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Di, 2016-05-31 16:47
Bagdad (dpa)

Zivilisten in Falludscha eingeschlossen - Offensive im Süden gestoppt

Es mangelt an Essen, sauberem Trinkwasser und Medizin. Einwohner der westirakischen Stadt Falludscha stehen aber noch aus anderen Gründen am Rand der Verzweiflung.

Bagdad (dpa) - Der von irakischen Streitkräften angegriffenen IS-Hochburg Falludscha droht nach Angaben von Helfern eine humanitäre Katastrophe. Rund 50 000 Menschen seien in der westirakischen Stadt, die seit Januar 2014 von der Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert wird, eingeschlossen. Zivilisten stünden im Kreuzfeuer der Konfliktparteien, und es gebe für sie keine sicheren Fluchtrouten aus der Stadt heraus, sagte der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Jan Egeland, am Dienstag. Im Süden Falludschas geriet die Armeeoffensive wegen des heftigen Widerstandes der Dschihadisten ins Stocken.

Nur 554 Familien aus der Umgebung der Stadt hätten seit Beginn der Militäroffensive Falludscha verlassen können, heißt es. Zivilisten berichteten von extremer Hungersnot, sagte der NRC-Leiter im Irak, Nasr Muflahi. «Ein Mangel an Essen, Medizin, sicherem Trinkwasser und Strom drängt Familien an den Rand der Verzweiflung.»

Die irakische Armee und Milizen hatten Anfang vergangener Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak.

In südlichen Teil Falludschas mussten Regierungseinheiten ihren Vormarsch am Dienstag wegen der Gegenwehr von IS-Kämpfern stoppen. Dschihadisten hätten die Armee aus selbst gegrabenen Tunneln in dem Gebiet Nuaimija angegriffen, berichtete ein Befehlshaber der Deutschen Presse-Agentur. Die Extremisten hätten dabei auch Scharfschützen eingesetzt.

Bei Luftangriffen im Nordwesten des Nachbarlandes Syrien starben in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Menschen. Unter den Opfern in der Provinzhauptstadt Idlib seien auch sieben Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Stadt wird von einem Bündnis aus überwiegend extremistischen Islamisten kontrolliert, unter ihnen auch Kämpfer des syrischen Al-Kaida-Ablegers, der Al-Nusra-Front.

Die Menschenrechtler sowie örtliche Rettungshelfer gehen davon aus, dass die insgesamt zehn Luftschläge nahe eines Krankenhauses von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Das Verteidigungsministerium in Moskau dementierte jedoch, dass in der Provinz Idlib russische Angriffe geflogen worden seien. Kampfflugzeuge russischer Bauart werden auch von der syrischen Armee benutzt.

Nach dem Rücktritt des ranghohen Unterhändlers der Opposition, Mohammed Allusch, von den Friedensgesprächen in Genf warf Russland den syrischen Regimegegnern Desinteresse an einer politischen Lösung in dem Bürgerkriegsland vor. Dies sei bereits «die zweite Fahnenflucht» der Gegner von Präsident Baschar al-Assad, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau. Allusch hatte seinen Schritt mit der Kompromisslosigkeit des syrischen Regimes und den fortgesetzten Angriffen gegen Zivilisten begründet.

Di, 2016-05-31 16:17
Berlin (dpa) 

Ein Leben voller Kampf und Scheitern - Frühe Armut bleibt oft lange Von Basil Wegener, dpa

Kinderarmut ist in Deutschland ein Massenphänomen. Und wer als Kind nicht mitmachen kann wie die anderen, hat es auch später schwer - viele schaffen es aus Hartz IV nicht dauerhaft in bessere Verhältnisse.

Berlin (dpa) - Als junges Mädchen hat sie sich immer gewünscht, wie die anderen Kinder Karussell fahren zu können. Doch die Eltern hatten fast nie Geld dafür übrig. Und als sie groß war, hatte sie keine Lust mehr darauf. Heute ist sie 56 und nach einiger Zeit als Sekretärin seit mehreren Jahren arbeitslos. «Ich wollte schon gerne aus der Armut raus», sagt die Frau aus Frankfurt/Main. Aber so recht geklappt hat es nicht - ihre schlechten Startchancen macht sie dafür verantwortlich. Fälle wie dieser zeigen die soziale Sprengkraft hinter der Zahl von aktuell 1,54 Millionen unter 15-Jährigen, die heute von Hartz IV abhängig sind - jedes siebte Kind.

«Das wird schon in der Kindheit aussortiert», sagt Frankfurterin. Sie selbst habe erlebt, dass reichere Kinder immer wieder bevorzugt worden seien. «Da wurde alles in Bewegung gesetzt, dass die eine bessere Schule besuchen.» Bei ihr hingegen sei alles immer irgendwie begrenzt gewesen. «Es war wie so eine unsichtbare Blase.»

Die Zahlen der Kinder mit Hartz IV schwanken - zuletzt gingen sie wieder etwas nach oben. Gut 30 000 mehr Kinder als im Vorjahr hatten zuletzt Hartz IV. Fünf Jahre vorher waren es insgesamt etwas mehr als heute - 1,6 Millionen. Die Frankfurter Sozialwissenschaftlerin Evelyn Sthamer hat untersucht, was das für die Kinder und Jugendlichen bedeutet. Sie spricht von einer «Verfestigung von Armut». Viele schaffen es laut Sthamer ihr Leben lang nicht in die Mittel- oder Oberschicht. Sthamer hat für ihre Untersuchungen Gruppengespräche mit Arbeitslosen organisiert, aus denen auch das Beispiel der 56-Jährigen stammt. Wie die Frankfurterin erzählten dort viele vom lebenslangen «Kämpfen und Scheitern», sagt Sthamer.

Insgesamt leben 19 Prozent aller Mädchen und Jungen unter 18 in armen Haushalten, wenn man als Kriterium ein Haushaltseinkommen unter 60 Prozent des Durchschnitts nimmt. Das sind gut 1900 Euro bei einer Familie mit zwei Kindern. Besonders betroffen sind Bremen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern - am wenigsten Bayern und Baden-Württemberg.

«Die Kinderarmut ist alarmierend», mahnt Maria Loheide vom Vorstand der Diakonie. Gemeinsam mit 30 anderen Organisationen hat der evangelische Sozialverband einen Aufruf gestartet, um das Problem zu mindern. Die Verbände fordern vor allem höhere und klarer strukturierte Sozialleistungen. «Denn dort, wo die Not am Größten ist, kommt am wenigsten an», sagt der Marburger Sozialethiker Franz Segbers.

