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So, 2016-05-29 14:52
Johannesburg (dpa)

Kongolesischer Oppositionsführer vermutlich in London

Johannesburg (dpa) - Der kongolesische Oppositionsführer Moïse Katumbi hat nach Angaben eines seiner Berater Südafrika verlassen, um sich in Großbritannien medizinisch behandeln zu lassen. Katumbi sei in London, sagte Olivier Kamitatu der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Sobald er wieder gesund sei, werde er in den Kongo zurückkehren.

Details über den Gesundheitszustand des Oppositionspolitikers waren zunächst nicht bekannt. Das britische Außenministerium wollte sich dazu nicht äußern.

Katumbi war Mitte Mai bei Protesten am Rande einer Gerichtsverhandlung gegen ihn verletzt worden. Nachdem er in einem Krankenhaus in Lubumbashi im Süden seines Heimatlandes behandelt worden war, wurde Katumbi vor rund einer Woche nach Südafrika gebracht, wie einer seiner Berater mitteilte. Mitglieder der Opposition befürchteten, dass die Regierung von Präsident Joseph Kabila seine Rückkehr in die Demokratische Republik Kongo unterbinden könne.

Katumbi hatte Anfang Mai seine Präsidentschaftskandidatur erklärt. Die Wahl im Kongo ist für November geplant, doch die Regierung will die Abstimmung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

So, 2016-05-29 14:34
Damaskus (dpa)

IS versucht Sturm auf syrische Rebellenstadt

Die Rebellen im Norden Syriens geraten immer mehr in die Zange. Im Westen die Kurden, im Norden die Türkei, müssen sie sich im Osten eines Ansturms der Terrormiliz IS erwehren. Zehntausende Flüchtlinge wissen nicht, wohin.

Damaskus (dpa) - Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz IS haben die Außenbezirke einer der letzten beiden Rebellenstädte nördlich von Aleppo in Syrien gestürmt. Die Dschihadisten hätten am Samstag Verteidigungsanlagen der Stadt Marea überrannt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Am Sonntag konnten die Rebellen die Kämpfer des IS zwar leicht zurückdrängen. Doch dauerten heftige Kämpfe am Stadtrand an; Dutzende Menschen starben.

Bereits in den vergangenen Tagen waren Einheiten des Islamischen Staates (IS) in der Region gegen Aufständische nahe der türkischen Grenze vorgerückt. Marea etwa 20 Kilometer südlich der Grenze ist neben Asas die einzige größere Stadt, die in der Enklave noch von Rebellen gehalten wird. Das Rebellengebiet grenzt im Osten an den Herrschaftsbereich des IS und im Westen an Kurdengebiete.

Erst kürzlich war der IS in das wegen der Nachschubwege wichtige Gebiet vorgerückt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) flohen Zehntausende vor den Dschihadisten und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und HRW gehen von 165 000 Vertriebenen aus, die rund um Asas Zuflucht gesucht haben. Unter diesen sind auch Flüchtlinge der vergangenen Wochen und Monate.

Karl Schembri vom Norwegischen Flüchtlingsrat (NRC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Lage sei beispiellos. «Das gesamte Gebiet um Asas ist komplett unsicher und Tausende Zivilisten und Hunderte Helfer sind in die Konfliktzone geraten.» Die Türkei hat ihre Grenze für Flüchtlinge aus Syrien geschlossen.

Ein örtlicher Aktivist berichtete, dass Rebellen einen Ort an die kurdischen Truppen übergeben hätten, um den Abzug von Zivilisten aus dem belagerten Marea zu ermöglichen. Dabei gehe es sich vor allem um Kinder, Frauen und Verwundete. Auf türkischem Staatsgebiet schlugen erneut Raketen ein. Diese wurden wahrscheinlich aus Gebieten der Terrormiliz IS abgeschossen.

Die Kurden im Irak meldeten derweil einen Großangriff auf den IS im Norden des Landes. Der Vorstoß der von der Bundeswehr mit Waffen unterstützten Peschmerga-Kämpfer ziele auf Stellungen der Dschihadisten etwa 45 Kilometer nordöstlich ihrer Hochburg Mossul, sagte ein Befehlshaber. Dabei seien mindestens 17 IS-Kämpfer getötet worden. Opfer auf kurdischer Seite wurden nicht genannt.

Zur Vorbereitung des angekündigten Sturms auf die IS-Hochburg Falludscha kreisten irakische Einheiten am Wochenende die Stadt westlich von Bagdad weiter ein. Die im Januar 2014 vom IS eroberte Stadt ist nach Mossul die wichtigste Bastion der Dschihadisten im Irak.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die USA wegen ihrer Unterstützung kurdischer Milizen gegen den IS in Syrien. Erbost zeigte er sich über Fotos von US-Soldaten mit Uniformabzeichen der YPG, der Miliz der syrischen Kurdenpartei PYD. Er verurteile die «Unterstützung, die die USA der PYD und der YPG gegeben haben», sagte Erdogan am Samstag in der Kurdenmetropole Diyarbakir im Südosten der Türkei. Er nannte militante Kurden abwertend «Atheisten».

Die US-Spezialeinheiten sollen Kurdentruppen beim Vormarsch auf die IS-Hochburg Al-Rakka unterstützen. Am Vortag hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bereits erklärt, es sei «inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen». Der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, nannte das Tragen der Abzeichen unangebracht, verwies aber auf eine alte Praxis von Spezialkräften bei der Zusammenarbeit mit fremden Einheiten.

So, 2016-05-29 14:54
Berlin (dpa)

AfD-Vize Gauland sorgt mit Äußerungen über Boateng für Empörung

Die AfD sorgt wieder einmal für Schlagzeilen. Ihr Vize Gauland äußert sich abfällig über den Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng. Politiker aller anderen Parteien zeigen ihm die rote Karte.

Berlin (dpa) - Mit umstrittenen Äußerungen über den Nationalspieler Jérôme Boateng hat AfD-Vize Alexander Gauland kurz vor Beginn der Fußball-EM für breite Empörung gesorgt. Gauland sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.» Gauland bestritt am Sonntag diese Äußerung gemacht zu haben, was die Zeitung zurückwies. Politiker aller anderen Parteien sowie Fußballfunktionäre reagierten empört.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte im Kurznachrichtendienst Twitter: «Einfach nur niveaulos und inakzeptabel. Wer so redet, entlarvt sich selbst - und das nicht nur als schlechter Nachbar.» CDU-Vize Julia Klöckner twitterte: «Lieber Boateng als Gauland als Nachbarn. Typisches Muster AfD: beleidigen, provozieren - später dann relativieren.»

Gauland behauptet, er habe in einem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, «aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert». Er widersprach zudem der Darstellung der Zeitung, er habe Boateng beleidigt. «Ich habe nie, wie die «FAS» insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten.»

Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) bestand auf ihrer Darstellung. Die kritisierte Äußerung stamme aus einem Gespräch von Gauland mit zwei Berliner Korrespondenten am Mittwoch in Potsdam, heißt es in einer Stellungnahme der Politik-Redaktion der «FAS» am Sonntag. «Beide Kollegen haben die Passage aufgezeichnet, ihre Aufzeichnungen stimmen überein.» Gauland habe lediglich den Teil des Gesprächs, in dem er sich über AfD-Führungspolitiker äußerte, als Hintergrund eingestuft, aus dem nicht zitiert werden sollte.

