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So, 2016-05-01 02:15
Berlin (dpa)

Ab heute: Resistente Erreger müssen umgehend gemeldet werden

Berlin (dpa) - Wenn antibiotika-resistente Erreger nachgewiesen werden, muss dies nach Angaben der Bundesregierung ab heute (1. Mai) umgehend gemeldet werden. Bisher seien die Erreger erst beim Krankheitsausbruch angezeigt worden. Mit der neuen Regelung sollen die Gesundheitsämter Zeit gewinnen, um zielgerichtet vorgehen zu können. Außerdem gebe es eine neue Meldepflicht für sogenannte Arbo-Viren. Das sind Krankheitserreger, die vor allem durch Mücken und Zecken übertragen werden wie das Zika-Virus.

So, 2016-05-01 00:06
Berlin (dpa)

Sonntagstrend: AfD überholt Grüne - Bundesweit bei 13 Prozent

Berlin (dpa) - Die AfD legt in der Wählergunst leicht zu und landet in der jüngsten Emnid-Umfrage als drittstärkste Partei vor den Grünen. In der Woche ihres Parteitags in Stuttgart klettert die rechtspopulistische Partei im Sonntagstrend um einen Punkt auf 13 Prozent, wie die Zeitung «Bild am Sonntag» berichtet. Die Grünen verlieren einen Zähler und erreichen 12 Prozent. Auch in anderen Umfragen hatte die AfD schon einmal vorübergehend vor den Grünen gelegen.

Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD kommen beim Sonntagstrend wie in der Vorwoche nur auf 33 beziehungsweise 22 Prozent. Linke (9 Prozent) und FDP (6 Prozent) bleiben ebenfalls unverändert.

Sa, 2016-04-30 23:21
Johannesburg/Lima (dpa)

Flugzeug mit 33 Löwen aus Südamerika in Afrika gelandet

Johannesburg/Lima (dpa) - Ein Flugzeug mit 33 Löwen aus Südamerika ist am Samstagabend in Johannesburg gelandet. Nach Südafrika hatte die Tierschutzorganisation Animal Defenders International (ADI) die ehemaligen Zirkustiere aus Peru und Kolumbien gebracht. Die Großkatzen sollen in das südafrikanische Reservat Emoya Big Cat Sanctuary gebracht werden.

ADI-Chefin Jan Creamer sagte zu Journalisten bei der Ankunft der Großkatzen: Sie hätten die Hölle durchlebt. «Sie sind geschlagen worden, sie haben gehungert. Jetzt, so glaube ich, haben wir sie zurück ins Paradies gebracht, wo sie hingehören». Alle Tiere hätten die lange Reise überlebt und seien offensichtlich gesund, aber gestresst, sagten Flughafenmitarbeiter.

Bei einem planmäßigen Zwischenstopp in Brasilien musste die Chartermaschine wegen eines Computerfehlers in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) länger warten als geplant, wie ADI über Facebook mitteilte.

24 der Tiere wurden bei Razzien in Peru befreit, die übrigen neun von ihren Besitzern in Kolumbien freiwillig abgegeben. Nach Angaben von Creamer wurden sie zum Teil schwer misshandelt. Fast allen seien die Krallen entfernt worden, ein Tier habe ein Auge verloren, ein anderes sei fast blind. Viele hätten kaputte Zähne und könnten in freier Wildbahn nicht überleben.

Sa, 2016-04-30 22:51
Berlin (dpa)

Berlin vor dem 1. Mai: Friedliche Demonstrationen und Feiern

Die Hauptstadt zeigt sich in der Walpurgisnacht bislang entspannt. Im Mauerpark dürfen erstmals seit Jahren wieder Flaschen mitgebracht worden. Und viele Demonstranten vertreten ihre Anliegen ohne Krawall.

Berlin (dpa) - Am Vorabend des 1. Mai ist es in Berlin bislang weitgehend friedlich geblieben. Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich «sehr zufrieden». Eine Demonstration mit etwa 2300 Teilnehmern im Wedding verlief laut Henkel am Samstagabend nahezu störungsfrei. «Das Polizeikonzept ist dort komplett aufgegangen.» Bislang vermeldete die Polizei keine Festnahmen.

Linke und linksradikale Gruppen hatten gegen steigende Mieten, Rassismus und Gentrifizierung protestiert. Sie zogen vom U-Bahnhof Osloer Straße bis zum U-Bahnhof Bernauer Straße. Es gab laut Polizei einige kurzzeitige Freiheitsbeschränkungen. Fünf Anzeigen wurden geschrieben, unter anderem, weil Reizgas mitgeführt wurde.

Zu sehen waren in dem Zug auch schwarz gekleidete Mitglieder der linksautonomen Szene. Auf einem Hausdach hatten Vermummte Fahnen geschwenkt. Vereinzelt wurden Böller und Signalfeuer gezündet.

Laut Polizei sollten in der Walpurgisnacht knapp 2500 Beamte im Einsatz seien. Darunter waren auch Kommunikationsteams in gelben Westen und Zivilpolizisten.

Ein Teil der Demonstranten zog - begleitet von Polizisten - mit der U-Bahn nach Nord-Neukölln, wo ein Protest mit mehreren Hundert Teilnehmern angemeldet war. Demonstriert wurde für den Erhalt eines Kiezladens in der Friedelstraße.