Heute ist es so: Für Kinder bis 6 Jahren gibt es 237 Euro, von 6 bis 14 sind es 270 Euro, von 14 bis 18 dann 306 Euro. Zusätzlich können Hilfen aus dem Bildungs- und Teilhabegesetz beantragt werden - etwa ein Zuschuss fürs Schulmittagessen, 100 Euro im Jahr für Schulranzen, Hefte, Materialien oder auch monatlich bis zu 10 Euro für Beiträge in Sportverein oder Musikschule. Doch viele beantragen die Leistungen gar nicht, heißt es immer wieder. Für den Präsidenten des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, kein Wunder, sei das Ganze doch eine einzige bürokratische Antrags- und Kontrollveranstaltung. Und vom Kindergeld und dessen Erhöhungen haben Hartz-IV-Bezieher nichts - wird es doch als Einkommen angerechnet.

Höhere Sozialleistungen? Bei der zuständigen Fachministerin Andrea Nahles (SPD) stoßen die Sozialverbände da auf wenig Begeisterung. «Die Verbesserung von Transferleistungen führt nicht dazu, dass strukturell das Problem wirklich gelöst wird», meint sie. «Kinderarmut ist immer ein bedrückendes Phänomen.» Am meisten helfe aber, möglichst viele Menschen in einen Job zu bringen. Allerdings bleibt die Zahl der Langzeiterwerbslosen seit Jahren bei rund einer Million wie zementiert.

Di, 2016-05-31 16:44
Bagdad (dpa)

Zivilisten in Falludscha eingeschlossen - Offensive im Süden gestoppt

Es mangelt an Essen, sauberem Trinkwasser und Medizin. Einwohner der westirakischen Stadt Falludscha stehen aber noch aus anderen Gründen am Rand der Verzweiflung.

Bagdad (dpa) - Der von irakischen Streitkräften angegriffenen IS-Hochburg Falludscha droht nach Angaben von Helfern eine humanitäre Katastrophe. Rund 50 000 Menschen seien in der westirakischen Stadt, die seit Januar von der Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert wird, eingeschlossen. Zivilisten stünden im Kreuzfeuer der Konfliktparteien, und es gebe für sie keine sicheren Fluchtrouten aus der Stadt heraus, sagte der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Jan Egeland, am Dienstag. Im Süden Falludschas geriet die Armeeoffensive wegen des heftigen Widerstandes der Dschihadisten ins Stocken.

Nur 554 Familien aus der Umgebung der Stadt hätten seit Beginn der Militäroffensive Falludscha verlassen können, heißt es. Zivilisten berichteten von extremer Hungersnot, sagte der NRC-Leiter im Irak, Nasr Muflahi. «Ein Mangel an Essen, Medizin, sicherem Trinkwasser und Strom drängt Familien an den Rand der Verzweiflung.»

Die irakische Armee und Milizen hatten Anfang vergangener Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak.

In südlichen Teil Falludschas mussten Regierungseinheiten ihren Vormarsch am Dienstag wegen der Gegenwehr von IS-Kämpfern stoppen. Dschihadisten hätten die Armee aus selbst gegrabenen Tunneln in dem Gebiet Nuaimija angegriffen, berichtete ein Befehlshaber der Deutschen Presse-Agentur. Die Extremisten hätten dabei auch Scharfschützen eingesetzt.

Bei Luftangriffen im Nordwesten des Nachbarlandes Syrien starben in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Menschen. Unter den Opfern in der Provinzhauptstadt Idlib seien auch sieben Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Stadt wird von einem Bündnis aus überwiegend extremistischen Islamisten kontrolliert, unter ihnen auch Kämpfer des syrischen Al-Kaida-Ablegers, der Al-Nusra-Front.

Die Menschenrechtler sowie örtliche Rettungshelfer gehen davon aus, dass die insgesamt zehn Luftschläge nahe eines Krankenhauses von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Das Verteidigungsministerium in Moskau dementierte jedoch, dass in der Provinz Idlib russische Angriffe geflogen worden seien. Kampfflugzeuge russischer Bauart werden auch von der syrischen Armee benutzt.

Nach dem Rücktritt des ranghohen Unterhändlers der Opposition, Mohammed Allusch, von den Friedensgesprächen in Genf warf Russland den syrischen Regimegegnern Desinteresse an einer politischen Lösung in dem Bürgerkriegsland vor. Dies sei bereits «die zweite Fahnenflucht» der Gegner von Präsident Baschar al-Assad, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau. Allusch hatte seinen Schritt mit der Kompromisslosigkeit des syrischen Regimes und den fortgesetzten Angriffen gegen Zivilisten begründet.

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Di, 2016-05-31 16:34
Berlin (dpa)

Oxfam beklagt menschenunwürdige Zustände auf Obstplantagen

Beim Anbau von Bananen und Ananas für deutsche Supermärkte sollen teilweise menschenunwürdige Zustände herrschen. Das beklagt die Hilfsorganisation Oxfam in der Studie «Süße Früchte, bittere Wahrheiten». Doch gibt es Streit um die Nachprüfbarkeit der Vorwürfe.

Berlin (dpa) - Die Hilfsorganisation Oxfam wirft den großen deutschen Lebensmittel-Handelsketten Edeka, Rewe, Aldi und Lidl vor, Bananen und Ananas von Plantagen zu beziehen, auf denen massiv gegen Menschenrechte verstoßen werde. Arbeiter seien dort hochgiftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert, Gewerkschafter würden unterdrückt und bedroht sowie Mindestlöhne unterschritten, berichtete Oxfam in seiner am Dienstag veröffentlichten Studie mit dem Titel «Süße Früchte, bittere Wahrheiten».

Oxfam hatte für die Untersuchung nach eigenen Angaben Plantagen in Ecuador und Costa Rica besucht, mehr als 200 Arbeiterinnen und Arbeiter befragen lassen und mit zahlreichen Experten gesprochen. Auch auf Plantagen, die mit dem weit verbreiteten Nachhaltigkeitssiegel der Rainforest Alliance - erkennbar am grünen Frosch - zertifiziert wurden, seien die Zustände katastrophal.

