Mi, 2015-07-01 14:44
Tübingen/Erkrath (dpa)

DKMS vermittelt 50 000. Stammzellspende

Tübingen/Erkrath (dpa) - Zum 50 000. Mal hat ein Stammzellspender der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) einem Blutkrebspatienten geholfen. Um für Leukämiekranke möglichst schnell passende Spender zu finden, setzt die DKMS in Tübingen auf eine hohe Typisierungsqualität anhand von zwölf Merkmalen, wie Geschäftsführerin Sandra Bothur am Mittwoch erklärte. «Unser Ziel ist es auch in Zukunft, immer mehr Patienten zu retten, die zu sterben drohen.»

Jährlich erkranken den Angaben nach weltweit mehr als 917 000 Menschen an Blutkrebs, alle 35 Sekunden erhält ein Mensch die Diagnose. Die DKMS als größte Spenderdatei in Deutschland hat seit der Gründung 1991 mehr als 5,3 Millionen potenzielle Stammzellspender registriert, davon über 3,9 Millionen in Deutschland. Versorgt werden Patienten aus 52 Ländern. Mit Blick auf die 50 000 vermittelten Stammzelltransplantate sagte Bothur: «Das sind so viele Lebenschancen wie Fußballfans in einem ausverkauften Stadion.»

Nach seiner Spende Ende Juni hatte der 26 Jahre alte BWL-Student und Fußballspieler aus Erkrath in Nordrhein-Westfalen erfahren, dass seine Stammzellen für einen 54-jährigen Blutkrebspatienten in den USA bestimmt sind. «Das hat mich sehr bewegt, zu hören - ich hatte wirklich Gänsehaut», sagte Lukas Schmetz laut Mitteilung. «Er ist in dem Alter meiner Eltern und könnte also mein Vater sein. Ich hoffe sehr, dass alles klappt und ich drücke ihm die Daumen.»

Mi, 2015-07-01 14:01
Bonn (dpa)

Weltnaturerbe Great Barrier Reef kommt nicht auf die Rote Liste

Das Great Barrier Reef ist in Gefahr - und zwischenzeitlich sah es schon so aus, als würde es auf die Rote Liste des gefährdeten Weltnaturerbes kommen. Doch am Mittwoch konnte die australische Regierung in Bonn noch einmal aufatmen.

Bonn (dpa) - Das Great Barrier Reef kommt vorerst nicht auf die Rote Liste des gefährdeten Weltnaturerbes. Allerdings forderte das Unesco-Welterbekomitee die australische Regierung am Mittwoch in Bonn auf, bis Dezember 2016 einen Bericht vorzulegen. Darin müssten Fortschritte beim Schutz des weltgrößten Korallenriffs nachgewiesen werden. Das Riff hat in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

«Wir haben einen kraftvollen Entschluss gefasst - einstimmig», sagte die Vorsitzende des Komitees, Staatsministerin Maria Böhmer (CDU). Dies sei eine «Sternstunde» des Komitees, denn bei dem Riff gehe es um «eine Ikone des Welterbes». Australien habe auf frühere Kritik überzeugend reagiert. Allerdings müsse Australien seinen Schutzplan jetzt auch umsetzen, forderte Böhmer: «Das Great Barrier Reef ist im Blick der gesamten Menschheit.»

Der australische Umweltminister Greg Hunt sagte, Australien habe nach dem letzten Warnschuss der Unesco in 18 Monaten erreicht, was normalerweise ein Jahrzehnt dauern würde. Die Wasserqualität habe sich schon verbessert. «Aber es gibt mehr zu tun», räumte er ein. Hunt hob hervor, bei den internationalen Bemühungen für einen verbesserten Schutz des Riffs habe Deutschland eine «fundamentale Führungsrolle gespielt».

Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner sagte, das Welterbekomitee habe Australien «erneut die dunkelrote Karte gezeigt». Jetzt müsse die Regierung «beweisen, dass sie den Riffschutz wirklich ernst nimmt». Der WWF-Experte Günter Mitlacher kommentierte, das Komitee habe Australien «quasi eine 18-monatige Bewährungsfrist»  eingeräumt. Bis zum 1. Dezember 2016 müsse die Regierung nun konkrete Fortschritte nachweisen: «Was die Versprechungen wert sind, wird sich erst unter Wasser zeigen.»

Das Great Barrier Reef wird bedroht durch die Erwärmung der Meere, die Verschmutzung des Wassers durch Einleitungen aus australischen Flüssen und durch Kohlebergbau an der Küste. Die australische Regierung will die Kohleindustrie noch ausbauen und braucht dafür neue Häfen. Das Riff hat nicht nur große ökologische Bedeutung, es ist für Australien als eine der größten Touristenattraktionen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Mi, 2015-07-01 14:30
Berlin (dpa)

«Zwei vor Zwölf»: Wirtschaft erwartet Ergebnisse beim Stromnetzausbau Von Tim Braune, dpa

Im Windschatten der Griechenland-Krise wollen die drei Parteichefs Merkel, Gabriel und Seehofer die größten Brocken bei der Energiewende aus dem Weg räumen. Dafür muss sich Seehofer aber bei den Stromnetzen bewegen.

Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft fordert den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) auf, beim Energie-Gipfel den Weg für den Ausbau der Stromnetze freizumachen. «Beim Netzausbau ist es Zwei vor Zwölf», sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der Deutschen Presse-Agentur.

Am Mittwochabend wollten die drei Parteichefs Angela Merkel (CDU), SPD-Chef Sigmar Gabriel und Seehofer bei einem Treffen im Kanzleramt versuchen, den monatelangen Streit um die Stromtrassen, die Kohle-Abgabe und die künftige Ausgestaltung des Strommarktes abzuräumen. Zuletzt gab es nach Angaben aus Regierungskreisen bei den Stromnetzen noch Differenzen zwischen Bayern und Kanzleramt.

Schweitzer betonte, er könne die Haltung der bayerischen Staatsregierung nicht nachvollziehen. Den Atomausstieg habe Bayern 2011 mitbeschlossen, den dafür benötigten Bau neuer Stromleitungen für den Transport von Windstrom in den Süden sollten aber andere Bundesländer schultern: «Dafür habe ich kein Verständnis», sagte Schweitzer.

Bleibe Seehofer bei seiner Position, müsse er Verbrauchern und Unternehmen im Industrieland Bayern erklären, dass es dann zwei Strompreiszonen in Deutschland geben würde - mit höheren Preisen für Bayern.

Schweitzer kritisierte, dass die Strompreise insgesamt schon jetzt für die deutsche Wirtschaft zu hoch seien. Wenn die Koalition nun den Bürgern und Firmen neue Milliardenlasten aufbürde, um die Klimaschutzziele bis 2020 noch zu erreichen, würde dies die Strompreise weiter belasten.

Gabriel hat Seehofer angeboten, bei den beiden großen Nord-Süd-Leitungsprojekten Suedlink und Südost-Link mehr Erdkabel zu verlegen, um Bürgerproteste zu verringern. Auch sollen bestehende Trassen stärker genutzt werden. Die Netzbetreiber warnen vor Verzögerungen und zusätzlichen Milliardenkosten. 

Die Grünen kritisierten, dass die Koalition die von Gabriel ursprünglich geplante Strafabgabe für alte Kohle-Kraftwerke auf Druck der Kohlelobby nicht mehr einführen wolle. «Die Kanzlerin hat ihren Vize wochenlang im Regen stehen lassen, damit Koalitionäre, Kohleindustrie und Gewerkschaften ihn mürbe kneten», sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter.

Nun sollen Braunkohle-Kraftwerke in eine Reserve gehen und schrittweise stillgelegt werden. Dafür würden die Betreiber Prämien bekommen. Stromkunden und Steuerzahler würde das nach Regierungsberechnungen einmalig 1 bis 2 Milliarden Euro kosten sowie 230 Millionen Euro pro Jahr an laufenden Aufwendungen. Hofreiter: «Statt RWE, Vattenfall & Co. für ihre Dreckschleudern zur Kasse zu bitten, soll ihnen das Geld von Steuerzahlern hinterhergeschmissen werden.»