Die Parteivorsitzende der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, entschuldigte sich bei Boateng und verwies auf Erinnerungslücken ihres Stellvertreters: «Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.»

Der in Berlin geborene Boateng ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte deshalb via Twitter, die AfD sei nicht fremdenfeindlich, sondern «deutschfeindlich». Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, stellte fest: «Gauland und AfD sind nicht in Deutschland angekommen.» CDU-Vize Armin Laschet meinte, Gauland gehe es «um Rassismus pur». Linken-Chef Bernd Riexinger befand: «Gauland ist ein ganz übler Rassist!»

Der auch für Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der «Bild»-Zeitung: «Jérôme Boateng ist eine herausragende Stütze unserer Nationalmannschaft und ein absoluter Musterprofi. Jeder Deutsche kann sich glücklich schätzen, solche Leute zu haben, als Teamgefährte, deutscher Staatsbürger und als Nachbar.»

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, sagte der Zeitung, es sei «einfach geschmacklos», die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft «für politische Parolen zu missbrauchen». Der Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff stellte fest: «Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.»

«Diskriminierungen jeder Art haben im Sport und in unserer Gesellschaft nichts verloren und verdienen die Rote Karte», sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, am Sonntag auf der Internetseite der Bayern. Ligapräsident Reinhard Rauball und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärten, die Äußerungen dienten «vor allem dazu, auf gefährliche Weise gezielt Vorurteile zu bedienen und auf dem Rücken eines prominenten Fußball-Spielers Politik zu machen».

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung abschätzig über Jugendfotos der deutschen Nationalspieler auf Packungen der Kinderschokolade geäußert. Darauf zu sehen sind unter anderem auch Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan.

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So, 2016-05-29 14:31
Berlin (dpa)

Über 200 000 Blitze an starken Gewittertagen über Deutschlands Himmel Von Silvia Kusidlo, dpa

Donner, Starkregen, Hagel und Sturm: Gewitter sind typisch für sommerliche Tage. Sie können große Schäden anrichten - vor allem, wenn plötzlich die Blitze einschlagen.

Berlin (dpa) - Jeden Tag gibt es Millionen Blitze auf der Welt, von denen aber nur ein Teil auf der Erde einschlägt. Dann kann es aber lebensgefährlich für Menschen werden, wie jetzt auch die Unglücke in Rheinland-Pfalz und in Frankreich zeigen. Wissenswertes über Gewitter und Blitze:

Welche Folgen kann ein Blitzschlag haben?

Wird ein Mensch direkt von einem Blitz getroffen, steigt die Spannung am Körper nach Angaben des Verbands der Elektrotechnik (VDE) auf einige 100 000 Volt. Der größte Teil des Blitzstroms fließt auf der Körperoberfläche ab. Art und Schwere der Verletzungen hängen unter anderem davon ab, welche Körperstelle der Blitz trifft. Die Folgen können von Verbrennungen, Nerven- und Muskellähmungen über Sehstörungen bis hin zu Gehirnschädigungen und Herzstillstand reichen. Spätfolgen eines Blitzunfalls können laut VDE etwa chronische Schmerzen und sogar Persönlichkeitsveränderungen sein.

Wie entsteht genau ein Gewitter?

Ein Gewitter entsteht bei großen Temperaturunterschieden in der Atmosphäre oder wenn Luftmassen mit sehr unterschiedlichen Temperaturen aufeinandertreffen. Das heftige Auf und Ab von Wasser- und Eisteilchen in der Gewitterwolke führt zu einer Polarisierung der natürlichen Luftelektrizität. Während im oberen Teil der Wolke die positive elektrische Ladung zunimmt, reichert sich die negative Ladung an der Wolkenunterseite an. Das immer stärker werdende elektrische Spannungsfeld entlädt sich - einem Kurzschluss vergleichbar - schließlich in einem Blitz.

Wie viele Blitze gibt es?

An starken Gewittertagen zucken mehr als 200 000 Blitze durch den Himmel über Deutschland. Häufig schlägt es dann auch ein. Die regionalen Unterschiede sind aber groß. Blitzhauptstadt 2014 war nach dem jüngsten Blitz-Atlas des Unternehmens Siemens die brandenburgische Stadt Cottbus. Dort gab es 8,42 Blitze pro Quadratkilometer. Schlusslichter waren damals der Landkreis Aurich und die Stadt Passau mit nur 0,23 Blitzen pro Quadratkilometer. Der Süden ist in der Regel stärker betroffen als der Norden. Die meisten Gewitter finden von Mai bis September statt.

Wie kann man sich vor Blitzen schützen?

Gewitter übersteht man nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am besten im Auto oder in festen Gebäuden. Wer im Freien überrascht wird, sollte Bäume, Masten, Zäune oder Gewässer meiden und sich möglichst klein machen - am besten hockend in einer Bodenmulde.

Wie bekomme ich heraus, wie weit das Gewitter weg ist?

Ist Donner zu hören, ist ein Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt. Der Abstand lässt sich so abschätzen: Die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen. Das Ergebnis ergibt die Distanz in Kilometern. Die Experten raten, schon beim Wahrnehmen des Donners Aktivitäten im Freien einzuschränken. Ein Gewitter ist vorbei, wenn man 30 Minuten lang keinen Donner hört.

Welche Begleiter können Gewitter haben?

Schwere Gewitter werden oft von Sturm- oder Orkanböen, Starkregen oder Hagel begleitet. Die Hagelkörner bilden sich in der Gewitterwolke und fallen zu Boden, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Die Eisklumpen haben einen Durchmesser von 5 bis 50 Millimeter - in Extremfällen können es aber über 10 Zentimeter sein.

So, 2016-05-29 14:28
Magdeburg (dpa)

Zentrale Beschlüsse des Linken-Parteitags

Magdeburg (dpa) - Die Linke hat sich auf ihrem Parteitag in Magdeburg auf einen deutlichen Kurs gegen die AfD festgelegt und soziale Verbesserungen gefordert - zentrale Beschlüsse: 

KAMPF GEGEN RECHTS: Die Linke will sich Rechtspopulisten entgegenstellen und «den völkischen Visionen der AfD» die Vision einer offenen Gesellschaft entgegensetzen. Die Asylpolitik der Regierung sei in Wahrheit «Abschottungspolitik» und leiste Rassisten Vorschub.

SOZIALES: Flüchtlinge und Einheimische brauchen aus Sicht der Linken ein Ende des Sparkurses der öffentlichen Haushalte. Zu geringe Renten, zu wenig Sozialleistungen, zu wenig Wohnungen - die Linken wollen dem ein 25-Milliarden-Euro Sofortprogramm für soziale Infrastruktur entgegensetzen. Sie fordern eine Millionärssteuer, eine sanktionsfreie Mindestsicherung und eine Mindestrente von 1050 Euro für alle.

AUSSENPOLITIK: Die Linke lehnt Bundeswehreinsätze im Ausland weiter ab und wirft der Bundesregierung eine «Militarisierung» der Außenpolitik vor. Die Unterstützung des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) müsse beendet werden, fordern sie.

