bart, ist jovial und offen. Der Andalusier ist mit Leidenschaft bei der Sache. Sein Motto: Es ist besser, in einem kleinen Bereich groß zu sein, als in einem großen Geschäftsbereich klein. 2011 läuft das Geschäft für Lavao gut, Deutschland ist der wichtigste Markt.

Dann steht sein Betrieb plötzlich am Pranger. Rund 50 Arbeitsplätze, fast die Hälfte der Stellen, habe er streichen müssen. Sein Lächeln ist verschwunden. «Es gab eine Zeit, da habe ich Angst gehabt, dass sie mich ins Gefängnis stecken», erzählt er. «Für etwas, was ich nicht getan hatte und von dem ich keine Ahnung hatte.» Der Stress setzt ihm zu, zwei Nierenkoliken bringen ihn ins Krankenhaus.

Betroffen von der Ehec-Krise ist aber nicht nur Lavaos Unternehmen. Gemüsebauern vielerorts in Europa erleiden Verluste. Verbraucher meiden frische Ware. Schließlich weiß noch keiner, ob der unsichtbare Feind nicht in Tomaten, Spinat oder Blattsalaten steckt. Die Europäische Union (EU) springt mit Millionenhilfen ein.

Antonio Lavaos Firma ist bald wieder aus den Medien raus. Dafür richtet sich der Blick auf einen kleinen Biohof in Niedersachsen. Er liegt südlich von Lüneburg. In kriminalistischer Kleinarbeit, mit Befragung von Kranken und dem Nachzeichnen von Lieferwegen, findet eine sogenannte Task Force Ehec eine Spur. Die Indizien deuten auf diesen Sprossen-Anbieter als einen Ausbruchsort.

Heute - fünf Jahre nach ihrer existenzgefährdenden Krise - wollen die Betreiber nicht mehr darüber sprechen. Das grüne Metalltor am Ende der Dorfstraße bleibt verschlossen. Wenn man anruft, läuft nur der Anrufbeantworter. Ähnlich wie damals.

Vor dem Hof am Ortsrand stehen an einem warmen Junitag 2011 plötzlich die TV-Übertragungswagen. Sie senden live in die USA und nach Großbritannien, nach Frankreich oder Russland. Mehrere Sender sind aus Lavaos Heimat Spanien angereist.

Heute sieht die Straße so ruhig aus wie vorher. Der Hof hat auf dem Marktplatz von Lüneburg seinen kleinen Stand. Mittwochs und samstags. Doch damals hat es den Betrieb schwer getroffen.

Von einst 15 Mitarbeitern seien nur wenige übrig geblieben, hat einer der Geschäftsführer ein Jahr nach der Krise gesagt. Nach sechs Wochen hätten er und seine Partnerin einen Nervenzusammenbruch erlitten. Auf dem Biohof nahmen Experten in Schutzanzügen Proben. Rund tausend Stück. «Obwohl bei uns nichts gefunden wurde, sind wir in der Öffentlichkeit immer noch der Ehec-Hof», so der Betreiber damals. Die Behörden gehen davon aus, dass Sprossensamen aus Ägypten, die dort angezogen wurden, viele der Krankheitsfälle auslösten.

Eine der rund 4000 Kranken ist Brigitte Weden. «Das war das totale Chaos», erinnert sich die 76-Jährige an die Situation, als sie im Mai das erste Mal ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) kommt. Am Morgen nach dem Duschen hat sie Blut im Handtuch bemerkt. «Ich dachte sofort: Das ist Ehec.» Die ehemalige Sekretärin fährt in die Klinik. Dort wartet sie mit rund 100 mutmaßlichen Ehec-Patienten. Nach mehreren Stunden wird sie untersucht - und nach Hause geschickt.

Daheim sei die Durchfall-Krankheit erst richtig losgegangen. «Das Blut wurde immer mehr. Ich habe zwei Nächte auf dem Klo verbracht. Es war furchtbar.» Auch beim zweiten Klinik-Besuch sei sie weggeschickt worden. «Ich hab' mich verpackt wie ein Baby», sagt sie beschämt. Irgendwann entscheidet die Tochter, den Notruf zu verständigen.

