Aktuell

widerstand / 04.Mai 2016

Vier Festnahmen im Mordfall Berta Cáceres

Die Ermordung der honduranischen Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres erschütterte die Weltöffentlichkeit. Nun hat die Regierung vier Verdächtige festgenommen. Cáceres protestierte zuletzt gegen ein Staudammprojekt, an dessen Bau die deutschen Firmen Siemens und Voith beteiligt sind.

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Do, 2016-05-05 14:40
Indianapolis (dpa)

Amerika stellt sich auf Duell Clinton gegen Trump ein

Der Vorwahlkampf in den USA: so gut wie zu Ende. Trump ist nun bei den Republikanern allein auf weiter Flur. Clinton ringt noch mit einem zähen Gegner in der eigenen Demokratischen Partei - doch Trump und sie sind für ihren Zweikampf gerüstet.

Indianapolis (dpa) - Der Kampf um das Weiße Haus läuft 2016 auf ein erbittertes Duell von Hillary Clinton mit Donald Trump hinaus. In den verbleibenden Vorwahlen ist der Immobilienmilliardär Trump nach dem Rückzug der letzten Konkurrenten einziger Bewerber der Republikaner für das Amt des US-Präsidenten. Anders als der Unternehmer verlor bei den Demokraten die frühere Außenministerin Hillary Clinton die Vorwahl im Bundesstaat Indiana. Sie führt gegen den Parteilinken Bernie Sanders bei den Delegiertenstimmen aber praktisch uneinholbar.

Zermürbt von Trumps Siegen und rechnerisch chancenlos, beendete der rechte Senator von Texas, Ted Cruz, seinen Wahlkampf. Am Mittwoch folgte auch John Kasich, der Gouverneur von Ohio. Beide hatten für den Republikaner-Parteitag in Cleveland im Juli auf eine Kampfabstimmung gesetzt. Dort werden die Kandidaten der Partei letztlich gekürt.

Trump (69), der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun mühelos an den verbleibenden acht Vorwahltagen die entscheidende Mehrheit von 1237 Delegierten seiner Partei sichern. Er liegt nun bei rund 1050. Rechnerisch wird Trump die Schwelle erst am letzten großen Vorwahltag überschreiten, dem 7. Juni.

Der New Yorker Milliardär sagte, er wolle die Partei rasch einen. Damit tun sich viele Republikaner schwer. Dort ringen im Wesentlichen zwei Bewegungen: Die eine will ihn unterstützen und rasch auf den «Trump-Train» aufspringen. Die andere wehrt sich weiter gegen Trump und sagt, sie werde eher Clinton wählen als den eigenen Mann.

In ersten Interviews als alleiniger Bewerber wiederholte Trump viele kritische Positionen. So müsse man mit Muslimen sehr vorsichtig und wachsam sein, sagte er CNN und MSNBC. Länder wie Deutschland oder Südkorea sollten für ihren «Schutz» durch die USA selber aufkommen und könnten «nicht länger von den USA subventioniert» werden. Zu Russland werde er ein gutes Verhältnis haben, man werde schon sehen.

Trump und Clinton stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf ein. Der Reality-TV-Star begann bereits, die ehemalige First Lady persönlich anzugehen. Clinton schaltete nach Indiana einen TV-Spot, der eine dichte Folge negativer Trump-Kommentare republikanischer Spitzenleute zeigt.

Clinton sagte CNN, Trump sei unberechenbar und gefährlich. «Ich werde nicht gegen ihn kämpfen, ich kämpfe meinen eigenen Kampf.» Wenn der «dröhnende» Trump persönlich werden und sie auf ihr Privatleben ansprechen wolle, sei sie gut vorbereitet, sagte Clinton. «Er wäre wirklich nicht der Erste, der das tut.»

Die Ex-Außenministerin verlor in Indiana auf ihrem Weg zur Kandidatur entgegen allen Umfragen mit fünf Punkten Abstand auf Sanders, den Senator von Vermont. Das ist für das Gesamtrennen der Demokraten unerheblich, aber für die frühere First Lady schmerzhaft und für ihr weiteres Wahljahr nicht ungefährlich.

Der zähe Kampf bei den Demokraten könnte Trump in die Karten spielen. Er beginnt damit, Anhänger von Sanders zu umwerben. So sagte in Indiana ein Viertel der Sanders-Wähler, sie würden niemals für Clinton stimmen. Auf sie setzt Trump und hofft, das Protestpotenzial des Sanders-Lagers mit seiner Kampagne kurzschließen zu können.

Trump sagte am Donnerstag, die Demokraten hätten das Wahlsystem absichtlich gegen Sanders zurechtgebastelt.

Die frühere First Lady liegt viele hundert Delegierte vor Sanders. Ihr Abschneiden verdeutlicht aber, dass sie selbst viele Demokraten nicht als Kandidatin überzeugt. Gewinnt Sanders weitere Vorwahlen, etwa in Montana oder Oregon, ginge Clinton als beschädigte Kandidatin in das Duell mit Trump.

Sanders, der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet, will möglicherweise auf dem Parteitag in Philadelphia im Juli eine Kampfabstimmung suchen.

Trump geht als Außenseiter in das mögliche Duell mit Clinton am 8. November. In Umfragen liegt er zum Teil zweistellig hinter Clinton; andere Erhebungen sind enger. Noch deutlicher wäre laut einer CNN-Erhebung der Abstand eines Kandidaten Sanders auf Trump. Trump schneidet in vielen Wählergruppen miserabel ab, etwa bei Frauen, bei Latinos und bei Afroamerikanern.

Es wird aber darauf verwiesen, dass schon im Verlauf der Vorwahlen Umfragen oft daneben lagen, dass Trump anhaltend unterschätzt wurde, dass viele potenzielle Wähler von Umfragen gar nicht erfasst werden und dass bis zur Wahl im November noch ein sehr weiter Weg ist.

Rechnerisch müsste Clinton bei der Präsidentenwahl zunächst die Staaten holen, die die Demokraten bei den letzten sechs Wahlen immer geholt haben. Wenn sie dann noch Florida gewönne, folgte sie im Januar 2017 als erste US-Präsidentin Barack Obama nach.

Trump muss, um Präsident zu werden, auf jeden Fall auch Staaten holen, die bei der letzten Wahl für den Demokraten Obama stimmten. Viele Republikaner befürchten, dass Trumps schlechtes Ansehen auch dazu führen könnte, dass sie am 8. November die Mehrheit im Senat verlieren, möglicherweise sogar auch im Repräsentantenhaus.

Do, 2016-05-05 14:05
Athen (dpa) 

Griechenland hat in diesem Jahr bilateral 6427 Migranten abgeschoben

Die griechische Regierung schiebt Migranten auf mehreren Wegen ab. Viele Aufnahmelager sind überfüllt. Gewalt will Athen aber nicht anwenden.

Athen (dpa) - Griechenland hat seit Jahresbeginn auf Grundlage bilateraler Absprachen 6427 Migranten ausgewiesen. Die Menschen seien auf Basis einer älteren Übereinkunft Griechenlands mit der Türkei abgeschoben oder im Rahmen der Rückführungsprogramme der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in ihre Heimatländer zurückgebracht worden, wie das Bürgerschutzministerium am Donnerstag in Athen mitteilte. Diese Ausweisungen finden unabhängig von den Rückführungen von Migranten und Flüchtlingen nach dem EU-Türkei-Flüchtlingspakt statt. Im Rahmen dieser Übereinkunft sind bislang knapp 400 Menschen in die Türkei zurückgeschickt worden.

Wie das Bürgerschutzministerium mitteilte, sind in diesem Jahr bilateral 900 Migranten von der Türkei zurückgenommen worden. Die anderen etwa 5500 Menschen wurden mit IOM-Programmen in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Diese Programme sehen vor, dass Migranten, die es wollen, begleitet von der Polizei und mit legalen Papieren in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Sie erhalten dafür eine kleine Finanzhilfe in Höhe von wenigen hundert Euro. 

Allein im April wurden in Griechenland 1694 Menschen ausgewiesen. Die meisten dieser Migranten stammten aus Albanien (852) Pakistan (157) und Marokko (107). Dutzende Migranten seien nach Algerien, Bangladesch, Tunesien und dem Iran abgeschoben worden, hieß es aus dem Ministerium weiter.

Griechenland und die Türkei hatten vor 14 Jahren ein bilaterales Rückführungsabkommen unterzeichnet. Die Regierungschefs beider Staaten, Alexis Tsipras und Ahmet Davutoglu, hatten das Abkommen bei ihrem jüngsten Treffen Anfang März in Izmir neu belebt.

Nach der Schließung der Balkanroute und dem EU-Abkommen mit der Türkei über eine Rücknahme illegaler Einwanderer ist der Flüchtlingszustrom nach Griechenland abgeebbt. Binnen 24 Stunden kamen bis Donnerstagmorgen nur 87 Migranten an. Das teilte der Stab für die Flüchtlingskrise in Athen mit. Am Vortag waren es 55 gewesen.

