So, 2015-04-19 15:59
Abuja (dpa)

Todesfall-Häufung in Nigeria: 18 Tote aus unbekanntem Grund

Abuja (dpa) - Im Süden Nigerias sind innerhalb kurzer Zeit 18 Menschen mit ähnlichen Symptomen gestorben. Die Ursache sei noch unklar, teilte der Chef der Gesundheitsbehörde des Staates, Dayo Adeyanju, am Sonntag mit. Die Opfer hätten zunächst starke Kopfschmerzen gehabt und ihre Sehkraft verloren. Es gebe derzeit noch fünf weitere Erkrankte in der Stadt Ode Irele im Bundesstaat Ondo.

Gregory Härtl von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, derzeit werde eine Vergiftung mit Pflanzenschutzmitteln als Ursache vermutet. Erste Tests auf Viren und Bakterien hätten keine Hinweise auf eine Infektion ergeben. Rückenmarks-, Blut-, und Urinproben würden im Labor noch weiter untersucht, hieß es von der nigerianischen Gesundheitsbehörde. Eine medizinische Spezialeinheit mache vorsichtshalber alle ausfindig, die mit den Verstorbenen Kontakt hatten.

Der Gouverneur des Bundesstaates, Olusegun Mimiko, betonte im Fernsehen, die Krankheit habe keine Ähnlichkeit mit Ebola. In Westafrika haben sich seit vergangenem Jahr mehr als 25 000 Menschen mit dem Ebolavirus infiziert, mehr als 10 000 sind gestorben. Am schwersten betroffen waren Liberia, Guinea und Sierra Leone.

So, 2015-04-19 16:37
Berlin (dpa)

Bundestag streitet: Vernichtung der Armenier oder Völkermord?

Der Papst spricht vom «ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts», das Europaparlament tut es und mit ihm viele andere Parlamente. Bundesregierung und Bundestag streiten, wenn es um die Bewertung der Vertreibung und Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich geht.

Berlin (dpa) - Vor der Bundestagsdebatte zum 100. Jahrestag der Verbrechen an den Armeniern im Osmanischen Reich mehren sich die Stimmen in der Union, die Massaker als Völkermord zu brandmarken. Im Entwurf der Bundesregierung für die Gedenkstunde am Donnerstag ist zwar von «Vernichtung der Armenier» die Rede, der Begriff «Völkermord» wird aber - offensichtlich mit Rücksicht auf das Verhältnis zur Türkei - nicht verwendet. Nach Schätzungen kamen bei der Vertreibung der Armenier im Ersten Weltkrieg bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben.

«Der Tod Hunderttausender Armenier in der Endphase des Osmanischen Reiches war weder Unfall noch Zufall, sondern Völkermord», sagte CDU-Vize Julia Klöckner der «Welt am Sonntag». «Auch wenn es diplomatisch unklug sein mag und wir in Deutschland aufgrund unserer Geschichte anderen nicht überheblich ihre Geschichte vorhalten sollten, können wir dennoch das Kind beim Namen nennen.»

Der Armenien-Berichterstatter der Unionsfraktion, Christoph Bergner (CDU), kündigte an, er werde am Dienstag in der Fraktion dafür eintreten, «dass der Begriff Völkermord in den Antrag aufgenommen wird». Zwar verstehe er es, wenn Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) «um angemessene Formulierungen» ringe. Aber «die Beweise, dass es sich um einen Genozid handelt, liegen in den Archiven des Auswärtigen Amts». Das Osmanische Reich und das Deutsche Kaiserreich waren im Ersten Weltkrieg Bündnispartner.

Auch führende Vertreter von Grünen und Linken forderten die schwarz-rote Koalition auf, die Massaker klar als «Völkermord» zu benennen. «Die Bundesregierung ist mit ihrer Haltung unglaubwürdig und knickt vor der Türkei ein», sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.

Grünen-Chef Cem Özdemir sagte der «Welt am Sonntag»: «Die CDU/CSU muss sich gut überlegen, auf welcher Seite sie in dieser historischen Debatte steht. Ich glaube nicht, dass die Partei Konrad Adenauers und Helmut Kohls an die Seite von Völkermordleugnern gehört.»

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger verlangte von der Bundesregierung, die «systematisch geplante und organisierte Vernichtung der armenischen Bevölkerung als Völkermord nach der UN-Konvention» anzuerkennen.

Bundespräsident Joachim Gauck spricht am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung der Kirchen im Berliner Dom. «Ich würde mir wünschen, dass der Bundespräsident sich deutlicher äußert», sagte Grünen-Fraktionschef Hofreiter. «Ich mag ihm aber keine Vorschriften machen.»

Vor wenigen Tagen hatte Papst Franziskus die Ermordung der Armenier vor 100 Jahren als «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert» bezeichnet und damit harsche Kritik der Türkei auf sich gezogen. Außenminister Steinmeier hatte den Standpunkt vertreten: «Die Gräuel der Vergangenheit lassen sich nicht auf einen Begriff oder den Streit um einen Begriff reduzieren.» Er selbst sprach nicht von Völkermord, aber von «Massakern» und «Gräueln am armenischen Volk».

So, 2015-04-19 16:46
Berlin (dpa)

Bouffier: Bund soll dauerhaft Hälfte der Flüchtlingskosten übernehmen

Wer kommt für die Kosten auf, wenn Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchen? Eine Einigung im Ringen von Bund, Ländern und Kommunen zeichnet sich noch nicht ab. Am Donnerstag dürften sich auch die Koalitionsspitzen über das Thema unterhalten.

Berlin (dpa) - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat vom Bund verlangt, die Hälfte der Länderkosten für die Unterbringung von Flüchtlingen zu übernehmen. «Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine nationale Aufgabe. Hier muss der Bund dauerhaft und deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen», sagte der Bundesratspräsident und CDU-Vize der «Bild»-Zeitung (Montag). «Wenn wir die Bereitschaft der Menschen in Deutschland zur Aufnahme Verfolgter nicht aufs Spiel setzen wollen, muss der Bund mehr tun. Sehr viel mehr.» Das Problem müsse in den nächsten zwei Monaten geklärt werden.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt warnte Länder und Kommunen dagegen vor weiteren Geldforderungen. Der Bund überweise den Ländern bereits eine Milliarde Euro für die Flüchtlingsunterbringung zusätzlich, sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Nun seien die Länder in der Pflicht, ihre Hausaufgaben zu machen. «Da ist mehr Gehirnschmalz nötig.» Es gehe auch um schnellere Asylverfahren, eine konsequente Rückführung abgelehnter Asylbewerber oder um die Finanzierung von Sprachkursen. Das Thema dürfte auch beim Treffen der Koalitionsspitzen an diesem Donnerstag zur Sprache kommen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann will eine bessere Integration jugendlicher Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt erreichen. «Wer einen Ausbildungsvertrag hat, sollte während der Ausbildung auf keinen Fall abgeschoben werden», sagte er dem Magazin «Focus». Auf die Frage, was nach einer Ausbildung passieren solle, sagte Oppermann: «Erfolgreich ausgebildete Jugendliche dürfen erst recht nicht abgeschoben werden. Im Gegenteil: Sie sollten eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt bekommen.»

