Sa, 2015-05-30 11:44
Dnipropetrowsk (dpa)

Steinmeier kritisiert Russland wegen «schwarzer Liste»

Dnipropetrowsk (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat Russland wegen des Einreiseverbots gegen mehrere Dutzend europäische Politiker kritisiert. Bei einem Besuch in der ukrainischen Stadt Dnipropetrowsk sagte Steinmeier am Samstag: «Ich halte es nicht für besonders klug, solche Einreiseverbote überhaupt auszusprechen.» Dies sei auch kein geeigneter Beitrag zu den Bemühungen, «einen hartnäckigen gefährlichen Konflikt in der Mitte Europas zu entschärfen».

Auf der sogenannten schwarzen Liste stehen die Namen von 89 Europäern, unter ihnen auch acht Deutsche. Dazu gehören neben Karl-Georg Wellmann (CDU) und Rebecca Harms (Grüne), die in Moskau bereits zurückgeschickt wurden, unter anderem auch Michael Fuchs (CDU), Daniel Cohn-Bendit (Grüne) und Bernd Posselt (CSU). Darunter ist auch der künftige Europa-Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Uwe Corsepius.

Sa, 2015-05-30 11:24
Freystadt (dpa)

Aufräumarbeiten laufen nach Tornado in der Oberpfalz

Freystadt (dpa) - Ein wenige Sekunden langer Tornado hat das oberpfälzische Freystadt getroffen - jetzt laufen die Aufräumarbeiten. Mit Hilfe der Feuerwehr hätten noch am Freitagabend die beschädigten Häuser mit Ziegeln oder zumindest mit Folien abgedichtet werden können, sagte der stellvertretende Bürgermeister Rudolf Schiener der Deutschen Presse-Agentur am Samstagmorgen. Der Tornado hatte am Freitagabend über den Freystädter Ortsteil Ohausen schweren Schaden angerichtet. Dort blieb kaum ein Haus unbeschädigt. Fast an jedem Gebäude wurden Dächer abgedeckt oder beschädigt. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere Hunderttausend Euro. Verletzt wurde niemand.

Sa, 2015-05-30 11:23
Singapur (dpa)

US-Senator McCain warnt vor Abzug aus Afghanistan

Singapur (dpa) - US-Senator John McCain hat eindringlich vor dem geplanten Abzug der US-Truppen aus Afghanistan gewarnt. Er begründete das am Samstag auf einer internationalen Sicherheitskonferenz in Singapur mit den Erfahrungen im Irak, wo nach dem Abzug der US-Truppen der Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begann. «Wir werden dort (in Afghanistan) den selben Film sehen», sagte McCain. «Der Konflikt in Afghanistan ist weit von einem Ende entfernt.»

Die Nato hat ihren Kampfeinsatz in Afghanistan Ende vergangenen Jahres formell beendet und eine neue Mission zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte begonnen, die zunächst bis nächstes Jahr geplant ist. Ob und wie viele ausländische Soldaten dann noch im Land bleiben, ist völlig offen. Derzeit sind noch rund 800 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.

McCain bekräftigte auch seine Forderung nach einer Bekämpfung des IS mit Bodentruppen. «Der Status quo gefällt mir nicht. Wir gewinnen nicht», sagte der frühere Präsidentschaftskandidat für die Republikaner. «Wir brauchen Luftschläge, wir brauchen zusätzliche Bodentruppen, und wir müssen unsere vielfältigen militärischen Vorteile nutzen.» Präsident Barack Obama lehnt die Entsendung von Bodentruppen für den Kampf gegen den IS im Irak und in Syrien ab.

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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der Woche
Sa, 2015-05-30 11:33
Berlin (dpa)

Tornados - verheerende Wirbelstürme

Berlin (dpa) - Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Konstellationen dafür sind große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in verschiedenen Höhen. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht. Dieser kann einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer und Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde erreichen. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt einen Sog, der Hausdächer anheben und alles in die Höhe reißen kann - von Sand bis Autos.

Sa, 2015-05-30 11:20
Aleppo (dpa)

Aleppo: «Fassbomben» des Assad-Regimes töten 45 Menschen

Aleppo (dpa) - Bei der Bombardierung mit sogenannten Fassbomben sind in der nordsyrischen Stadt Aleppo nach Angaben von Aktivisten mindestens 45 Menschen getötet worden. Die international geächteten Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallsplittern gefüllte Eisentonnen, die von Helikoptern abgeworfen werden. Nur die Truppen des Machthabers Baschar al-Assad verfügen über Hubschrauber.