Im Norden des Landes bleibt ein Problem an der Grenze zu Mazedonien bestehen: Seit fast sieben Wochen halten Flüchtlinge bei Idomeni den für die griechische Wirtschaft wichtigen Bahnübergang nach Mazedonien besetzt.

Athen hat die Hilfsorganisationen von Idomeni aufgerufen, bei der Leerung dieses wilden Lagers bis Ende Mai zu helfen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die 10 000 Flüchtlinge freiwillig aus dem Lager an der Grenze zu Mazedonien in staatlich organisierte Lager zögen. Wenn Idomeni nicht gewaltsam geräumt werden solle, müssten auch die Hilfsorganisationen zur Umsiedlung aufrufen, erklärte der griechische Minister für Migration, Ioannis Mouzalas, der Athener Tageszeitung «Kathimerini» zufolge.

Do, 2016-05-05 14:52
Oswiecim (dpa)

«Marsch der Lebenden» zum Gedenken an Opfer des Holocaust

Oswiecim (dpa) - Mit dem «Marsch der Lebenden» haben Tausende junger Juden aus Israel und vielen anderen Ländern am Donnerstag in Oswiecim (Auschwitz) der sechs Millionen Opfer des Holocaust gedacht. Viele der Jugendlichen trugen israelische Flaggen um die Schultern, als sie durch das Tor mit der berüchtigten Aufschrift «Arbeit macht frei» im Stammlager Auschwitz zogen und schweigend zu dem etwa drei Kilometer entfernten eigentlichen Vernichtungslager Birkenau gingen.

Allein in Birkenau waren während des Zweiten Weltkriegs mindestens 1,1 Millionen jüdischer Häftlinge ermordet worden. Auschwitz-Birkenau war das größte der deutschen Vernichtungslager. Weltweit wurde es zu einem Symbol für den Holocaust.

Der alljährliche Marsch steht in diesem Jahr unter dem Themenschwerpunkt Nürnberger Gesetze und Nürnberger Prozesse. Bereits am Mittwoch hatten sich auf einer Fachtagung in Krakau internationale Juristen mit den Nürnberger Rassegesetzen, die jüdische Bürger aus der deutschen Gesellschaft ausschlossen, und mit den Prozessen gegen führende Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg befasst. In einer «Nürnberger Erklärung» riefen sie nicht nur zum Kampf gegen Antisemitismus und Holocaust-Leugnung auf, sondern klagten auch Gleichgültigkeit an, die Ausschreitungen und Gewalt bis hin zum Völkermord überhaupt erst möglich mache.

Do, 2016-05-05 14:04
Chanhassen (dpa)

Leute kompakt

Bericht: Prince sollte von Suchtexperte behandelt werden (Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Chanhassen (dpa) - Der vor kurzem gestorbene US-Popstar Prince sollte sich nach einem Medienbericht von einem auf Arzneimittelabhängigkeit spezialisierten Experten behandeln lassen. Princes Management habe den Arzt am Abend vor dem Tod des Musikers um Hilfe bei einem «schweren medizinischen Notfall» gebeten, berichtete die «Minneapolis Star-Tribune» am Mittwoch. Die Zeitung beruft sich auf dabei den Anwalt des Arztes Howard Kornfeld. Er war auf dpa-Nachfrage für eine Stellungnahme am Mittwoch zunächst nicht zu erreichen. Nach Polizeiangaben wies die Leiche des Sängers keine Spuren einer Verletzung auf. Die Ermittler gehen auch nicht von Suizid aus. Die Todesursache wird noch untersucht.

Böhmermann will in der nächsten Sendung keine eigenen Witze machen (Foto - Archiv vom 2. und 3.5.) =

Berlin (dpa) - Jan Böhmermann will in der nächsten Sendung seiner Satire-Show komplett auf eigene Witze verzichten. «Weil es ein bisschen schwierig ist, Witze zu machen zur Zeit. Ich weiß nicht, was ich noch sagen darf. Kommt da die Polizei? Wird da ermittelt?», erklärte der TV-Satiriker am Mittwoch in einem Video auf Facebook. «Wir haben uns was Besonderes überlegt, mein Team und ich», kündigte er an: Die Witze für das nächste «Neo Magazin Royale» auf ZDFneo am Donnerstag, 12. Mai, sollen komplett von den Zuschauern kommen. «Der erste Standup nach der Pause wird nur mit Witzen aus dem Publikum, also von euch bestritten», erklärte der Moderator. «Das Stichwort ist Crowdsourcing.» 

Schwimmstar Biedermann ohne Führerschein: Spare Geld und CO2 (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Der Schwimm-Weltrekordler Paul Biedermann (29) will nach einer möglichen Olympia-Medaille endlich den Führerschein machen. «Ich bin nach wie vor hervorragend zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. Aber das ist auch etwas, was ich mir ganz doll vornehme nach der sportlichen Karriere», sagte Biedermann im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Umweltpolitisch kann Biedermann seinem freiwilligem Führerschein-Verzicht ohnehin positive Seiten abgewinnen. «Aber denken Sie nur mal an meinem CO2-Abdruck, was ich schon alles an Geld und CO2 gespart habe», sagte er mit einem Augenzwinkern.

Jodie Foster mit Stern auf dem Walk of Fame geehrt (Foto aktuell vom 4.5.) =

Los Angeles (dpa) - Die US-Schauspielerin Jodie Foster (53) ist mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood ausgezeichnet worden. Auch ihre Schauspielkollegin Kristen Stewart (26) war bei der Enthüllung der 2580. Plakette auf dem berühmten Bürgersteig in Los Angeles am Mittwoch mit dabei. Stewart hatte im Thriller «Panic Room» an der Seite von Foster deren diabetische Tochter gespielt. «Ich kann nicht glauben, dass sie es getan hat», sagte die zweifache Oscarpreisträgerin Foster dem Promi-Portal «E! Online» über die Teilnahme Stewarts an der Zeremonie. «Ich liebe dieses Mädchen. Ich habe sie getroffen, als sie zehn Jahre alt war. Ich sagte, das ist ein besonderes Kind, und ich kann es kaum erwarten, sie zu treffen, wenn sie erwachsen ist.»

Haftantritt von Middelhoff rückt näher - Einwände zurückgewiesen (Foto - aktuell vom 2.5.) =

Düsseldorf (dpa) - Der Haftantritt des wegen Untreue und Steuerhinterziehung rechtskräftig zu drei Jahren Gefängnis verurteilten früheren Top-Managers Thomas Middelhoff rückt näher. Die Einwendungen des 62-jährigen ehemaligen Chefs des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor gegen die Ladung zum Haftantritt seien von der Staatsanwaltschaft Bochum zurückgewiesen worden, sagte eine Sprecherin der Justizbehörde am Mittwoch. Von Middelhoffs Anwälten war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Hintergrund der Einwände war nach dpa-Informationen eine Autoimmunerkrankung des Managers. Die Verteidiger zweifelten deshalb an der Haftfähigkeit Middelhoffs.

Soloprojekt: Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz ist jetzt Billy (Foto - aktuell vom 4.5. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur)

Berlin (dpa) - Neuer Look, neuer Name, neues Image: Der Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz hat sich neu erfunden. Der 26 Jahre alte einstige Teenie-Schwarm nennt sich jetzt «Billy» und will als Solokünstler durchstarten. Sein erstes Projekt stellte er am Mittwoch in Berlin vor: Die EP «I'm not ok» soll am 20. Mai erscheinen. In seinen Songs verarbeite er eine Beziehung, sagte Billy. «Es ist wie ein Tagebuch.» Neben einem schwarz-weißen Kurzfilm hat er einen Bildband mit dem Titel «Billy» rausgebracht. Mit dem Kunstprojekt habe er sich einen Traum erfüllt, berichtete der Sänger. «Ich wollte keinen herkömmlichen Release.»

Jonas Kaufmann findet Wagner-Opern ganz schön lang (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

München (dpa) - Star-Tenor Jonas Kaufmann (46) gibt zu: Er findet die Opern von Richard Wagner manchmal ganz schön lang. «Natürlich kommt einem irgendwann der Gedanke, es wäre schön, wenn's ein bissl kürzer wäre», sagte er am Mittwoch an der Bayerischen Staatsoper, wo er am 16. Mai sein szenisches Rollendebüt als Walther von Stolzing in «Die Meistersinger von Nürnberg» gibt. Aber zu dieser Länge gibt es seiner Ansicht nach keine Alternative. Man könne «keine Stelle finden, wo man guten Gewissens das Skalpell ansetzen könnte». Am Pult steht Generalmusikdirektor Kirill Petrenko - ein Glücksfall für Kaufmann. Petrenko vollbringe Wunder, sagte er. «Da sind wir wirklich in goldenen Händen.»