Die Rainforest Alliance betonte in einer ersten Stellungnahme, man nehme die Anschuldigungen «sehr ernst». Erste Überprüfungen der Vorwürfe auf zwei Farmen in Costa Rica und Ecuador hätten die Anschuldigungen aber nicht bestätigt. Die Organisation lud Oxfam zu gemeinsamen Überprüfungen ein.

Der Handelskonzern Rewe betonte in einer Stellungnahme, dass für alle Bananen und Ananas der Eigenmarken mit den Lieferanten eine verbindliche Zertifizierung nach dem Standard der Rainforest Alliance vereinbart worden sei. Sollte es Hinweise geben, dass es hier zu Verstößen komme, würden diese selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls geahndet. Rewe habe Oxfam deshalb um konkretere Informationen gebeten. Die Organisation habe die Vorwürfe aber «bis heute nicht belegen können».

Aldi betonte, die von Oxfam geschilderten Zustände seien «in keiner Weise mit dem Verständnis des Unternehmens von sozial gerechten und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen vereinbar. Aldi werde solche Zustände nicht tolerieren. Das Unternehmen stehe mit seinen Lieferanten im Austausch und werde begründeten Verdachtsfällen nachgehen.

Auch Lidl betonte, man nehme das Thema Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sehr ernst und arbeite mit Lieferanten seit Jahren aktiv an Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung. Beide Discounter verwiesen aber auch darauf, dass die Anschuldigungen bereits von der Rainforst Alliance geprüft worden seien und nicht hätten bestätigt werden können.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka betonte ebenfalls sein Engagement für die Verbesserung der Umwelt- und Sozialstandards. Edeka arbeite beispielsweise gemeinsam mit der Umweltorganisation WWF in Modellprojekten in Kolumbien und Ecuador daran, die Umwelt- und Arbeitsbedingungen beim konventionellen Bananenanbau spürbar zu verbessern. Das Unternehmen strebe eine lückenlose Umsetzung der geforderten Standards an. Bisher lägen Edeka jedoch noch keine Angaben vor, auf welcher Datenbasis und auf welchen Farmen die aktuellen Rechercheergebnisse von Oxfam ermittelt worden seien.

Di, 2016-05-31 16:20
Geretsried (dpa)

verdächtigt das Sieber-Produkt «Original Bayerisches Wammerl») Fleischfirma Sieber klagt wegen Produktionsverbots

Hunderte Tonnen Wurstwaren müssen vernichtet werden, weil in Produkten der Firma Sieber gesundheitsgefährdende Bakterien gefunden wurden. Ob Todesfälle auf das Fleisch zurückgehen, ist unklar. Der Inhaber erhebt nun Vorwürfe gegen die Behörden.

Geretsried (dpa) - Die Fleischwarenfirma Sieber geht nach dem Fund gesundheitsgefährdender Bakterien in Wurstwaren gerichtlich gegen das behördlich angeordnete Produktionsverbot vor. Es sei Klage gegen den Freistaat Bayern eingereicht worden, sagte der Inhaber Dietmar Schach am Dienstag am Firmenstandort in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Der Rückruf sämtlicher Waren und die Werksschließung seien politisch motiviert. Das bayerische Verbraucherschutzministerium wies die Vorwürfe zurück.

In Proben von Sieber-Wurstwaren waren gesundheitsgefährdende Listerien gefunden worden. Das Landratsamt in Bad Tölz hatte daraufhin am Freitag angeordnet, dass sämtliche Sieber-Produkte in ganz Deutschland aus den Ladentheken sowie in Flughäfen und Großkantinen zurückgerufen und vernichtet werden müssen. Das Unternehmen beliefert nach seinen Angaben die Ketten Lidl, Norma, Rewe und Penny, nicht jedoch Aldi. Außerdem verhängte die Behörde ein Betriebs- und Vertriebsverbot für die Großmetzgerei mit 120 Beschäftigten.

Eine Ansteckung mit Listerien kann bei Kleinkindern und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem meist zu starkem Durchfall und Fieber führen. Bei Gesunden verläuft die Listeriose genannte Krankheit oft harmlos.

Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen wurden seit 2012 in Deutschland Listeriosen mit einem bestimmten Muster beobachtet. Diesem Ausbruch könnten möglicherweise bis zu 80 Erkrankungsfälle mit dem Schwerpunkt Baden-Württemberg und 22 Fälle in Bayern zugeordnet werden. Acht der erkrankten Personen sind gestorben, bei vier von ihnen wird die Listeriose als hauptsächliche Todesursache angesehen. Ob die Todesfälle auf Sieber-Produkte zurückgehen, ist unklar.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermutet, dass das Sieber-Produkt «Original Bayerisches Wammerl» in Zusammenhang mit dem Listeriose-Ausbruch in Süddeutschland von 2012 an bis heute steht. So kam es erst zur Verzehrwarnung durch das bayerische Verbraucherschutzministerium und schließlich zum Rückruf der Ware.

Die Münchner Staatsanwaltschaft leitete Vorermittlungen gegen Sieber ein. «Wir prüfen den Sachverhalt», sagte Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich am Dienstag.

Es werde der Versuch unternommen, «dass man an einem Betrieb ein Exempel statuiert, um von behördlichen Versäumnissen abzulenken», kritisierte Schach. Er bezifferte den täglichen Schaden für sein Unternehmen auf 100 000 Euro. Insgesamt mehrere Hundert Tonnen Ware müssten vernichtet werden. Er äußerte den Verdacht, dass sein Unternehmen durch die staatlich angeordneten Sanktionen dafür missbraucht werde, politisch vorzeigbare Erfolge im Kampf gegen Lebensmittelskandale zu erzielen. Er nannte auf Nachfrage Versäumnisse bei Bayern-Ei. Im Zuge der Salmonellen-Affäre sollen Dutzende Menschen erkrankt und ein Mann gestorben sein.

Das Verbraucherschutzministerium in Bayern wies die Vorwürfe zurück: «Die zuständigen Behörden handeln konsequent zum Schutz der Verbraucher», erklärte ein Sprecher. «Auch für Betriebe einschneidende Maßnahmen werden zum Schutz der Verbraucher ergriffen, wenn sie rechtlich zulässig und erforderlich sind.» Die Behörden hätten die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, betonte der Sprecher und ergänzte: «Der Rückruf wird amtlich überwacht. Außerdem wurden weitere Proben genommen, die noch ausgewertet werden. Die weitere Aufklärung der Lieferwege läuft.»