Nach der Klinik-Aufnahme änderte sich die Behandlung. «Man hat sich sehr um mich gekümmert», sagt die weißhaarige Frau anerkennend. Sie sei am Herzen operiert worden. Die Herzkranzgefäße hätten an drei Stellen «rebelliert». Der Erreger, der einen Gift-Cocktail abgibt, habe aber vor allem in ihrem Kopf sein Unwesen getrieben. Irgendwann werden ihre Blutwerte besser. Nach zwei Wochen kehrt sie - noch schwach - nach Hause zurück.

Rolf Stahl, Professor für Innere Medizin und Nierenheilkunde am UKE, urteilt heute, dass die Klinik insgesamt einen «exzellenten Job» gemacht habe. Die hohe Zahl der Patienten war für viele Häuser damals eine Herausforderung. Dass im UKE alles perfekt gelaufen sei, behauptet der Ehec-Experte nicht. Aber: «Wir haben gelernt, wie man mit solchen Ausbrüchen umgehen kann.» Bei einer ähnlichen Epidemie wäre das Klinikum noch besser aufgestellt, ist sich Stahl sicher.

Brigitte Weden fühlt sich weiter nicht völlig gesund. Auch wenn sie wieder ehrenamtlich in einem Bürgercafé arbeitet. «Ich habe durch die Krankheit einen Schlag mitgekriegt.» Zwei Jahre danach sei Bluthochdruck dazugekommen. Manchmal könne sie nicht gut sprechen.

Worum sie heute beim Essen einen Bogen macht? Die Salattheke im Supermarkt um die Ecke. Sie glaubt, dass die Erreger in einer Portion versteckt waren, die sie sich mit Sprossen zusammengestellt hatte.

Anders als Brigitte Weden denken viele Verbraucher am Gemüsestand kaum noch an das Schreckgespenst Ehec. Zumal die Politik angesichts von mehr als 50 Ehec-Toten 2011 versprach, Gesetze und Kontrollen bei Lebensmitteln zu prüfen. Mit welchem Ergebnis? Sind Sprossen heute entspannt genießbar? Sind Salate und anderes Grünzeug unbedenklich?

Unser Essen sei nach der Ehec-Krise sicherer geworden, stellt das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin fest. Viele Experten stimmen zu.

«Die Lebensmittel in Deutschland sind sicher. Aber: Krankheitserreger in Lebensmitteln lassen sich nicht zu 100 Prozent vermeiden», sagt etwa Juliane Bräunig, Fachgruppen-Leiterin beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

In der gesamten EU gucken die Behörden den Sprossen-Produzenten seit 2013 genauer auf die Finger. Hersteller müssen selbst regelmäßige Ehec-Tests machen. Denn von dem gefährlichen Erreger O104:H4 reichen schon wenige Exemplare, um gesunde Erwachsene aus der Bahn zu werfen.

Verbraucherschützer, etwa von Foodwatch, beklagen allerdings, dass viele Regel-Verschärfungen nur Sprossen betreffen. Und nicht auch andere Frischwaren wie in Tüten verpackte Salate oder Gurken.

Als Erfolg werten alle, dass die Meldung des Arztes - Achtung, Ehec-Patient - heute schneller beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin eintreffen muss. Dort führen Experten Buch über gefährliche Infektionen. Drei bis fünf Tage sind für den Weg vorgesehen. 2011 dauerte es oft mehr als 14 Tage. So war ein Großteil der kontaminierten Ware vor fünf Jahren schon gegessen, als im Juni die Warnung vor verseuchten Bockshornklee-Sprossen rausging. Also Fortschritt? Ja. Hundertprozentiger Schutz beim Essen: nicht machbar.

So ähnlich sieht es bei der Forschung aus: «Es gab erstaunlich viele wissenschaftliche Publikationen als Folge des Ausbruchs zu vielen Themenbereichen: 133 Arbeiten in 4 Jahren danach», fasst Prof. Gerard Krause, Mediziner vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, zusammen. Er war 2011 noch selbst beim RKI und bei der Fahndung nach dem Auslöser dabei gewesen.

Trotzdem klaffen Lücken. Eines der größten Rätsel ist, wie Ehec O104:H4 denn genau in die Samen aus Ägypten oder in die Sprossen kam. Ein Verdacht: Das Bakterium ist in der Lage, lange, vielleicht Jahre, in einem «Schlafzustand» auszuharren. Dann wird es durch irgendetwas geweckt. Es vermehrt sich und schüttet sein Gift im Menschen aus.