Ennio Morricone sagt wegen Problemen an der Wirbelsäule Konzerte ab (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Rom (dpa) - Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone hat wegen Gesundheitsproblemen geplante Konzerte in Rom und mehreren anderen Städten Europas abgesagt. Die Ärzte hätten dem 87-Jährigen («Spiel mir das Lied vom Tod») wegen «eines schweren Problems an der Wirbelsäule» bis Ende Juni Bettruhe verordnet, teilte die römische Musikakademie Santa Cecilia am Mittwoch auf ihrer Webseite mit. «Die neuen Daten der Konzerte, die leider verschoben werden mussten, werden sobald wie möglich festgesetzt», wurde der Maestro zitiert. Morricone, der auch immer wieder als Dirigent auf Tournee geht, war in den 1960er Jahren zu Weltruhm gelangt.

Nach 77 Jahren: Familien zweier Holocaust-Opfer wiedervereinigt =

New Jersey (dpa) - 1939 haben sie sich zum letzten Mal gesehen - jetzt sind ihre Familien wiedervereinigt: Die Nachkommen zweier im Holocaust getrennter Brüder haben über soziale Medien zueinander gefunden. Nach einem Bericht der «Washington Post» haben sich die Familien von Abram Belz und seines jüngeren Bruders Chaim wiedergefunden. Die Brüder waren während des Zweiten Weltkrieges getrennt worden. Abram und Chaim Belz sahen sich 1939, kurz bevor der jüngere Bruder aus einem polnischen Ghetto in die Sowjetunion floh. Ein kurzer Briefkontakt brach ab. Abram Belz ging nach Kriegsende in die USA und versuchte vergebens, seinen Bruder von dort aus ausfindig zu machen.

David Hasselhoff ist verlobt (Foto - Archiv vom 4.5.) =

Los Angeles (dpa) - «Baywatch»-Star David Hasselhoff (63) hat sich mit seiner Freundin Hayley Roberts verlobt. Auf seinem Twitterkanal bedankte sich der US-Schauspieler am Dienstag für alle Glückwünsche und schrieb: «Das ist die beste Woche überhaupt!» Kurz zuvor hatte er seine Hochzeitspläne im Magazin «Hello!» bekanntgegeben. «Ich habe ihr schon früher Anträge gemacht, aber das war immer nur Spaß», sagte Hasselhoff dem Blatt. «Dieses Mal war es etwas Besonderes und es kam von Herzen.» Er habe lange gewartet, weil er glaubte, zu alt für seine fast drei Jahrzehnte jüngere Freundin zu sein, so der Schauspieler. Hasselhoff war schon zwei Mal verheiratet.

Hannelore Kraft würde gern mal ins All fliegen (Foto - aktuell vom 4.5.) =

Köln (dpa) - Hannelore Kraft (54) würde wie so viele Menschen gern mal ins All fliegen. «Das wäre natürlich ein Traum», sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin am Mittwoch bei einem Besuch des Europäischen Astronautenzentrums in Köln. Dabei sei ihr bewusst, dass dies aller Wahrscheinlichkeit nach ein schöner Traum bleiben werde. Kraft sprach in Köln unter anderem mit dem Astronauten Alexander Gerst und ließ sich von ihm das Leben auf der Internationalen Raumstation ISS erklären.

Selbstgestricktes für die Ministerinnen-Tochter (Foto - aktuell vom 4.5. - Die Meldung lief auch im Ressort Politik) =

Berlin (dpa) - Knapp zwei Monate nach der Geburt ihrer Tochter Julia ist Familienministerin Manuela Schwesig am Mittwoch ins Kabinett zurückgekehrt. Blumen und Glückwunsche der Ministerkollegen gab es schon, als Schwesig noch zu Hause war - doch Umweltministerin Barbara Hendricks hatte noch ein besonderes Geschenk parat: eine selbst gestrickte Babyjacke. «Allerdings hat nicht sie gestrickt, sondern ihre Schwester», räumte Schwesig ein. Die Farbgebung der Jacke sei aber «gendermäßig korrekt mit grün, rosa, braun, blau ... da war alles drin». 

Pfälzisches Dorf drückt Trump die Daumen (Foto - Archiv vom 4.5. - Die Meldung lief auch im Ressort Politik) =

Kallstadt (dpa) - In der pfälzischen Heimat seiner Vorfahren wünscht man Donald Trump (69) viel Erfolg bei der anstehenden US-Wahl. «Wir hätten nicht gedacht, dass er so weit kommt», sagte der Bürgermeister von Kallstadt, Thomas Jaworek (CDU), dem Radiosender SWR info. «Und jetzt drücken wir ihm natürlich die Daumen für die Präsidentschaftskandidatur.» Die gesamte Gemeinde habe die Vorwahlerfolge von Trump gespannt verfolgt. Der New Yorker Milliardär gewann am Dienstag die Vorwahl im Bundesstaat Indiana. Sein Konkurrent Ted Cruz stieg danach aus dem Rennen aus.  

Ingolf Lück kauft wieder Kondome (Foto - aktuell vom 4.5.) =

Berlin (dpa) - Den Schauspieler Ingolf Lück (58) holt beim Thema Verhütung die Vergangenheit ein. Mehr als 25 Jahre nach dem Erfolg des Kino- und TV-Spots «Tina, wat kosten die Kondome?» hat Lück für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nachgelegt: Für die neue Präventionskampagne «Liebesleben» spielt er in Sakko und Seidenschal einen Vater, der mit seinem Film-Sohn den Kondomkauf im Supermarkt aus anderer Perspektive erlebt. 1989 war Lück für die damalige Kampagne «Gib' Aids keine Chance» mit Stirnband und runder Brille zu sehen gewesen.

Ex-Rennfahrer David Coulthard sitzt privat auf dem Beifahrersitz (Foto - aktuell vom 4.5.) =

Rust (dpa) - Der frühere Formel-1-Rennfahrer David Coulthard (45) sitzt privat lieber auf dem Beifahrersitz. «Meine Lebensgefährtin fährt besser als ich», sagte der Brite in Rust bei Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. «Im normalen Straßenverkehr ist sie viel konzentrierter.» Er dagegen liebe das Spitzentempo und die Rennstrecke. Für längere Reisen nutze er lieber das Flugzeug. «Das ist praktischer.» Coulthard, der frühere Rennfahrer Jean Alesi (51) und andere sind europaweit mit der Freizeitfahrveranstaltung «Gumball 3000» auf Tour. Sie machte Station im Europa-Park in Rust.

Baz Barne folgt Liselotta: Frederick Lau wird wieder Vater (Foto - Archiv vom 4.5.) =

Berlin (dpa) - Der Schauspieler Frederick Lau (26, «Victoria») ist zum zweiten Mal Vater geworden. Seine Frau Annika habe ihren Sohn Baz Barne am Dienstagmorgen zur Welt gebracht, sagte er «Bild.de» am Dienstag. «Wir sind überglücklich und alle sind wohlauf», so Lau. Am Abend erschien der Schauspieler zur Premiere seines neuen Films «Wie Männer über Frauen reden» im Berliner Zoo Palast. «Ich habe den ganzen Tag über alle Termine abgesagt», sagte Lau. «Aber hier musste ich einfach herkommen. Ich lasse ja meine Freunde nicht hängen.» Das Ehepaar Lau hat bereits eine 2014 geborene Tochter namens Liselotta.

Jörg Hartmann: Mädchen sollen nicht nur in Schminkecken stehen (Foto - Archiv vom 4.5.) =

Berlin (dpa) - Der Schauspieler Jörg Hartmann (46, «Tatort») will seine beiden Töchter zu selbstbewussten Frauen erziehen. Er wolle ihnen zeigen, dass es «als Mädel nicht nur darum gehen sollte, sich aufzubrezeln und in den Schminkecken der Drogerien herumzustehen, während Jungs in die Welt hinausziehen und sich mit anderen Inhalten beschäftigen», sagte Hartmann dem Magazin «Myway» (Juni-Ausgabe). Er kritisierte, dass «die alten Frauen- und Männerbilder» derzeit wieder erstarken.

TV-Talker Heiner Bremer macht Schluss (Foto - Archiv vom 4.5.) =

Berlin (dpa) - Heiner Bremer, 23 Jahre lang Nachrichtenmoderator und Talker bei RTL und n-tv, beendet seine Fernsehkarriere. Der Journalist und Politik-Experte nehme seinen 75. Geburtstag am 11. Juli zum Anlass, um in Zukunft beruflich kürzer zu treten, teilte n-tv am Mittwoch mit. Am 6. Juni um 17.10 Uhr werde er zum letzten Mal in der Sendung «Das Duell bei n-tv» mit seinen Gästen die wichtigsten politischen Themen der Woche diskutieren. Bei Großereignissen will er dem Nachrichtensender aber weiterhin als Politikexperte zur Verfügung stehen.