Schach verwies darauf, dass rund 45 im Unternehmen genommene Proben frei von gesundheitsgefährdenden Listerien seien. «Es gibt bis jetzt keine gesicherten Erkenntnisse, wann und wo Keime in unser Unternehmen hineingetragen wurden», sagte Schach. Allerdings wurden vor Ostern in einem Schweinefleisch-Produkt von Sieber im Nürnberger Land Listerien nachgewiesen. Der Grenzwert wurde dabei um das Zehnfache überschritten.

Bei daraufhin veranlassten verstärkten Proben in Kaufhausregalen waren fünf Produkte mit Listerien belastet. Nach Schachs Worten wurden dabei die behördlich vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten. «Dass auf dieser Tatsachenbasis das gesamte Produktsortiment zurückgerufen werden muss, ist einmalig», kritisierte der Firmenschef. Er arbeite an einem Konzept zur Rettung der Firma.

Di, 2016-05-31 16:46
Wolfsburg (dpa)

Diesel-Skandal hinterlässt erneut tiefe Spuren in VW-Konzernbilanz

Die Abgas-Affäre belastet den VW-Konzern weiter. Auch im neuen Jahr drücken die Folgen der weltweiten Diesel-Manipulationen auf den Gewinn. Allein die Anwälte verschlingen hunderte Millionen Euro.

Wolfsburg (dpa) - Volkswagen handelt sich im Abgas-Skandal den nächsten heftigen Gewinneinbruch ein. Unterm Strich sackte das Ergebnis zwischen Januar und Ende März um rund ein Fünftel ab, wie VW am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Die Kernmarke VW mit Modellen wie dem Golf und dem Passat konnte nur noch knapp den Sturz in die roten Zahlen vermeiden.

VW versuchte mit hohen Rabatten, die Verkäufe trotz Diesel-Skandals stabil zu halten. Die Vertriebskosten stiegen zu Jahresbeginn aber bei weitem nicht mehr so stark wie direkt nach Bekanntwerden der Manipulationen. Ursprünglich hatte der Konzern sogar noch mit rund 100 Millionen Euro mehr Anreizen kalkuliert, er schöpfte diesen Puffer aber nicht komplett aus.

Auch die Währungskurse spielten Europas größtem Autobauer in die Karten: Die milliardenschweren Rückstellungen für die Folgen der Abgas-Krise gewannen bei der Währungsumrechnung an Wert. Grund ist vor allem der gestiegene Euro-Kurs gegenüber dem US-Dollar. Deswegen konnte VW einen Teil dieses Polsters auflösen und im operativen Ergebnis verbuchen. Das brachte 500 Millionen Euro und sorgte dafür, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sogar leicht um 112 Millionen auf 3,4 Milliarden Euro kletterte.

Andererseits zeigt ein weiterer Posten, wie präsent die Abgas-Affäre in den Büchern bleibt: Für künftige Anwaltskosten legte Volkswagen im ersten Quartal 200 Millionen Euro mehr zurück.

VW-Konzernchef Matthias Müller zeigte sich vorsichtig zufrieden: «Es ist uns auch im ersten Quartal gelungen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Dieselthematik in Grenzen zu halten und unter schwierigen Bedingungen respektable Ergebnisse zu erwirtschaften.»

Volkswagen hatte mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Mit den Folgen hat VW noch immer schwer zu kämpfen. Im vergangenen Jahr hatten Milliarden-Rückstellungen für den größten Verlust der Konzerngeschichte gesorgt. Im ersten Quartal lag der Gewinn für die Aktionäre wieder bei 2,3 Milliarden Euro, aber damit noch immer deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

In den USA, wo der Skandal seinen Ursprung hatte, gibt es immer noch keine definitive Lösung mit den US-Behörden. Dabei geht es etwa darum, wie viele Autos VW kostspielig zurückkaufen muss. Außerdem kommt Volkswagen bei der Umrüstung der manipulierten Fahrzeuge nur schleppend voran. Seit Jahresbeginn wurden in Europa erst 50 000 Autos umgerüstet, wie Vertriebschef Fred Kappler sagt. Es könne sein, dass VW es nicht schaffe, bis zum Jahresende alle Autos umzurüsten - das war das vorgegebene Ziel. VW muss alleine in Deutschland 2,5 Millionen Dieselfahrzeuge in die Werkstätten rufen.

Probleme hat VW auch in seinem wichtigsten Markt. In China musste der Autobauer massiv Federn lassen. Das anteilige operative Ergebnis aus dem Geschäft im Reich der Mitte sackte im ersten Quartal um ein Viertel im Jahresvergleich auf 1,2 Milliarden Euro ab. Allerdings hatte dort der Automarkt vor einem Jahr auch noch mächtig gebrummt, bevor die Verkäufe im Sommer spürbar einknickten.

Finanzchef Frank Witter sagte in einer Telefonkonferenz, VW rechne in China im Jahresverlauf mit besseren Aussichten. Die Margen in China seien aber unter Druck. Auch in Brasilien und Russland seien die Märkte angespannt.

Ein hartnäckiges Problem bleibt die Ertragsschwäche der Kernmarke mit dem VW-Logo: Auch zum Jahresstart warf das Sorgenkind mit Golf und Passat kaum Gewinn ab. Zwar arbeitete die Marke in den ersten drei Monaten mit 73 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wieder profitabel. Doch im Vergleich zum Startquartal des Vorjahres (514 Mio Euro) brach das Ergebnis um 86 Prozent ein. Finanzchef Witter sagte, es sei eine der Top-Prioritäten des gesamten Konzerns, die Ertragslage bei der Kernmarke VW zu verbessern.

Die großen Gewinnbringer bleiben die Luxusmarken Audi und Porsche. Auch die tschechische Tochter Skoda glänzte. Der Konzern-Umsatz sank um 3,4 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro. Wie schon bekannt schrumpften die Verkaufszahlen leicht um 1,2 Prozent auf knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge.