So, 2016-05-29 14:18
Angeles (dpa)

Leute kompakt

Rosenkrieg zwischen Depp und Heard - Vorwürfe von häuslicher Gewalt

Los Angeles (dpa) - Das Ende ihrer kurzen Ehe sorgt für bittere Schlagzeilen: Hollywood-Star Johnny Depp (52) darf sich seiner Noch-Ehefrau Amber Heard (30) vorerst nicht mehr nähern. Dies ordnete ein Richter in Los Angeles an, nachdem Heard vor Gericht Vorwürfe von häuslicher Gewalt erhoben hatte. Depp tourt derzeit durch Europa. Mit der Band Hollywood Vampires, zu der auch Altrocker Alice Cooper und Aerosmith-Gitarrist Joe Perry gehören, sollte der Filmstar am Sonntagabend beim Hessentag in Herborn auftreten. Depp selbst äußerte sich zu den Vorwürfen nicht öffentlich, auch sein Sprecher antworte auf eine Anfrage der dpa zunächst nicht. Die Anwältin des «Fluch der Karibik»-Stars wies Heards Anschuldigungen aber zurück.

«Helau!» - Paul McCartney rockt Konzertarena in Düsseldorf (Foto - aktuell - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Düsseldorf (dpa) - Beatles-Ikone Paul McCartney hat in Düsseldorf mit einem Mammut-Programm das erste von drei Deutschland-Konzerten gegeben. Knapp 40 Lieder aus seiner gesamten Karriere sang der 73-Jährige am Samstag, darunter Beatles-Klassiker wie «Let It Be» und neuere Stücke wie «FourFiveSeconds». Die mehr als 27 000 Fans huldigten seinen Songs mit Textsicherheit und Jubelrufen. Der Ex-Beatle beeindruckte sie auch mit Deutsch-Kenntnissen: «Düsseldorf Helau! Es ist toll, wieder hier zu sein nach so langer Zeit.» Ein weiteres Highlight des zweieinhalbstündigen Auftritts war die aufwendige Bühnenshow mit Licht- und Videoinstallationen sowie mehreren überraschenden Feuerwerken in der Esprit-Arena.

Schwedens Mini-Prinzessinnen lieben sich heiß und innig (Foto - Archiv) =

Stockholm (dpa) - Die kleinen schwedischen Prinzessinnen Estelle (4) und Leonore (2) lieben sich nach Angaben von Schwedens Prinzessin Madeleine heiß und innig. «Meine Schwester und ich haben so ein Glück als Mutter von zwei süßen kleinen Mädchen, die einander lieben», überschrieb Madeleine am Sonntag auf ihrer Facebook-Seite Bilder von dem Nachwuchs. Darauf sitzen die beiden Prinzessinnen - Madeleines Tochter Leonore und Kronprinzessin Victorias Tochter Estelle - zusammen auf einem Stuhl, kichern und umarmen einander. Die Fotos wurden wohl nach der Taufe von Victorias zweitem Kind Prinz Oscar am Freitag aufgenommen.

Piotr Beczala: Der «Lohengrin» war ein ziemlich großer Schritt (Foto - aktuell - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Dresden (dpa) - Der polnische Tenor Piotr Beczala will nach seinem umjubelten Rollendebüt in Richard Wagners «Lohengrin» sein Repertoire Schritt für Schritt weiterentwickeln. «Für mich geht es nicht um einen Fachwechsel, sondern um eine Facherweiterung. Das ist für mich das Schlüsselwort», sagte der 49-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. In den vergangenen Tagen gab er an der Semperoper inmitten eines Starensembles sein Wagner-Rollendebüt. Der «Lohengrin» sei für seine Karriere ein «ziemlich großer Schritt nach vorn», sagte der Sänger. Weitere Wagner-Partien schwebten ihm erst einmal nicht vor.

Hallervorden und Bourani für Sprachkultur ausgezeichnet (Foto - Archiv vom 28.5.) =

Wiesbaden (dpa) - Für ihren individuellen Umgang mit der deutschen Sprache sind der Schauspieler Dieter Hallervorden (80) und der Sänger Andreas Bourani (32) mit dem Medienpreis der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ausgezeichnet worden. Die beiden nahmen die Preise am Samstag in Wiesbaden entgegen. Hallervorden verstehe es seit Jahrzehnten, die deutsche Sprache auf vielfältigste Weise zu nutzen, begründete die Jury die Auszeichnung. Der Musiker Bourani («Auf uns») erhielt den Preis für seine deutschen Liedtexte. Er berühre mit seiner Sprache Millionen Zuhörer, erklärte die Geschäftsführerin der Gesellschaft, Andrea-Eva Ewels.

Maybrit Illner sieht TV-Duell der Kanzlerkandidaten kritisch (Foto - Archiv vom 29.5.) =

Berlin (dpa) - Moderatorin Maybrit Illner (51) hält das TV-Duell der Kanzlerkandidaten im Bundestagswahlkampf für verbesserungswürdig. «Mein Lieblingsduell ist dieses Kanzlerduell nicht», sagte Illner der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). «Vier Journalisten und zwei Politiker - das ist eine sehr künstliche Situation und in der Struktur das Gegenteil von einem Duell.» Zudem sei ein Streitgespräch schwierig mit zwei Kandidaten, die bereits zusammengearbeitet haben - wie es zuletzt bei Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück der Fall war.  

Sänger Bosse: Bin im Schlaf ans Meer gegangen (Foto - Archiv vom 28.5.) =

Berlin (dpa) - Der Sänger Bosse («Kamikazeherz») ist nach eigenen Worten seit Jahren ein Schlafwandler. «Ich habe das schon, seitdem ich Kind war, da gibt's Videos, Aufnahmen», erzählte der 36-Jährige am Freitagabend in der NDR-Talkshow «Bettina und Bommes». Am gefährlichsten sei sein Schlafwandeln gewesen, als er mit 14 Jahren mit Freunden in Südfrankreich war. «Die Geschichte geht so, dass es in Strömen geregnet hat. Wir haben zusammen in einem Zelt gepennt», sagte Bosse. «Und dann war ich weg, dann haben die mich gerufen und gesucht. Dann haben sie mich in so einer knappen Tanga-Hose im Regen irgendwo am Meer gefunden. Da dachte ich das erste Mal so «Krass, ich bin durch den Regen nicht wach geworden.»»

Filmpreis-Gala: Sechs Lolas für «Der Staat gegen Fritz Bauer» (Foto - aktuell vom 27.5. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Berlin (dpa) - Der Politthriller «Der Staat gegen Fritz Bauer» von Lars Kraume ist der große Gewinner des 66. Deutschen Filmpreises. Das Drama über den Juristen und Nazi-Jäger Fritz Bauer (1903-1968) wurde am Freitagabend bei einer Gala in Berlin mit sechs Lolas ausgezeichnet. Die 1700 Mitglieder der Deutschen Filmakademie wählten Kraumes Regiearbeit zum besten deutschen Film. Neben der goldenen Lola in der Königskategorie gab es Preise für Ronald Zehrfeld als besten Nebendarsteller sowie für Regie, Drehbuch, Kostüme und Szenenbild. «Der Staat gegen Fritz Bauer» war mit neun Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen. Publikumsliebling «Er ist wieder da» von David Wnendt ging leer aus.