Die Polizei war mit einem großen Aufgebot dort. Die Kreuzung Reuter-/Ecke Weserstraße wurde abgesperrt. Junge Menschen saßen bei Musik auf der Straße. Laut Polizei verlief die Aktion mit 400 bis 500 Teilnehmern «komplett friedlich».

Auch im Mauerpark wurde am Samstagabend entspannt in den 1. Mai gefeiert. Dort galt erstmals seit Jahren kein Verbot von Flaschen mehr. Diese waren in der Vergangenheit auch als Wurfgeschosse gegen Polizisten eingesetzt worden.

Nun bot sich ein anderes Bild: Menschen sangen oder tanzten, auch kleinere Feuer durften entzündet werden und leuchteten in den Abendhimmel. «Es ist immer besser geworden», sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Da brauche es keine Beschränkungen mehr.

In früheren Jahren hatte es ebenso wie am 1. Mai auch in der Walpurgisnacht immer wieder Ausschreitungen von Linksautonomen gegeben. Die Gewalt ging aber stark zurück. Im vergangenen Jahr warfen zwar Demonstranten Flaschen auf Polizisten, aber zu größeren Krawallen kam es nicht. Nun twitterte die Gewerkschaft der Polizei: «Unser Beitrag zur Deeskalation: Gute Laune statt Randale.»

Gewalt war in den Vergangenheit immer wieder von der «Revolutionären 1.Mai-Demonstration am Abend des 1. Mai ausgegangen. In diesem Jahr werden zu dem Protestzug durch Kreuzberg, Mitte und Neukölln voraussichtlich 15 000 bis 20 000 Teilnehmer erwartet.

Auch hier hatte die Polizei in den letzten Jahren größere Krawalle unterbunden. Rund um den Mai-Feiertag sind etwa 6500 Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte der Bundespolizei und aus anderen Bundesländern. Die Hauptstadt-Polizei setzt auf eine Doppelstrategie aus Gesprächen und hartem Durchgreifen bei Gewaltausbrüchen.

Sa, 2016-04-30 21:56
Berlin (dpa)

Österreichs Außenminister Kurz fordert mehr europäische Schlagkraft

Berlin (dpa) - Der konservative österreichische Außenminister Sebastian Kurz hat eine aktivere Rolle der Europäischen Union in ihrer südlichen Nachbarschaft gefordert. Der Politiker der konservativen Partei ÖVP deutete dabei im Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» an, dass er darunter auch den Einsatz von Militär versteht. Er sagte: «Im Süden haben wir dem IS-Terror viel zu lange zugesehen. Als Europa sollten wir wesentlich schlagkräftiger werden, was unsere Außen- und auch Verteidigungspolitik betrifft. Wir sollten aktiv werden, bevor ein solcher Flächenbrand überhaupt entsteht.»

Die österreichische Neutralität sei kein Hindernis für sein Land, sich an solchen Missionen zu beteiligen. «Wenn ich mir die Bedrohungsszenarien ansehe, dann engt die Neutralität nicht ein. Es gibt keine Neutralität gegenüber dem Terrorismus. Insofern haben wir alle Handlungsmöglichkeiten, die wir brauchen, um ein ordentlicher Partner zu sein», sagte Kurz und verwies auf den Einsatz von insgesamt rund 1000 österreichischen Soldaten auf dem Balkan, teils unter Führung der EU, teils auch der Nato.

Sa, 2016-04-30 20:23
Dhaka (dpa)

Erneut Mord mit Macheten in Bangladesch - IS-Terrormiliz bekennt sich

Dhaka (dpa) - In Bangladesch ist erneut ein Mann von mutmaßlichen Islamisten mit Macheten getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat habe sich zu dem Mord an dem Hindu bekannt, berichtete die US-amerikanische Terrorbeobachtungsstelle Site am Samstag auf ihrer Homepage. Das Opfer, ein Schneider, sei von den Tätern am Samstag aus seinem Laden im Distrikt Tangail nordwestlich der Hauptstadt Dhaka gezerrt und umgebracht worden, teilte die Polizei mit. Die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur «Amaaq» habe gemeldet, IS-Kämpfer hätten den Mann umgebracht, weil er den Islam «untergraben» habe.

Der Anschlag weist Ähnlichkeiten mit früheren Angriffen auf Blogger und Verleger in dem Land auf. Erst vor gut einer Woche hatten sich die Islamisten zum Mord an einem Universitätsprofessor bekannt. Auch in diesem Fall schrieb «Amaaq», IS-Kämpfer hätten den Mann erstochen, weil er zum Atheismus aufgerufen habe.

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Sa, 2016-04-30 20:08
Berlin (dpa)

Vorabend des 1. Mai in Berlin: Demonstration weitgehend friedlich

So soll es bleiben, wünscht sich die Polizei. Friedliche Demos, entspannte Feiern. Rund um den 1. Mai sind in der Hauptstadt wieder Tausende Beamte im Einsatz.

Berlin (dpa) - Am Vorabend des 1. Mai haben in Berlin laut Polizei rund 2300 Menschen weitgehend friedlich demonstriert. Es habe nur einige kurzzeitige Freiheitsbeschränkungen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gegeben, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Samstagabend. Linke und linksradikale Gruppen protestierten gegen steigende Mieten, Rassismus und Gentrifizierung. Sie zogen vom U-Bahnhof Osloer Straße durch den Wedding bis zum U-Bahnhof Bernauer Straße.