Chanel veranstaltet erstmals Mode-Show in sozialistischem Havanna (Foto - aktuell vom 4.5.) =

Havanna (dpa) - Glamour zwischen Ruinen: Das französische Modehaus Chanel hat erstmals eine Fashion Show im sozialistischen Kuba ausgerichtet. Designer-Ikone Karl Lagerfeld präsentierte am Dienstagabend (Ortszeit) seine neue Cruise-Kollektion 2016/2017 vor imposanter Kulisse auf der berühmten Promenade Paseo del Prado in Kubas Hauptstadt Havanna. Für die Schau war die Promenade unter freiem Himmel zwischen den teilweise schwer ramponierten Kolonialbauten in der Altstadt der Karibikmetropole zum Catwalk umfunktioniert worden.

Do, 2016-05-05 14:57
Ankara (dpa) 

Noch mehr Macht für Erdogan - Regierungschef Davutoglu muss abtreten Von Can Merey, dpa

Schon lange schwelt der Konflikt zwischen Staatschef Erdogan und Ministerpräsident Davutoglu. Jetzt ist der ungleiche Machtkampf in der Türkei entschieden. Schwierig wird das auch für die EU - und für Kanzlerin Merkel.

Ankara (dpa) - In den Büros der türkischen Regierungspartei AKP hängen die Porträts von Staatschef Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu noch nebeneinander. In der Realität ist es mit der Eintracht vorbei: Die Davutoglu-Bilder werden bald abgehängt und entsorgt werden. Seit langem schwelt ein ungleicher Machtkampf zwischen den beiden islamisch-konservativen Politikern, den Erdogan jetzt gewonnen hat. Das hat nicht nur schwerwiegende Konsequenzen für die Türkei, in der Erdogan nun noch mächtiger werden wird - sondern auch für Deutschland und die EU.

Unmittelbar nach seinem größten politischen Erfolg steht Davutoglu vor dem Scherbenhaufen seiner langjährigen AKP-Laufbahn: Am Mittwoch erst empfahl die EU-Kommission das Ende der Visumpflicht für Türken - eine der ältesten und wichtigsten Forderungen Ankaras könnte damit schon Ende Juni Wirklichkeit werden. Noch davor wird am 22. Mai allerdings ein Sonderparteitag der AKP stattfinden, bei dem Davutoglu nicht mehr antreten wird, wie der scheidende Parteichef und Ministerpräsident selber am Donnerstag ankündigte.

Der 57-Jährige wird seit Tagen von Erdogan-Anhängern sturmreif geschossen. Auf einer Internetseite, die seit Sonntag online ist und für Schlagzeilen in der Türkei sorgt, werden schwere Anschuldigungen gegen den Regierungschef erhoben. Dieser schmiede Pläne hinter Erdogans Rücken, wolle den Präsidenten schwächen oder gar stürzen und sei ein «Verräter», heißt es dort. Die anonymen Davutoglu-Feinde haben ihre Internetseite «Pelikan-Akte» genannt - in Anlehnung an einen Verschwörungsthriller von Bestsellerautor John Grisham.

Auch in der AKP schritt die Entmachtung des Vorsitzenden voran, dem der Parteivorstand vor wenigen Tagen kurzerhand das Recht nahm, Funktionäre auf Bezirks- und Provinzebene zu ernennen. In seiner bislang kürzesten Rede vor der AKP-Fraktion im Parlament in Ankara deutete Davutoglu am Dienstag seine Bereitschaft zum Rücktritt an. Am Mittwochabend raste Davutoglus Kolonne mit Blaulicht durch Ankaras Regierungsviertel Cankaya, das Ziel: Der Präsidentenpalast. «Putsch des Palastes», titelte die Zeitung «Cumhuriyet» am Morgen danach.

Dabei hatte Erdogan selber Davutoglu zu seinem Nachfolger als Partei- und Regierungschef eingesetzt, als er sich im August 2014 zum Staatspräsidenten wählen ließ. Vorrangige Aufgabe Davutoglus sollte die Einführung eines Präsidialsystems mit Erdogan an der Spitze sein. Davutoglu sollte also seine eigene Macht demontieren.

Dennoch gab sich Davutoglu bis zuletzt als loyaler Gefolgsmann Erdogans. «Seine Familienehre ist meine Familienehre», sagte Davutoglu, als er seinen Rücktritt ankündigte. «Seine Familie ist meine Familie.» Aus Erdogans Sicht regierte sein Ministerpräsident allerdings immer eigenmächtiger. Und Davutoglu profilierte sich zunehmend als Regierungschef. Besonders in der Flüchtlingskrise erarbeitete sich Davutoglu Respekt auch auf internationalem Parkett.

Dass er nun abtritt, ist ein Rückschlag für die EU und besonders für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei den EU-Gipfeln in Brüssel war Davutoglu das auf Kompromiss bedachte, stets lächelnde Gesicht der Türkei - während Erdogan polternd mit der Öffnung der Grenzen drohte.

Davutoglu und Merkel sind die Architekten des Flüchtlingspakts, mit dem der Ansturm auf die griechischen Inseln gebremst wurde. Davutoglu war Merkels Ansprechpartner auf der türkischen Seite in der Krise, erst im vergangenen Monat besuchten beide gemeinsam ein Flüchtlingscamp im südosttürkischen Gaziantep. Seit Merkels Reise nach Istanbul im vergangenem Oktober kamen die beiden Regierungschefs immer wieder zusammen. Über die vielen Gespräche sei ein «enges Vertrauensverhältnis» entstanden, heißt es von deutscher Seite. Ein Vertrauensverhältnis, wie es Merkel zu Erdogan nicht hat.

Erdogan ist nach der Verfassung zu parteipolitischer Neutralität verpflichtet, doch der 62-Jährige hat das Amt schon immer anders ausgefüllt. «Er ist nach wie vor der Anführer der Bewegung und wird auch von den Parteigremien so betrachtet», heißt es aus der AKP. «Ein anderer hätte ohne seinen Segen niemals eine Chance.»

Zu Davutoglu verlautet aus der Partei: «Er wusste, unter welchen Vorgaben er zum Parteivorsitzenden auserwählt wurde. Erdogan erwartet, dass wichtige Entscheidungen mit ihm abgesprochen werden.» Davutoglu hätte sich mit ihm - ganz nach türkischer Tradition - wie mit einem «älteren Bruder» abstimmen sollen. Die Machtverhältnisse in der AKP seien klar: «Wenn die Partei vor der Entscheidung stehen würde, dann würden die allermeisten auf der Seite Erdogans stehen.»

Türkische Medien bringen bereits mögliche Davutoglu-Nachfolger ins Spiel. Einer davon soll Energieminister Berat Albayrak sein - Erdogans Schwiegersohn. Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu sagt: «Erdogan möchte einen Ministerpräsidenten, der ihm zu hundert Prozent gehorcht.» Kilicdaroglu nennt Erdogan «einen Diktator».

Kilicdaroglu kündigt außerdem an, seine Mitte-Links-Partei CHP werde das von Erdogan angestrebte Präsidialsystem nicht akzeptieren - «unter keinen Bedingungen». Möglicherweise wird Kilicdaroglu dabei allerdings nichts zu melden haben. Türkische Medien spekulieren, Erdogan könnte bald nach Davutoglus Ablösung vorgezogene Neuwahlen ausrufen. Umfragen zufolge würde die CHP als einzige der drei Oppositionsparteien nicht unter die Zehnprozenthürde fallen. Die AKP käme dann auf eine satte Zweidrittelmehrheit - und hätte mehr als genug Sitze, um aus eigener Kraft die Verfassung zu ändern.

Do, 2016-05-05 14:21
Aleppo (dpa)

Gespannte Ruhe in Aleppo - Neue Feuerpause für Syrien hält zunächst

Die Stadt Aleppo gehört zu den umkämpftesten Schauplätzen im syrischen Bürgerkrieg. Zuletzt war dort die Gewalt einmal mehr eskaliert. Wie lange werden die Waffen diesmal schweigen?

Aleppo (dpa) - Nach fast zwei Wochen heftigen Kämpfen hat eine neue Waffenruhe in der nordsyrischen Stadt Aleppo zunächst weitgehend gehalten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Donnerstag nur vereinzelte Verstöße gegen die Feuerpause. Allerdings hätten viele Anwohner aus Angst vor neuer Gewalt ihre Häuser nicht verlassen. Auch der lokale TV-Kanal Halab Today meldete, in Aleppo herrsche gespannte Ruhe.

Die USA und Syriens enger Verbündeter Russland hatten sich auf die neue Waffenruhe geeinigt, nachdem die Gewalt in Aleppo in den vergangenen Tagen eskaliert war. Allerdings gab es Verwirrung um den Beginn der 48-stündigen Feuerpause. Syrischen Staatsmedien zufolge trat sie am frühen Donnerstagmorgen in Kraft. Nach Darstellung des US-Außenministeriums war das schon 24 Stunden vorher der Fall.