Mindestens genauso spannend ist die Frage, wo der aggressive Angreifer nach dem Ende der Epidemie hin ist. «Nach wie vor kennen wir nicht das Reservoir, also den Ort, wo der Erreger sich aufhält bis zu einem Ausbruch», sagt einer der besten Ehec-Kenner, Professor Helge Karch aus dem westfälischen Münster. Er vertritt die These: Es gibt hierzulande Menschen, die, ohne erkrankt zu sein, mit diesem Keim besiedelt sind. Und die ihn auch ausscheiden.

Noch im September 2015 hat sein Labor am Institut für Hygiene den Ehec-Keim aus einer Stuhlprobe in Nordrhein-Westfalen isoliert. «Der Stamm O104:H4 kommt noch vor, aber er hat keine Ausbrüche mehr verursacht und ist selten, eine Rarität», sagt Karch. Das heißt: kein Grund zur Angst, aber zur Vorsicht.

Auch in Spanien hat die Firma Frunet die Vorsichtsmaßnahmen noch mal erhöht. Bevor Besucher die Halle betreten, müssen sie, ähnlich wie in einer Arztpraxis, einen Fragebogen ausfüllen: «Waren Sie in der letzten Woche krank? Hatten Sie eine Durchfall- oder Magenerkrankung?» Unternehmer Antonio Lavao erläutert: «Von jeder Lieferung behalten wir zur Kontrolle eine Probe hier.» Die Firma achte noch stärker auf Lebensmittelsicherheit. «Wir machen noch mehr Kontrollen und noch mehr Laboranalysen.»

In der großen Krise kommt damals auch der Vorschlag, die Firma zu schließen. Oder den Namen zu ändern. Betriebswirt Lavao rückt seine Brille zurecht und ballt die Faust: «Aber diesen Gedanken fand ich unwürdig, ich hätte das als persönliche Niederlage empfunden.»

Also geht er in die Offensive. Das Unternehmen aus Algarrobo engagiert eine internationale Beraterfirma und eine Anwaltskanzlei in Deutschland, Lavao gibt eine Pressekonferenz in Hamburg, auf der er sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzt.

Im September 2011 kommt die Wende - auch emotional. Und dies hat der Spanier ausgerechnet einem Großkunden aus Deutschland zu verdanken. Dieser wollte bei ihm Mangos bestellen. «Ich fragte ihn, ob wir unseren Firmennamen von den Etiketten entfernen sollten», erzählt Lavao. «Aber warum denn, ihr habt ja nichts falsch gemacht», habe der Kunde erwidert. «Das hat uns sehr viel Kraft gegeben.»

Ende 2011 verklagt das Unternehmen die Stadt Hamburg auf 2,3 Millionen Euro Schadenersatz. Weil Ende Mai bei der Warnung vor dem Verzehr spanischer Gurken auch der Firmenname genannt wurde. Im Oktober 2015 gibt das Landgericht der Klage zum Teil statt. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz geht in Berufung: Sie sieht die Art und Weise der Warnung weiter als rechtens an.

Die meisten Kunden, berichtet Lavao, seien im Laufe der Jahre zurückgeholt worden (Umsatz 2015: rund 29 Millionen Euro). Deutschland sei aber nicht mehr der Hauptabnehmer.

«Es gibt zweifellos ein Vorher und ein Nachher», sagt Lavao. Auch privat. Als alles soweit im Lot war, zog er mit seiner Frau und den drei Kindern für ein Jahr nach England. Er habe Abstand gebraucht. Die Firma bleibe ein wichtiger Teil seines Lebens, «aber die Familie kommt nun an erster Stelle».

Und die Gurken? Damals machten sie nur einen kleinen Teil der Exporte aus. «Eigentlich waren wir uns einig, sie nach alledem aus dem Sortiment zu nehmen.» Doch Kunden in Schweden hätten sie unbedingt gewollt. So sind Gurken inzwischen zu einem wichtigen Geschäftsfeld geworden - und werden auch wieder nach Deutschland verkauft. «Unglaublich, nicht wahr?», sagt Lavao und lacht.