Es seien vor allem Zivilisten getötet worden, unter ihnen etliche Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte. Demnach leben in den bombardierten Stadtvierteln Aufständische. Wegen ihrer Streuwirkung töten Fassbomben in Wohngebieten immer auch viele Zivilisten.

Sa, 2015-05-30 09:58
Moskau (dpa)

Kein Oktoberfest in Moskau

Moskau (dpa) - Die Verwaltung der russischen Hauptstadt Moskau hat einer ausschweifenden Bierparty nach dem Vorbild des Oktoberfestes in München eine Absage erteilt. Eine solche Veranstaltung sei nicht geplant, sagte Behördensprecher Alexej Nemerjuk der Agentur Interfax. «Für die Deutschen ist das Oktoberfest eine historische Realität, aber in Russland gibt es eine solche Tradition nicht.»

Nemerjuks Aussagen stehen im Widerspruch zum allgemeinen Trend in Russland. Bier wird in der Heimat des Wodkas seit Jahren immer beliebter. Der Gesundheitsbehörde zufolge stieg der jährliche Pro-Kopf-Konsum seit dem Jahr 2000 von 36 Liter auf mehr als 70 Liter.

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Sa, 2015-05-30 10:50
Berlin (dpa)

Greenpeace protestiert bundesweit gegen Kohleverstromung

Berlin (dpa) - Von Berlin über Köln bis Dresden gehen Aktivisten von Greenpeace an diesem Samstag in 60 deutschen Städten auf die Straßen, um von Kanzlerin Angela Merkel mehr Einsatz zum Schutz des Klimas zu fordern. Dabei verlangen die Umweltschützer von der Regierungschefin ihren internationalen Versprechungen «endlich national Taten folgen zu lassen» und einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft anzukündigen. Die deutschen Proteste sind Teil eines globalen Aktionstages gegen Kohle und Atom in mehr als 30 Ländern.

«Die Kanzlerin findet große Worte auf der internationalen Klima- Bühne. Wenn es um Entscheidungen im eigenen Land geht, sieht sie aber stillschweigend zu, wie die Kohlelobby den Klimaschutz sabotiert», sagte dazu Susanne Neubronner, Energie-Expertin von Greenpeace.

Deutschland wird nach Einschätzung von Experten sein Klimaziel im Jahr 2020 nur dann erreichen, wenn die Kohleverstromung deutlich reduziert wird. Deshalb hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) eine vor allem von den Energiekonzernen und Gewerkschaften kritisierte Klimaabgabe auf alte Kohlekraftwerke vorgeschlagen.

Sa, 2015-05-30 10:05
London (dpa)

Zeitung: Briten erwägen Ausweitung der Ausbildungsmission im Irak

London (dpa) - Großbritannien bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge darauf vor, Militärausbilder auch in gefährlichere Regionen des Iraks zu schicken. Ziel sei, dort die von den USA geführte Mission zu unterstützen und örtliche Kräfte für den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu schulen, berichtete die «Times» am Samstag. Der Plan sei bei einem Treffen von Premierminister David Cameron mit seinen Sicherheitsberatern besprochen worden. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte das nicht.

Die Briten haben bislang Ausbilder im kurdisch kontrollierten Teil des Iraks im Einsatz und beteiligen sich an den Luftangriffen. Laut «Times» soll zusätzlich eine «zweistellige Zahl» von Soldaten in das Land geschickt werden.

Sa, 2015-05-30 10:30
Bagdad (dpa)

Brücke der Tragödien - Flüchtlingsdrama vor den Toren Bagdads Von Osama Badrani, dpa

Sie fliehen vor dem Terror des Kalifatstaats. An der Brücke zum sicheren Vorland von Bagdad wimmelt man sie ab. Für die schiitischen Behörden sind die sunnitischen Flüchtlinge ein «Sicherheitsrisiko».