Zu sehen waren auch viele schwarz gekleidete Mitglieder der linksautonomen Szene. Auf einem Hausdach schwenkten Vermummte Fahnen. Vereinzelt wurden Böller und Signalfeuer gezündet.

Laut Polizei sollten in der Walpurgisnacht knapp 2500 Beamte im Einsatz seien. Darunter waren auch Kommunikationsteams in gelben Westen und Zivilpolizisten.

«Unser Einsatzkonzept ist bisher aufgegangen», sagte Sprecher Redlich. Er sprach von einem bislang weitgehend störungsfreien Abend.

Ein Teil der Demonstranten wollte noch nach Nord-Neukölln weiterziehen, wo ein Protest mit rund 700 Teilnehmern angemeldet war.

Im Mauerpark wurde am Samstagabend entspannt und friedlich gefeiert. Dort galt erstmals seit Jahren kein Flaschenverbot mehr.

In früheren Jahren hatte es ebenso wie am 1. Mai auch in der Walpurgisnacht immer wieder Ausschreitungen von Linksautonomen gegeben. Die Gewaltausbrüche gingen aber stark zurück. Im vergangenen Jahr warfen zwar Demonstranten Flaschen auf Polizisten, aber zu größeren Krawallen kam es nicht.

Die linksextreme Demonstration am Abend des 1. Mai in Kreuzberg, Mitte und Neukölln wird mit voraussichtlich 15 000 bis 20 000 Teilnehmern deutlich größer ausfallen. Auch hier hatte die Polizei in den letzten Jahren größere Krawalle unterbunden. Rund um den Mai-Feiertag sind etwa 6500 Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte der Bundespolizei und aus anderen Bundesländern.

Sa, 2016-04-30 20:10
Frankfurt/Main (dpa)

«Courage beim Atomausstieg»: Japans Ex-Premier bekommt Umweltpreis

Frankfurt/Main (dpa) - Der frühere japanische Premierminister Naoto Kan ist in Frankfurt mit einem Preis für «Courage beim Atomausstieg» geehrt worden. Er ist der erste Preisträger der neuen Auszeichnung, die von der Stadt Frankfurt und dem Zentrum Ökumene der evangelischen Kirche vergeben wird. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

Kan habe sich nach dem Reaktorunglück von Fukushima vor fünf Jahren «zu einem entschiedenen Befürworter des Atomausstiegs und der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen gewandelt», hieß es zur Begründung. Die Laudatio im Kaisersaal des Frankfurter Römer hielt der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne).

Am 11. März 2011 hatte ein schweres Erdbeben einen Tsunami ausgelöst, der in Fukushima zur schwersten Atomkatastrophe seit Tschernobyl führte. «Die Situation ist weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein», hatte Kan erst im März der Deutschen Presse-Agentur gesagt. «Ich glaube, die Atomenergie wird spätestens am Ende dieses Jahrhunderts sowohl aus Japan wie auch aus dem Rest der Welt verschwunden sein. Der Grund ist, dass es sich wirtschaftlich nicht lohnt. Die erneuerbaren Energien sind kostengünstiger und sicherer.»

Sa, 2016-04-30 20:57
Bagdad (dpa)

Demonstranten stürmen Parlament in Bagdad - 24 Tote bei Anschlag

Eigentlich soll die irakische Regierung die IS-Terrormiliz bekämpfen. Doch ein heftiger Streit um Reformen blockiert die Politik. In Bagdad bricht Chaos aus, als Demonstranten das Parlament stürmen.

Bagdad (dpa) - Aufgebrachte irakische Demonstranten haben bei einer Kundgebung für politische Reformen in Bagdad das hochgesicherte Regierungsviertel und das Parlament gestürmt. TV-Bilder zeigten am Samstag, wie Hunderte Anhänger des Schiitenpredigers Muktada al-Sadr im Abgeordnetenhaus Sprechchöre anstimmten und irakische Fahnen schwenkten. Auch in den Sitzungssaal drangen sie ein. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi rief die Demonstranten auf, friedlich zu bleiben und nach Hause zu gehen. Zugleich versicherte er, die Sicherheitskräfte hätten die Lage in Bagdad unter Kontrolle.

In der sogenannten Grünen Zone liegen neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften. Kurz zuvor waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) östlich von Bagdad mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Armee verstärkte nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen und sperrte alle Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt ab. Das Innenministerium dementierte den Einsatz von Schusswaffen oder anderer Mittel, um die Demonstranten im Regierungsviertel, der hochgescherten sogenannten grünen Zone, auseinanderzutreiben. Zuvor hatte die unabhängige irakische Nachrichtenseite Alsumaria News ohne Nennung von Einzelheiten über Schüsse und den Einsatz von Tränengas berichtet.

Die Europäische Union äußerte sich beunruhigt über die Entwicklung. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte, die Demonstrationen könnten die ohnehin schon angespannte Lage weiter eskalieren lassen. «Es handelt sich offenbar um die absichtliche Unterbrechung des demokratischen Prozesses», erklärte sie in einer Mitteilung.