Auch eine weitere Kennziffer zeigt neuerdings rückläufige Vorzeichen: Nach jahrelangen Zuwächsen sank die Mitarbeiterzahl im Inland seit dem Jahreswechsel um rund 800 Stellen auf 277 900. Dieser Rückgang binnen drei Monaten entspricht einem Minus von 0,3 Prozent. Einen Beschäftigungsrückgang in Deutschland gab es nach VW-Angaben zuletzt im Jahr 2009 mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Ausland lief der Aufbau dagegen weiter: 1,1 Prozent Plus hoben die Mitarbeiterzahl außerhalb Deutschlands um fast 4000 Stellen auf 335 200 Jobs. In Summe steht damit ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

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Di, 2016-05-31 16:34
Berlin (dpa)

Merkel: Brauchen mehr Leitungen für Energiewende

Die geplante Ökostromreform ist eines der letzten Großprojekte der Energiewende, die die Koalition vor der Wahl noch umsetzen will. Die Zeit drängt, eine Einigung ist aber weiter fraglich.

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt den Bau neuer Stromleitungen an, damit die Energiewende aus der Krise kommt. Vor einem Spitzentreffen mit den Ministerpräsidenten zur umstrittenen Reform der Ökostromförderung sagte Merkel in Berlin: «Energiewende findet nur statt, wenn der Strom, der produziert wird, auch zum Schluss durch eine Leitung dahin transportieren werden kann, wo er gebraucht wird.»

Es fehlt derzeit an Leitungen, um vor allem Windstrom aus dem Norden in die Industriezentren im Süden Deutschlands zu transportieren. Eine Einigung zwischen Bund und Ländern am Dienstagabend im Kanzleramt galt als offen - heiß umkämpft ist, wie stark der Bau neuer Windräder gebremst werden soll. Allerdings braucht der Bund nicht die Zustimmung der Länder im Bundesrat. Sie müssen jedoch die Energiewende umsetzen.

Merkel verwies auch auf das Kostenargument: Die Erneuerbaren seien «aus der Nische herausgekommen» und müssten nun in ein marktwirtschaftliches Umfeld geführt werden, erklärte sie. Die Regierung steht unter Zeitdruck. Merkel hatte eine Lösung bis zur Sommerpause Mitte Juli angekündigt - wenn nicht bald das Reformpaket steht, wackelt auch der mit der EU-Kommission verabredete Startzeitpunkt 1. Januar 2017.

Die EEG-Reform für mehr Wettbewerb ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Mit dem Umbau soll die Förderung für Ökostrom-Anlagen aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse umgestellt werden. Dann fallen die auf 20 Jahre festgelegten Garantiepreise für die Stromabnahme für neue Anlagen weg. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben: Wer wenig Subventionen verlangt, erhält den Zuschlag. Aktuell müssen Verbraucher und Wirtschaft pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen. Die EEG-Umlage beim Strompreis ist im laufenden Jahr auf Rekordniveau gestiegen. Derzeit liegt der Ökostromanteil bei 33 Prozent. Bis 2025 soll dieser auf 40 bis 45 Prozent erhöht werden.

Nicht nur zwischen Bund und Ländern knirscht es, sondern auch zwischen den Koalitionspartnern Union und SPD. Am Montagabend traf sich Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel mit Fachpolitikern der Union. Umstritten blieb dabei vor allem, wie stark die Förderung neuer Windparks an Land künftig gekürzt werden soll.

Gabriel schlägt nun eine Einmalkürzung von fünf Prozent zum 1. April 2017 und weitere, zeitlich gestaffelte Einschnitte vor. Die Union ist ebenfalls für eine 5-Prozent-Kürzung, will aber weitere 10 Prozent einsparen, wenn die Branche mehr als 2500 Megawatt neue Windkraft an Land baut. Die SPD will grundsätzlich einen Zubau von 3000 Megawatt pro Jahr erlauben.

Erhebliche Differenzen gibt es bei Biogas-Anlagen, die vor allem im CSU-regierten Bayern verbreitet sind. Die Union will neue Anlagen mit einer jährlichen Leistung von 300 Megawatt zulassen, die SPD will das auf 100 Megawatt begrenzen, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Die Grünen forderten die Länder auf, hart zu bleiben. «Die Ministerpräsidenten müssen die Energiewende und den Klimaschutz vor der Bundesregierung schützen», sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. Nur mit «kräftigem Rückenwind» für die Erneuerbaren sei das Klimaschutz-Ziel zu schaffen, die Erwärmung der Erde auf unter zwei Grad zu begrenzen. «Bei den letzten EEG-Reformen wurde die Photovoltaik platt gemacht, dieses Mal ist die Windkraft dran», kritisierte Hofreiter. Das gefährde rund 450 000 Arbeitsplätze der Branche.

Di, 2016-05-31 16:48
Wolfsburg (dpa)

Gefangen in der Vergangenheit: VW wird «Dieselgate» nicht los Von Heiko Lossie, dpa und Felix Frieler, dpa-AFX

Schaut man nur auf die Zahlen, könnte man denken, VW hat sich im Jahr geirrt. Beim Gewinn fällt der erfolgsverwöhnte Autobauer hinter den Stand von vor zwei Jahren zurück - dabei hat er gerade jetzt ein gut gefülltes Konto bitter nötig.

Wolfsburg (dpa) - Volkswagen hängt in der Abgas-Schleife: Während Konkurrenten mit aller Kraft Elektroautos und selbstfahrende Wagen entwickeln können, müssen die Wolfsburger für die Sünden der Vergangenheit zahlen. Die Diesel-Krise nagt am Ertrag des Zwölf-Marken-Konzerns und lässt ihn beim Gewinn hinter den Stand von vor zwei Jahren zurückfallen. VW verliert, was derzeit am kostbarsten scheint: Zeit.

Das ist eine bittere Wahrheit. Und während der Konzern am Dienstag bei der Zwischenbilanz offiziell ein «solides Auftaktquartal» verlautbaren ließ, hat Konzernchef Matthias Müller die Wahrheit vor seinem Führungsteam längst offen ausgesprochen: «Der Weg in die neue Autowelt wird sehr viel Geld kosten. Finanziert werden muss er mit den Einnahmen aus der alten Welt», kündigte er vor wenigen Tagen vor seinen Top-Managern an. «Die Mittel, die wir in die Elektrifizierung und in andere Zukunftsfelder investieren, müssen aus dem Kerngeschäft mit den bestehenden Fahrzeugen und klassischen Antrieben kommen.» Und dort lauert der Diesel-Schatten. Er kostet etliche Milliarden.

Um die Verkaufszahlen halbwegs stabil zu halten, muss VW nach dem Image-Verlust viel Geld in die Hand nehmen; Rabatte und Werbung schmälern die Gewinne. Anwälte verschlingen hunderte Millionen Euro. Die Umrüstung der weltweit elf Millionen manipulierten Autos kostet Unsummen - dabei hat sie immer noch nicht im großen Maßstab begonnen.