Di, 2016-05-03 15:05
Frankfurt/Main (dpa)

Mehr Risiken als Chancen: Härtere Zeiten für Deutschlands Konzerne? Von Friederike Marx, dpa

Deutschlands Börsenschwergewichte bekommen den stärkeren Euro zu spüren. Der Anstieg der Gemeinschaftswährung hinterlässt in den Quartalsbilanzen der Dax-Konzerne erste Spuren. Und es ist nicht das einzige Risiko.

Frankfurt/Main (dpa) - Ernüchterung in Deutschlands Top-Konzernen: Die Zwischenbilanz für das erste Quartal fällt durchwachsen aus - auch wenn einige Dax-Unternehmen kräftig zugelegt haben. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY schnitten die 16 Börsenschwergewichte, die bislang Zahlen für den Zeitraum Januar bis März vorgelegt haben, zusammengerechnet bei Umsatz und Gewinn schlechter ab als im Jahr zuvor. Vieles spricht aus Sicht von EY-Partner Thomas Harms dafür, «dass die deutschen Top-Unternehmen insgesamt in diesem Jahr weder beim Umsatz noch beim Gewinn große Sprünge machen werden».

Ein wichtiger Grund: Der Euro fällt als Umsatzturbo derzeit aus. Im vergangenen Jahr bescherte die Abwertung der Gemeinschaftswährung den Unternehmen noch kräftige Wechselkursgewinne, die Nordamerika-Umsätze der Dax-Konzerne stiegen EY zufolge dadurch um fast ein Viertel. Doch inzwischen legt der Euro gegenüber Dollar und Co. wieder zu. Einige Unternehmen verzeichneten Harms zufolge bereits im ersten Quartal negative Währungseffekte. «Schon aus diesem Grund ist mit einer schwächeren Umsatzentwicklung als im Vorjahr zu rechnen», sagt Harms voraus.

Von Januar bis März schrumpfte der Umsatz der Dax-Konzerne EY zufolge zusammengerechnet um 4 Prozent auf insgesamt 153,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebit) sackte um 9 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Insgesamt verbesserten 8 Dax-Konzerne das operative Ergebnis, sieben verzeichneten dagegen einen Rückgang. Besonders deutlich fiel dieser EY zufolge bei der Deutschen Bank, der Commerzbank sowie beim Autokonzern Daimler aus.

Dabei war das Umfeld zu Jahresbeginn günstig. Die Wirtschaft im Euro-Raum wuchs mit 0,6 Prozent unerwartet robust. Auch die Konjunktur in Deutschland dürfte Volkswirten zufolge ihr Tempo im ersten Quartal erhöht haben - vor allem dank der Konsumlaune der Verbraucher. Deren Stimmung ist angesichts des Booms auf dem Arbeitsmarkt und niedriger Energiepreise derzeit so gut wie zuletzt im vergangenen Spätsommer.

Dennoch sehen Experten keinen Anlass zur Euphorie. «Vor Jubelstürmen sei gewarnt», sagt Christoph Weil von der Commerzbank. Die guten Zahlen seien unter anderem auf den einmaligen Effekt des milden Winters zurückzuführen, argumentiert er mit Blick auf den Euro-Raum. Vor allem im Bausektor wirkt sich ein mildes Wetter positiv aus.

Dämpfer für die exportorientierte deutsche Wirtschaft drohen vor allem aus dem Ausland. China - die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt - schwächelt. Brasilien und Russland stecken in der Krise. Ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union «Brexit» sorgt für Unsicherheit. «Der globale Wachstumspfad kommt zwar nicht zum Erliegen, jedoch wird er empfindlich abgebremst», sagte jüngst der Chef des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner.

Die deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumspfad, doch wird dieser etwas holpriger als zunächst erwartet, sagen Ökonomen voraus. «Die deutsche Industrie spürt dieses Mehr von Konflikten, Risiken und Wachstumsschwächen heftiger als andere Wirtschaften», meint BDI-Präsident Ulrich Grillo. «Von einer Krise kann aber keine Rede sein», betont EY-Partner Thomas Harms. Die Ertragskraft deutscher Top-Konzerne sei nach wie vor gut.