Die Demonstranten protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett. Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Al-Abadi zugesagt hat. Im Parlament kam es mehrfach zu Tumulten zwischen zerstrittenen Abgeordneten. Die Reformbefürworter wollen das Proporz- und Klientelsystem abschaffen, das als Hauptursache für die weit verbreitet Korruption im Irak gilt.

Am Dienstag hatte das Parlament gegen den Protest einer Gruppe von Abgeordneten die Neubesetzung von mehreren Ministerposten mit Technokraten abgesegnet. Die Abstimmung über einige Schlüsselressorts steht jedoch noch aus und wurde am Samstag erneut vertagt.

Regierungschef Al-Abadi steht dabei unter dem Druck mehrerer Parteien, die ihren Einfluss behalten wollen. Zugleich behindert der Konflikt den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die noch immer große Gebiete im Norden und Westens des Iraks beherrscht.

Al-Sadr war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 bekannt geworden, als seine Mahdi-Armee die US-Truppen mit Gewalt bekämpfte. In den vergangenen Monaten hat er sich an die Spitze der Protestbewegung gesetzt, die Reformen fordert.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Sa, 2016-04-30 20:44
Berlin (dpa)

Schäuble warnt Koalitionspartner vor zu teuren Wahlversprechen

Berlin (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Volksparteien auch mit Blick auf die jüngsten AfD-Erfolge davor gewarnt, im Bundestagswahlkampf unseriöse Erwartungen zu wecken. Union und SPD dürften sich vom Aufkommen der AfD «nicht verleiten lasen, prinzipienlos zu werden und jedem Recht geben zu wollen», sagte Schäuble der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Und schon gar nicht dürfen wir den Menschen Versprechungen machen, von denen jeder ahnt, dass sie nicht gehalten werden können.»

Schäuble habe damit auf Pläne der Vorsitzenden von CSU und SPD, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel, reagiert, die Stabilisierung des Rentenniveaus zum Thema des nächsten Bundestagswahlkampfs zu machen.

Im Gegensatz zu einer Veränderung der Rentenformel befürwortete Schäuble in dem Interview allerdings die von der SPD geforderte Lebensleistungsrente für Langzeitbeschäftigte mit geringem Einkommen. Viele empfänden es als ungerecht, «wenn einzelne nach 40 Jahren Arbeit am Ende nicht mehr Rente bekommen, als wenn man nicht gearbeitet hätte», sagte Schäuble.

Sa, 2016-04-30 19:33
Stuttgart (dpa)

Proteste begleiten AfD-Parteitag: Anti-Islam-Reden und nationale Töne

Die lautstarken Proteste ihrer Gegner haben vor allem einen Effekt: Sie schweißen die AfD-Mitglieder zusammen. Das kann die Partei gut gebrauchen. Denn an inneren Widersprüchen und Rivalitäten herrscht in dieser Partei kein Mangel.

Stuttgart (dpa) - Die AfD hat sich auf ihrem ersten Mitgliederparteitag seit der Spaltung als deutschnationale Anti-Asyl-Partei positioniert. Der zweitägige Bundesparteitag auf dem Stuttgarter Messegelände wurde am Samstag von massiven Protesten begleitet. Die Polizei nahm zwischenzeitlich 500 Anti-AfD-Demonstranten in Gewahrsam.

Zu Beginn ihrer Debatte über ein Parteiprogramm bezeichneten mehrere AfD-Mitglieder den Islam als eine Religion, die nicht mit westlichen Werten vereinbar sei. Eine Mehrheit stimmte für einen Antrag, in dem ein EU-Beitritt der Türkei generell ausgeschlossen wird. Die AfD stimmte mehrheitlich gegen eine Bankenunion und für den Rückzug Deutschlands aus der EU, sollte diese sich nicht reformieren. 

«Wir Deutschen haben leider immer noch so unsere Probleme, uns als Patrioten zu sehen», sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen am Samstag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt vor mehr als 2 000 Mitgliedern der Alternative für Deutschland. Es sei aber trotz der finsteren Jahre des Nationalsozialismus falsch, sein Land nicht zu lieben.

Meuthen versuchte, die Risse zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei zu kitten, indem er die AfD als «freiheitliche» konservative Partei des «gesunden Patriotismus» bezeichnete. Partei-Vize Albrecht Glaser sagte: «Die Schicksalsfrage lautet, wie kann dieses Land, diese Zivilisation, das Weltkulturerbe Deutschland erhalten werden.» Glaser wurde von seiner Partei als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl 2017 nominiert.

Nach einer mehrstündigen Debatte über die Tagesordnung begannen die rund 2 000 Parteimitglieder am Nachmittag mit der Abstimmung über das Parteiprogramm. 

Nach dem Mitgliederparteitag in Essen im Juli 2015 hatten Bernd Lucke und zahlreiche andere Angehörige des liberalkonservativen Flügels der Partei die AfD verlassen. Seither ist die Partei weiter nach rechts gerückt - vor allem bei den Themen Einwanderung, Asyl und Islam. Von Vertretern des rechtsnationalen Flügels war zuletzt Kritik an Co-Parteichefin Frauke Petry lautgeworden, die eine Abgrenzung nach rechts gefordert hatte.