Manager und Ingenieure kämpfen gegen die Folgen des Skandals - das kostet Kapazitäten, die in der Zukunftswerkstatt fehlen. In den USA greift sogar noch immer ein teilweiser Verkaufsstopp und trotz erster Erfolge mit den US-Behörden stehen Milliardenstrafen bevor.

Die Diesel-Krise hält dem Konzern den Spiegel vor und zeigt offene Flanken: Vor allem die Pkw-Kernmarke weist immer mehr Anzeichen eines Sanierungsfalls auf. Nachdem sie im Schlussquartal des alten Jahres sogar in die Verlustzone gerauscht war, warf sie auch in den ersten drei Monaten operativ gerade einmal 73 Millionen Euro Gewinn ab.

Der Vergleich mit dem Rest der VW-Welt verdeutlicht das Dilemma: Die VW-Kernmarke verkaufte im Startquartal zwar fünfmal so viele Autos wie die kleinere VW-Schwestermarke Skoda, doch die Tschechen machten damit mehr als viermal so viel Gewinn. Zwar läuft bei VW-Pkw ein größerer Teil der Forschung und der Erfolg des renditeträchtigen China-Geschäfts taucht dort aus bilanztechnischen Gründen fast kaum auf. Dennoch: Die VW-Kernmarke hat ein echtes Problem.

Das sagt längst auch der Chef: «Es kann schlicht nicht sein, dass ein Konzern, der zehn Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkauft, die Skaleneffekte und Synergien nicht in dem Maße hebt, wie das eigentlich möglich und nötig wäre», schimpfte Müller vor seinen Führungskräften. «Das kann mancher Wettbewerber leider besser. Es gilt, den Rückstand zu den Besten aufzuholen.»

Finanzchef Frank Witter sagte am Dienstag, es sei eine der Top-Prioritäten des gesamten Konzerns, die Ertragslage bei der Kernmarke VW zu verbessern. Auch ohne die Folgen des Diesel-Skandals wäre Volkswagen mit der Profitabilität der Marke nicht zufrieden.

Insider verweisen auf ein Grundproblem bei VW: Während die Kollegen bei Skoda Disziplin üben, kaum Extrawürstchen fordern und mögliche Einspareffekte brav ausnutzen, prägt VW-Pkw eine Extravaganz, deren Auswüchse längst Legende sind in Wolfsburg. Da wurden zum Beispiel mehr Varianten von Außenspiegeln entwickelt, als es Modelle gab.

Inzwischen ist das Problem adressiert, VW-Pkw bekam noch unter Müllers Vorgänger Martin Winterkorn einen Sparkurs verordnet. Zudem soll das Wolfsburger Gewebe zwischen Konzern und Marke auseinander gezogen werden. Doch das ist keine Aktion über Nacht. «Uns ist klar, dass eine so tiefgreifende Neuaufstellung Zeit braucht und in der Übergangsphase auch zu Reibungsverlusten führt», schreiben Müller und VW-Markenchef Herbert Diess in der aktuellen Mitarbeiterzeitung.

Da ist er wieder: Der Faktor Zeit. Er ist kritisch für das Produkt bei Volkswagen, mit dem sich der Konzern vom blechbiegenden Riesen mit zehn Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr zum modernen Mobilitätsdienstleister wandeln will, bei dem das Kernprodukt Auto die Basis für verbundene digitale Services wird, deren Umsatzanteil zu einer neuen tragenden Säule werden soll. Doch die Wolfsburger wirken wie Gefangene in der alten Welt, der Diesel-Schatten ist lang.

Frank Schwope, Branchenanalyst bei der Bank NordLB, sieht diesen Schatten noch für eine Dekade über Volkswagen liegen. Die bisher für das Diesel-Drama zurückgestellten gut 16 Milliarden Euro dürften nur die Untergrenze sein. Das dicke Ende drohe noch: «Die tatsächlichen Gesamtkosten des Skandals dürften frühestens in zehn Jahren feststehen», sagt er. Volkswagen sorgt schon vor: Für Anwaltskosten legte der Konzern im Startquartal 200 Millionen Euro mehr zur Seite.

Di, 2016-05-31 16:48
Dortmund (dpa)

Dortmunder Polizei mit Großaufgebot bei Rechten-Aufmarsch am Samstag

Dortmund (dpa) - Die Polizei will an diesem Samstag (4. Juni) in Dortmund wegen eines Rechten-Aufmarsches Tausende Beamte zusammenziehen. Nach Hinweisen des Verfassungsschutzes würden sich unter die rund 1000 erwarteten Rechtsextremisten auch gewaltbereite Hooligans mischen, sagte Polizeipräsident Gregor Lange am Dienstag in Dortmund. Sie sollen der Gruppierung Hooligans gegen Salafisten (Hogesa) angehören. Insgesamt werden tausende Gegendemonstranten erwartet, darunter rund 1000 Gewaltbereite aus dem linken Spektrum.

Die Partei Die Rechte hat den Aufmarsch anlässlich des «Tages der deutschen Zukunft» angemeldet. Ein Verbot sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, sagte Lange. Es seien aber Auflagen durchgesetzt worden: Die Teilnehmer dürften weder ausländerfeindliche Parolen brüllen, noch durch die Innenstadt oder die Nordstadt marschieren, in der viele Ausländer leben. Die genaue Marschroute für die Rechten gibt die Polizei aus taktischen Gründen nicht bekannt. In der Vergangenheit war es in Dortmund immer wieder zu Gewalt gekommen.

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Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
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Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-31 16:28
Kabul (dpa)

Taliban töten zehn Reisende und nehmen Geiseln in Kundus

Kabul (dpa) - Die radikalislamischen Taliban haben in der umkämpften afghanischen Nordprovinz Kundus laut Behörden zehn Reisende getötet. Der Sprecher des Gouverneurspalastes, Hamdullah Danisch, korrigierte damit am Donnerstag die Zahl der Todesopfer von ursprünglich 13 auf zehn. Mehr als 150 Geiseln seien wieder freigelassen worden. 15 bis 18 Menschen seien aber noch in Händen der Islamisten. Polizeisprecher Hidschratullah Akbari sagte, die Polizei versuche, sie zu befreien.