Nicht unterschätzt werden sollten allerdings die politischen Risiken. «Europa driftet politisch auseinander, und bei einem «Brexit» könnten die politischen Fliehkräfte in Europa noch einmal erheblich zunehmen.» Unterm Strich seien derzeit die politischen wie wirtschaftlichen Risiken deutlich größer als die Chancen: «Ein Rekordjahr wird 2016 für die Top-Konzerne daher wohl nicht.»

Di, 2016-05-03 15:13
Wolfsburg (dpa)

VW beginnt mit Golf-Umrüstung - Rückrufplan aber in Verzug Von Marco Hadem, dpa

VW kommt beim Riesen-Rückruf zwar voran - aber vorerst nur minimal: Gerade einmal einige Tausend VW-Diesel konnten bislang von der Betrugssoftware befreit werden. Auch die Umrüstung der ersten Golf-Modelle ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Wolfsburg (dpa) - Nach einer monatelangen Hängepartie hat VW im Abgas-Skandal mit dem Rückruf beim Golf begonnen. Allerdings können vorerst nur wenige Modelle des Verkaufsschlagers für die Umrüstung in die Werkstatt: Zunächst sollen von Dienstag an die Besitzer von europaweit 15 000 Autos vom Typ Golf TDI Blue Motion per Post über die vorgezogene Software-Umrüstung informiert werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gilt der Rückruf in Deutschland damit für knapp 4000 Golf der sechsten Generation. Genaue Zahlen und Angaben zu den Modellen wollte VW zunächst nicht veröffentlichen.

Der Konzern hatte sich mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf die neue Planung geeinigt, weil es beim ursprünglichen Zeitplan massive Probleme gibt. Für den eigentlich bereits ab Ende Februar vorgesehenen Start der Werkstattbesuche für rund 160 000 Passat-Modelle fehlt trotz umfangreicher Tests nach wie vor eine Freigabe durch das KBA.

Zeitgleich zu den Briefen an die Kunden schaltete VW am Dienstag auch das für die Software-Umrüstung benötigte Update für die etwa 2000 Vertragswerkstätten frei. «Grundsätzlich sind sie dann ab sofort in der Lage, die Aktion bei den Modellen durchzuführen», sagte ein VW-Sprecher. Das Update gilt aber nur für ausgewählte Modelle des Golfs mit 2,0 Liter-Motor und Schaltgetriebe. Die große Masse des weltweit meistverkauften VW-Modells mit der Betrugssoftware muss damit weiter auf den Rückruf warten.

Nachdem im vergangenen September der weltweite Abgas-Skandal bei Volkswagen bekannt geworden war, hatten die Wolfsburger 2016 zum «Jahr des Rückrufs» ausgerufen. Doch der Rückrufplan ist in den ersten vier Monaten alles andere als glatt verlaufen.

Nachdem im Januar der Pick-up Amarok - rund 8500 Modelle sind hier betroffen - noch planmäßig startete, muss der anschließend angesetzte Passat bis heute auf die KBA-Freigabe warten. Offizielle Begründungen gibt es keine. Nach dpa-Informationen sind unter anderem erhöhte Kraftstoff-Verbrauchswerte nach dem Update dafür verantwortlich.

Nach Angaben eines Sprechers der VW-Nutzfahrzeuge wurden bis Anfang Mai rund 6300 Amarok mit einer neuen Software ausgestattet. Anfang April erteilte das KBA zudem für rund 90 000 betroffene Fahrzeuge der VW-Töchter Audi und Seat die Genehmigung für den Rückruf.

Die Rückrufaktion für Audimodelle läuft bereits seit Anfang April. Bislang gebe es weder technische Probleme bei den Softwareaktualisierungen noch würden sich Kunden beschweren, sagte ein Audi Sprecher. EU-weit müsse bei rund 191 000 Audis ein Softwareupdate aufgespielt werden. Bei mehr als 13 500, also rund 10 Prozent, sei das bisher geschehen. In Deutschland müssen insgesamt rund 46 000 Audis umgerüstet werden.

Die große Masse der weltweit mehr als elf Millionen betroffenen Diesel-Fahrzeuge aus dem VW-Konzern - davon rund 2,5 Millionen in Deutschland - muss weiter auf eine Freigabe warten. In der vergangenen Woche hatte auch VW-Chef Matthias Müller erstmals offiziell Probleme beim Rückruf eingeräumt: «Wir sind damit noch nicht so weit, wie wir es gerne wären.»