Bagdad (dpa) - Die wackelige Pontonbrücke über den Euphrat verbindet zwei Welten: am linken Ufer erstrecken sich die grünen Gärten und Felder der Ortschaft Jussufija im Vorland der Hauptstadt Bagdad, am rechten die karge, braune Wüste der Provinz Anbar. Für Zehntausende Flüchtlinge aus Ramadi, der Hauptstadt von Anbar, ist die Bsebis-Brücke aber eine Trennwand zwischen diesen Welten.

Sie fliehen vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - und stecken an der Bsebis-Brücke fest. Die irakischen Sicherheitskräfte wollen sie nicht nach Bagdad lassen. Die Flüchtlinge sind Sunniten, und in den Augen der schiitisch dominierten Polizeikräfte und Militärs fällt der Schatten des Generalverdachts auf sie: es könnte sich ein IS-Terrorist unter ihnen verstecken.

Dabei sind es traumatisierte Menschen, die dem Schrecken der IS-Gewalt in ihrer Stadt entronnen sind. Fast alle tragen Schwarz, weil sie einen Angehörigen in den Kämpfen oder bei den anschließenden Massenhinrichtungen verloren haben. «Mein Sohn wollte nicht für den Islamischen Staat kämpfen», sagt ein über 80 Jahre alter Mann mit tränenerstickter Stimme. «Sie haben ihm den Kopf abgeschlagen. Nicht einmal seinen Leichnam gaben sie uns zurück. Sie warfen ihn in Stücken in den Euphrat.»

Jeder, der den Weg aus Ramadi, aus Al-Chalidija, aus Amirijat Falludscha oder anderen jüngsten IS-Eroberungen bis hierher geschafft hat, schleppt eine Tragödie mit sich. Hinzu kommen die Härten der Flucht im sengend heißen irakischen Frühsommer. Eine verzweifelte Mutter hält ihr erstarrtes Kind in den Armen - eine Schlange hat es in den Hals gebissen und sie weiß nicht, wohin mit ihm. Ein Vater beweint sein Kind, das in der brütenden Hitze an Flüssigkeitsmangel starb. Ein anderer ist in Tränen aufgelöst, weil er keine Nahrung und Wasser für seine Kinder finden kann. 

An der Brücke der Tragödien campieren sie alle unter freiem Himmel. UN-Organisationen versuchen Hilfe heranzuschaffen. Scheich Mohammed al-Dahl, ein wohlhabender Bürger aus der Gegend, lässt den Flüchtlingen aus eigener Initiative Essen bringen. Doch dann  kommen neue Wellen von Neuankömmlingen, und es reicht nicht aus, was internationale Helfer und örtliche Wohltäter leisten können.

Die Militärs und Polizisten am Tor von Bagdad schicken die Flüchtlinge zurück, machen ihnen klar, dass es für sie kein Bleiben gibt. Verstärkt sich der internationale Druck, dann geht das Tor einen Spalt auf. Wie auch für jene, die einen in Bagdad ansässigen «Bürgen» vorweisen können, das heißt jemanden, der dafür garantiert, dass der Betreffende kein «Sicherheitsrisiko» darstellt.

Der 55-jährige Nawaf Dschabbar ist einer der wenigen Glücklichen, der mit seiner Familie nach Bagdad gelassen wurde, nach einigen Tagen unter freiem Himmel, ohne Nahrung und Wasser. Er ist immer noch mitgenommen von der schrecklichen Erfahrung. «Was ich in diesen Tagen gesehen habe, übertraf meine bisherigen Vorstellungen vom Tag des Jüngsten Gerichts. Der Kontrollpunkt an der Bsebis-Brücke: das war der Vorgeschmack aufs Jüngste Gericht», sagt er.

Sa, 2015-05-30 08:39
Berlin (dpa)

Die Pkw-Maut - vom CSU-Wunsch zum Bundesratsbeschluss

Berlin (dpa) - Wichtige Etappen auf dem Weg der Pkw-Maut vom Wahlkampfschlager der CSU zur Verwirklichung:

23. Juni 2013: Im gemeinsamen Unions-Programm für die Bundestagswahl fehlt die Pkw-Maut - die Schwesterpartei CDU ist dagegen.

15. Juli 2013: Die CSU nimmt eine Pkw-Maut «für Reisende aus dem Ausland auf deutschen Autobahnen» in ihr eigenes Wahlprogramm auf.