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mi, 2015-07-01 16:32
Istanbul (dpa)

Massiver Geldmangel: WFP muss Nahrungsmittelhilfe für Syrer streichen

Istanbul (dpa) - Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) muss wegen massiven Geldmangels seine Nahrungsmittelhilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien stark zurückfahren. Die Unterstützung für die Menschen sei zu 81 Prozent unterfinanziert, sagte WFP-Regionaldirektor Muhannad Hadi am Mittwoch. Es würden umgehend 139 Millionen US-Dollar benötigt, um sie fortsetzen zu können.

«Gerade als wir dachten, die Lage könnte nicht schlechter werden, sind wir einmal mehr zu weiteren Einschnitten gezwungen», sagte Hadi. Er warnte davor, dass rund 440 000 syrische Flüchtlinge in Jordanien, die außerhalb von Lagern wohnten, bald überhaupt keine Hilfe mehr erhielten, sollte das Welternährungsprogramm nicht mehr Geld bekommen.

Die UN-Organisation hängt fast völlig von Zuwendungen der internationalen Gemeinschaft ab. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie wegen Geldmangels ihre Hilfe für syrische Flüchtlinge zeitweise einschränken müssen. Nach UN-Angaben sind fast vier Millionen Syrier vor dem Bürgerkrieg in die Nachbarländer geflohen.

Mi, 2015-07-01 16:50
Berlin (dpa)

Megaprojekt Energiewende und Stromnetzausbau

Berlin (dpa) - Nach der japanischen Atom-Katastrophe in Fukushima entschied sich Deutschland im Jahr 2011 für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie. Die ältesten sieben Atommeiler gingen sofort vom Netz, das letzte AKW wird spätestens 2022 abgeschaltet. Dafür wird die Ökostromerzeugung aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser laut Koalitionsvertrag massiv ausgebaut - von heute 27 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 und 55 bis 60 Prozent im Jahr 2035.

Vor allem Windstrom muss aber von der Nordseeküste in die großen Industriezentren im Süden transportiert werden, wo die Leistung mehrerer Atomkraftwerke wegfällt. Dafür sind nach Beschluss von Regierung und Ländern neue Stromtrassen nötig.

Das wichtigste Projekt ist der rund 800 Kilometer lange Suedlink. Er soll als «Hauptschlagader der Energiewende» von Schleswig-Holstein, über Niedersachsen und Hessen bis nach Bayern führen.

Die Planungen für den Verlauf der Stromleitung lösen seit langem Streit aus. Der genaue Verlauf ist unklar, dazu läuft das Verfahren zwischen Netzbetreibern und der zuständigen Bundesnetzagentur. Die CSU hatte kürzlich vorgeschlagen, die Trassenstrecke nach Westen zu verschieben, so dass Baden-Württemberg und Hessen stärker betroffen wären.

Bürgerinitiativen befürchten, dass die Gleichstromtrasse mit bis zu 75 Meter hohen Masten Lebensqualität und Tourismus schaden könnte. Sie bezweifeln die Notwendigkeit des Netzausbauvorhabens. Um die Bedenken zu zerstreuen, schlägt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (CSU) vor, beim Suedlink Erdkabel als Regelfall zu nutzen. Das würde aber zu höheren Kosten führen.

Mi, 2015-07-01 16:15
Wien (dpa)

Minister-Runde bei Atomgesprächen in Wien erwartet - Amano in Teheran

Wien (dpa) - Ein Treffen der Außenminister soll beim Atom-Poker mit dem Iran eine Einigung vorantreiben. Am Verhandlungsort in Wien werden am Donnerstag wieder Spitzendiplomaten der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) erwartet. Nach Angaben aus iranischen Kreisen könnte es auch zu einer kompletten Runde aller sieben Länder kommen. Bis zum 7. Juli soll ein Abkommen stehen. Es soll die Zukunft des iranischen Atomprogramms regeln. Die internationale Gemeinschaft will Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut.   