Managerin Kehm nimmt Lebenswerk-Preis für Michael Schumacher entgegen (Foto - aktuell vom 28.5. - Die Meldung lief auch im Ressort Sport) =

Nürburgring (dpa) - Sabine Kehm hat den Lebenswerk-Preis des Nürburgrings für Michael Schumacher entgegengenommen. Der vor rund zweieinhalb Jahren beim Skifahren in den französischen Alpen verunglückte Formel-1-Rekordweltmeister wurde am Freitagabend auf dem Nürburgring mit dem sogenannten «Lifetime Award» geehrt und von seiner Managerin vertreten. «Ich bin mir darüber im Klaren, und ich denke, wir sind alle einer Meinung: Wir würden uns alle besser fühlen, wenn ich nicht hier stehen würde heute Abend, sondern Michael selber hier stehen würde und sich bedanken könnte. Aber leider ist das nicht möglich», sagte Kehm. «Leider müssen wir alle das akzeptieren und damit umzugehen lernen.»

Volksbühne Berlin: Triumph für Frank Castorf (Foto - Archiv vom 28.5. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Berlin (dpa) - An der Berliner Volksbühne hat am Samstag «Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn de Molière» in der Regie von Intendant Frank Castorf (64) Premiere gefeiert. In dem Stück nach einer Vorlage des Russen Michail Bulgakow (1891-1940) geht es vordergründig um die Intrigen am Hof von Ludwig XIV., denen der Dichter Molière zum Opfer fällt. Castorf, dessen Intendanz an der Volksbühne 2017 nach 25 Jahren endet, nutzt die Vorlage für eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Kunst und Macht.

Shailene Woodley geht für Bernie Sanders im Wohnmobil auf Reisen (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - US-Schauspielerin Shailene Woodley (24), die Heldin aus der «Divergent»-Kinoreihe, macht sich in Kalifornien für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders stark. Zusammen mit ihrer Kollegin Rosario Dawson (37, «Sin City») und anderen Sanders-Fans kreuzt der Hollywood-Star in einem Wohnmobil durch den Westküstenstaat, um für den Senator aus Vermont zu werben. Auf Twitter postet Woodley Schnappschüsse von Wahlkampfveranstaltungen und Treffen mit Wählern. «Es gibt Millionen von uns im ganzen Land, die so etwas tun», sagte die Schauspielerin der «Los Angeles Times» am Samstag über die Fan-Bewegung für Hillary Clintons linken Widersacher Bernie Sanders. 

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So, 2016-05-29 13:07
Paderborn (dpa)

«Jugend forscht»: Preise für Drohnenabwehr und 3D-Projektor

Von der Drohnenabwehr über künstliche Rubine bis zum neuartigen Abwasserfilter: Bei «Jugend forscht» haben Schüler in Paderborn erstaunliche Erfindungen vorgestellt.

Paderborn (dpa) - Drohnenabwehr und 3D-Projektoren: Die Bundessieger des Wettbewerbs «Jugend forscht» sind am Sonntag in Paderborn gekürt worden. Gleich drei Preise gingen nach Nordrhein-Westfalen, zwei Sieger kommen aus Bayern. Den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit erhielt Tassilo Schwarz (17) aus dem bayerischen Seeon. Er entwickelte ein Abwehrsystem zum Aufspüren und Verfolgen von Drohnen.

Bundessieger im Fachgebiet Chemie wurden Christian Schärf (18), Paul Rathke (18) und Friedrich Wanierke (17) aus Thüringen. Die Jungforscher stellten künstliche Rubine her. Im Fachbereich «Arbeitswelt» setzte sich der Wuppertaler Tobias Gerbracht (18) durch. Er präsentierte einen Projektor, mit dem er virtuelle Gegenstände im Raum erzeugen kann, so dass der Betrachter sie für reale Objekte seiner Umgebung hält.

Ebenfalls erfolgreich für NRW am Start waren Stefan Genchev (17) aus Sofia mit einem Computerprogramm zur sicheren Verwaltung von Passwörtern und Lukas Lao Beyer (18) aus Barcelona mit einem Radio, das Funksignale digital verarbeitet. Die Leiterplatte produzierte er selbst im Backofen. Beide sind Schüler an Deutschen Auslandsschulen, die im Rahmen von «Jugend forscht» dem Land NRW zugeordnet sind.

Den Preis des Bundesforschungsministeriums verlieh die Jury an Alexander Rotsch aus Brandenburg für die beste interdisziplinäre Arbeit. Der 19-Jährige fand heraus, dass Pflanzen stärker als bisher angenommen auf das Lichtspektrum reagieren, dem sie ausgesetzt sind. So entwickelten die von ihm untersuchten Pflanzen unter dem Einfluss von Blaulicht messbar mehr Abwehrkräfte gegen gefährliche Keime als unter Rotlicht.

Beim 51. Bundeswettbewerb «Jugend forscht» hatten 191 Nachwuchsforscher der Jury insgesamt 110 Projekte vorgestellt. Seit Donnerstag hatten die Landessieger des 1965 vom damaligen «Stern»-Chefredakteur Henri Nannen gegründeten Wissenschaftswettbewerbs den Juroren ihre Forschungsarbeiten vorgestellt.

Felix Mende (19) aus Dresden präsentierte eine Methode, mit der gesundheitsschädliche Farbstoffe sowie ein Antibiotikum aus Abwässern herausgefiltert werden können. Für seine Grundlagenforschung, die künftig sogar helfen könnte, Pestizide aus dem Wasser zu entfernen, bekam er den Preis des Bundespräsidenten.

Sara-Luisa Reh (16) und Anja-Sophia Reh (14) aus Bayern überzeugten die Jury im Fachgebiet Biologie. Die beiden untersuchten in einer Einzelfallstudie, inwiefern der Zyklus den Blutzuckerspiegel und die Insulinfreisetzung bei Diabetikerinnen beeinflusst.

Physik-Bundessieger Ivo Zell (17) aus Hessen gewann mit dem Modell eines sogenannten Nurflüglers. Nurflügler oder Nurflügel sind Flugzeuge ohne Leitwerke mit einem fließenden Übergang von Rumpf und Tragflächen. Insgesamt erhielten die Nachwuchs-Wissenschaftler Geld- und Sachpreise im Wert von rund einer Million Euro.

So, 2016-05-29 13:18
Kiew/Donezk (dpa)

Kiew: Lage in Ostukraine verschärft sich - OSZE-Beobachter beschossen

Der Friedensprozess für den Donbass steckt fest, die Kämpfe zwischen Armee und Separatisten flammen immer wieder auf. Die ukrainische Führung setzt in dieser Lage verstärkt auf westliche Berater wie neuerdings Ex-Nato-Chef Anders Fogh Rasmussen.

Kiew/Donezk (dpa) - Angesichts neuer Gefechte im Kriegsgebiet Ostukraine hat die Führung in Kiew vor einer Verschärfung der Lage im Donbass gewarnt. Bei Kämpfen mit prorussischen Separatisten seien fünf Soldaten getötet worden, sagte ein ukrainischer Militärvertreter am Sonntag. Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko sagte, die Spannungen hätten zuletzt zugenommen.