Die zwischen Regime und Rebellen geteilte Stadt ist umkämpftester Schauplatz in Syriens Bürgerkrieg. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge waren zuletzt mindestens 285 Zivilisten bei Luftangriffen und Gefechten getötet worden. Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt hatte Syriens Opposition die Genfer Friedensgespräche verlassen. Insgesamt sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren nach UN-Angaben rund 400 000 Menschen ums Leben gekommen.

Das US-Außenministerium erklärte, es setze darauf, dass Russland seinen Einfluss auf das Regime von Präsident Baschar al-Assad geltend mache. Die USA würden das ihre tun. Von russischer Seite hieß es, der Schritt könnte der «Prolog zu einer vollwertigen Feuerpause» sein. «Aber wenn jemand wie die (Terrorgruppe) Al-Nusra-Front bewusst den Frieden nicht will, wird er alle Seiten ständig provozieren und beschießen», sagte Generalmajor Igor Konaschenkow.

Bei der Al-Nusra-Front handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie ist von der Waffenruhe genauso ausgenommen wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Assad machte zugleich in einem Schreiben an Russlands Präsident Wladimir Putin deutlich, dass er weiter auf einen «endgültigen Sieg» gegen die Rebellen setzt. Syriens «heldenhafte Armee» werde nichts weniger als diesen akzeptieren, kabelte Assad zum Jahrestag des Sieges der Roten Armee über Nazi-Deutschland nach Moskau.

UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman sagte in einer Sitzung des Sicherheitsrates, die Bombardements der syrischen Regierung in den vergangenen zwei Wochen zählten zu den schlimmsten seit Beginn des Bürgerkriegs. UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien sprach von einem «Gemetzel» und erklärte, das Leben in Aleppo sei wegen der ständigen Gefahr von Attacken, darunter Luftangriffe mit international geächteten Fassbomben, entsetzlich und habe jeden Sinn verloren.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte, die Waffenruhe voll einzuhalten und den Menschen in Aleppo «nach Wochen der Angst und Verzweiflung eine Atempause von Krieg und Gewalt zu verschaffen». Steinmeier hatte sich am Mittwoch in Berlin um eine Wiederbelebung der stockenden Friedensgespräche bemüht. Dort traf er sich mit seinem französischen Kollegen Jean-Marc Ayrault und dem syrischen Oppositionsführer Riad Hidschab.

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Do, 2016-05-05 15:02
Eriwan/Baku (dpa)

Armenien will über Unabhängigkeit Berg-Karabachs diskutieren

Die Waffenruhe in Berg-Karabach hängt an einem seidenen Faden. Weil Armenien über eine Unabhängigkeit der Unruheregion spricht, kündigt Aserbaidschan Konsequenzen an. Droht eine neue Eskalation?

Eriwan/Baku (dpa) - Trotz Warnungen aus dem Nachbarland Aserbaidschan will das Parlament von Armenien über die Anerkennung einer Unabhängigkeit der umkämpften Südkaukasusregion Berg-Karabach diskutieren. Die Regierung in Eriwan habe die Initiative an das Abgeordnetenhaus weitergeleitet, meldete am Donnerstag die Agentur Tass.

Auf dem Programm für die Sitzung am nächsten Dienstag stehe der Punkt jedoch zunächst nicht, hieß es in Eriwan. Aserbaidschan, zu dem Berg-Karabach völkerrechtlich gehört, drohte mit Konsequenzen.

Eine Abstimmung würde sich nach den aktuellen Entwicklungen in Baku richten, kündigte Armeniens Vize-Außenminister Schawarsch Kotscharjan an. «Wenn Aserbaidschan die Feuerpause nicht einhält und weiter provoziert, wird Armenien sich eindeutig für Berg-Karabach aussprechen», sagte er.

Russland warnte Armenien davor, mit der Ankündigung eine Eskalation zu provozieren. «Wir werden die Entscheidungen in diesem Fall sehr genau beobachten», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte, Eriwan könne den Status der Region nicht einseitig festlegen. Die internationale Gemeinschaft, darunter Armeniens Schutzmacht Russland und der gegenwärtige OSZE-Vorsitzende Deutschland, bemühen sich seit Jahren um Frieden im Südkaukasus.

Berg-Karabach hatte sich in einem Krieg in den 1990er Jahren für unabhängig erklärt. Die Region wird überwiegend von Armeniern bewohnt und von der Führung in Eriwan unterstützt. Anfang April hatte es bei einer Gewalteskalation mehr als 120 Tote auf beiden Seiten gegeben. In Moskau hatten sich die Armeechefs von Armenien und Aserbaidschan auf einen Waffenstillstand geeinigt.

Zwei Abgeordnete hatten den Vorschlag eingereicht, über die Anerkennung zu debattieren. Die armenische Verfassung sieht vor, dass die Regierung über eine weitere Diskussion im Parlament entscheidet. Das Außenministerium in Baku hatte Armenien vor einigen Tagen gewarnt, dass Berg-Karabach ein untrennbarer Teil Aserbaidschans sei. «Die Regierung in Armenien handelt nicht verantwortungsvoll und bereitet eine politische Explosion vor.»

«Sollte die Region Berg-Karabach offiziell von Armenien anerkannt werden, wird der armenische Präsident Sersch Sargsjan der erste sein, der dies verkünden wird», sagte der Sprecher des Staatschefs.

Russland hat rund 5000 Soldaten in der Ex-Sowjetrepublik Armenien stationiert. Aserbaidschan ist enger Partner des Nato-Mitglieds Türkei, kauft aber auch Waffen in Russland - was Eriwan kritisiert.

Do, 2016-05-05 14:43
Vilnius (dpa)

Litauen bestellt Minsks Botschafter wegen Vorfalls bei Akw-Bau ein

Vilnius (dpa) - Wegen eines angeblichen Vorfalls beim Bau eines Atomkraftwerks im benachbarten Weißrussland hat Litauen eine diplomatische Note überreicht. Der polnische TV-Sender Belsat hatte unter Berufung auf einen Arbeiter berichtet, dass eine tragende Betonkonstruktion für ein kerntechnisches Gebäude zwischen den beiden Reaktoren Mitte April zusammengebrochen sei. Litauen fordere von der Führung in Minsk eine Erklärung, sagte Außenminister Linas Linkevicius der Agentur BNS zufolge am Donnerstag in Vilnius.

Dem TV-Bericht zufolge soll es nicht der erste Vorfall beim Bau gewesen sein. Verantwortliche des Kraftwerks hatten die Informationen als «absoluten Unsinn» zurückgewiesen.

Die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik Weißrussland baut nahe der Grenze zu Litauen mit russischer Hilfe zwei Reaktoren, die in den nächsten Jahren ans Netz gehen sollen. Das Kraftwerk ist 50 Kilometer von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernt. 

Do, 2016-05-05 14:21
London (dpa)

Donald Trump soll auf Rolling-Stones-Hits verzichten

London (dpa) - Die Rolling Stones wollen US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump verbieten, ihre Lieder für seinen Wahlkampf zu nutzen. Trump habe keine Genehmigung gehabt, die Songs bei seinen Auftritten laufen zu lassen, sagte das Management der Band der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die britische Rockband hatte den republikanischen Kandidaten zuvor aufgefordert, jegliche Nutzung ihrer Musik unverzüglich einzustellen.

Bei seinen Wahlkampfveranstaltungen hatte Musikliebhaber Trump nach Angaben der Nachrichtenagentur PA unter anderem den Klassiker «You Can't Always Get What You Want» abgespielt.

Die Rolling Stones stellen sich damit in eine Reihe von Künstlern, die Trump die Nutzung ihrer Werke verbieten. Sängerin Adele zeigte ihm im Februar die rote Karte, Aerosmith-Sänger Steven Tyler im September und der ehemalige REM-Frontmann Michael Stipe im Oktober. 

Sänger Mick Jagger (72) hatte sich erst im März bei einem Konzert der Rolling Stones in Mexiko-Stadt über Trumps Wahlkampfankündigung lustig gemacht, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten zu wollen, um illegale Einwanderer an der Einreise zu hindern.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Do, 2016-05-05 14:18
Stockholm (dpa)

Faust hoch gegen Neonazis - Frau in Schweden wird Social-Media-Star

Stockholm (dpa) - Mit erhobener Faust stellte sich eine dunkelhäutige Frau in Schweden einer Neonazi-Demo in den Weg - nun geht das Foto der 42-jährigen Tess Asplund als Symbol gegen Rassismus um die Welt. «Es war meine Nelson-Mandela-Faust», sagte die Aktivistin am Mittwochabend dem schwedischen Fernsehsender AftonblaDet TV. Der frühere südafrikanische Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela (1918-2013) sei für sie immer eine große Inspiration gewesen. Ihr unerschrockenes Auftreten machte Asplund nun zum Social-Media-Star.