Unter den rund 1 500 AfD-Gegnern, die rund um das Messegelände demonstrierten, waren viele Linksautonome. Sie riefen «Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben» und «Wir kriegen euch alle». Die Polizei ging mit Pfefferspray gegen Flaschenwerfer vor und nahm zwischenzeitlich etwa 500 Demonstranten in Gewahrsam. Ein Protestzug in der Stuttgarter Innenstadt verlief friedlich.

Petry sagte, viele AfD-Mitglieder zahlten einen hohen Preis für ihr politisches Engagement. Einige hätten wegen ihrer Parteimitgliedschaft Aufträge oder den Arbeitsplatz verloren. Andere hätten Morddrohungen erhalten. 

Petrys Lebensgefährte, der AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell, kündigte an, er werde sich der ENF-Fraktion im Europäischen Parlament anschließen. Dieser Fraktion gehört die rechtsextreme französische Partei Front National an. Pretzell sagte, die AfD solle eine «Klammer setzen», um langfristig eine Vereinigung aller EU-kritischen europäischen Parteien herbeizuführen. 

Der Parteitag billigte die vom Vorstand angeordnete Auflösung des saarländischen Landesverbandes. 51,9 Prozent der Parteimitglieder stimmten dafür. Der Bundesvorstand hatte den Verband wegen Kontakten ins rechtsextreme Milieu aufgelöst. Der rechtsnationale Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke bedauerte die Entscheidung. Er sagte am Rande des Parteitages, die Auflösung eines Landesverbandes sei «ein scharfes Schwert».

Die Debatte über das erste Programm der AfD soll am Sonntag fortgesetzt werden. Die 2013 gegründete Partei ist bundesweit inzwischen in der Hälfte der Landesparlamente vertreten. 

Sa, 2016-04-30 19:20
Bagdad (dpa)

Demonstranten stürmen Parlament in Bagdad - 24 Tote bei Anschlag

Eigentlich soll die irakische Regierung die IS-Terrormiliz bekämpfen. Doch ein heftiger Streit um Reformen blockiert die Politik. In Bagdad bricht Chaos aus, als Demonstranten das Parlament stürmen.

Bagdad (dpa) - Aufgebrachte irakische Demonstranten haben bei einer Kundgebung für politische Reformen in Bagdad das hochgesicherte Regierungsviertel und das Parlament gestürmt. TV-Bilder zeigten am Samstag, wie Hunderte Anhänger des Schiitenpredigers Muktada al-Sadr im Abgeordnetenhaus Sprechchöre anstimmten und irakische Fahnen schwenkten. Auch in den Sitzungssaal drangen sie ein. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi rief die Demonstranten auf, friedlich zu bleiben und nach Hause zu gehen. Zugleich versicherte er, die Sicherheitskräfte hätten die Lage in Bagdad unter Kontrolle.

In der sogenannten Grünen Zone liegen neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften. Kurz zuvor waren bei einem Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) östlich von Bagdad mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Armee verstärkte nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen und sperrte alle Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt ab. Das Innenministerium dementierte den Einsatz von Schusswaffen oder anderer Mittel, um die Demonstranten im Regierungsviertel, der hochgescherten sogenannten grünen Zone, auseinanderzutreiben. Zuvor hatte die unabhängige irakische Nachrichtenseite Alsumaria News ohne Nennung von Einzelheiten über Schüsse und den Einsatz von Tränengas berichtet.

Die Europäische Union äußerte sich beunruhigt über die Entwicklung. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte, die Demonstrationen könnten die ohnehin schon angespannte Lage weiter eskalieren lassen. «Es handelt sich offenbar um die absichtliche Unterbrechung des demokratischen Prozesses», erklärte sie in einer Mitteilung.

Die Demonstranten protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett. Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Al-Abadi zugesagt hat. Im Parlament kam es mehrfach zu Tumulten zwischen zerstrittenen Abgeordneten. Die Reformbefürworter wollen das Proporz- und Klientelsystem abschaffen, das als Hauptursache für die weit verbreitet Korruption im Irak gilt.

Am Dienstag hatte das Parlament gegen den Protest einer Gruppe von Abgeordneten die Neubesetzung von mehreren Ministerposten mit Technokraten abgesegnet. Die Abstimmung über einige Schlüsselressorts steht jedoch noch aus und wurde am Samstag erneut vertagt.

Regierungschef Al-Abadi steht dabei unter dem Druck mehrerer Parteien, die ihren Einfluss behalten wollen. Zugleich behindert der Konflikt den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die noch immer große Gebiete im Norden und Westens des Iraks beherrscht.

Al-Sadr war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 bekannt geworden, als seine Mahdi-Armee die US-Truppen mit Gewalt bekämpfte. In den vergangenen Monaten hat er sich an die Spitze der Protestbewegung gesetzt, die Reformen fordert.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-04-30 19:22
Moskau (dpa)

Russland: Waffenruhe für Teile Syriens hält - Aber «Provokationen»

Moskau (dpa) - Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe für Teile Syriens hat nach Angaben aus Moskau in den ersten Stunden gehalten. Im Norden der Küstenprovinz Latakia und in östlichen Vororten der Hauptstadt Damaskus seien keine Verstöße bekannt geworden, teilte Russlands Verteidigungsministerium am Samstagabend mit. In Latakia habe es aber «Provokationen» von der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front gegeben. Zivilisten und Regierungseinheiten seien aus Granatwerfern beschossen worden.