Auch die Aufständischen berichteten von Angriffen der Armee. Die Separatisten im Gebiet Luhansk warfen dem Militär vor, ungeachtet des Minsker Friedensplans Kriegsgerät im Frontbereich zu verlegen.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte den Beschuss einer Beobachter-Patrouille vom Freitag. Die Gruppe sei im Gebiet Donezk mit Handfeuerwaffen angegriffen worden, sagte Ertugrul Apakan, Chef der Beobachter-Mission. Niemand sei verletzt worden. «Ich verurteile die Gewalt gegen Menschen und Ausrüstung, die helfen, objektive und unparteiische Informationen über die Lage in der Ukraine zu beschaffen», teilte Apakan mit. Konkrete Beschuldigungen machte er nicht.

«Derartige Angriffe auf die zivile, unbewaffnete Beobachtermission sind völlig inakzeptabel», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Deutschland hat dieses Jahr den OSZE-Vorsitz inne. Er forderte Sicherheitsgarantien für die Beobachter. Eigentlich gilt im Donbass eine Waffenruhe, die aber seit Monaten brüchig ist.

Angesichts der tiefen Krise seines Landes setzt Präsident Petro Poroschenko auch auf ausländische Hilfe. Per Erlass ernannte er den früheren Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zum Berater. Der vormalige dänische Regierungschef war von 2009 bis 2014 Chef des westlichen Bündnisses. Der russische Verteidigungspolitiker Wladimir Komojedow meinte, die Ernennung werde nicht zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland beitragen. Die Führung in Kiew strebt eine Annäherung an EU und Nato an.

So, 2016-05-29 13:23
Mainz/Hoppstädten (dpa)

Blitzeinschlag auf Fußballplatz - laut Zeugen wolkenloser Himmel

Der Himmel soll wolkenlos gewesen sein, als der Blitz niederfuhr. Folgenschwer für ein Fußballspiel zweier Jugend-Mannschaften in Rheinland-Pfalz: mehr als 30 Menschen wurden verletzt.

Mainz/Hoppstädten (dpa) - Bei einem Blitzschlag auf einem Fußballplatz in Rheinland-Pfalz sind 33 Menschen verletzt worden, darunter überwiegend Kinder. Der Zwischenfall ereignete sich am Samstag nach dem Abpfiff eines Fußballspiels von zwei E-Jugend-Mannschaften in Hoppstädten im westlichen Rheinland-Pfalz. 29 Kinder und vier Erwachsene wurden verletzt. Sie befanden sich nach Angaben der Polizei am Sonntag auf dem Weg der Besserung. Nach Angaben von Zeugen soll der Blitz buchstäblich aus heiterem Himmel gekommen sein. Das Spiel war gerade beendet worden.

Am schwersten verletzt worden war laut Polizei ein 45 Jahre alter Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hatte. Er war von Ersthelfern bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wiederbelebt worden. Zu den verletzten Erwachsenen gehören auch der Schiedsrichter und zwei weitere Männer. Die Polizei hatte in der Nacht die Verletztenzahl leicht nach unten korrigiert.

Über die genaue Wetterlage zum Zeitpunkt des Unglücks gab es am Sonntag unterschiedliche Angaben. Die Polizei berief sich auf Anwesende, der Blitz sei «bei wolkenlosem Himmel» eingeschlagen. Volker Emrich, Vorsitzender eines anderen nicht beteiligten Sportvereins in Hoppstädten, sagte, über dem Sportplatz habe es keine Wolken am Himmel gegeben. Er sei aus einem Nachbarort gekommen. Dort habe es geregnet.

Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach sagte, das Wetter sei allem Anschein nach über Hoppstädten nicht so gut gewesen. «Zumindest muss man aufziehende Wolken beobachtet haben.» Strahlenden Sonnenschein habe es jedenfalls nicht gegeben.

Zum fraglichen Zeitpunkt waren nach Angaben des Wetterdienstes Gewitterzellen in der Gegend unterwegs. Den Kreis Kusel hätten sie aber eher «am äußersten nördlichen Zipfel» gestreift.

Nach dem Blitzeinschlag herrschte auf dem Spielplatz Angst. «Einige Kinder waren schreiend auf dem Sportgelände herumgelaufen», teilte die Polizei mit. «Sie und Angehörige der Schwerverletzten wurden bereits vor Ort betreut.» Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), informierte sich nach Angaben ihrer Sprecherin über das Unglück.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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So, 2016-05-29 13:46
Leverkusen (dpa)

Bayer-Chef: «Uns ist bewusst, welcher Ruf Monsanto vorauseilt»

Leverkusen (dpa) - Bayer-Chef Werner Baumann hat die geplante Übernahme von Monsanto erneut gegen Vorbehalte von Umweltschützern und in der Finanzwelt wegen des schlechten Images des US-Konzerns verteidigt. «Uns ist bewusst, welcher Ruf Monsanto vorauseilt», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Der Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzern und das amerikanische Saatgut- und Agrarchemie-Unternehmen passten aber sehr gut zusammen. «Was wir brauchen, sind neue Technologien, höhere Erträge in der Landwirtschaft, eine hohe Wirtschaftlichkeit bei höchsten Standards.»

Bayer hatte in der vergangenen Woche ein Übernahme-Angebot von 55 Milliarden Euro für Monsanto vorgelegt. Damit würde der Dax-Konzern zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Die Pläne sind nicht unproblematisch: Unter anderem wegen gentechnisch veränderter Produkte, des Umgangs mit Saatgut-Patenten und der Verwendung des Wirkstoffs Glyphosat ist Monsanto international höchst umstritten.

Bayer stehe zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung auch nach einer möglichen Übernahme des US-Konzerns, betonte Baumann in der Zeitung: «Ich kann Ihnen zusichern, dass wir auch diese Geschäfte nach den gleichen Maßstäben führen würden wie unsere anderen auch.» Monsanto lehnt die Offerte bislang als zu niedrig ab.

So, 2016-05-29 13:21
Berlin (dpa)

Randale in Berlin-Mitte - Innensenator: «verbrecherische Aktionen»

Berlin (dpa) - Randalierer haben in der Nacht zum Sonntag in Berlin mehrere Autos und einen Rohbau in Brand gesetzt. Nach Angaben der Polizei zogen schwarz gekleidete, vermummte Menschen in Gruppen von fünf bis sechs Personen durch die Alte Jakobstraße in Berlin-Mitte. Dabei hätten sie Barrikaden aus brennenden Autoreifen an den Kreuzungen errichtet und Krähenfüße ausgelegt. Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach von «verbrecherischen Aktionen». Bereits am Freitag hatten elf Autos auf einem Parkplatz der Deutschen Bahn gebrannt oder waren vom Feuer beschädigt worden. Hinter dem Brandanschlag stehen möglicherweise linksextremistische Täter. Seit vielen Jahren verüben Linksextremisten immer wieder Brandanschläge auf Autos der Bahn, Fahrzeuge auf Bahngrundstücken oder Kabelschächte an Zugstrecken.