Zahlen nannte Müller aber nicht. Nach Informationen aus Konzernkreisen bezifferte VW intern den Verzug zwischenzeitlich bereits auf rund 250 000 Fahrzeuge. Müller schloss deshalb auch nicht aus, dass der Rückruf nicht wie angekündigt bis Jahresende abgeschlossen werden kann, auch wenn das weiterhin das Ziel sei.

In Europa dauert die Software-Umrüstung für die 2,0- und 1,2-Liter-Maschinen laut VW rund 30 Minuten. Bei den 1,6-Liter-Motoren muss zudem ein neues Bauteil eingesetzt werden, weshalb die Umrüstung hier rund eine Stunde in Anspruch nehmen soll. Für die Kunden ist der Werkstattbesuch kostenlos, anders als in den USA sollen sie aber nach aktuellem Stand keine Entschädigungen erhalten.

Di, 2016-05-03 15:11
Dresden (dpa)

Plädoyers und Urteil im Prozess gegen Pegida-Chef Bachmann erwartet

Dresden (dpa) - Im Prozess wegen Volksverhetzung gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann am Dresdner Amtsgericht soll noch am Dienstagnachmittag das Urteil gesprochen werden. Zuvor werden die Plädoyers gehalten. Dem Kopf des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses wird vorgeworfen, Flüchtlinge in Facebook-Kommentaren herabgewürdigt und zum Hass gegen sie angestachelt zu haben. Der wegen anderer Delikte wie Diebstahl und Drogenhandel vorbestrafte 43-Jährige bestreitet inzwischen, dass diese Kommentare von ihm stammen. Das Verfahren hatte am 19. April begonnen.

Di, 2016-05-03 15:12
Berlin (dpa)

TTIP-Totentanz in der SPD  Von Tim Braune, dpa

SPD-Chef Gabriel dürfte TTIP nach den Greenpeace-Enthüllungen in der eigenen Partei kaum noch durchsetzen können. Als Wirtschaftsminister wäre das für ihn eine Blamage. Die «Bosse» wenden sich angesichts des Linksrucks ohnehin von den Genossen ab.

Berlin (dpa) - Als Barack Obama Hannover Glanz verlieh, hatte auch Sigmar Gabriel seinen Auftritt. Die Kanzlerin im gelben Blazer lotste Obama zu ihrem Vize, der dem mächtigsten Mann der Welt kurz die Hand schüttelte. Was bei den Amerikanern nachhaltiger im Gedächtnis blieb, war jedoch ein Auftritt des zuständigen Bundesministers der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt bei einer TTIP-Podiumsrunde mit Obamas Handelsministerin Penny Pritzker.

Gewohnt unverblümt hatte Gabriel die Kollegin aufgefordert: «Vielleicht könnten Sie ein wenig verbraucherfreundlicher sein.» Auch sollten die USA bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ihre abgeschotteten Märkte stärker öffnen, sonst mache das ganze Bohei um das Mega-Abkommen zwischen Europa und den USA keinen Sinn.

In der US-Delegation waren sie ziemlich von den Socken, was Gabriel geritten habe, die positiven TTIP-Signale von Obama und Merkel in Hannover so zu konterkarieren. In Brüssel schüttelten sie ebenfalls den Kopf. Es sei wenig hilfreich, wenn der wichtigste Wirtschaftsminister in der EU ständig über das drohende Scheitern der Verhandlungen schwadroniere, heißt es.

Was in Washington und Brüssel vielleicht noch nicht alle mitbekommen haben: Der innerparteilich angezählte Gabriel besitzt wohl nicht mehr die Autorität, TTIP in der eigenen Partei durchzusetzen, selbst wenn er es wollte. Seit Greenpeace bislang geheim gehaltene Papiere zu knallharten US-Positionen in den Verhandlungen mit der EU-Kommission ins Netz gestellt hat, gibt es in der SPD kein Halten mehr, wird nun offen der Abbruch der TTIP-Gespräche verlangt.

So sagte der Chef der SPD-Linken im Bundestag, Matthias Miersch: «Ich sehe in dieser Situation keine Grundlage mehr, um neues Vertrauen aufzubauen. Unter solchen Bedingungen macht es keinen Sinn, weiter zu verhandeln.» Der Umweltexperte spricht für fast die Hälfte der SPD-Fraktion, in der das Misstrauen gegenüber den Amerikanern, Genfood und Verbraucherschutz nach US-Gusto grassiert.