Asplund, die sich in Schweden in Antirassismus- und Asylrechtsgruppen engagiert, war am 1. Mai nach Borlänge rund 200 Kilometer nordwestlich von Stockholm zu einer Demonstration gegen den Marsch der «Nordischen Widerstandsbewegung» gereist. «Ich wurde wahnsinnig und stinksauer, die sollten dort nicht marschieren», sagte sie dem Sender. Auf dem Foto sieht man sie vis-à-vis von drei Männern in weißen Hemden. Die Szene dauerte nur wenige Sekunden, bevor die Polizei die Frau beiseite schob.

Asplund sagte, sie sei «überrascht und erschüttert» über das große Interesse an dem Foto. Sie hoffe aber, dass es noch mehr Menschen inspirieren werde, gegen den Rassismus aufzustehen. Der Fotograf David Lagerlöf sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass von rund zehn Fotos, die er geschossen habe, nur dieses eine brauchbar gewesen sei.

Do, 2016-05-05 13:18
Seoul (dpa)

Südkoreanischer Autohersteller Kia unterstützt Kaufprämie für E-Autos

Seoul (dpa) - Der südkoreanische Autohersteller Kia Motors will sich an der Kaufprämie von 4000 Euro für Elektro- und 3000 Euro für Hybridwagen in Deutschland beteiligen. Kia begrüße den entsprechenden Beschluss der Bundesregierung und unterstütze das Vorgehen, teilte eine Sprecherin von Kia Motors Deutschland am Donnerstag mit. Die Prämien sollen jeweils zur Hälfte vom Bund und der Autoindustrie übernommen werden. 

Kia verkaufe in Deutschland und Europa das Elektroauto Kia Soul EV, von September 2016 an auch seinen erste Plug-in-Hybrid. Dabei handle es sich um die Limousine Kia Optima, hieß es. Kia ist die kleinere Schwester von Südkoreas Branchenprimus Hyundai Motor. Beide zusammen sind der weltweit fünfgrößte Autohersteller. 

Do, 2016-05-05 13:21
Francisco (dpa) 

Uber holt frühere EU-Kommissarin Kroes in Beratungsgremium

San Francisco (dpa) - Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber hat die frühere EU-Kommissarin Neelie Kroes in ein neues Beratungsgremium für politische Fragen geholt. Unter den weiteren sieben Mitgliedern sind der frühere US-Verkehrsminister Ray LaHood und ein Ex-Regierungschef aus Peru. Die Berater sollen sich zwei Mal pro Jahr treffen und werden mit Uber-Aktien vergütet, sagte ein Sprecher dem Finanzdienst Bloomberg am späten Mittwoch. Ihren Wert nenne das Unternehmen nicht.

Die rasante internationale Expansion von Uber löste in vielen Ländern Konflikte mit Behörden und der Taxi-Branche aus, die dem Start-up aus San Francisco unfairen Wettbewerb vorwerfen. Auch in Deutschland gab das Unternehmen auf großen Druck hin sein Angebot UberPop auf, bei dem Privatleute Fahrgäste mit ihren Autos beförderten. Die Firma, die Milliarden bei Investoren einnahm, betont zugleich, dass ihre Plattform die Verkehrslage in Städten entlasten und die Umwelt schonen könne.

Kroes war in der EU-Kommission für Wettbewerb und digitale Reformen zuständig. Sie hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach das Vorgehen von Behörden gegen Uber als innovationsfeindlich kritisiert. Uber müsse noch viel lernen, sagte Kroes der «Financial Times» jetzt. «Uber muss anders kommunizieren. Sie müssen berücksichtigen, dass es kulturelle Unterschiede gibt. Nicht denken, dass alle einen angreifen.»

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2016-05-05 13:21
Stuttgart (dpa)

USA drängen Bündnispartner zu stärkerem Kampf gegen den IS

12 000 Luftangriffe in eineinhalb Jahren, und trotzdem ist die Terrormiliz IS noch lange nicht besiegt. Die USA wollen die Anti-IS-Allianz nun zu mehr Engagement bewegen. Deutschland zieht mit - aber nicht in den Kampf.

Stuttgart (dpa) - Die USA drängen die Bündnispartner zu einem stärkeren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. «Die Koalition muss und kann mehr tun», sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch nach einem Treffen mit zehn Amtskollegen aus der Anti-IS-Allianz in Stuttgart.

Er brachte auch einen Einsatz der Nato ins Spiel, die sich bisher aus dem Kampf gegen die Terrormiliz heraushält. Dabei erwähnte er mögliche Aufklärungsflüge von «Awacs»-Maschinen, zu deren Besatzung in der Regel auch deutsche Soldaten gehören.

Deutschland will sich weiter nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligen, aber die Ausbildung von Kämpfern, Waffenlieferungen und Aufklärungsflüge verstärkt fortsetzen. «Keiner kann alles machen», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Deutschland solle «nicht über den Rahmen hinausgehen, den wir uns selber gesteckt haben».

Der Anti-IS-Koalition gehören mehr als 60 Staaten an, die sehr unterschiedliche Beiträge leisten. Die Allianz hat nach eigenen Angaben fast 12 000 Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak geflogen. Für 9000 davon war die US-Luftwaffe verantwortlich. Aber auch Jets aus Frankreich, Großbritannien, Saudi-Arabien, Jordanien, den Emiraten, der Türkei und anderen Staaten bombardierten den IS.

Die Bundeswehr hat den Kurden im Nordirak seit September 2014 insgesamt 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung geliefert. In den nächsten Wochen soll es Nachschub geben. 130 deutsche Soldaten bilden im Nordirak kurdische Kämpfer aus. Zudem unterstützen sechs «Tornado»-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug die Luftangriffe der internationalen Allianz gegen den IS. Der irakischen Regierung sagte von der Leyen Hilfe beim Räumen von Minen zu und stellte einen Kredit für den Wiederaufbau in Aussicht.

Carter stellte die Allianz auf eine lange Auseinandersetzung ein. «Dieser Kampf ist weit von einem Ende entfernt und es gibt große Risiken», sagte er. Am Dienstag war ein US-Soldat in der Nähe des nordirakischen Mossul im Gefecht mit dem IS getötet worden.

Do, 2016-05-05 13:41
Aviv (dpa)

Vier Verletzte bei israelischem Luftangriff in Gaza

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern nehmen zu: Die Hamas beschießt erstmals seit 2014 israelische Soldaten an der Grenze. Die Palästinenser im Westjordanland wollen die Sicherheitskooperation mit Israel einfrieren.

Gaza/Tel Aviv (dpa) - Bei neuen militärischen Konfrontationen in der Grenzregion zwischen Israel und dem Gazastreifen sind am frühen Donnerstagmorgen vier Menschen verletzt worden. Ein 65-jähriger Palästinenser und drei Kinder seien bei einem israelischen Luftschlag verwundet worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen. Israel hatte nach Angaben der israelischen Armee auf Beschuss der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas reagiert.

Die gemäßigte Palästinenserorganisation PLO teilte am Mittwochabend mit, man wolle die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel einfrieren. Als Grund wurden wiederholte Razzien der israelischen Armee in den palästinensischen Autonomiegebieten genannt. Ähnliche Ankündigungen waren allerdings in der Vergangenheit nicht umgesetzt worden.

Der Angriff der Hamas mit Mörsergranaten auf Soldaten in der Grenzregion sei der erste Angriff dieser Art seit dem Gaza-Krieg 2014 gewesen, sagte ein Sprecher der Armee. »Sie haben ihre Politik geändert und Israel innerhalb der 100-Meter-Puffer-Zone beschossen.» Israel habe daraufhin Infrastruktur angegriffen, die zum militärischen Arm der Hamas gehöre.

Soldaten hätten im südlichen Gazastreifen zudem erneut einen Angriffstunnel der Hamas nach Israel entdeckt. Es sei allerdings noch offen, ob der Tunnel nach oder vor dem Gaza-Krieg gegraben worden sei. Bereits im April hatte die Armee einen solchen Tunnel entdeckt.

Im Sommer 2014 hatten sich Israel und die Hamas einen 50-tägigen Krieg geliefert. Während des Krieges hatte Israel mehr als 30 dieser Tunnel zerstört. Palästinensische Kämpfer nutzen die Gänge, um nach Israel einzudringen und Soldaten oder Zivilisten zu entführen oder zu töten.

In den Friedensvereinbarungen Israels mit den Palästinensern waren vor mehr als zwei Jahrzehnten Autonomiegebiete im Bereich der großen Palästinenserstädte des Westjordanlands festgelegt worden. Auf eine Serie blutiger palästinensischer Anschläge reagierte Israel 2002 mit einer Militäroffensive im Westjordanland. Seitdem gibt es immer wieder Vorstöße der Truppen in das Autonomiegebiet.