1. September 2013: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt im TV-Wahlkampfduell: «Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben.»

27. November 2013: CDU, CSU und SPD vereinbaren die Einführung einer Pkw-Maut im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Regierung.

10. April 2014: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verkündet: «Am 1. Januar 2016 wird die Pkw-Maut scharf gestellt.»

7. Juli 2014: Dobrindt präsentiert sein Konzept: Die Maut tauft er «Infrastrukturabgabe», kassiert werden soll sie auf allen Straßen.

1. September 2014: Nach Protest aus Teilen der CDU wegen befürchteter Negativ-Effekte für Grenzregionen spricht Merkel ein Machtwort für die Maut: «Sie steht im Koalitionsvertrag, und sie wird kommen.»

17. Dezember 2014: Das Kabinett beschließt die Maut - für Autobahnen und Bundesstraßen, für ausländische Pkw nur auf Autobahnen.

6. Februar 2015: Der Bundesrat meldet umfassende Einwände gegen die Maut-Pläne an. Zustimmungspflichtig sind sie aber nicht.

18. März 2015: Die SPD knüpft ihre Zustimmung an Bedingungen, unter anderem Änderungen an den Kurzzeittarifen für ausländische Wagen.

27. März 2015: Trotz offener Zweifel an den erhofften Einnahmen und der EU-Zulässigkeit beschließt der Bundestag die Einführung der Maut.

8. Mai 2015: Gegen den Widerstand mehrerer Länder billigt der Bundesrat das umstrittene CSU-Wunschprojekt.

Sa, 2015-05-30 08:21
Berlin (dpa)

Hendricks erwartet bei G7 Schritte gegen Meeresverschmutzung

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erwartet vom G7-Gipfel am 7./8.Juni im bayerischen Schloss Elmau deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Meeresverschmutzung durch Plastikmüll. «Deutschland hat das Thema auf die Agenda gesetzt - zum ersten Mal überhaupt. Das ist der stärkste Anstoß, den wir geben können», sagte Hendricks der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Nach ihren Worten «bewegt sich etwas» bei den sieben stärksten westlichen Industrienationen. So habe Japan als nächster G7-Gastgeber zugesagt, beim Abbau von Plastikmüll aktiv zu bleiben.

Die EU habe bereits beschlossen, dass der Verbrauch von Plastiktüten in den nächsten zehn Jahren auf 40 Stück pro Kopf und Jahr sinken müsse. Deutschland stehe mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 71 Stück im Jahr im Vergleich zum EU-Durchschnitt gut da. Aber: «Wir müssen noch viel besser werden, um die Vorgaben der EU zu erfüllen», so Hendricks. Sie setze dabei zunächst auf die Kooperation des Handels durch freiwillige Selbstverpflichtungen. «Aber wenn es nicht freiwillig geht, müssen wir Ordnungsrecht schaffen.»

Sa, 2015-05-30 07:00
Hamburg (dpa)

Neue Herausforderungen für Häfen - Weltkongress in Hamburg Von Eckart Gienke, dpa

Spätestens mit dem Siegeszug des Containers gehört Hafenromantik der Vergangenheit an. Moderne Großhäfen sind hocheffiziente Industrieanlagen - und stehen vor neuen Herausforderungen.

Hamburg (dpa) - Rund 700 Hafendirektoren und Verkehrsexperten werden in der kommenden Woche (1.-5.6.) zur Welt-Hafenkonferenz in Hamburg erwartet. Die Hansestadt ist zum zweiten Mal nach 1985 Gastgeber der Konferenz des Hafenverbandes IAPH (International Association of Ports and Harbours), die alle zwei Jahre stattfindet. Die Häfen der Welt kommen zu einem Zeitpunkt zusammen, zu dem sich einerseits das Wachstum des Welthandels tendenziell abschwächt, andererseits durch größere Schiffe die Anforderung an die logistische Leistungsfähigkeit steigen. Die Antwort auf diese Herausforderung ist eine weitgehende Digitalisierung der Dienstleistungen.

«Wir wollen unseren Gästen innovative Projekte zum Anfassen zeigen», sagt Jens Meier, als Chef der Hamburger Hafenbehörde HPA Gastgeber der Konferenz. «Das ist eindruckvoller, als Folien und Unterlagen zu präsentieren.» So sind im Programm zahlreiche Exkursionen vorgesehen zu den Vorzeigeprojekten des Hamburger Hafens, der als «smartPort» auf höchste Effizienz setzt.