In dieselbe Kerbe hauen die Jusos. Deren Chefin Johanna Uekermann machte klar: «Die SPD hat rote Linien genannt, die nicht eingehalten werden. Sigmar Gabriel muss das Abkommen beerdigen.» Fraktionschef Thomas Oppermann sah sich genötigt, auf den Zug aufzuspringen. «Es gibt für TTIP keinen Freifahrtschein», erklärte er. In Brüssel verkündete der einflussreiche Chef des Handelsausschusses im Europaparlament, der Gabriel-Vertraute Bernd Lange, am Dienstag wütend: «Die Amerikaner bewegen sich null komma null.»

Beim Koalitionspartner kommt das TTIP-Bashing nicht gut an. Angesichts der zaudernden Genossen platzte der Union schon vor den «TTIP Leaks» der Kragen. Die SPD dürfe bei TTIP nicht «hin- und herschwanken», schimpfte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU). Amerika schließe immer mehr Freihandelsabkommen ab. Niemand dürfe glauben, dass es für Europa Extrawürste gebe: «Das ist wirklich naiv.»

Für Gabriel ist der TTIP-Aufstand in den eigenen Reihen heikel. Bewusst hatte er nach der Wahl 2013 in der großen Koalition das Wirtschaftsministerium gewählt und das Finanzressort ausgeschlagen. Der Goslarer wollte beweisen, dass die SPD Wirtschaft kann. Längst sprechen Führungsleute von einem strategischen Missgriff. Gabriel hält das für Unsinn. Als Finanzminister hätte er sich ständig mit den SPD-Länderfürsten ums Geld streiten müssen, argumentiert er.

Das Wirtschaftsministerium aber ist für Gabriel ein Minenfeld - TTIP, Strompreise, Rüstungsexporte. Wie der frühere FDP-Chef Philipp Rösler erlag Gabriel dem Irrglauben, auf dem legendären Stuhl von Ludwig Erhard, dem Vater des Wirtschaftswunders, bei den Deutschen beliebter zu werden. Dabei reißt sich Gabriel für die Industrie ein Bein aus. In Brüssel boxte er Milliardenrabatte für Konzerne bei den Kosten der Ökostromförderung durch.

Auf Auslandsreisen sind Manager voll des Lobes. Zugleich wird Gabriel bemitleidet, dass er es seiner Partei nie recht machen kann. Nun wächst bei den Wirtschaftsbossen spürbar das Unbehagen. Gabriels Kursänderungen bei Haushalt («Schwarze Null ist kein Dogma»), Milliardenhilfen für Einheimische, damit kein Sozialneid wegen der Flüchtlinge aufkommt (SPD als Schutzmacht der kleinen Leute), nun das Herumdoktern bei der Rente, das in der Wirtschaft mangels Finanzierung als unseriös wahrgenommen wird.

Die SPD führe «Retro-Diskussionen», heißt es in Wirtschaftskreisen. Statt Leistungsträger in der Mitte für sich zu gewinnen, wie Gabriel es noch im Dezember beim Parteitag vorhatte, versuche die 20-Prozent-SPD jetzt, von der Agenda 2010 vergraulte Geringverdiener und Rentner zurückzulocken. Doch die wählen momentan lieber AfD. Schlimmer noch: Scharenweise liefen bei der Wahl in Baden-Württemberg im März gut verdienende Facharbeiter, die bei Daimler oder Bosch schaffen, zu den Grünen über. Die SPD im Südwesten halbierte sich, was ein Menetekel für die kommende Bundestagswahl sein könnte.

Dabei gab es Zeiten, da war Gabriel ein glühender Anhänger von Handelsabkommen. Zum Beispiel im November 2014 in Vietnam: In Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, spürte Gabriel hautnah, wie die Globalisierung ein 90-Millionen-Land verändert. Er schwärmte vom Fleiß und Aufstiegswillen der Vietnamesen. Von den kommunistischen Machthabern erfuhr er, wie Obamas Handelsabkommen TPP mit einem Dutzend Staaten die Asien-Pazifik-Region prägen wird. Gabriel war tief beeindruckt.