Verhandlungen beider Seiten in den letzten Monaten über einen Stopp dieser Razzien waren gescheitert. Israel rechtfertigt die Einsätze als notwendigen Schutz vor neuen Anschlägen, die Palästinenser sehen sie jedoch als inakzeptable Verletzung ihrer Unabhängigkeit.

Do, 2016-05-05 13:23
Moskau (dpa)

Klassik statt Krieg: Moskau feiert Befreiung Palmyras mit Konzert

Viele im Westen verbinden Russlands Engagement in Syrien mit Leid und Elend. Nun sollen Bilder eines Klassikkonzerts in der syrischen Wüste mit dem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker um die Welt gehen. Ihre Botschaft soll die Russen als Friedensbringer zeigen.

Moskau (dpa) - Mit einem Sinfoniekonzert in Palmyra will Syriens Partner Russland die Befreiung der historischen Oasenstadt aus der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor sechs Wochen feiern. Der Stardirigent Valery Gergiev werde mit dem Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters am (heutigen) Donnerstag gegen 16.00 Uhr MESZ am Amphitheater des Unesco-Weltkulturerbes auftreten, meldeten russische Agenturen. Das Konzert trage den Titel «Ein Gebet für Palmyra».

Gergiev ist seit 2015 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Der 63-Jährige gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die syrische Armee hatte die sunnitische Terrormiliz IS Ende März aus Palmyra vertrieben.

Der Kreml lobte das Engagement der Musiker. «Die Künstler zeigen sich solidarisch mit denen, die gegen Terroristen kämpfen, und wenden sich gegen die Gewalt, die das historische Erbe der Menschheit zerstört», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Putin sei über das Konzert informiert. Das russische Fernsehen kündigte eine Übertragung an.

Der Kreml hat schon mehrere Künstler zu Auftritten nach Syrien geschickt. So trat unter anderem der Sänger Iosif Kobson vor russischen Soldaten auf der Luftwaffenbasis Hamaimim auf.

Gergiev hatte nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien im August 2008 bereits mit einem Auftritt für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Damals gab er in der stark zerstörten südossetischen Hauptstadt Zchinwali ein Freiluft-Benefizkonzert mit Werken von Dmitri Schostakowitsch und Peter Tschaikowski für die Opfer des Konflikts. Gergiev stammt aus einer ossetischen Familie.

Die russische Luftwaffe hatte die Befreiung Palmyras durch die syrische Armee mit Bombenangriffen unterstützt. Ende März schickte Moskau dann Spezialkräfte mit Spürhunden und modernem Suchgerät nach Syrien, um beim Räumen von Minen in der Stadt zu helfen. In der historischen Stätte hatte der IS wertvolle antike Zeugnisse zerstört.

Do, 2016-05-05 13:51
Damaskus (dpa)

Assad hält an «endgültigem Sieg» im syrischen Bürgerkrieg fest

Damaskus (dpa) - Trotz einer neuen Waffenruhe und Friedensgesprächen setzt der syrische Machthaber Baschar al-Assad im Bürgerkrieg weiter auf eine «endgültigen Sieg» über die Rebellen. Syriens «heldenhafte Armee» werde «trotz der Brutalität der Feinde» nichts weniger als diesen akzeptieren, schrieb Assad zum Jahrestag des russischen Sieges über Nazi-Deutschland an den Kreml-Chef Wladimir Putin, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag meldete.

In der nordsyrischen Stadt Aleppo war zuvor am frühen Morgen eine erneute Waffenruhe in Kraft getreten, die zunächst weitgehend hielt. Sie soll den Weg zu einer Wiederaufnahme der stockenden Genfer Friedensgespräche ebnen. Umstritten bei den Verhandlungen ist vor allem das Schicksal Assads. Die Opposition fordert seinen Rücktritt, das Regime will über den Präsidenten überhaupt nicht verhandeln.

Do, 2016-05-05 13:16
Gland (dpa)

Naturschützer: Mendesantilope in Sahara kurz vor dem Aussterben

Gland (dpa) - Wegen bewaffneter Konflikte und der Erdölsuche in der Sahara ist die dort einst weit verbreitete Mendesantilope nach Expertenangaben unmittelbar vom Aussterben bedroht. Bei einer großflächigen Suchaktion seien im März nur noch drei wildlebende Exemplare gefunden worden, teilte die Weltnaturschutzunion (IUCN) mit. Ohne rasche Gegenmaßnahmen werde die mit ihrem gelblich-braunen Fell ideal an die Wüstenfarbe angepasste Art (Addax nasomaculatus) «ihren Kampf ums Überleben verlieren», warnte der stellvertretende IUCN-Direktor für globalen Artenschutz, Jean-Christophe Vié.

Als eine Ursache des Rückgangs nennt die Organisation die Wilderei durch Soldaten und Milizen als Folge bewaffneter Konflikte in der Region, darunter in Libyen, Mali und im Norden Nigerias. Zudem würden die Tiere wegen der Erdölsuche und den damit verbundenen Fahrzeugeinsatz in Niger durch eine chinesische Ölfirma gestört. Obwohl die Antilopen in Niger gesetzlich geschützt sind, würden auch Soldaten, die zum Schutz der Öleinrichtungen eingesetzt sind, auf die Jagd gehen. Die IUCN empfiehlt Gespräche mit der chinesischen Firma über Schutzmaßnahmen, die Unterbindung der Wilderei sowie anschließend die Aussetzung von gezüchteten Exemplaren in der Sahara.

Do, 2016-05-05 13:12
London (dpa)

Studie: Weniger Tote durch Konflikte - aber keine Ende der Gewalt

Weltweit starben 2015 laut einer Studie weniger Menschen durch bewaffnete Konflikte als im Vorjahr. Doch eine Entwarnung ist das nicht. Im Gegenteil: Die Anzahl der Vertriebenen stieg dramatisch. Und in vielen Krisenregionen ist kein Ende der Gewalt in Sicht.

London (dpa) - Durch bewaffnete Konflikte sind 2015 rund 167 000 Menschen weltweit ums Leben gekommen - und damit 13 000 weniger als im Jahr davor. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) hervor. Es gebe aber in den großen Konflikten «wenige Zeichen, dass sie sich in Richtung Deeskalation oder Lösung» bewegten, sagte IISS-Chef John Chipman in London. 80 Prozent der Todesopfer seien in sechs großen Konflikten gestorben - in Syrien, Mittelamerika, Mexiko, Afghanistan, Nigeria und dem Irak.

«Obwohl es weniger bewaffnete Konflikte als vor einem Jahrzehnt gibt, ist die Anzahl der Flüchtlinge und intern Vertriebenen akut (...) gestiegen», sagte der IISS-Chef. Während das Institut deren Zahl 2013 mit 33 Millionen bezifferte, waren es zwei Jahre später 46 Millionen Menschen. Immer mehr Flüchtlinge suchten in Städten Zuflucht. «Eine Vertreibung in diesem Ausmaß ist ein humanitäres, politisches und wirtschaftliches Desaster», erklärte Chipman.

Regierungen in Konfliktregionen hätten 2015 in größerem Umfang von Rebellen und Terrorgruppen besetzte Gebiete zurückerobert - etwa im Irak, in Syrien, Somalia oder dem Jemen. «Oft wurde das mit Hilfe von ausländischen Alliierten erreicht», sagte Chipman. «Die russischen Luftangriffe haben es der syrischen Regierung möglich gemacht, 10 000 Quadratkilometer Land zurückzugewinnen, unter anderem Städte im Süden und Osten von Aleppo.» Mit saudischer Hilfe habe die Regierung im Jemen fünf Provinzen zurückerobert.

Von einer Lösung seien viele Konflikte aber weit entfernt, sagte Chipman. In der Türkei habe die Anzahl der Toten durch bewaffnete Konflikte den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Auch in Afghanistan stieg die Zahl wieder dramatisch - von 3500 Toten 2013 auf 15 000 im vergangenen Jahr.

Die Hälfte der Todesopfer starb nach Angaben des IISS im Mittleren Osten und in Nordafrika. Rund ein Drittel aller Toten entfiel mit 55 000 allein auf Syrien. Das sei aber «eine konservative Schätzung», erklärte Chipman.

Mehr als ein Fünftel der weltweiten Todesfälle waren Konflikten in Mexiko oder Mittelamerika geschuldet. In Afrika südlich der Sahara verloren trotz des Kampfes gegen die Terrororganisation Boko Haram in Nigeria weniger Menschen ihr Leben durch Konflikte.