Den Häfen geht es darum, die Organisation des Gütertransports, die Lenkung der Warenströme, den Energieverbrauch und den Einsatz der Ressourcen zu optimieren. Das Werkzeug dafür ist die Informationstechnik, mit der alle Informationen über Schiffe und Lkw, Züge und Straßen, Container und Umweltdaten gesammelt, verknüpft und direkt wieder aufbereitet werden. Gerade in Hamburg, wo der Hafen in der Stadt liegt und Straßen, Schienen und Wasserwege nicht unbegrenzt ausgebaut werden können, muss die vorhandene Infrastruktur besonders effizient genutzt werden.

Aber andere Häfen haben ähnliche Probleme: Weil die Containerschiffe immer größer werden und inzwischen bis zu 20 000 Standardcontainer (TEU) transportieren können, müssen in den Häfen immer mehr Güter in kürzerer Zeit umgeschlagen und weitertransportiert werden. Das erfordert ein effektives Verkehrsmanagement. Neben der Logistik ist die Energie das zweite große Thema der Konferenz, nicht nur um Kosten zu sparen, sondern um die Umweltbelastungen durch Schifffahrt und Häfen zu reduzieren.

Zum Welthafenkongress haben Umweltschützer und Globalisierungsgegner eigene Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Der Naturschutzbund Nabu hält eine Konferenz mit dem Titel «Greening Ports» ab, bei der es vor allem um die Reinhaltung der Luft geht, aber auch um Licht- und Lärmemissionen, Abfall, Wasserqualität und Flächenverbrauch. Dargestellt werden praktische Lösungen und Instrumente, wie Einflüsse auf die Umwelt in Häfen insgesamt reduziert werden können. Das ist gar nicht so weit weg von den Anliegen der Hafenbehörden.

Zudem haben Globalisierungskritiker wie Attac, das Anti-Atom-Büro Hamburg und die NOlympia-Initiave zu einer Alternativen Hafenkonferenz am Samstag und Sonntag eingeladen. Ihre Themen sind Kohle- und Uranimporte über den Hamburger Hafen, die Elbvertiefung und die Verlierer des globalen Handels.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Sa, 2015-05-30 07:20
Berlin (dpa)

Hendricks fordert von Union Bekenntnis zur Klimaschutzabgabe

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert von der Union ein klares Bekenntnis zu der geplanten Klimaabgabe für alte Kohlekraftwerke. Sie erwarte, dass der Koalitionspartner auf die beschlossene Linie der Bundesregierung und deren Klimaschutz-Programm «einschwenkt», sagte die SPD-Politikerin der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag). «Der Energiesektor muss 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid bis 2020 einsparen. Das gilt», betonte sie. Wer etwas gemeinsam beschließe, müsse es gemeinsam umsetzen. Es sei «völlig unverständlich», dass sich Teile der Union nun verweigerten und bei Gesprächen blockierten.

Beim G7-Gipfel in wenigen Tagen im bayerischen Elmau habe Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das Thema Klimaschutz ganz oben auf die Agenda gesetzt. «Kein Land kann bei internationalen Klimaverhandlungen glaubwürdig auftreten, wenn es zu Hause selbst seine Ziele nicht erreicht», sagte Hendricks. Sie könne sich daher «nicht vorstellen, dass die Union die Kanzlerin mit leeren Händen nach Elmau reisen lässt».

Energiekonzerne und Teile der Union hatten das Konzept von Wirtschaftsminister Siegmar Gabriel (SPD) für die Klimaabgabe kritisiert, weil sie um Jobs in der Branche fürchten. Mit Hilfe der Abgabe soll Deutschland sein gefährdetes Klimaschutzziel - 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß als 1990 - doch noch erreichen.

Sa, 2015-05-30 07:00
Berlin (dpa)

#Kümmertgate bis #Varoufake: Fernsehsaison voller Emotionen Von Gregor Tholl, dpa

(KORR-Bericht) #Kümmertgate bis #Varoufake: Fernsehsaison voller Emotionen Von Gregor Tholl, dpa (Foto - Archiv) =

In dieser TV-Saison gab es viel Außergewöhnliches: ein Nein des Siegers beim ESC-Vorentscheid, den Fake-Skandal von Jan Böhmermann, das Ende von «Wetten, dass..?» und den «Topmodel»-Finale-Abbruch.