Mehrere Tausend Menschen demonstrierten am Samstag in Berlin gegen Verschärfungen beim Bleiberecht für Asylsuchende. Zu der Kundgebung kamen laut Veranstalter 7000 Menschen. Die Polizei sprach von bis zu 3500 Teilnehmern. Mit der Demonstration wandte sich ein Bündnis linker Gruppen gegen Regierungspläne für umfangreiche Änderungen am Aufenthaltsgesetz für Ausländer und Flüchtlinge.

Bund und Länder wollen am 8. Mai bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt über den Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen beraten. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland nimmt seit langem erheblich zu. Die Länder und vor allem die Kommunen sind für die Unterbringung und Versorgung der Schutzsuchenden zuständig. Sie fühlen sich mit dieser Aufgabe aber überfordert und verlangen mehr finanzielles Engagement vom Bund.

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So, 2015-04-19 16:40
Berlin (dpa)

Bouffier: Bund soll dauerhaft Hälfte der Flüchtlingskosten übernehmen

Berlin (dpa) - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat vom Bund verlangt, die Hälfte der Länderkosten für die Unterbringung von Flüchtlingen zu übernehmen. «Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine nationale Aufgabe. Hier muss der Bund dauerhaft und deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen», sagte der Bundesratspräsident und CDU-Vize der «Bild»-Zeitung (Montag). «Wenn wir die Bereitschaft der Menschen in Deutschland zur Aufnahme Verfolgter nicht aufs Spiel setzen wollen, muss der Bund mehr tun. Sehr viel mehr.» Das Problem müsse in den nächsten zwei Monaten geklärt werden. Das Thema dürfte auch beim Treffen der Koalitionsspitzen an diesem Donnerstag zur Sprache kommen.

So, 2015-04-19 15:46
Berlin (dpa)

Bundestag streitet: Vernichtung der Armenier oder Völkermord?

Der Papst spricht vom «ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts», das Europaparlament tut es und mit ihm viele andere Parlamente. Bundesregierung und Bundestag streiten, wenn es um die Bewertung der Vertreibung und Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich geht.

Berlin (dpa) - Vor der Bundestagsdebatte zum 100. Jahrestag der Verbrechen an den Armeniern im Osmanischen Reich mehren sich die Stimmen in der Union, die Massaker als Völkermord zu brandmarken. Im Entwurf der Bundesregierung für die Gedenkstunde am Donnerstag ist zwar von «Vernichtung der Armenier» die Rede, der Begriff «Völkermord» wird aber - offensichtlich mit Rücksicht auf das Verhältnis zur Türkei - nicht verwendet. Nach Schätzungen kamen bei der Vertreibung der Armenier im Ersten Weltkrieg bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben.

«Der Tod Hunderttausender Armenier in der Endphase des Osmanischen Reiches war weder Unfall noch Zufall, sondern Völkermord», sagte CDU-Vize Julia Klöckner der «Welt am Sonntag». «Auch wenn es diplomatisch unklug sein mag und wir in Deutschland aufgrund unserer Geschichte anderen nicht überheblich ihre Geschichte vorhalten sollten, können wir dennoch das Kind beim Namen nennen.»

Der Armenien-Berichterstatter der Unionsfraktion, Christoph Bergner (CDU), kündigte an, er werde am Dienstag in der Fraktion dafür eintreten, «dass der Begriff Völkermord in den Antrag aufgenommen wird». Zwar verstehe er es, wenn Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) «um angemessene Formulierungen» ringe. Aber «die Beweise, dass es sich um einen Genozid handelt, liegen in den Archiven des Auswärtigen Amts». Das Osmanische Reich und das Deutsche Kaiserreich waren im Ersten Weltkrieg Bündnispartner.

Auch führende Vertreter von Grünen und Linken forderten die schwarz-rote Koalition auf, die Massaker klar als «Völkermord» zu benennen. «Die Bundesregierung ist mit ihrer Haltung unglaubwürdig und knickt vor der Türkei ein», sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.

Grünen-Chef Cem Özdemir sagte der «Welt am Sonntag»: «Die CDU/CSU muss sich gut überlegen, auf welcher Seite sie in dieser historischen Debatte steht. Ich glaube nicht, dass die Partei Konrad Adenauers und Helmut Kohls an die Seite von Völkermordleugnern gehört.»

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger verlangte von der Bundesregierung, die «systematisch geplante und -organisierte Vernichtung der armenischen Bevölkerung als Völkermord nach der UN-Konvention» anzuerkennen.

Bundespräsident Joachim Gauck spricht am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung der Kirchen im Berliner Dom. «Ich würde mir wünschen, dass der Bundespräsident sich deutlicher äußert», sagte Grünen-Fraktionschef Hofreiter. «Ich mag ihm aber keine Vorschriften machen.»

Vor wenigen Tagen hatte Papst Franziskus die Ermordung der Armenier vor 100 Jahren als «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert» bezeichnet und damit harsche Kritik der Türkei auf sich gezogen. Außenminister Steinmeier hatte den Standpunkt vertreteten: «Die Gräuel der Vergangenheit lassen sich nicht auf einen Begriff oder den Streit um einen Begriff reduzieren.» Er selbst sprach nicht von Völkermord, aber von «Massakern» und «Gräulen am armenischen Volk».

So, 2015-04-19 15:26
Stuttgart (dpa)

Medien: Nach Syrien verschleppte Frau aus Tübingen ist frei

Stuttgart (dpa) - Eine im vergangenen Oktober nach Syrien verschleppte Frau aus Tübingen ist wieder frei. Das bestätigte die Familie der 22-Jährigen den «Stuttgarter Nachrichten» und dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Derzeit befänden sich die junge Frau und ihr im März geborenes Baby in der Türkei. Sie würden von Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes betreut. Der Ehemann der Frau, ein mutmaßlicher Al-Kaida-Kämpfer, soll seine zum Islam konvertierte Frau seit vergangenem Herbst festgehalten haben. Am Samstag nun soll der Mann seine Frau und die gemeinsame Tochter überraschend im türkisch-syrischen Grenzgebiet nahe der türkischen Stadt Reyhanli freigelassen haben, berichtete der Rechercheverbund am Sonntag.

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So, 2015-04-19 15:41
Fürstenberg/Oranienburg (dpa)

Überlebende erinnern an Befreiung von KZ Ravensbrück - «Wachsam sein»

Sie sind viele Kilometer gereist, um am 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Ravensbrück dabei zu sein. Mit Schweigeminute, Gebeten und Kranzniederlegungen gedachten die Überlebenden jener Mithäftlinge, die den Nazi-Terror nicht entkamen.

Fürstenberg/Oranienburg (dpa) - 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück haben Überlebende und Politiker Widerstand gegen Rassismus gefordert. «Das Böse lauert überall. Wir müssen es rechtzeitig erkennen», mahnte Annette Chalut, Präsidentin des Internationalen Ravensbrück-Komitees, am Sonntag in Fürstenberg (Oberhavel). Die Ravensbrück-Überlebende rief die jüngeren Generationen auf, die Erinnerung wachzuhalten und wachsam zu sein.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte: «Wir dürfen nicht schweigen, wenn wir Zeuge werden von Rassismus, Antisemitismus, Extremismus.» Aus den Gräueltaten der Nationalsozialisten ergebe sich eine Verpflichtung und Verantwortung. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rief zu Mitmenschlichkeit und Toleranz auf. «Es ist unsere Verpflichtung, nicht nur aus der Geschichte, sondern aus unserer grundlegenden Menschlichkeit heraus, solidarisch zu handeln und Mitmenschlichkeit und Toleranz zu zeigen», sagte er mit Blick auf Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen.