So, 2016-05-29 13:34
Berlin (dpa)

Innenminister: Terrorgefahr stellt Fußball-EM nicht in Frage

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält die Terrorbedrohung zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich für beherrschbar. «Wir leben insgesamt in Zeiten erhöhter Terrorgefahr. Aber sie ist nicht so, dass man die Austragung der EM in Frage stellen müsste», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Hinweise auf Anschläge gebe es «immer», betonte de Maizière. Zu bewerten, ob sie ernsthaft seien oder nicht, gehöre zu den schwierigsten Aufgaben der Sicherheitsbehörden. Allein die Existenz von Hinweisen sei kein Beleg für eine konkrete Gefahr. Es sei klar, dass Terroristen versuchten, für Verunsicherung zu sorgen, sagte der Minister. «Aber dem darf man sich nicht ergeben. Sonst haben die Terroristen schon gewonnen.»

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2016-05-29 13:36
Berlin (dpa)

Bauernpräsident für neue Preismodelle mit Molkereien und Handel

Berlin (dpa) - Bauernpräsident Joachim Rukwied hat sich angesichts der Milchkrise für neue Preismodelle ausgesprochen. «Wir brauchen neue verbindliche Absprachen zwischen Bauern, Molkereien und dem Handel», sagte er vor dem «Milchgipfel» bei Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) der «Bild»-Zeitung (Montag). So könnten Bauern für 83 Prozent der Milch einen festen Preis für eine gewisse Zeit bekommen, für die restlichen 17 Prozent einen anderen Preis. «Dann könnten die Bauern planen, und eine abmelkende Kuh sechs Wochen früher zum Schlachter gehen, als sie sonst gehen würde.»

Als «theoretisch denkbar» bezeichnete der Bauernpräsident einen «Soli» von 2 Cent auf Milchprodukte. «Lieber wäre es den Bauern aber, sie könnten ihr Einkommen über auskömmliche Preise erzielen.»

Mit Blick auf den «Milchgipfel» bekräftigte Rukwied die Forderung nach «konkreter, sofort wirksamer Unterstützung». Notwendig seien ein Liquiditäts- und Bürgschaftsprogramm sowie Steuerentlastungen nicht nur für Milchviehhalter, sondern für alle landwirtschaftlichen Betriebe, sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag). Auch die Schweinehalter spürten die Preiskrise schon länger.

So, 2016-05-29 12:11
Kathmandu (dpa) 

40 Tage Leiden für 15 Minuten ganz oben auf dem Dach der Welt Von Stefan Mauer, dpa

Am Sonntag feierte Nepal zum neunten Mal den Tag des Mount Everest. Nach zwei Katastrophenjahren war es ein Fest der Erleichterung. Doch der Schmerz der vergangenen Jahre hallt nach.

Kathmandu (dpa) - Der höchste Berg der Welt hat nichts von seiner Faszination eingebüßt. Im Schnitt 40 Tage schinden selbst erfahrene Bergsteiger ihre Körper, klettern ständig zwischen verschiedenen Camps hin und her, um sich an die extremen Bedingungen zwischen 4000 und mehr als 8000 Metern Höhe zu gewöhnen.

Alles in Erwartung der wenigen Tage im Jahr, in denen das Wetter auf dem Gipfel des Mount Everest überhaupt gut genug ist, dass ein Mensch dort aus eigener Kraft hinauf steigen kann. Selbst dann ist auf dem 8848 Meter hohen Spitze vom Dach der Welt, wie die Region metaphorisch genannt wird, die Luft dünn: so sehr, dass jeder Atemzug ohne Sauerstoffgerät nur ein Drittel des Sauerstoffs in die Lunge befördert, an den ein Mensch eigentlich gewöhnt ist. Immer wieder werden Bergsteiger während des Aufstiegs schwer krank oder kommen sogar zu Tode.

Als das nepalesische Tourismusministerium an diesem Sonntag zum neunten Mal den Tag des Mount Everest feierte, war auch eine große Erleichterung zu spüren. Denn erstmals seit zwei katastrophalen Jahren schafften es Bergsteiger wieder, überhaupt den Gipfel zu erklettern.

Im vergangenen Jahr waren alle Everest-Expeditionen abgesagt worden, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,8 große Teile Nepals und auch das Basislager des Mount Everest verwüstet hatte. 19 Bergsteiger kamen damals ums Leben, zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand kein Mensch auf dem Gipfel. Im Jahr zuvor starben 16 Menschen, als eine Lawine den gefährlichen Khumbu-Eisbruch verschüttete. Danach erreichte zwar die Chinesin Wang Jing den Gipfel, jedoch war ihr Aufstieg umstritten. Sie hatte sich in einem Helikopter über den verschütteten Khumbu-Eisbruch fliegen lassen und so den Gipfel erreicht.

«Die erfolgreichen Besteigungen in diesem Jahr lassen all dies vergessen und haben unserem Bergtourismus geholfen, sich fast wieder auf das vorherige Niveau zu erholen», sagte Prem Rai, Vorsitzender des Organisationskomitees für den Tag des Mount Everest. Mehr als 400 Menschen erreichten laut Ministerium den Gipfel, womit rund zwei Drittel der Aufstiege erfolgreich verliefen. Lizenzen hatte die Behörde für 289 Ausländer vergeben, dazu kamen noch rund 400 Nepalesen, die ebenfalls den Berg bezwingen wollten. Im Jahr 2013 fanden mit 539 erfolgreichen Besteigungen die meisten Menschen den Weg bis zum Gipfel.

Für Nepal ist der Mount Everest auch finanziell sehr wichtig. Mehrere zehntausend Arbeitsplätze hängen von Expeditionen auf den Berg ab. Zu den wichtigsten Einnahmequellen gehören die Gebühren für die Lizenzen, den Berg zu besteigen. Knapp 10 000 Euro zahlt ein ausländischer Bergsteiger umgerechnet nur für die Genehmigung, den Aufstieg bis zum Gipfel zu versuchen.

Seit dem Jahr 2008 hat Nepal den 29. Mai zum offiziellen Tag des Mount Everest ausgerufen. Im Jahr 1953 erreichten an diesem Datum der Neuseeländer Edmund Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay als erste Menschen den Gipfel des Berges. Die beiden Männer hielten es wegen der extremen Wetterbedingungen gerade einmal 15 Minuten auf dem Gipfel aus, bevor sie sich wieder an den Abstieg machten. Sie waren die einzigen Teilnehmer einer größeren Expedition, die es bis zum Gipfel schafften.

Auch heute noch ist der Aufstieg auf den Everest eine Gemeinschaftsleistung. Neun Nepalesen hatten in diesem Jahr die letzten 800 Höhenmeter für die übrigen Bergsteiger mit Seilen befestigt und so den Aufstieg gesichert. Sie standen auch im Mittelpunkt der Feier am Sonntag, als Premierminister K.P. Sharma Oli ihnen für diese Leistung einen Preis überreichte.

«Die gute Saison in diesem Jahr hat uns viel Mut gemacht», sagte Ang Tshering Sherpa, Präsident des nepalesischen Bergsteiger-Verbandes am Sonntag und betonte einen positiven Ausblick. «Wir freuen uns auf lebhafte Klettersaisons in der Zukunft.» Ohne Todesopfer war aber auch die Saison 2016 nicht geblieben. Drei Inder, ein Niederländer, eine Australierin und ein Nepalese verloren 2016 auf dem Mount Everest ihr Leben. Nachdem die Todesfälle bekannt geworden waren, hatte Gyanendra Shrestha, Sprecher des Tourismusministeriums, gesagt: «Rettungseinsätze und auch Todesopfer sind am Mount Everest nichts Ungewöhnliches.»