Terrorgruppen hätten auch Ziele in Aleppo attackiert, hieß es in Moskau. Dabei habe es 15 Tote und 50 Verletzte gegeben. Russland hatte sich dagegen ausgesprochen, auch für Aleppo eine Waffenruhe zu vereinbaren. Dort müssten noch Terrorgruppen bekämpft werden, sagte Vizeaußenminister Gennadi Gatilow in Moskau. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge starben in Aleppo in den vergangenen acht Tagen 244 Zivilisten bei Bombardements des Regimes sowie Rebellangriffen.

Sa, 2016-04-30 18:06
Berlin (dpa)

Walpurgisnacht: Demonstranten versammeln sich in Berlin

Berlin (dpa) - Am Vorabend des 1. Mai haben etwa tausend Demonstranten im Berliner Stadtteil Wedding gegen steigende Mieten, Rassismus und Gentrifizierung protestiert. Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot trafen sich linke und linksradikale Gruppen am Samstagnachmittag, um in Richtung Innenstadt zu ziehen. Unter ihnen waren auch viele schwarz gekleidete Mitglieder der linksautonomen Szene. Angekündigt waren etwa 2000 Teilnehmer.

Die Polizei setzte 2500 zusätzliche Beamte zur Walpurgisnacht ein. Im vergangenen Jahr hatten Demonstranten Flaschen auf Polizisten geworfen und Autos beschädigt. Die heftigen Gewaltausbrüche früherer Jahre blieben aber zuletzt aus.

Vor einer größeren Herausforderung steht die Polizei am Sonntagabend, wenn bis zu 20 000 linke und linksextreme Demonstranten durch Mitte, Kreuzberg und Neukölln ziehen. Bei und nach dieser sogenannten revolutionären 1. Mai-Demonstration war es früher oft zu Straßenschlachten mit der Polizei gekommen.

Sa, 2016-04-30 19:00
Berlin (dpa)

Gewerkschaften rufen bundesweit zu Maikundgebungen

Berlin (dpa) - Die Integration von Flüchtlingen und die Solidarität in der Gesellschaft stehen im Mittelpunkt der Kundgebungen an diesem 1. Mai. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter das Motto «Zeit für mehr Solidarität» gestellt. Die Antwort auf die Ankunft Hunderttausender Kriegs- und Terrorflüchtlinge dürfe keinesfalls Ausgrenzung sein, heißt es im Aufruf zum 1. Mai. Außerdem wollen die Gewerkschafter gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen auf die Straße gehen.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann kündigte an, bei den bundesweiten Kundgebungen auch ein Signal gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen und sich deutlich von der AfD abzugrenzen. Hoffmann tritt bei der Hauptveranstaltung in Stuttgart auf. Weitere Gewerkschaftskundgebungen gibt es unter anderem in Krefeld mit dem Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske und in Düsseldorf mit dem IG Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann. Der Tag der Arbeit am 1. Mai wird seit fast 130 Jahren von der internationalen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung begangen.

Sa, 2016-04-30 19:02
Stuttgart (dpa)

Streit um Nazi-Vergleich: Höcke ist Ramelow nicht dankbar

Stuttgart (dpa) - Der rechtsnationale AfD-Politiker Björn Höcke ist Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nicht dankbar für dessen Intervention zu seinem Schutz. Ramelow hatte Pläne linker Gruppen für eine Demo vor Höckes Wohnhaus kritisiert. «Ich denke, das ist seine Pflicht als Ministerpräsident», sagte der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag am Samstag am Rande des AfD-Bundesparteitages in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur. Ramelow habe offensichtlich «ein Problem mit seinem Fußvolk».

Thüringens Ministerpräsident hatte vor rund drei Wochen den Zorn von Antifa-Gruppen auf sich gezogen, weil er sich gegen die für den Himmelfahrtstag geplante Kundgebung vor Höckes Privathaus ausgesprochen hatte. Ramelow hatte damals im Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben: «das gehört sich nicht! Das sind Nazi Methoden. Warum begeben sich diese Leute auf das Niveau von Rassisten?»

Höcke sagte, auch Politiker hätten das Recht, Politisches und Privates zu trennen. Vor dem Haus, in dem er mit seiner Familie lebe, hätten Vermummte in der Vergangenheit bereits Plakate entrollt. Er fügte hinzu, ihm sei es wichtig, nicht als «Einpeitscher» angesehen zu werden. Deshalb habe es sich in den vergangenen Wochen auch zurückgehalten und bei den jüngsten AfD-Demonstrationen einen «moderateren» Ton gewählt.

Sa, 2016-04-30 18:26
Bagdad (dpa)

Bericht über Schüsse in Bagdads Regierungsviertel

Bagdad (dpa) - Nach dem Eindringen Tausender irakischer Demonstranten in die hochgesicherte Grüne Zone und das Parlament in der Hauptstadt Bagdad hat sich die Lage offenbar zugespitzt. Die irakische Nachrichtenseite Alsumaria News berichtete am Samstagnachmittag von Schüssen und dem Einsatz von Tränengas.

Zuvor hatten Anhänger des Schiitenpredigers Muktada al-Sadr im Abgeordnetenhaus Sprechchöre angestimmt und irakische Fahnen geschwenkt, wie das Fernsehen berichtete. In der Grünen Zone liegen neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften.