Mehr als 1000 Menschen aus aller Welt waren zu der zentralen Gedenkveranstaltung in Ravensbrück gekommen, darunter knapp 90 frühere Häftlinge. Mit Kranzniederlegungen, Gesängen und Gebeten gedachten sie ihrer gestorbenen Mithäftlinge.

«Unsere Kameradinnen, die hier ums Leben kamen, dürfen nie vergessen werden. Jede Erinnerung bringt sie uns nahe», betonte Chalut. Gemeinsam mit Daniela Schadt, Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, und Anna Komorowska, Ehefrau des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski, pflanzte sie Rosenstöcke auf dem Massengrab an der «Mauer der Nationen».

Aus mehr als 40 Nationen stammten die etwa 132 000 Frauen und Kinder, 20 000 Männer und 1000 weiblichen Jugendlichen, die in Ravensbrück gefangen waren. Mehr als 25 000 Frauen und 2500 Männer starben nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Am Nachmittag sollte das Gedenken zum 70. Jahrestag mit einer weiteren Veranstaltung auf dem Gelände des früheren KZ Sachsenhausen fortgesetzt werden. Dazu wurde auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwartet.

So, 2015-04-19 15:19
/Pritzwalk (dpa)

AfD-Parteitag in Hessen kippt Vorstand - mehr Harmonie in Brandenburg

Wenig Harmonie bei der AfD - zumindest nicht in Hessen: Hier setzt am Wochenende die Basis den Landesvorstand ab. Bei einem Parteitag der Brandenburger AfD wird der Landesvorsitzende dagegen wiedergewählt. Und profiliert sich mit markigen Sätzen zur Asylpolitik.

Gießen/Pritzwalk (dpa) - Wenige Wochen vor dem AfD-Bundesparteitag im Juni hat die rechtskonservative Partei weiter mit teils erheblichen internen Problemen zu kämpfen. Ein Landesparteitag der hessischen Alternative für Deutschland kippte am Samstag in Gießen den Vorstand aus dem Amt. Nach mehrstündiger Debatte beschlossen die rund 300 Delegierten die Absetzung der Landesspitze. Sie warfen dem Vorstand eine mangelhafte Informationspolitik und manipulative Mitgliederrundschreiben vor.

Harmonischer ging es bei einem Landesparteitag der Brandenburger AfD in Pritzwalk zu. Hier bestätigten die Delegierten mit großer Mehrheit Alexander Gauland als Landesvorsitzenden. Der 74-Jährige erhielt 110 Ja-Stimmen der 124 anwesenden Mitglieder, das waren 88,7 Prozent. Gauland schwor die Landespartei auf seinen rechten Kurs einer «scharfkantigen» Asyl- und Zuwanderungspolitik ein: «Wir sind für die Menschen da, die nicht, ohne gefragt zu werden, in ihrer Nachbarschaft ein Asylbewerberheim haben wollen.»

Mit Blick auf den Richtungsstreit in der Partei zwischen wirtschaftlich-liberalen und national-konservativen Kräften betonte Gauland die eigenständige Politik der Brandenburger AfD. «Wir sind die Partei der Sorgen und Nöte der Leute, die nicht in der Politik der Parteien, sei es CDU, SPD oder Linke, vorkommen», sagte er. «Wir sind im Moment die Partei der kleinen Leute.»

Beim Parteitag der hessischen AfD hatte Frauke Petry, eine von drei Bundesvorsitzenden, vergeblich eine Rückkehr zur inhaltlichen Arbeit angemahnt. «Auch Ihre Aufgabe ist es, sich heute zusammenzuraufen», rief sie den Delegierten zu. Seit Monaten gibt es Personalquerelen im hessischen Landesverband der AfD. Er hatte seit seiner Gründung im Mai 2013 bereits 14 Landessprecher.

So, 2015-04-19 15:00
Radebeul (dpa)

Zum Mount Everest durch Weinberge - Treppenmarathon in Radebeul Von Simona Block, dpa

Für manche Extremsportler liegt der Mount Everest in Sachsen. 100 Mal die Spitzhaustreppe im Radebeuler Weinberg hoch und runter, dann sind 8848 Höhenmeter geschafft - ohne Atemgerät und Eispickel.

Radebeul (dpa) - Treppenstufen so weit das Auge reicht - ein Weinberg im sächsischen Elbtal ist für 66 Läufer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien und den USA der Weg zum Olymp. In 24 Stunden zum «Dach der Welt» - ohne enorme Kosten und lange Anreise. «Für viele ist der Mount Everest eine unerreichbare Herausforderung», sagt der Organisator des 11. Radebeuler Treppenmarathons, Ulf Kühne. Am Wochenende vermittelte der Parcours über die Spitzhaustreppe am Elbhang Extremsportlern und Enthusiasten das Gefühl der Strapazen und die Euphorie geglückten Gipfelsturms.

War der Himmel beim Start noch wolkenverhangen, wärmte Sonne satt die nach kalter Nacht durchfrorenen Akteure aus Wien, Göttingen, Essen, Oldenburg, Nördlingen, Hradec Králové und Lafayette Hill. Auf der Treppe zwischen Rebstöcken und Weinbergsmauern herrschte dichtes Gedränge. Wie eine Ameisenspur zogen sich Läuferketten in zwei Richtungen: durchtrainierte Typen im Laufschritt, zügig steigende Freizeitsportler oder sich fast hinauf schleppende Teilnehmer - wie Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz. Für die Kameraden, die je eine Runde schaffen müssen, ist es eine Einsatzübung.

Der Jüngste des Feldes ist Jahrgang 1986, der Älteste Gunter Lanzsch. Der 70-Jährige wohnt am Fuß der Treppe, die eine Touristenattraktion ist. Die Verbindung vom Weingut Hoflößnitz zum Spitzhaus als Ort höfischer Feste ließ Kurfürst August der Starke (1670-1733) im 18. Jahrhundert anlegen. In den 1990er Jahren neu gebaut, bietet sie den Läufern festen Tritt - und abwärts Ausblicke in die Flusslandschaft. Schneidermeister Andreas Allwang wärmt sich hier für Gebirgsläufe in den Alpen auf und schätzt die Regelmäßigkeit der Stufen.

«Es ist durch das Bergab-Laufen sogar einfacher als in den Bergen, denn man setzt immer mit dem flachen Fuß auf», sagt der 38-Jährige aus München. Das sei ideales Training, nur die Renndauer wegen Müdigkeit, Kälte und Erschöpfung eine Herausforderung. «Spätestens zwischen sechs und acht Uhr morgens wird es ganz schwer.» Der Sieger des Vorjahres hält mit 13:26:53 Stunden den Streckenrekord - und hat diesmal schon den Rekord von 144 Runden geknackt - zwei Stunden vor Rennende.

Gunter Lanzsch will einfach durchhalten. Mit Temperaturen um 10 Grad und trockenem Wetter seien die Bedingungen ganz gut. Der Rentner geht zum vierten Mal über die ganze Distanz. «Wenn ich es geschafft habe, klopfe ich mir immer auf die Schulter», erzählt er. Dafür muss er je Runde 397 Stufen aus Natursandstein und 422 Meter hoch und runter - wer 100 Runden und damit 79 400 Stufen schafft, bekommt eine Medaille.