So, 2016-05-29 11:28
Mainz/Hoppstädten (dpa)

Blitzeinschlag auf Fußballfeld - Verletzte auf dem Weg der Besserung

Mainz/Hoppstädten (dpa) - Nach dem Blitzeinschlag auf einem Fußballfeld in Rheinland-Pfalz sind alle 33 Verletzten auf dem Weg der Besserung. Niemand sei in Lebensgefahr, teilte ein Sprecher der Polizei am Sonntag mit. Dies gelte auch für den am schwersten verletzten 45 Jahre alten Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hatte und wiederbelebt wurde. Insgesamt waren 29 Kinder und vier Erwachsene verletzt worden.

Das Drama ereignete sich nach dem Abpfiff eines Fußballspiels von zwei E-Jugend-Mannschaften am Samstag auf dem Platz in Hoppstädten (Kreis Kusel). Nach Angaben von Zeugen soll der Blitz buchstäblich aus heiterem Himmel niedergegangen sein.

So, 2016-05-29 11:12
Berlin (dpa)

Armenier-Resolution wirft Schatten voraus - Türken-Proteste in Berlin

Am 2. Juni will der Bundestag eine Resolution beschließen, mit der die Gräuel an den Armeniern im Osmanischen Reich vor gut 100 Jahren als «Völkermord» eingestuft werden. Neuer Streit mit Ankara ist programmiert.

Berlin (dpa) - Die geplante «Völkermord»-Resolution des Bundestags zu den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich heizt die politische Debatte über den Umgang mit der Türkei an. Es sei «zu erwarten, dass durch diese Abstimmung Türen eher zugeschlagen und die geschichtliche Aufarbeitung zwischen der Türkei und Armenien sogar verhindert wird», kritisierte Integrationsministerin Aydan Özoguz (SPD) in einer Stellungnahme für das ARD-Hauptstadtstudio. Zugleich unterstellte sie den Initiatoren der Abstimmung politische Motive: «Die Instrumentalisierung dieses Themas ärgert mich.»

In Berlin protestierten am Samstag türkische Verbände gegen die geplante Resolution. Rund 1000 Menschen zogen nach Polizeiangaben vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. «Der Bundestag ist nicht zuständig! Parlamente sind keine Gerichte!», hieß es auf Transparenten. Viele der Demonstranten schwenkten türkische Flaggen.

Der Bundestag will am Donnerstag eine gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen dabei zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit ums Leben.

Unionsfraktionsvize Franz Josef Jung (CDU) rechnet nicht mit übermäßig heftigen Reaktionen der Türkei. «Es geht uns nicht darum, dass die türkische Regierung eine Schuld am Völkermord eingesteht, sondern dass sie sich zu ihrer historischen Verantwortung bekennt», sagte Jung der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Der CDU-Politiker bekräftigte, «dass wir die Türkei nicht auf die Anklagebank setzen wollen.»

Jung führte aus: «Schon vor einem Jahr haben sowohl der Bundestagspräsident als auch der Bundespräsident die Verbrechen eindeutig als Völkermord bezeichnet, und damals hat die Türkei auch nicht überreagiert. Warum sollte es jetzt anders sein?» Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, meinte hingegen: «Wie die Türkei reagiert, ist schwer einzuschätzen.»

Vor der Abstimmung werden viele Abgeordnete von türkischen, aber auch von armenischen Organisationen unter Druck gesetzt. Türkische Gruppen warnten vor Folgen «für das friedvolle Zusammenleben zwischen Deutschen und Türken hierzulande, aber auch in der Türkei». Auch von der Gegenseite seien Zehntausende E-Mails beim Bundestag eingegangen. Sie enthielten die Forderung, sich dem Druck der türkischen Seite nicht zu beugen, berichtet «tagesschau.de».

Unter besonderem Druck stehen demnach Abgeordnete mit türkischen Wurzeln. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir berichtete von Beschimpfungen und Drohungen: «Es sind immer die gleichen Ausdrücke: Verräter, Armenierschwein, Hurensohn, armenischer Terrorist und sogar Nazi», sagte er «tagesschau.de». Trotzdem dürfe das keine Ausrede sein: «Anders als in der Türkei muss hier kein Abgeordneter Angst haben, ins Gefängnis geworfen oder gar ermordet zu werden.»

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt verteidigte die geplante Resolution als «Signal eines selbstbewussten Parlaments». Der Beschluss sei auch deshalb so wichtig, weil es «ohne Erinnerung keine Zukunft» geben könne, sagte die Grünen-Politikerin dem «Tagesspiegel am Sonntag». Außerdem werde in der Resolution auch die deutsche Verantwortung klar benannt. Offiziere des Kaiserreichs seien Zeugen der Gräueltaten gewesen und hätten der Berliner Regierung davon berichtet. Diese habe aber nichts unternommen, um das Morden zu stoppen.

So, 2016-05-29 11:43
Teheran (dpa)

Iran: Pilgerfahrt nach Mekka dieses Jahr «nicht machbar»

Teheran (dpa) - Wegen der diplomatischen Krise zwischen Teheran und Riad können in diesem Jahr tausende Iraner nicht die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) antreten. «Wir haben diesbezüglich bis heute vergeblich auf eine Antwort der Saudis gewartet, daher ist der Hadsch dieses Jahr nicht machbar», sagte der iranische Kultusminister Ali Dschannati am Sonntag, wie die Agentur Fars berichtete. Beide Seiten hatten mehrmals vergeblich versucht, eine Lösung zu finden.

Riad hatte die diplomatischen Beziehungen zum Iran Anfang des Jahres abgebrochen, nachdem die Botschaft des Landes in Teheran von aufgebrachten Demonstranten gestürmt worden war. Vorausgegangen war die Hinrichtung von 47 Menschen in Saudi-Arabien, unter ihnen ein dem Iran nahestehender Geistlicher der schiitischen Minderheit. Die beiden islamischen Länder haben auch Differenzen im Syrien-Konflikt. Teheran unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, Riad die Rebellen.  

Die Pilgerfahrt zum wichtigsten Heiligtum im Islam in Mekka zählt zu den Pflichten jedes Muslims - Hundertrausende Iraner nehmen jedes Jahr daran teil.

So, 2016-05-29 11:48
Münden (dpa)

Taubeneigroße Hagelkörner demolieren Decke einer Halle

Hann. Münden (dpa) - Bei einem Unwetter mit taubeneigroßen Hagelkörnern ist das Dach einer Lagerhalle im niedersächsischen Hann. Münden zur Hälfte eingestürzt. Verletzt wurde niemand, die Halle im Industriegebiet stand leer, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Das Gewicht der Hagelkörner und die Wucht beim Aufprall hätten vermutlich das Dach am Samstagabend einstürzen lassen.