Als positives Zeichen für eine mögliche Einigung wird der Besuch des Chefs der internationale Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, in Teheran gewertet. Amano wird nach Angaben der IAEA am Donnerstag den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani sowie weitere Regierungsmitglieder treffen. Auch ein Gespräch mit dem Chef des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani, gilt als sicher. «Es geht darum, wie die Lösung aller noch ausstehenden Fragen beschleunigt werden kann», teilte die IAEA mit. 

Die IAEA soll im Fall eines Abkommens die Vertragstreue des Irans überwachen und damit auch das grüne Licht für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen geben.

Die 5+1-Gruppe will bis zum 7. Juli mit Teheran einen Vertrag schließen, der die ausschließlich friedliche Nutzung der Atomkraft im Iran sichert. Im Gegenzug sollen Sanktionen wie das Ölembargo der EU gegen Teheran aufgehoben werden.

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Mi, 2015-07-01 15:46
Erfurt (dpa)

Bodo Ramelow: Linker Regierungschef mit Nebenjob als Schlichter

Er ist gern der Erste: Als Ministerpräsident der Linken, als Chef einer rot-rot-grünen Landesregierung und nun auch als aktiver Politiker, der einen großen Tarifkonflikt befriedet.

Erfurt (dpa) - Bodo Ramelow freute sich fast diebisch, wenn in Erfurt wieder einmal niemand merkte, dass er in seinem «Ehrenamt» unterwegs war: Fünf Wochen lang hat Thüringens Ministerpräsident nicht nur regiert, er hat quasi in geheimer Mission auch in einem großen Tarifkonflikt geschlichtet. Keinesfalls sollte der Eindruck entstehen, er habe sein Regierungsamt wegen des prestigeträchtigen Schlichter-Jobs vernachlässigt.

Ein Novum: Noch nie zuvor hatte ein aktiver Regierungschef eine solche Aufgabe übernommen. Ramelow nannte seine Aufgaben als Schlichter im Bahn-Tarifkonflikt sein «Ehrenamt». Dem Spitzenmann der Linken schien die Doppelrolle auf den Leib geschneidert.

Vor seinem Einstieg 1999 in die Politik verbrachte er große Teile seines Berufslebens als Gewerkschaftsfunktionär in Hessen und Thüringen. Legendär ist in Thüringen sein Einspringen im Kali-Konflikt vor mehr als 20 Jahren. Ramelow sorgte dafür, dass Bergleute nach wochenlangem erfolglosen Hungerstreik gegen die Schließung ihrer Grube nicht als Verlierer dastanden.

«Bei Tarifverhandlungen halte ich mich für einen Profi», sagt der 59-Jährige nach der erfolgreichen Bahn-Schlichtung. «Aber das, was ich hier erlebt habe, übersteigt doch alles, was ich bisher erlebt habe.»

Akribisch hatte Ramelow dennoch darauf geachtet, dass er in Thüringen zu sehen war: Ramelow bei Podiumsdiskussionen, Ramelow im Eichsfeld, Ramelow drei Tage beim Thüringenfest in Pößneck. Der wortgewandte und manchmal poltrige erste Ministerpräsident der Linken entdeckte als Schlichter und Pendeldiplomat eine neue Tugend: Verschwiegenheit.

Ramelow ist seit Dezember 2014 Chef der ersten rot-rot-grünen Landesregierung in Deutschland. Jahrelang hatte der gebürtige Niedersachse als Fraktionschef der Linken im Landtag darauf hingearbeitet. Und er will Erfolg, nicht nur beim Schlichten, auch beim Nachweis der «Alltagstauglichkeit der Dreierkonstellation».

Mi, 2015-07-01 16:28
Moskau/Brüssel (dpa)

Russland dreht Ukraine Gashahn ab - EU gibt sich entspannt

Das Scheitern der jüngsten Gasverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine hat unmittelbare Folgen. Droht eine neue Eskalation des Dauerstreits um Energielieferungen?