Der Mount Everest Stair Marathon sei was für Sportler mit «einem gewissen Hang zum Verrückten», meint Organisator Kühne. Für Harald Krauß von der Deutschen Ultramarathon Vereinigung sind «Treppenläufer die Exoten unter den Exoten». Veranstaltungen dieser Art gebe es kaum in freier Natur, meist werden Treppenhäuser in Wolkenkratzern wie dem Empire State Building in New York genutzt - mit nur einer Runde.

Der einzigartige Doppelmarathon in Radebeul zieht inzwischen Enthusiasten aus ganz Europa und Übersee an. Unter Beifall und Anfeuerungsrufen zahlreicher Zuschauer passierten Dreierseilschaften wie die «Wilden Täubchen», «Gipfelstürmer», «Treppenflitzer» oder «Kenias letzte Reserve» Start- und Wendepunkt. Die meisten Läufer stärkten sich auf dem Weg nach unten mit Obst, Kuchen oder Nudeln. «Wer auf Angriff läuft, macht keine Pause im Verpflegungszelt», sagt Kühne.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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So, 2015-04-19 15:18
Helsinki (dpa)

Krise zwingt Finnen zum Umbruch - Stubb-Regierung vor dem Aus

Finnland wählt im Zeichen einer Wirtschaftskrise. Nach nur zehn Monaten im Amt sind die Tage von Regierungschef Stubb wohl gezählt. Ein ehemaliger Unternehmer steht bereit.

Helsinki (dpa) - Bei der Parlamentswahl in Finnland hat sich am Sonntag eine Niederlage der Regierung unter dem Konservativen Alexander Stubb abgezeichnet. Letzte Umfragen vor der Wahl deuteten auf einen Sieg der sozialliberalen Zentrumspartei mit dem früheren Geschäftsmann Juha Sipilä an der Spitze hin. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz Zwei wurde zwischen Stubbs Nationaler Sammlungspartei, Sozialdemokraten und der populistischen Partei der Finnen erwartet.

Die kriselnde Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit und die Spannungen mit dem großen Nachbarn Russland hatten zuvor die Wahldebatten in Finnland bestimmt. Wie eine Koalition unter dem IT-Millionär Sipilä aussehen könnte, war offen. Auch eine Zusammenarbeit mit den einwanderungs- und EU-kritischen Rechtspopulisten hatte der 53 Jahre alte frühere Geschäftsmann im Wahlkampf nicht ausgeschlossen. 2011 hatten diese einen Überraschungserfolg gefeiert.

Knapp 4,5 Millionen Menschen waren am Sonntag aufgerufen, über die Zukunft ihres Landes mitzuentscheiden. Ministerpräsident Alexander Stubb gab am Vormittag an einer Schule in Espoo bei Helsinki seine Stimme ab. «Ich bin mir sehr zuversichtlich, dass wir Erfolg haben werden», gab sich der Regierungschef, der in Begleitung seiner Frau gekommen war, optimistisch.

Fast ein Drittel der Finnen - darunter auch Stubbs Herausforderer Sipilä - hatte die Möglichkeit genutzt, vorab abzustimmen. Das Ergebnis aus dieser Vorabwahl sollte mit Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden. Mit einem vorläufigen Ergebnis wurde bis Mitternacht gerechnet.

So, 2015-04-19 15:40
Abuja (dpa)

Todesfall-Häufung in Nigeria: 18 Tote aus unbekannten Grund

Abuja (dpa) - Im Süden Nigerias sind innerhalb kurzer Zeit 18 Menschen mit ähnlichen Symptomen gestorben. Die Ursache sei noch unklar, teilte der Chef der Gesundheitsbehörde des Staates, Dayo Adeyanju, am Sonntag mit. Die Opfer hätten zunächst starke Kopfschmerzen gehabt und ihre Sehkraft verloren. Es gebe derzeit noch fünf weitere Erkrankte in der Stadt Ode Irele im Bundesstaat Ondo.

Gregory Härtl von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, derzeit werde eine Vergiftung mit Pflanzenschutzmitteln als Ursache vermutet. Erste Tests auf Viren und Bakterien hätten keine Hinweise auf eine Infektion ergeben. Rückenmarks-, Blut-, und Urinproben würden im Labor noch weiter untersucht, hieß es von der nigerianischen Gesundheitsbehörde. Eine medizinische Spezialeinheit mache vorsichtshalber alle ausfindig, die mit den Verstorbenen Kontakt hatten.

Der Gouverneur des Bundesstaates, Olusegun Mimiko, betonte im Fernsehen, die Krankheit habe keine Ähnlichkeit mit Ebola. In Westafrika haben sich seit vergangenem Jahr mehr als 25 000 Menschen mit dem Ebolavirus infiziert, mehr als 10 000 sind gestorben. Am schwersten betroffen waren Liberia, Guinea und Sierra Leone.

So, 2015-04-19 15:00
Rom (dpa)

Unglaubliche Grausamkeit: Entsetzen über tödliches Flüchtlingsdrama

Die Nachrichten über den letzten Schiffbruch sind erst wenige Tage alt, da kentert erneut ein Flüchtlingsboot im Mittelmeer: Bis zu 700 Tote werden befürchtet. Die Retter können kaum noch etwas tun - von Miriam Schmidt, dpa.

Rom (dpa) - Es ist mitten in der Nacht, die Flüchtlinge in dem voll besetzten Fischerboot sind verzweifelt. Sie haben um Hilfe gerufen, ein portugiesischer Frachter nähert sich. Die Migranten wollen die Retter erreichen und klettern auf eine Seite des Bootes. Daraufhin kentert ihr Schiff, Hunderte Menschen stürzen ins Meer und ertrinken. So rekonstruieren die Einsatzkräfte die erneute Flüchtlingstragödie im Mittelmeer, bei der bis zu 700 Flüchtlinge vor der Küste Libyens ertrunken sein könnten. Das Entsetzen in Italien und Europa ist groß.

«Eine der größten Tragödien, die jemals im Mittelmeer geschehen ist», sagte Carlotta Sami, Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, dem TV-Sender Rai. «Die Grausamkeit der Schleuser ist unglaublich, sie haben das Boot bis zum Unmöglichen gefüllt.» Tausende Migranten fahren jede Woche von Afrika aus ab, fliehen vor Krieg, Konflikten, Verfolgung, Hunger und Verzweiflung. Immer wieder kommt es zu Unglücken, Hunderte überleben die gefährliche Überfahrt nicht.

Als die Retter am Sonntag am Unglücksort nördlich der libyschen Küste eintreffen, können sie kaum noch etwas tun. Fast 700 Menschen werden vermisst, Küstenwache und Marine suchen mit Dutzenden Booten und Hubschraubern hektisch nach Überlebenden. Doch die Einsatzkräfte können nur noch Leichen bergen, 24 tote Körper haben sie bis zum Mittag aus den Fluten gefischt. Das Wasser hat 16 Grad, die meisten der Flüchtlinge konnten zudem wohl nicht schwimmen.