Die Demonstranten protestierten gegen die Verschiebung einer Abstimmung im Parlament über ein Technokratenkabinett. Seit Monaten tobt im Irak ein Konflikt um politische Reformen, die der schiitische Regierungschef Haidar al-Abadi zugesagt hat.

Sa, 2016-04-30 17:16
Berlin (dpa)

Steinmeier organisiert Syrien-Spitzengespräch in Berlin

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) will die Blockade der Genfer Syrien-Friedensgespräche überwinden. «Ich habe in dieser Woche bei dem syrischen Oppositionsführer Riyad Farid Hidschab dafür geworben, nach Genf zurückzukehren», sagte Steinmeier der «Welt am Sonntag». Er fügte hinzu: «Hidschab und der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura kommen am Mittwoch nach Berlin, um gemeinsam mit uns Ideen für eine Fortsetzung der Genfer Friedensgespräche zu entwickeln.»

Von einer Lösung des Syrien-Konfliktes sei man aber noch «weit entfernt», sagte der Sozialdemokrat. «Manches ist erreicht, aber selbst das Erreichte ist fragil. Nach fünf Jahren Bürgerkrieg und 300 000 Toten bleibt es wichtig, alle Akteure an den Verhandlungstisch zu kriegen und dort zu halten.»

Steinmeier sagte: «Die neuerlichen Kämpfe rund um Aleppo und Damaskus erfüllen uns mit großer Sorge. Angriffe auf Krankenhäuser sind abscheulich und unentschuldbar.» Eine kurzfristige Zukunft Syriens ohne Machthaber Baschar-al Assad kann Steinmeier nicht erkennen. In den Genfer Verhandlungen zwischen syrischer Regierung und Opposition gehe es jetzt «noch nicht darum, Baschar-al Assad sofort und unmittelbar als Präsident abzulösen, sondern eine effektive Übergangsregierung - mit Vertretern der Opposition und des Regimes - mit exekutiven Aufgaben zu bilden», sagte der Außenminister.

Sa, 2016-04-30 17:51
Nairobi (dpa)

Kenia verbrennt über 100 Tonnen Elfenbein im Kampf gegen Wilderei Von Anna Kerber, dpa

Zehn Türme aus Elfenbein stehen in Flammen. Eine dicke Rauchwolke steigt über dem Nairobi Nationalpark auf. Mit der Verbrennung von tausenden Stoßzähnen setzt Kenia ein Zeichen gegen Wilderei.

Nairobi (dpa) - Eine dicke graubraune Rauchwolke steigt hoch über dem Nairobi Nationalpark auf. Rund 105 Tonnen Elfenbein und über eine Tonne Nashorn-Hörner stehen in meterhohen Flammen. Es sind Stoßzähne von tausenden Elefanten. Die zahlreichen Naturschützer, Schaulustige und Medienschaffende sehen schweigend zu. Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Wochen stehen am Samstag viele in Gummistiefeln im teils knöcheltiefen Schlamm.

Noch etwa zwei Tage lang sollen die meterhohen Flammen brennen, bis das Elfenbein völlig zerstört sei, sagte Alexander Rhodes, Leiter der Organisation Stop Ivory, die maßlich an den Vorbereitungen beteiligt war. Seit vergangenen August hatte die Organisation gemeinsam mit der kenianischen Naturschutzbehörde (KWS) die Elfenbein- und Horn-Bestände in ganz Kenia gezählt und kodiert. Mit der Verbrennung will Kenia ein Zeichen gegen den Handel mit Elfenbein setzen. Nie wieder sollen sich Kriminelle an diesen Stoßzähnen bereichern können, so die Organisatoren.

Die Botschaft sei klar, sagte Kenias Präsident Uhuru Kenyatta, bevor er den ersten der zehn Elfenbeintürme anzündete. «Das Elfenbein gehört den Elefanten.» Nur dort sei es wertvoll. Manche kritisierten, dass ein armes Land wie Kenia Elfenbein in einem Wert von geschätzten 150 Millionen Dollar verbrenne, sagte Kenyatta. Kenia sei vielleicht arm, aber es sei reich an Natur, und die gehöre geschützt. «Zukünftige Generationen werden uns für den heutigen Tag danken», sagte der Präsident.

Der Verbrennung war eine zweitägige Konferenz zum Wildtierschutz vorausgegangen. Neben Kenyatta hatten auch Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba und Ugandas Präsident Yoweri Museveni der Tagung beigewohnt. Ondimba, der auch bei der Verbrennung anwesend war, warnte dort die Wilderer: «Eure Tage sind gezählt», sagte er und erntete dafür den Applaus der Menge. Die zunächst angekündigten Prominenten wie der Schauspieler Leonardo DiCaprio waren zwar nicht vor Ort, der Stimmung der Naturschützer tat dies jedoch keinen Abbruch.

Etwa eineinhalb Stunden nach dem Beginn der Verbrennung, als die Prominenten das Gelände bereits verlassen hatten, musste gegen 17.00 Uhr die Feuerwehr anrücken. Das Feuer hatte sich trotz der Feuchtigkeit wegen der Regenfälle auf das Gras ausgeweitet. Zunächst war unklar, ob möglicherweise Brennstoff ausgelaufen war. Zum Entzünden des Elfenbeins diente eine Mischung aus Kerosin und Diesel, erklärte Rhodes. Kerosin brenne schnell, Diesel erzeuge die nötigen hohen Temperaturen. Der Zwischenfall konnte rasch behoben werden.