Berlin (dpa) - Die Sommerpause steht an: Die endende Fernsehsaison war die, in der «Wetten, dass..?» zum letzten Mal lief - doch das wirkt schon lange her. In Erinnerung blieben auch das Nein des Siegers beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest, der Stinkefinger-Skandal von Jan Böhmermann oder der Finale-Abbruch bei «Germany's next Topmodel». Emotionale Momente der TV-Saison 2014/15, die im vergangenen Sommer begann - eine Auswahl:

EUROVISION SONG CONTEST: «Das ist ein Coitus interruptus der schlimmsten Sorte», sagte Moderatorin Barbara Schöneberger am 5. März in Hannover, nachdem beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest in der ARD der gekürte Sieger Andreas Kümmert überraschend sagte, er wolle gar nicht zum Finale des internationalen Musikwettbewerbs. Der Nein-Skandal wurde in sozialen Netzwerken zu «#Kümmertgate». Der mit Starruhm und den Medien hadernde «The Voice of Germany»-Sieger tauchte danach ab und ließ der Zweitplatzierten Ann Sophie («Black Smoke») den Vortritt, die dann im Mai in Wien mit null Punkten ganz, ganz hinten landete. Das größte Grand-Prix-Debakel seit 50 Jahren, das die Betroffene aber locker zu nehmen schien.

GERMANY'S NEXT TOPMODEL: Witzchen über eine angebliche Kalorienbombe kursierten im Anschluss, nachdem am 14. Mai in Mannheim das Live-Finale der ProSieben-Show «Germany' next Topmodel» mit Heidi Klum nach einer Bombendrohung abgebrochen wurde. Die Halle wurde evakuiert, spontan ein Spielfilm ins Programm gehoben. Laut Sender und Polizei hatte eine anonyme Frau angerufen. Im danach in New York aufgezeichneten und am 28. Mai gesendeten Finale kürten die Juroren Heidi Klum, Wolfgang Joop und Thomas Hayo schließlich Vanessa (19) zur Siegerin.

STINKEFINGER: Der ZDF-Entertainer Jan Böhmermann behauptete im März, ein umstrittenes Video mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis gefälscht zu haben. Der ARD-Sonntagstalk «Günther Jauch» hatte den Politiker mit einem alten YouTube-Video konfrontiert. Der Boulevard war erregt. Auf einem Festival in Kroatien 2013 zeigte Varoufakis demnach Deutschland den Stinkefinger, als er einen Vortrag über die Schuldenfrage hielt. Varoufakis sprach bei Jauch von einer Manipulation. Böhmermann bluffte danach unter dem Motto «#Varoufake» in alle Richtungen: «Die Unterstellung, dass das Video ein von uns manipulierter Fake-Fake-Fake-Fake-Fake sei, ist absolut haltlos. Niemals würden wir die notwendige journalistische Debatte über einen zwei Jahre alten, aus dem Zusammenhang gerissenen Stinkefinger und all diejenigen, die diese Debatte ernsthaft öffentlich führen, derart skrupellos der Lächerlichkeit preisgeben.»

FLÜCHTLINGE: Ein Studiogast der Live-Talkshow «Günther Jauch» erzwang am 19. April eine Schweigeminute für Hunderte im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge. Vor mehr als vier Millionen Zuschauern sprang der Aktivist Harald Höppner vom Sitz auf und wandte sich ans Publikum: «Man sollte in Deutschland eine Minute Zeit haben, um dieser Menschen zu gedenken.» Jauch reagierte verdutzt. Bereits im November sorgte Kritik an der Asylpolitik in der ZDF-Kabarettsendung «Die Anstalt» für Aufsehen. Am Ende der Sendung trat der syrische Flüchtlingschor «Zuflucht» auf die Bühne und trieb Zuschauern Tränen der Rührung in die Augen. Motto: Satire mal wichtig statt witzig.