Erst vergangene Woche hatten Überlebende von 400 vermissten Migranten berichtet, vor einigen Tagen schockierten Berichte über einen tödlichen Streit zwischen Christen und Muslimen an Bord eines Schiffes. «Wenn sich die Bilanz dieser erneuten Tragödie bestätigen sollte, sind in den vergangenen zehn Tagen mehr als 1000 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen», sagte Sami. Es ist eine schockierende Bilanz - und bei gutem Wetter im Sommer wagen meist sogar noch mehr Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt in Richtung Europa.

Doch wie viele Menschen tatsächlich Jahr für Jahr im Mittelmeer sterben, weiß niemand so genau. Die meisten Opfer der Schiffsunglücke werden nie geborgen - die Zahlen lassen sich daher nur schätzen. Sicher ist jedoch: In den letzten Jahren sind es mehr und mehr Verzweifelte, die sich auf den gefährlichen Weg machen. Und seit dem Ende der italienischen Rettungsmission «Mare Nostrum» im vergangenen Jahr steigt auch die Zahl der Toten auf dem Mittelmeer wieder an.

In Italien herrschten nach der Katastrophe Schock und Entsetzen. Papst Franziskus betete in tiefer Trauer auf dem Petersplatz für die Opfer, Regierungschef Matteo Renzi sagte alle Termine ab und kehrte nach Rom zurück, um sich dort über die Geschehnisse zu informieren. In vielen sizilianischen Gemeinden sollten die Fahnen am Montag auf halbmast wehen. Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando klagte: «Europa kann sich seine Hände angesichts dieser Massaker nicht weiter in Unschuld waschen. Es muss seine Verantwortung übernehmen.»

Damit werden auch die Rufe nach einem entschlosseneren Eingreifen der EU lauter. Ob Politiker, Hilfsorganisationen oder der Papst, alle sind sich einig: Es muss etwas geschehen. «Jetzt ist der Moment für die EU, die Tragödien ohne zu Zögern anzugehen», erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Antonio Marchesi, Präsident von Amnesty International Italien, urteilte: «Die Passivität Europas wird angesichts der Tragödien immer skandalöser und unerträglicher.»
 

So, 2015-04-19 14:03
Wien (dpa)

Leute kompakt

Peter Weck will kein lieber Onkel mehr sein (Foto - aktuell und Foto - Handout) =

Wien (dpa) - Peter Weck (84) hat endgültig genug vom Image des lieben Onkels und Vaters. Er habe keine Lust mehr auf eher belanglose Rollen, sagte der Schauspieler («Ich heirate eine Familie») der Deutschen Presse-Agentur. Der Tod seiner Frau sei für ihn auch als Darsteller ein Einschnitt gewesen. «Ich möchte ernsthafte Rollen mit hohem schauspielerischem Anspruch.» Nach der Rolle eines Mörders im «Tatort» spielt Weck im fünften Teil der ZDF-Reihe «Engel der Gerechtigkeit» (23. April, 20.15 Uhr) einen Mann, der seine klinisch tote Frau nicht sterben lassen will. Er selbst wolle auf keinen Fall allein durch Geräte am Leben erhalten werden, sagte Weck.

Royal-Fans fiebern Geburt von Kates Baby entgegen (Foto - Archiv vom 17.4.) =

London (dpa) - Immer mehr Royal-Fans versammeln sich zur Geburt von Kates zweitem Baby vor dem St. Mary's-Krankenhaus in London. Die Ehefrau von Prinz William soll im privaten Lindo-Flügel der Klinik im Londoner Stadtteil Paddington in den nächsten Tagen ihr Kind zur Welt bringen. Der Buchmacher William Hill rechnet mit der Geburt zwischen Montag und nächstem Sonntag. Als wahrscheinlichste Namen wird auf Alice, Elizabeth und Charlotte gewettet - und dies, obwohl die königliche Familie keine Angaben zum Geschlecht macht. Bereits am Donnerstag waren vor dem Krankenhaus Plätze für Fotografen und Kameraleute abgesperrt worden.

Medizin und Nähen: ESC-Sängerin Ann Sophie hat viele Träume (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Die deutsche Kandidatin beim diesjährigen Eurovision Song Contest, Ann Sophie (24), wünscht sich eine lange Musikkarriere - und noch viel mehr. «Ich würde gerne mehr Alben machen als nur eins, ich würde gerne touren, reisen, Musikvideos machen und alles, was dazugehört», sagte die Sängerin im Interview mit der «Welt am Sonntag». Sie träume aber auch davon, Medizin zu studieren, Sprachen zu lernen, in einem Musical mitzumachen, Kinderbücher und ein Theaterstück zu schreiben. «Ich hätte auch Lust, Nähen zu lernen.» 

Russell Crowes absolute Lieblingsrolle: Vater sein (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Hollywoodstar Russell Crowe (51) liebt am meisten seine Rolle als Vater. «Ein guter Vater zu sein ist das absolut Wichtigste in meinem Leben», sagte der neuseeländisch-australische Filmschauspieler und -regisseur in einem Interview der «Bild am Sonntag». «Manchmal verzweifle ich schon ein wenig, weil ich zum Arbeiten so viel unterwegs sein muss», gestand der seit 2012 von Danielle Spencer geschiedene Crowe. Das Paar hat zwei Söhne, Tennyson und Charles. Mit ihnen sei er auch über Entfernungen hin verbunden, sagte Crowe. «Vater zu sein, ist ein Privileg, keine Arbeit!» 

Kretschmann: Regierungsamt mit 66 - kein Problem (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Politik) =

Berlin/Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fühlt sich mit seinen 66 Jahren keineswegs zu alt für ein Regierungsamt. «Hillary Clinton bewirbt sich in meinem Alter auf das Präsidentenamt. Das ist auch keine Frage des Alters, sondern des Willens und der Gesundheit», sagte der Chef der grün-roten Landesregierung der «Bild am Sonntag». Ein Wechsel in die Bundespolitik komme für ihn jedoch nicht infrage. «Ich bin sehr gerne Ministerpräsident von Baden Württemberg und will es auch bleiben.»  

Alina Levshin spielt Jungenrolle in Worms (Foto Archiv vom 16.4. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Worms (dpa) - Alina Levshin (30), bekannt aus dem eingestellten Erfurter «Tatort», steht im Sommer bei den Wormser Nibelungen-Festspielen als Jüngling in dem Stück «Gemetzel» auf der Bühne. Die Darstellerin des Knaben Ortlieb hat vorher noch nie einen Mann gespielt. «Es ist für mich das erste Mal, meine Premiere», sagte die Schauspielerin («Kriegerin») der Deutschen Presse-Agentur. Sie freue sich über die «Herausforderung» und sei neugierig. Die Entscheidung, Ortlieb mit einer Frau zu besetzen, traf Regisseur Thomas Schadt. Ortlieb ist nach seiner Vorstellung etwa 16 und ein «Jüngling, der auf dem Sprung ist, ein junger Mann zu werden».