Die Taliban bekannten sich am Nachmittag im Kurznachrichtendienst Twitter und in einer E-Mail zu der Tat. Sie gaben an, sechs «als Zivilisten «verkleidete Soldaten» getötet zu haben. Sie hätten versucht zu fliehen. Auch die Geiseln seien «alle Soldaten». Das zeigten ihre Papiere.

Die Taliban hatten die Fahrzeuge am frühen Morgen gegen 3.30 Uhr (Ortszeit) auf der Autobahn zwischen Kundus und Kabul gestoppt. Laut Polizei waren nur Zivilisten an Bord.

Die Aufständischen halten seit Monaten Fahrzeuge in vielen Provinzen des Landes an. Sie versuchen, Mitglieder der Regierung oder der Sicherheitskräfte sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen zu identifizieren. Die werden dann bedroht, entführt, oder getötet. Die Razzien gelten als Maßnahme zur Einschüchterung und Demotivierung der Regierung und von Menschen, die für die «Besatzer» arbeiten.

Busfahrer bitten Passagiere vor der Reise, ihre Taschen auf Dinge zu überprüfen, die ihnen bei Taliban-Razzien zum Verhängnis werden könnten. Dazu zählen Uniformteile oder Arbeitsausweise.

Di, 2016-05-31 16:51
Köln (dpa)

Stationen im Leben von Rupert Neudeck

Köln (dpa) - Der Gründer von Cap Anamur Rupert Neudeck wurde 77 Jahre alt. Die wichtigsten Stationen seines Lebens:

14. Mai 1939: Rupert Neudeck wird in Danzig geboren.

Januar 1945: Mit Mutter und Geschwistern flieht er aus Danzig nach Westfalen. Die Familie verpasst die «Wilhelm Gustloff», die sie in Sicherheit bringen sollte. Das Schiff wird bombardiert, Tausende an Bord kommen ums Leben.

1958 Abitur in Hagen. Danach studiert Neudeck Philosophie, Soziologie, Theologie und Germanistik.

1970 heiratet er seine Frau Christel. Das Paar lebt - später mit zwei Töchtern und einem Sohn - in Troisdorf bei Bonn.

1971 wird er Journalist in Köln, arbeitet auch als freier Autor.

1972 Promotion zum Doktor der Philosophie - Thema: «Politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus».

1978 bis 2002 ist Neudeck als Redakteur bei Deutschlandfunk und Deutschlandradio tätig.

1979 gründet Neudeck - mit Unterstützung des Schriftstellers Heinrich Böll - Cap Anamur. Die Flüchtlingshilfe wird zu seiner Lebensaufgabe.

Bis 1986 retten die Helfer mehr als 10 000 vietnamesische Flüchtlinge aus dem Chinesischen Meer.

Bis 1998 gehört Neudeck auch dem Vorstand an, eng verbunden bleibt er Cap Anamur bis zu seinem Tod.

2003 gründet er mit weiteren Initiatoren die Organisation Grünhelme.

2007 erhält er den Verdienstorden des Landes NRW - nach vielen Ehrungen zuvor und weiteren, die folgen werden.

2014 veröffentlicht er sein Buch «Radikal leben», das auch autobiografische Inhalte hat und seine zentralen Gedanken darlegt.

31. Mai 2016: Neudeck stirbt im Alter von 77 Jahren.

Di, 2016-05-31 16:03
Berlin (dpa)

AfD-Politiker Poggenburg und von Storch verteidigen Gauland

Die AfD möchte die Affäre um Vize-Parteichef Gauland gerne schnell beerdigen. Doch die öffentliche Empörung ist groß. Auch immer neue Äußerungen aus dem Parteivorstand halten das Thema lebendig.

Berlin (dpa) - Nach der Empörung über die Äußerungen von AfD-Vize Alexander Gauland über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng sorgt nun die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch für Kopfschütteln. Die Europaparlamentarierin warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sie wolle die Nationalstaaten abschaffen und «in der EU auflösen». Von Storch schlussfolgerte, dann werde es in Zukunft keine Fußball-Europameisterschaften mehr geben, sondern «nur noch EU-Bundesliga». Die AfD-Politikerin empörte sich am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite außerdem darüber, dass die von ihr geäußerten Vorwürfe gegen Merkel von Medien als «wirr» bezeichnet worden waren.

AfD-Vize Alexander Gauland hatte am Sonntag einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, weil er in einem Gespräch mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» mit Blick auf Fußball-Nationalspieler Boateng gesagt hatte: «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.»

Der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, stellte sich hinter Gauland. Er sagte, es seien leider Vorbehalte gegen Ausländer in der Bevölkerung zu verspüren. «Das festzustellen, dass das so ist, muss einfach erlaubt sein», sagte Poggenburg.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt nannte Gaulands Äußerung «erbärmlich». Sie zeige «das wahre Gesicht des Herrn Gauland und auch der AfD, das geprägt ist von Intoleranz und Engstirnigkeit.»

Gauland sagte am Dienstag in Potsdam, der Name Boateng sei ihm «untergejubelt» worden. Er sehe seine Äußerung in einen völlig falschen Zusammenhang gestellt. Boateng sei als Christ das falsche Beispiel für das Thema des Gesprächs mit den Journalisten gewesen, nämlich die Frage, warum die AfD kritisch zu einer islamischen Einwanderung stehe. «Der Vorwurf des Rassismus ist völlig absurd, weil ich gar nicht wusste, wie er aussieht.»

Mit Blick auf die schnelle öffentliche Entschuldigung seiner Parteichefin Frauke Petry bei Boateng meinte Gauland. «Ich glaube, es wäre klug gewesen, wir hätten alle zusammen besser kommuniziert.» In einer Telefonkonferenz des Bundesvorstands habe man sich inzwischen darauf verständigt, dass so etwas nicht wieder vorkommen solle.

In einer Mail an die AfD-Mitglieder hat Gauland den Vorgang zuvor bereits aus seiner Sicht geschildert. Er warf er den Journalisten vor, sich nicht an die vereinbarte Vertraulichkeit gehalten zu haben. «Ich hatte vorige Woche ein als vertraulich klassifiziertes Hintergrundgespräch mit zwei FAZ-Redakteuren», schrieb Gauland. Im Mittelpunkt hätten Auseinandersetzungen im Bundesvorstand sowie der «ungebremste Zustrom raum- und kulturfremder Menschen nach Deutschland» gestanden und wie sich dieser auf das Heimatgefühl vieler Menschen auswirke. Gauland bedauerte, «dass der Partei objektiv durch den Bruch aller Regeln ein Schaden entstanden ist».