Moskau/Brüssel (dpa) - Russland dreht der krisengeschüttelten Ukraine erneut den Gashahn ab. Nach dem Scheitern von Verhandlungen unter Vermittlung der EU stoppte der Staatskonzern Gazprom am Mittwoch die Versorgung des Nachbarlandes. Die Gas-Lieferungen über die Ukraine an die Verbraucher in der Europäischen Union gingen aber ohne Probleme weiter, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller. Er begründete den Lieferstopp für den Eigenverbrauch der Ukraine damit, dass das vom Bankrott bedrohte Land kein Geld für Juli überwiesen habe.

Zuletzt hatte Russland im Sommer vorigen Jahres dem Nachbarn den Gashahn zugedreht - wegen ausstehender Zahlungen. Der als Vermittler im Gasstreit fungierende EU-Kommissar Maros Sefcovic zeigte sich enttäuscht über «mangelnden politischen Willen» für eine Einigung. Er warnte aber vor Panik. «Wir sind heute in einer ganz anderen Situation als im vergangenen Jahr, als die Gaslieferungen in die Ukraine vollständig unterbrochen waren», meinte er nach dem Scheitern der Gespräche. Dank guter Vorbereitungen sei die Gasversorgung der Ukraine nicht in Gefahr.

Sefcovic verwies in diesem Zusammenhang auf die Technik des sogenannten «reverse flow» - dabei wird von Russland an EU-Staaten geliefertes Gas per Schubumkehr zurück in Richtung Ukraine geschickt. Die Slowakei beliefert die Ukraine derzeit mit Gas.

Nach Angaben der EU hat die Ukraine derzeit rund 12 Milliarden Kubikmeter Gas im Speicher. Damit sie gut über den Winter bekommt, braucht sie Schätzungen zufolge rund 19 Milliarden Kubikmeter. Die noch fehlende Menge könnte zum Beispiel in drei bis dreieinhalb Monaten aus Polen, Ungarn und vor allem der Slowakei in die Ukraine fließen, sagte Sefcovic.

Mit klaren Schuldzuweisungen für das Scheitern der Verhandlungen hielt er sich zurück. Ende September soll es nach seinen Angaben eine weitere Verhandlungsrunde geben. Umstrittenes Thema bei den Gesprächen in Wien waren nach Angaben von Sefcovic unter anderem die genauen Konditionen.

Russland schlug einen Rabattpreis von 247,18 US-Dollar (221 Euro) je 1000 Kubikmeter Gas vor. Die Ukraine hatte sich einen Preis von rund 200 US-Dollar erhofft, wie Energieminister Wladimir Demtschischin sagte. Russland habe zur Unterstützung des Nachbarlandes den Preis bereits gesenkt, könne aber nicht unter den marktüblichen Tarif gehen, sagte Moskaus Energieminister Alexander Nowak.

Offen ist weiter, ob die Ukraine das benötigte Gas überhaupt finanzieren kann. Für den Kauf ist nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums rund eine Milliarde US-Dollar nötig. Minister Demtschischin kündigte für die kommende Woche Verhandlungen in Kiew mit möglichen Geldgebern an. Das Land hoffe auf Kredite der EU und des Internationalen Währungsfonds IWF, sagte er.

Der aktuelle Gaslieferstopp ist für die Ukraine der erste in diesem Jahr. Nach einem Streit um den Gaspreis im Vorjahr hatte Russland ebenfalls die Lieferungen zeitweilig eingestellt, bis es eine Einigung gab. Dieses vorläufige Abkommen war am Dienstag abgelaufen.

Mi, 2015-07-01 14:51
Kairo (dpa)

Medienbericht: Mehr als 70 Tote bei Angriffen und Gefechten im Sinai

Kairo (dpa) - Bei Angriffen von Extremisten auf Posten der ägyptischen Armee und anschließenden Gefechten im Norden der Sinai-Halbinsel sind mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien 36 Soldaten und 38 Dschihadisten, berichtete die ägyptische Nachrichtenseite Al-Masry Al-Youm am Mittwoch. Ein Sprecher des Militärs erklärte, die Kämpfe gingen weiter. Zu den Angriffen in dem Ort Scheich Suweid bekannte sich der ägyptische Ableger der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Erst am Montag war der ägyptische Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden.