Feier zum 80. Geburtstag zelebriert Rolf Beckers politisches Wirken (Foto - aktuell vom 18.4. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Hamburg (dpa) - Der Schauspieler Rolf Becker hat seinen 80. Geburtstag gemeinsam mit seinen Kindern Ben Becker (50) und Meret Becker (46) noch einmal bei einem öffentlichen Festakt im Hamburger Schauspielhaus gefeiert. Sichtlich gerührt dankte der Jubilar am Samstag den Gästen im fast voll besetzten Theater: «Ihr merkt, wie aufgewühlt ich bin». Neben Ben und Meret standen viele Wegbegleiter Beckers auf der Bühne. Am 31. März war er 80 Jahre alt geworden. Zu den Gästen gehörte auch die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano. Die 90-Jährige sang das jiddische Lied «Mir lebn ejbig» und bezeichnete Becker als ihren Bruder.

Obama hätte gern italienische Wurzeln (Foto - aktuell vom 18.4.) =

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama trinkt nicht nur gern italienischen Wein, sondern hätte auch gern italienische Wurzeln. «Ich habe nicht genug Glück, italienischen Vorfahren zu haben, von denen ich weiß. Ich betrachte mich aber als ehrenamtlicher Italiener, weil ich alles Italienische liebe», gestand Obama am Freitag ein. Der italienische Regierungschef Matteo Renzi, den Obama im Weißen Haus empfing, hatte dem Präsidenten als Gastgeschenk mehrere Flaschen Wein mitgebracht.

Christoph Waltz: Weltruhm ist «gut für mein Ego» (Foto - Archiv vom 18.4.) =

Berlin (dpa) - Christoph Waltz (58) ist froh, dass er seinen ersten Oscar erst als 52-Jähriger bekommen hat. «In diesem Alter ist man nicht mehr so anfällig für Eskapaden, die einen dann völlig aus der Bahn werfen können», sagte der Schauspieler der «Berliner Zeitung» (Samstag). Auf die Frage, ob Weltruhm einen gestandenen Mann wie ihn verändere, sagte der zweifache Oscar-Preisträger: «Ein wenig. Er ist gut für mein Ego. Für mein Selbstbewusstsein.» Er sei in letzter Zeit vor allem beruflich souveräner geworden. «Der meisten kleinkarierten Zwänge und Behinderungen von früher habe ich mich entledigt.»

YouTube-Blogger LeFloid kritisiert Fernsehnachrichten (Foto - Archiv vom 18.4.) =

Hamburg (dpa) - Videoblogger Florian Mundt alias LeFloid hält die übliche Aufbereitung von Nachrichten im Fernsehen für ungeeignet, um ein junges Publikum anzusprechen. Seine überwiegend jugendlichen Zuschauer «wollen sich nicht hinsetzen und wie bei der «Tagesschau» in 15 Minuten zehn Themen reindrücken lassen, von denen sie die Hälfte bis zum «Tatort» wieder vergessen haben», sagte Mundt dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Der 27-Jährige ist ein erfolgreicher deutscher YouTube-Blogger. Seine Videos, in denen er Nachrichten kommentiert, erzielen regelmäßig mehr als eine Million Abrufe.  

Internet-Star macht nach Video-Hit auch Buch gegen Mobbing (Foto - Archiv vom 18.4.) =

Weener (dpa) - Benjamin Fokken (19), Internet-Star mit einem enorm erfolgreichen Anti-Mobbing-Video, geht jetzt auch mit einem Buch gegen Mobbing vor. Der ehemalige Hauptschüler aus dem ostfriesischen Weener hatte im Februar handbeschriebene Zettel vor die Handykamera gehalten. Diese Videobotschaft gegen Mobbing erreichte mehr als fünf Millionen Menschen. Mit seinem Buch «Ich bin ich - und wir sind viele!» will er anderen Betroffenen das Gefühl zurückgeben, dass der Kreislauf aus Angst und Gewalt zu durchbrechen ist.  

Wolfgang Joop würde konservativer leben (Foto - Archiv vom 18.4.) =

Berlin (dpa) - Der Modedesigner Wolfgang Joop würde konservativer leben, wenn er die Zeit zurückdrehen könnte. Der 70-Jährige sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus»: «Ich würde nie mehr eine Scheidung zulassen, würde mich arrangieren. (...) Ich würde aber auch den Kindern gegenüber mehr Distanz wahren, so wie man es in Generationen vor mir gehalten hat.» Heute sieht der gebürtige Potsdamer die Zeit, in der er Autoritäten kritisierte, selbstkritisch: «Letztlich haben wir kein anderes System gefunden, das funktioniert.»

US-Schauspielerin Anna Kendrick wird Schriftstellerin (Foto - Archiv vom 17.4.) =

Los Angeles (dpa) - US-Schauspielerin Anna Kendrick (29, «Up in the Air», «Pitch Perfect») hat ihren ersten Buchvertrag in der Tasche. Der Verlag Touchstone wolle im Herbst 2016 eine Sammlung lustiger, autobiografischer Geschichten veröffentlichen, wie das Promiblatt «People» am Freitag berichtete. Einer Mitteilung des Verlags zufolge werde Kendrick «unvergessliche Eindrücke aus ihrem Leben» zu Papier bringen. Die für ihren Witz bekannte Schauspielerin flachste in der Mitteilung, dass ihr hohe Erwartungen unangenehm seien, daher wolle sie gleich ihre eigene «Unfähigkeit, Unbedeutendheit und die Häufigkeit meiner Blamagen» herausstellen.  

Pele und Beckenbauer färben Empire State Building auf Knopfdruck grün (Foto - aktuell vom 17.4.) =

New York (dpa) - Die Fußballlegenden Pele und Franz Beckenbauer haben das Empire State Building in New York grün gefärbt. Beide drückten am Freitag auf einen Knopf, der den oberen Teil des wohl bekanntesten Gebäudes der Stadt in grünes Licht tauchte. Grün ist die Farbe des Fußballclubs New York Cosmos, der jetzt in die neue Saison geht - aber immer noch ein Schattendasein neben den Football-, Baseball- und Basketball-Clubs der Stadt fristet. Pele (74) hatte von 1975 bis 1977 für den Club gespielt und ist nach wie vor Ehrenpräsident. Beckenbauer (69) war zwischen 1977 und 1980 und dann noch einmal 1983 im Team.

Kinder für Klimaschutz - Eisbärenspiel mit Passanten in Münster (Foto - aktuell vom 17.4.) =

Münster (dpa) - Zwei Schulmädchen haben am Samstag in Münster eine Straßen-Performance organisiert und dabei mehr als hundert Passanten über Energiesparen und gefährdete Tierarten informiert. Kaya (10) und Clara (11) waren damit in Nordrhein-Westfalen vermutlich die jüngsten Kinder, die jemals eine solche Demo offiziell bei der Polizei angemeldet haben. Die Resonanz auf die Aktion der Schülerinnen in der Öffentlichkeit sei sehr positiv gewesen, sagte der Vater eines der Mädchen am Samstag auf Anfrage. Viele Passanten in Münster hätten auch ein Eisbärenspiel mitgespielt, bei dem verteilte Teppichstücke auseinanderreißende Eisschollen symbolisierten.

So, 2015-04-19 14:33
Athen/Washington (dpa)

Athen unter Zugzwang - Rettung aus China und Russland?

Das kleine Griechenland und seine großen Probleme überschatteten das Frühjahrstreffen des IWF und der Weltbank. Forderungen und Ratschläge an Athen gibt es genug. Über Reformen wird weiter zäh verhandelt. Athen stellt sich schon mal auf alle Möglichkeiten ein.