SPEZIALSENDUNGEN: Wegen schockierender Nachrichtenlagen gab es in dieser TV-Saison viele Sondersendungen. Der ARD-«Brennpunkt» zum Beispiel wurde im Januar viermal nach der 20-Uhr-«Tagesschau» rund um den Terroranschlag auf die «Charlie Hebdo»-Redaktion in Paris gesendet, Ende März gab es drei Tage hintereinander «Brennpunkte» zum Germanwings-Absturz in Südfrankreich.

DAS ENDE VON EUROPAS GRÖSSTER FERNSEHSHOW: «Das war's. Machen Sie's gut. Das Leben geht weiter - wetten, dass..?!» - So lauteten die letzten Worte von Markus Lanz in der letzten und 215. Ausgabe von «Wetten, dass..?». Der viel kritisierte Markus Lanz moderierte sie am 13. Dezember in Nürnberg. Nur fünf Monate danach hielt Altmeister Thomas Gottschalk, der sich im Rentenalter von 65 zu langweilen scheint, in einem dpa-Interview eine Rückkehr zu «Wetten, dass..?» für möglich: «Als Event einmal im Jahr könnte es funktionieren.»

UND SONST? Wer sich in Deutschland vom Mainstream-Fernsehen und den großen Sendern verabschiedet hat, konnte sich zum Beispiel via Amazon an der preisgekrönten US-Serie «Transparent» über eine Transsexuelle mit Familie in Los Angeles erfreuen, bekam es beim Streaming-Dienst Netflix mit der dritten Staffel von «House of Cards» mit Kevin Spacey zu tun. Außerdem endete nach sieben Staffeln die Werbeagentur-Serie «Mad Men» in den USA und nach mehr als drei Jahrzehnten die Late-Night-Show von David Letterman, einer Art Vorbild von Harald Schmidt. Der kleine deutsche Privatsender Tele 5 lenkte derweil mit einem umstrittenen Trink-Talk die Aufmerksamkeit auf sich: mit Hugo Egon Balder als Kneipenwirt, Wigald Boning als Gastgeber und Hella von Sinnen als Stammgast. Promi-Gäste reden sich im Suff um Kopf und Kragen - so die Theorie. Show-Titel: «Der Klügere kippt nach».

Sa, 2015-05-30 05:00
Freystadt (dpa)

Windhose fegt durch kleinen Ort in der Oberpfalz

Dachziegel krachen auf Autos, Bäume knicken wie Streichhölzer um. Ein Mini-Tornado stellt einen kleinen Ort in der Oberpfalz auf den Kopf.

Freystadt (dpa) - Nach den Verwüstungen, die eine heftige Windhose im oberpfälzischen Freystadt-Ohausen angerichtet hat, geht das Aufräumen weiter. «Handwerker haben noch in den Abendstunden die ersten Dächer neu gedeckt», sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen. Der Wirbelwind war am Freitagabend durch den kleinen Ort gezogen und hatte rund 20 Häuser beschädigt. Nach nur wenigen Sekunden war der Spuk vorbei. «Der Schaden beträgt dennoch mehrere Hunderttausend Euro», erklärte der Sprecher. Verletzte gab es nicht.

Nach ersten Erkenntnissen habe es sich möglicherweise um einen sogenannten Funnel - eine Vorstufe eines Tornados - gehandelt, erklärte ein DWD-Meteorologe in München. Funnels seien rotierende Wolkentrichter unterhalb einer Wolke, allerdings ohne sichtbare Schäden am Boden. Die Polizei sprach von einer Windhose.

In dem kleinen Ort blieb jedenfalls kaum ein Haus unbeschädigt. Fast an jedem Gebäude wurden Dächer abgedeckt oder beschädigt. Zudem seien im gesamten Ort Bäume umgeknickt und entwurzelt worden. Vor allem durch herumfliegende Dachziegel seien zudem mehrere Fahrzeuge beschädigt worden, teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Mehr als 100 Kräfte von Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz.

Erst vor rund zwei Wochen hatte ein Tornado in den schwäbischen Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg schwere Schäden angerichtet. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) entstand an mehr als 200 Gebäuden erheblicher Sachschaden, 30 waren ganz oder teilweise unbewohnbar. 600 Menschen waren betroffen. Der Gesamtschaden betrug schätzungsweise 40 Millionen Euro. Auch in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern hatte ein Tornado Anfang Mai Millionenschäden angerichtet.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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