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

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Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Mi, 2015-07-01 15:28
Berlin (dpa)

«Mittsommernachtsball»: Drama in drei Akten Von Klaus Braeuer, dpa

Kostümschinken mit entsprechender Ausstattung und liebreizender Musik erfreuen hierzulande noch immer viele Zuschauer.

Berlin (dpa) - Wir befinden uns im Jahr 1791, in Mexiko-Stadt, der damaligen Hauptstadt des Vizekönigreichs Neuspanien. Dort leben Ureinwohner, afrikanische Sklaven und Europäer aller möglichen Nationen friedlich zusammen. Nun ja, nicht ganz: Das Kastensystem ist fest etabliert, und es hindert Kreolen und Mischlinge am sozialen Aufstieg. Zudem sorgen Missernten für Hungersnöte, die Sitten der Aristokratie und des Klerus haben sich fast schon unanständig gelockert, und der Unabhängigkeitskrieg steht alsbald bevor. Um all das geht es in dem Spielfilm «Mittsommernachtsball», der am Donnerstag um 23.55 Uhr auf Arte zu sehen ist.

Es ist ein Film in drei Akten. Der erste Akt beginnt in einem Musiktheater: Aufritt des Helden Giovanni (José María De Tavira), dem Sohn des italienischen Theaterbesitzers und einer Indianerin. Sein Vater Jerónimo (Marcello Mazzarella) weiß nicht mehr, wie er die immensen Kosten des Theaters noch tragen soll, da er sich mit seinen aufwändigen Aufführungen übernommen hat. Eines Tages beschwert sich Jerónimo öffentlich über die ungerechten Ausbeutermethoden der Verwalter des Vizekönigs (Alberto González) und seiner Gemahlin (Arielle Dombasle) und beklagt die üblen Methoden der Reichsverwaltung. Insbesondere der französische Berater des Vizekönigs (Jean-Michel Noirey) spielt eine äußerst undurchsichtige Rolle. Er hatte Frankreich vor Beginn der Revolution 1789 verlassen und versucht nun, die Ideen der Aufklärung auch in Mexiko zu verbreiten.

Mit seinen laut vorgebrachten Beschwerden riskiert Jerónimo nicht nur sein eigenes, sondern auch das Leben seines Sohns. Giovanni hadert gleich mit mehreren Dingen: der Kultur seines Vaters, seinen aristokratischen spanischen Wurzeln, den überlieferten Bräuchen seiner Mutter, einer Eingeborenen - und mit der Inquisition. Kein Wunder, dass der ebenso ansehnliche wie ungestüme Giovanni im zweiten Akt in die Mühlen der sogenannten «heiligen» Inquisition gerät, die Angst und Schrecken verbreitet und teilweise erfolgreich versucht, dem Reich ihre menschenverachtenden Regeln im Namen des «wahren» Glaubens aufzuzwingen (heute würde man das wohl Terror nennen). So endet der dritte Akt des Filmes leider folgerichtig mit Beerdigungsszenen mitten in der Wüste. Wer hier unter die Erde kommt, sei indes nicht verraten.

«Mittsommernachtsball» ist ein von Autor und Regisseur Francisco Athié mit ziemlichem Pathos gedrehtes Kostümdrama, das streckenweise doch arg langatmig geraten ist. Es ist ihm ganz offensichtlich um die gesellschaftlichen Wurzeln Mexikos zu tun, das zum sprichwörtlich brennenden Konfliktherd unterschiedlicher Kulturen und Glaubensrichtungen wird, bis das Volk schließlich gegen die Unterdrückung der Kolonialherren aufbegehrt. Das bedrückende Klima aus sozialer Not, alltäglichem Rassismus, schrecklichen Machtintrigen und religiösen Konflikten haben die beiden Kameramänner Rámon Suárez und Antonio Beltrán in teilweise verstörenden Bildern eingefangen.