Athen/Washington (dpa) - Die internationale Finanzwelt hat Athen eindringlich zu tiefgreifenden Reformen aufgefordert, um eine Staatspleite noch abzuwenden. Notenbanker, Finanzminister und US-Präsident Barrack Obama gaben sich auf dem Frühjahrstreffen des IWF und der Weltbank zunehmend besorgt über die Situation in Griechenland. Die Experten der Geldgeber haben unterdessen ihre Verhandlungen mit Griechenland über das verlangte Reformpaket fortgesetzt. Die sogenannte «Brüssel-Gruppe» nahm am Samstag die Gespräche wieder auf - diese dauerten am Sonntag an.

Dies werteten EU-Kreise als gutes Zeichen, allerdings wurde nicht mit Entscheidungen gerechnet. Die Experten wollen das Treffen der EU-Finanzminister am Freitag (24.4.) im lettischen Riga vorbereiten. Zu der Gruppe gehören Vertreter der Athener Regierung sowie Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB), des Rettungsschirms ESM sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF).

EZB-Präsident Mario Draghi forderte eine Verhandlungslösung zwischen Athen und den Geldgebern, die fair sei und dem Land Wachstum sowie finanzielle Stabilität biete. «Wir wollen alle, dass Griechenland Erfolg hat.» Athen könne als Teil der europäischen Währungsunion nicht isoliert Politik machen.

IWF-Chefin Christine Lagarde bekräftigte ihre klare Haltung gegenüber Athen: Sie verlange von den griechischen Verantwortlichen «nicht nur eine Beschleunigung, sondern auch eine Vertiefung der Arbeit». Griechenlands informelle Bitte um einen Zahlungsaufschub bei der Tilgung der IWF-Kredite hatte sie zuvor klar zurückgewiesen.

Unterdessen schließt der stellvertretende griechische Regierungschef Giannis Dragasakis eine Volksabstimmung oder auch vorgezogene Parlamentswahlen in Griechenland nicht aus. Dies seien Möglichkeiten bei einem Scheitern der Gespräche Athens mit den Geldgebern. «In unserem Hinterkopf sind diese Möglichkeiten (Volksabstimmung oder Wahlen)», sagte Dragasakis der Athener Sonntagszeitung «To Vima.» Dies wäre ein «Ausweg» im Falle, dass die Verhandlungen «in die Sackgasse» geraten. Athens Ziel sei aber der Verbleib des Landes in der Eurozone, fügte er hinzu. Auf die genaue Fragestellung eines möglichen Referendums ging er nicht ein.

Athen versucht offenbar, Geldquellen in China und Russland zu finden. Es gehe um bis zu 15 Milliarden Euro, berichteten die griechischen Wochenzeitungen «Agorá» und «Karfí» am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Zehn Milliarden Euro sollen demnach aus China kommen. Peking könnte das Geld als eine Art Vorauszahlung für die Nutzung des Hafens von Piräus und einen Einstieg bei der griechischen Eisenbahn leisten, berichtete das Blatt «Karfí».

Athen hoffe zudem auf drei bis fünf Milliarden Euro aus Russland. Dieser Betrag könnte nach einem Bericht der Zeitung «Agora» als eine Art Vorschuss für künftige Transitgebühren für die geplante Erdgas-Pipeline Turkish Stream fließen. Russland möchte über Griechenland Energie nach Südosteuropa verkaufen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow gab sich reserviert. Griechenland könne nicht mit Finanzhilfen aus Russland rechnen, sagte er am Samstag dem Radiosender Business FM. Bei ihrem Treffen Anfang April hätten Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Alexis Tsipras aber durchaus über eine Zusammenarbeit im Energiebereich gesprochen. Putin hat Hunderte Millionen Euro an Transitgebühren in Aussicht gestellt, wenn sich Griechenland an der Gaspipeline Turkish Stream beteiligt.

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis hatte wiederholt angekündigt, eine Absichtserklärung solle noch in dieser Woche unterzeichnet werden. Von einer Vorauszahlung sprach er nicht. Die Verlängerung der russischen Pipeline nach Griechenland muss von der EU genehmigt werden und soll 2019 fertig sein. Experten griechischer Banken sagten, sie könnten sich «schwer vorstellen», wie Gelder für ein Projekt fließen könnten, das noch gar nicht genehmigt ist.

Die internationalen Geldgeber haben die noch fälligen Hilfen aus den Hilfsprogrammen von 7,2 Milliarden Euro auf Eis gelegt. Sie sollen erst freigegeben werden, wenn Athen eine konkrete Liste von Reformen vorlegt und diese auch umsetzt.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis warb am Rande des Finanzgipfels in Washington um Verständnis. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus traf er auch US-Präsident Barack Obama. Nach Obamas Ansicht muss Griechenland «harte Entscheidungen» treffen und sein wackliges Finanzsystem mit Reformen stabilisieren. «Sie müssen Steuern eintreiben. Sie müssen ihre Bürokratie abbauen», sagte Obama am Freitag. Den Kreditgebern müsse Athen beweisen, dass das Land beginnt, sich selbst zu helfen.

So, 2015-04-19 14:38
Berlin (dpa)

Politische Woche - Themen und Termine

Berlin (dpa) - In Eriwan wird des Beginns der Massaker an den Armeniern vor 100 Jahren im Osmanischen Reich gedacht, Bundespräsident Joachim Gauck spricht dazu auf einem Gedenkgottesdienst im Berliner Dom, der Bundestag streitet um die Einstufung der Gräueltaten als Völkermord. In Lüneburg beginnt der Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen in Auschwitz-Birkenau. In NSU-Prozess in München steht der 200. Verhandlungstag an. Im Koalitionsausschuss der Bundesregierung geht es um mögliche Korrekturen am Mindestlohn. In New York findet die neunte Verhandlungsrunde zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP statt.

MONTAG, 20. April

- Aktuelle Fragen zum Thema innere Sicherheit stehen im Mittelpunkt des 24. Bundeskongresses der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Berlin. Außerdem wird ein neuer Bundesvorstand gewählt. Gastredner ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

- Anlässlich der deutschen Präsidentschaft in der Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) diskutiert ein zivilgesellschaftliches Dialogforum in Berlin über Themen wie Weltwirtschaft, Standards und Klimaschutz. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt daran teil.

- Das Internationale Auschwitz Komitee nimmt Stellung zum Prozess gegen Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen. An der Pressekonferenz in Lüneburg nehmen auch Überlebende von Auschwitz teil. Der 93-Jährige steht vom 21. April an vor Gericht.

- In Athen beginnt der Prozess gegen die rechtsextremistische Partei Goldene Morgenröte. Unter den insgesamt 69 Angeklagten sind Parteichef Nikolaos Michaloliakos sowie weitere 17 ehemalige und heutige Abgeordnete der rassistischen Partei.

- Die EU-Außenminister bereiten in Luxemburg den EU-Lateinamerika-Gipfel am 10./11. Juni und den Gipfel der Östlichen Partnerschaft am 21. und 22. Mai in Riga vor. Außerdem geht es um die europäische Sicherheitsstrategie sowie die Konflikte in Libyen und im Jemen.

- Die EU-Minister für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz kommen zu einem mehrtägigen informellen Treffen in Riga zusammen.

- In New York beginnt die neunte Verhandlungsrunde zum umstrittenen transatlantischen Handelsabkommen TTIP.