So, 2016-05-29 11:30
Berlin (dpa)

Warum der Milchpreis im Keller ist

Berlin (dpa) - Den deutschen Milchbauern machen seit Monaten massiv sinkende Preise zu schaffen. Eine Übersicht über wichtige Gründe:

HÖHERES ANGEBOT: Nach dem Ende der EU-Milchquote als Mengenschranke können die Bauern beliebig viel produzieren. In manchen EU-Ländern wie Irland und Polen schwollen die Mengen laut Bauernverband deutlich an. Und auch in den USA oder Neuseeland stieg die Produktion.

SCHWÄCHERE NACHFRAGE: Die Konjunktur in vielversprechenden Märkten schwächelt - etwa in China und in Ländern, die stark von Ölexporten abhängig sind. Das bremst auch die Geschäfte mit Milchprodukten.

POLITISCHE BARRIEREN: Russland hat als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise einen Importstopp für Agrarprodukte verhängt. Dadurch bleibt mehr Milch auf dem EU-Markt, was die Preise schwächt.

PREISDRUCK DES HANDELS: Sinkende Weltmarktpreise registrieren auch die Supermarktketten, die mit den Molkereien Verträge schließen. Daraus folgten mehrere Preissenkungsrunden im Kühlregal. Kritiker monieren seit langem die Marktmacht der wenigen großen Handelsriesen.

So, 2016-05-29 11:13
München (dpa)

Bergfahrt eines Raddampfers als Klangerlebnis Von Georg Etscheit, dpa

Mit der Uraufführung der Oper «Sweat of the Sun» nach Werner Herzogs «Fitzcarraldo» ist die Biennale in München in eine neue Ära aufgebrochen. Wohin die Reise unter dem Komponistenduo Ott/Tsangaris gehen soll, hat sich dabei noch nicht angedeutet.

München (dpa) - Das Urwaldepos «Fitzcarraldo» von Werner Herzog war in jeder Hinsicht eine Wahnsinnstat. Nicht nur die Handlung selbst, in der ein exzentrischer Gummibaron mitten im Amazonasdschungel ein Opernhaus zu bauen gedenkt, sondern auch der von zahlreichen Pannen und Unterbrechungen begleitete Dreh. Mit einem Hauptdarsteller (Klaus Kinski), der immer am Rand des Irrsinns entlang taumelte. Und natürlich jenem berühmten Raddampfer, der für den Film über einen Berghang gezogen wird. Eine atemberaubende Sequenz, die seither zur deutschen Kinogeschichte gehört.

Daraus eine Oper zu machen, liegt gar nicht so fern, zumal Herzog die turbulenten und mitunter hochgefährlichen Dreharbeiten in einem eigene Dokumentarfilm und einem Buch mit autobiografischen Skizzen festgehalten hat. Dieses Buch namens «Eroberung des Nutzlosen» war Grundlage der Oper «Sweat of the Sun» des irischen Komponisten David Fennessy, die am Samstag zur Eröffnung der «Münchener Biennale» in der Muffathalle nahe des Gasteig-Kulturzentrums uraufgeführt wurde.

Fennessys 75-minütige Partitur wurde vom Münchner Kammerorchester unter Alexander Liebreich mit beträchtlichem technisch-akustischen Aufwand aus der Taufe gehoben. Die Musik schafft drückend-bedrohliche Urwaldatmosphäre, versucht die wahnwitzige Bergfahrt des Dampfers lautmalerisch nachzuzeichnen. Das Orchester klingt bei diesem sich wiederholenden Motiv wie die Turbinen eines startenden Düsenjets. Und die Stromschnellen, in denen das von den Indianern losgebundene Schiff schließlich fast zu versinken droht, klingen wie die Posaunen von Jericho.

Ansonsten viel gestaltete Leere, drohende Stille, unterbrochen von Gesprächs- und Gesangsfetzen des siebenköpfigen Darstellerteams, knarzenden Streichereinwürfen, wuchtigen Paukenschlägen. Gegen Ende schweben von der Decke zwei balkenförmige Aluminiumharfen ein, denen Musiker mit Geigenbögen zirpende Geräusche entlocken. Ruhig geführte Kantilenen steuerte die Sopranistin Susann Vent-Wunderlich bei.

Szenisch bot diese Uraufführung das, was man sich von solchen mit eher geringem Aufwand gestalteten Musiktheaterperformances erwarten kann: Videoprojektionen aus «Fitzcarraldo» und Herzogs dazugehörenden Doku «Mein liebster Feind», im Publikum verstreutes Instrumentarium, durchlässige Grenzen zwischen Bühne und Auditorium, eine Bühnenkamera, die allerdings vorzeitig den Geist aufgab. Das Orchester war zunächst in der Saalmitte platziert und wurde dann, auf rollenden Podesten, an den Rand geschoben.

Die Uraufführung wurde positiv, wenn auch nicht begeistert aufgenommenen. Nach dem Schlussapplaus des ersten Abends blieb allerdings zunächst unklar, wohin die neuen Biennale-Leiter Daniel Ott und Manos Tsangaris das bis zum 9. Juni andauernde Festival führen wollen.

So, 2016-05-29 10:10
Berlin (dpa)

Große Gesten und Worte der Nachkriegsgeschichte

Berlin (dpa) - Das Gedenken an die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren ist mit einer historischen Versöhnungsgeste verbunden: Am 22. September 1984 reichten sich Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand über den Gräbern von Verdun die Hand. Nur wenige andere Gesten oder Worte der Nachkriegsgeschichte sind so tief im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankert wie diese. Einige Beispiele:

- 26. Juni 1963: «Ich bin ein Berliner»

Mit diesen Worten versichert US-Präsident John F. Kennedy den West-Berlinern zwei Jahre nach dem Mauerbau der Solidarität der USA. Vor dem Schöneberger Rathaus wird er dafür von Hundertausenden bejubelt.

- 7. Dezember 1970: Kniefall von Warschau

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos nieder und verneigt sich damit tief vor allen Opfern des Nazi-Regimes. Im Jahr 2000 wird dieser Geste nur 150 Meter von dem Ehrenmal entfernt selbst ein Denkmal gesetzt.

- 7. Oktober 1979: Sozialistischer Bruderkuss

Leonid Breschnew und Erich Honecker, die Staats- und Parteichefs der Sowjetunion und der DDR, demonstrieren anlässlich des 30. Geburtstags der DDR bei den Feierlichkeiten in Ost-Berlin Einigkeit. Der Bruderkuss landet nach dem Zusammenbruch der DDR als Kunstwerk und Touristenattraktion auf dem bekanntesten Mauerrest Berlins, der sogenannten «East Side Galery».

- 22. September 1984: Händedruck von Verdun

Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand besuchen gemeinsam den Ort einer der grausamsten Schlachten der Kriegsgeschichte und reichen sich über den Gräbern die Hand. Es ist die bedeutendste Versöhnungsgeste zwischen den einstigen Erzfeinden Deutschland und Frankreich überhaupt.

- 12. Juni 1987: «Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!»

US-Präsident Ronald Reagan hält an der West-Seite des Brandenburger Tores, nur wenige Meter von der Berliner Mauer entfernt, seine bedeutendste Rede: «Mr. Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!», ruft er dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow zu. Zweieinhalb Jahre später fällt die Mauer.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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