Ein paar Tage später rammte er im Bundestag Pflöcke ein: Ohne die Abkommen mit den USA und Kanada würde Europa abgehängt. Das wäre für die deutsche Exportnation eine mittlere Katastrophe, Hunderttausende Jobs wären in Gefahr, für die Bauchnabelschau der SPD-Linken habe der Rest Europas kein Verständnis: «Wenn wir das hier falsch machen, werden unsere Kinder uns verfluchen.» Bei einer anderen Veranstaltung meinte er zum Anti-Amerikanismus in der TTIP-Debatte: «Das ist so anti-aufklärerisch, dass ich Pickel kriege.»

Beim Kanada-Abkommen Ceta warf er sich in die Bresche, zwang der EU-Kommission die deutsche Idee von unabhängigen Handelsgerichten anstelle privater Schiedsgerichte für Konzerne auf (die USA halten davon bislang nichts). Von diesem Kampfgeist scheint nicht mehr viel übrig zu sein. Gabriels Rettung könnte sein, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Brüssel von selbst implodieren oder auf Eis gelegt werden. Ansonsten droht ihm, dass ein SPD-Konvent im September TTIP abschießt.

Di, 2016-05-03 14:10
Ankara (dpa)

Türkei ebnet Weg zur Aufhebung der Immunität von 136 Abgeordneten

Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Volksverhetzung - gegen zahlreiche Parlamentarier soll in der Türkei ermittelt werden. Der erste Schritt zur Aufhebung ihrer Immunität wurde getan. Betroffen ist vor allem eine Partei.

Ankara (dpa) - Die Verfassungskommission im türkischen Parlament hat den Weg zur einmaligen Aufhebung der Immunität von zahlreichen Abgeordneten geebnet. Die Änderung, der das Parlament allerdings noch mit Zweidrittelmehrheit zustimmen muss, brächte vor allem die kurdenfreundliche Oppositionspartei HDP in Bedrängnis. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft der HDP vor, der parlamentarische Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein.

Die Kommission habe in der Nacht zum Dienstag über einen entsprechenden Antrag entschieden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Abgeordnete der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und der Oppositionsparteien CHP und MHP hätten den Vorschlag einstimmig angenommen. Die HDP habe die Versammlung nach einem Streit verlassen und nicht an der Abstimmung teilgenommen.

Ziel ist eine vorübergehende Verfassungsänderung, mit der die Immunität von Abgeordneten, bei denen die Staatsanwaltschaft dies bereits beantragt hat, aufgehoben würde. So würde der Weg zu einer Strafverfolgung frei. Die Änderung soll nach Angaben der HDP nur einen Monat gelten und nicht vor dem Verfassungsgericht angefochten werden können.

Laut Anadolu sind 136 von 550 Abgeordneten betroffen. Dabei drohe 50 der 59 HDP-Abgeordneten die Aufhebung der Immunität. Die übrigen Abgeordneten verteilen sich auf die anderen drei Parteien im Parlament - hinzu kommt eine parteilose Abgeordnete.

Unter anderem drohen den HDP-Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag Strafverfolgung wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und Volksverhetzung. Sollte ein Gericht die Abgeordneten in letzter Instanz verurteilen, würden zugleich ihre Parteien diese Sitze im Parlament verlieren.

Die geplante Verfassungsänderung hatte in den vergangenen Tagen für hitzige Debatten gesorgt. Zweimal innerhalb einer Woche lieferten sich Parlamentarier der AKP und der HDP eine Schlägerei in der zuständigen Kommission.

Der AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir wollen deutlich machen, dass der Kampf gegen den Terrorismus auch solche umfasst, die im Schutz der Immunität Terrorismus unterstützen.» Die HDP weist die Vorwürfe der PKK-Unterstützung zurück.

Die Türkei führt seit Monaten gegen die PKK einen Krieg im Südosten des Landes und im angrenzenden Irak. Die türkische Armee teilte am Dienstag mit, sie habe am Vortag Verstecke und Stellungen der PKK im Nordirak bombardiert und 18 Kämpfer getötet. 14 PKK Kämpfer seien zudem bei Gefechten in den südosttürkischen Provinzen Mardin, Sirnak und Hakkari getötet worden.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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