Die spanische und teilweise auch französische Originalsprache macht allerdings deutsche Untertitel notwendig, was das Zuschauen doch recht anstrengend gestaltet. Es wird gerne und lange Tee aus edlen Tassen getrunken, es wird ausgesprochen viel musiziert, getanzt und (schlecht) gesungen. Es mangelt nicht an deftigen Sexszenen, wo sich jeder mit jedem vergnügt. Und es wird dahingerafft, was Degen und Pistole hergeben, mitunter recht blutrünstig. Auch wenn sich so mancher Zuschauer einen Mittsommernachtsball ganz anders vorstellt: Wer sich das alles zu mitternächtlicher Stunde anschauen mag, hat immerhin ein kleines Abenteuer zu bestehen.

Mi, 2015-07-01 15:54
Tunis (dpa)

Alle Opfer des Sousse-Anschlags identifiziert - 30 Briten unter Toten

Die Identifizierung der Opfer des blutigen Terroranschlags im tunesischen Badeort Sousse zog sich über Tage hin. Jetzt gibt es Gewissheit: Die meisten Toten kamen aus Großbritannien.

Tunis (dpa) - Nach dem Attentat auf den tunesischen Badeort Sousse sind alle 38 getöteten Touristen identifiziert worden. Unter den Opfern sind 30 Briten, wie das tunesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Außerdem starben zwei Deutsche, drei Iren, ein Russe, ein Belgier und ein Portugiese. 39 Menschen wurden verletzt, darunter ebenfalls eine Deutsche.

Ein 24 Jahre alter Student hatte am vergangenen Freitag am Strand von Sousse das Feuer auf die Urlauber eröffnet und 38 Touristen getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Er soll Verbindungen zu radikalen Gruppen gehabt haben.

Ein Sprecher des tunesischen Innenministeriums sagte dem Radiosender Shems FM, alle Opfer seien mit derselben Waffe erschossen worden. Der Attentäter habe außerdem eine Handgranate eingesetzt.

In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Spekulationen über einen zweiten Schützen. Tunesiens Regierung hatte am Montag die Festnahme mehrerer Verdächtiger gemeldet, die den Attentäter unterstützt haben sollen. Einzelheiten nannte sie nicht, auch nicht die Zahl der Festgenommenen.

Tunesien begann am Mittwoch nach Angaben des Innenministeriums damit, Touristenziele stärker zu schützen. Dafür will die Regierung 1000 zusätzliche Sicherheitskräfte einsetzen. Mit dieser Maßnahme will sie verhindern, dass die Zahl der Urlauber in Tunesien einbricht. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Land.

Das Attentat von Sousse war bereits der zweite schwere Anschlag in diesem Jahr. Im März hatten zwei Bewaffnete im Nationalmuseum Bardo in Tunis mehr als 20 Menschen erschossen, die meisten von ihnen Touristen.

Mi, 2015-07-01 15:15
Kairo (dpa)

Medienbericht: Mehr als 70 Tote bei Angriffen und Gefechten im Sinai

Kairo (dpa) - Bei Angriffen von Extremisten auf Posten der ägyptischen Armee und anschließenden Gefechten im Nordsinai sind mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien 36 Soldaten und 38 Dschihadisten, berichtete die ägyptische Nachrichtenseite Al-Masry Al-Youm am Mittwoch. Ein Sprecher des Militärs erklärte, die heftigen Kämpfe gingen weiter.

Zu den Angriffen bekannte sich der ägyptische Ableger der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die «Löwen des Kalifats in der Provinz Sinai» hätten am frühen Morgen mehr als 15 Posten der ägyptischen Armee überfallen, erklärten die Extremisten in einer Internetbotschaft. Dabei seien schwere Waffen und drei Selbstmordattentäter eingesetzt worden.