Do, 2016-05-05 12:18
Berlin/Seattle (dpa)

Gates-Stiftung: Malaria-Impfstoff könnte vielversprechend sein

Berlin/Seattle (dpa) - Die Bill & Melinda Gates Stiftung setzt große Hoffnungen auf den ersten Impfstoff gegen Malaria. Der Leiter des Impfprogramms der Stiftung, Orin Levine, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir sind sehr begeistert.» Allerdings müssten noch drei weitere Fragen geklärt werden. «Erstens, wie stark sind die Nebenwirkungen? Zweitens, kann es gelingen, den Impfstoff zu den Menschen zu bringen, die ihn besonders dringend benötigen? Drittens, ist die Wirksamkeit dort, wo Malaria besonders stark verbreitet ist, genauso effektiv wie in den klinischen Studien?»

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte im vergangenen Jahr das Mittel Mosquirix für den Schutz von besonders gefährdeten Kindern positiv bewertet - obwohl die Wirksamkeit begrenzt ist. Nach Angaben der Behörde überwiegen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Eine mehrjährige Studie an Säuglingen und Kleinkindern in Afrika hatte ergeben, dass Mosquirix in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren einen Impfschutz von 26 bis 36 Prozent bietet.

Do, 2016-05-05 12:53
Berlin/Seattle (dpa)

Gates-Stiftung setzt Hoffnungen auf Malaria-Impfstoff

Mehr als 200 Millionen Menschen haben sich im vergangenen Jahr mit Malaria angesteckt. Vor allem in Afrika sterben viele an der Krankheit. Kann ein Impfstoff in Zukunft helfen?

Berlin/Seattle (dpa) - Die Bill & Melinda Gates Stiftung setzt große Hoffnungen auf den ersten Impfstoff gegen Malaria. Der Leiter des Impfprogramms der Stiftung, Orin Levine, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir sind sehr begeistert.» Allerdings müssten noch drei Fragen geklärt werden. «Erstens, wie stark sind die Nebenwirkungen? Zweitens, kann es gelingen, den Impfstoff zu den Menschen zu bringen, die ihn besonders dringend benötigen? Drittens, ist die Wirksamkeit dort, wo Malaria besonders stark verbreitet ist, genauso effektiv wie in den klinischen Studien?»

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte im vergangenen Jahr das Mittel Mosquirix für den Schutz von besonders gefährdeten Kindern positiv bewertet - obwohl die Wirksamkeit begrenzt ist. Nach Angaben der Behörde überwiegen aber die Vorteile des Impfstoffs die Risiken. Eine mehrjährige Studie an Säuglingen und Kleinkindern in Afrika hatte ergeben, dass Mosquirix in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren einen Impfschutz von 26 bis 36 Prozent bietet.

Der neue Impfstoff sollte nach Herstellerangaben Kindern vier Mal verabreicht werden. Experten, auch von der WHO, kritisieren dieses Schema als zu aufwendig für arme, abgelegene Regionen. In Studien soll der Impfstoff nun weiter getestet werden.

Weltweit lebt etwa jeder zweite Mensch in einem Malaria-Risikogebiet. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 214 Millionen neue Ansteckungen in 95 Ländern registriert. Die globale Sterberate ist laut WHO seit dem Jahr 2000 um 60 Prozent zurückgegangen. Im besonders stark von Malaria betroffenen Afrika sank sie sogar um 66 Prozent und bei den dortigen Kindern unter fünf Jahren um 71 Prozent. Möglich wurde das vor allem dank verstärkter Vorbeugemaßnahmen wie Moskitonetze und flächendeckende Sprühaktionen gegen Mücken, die Malaria übertragen.

Bei der von der Gates-Stiftung geförderten Forschung zur Verbesserung des Polio-Impfstoffs stehen nun praktische Fragen im Vordergrund. «Unser Ziel ist es, dass wir den gleichen Schutz, den wir heute mit drei Impfungen erreichen, künftig auch mit einer oder zwei Impfungen haben», sagte Levine. Dann stünden auch die Chancen für eine vollständige Ausrottung der Kinderlähmung besser.

Die Gates-Stiftung ist einer der größten Geldgeber der internationalen Impfallianz Gavi. Sie hat maßgeblich zum weltweiten Kampf gegen Kinderlähmung beigetragen. Die beiden einzigen Staaten, in denen im vergangenen Jahr Polio-Fälle registriert wurden, sind Pakistan und Afghanistan.

Do, 2016-05-05 12:24
München (dpa)

Die Demokratie-Kämpferin Hamm-Brücher wird 95 Von Michel Winde, dpa

Aus dem politischen Geschäft hat sich Hildegard Hamm-Brücher längst verabschiedet. Von ihrer liberalen Haltung jedoch nicht. Bald wird die einstige FDP-Politikerin 95. Ja, sie kennt einen politischen «Hoffnungsträger». Nein, er kommt nicht von den Liberalen.

München (dpa) - Nein, feiern möchte Hildegard Hamm-Brücher diesen Tag nicht. Die lange als «Grande Dame» der FDP gefeierte Liberale macht am kommenden Mittwoch (11. Mai) «Anti-Geburtstagsrummel-Urlaub», wie sie sagt. Ihren 95. Ehrentag verbringt sie nicht daheim.

Wenige Tage zuvor sitzt sie in ihrer Münchner Wohnung und nippt am Kaffee. Die Balkontür ist weit geöffnet, auf dem Tisch stehen Butterkekse. «Seit etwa einem Jahr kränkele ich, wie man das so nennt.» Zwei Oberschenkelhalsbrüche hat sie hinter sich, Gedächtnislücken und Gleichgewichtsstörungen plagen sie. Die Politik verfolgt sie dennoch. Und ihre Haltung hat sie nicht verloren.

So steht Hamm-Brücher der Islamkritik der rechtspopulistischen AfD ablehnend gegenüber. Und sie warnt: Für Tendenzen kurz vor «echtem Nazismus» bestehe in Deutschland großes Potenzial. Das Erbe des Nationalsozialismus sei nicht gebannt. «Im Grunde kann man fürchten, dass da eine ganze Menge nachgewachsen ist.»

Was dagegen hilft? «Junge Menschen müssen Demokratie erleben können. Das ist alles zu kurz gekommen.» Dazu müssten aktive Politiker mit gutem Beispiel vorangehen und dafür sorgen, dass die Erinnerung an Adolf Hitlers Terror-Herrschaft nicht schwinde.

Hamm-Brücher gehört einer Politikergeneration an, die es heute kaum mehr gibt. Geboren wurde sie 1921 in Essen, aufgewachsen ist sie in Berlin. Mit zehn Jahren verliert sie die Eltern, lebt bei der Oma in Dresden. Mit 15 erfährt die preußische Protestantin, dass sie nach den Rassegesetzen der Nazis «Halbjüdin» ist. Sie wechselt auf das Internat Schloss Salem am Bodensee, macht in Konstanz Abitur.

«Das kriegt man nicht mehr aus dem Kopf und aus dem Herzen, wie die Deutschen waren. Sie waren grässlich», sagt sie über die NS-Zeit. Der Kampf für Freiheit und Demokratie prägt ihr ganzes Leben.

1948 zieht die promovierte Chemikerin für die FDP in den Münchner Stadtrat ein. Über Jahrzehnte prägt sie die Politik der Liberalen, als Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt unter Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Doch die Krönung ihrer Laufbahn bleibt ihr versagt. Hamm-Brücher kandidiert 1994 für das Bundespräsidentenamt. Im dritten Wahlgang opfert ihre Partei sie dem Koalitionskalkül - Staatsoberhaupt wird Unionskandidat Roman Herzog.

Haltung zeigt Hamm-Brücher, als sich die FDP 1982 auf die Seite der Union schlägt, sodass Helmut Kohl (CDU) nach einem konstruktiven Misstrauensvotum Helmut Schmidt (SPD) als Kanzler ablösen kann. Sie gehört zu den FDP-Abgeordneten, die nicht mitmachen. Nach 50 Jahren in der FDP gibt sie 2002 ihr Parteibuch ab - wegen antiisraelischer Äußerungen des damaligen Parteivizes Jürgen Möllemann.

Die FDP im Frühjahr 2016 - ist das wieder ihre Partei? «Nein, das kann ich noch nicht sagen.» Zuerst müsse sich die Partei «ein bisschen bewähren». Zudem fehlten konkrete politische Vorschläge. Parteichef Christian Lindner kenne sie nicht persönlich, schätze ihn jedoch. Zwei Briefe habe er ihr geschrieben.

Mehr noch schätzt Hamm-Brücher aber einen, den sie «Hoffnungsträger» nennt: Winfried Kretschmann, den Grünen-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der bald eine grün-schwarze Koalition anführen wird. «Wenn der in ein paar Wochen die alten Streithammel zu einer Koalition zusammenkriegt, dann wird Baden-Württemberg vernünftig regiert, da bin ich mir sicher.»

Das alles erzählt die bald 95-Jährige ganz entspannt, das rechte Bein locker über dem linken. Ihre Lebensbilanz? «Mein Leben hatte nichts zu wünschen übrig.»

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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