DIENSTAG, 21. April

- Die neuesten Zahlen zu Drogenkriminalität und Suchttoten stellen die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler und BKA-Chef Holger Münch in Berlin vor.

- Wie weit Deutsch als Fremdsprache in der Welt verbreitet ist, zeigt eine alle fünf Jahre erstellte Erhebung, die der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Goethe Institut und die Kultusministerkonferenz in Berlin vorstellen.

- EKD-Präses Irmgard Schwaetzer erläutert in Berlin das Programm der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, die vom 30. April bis 3. Mai in Würzburg stattfindet.

- Bundespräsident Joachim Gauck zeichnet Gewinner des Wettbewerbs «Starke Schule» aus. Beteiligt haben sich deutschlandweit rund 650 Schulen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 220 000 Euro.

- In Lüneburg beginnt der Prozess gegen Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen im Vernichtungslager Auschwitz (weitere Verhandlungstage am Mittwoch und Donnerstag).

- Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) stellt in Berlin ein neues Programm «Forschung für Nachhaltige Entwicklung» vor. Thema ist auch die synthetische Herstellung von Dieseltreibstoff auf CO2-Basis.

- In Kairo wird das Urteil im Prozess gegen den islamistischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi und weitere Mitglieder der Muslimbruderschaft erwartet. Es geht um den Tod von Demonstranten vor dem Präsidentenpalast 2012. Den Angeklagten droht die Todesstrafe.

- König Philippe und Königin Mathilde von Belgien besuchen den Europarat, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und das Eurokorps in Straßburg.

- Im Prozess gegen den Bombenleger beim Boston-Marathon 2013 geht es jetzt um das Strafmaß. Die Geschworenen müssen beurteilen, ob Dschochar Zarnajew mit dem Tode bestraft werden soll oder eine Haftstrafe erhält.

MITTWOCH, 22. April

- Kabinettssitzung (Themen werden erst kurzfristig bekanntgegeben)

- Bundestag mit Befragung der Bundesregierung und Fragestunde.

- Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht das Berufsbildungswerk in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

- Am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gibt es eine mündliche Verhandlung zu Sozialleistungen für zuziehende EU-Bürger. Dabei geht es um die Frage, unter welchen Umständen ein Staat andere EU-Bürger von Sozialleistungen ausschließen darf.

- Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner und Kremlchef Wladimir Putin wollen in Moskau Abkommen zur strategischen Partnerschaft beider Länder unterzeichnen.

- In Brüssel treffen sich die Kommissionen von Afrikanischer und Europäischer Union. Der letzte EU-Afrika-Gipfel fand 2014 statt.

DONNERSTAG, 23. April

- Im Bundestag geht es um den Nachtragshaushalt 2015, den Jahresbericht des Wehrbeauftragten 2014, den Kleinanlegerschutz, das Erbrecht, die Verfolgung von staatsgefährdenden Gewalttaten, die Einführung von Ersatzpersonalausweisen für sogenannte Gefährder sowie Karenzzeiten für Regierungsmitglieder, die in die Wirtschaft wechseln.

- Um mögliche Korrekturen am Mindestlohn geht es im Koalitionsausschuss der Bundesregierung. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll eine Bestandsaufnahme vorlegen.

- Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Edathy-Kinderporno-Affäre hört den Göttinger Polizeipräsidenten und drei weitere Polizeibeamte aus Niedersachsen als Zeugen an.

- Mit einem ökumenischen Gottesdienst wollen die christlichen Kirchen in Deutschland zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck an die Gräueltaten an Armeniern vor 100 Jahren erinnern.

- Im Prozess um die Mordserie der Neonazi-Terrorzelle NSU findet am Oberlandesgericht München der 200. Verhandlungstag statt. Das Schweigen der Hauptangeklagten Beate Zschäpe ist einer der Hauptgründe, warum der Prozess so lange dauert.

- EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird in Görlitz mit dem Internationalen Brückepreis ausgezeichnet.

- Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg verkündet ein Urteil zum Thema Entzug des Führerscheins im Ausland. Geklagt hatte eine Österreicherin, der in Deutschland das Recht aberkannt wurde, dort mit ihrem österreichischen Führerschein zu fahren.

FREITAG, 24. April

- Weitere Themen im Bundestag sind unter anderem die Zusammenarbeit im Bereich des Verfassungsschutzes, die Palliativ- und Hospizversorgung und Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz.

- In Eriwan wird der Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich vor 100 Jahren gedacht. Dazu werden unter anderem Kremlchef Putin und Frankreichs Präsident François Hollande erwartet.

- In Berlin streitet der Bundestag über die Massaker an den Armeniern und die Einstufung der Gräueltaten als «Völkermord».

- Prinz Charles und Prinz Harry nehmen in der Türkei an den Gedenkfeiern für die Opfer der Schlacht von Gallipoli (türk: Gelibolu) an den Dardanellen im Ersten Weltkrieg teil.

- Im kanadischen Iqaluit beginnt ein zweittägiges Ministertreffen des Arktischen Rates. Dabei geht es um Fragen wie die Ausbeutung von Rohstoffen und den Umweltschutz. Mitglieder in dem Rat sind Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA. Kanada gibt den Vorsitz an die USA ab.

- Zum Ende der neunten TTIP-Verhandlungsrunde in New York berichten die Delegationen über den Verlauf der Gespräche.

- Um das Thema geistiges Eigentum im Zeitalter der digitalen Wirtschaft geht es bei einer Veranstaltung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Mit dabei sind Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) und der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft, Günther Oettinger (CDU).

- Gut zwei Wochen vor der Wahl in Bremen (10. Mai) nimmt Kanzlerin Merkel an einer Wahlkampfveranstaltung der CDU in Bremerhaven teil.

SAMSTAG, 25. April

- Bein einem kleinen Parteitag (Länderrat) der Grünen in Berlin geht es um Themen wie Europa («Green New Deal») und Sterbehilfe.

- Umweltverbände, Bürgerinitiativen und Gewerkschaften haben zu einer Großdemo für den Kohleausstieg aufgerufen. Geplant ist eine Menschenkette durch den rheinischen Braunkohletagebau Garzweiler.

- Die CDU-Brandenburg wählt bei einem Landesparteitag in Schönefeld einen neuen Vorsitzenden.

- Auch beim Landesparteitag der SPD Mecklenburg-Vorpommern in Gägelow wird der Vorstand neu gewählt.

- Im westafrikanischen Togo stehen Präsidentschaftswahlen an. Amtsinhaber Faure Gnassingbé dürfte nach zehn Jahren an der Macht auch diese Wahl gewinnen.

SONNTAG, 26. April

- Bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide ist Bundespräsident Gauck der Hauptredner.

- In Natzwiller gedenkt Frankreich der Deportierten in die nationalsozialistischen Konzentrationslager, daran nimmt Präsident François Hollande teil.

- In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Kasachstan finden vorgezogene Präsidentenwahlen statt. Staatschef Nursultan Nasarbajew ist seit 25 Jahren im Amt und dürfte auch diesmal antreten.

- In Kuala Lumpur beginnt ein Gipfeltreffen der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) (bis 27.04.)

- Japans Ministerpräsident Shinzo Abe beginnt eine USA-Reise, auch ein Treffen mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus ist geplant.

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(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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