Über die genaue Zahl der Opfer gab es zunächst keine Klarheit. Ein Sprecher der Armee erklärte, 10 Soldaten und 22 «Terroristen» seien ums Leben gekommen. Das Militär setzte nach eigenen Angaben Kampfflugzeuge und -hubschrauber ein.

Radikale Gruppen greifen im Norden des Sinai seit Jahren immer wieder die ägyptische Armee an. Die arme Region ist eine Hochburg der Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis, die Ende des vergangenen Jahres dem IS die Treue geschworen hatte. Erst am Montag war der ägyptische Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden.

Mi, 2015-07-01 14:10
London (dpa)

Kommission schlägt dritte Startbahn für London Heathrow vor

London (dpa) - Europas größter Flughafen London Heathrow soll eine dritte Start- und Landebahn bekommen. Das hat eine von der Regierung eingesetzte Findungskommission nach jahrelanger Analyse am Mittwoch vorgeschlagen. Ob es zum Bau der höchst umstrittenen Startbahn kommt, muss die Regierung von Premierminister David Cameron entscheiden. Die Alternative wäre der Bau einer zweiten Startbahn am zweitgrößten Londoner Flughafen Gatwick.

Heathrow liegt im Südwesten Londons. Die Flugzeuge rauschen bei Start und Landung im 90-Sekunden-Takt über dicht besiedelte Wohngebiete. London hat mit erheblichen Problemen bei der Luftqualität und mit Lärm zu kämpfen. Einflussreiche Politiker wie Londons Bürgermeister Boris Johnson machen Front gegen das Vorhaben.

«Das hätte katastrophale Folgen», sagte Johnson, der auch Parlamentsabgeordneter für den direkt betroffenen Wahlkreis Uxbridge ist. «Das wird nicht passieren.» Premierminister Cameron kündigte im Parlament an, er wolle den Bericht zunächst eingehend prüfen.

Nach Angaben der Kommission würde der Bau einer weiteren Start- und Landebahn bis 2050 zusätzliche Wachstumspotenzial von 147 Milliarden Pfund bringen und 70 000 Jobs schaffen. Die Kommission räumte ein, dass deutlich mehr Menschen Fluglärm ausgesetzt wären, als wenn in Gatwick gebaut würde. London hat mit Heathrow, Gatwick, Stansted, Luton, dem City-Airport und dem kleinen Southend-Flughafen insgesamt sechs Airports, die aus allen Nähten platzen.

Mi, 2015-07-01 15:35
Essen (dpa)

Proteste gegen AfD-Parteitag in Essen angekündigt

Essen (dpa) - Die AfD muss auf ihrem Bundesparteitag in Essen mit Gegenwind von Demonstranten rechnen. Die Initiative «Essen stellt sich quer» will nach Angaben der Polizei mit bis zu 150 Sympathisanten am Samstag vor der Versammlungshalle protestieren. «Wir wollen keine Rechtspopulisten in unserer Stadt!», schrieb das selbsternannte «Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus» am Mittwoch in einer Ankündigung. Auf dem außerordentlichen Bundesparteitag sollen die Delegierten am Wochenende über den neuen Parteivorsitzenden entscheiden. Hauptrivalin für den amtierenden AfD-Chef Bernd Lucke ist die bisherige Co-Vorsitzende Frauke Petry.

Mi, 2015-07-01 15:40
Tunis (dpa)

Alle Opfer des Sousse-Anschlags identifiziert - 30 Briten unter Toten

Tunis (dpa) - Nach dem Attentat auf den tunesischen Badeort Sousse sind alle 38 getöteten Touristen identifiziert worden. Unter den Opfern sind 30 Briten, wie das tunesische Gesundheitsministerium am Mittwoch erklärte. Außerdem starben zwei Deutsche, drei Iren, ein Russe, ein Belgier und ein Portugiese. 39 Menschen wurden verletzt, darunter ebenfalls eine Deutsche.

Ein 24 Jahre alter Student hatte am vergangenen Freitag am Strand von Sousse das Feuer auf die Urlauber eröffnet und 38 Touristen getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Der Täter soll Verbindungen zu radikalen Gruppen gehabt haben.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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