Nach Angaben der Organisation African Wildlife Foundation wurden im vergangenen Jahr in Afrika rund 35 000 Elefanten getötet. In seiner Ansprache sagte Kenyatta, dass die Bemühungen seiner Regierung gemeinsam mit internationalen Partnern zu einem starken Rückgang der Wilderei geführt hätten. Wurden 2012 noch rund 384 Elefanten in dem ostafrikanischen Land von Wilderern getötet, waren es im vergangenen Jahr nur 96.

Sa, 2016-04-30 17:29
Berlin (dpa)

Steinmeier lädt zu Ukraine-Treffen am 11. Mai ein

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat seine Kollegen aus Paris, Moskau und Kiew für den 11. Mai zu einem Ukraine-Treffen nach Berlin eingeladen. «Wir haben Zeit verloren. Die Waffenruhe ist wieder brüchiger geworden, die Zahlen der Waffenstillstandsverletzungen und der Opfer schnellen nach oben», sagte Steinmeier der Zeitung «Welt am Sonntag».

Die Runde im sogenannten Normandie-Format solle über die Vorbereitung von Lokalwahlen in der Region beraten. Ein weiteres Thema seien «interessante Vorschläge» der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für eine Stabilisierung der Lage in der Ostukraine. Deutschland ist derzeit Vorsitzender der OSZE.

Die Konfliktparteien in der Ostukraine hatten zuletzt eine verstärkte Waffenruhe über die Maifeiertage vereinbart. Die Waffenruhe solle mindestens bis zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland am 9. Mai eingehalten werden.

Seit Beginn der Kämpfe vor zwei Jahren wurden in der Grenzregion zu Russland nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 9000 Menschen getötet. Die Ukraine wirft Russland vor, die Separatisten in den Gebieten Donezk und Luhansk massiv zu unterstützen.

Sa, 2016-04-30 17:32
Stuttgart (dpa)

Zoff bei Anti-AfD-Protest in Stuttgart - Polizei setzt Hunderte fest

Der AfD-Bundesparteitag an der Stuttgarter Messe löst einen massiven Polizeieinsatz aus. Hunderte Störer versuchen, die Veranstaltung zu blockieren und werden festgesetzt. Dann entspannt sich die Lage.

Stuttgart (dpa) - Beim AfD-Bundesparteitag in Stuttgart ist es zu Rangeleien zwischen der Polizei und linken Demonstranten gekommen. Die Einsatzkräfte nahmen am Samstag rund 500 Menschen vorläufig in Gewahrsam; die Polizei sprach von gewaltbereiten Linksautonomen. Etwa 1500 weitere Demonstranten versuchten, den Parteitag der Alternative für Deutschland zu stören. Einige steckten Autoreifen in Brand und zündeten Feuerwerkskörper. Auf der nahen Autobahn 8 kam es für kurze Zeit zu Beeinträchtigungen. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage. Viele Protestler zogen dann in die Stuttgarter Innenstadt.

Dort demonstrierten laut Polizei 1800 Menschen, nach Veranstalterangaben waren es mindestens 4000. Es sei zu keinen gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Einsatzkräfte seien in der Innenstadt jedoch mit Kotbeuteln beworfen worden. Es wurden den Angaben zufolge auch Rauchbomben und bengalische Feuer entzündet.

Die AfD will auf ihrem zweitägigen Parteitag ihren Kurs neu justieren und dazu zumindest Teile eines Grundsatzprogramms beschließen. Seit ihrem letzten Mitgliederparteitag im Juli 2015 war die AfD weiter nach rechts gerückt, vor allem bei Themen wie Einwanderung und Asyl.

Unter den Demonstranten am Messegelände, dem Tagungsort der AfD, waren nach Polizeiangaben etwa 800 bis 900 gewaltbereite Demonstranten gewesen, die mit Bussen gekommen seien. Bei ihrer Ankunft hätten sie bengalische Feuer gezündet. Laut Polizei gab es drei leicht verletzte Beamte. Von einem Protestbündnis hieß es, es seien Demonstranten von Pfefferspray getroffen worden. Insgesamt seien 61 Menschen betroffen gewesen.

Die Demonstranten riefen lautstark: «Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben» und «Wir kriegen Euch alle». Ein massives Polizeiaufgebot mit rund 1000 Einsatzkräften sicherte den Parteitag. Auch Beamte aus anderen Bundesländern waren im Einsatz.

Demonstranten - einige waren schwarz vermummt - hätten auch Eisenstangen und Holzlatten dabei gehabt, teilte die Polizei am Morgen mit. Die A8 Richtung München wurde von Protestlern kurzfristig auf einer Spur blockiert. Auf der Bundesstraße 27 kam es zu Störungen, weil dort laut Polizei Autoreifen in Brand gesetzt wurden. Die Straße war rund 20 Minuten gesperrt. Die Polizei verfolgte mehrere Demonstranten quer über Felder hinter dem Messegelände. Vorwiegend junge Demonstrationsteilnehmer wurden mit Kabelbindern gefesselt und abgeführt. Die zuständige Polizei in Reutlingen hatte ein hartes Durchgreifen angekündigt. Mehrere Wasserwerfer standen bereit.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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