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-31 16:33
Berlin (dpa)

Bahnbegeisterte protestieren mit Kampagne gegen Nachtzug-Aus

Berlin (dpa) - Das geplante Aus für die Nachtzüge der Deutschen Bahn wollen Liebhaber der sogenannten City Night Liner nicht akzeptieren. Mit einem eigens erdachten Konzept für ein europäisches Nachtzug-Streckennetz, das Amsterdam mit Warschau und Basel mit Kopenhagen verbindet, wollen bahnbegeisterte Politiker, Gewerkschafter und Umweltschützer die Öffentlichkeit für sich gewinnen. Die Kampagne «LunaLiner» solle verdeutlichen, dass Nachtzüge komfortabel und klimafreundlich seien.

«Man kann in Europa mit relativ wenigen Zügen relativ viele Ziele anfahren», sagte der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Berlin und Brandenburg, Dieter Doege. Möglich werde das durch das fahrplanmäßige Aufteilen eines Zuges in zwei Teile.

Das Bündnis «Bahn für alle» übergab am Dienstag zudem eine von 30 000 Menschen unterzeichnete Petition zum Erhalt der Nachtzüge an den Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags. Die Deutsche Bahn will den klassischen Nachtzugverkehr im Dezember komplett einstellen. Dafür sollen mehr ICEs fahren.

Di, 2016-05-31 16:29
Berlin (dpa)

Merkel: Rupert Neudeck war «Vorbild an gelebter Mitmenschlichkeit»

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den gestorbenen Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck als «weltweit geachteten Aktivisten für Menschenrechte und Humanität» gewürdigt. Er sei «ein wahres Vorbild an gelebter Mitmenschlichkeit» gewesen, sagte Merkel am Dienstag in einem Kondolenzschreiben. «Rupert Neudeck hat sich nie mit Missständen abgefunden; stets sah er es als seine Aufgabe an, einen praktischen Beitrag dazu zu leisten, Not zu lindern.» Neudeck war am Dienstag im Alter von 77 Jahren gestorben. Er hatte 1979 Cap Anamur und 2003 das Friedenskorps Grünhelme ins Leben gerufen.

Di, 2016-05-31 16:59
Zwickau (dpa)

Anschlag auf Asylunterkunft in Crimmitschau - Haftstrafen für Täter

Zwickau (dpa) - Nach einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Crimmitschau müssen drei Männer für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Zwickau verurteilte am Dienstag den ältesten Täter zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung. Der 36-Jährige sei der Rädelsführer gewesen, hieß es. Ein 35-Jähriger soll viereinhalb Jahre ins Gefängnis, der jüngste Angeklagte (32) drei Jahre und neun Monate. An ihrer ausländerfeindlichen Gesinnung besteht nach Ansicht des Gerichts kein Zweifel. Die Männer hatten im November 2015 drei Molotow-Cocktails gegen ein als Flüchtlingsheim genutztes Wohnhauses geworfen, in dem 29 Asylbewerber schliefen.

Di, 2016-05-31 16:37
Berlin (dpa)

Atomausstieg und Energiewende

Berlin (dpa) - Die Energiewende wurde 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima ausgerufen. Die drei Ziele: sicher, sauber, bezahlbar.

ATOMAUSSTIEG: Acht Atomkraftwerke wurden sofort stillgelegt, im Sommer 2015 folgte das bayerische AKW Grafenrheinfeld. Die letzten Meiler sollen 2022 vom Netz gehen.

ÖKOSTROM: Der Ökostrom-Anteil an der Versorgung soll 2025 bis zu 45 Prozent betragen. Derzeit sind es rund 33 Prozent.

KLIMASCHUTZ: Der Treibhausgasausstoß soll bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken, bis 2050 sogar um 80-95 Prozent. Erreicht wurden bis 2014 aber nur 27,7 Prozent Minderung.

NETZE: Windstrom muss vom Norden in den Süden, aber oberirdische Hochspannungsleitungen sind bei Anwohnern unbeliebt. Wenn die Netze überlastet sind, müssen die Verbraucher für den Ausfall der Produktion aufkommen - der Netzausbau ist deshalb ein Zankapfel.

Di, 2016-05-31 16:43
Köln (dpa)

Ein Leben für Flüchtlinge - Cap-Anamur-Gründer Neudeck ist tot

«Leitfigur», «Vorbild», «Heiliger» - voller Bewunderung äußern sich Politiker und Weggefährten über den verstorbenen Rupert Neudeck. Der Gründer von Cap Anamur engagierte sich bis zuletzt für Flüchtlinge.

Köln (dpa) - Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren im Raum Köln an den Folgen einer Herzoperation, wie Cap-Anamur-Geschäftsführer Bernd Göken berichtete. Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel würdigten Neudeck als Vorbild für Mitmenschlichkeit.

Neudecks Lebensthema war das Schicksal von Flüchtlingen. 1979 gründete er Cap Anamur und 2003 das Friedenskorps Grünhelme. Mehr als 10 000 vietnamesische Boat People retteten die Aktivisten von Cap Anamur in den 80er Jahren aus dem Chinesischen Meer. Neudecks Engagement ließ bis zuletzt nicht nach: So forderte er in der aktuellen Flüchtlingsdebatte den Einsatz der deutschen Marine und eine langfristige Seenotrettung im Mittelmeer.

Politiker und Weggefährten würdigten die Verdienste des Flüchtlingshelfers. «Er hat gesehen und gehandelt - und das ein Leben lang», betonte Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Kondolenzschreiben. Neudecks Arbeit sei ein Beispiel dafür, wie viel Gutes ein Einzelner anstoßen und bewirken könne. «Er wird uns immer ein Vorbild bleiben», schrieb Gauck.

Kanzlerin Merkel würdigte Neudeck als «weltweit geachteten Aktivisten für Menschenrechte und Humanität». Er sei ein wahres Vorbild an gelebter Mitmenschlichkeit gewesen. Für Peter Altmaier (CDU), den Flüchtlingsbeauftragten der Bundesregierung, war Neudeck «seiner Zeit voraus» und gleichzeitig Mahner für die Zukunft. Als «Kämpfer für die internationale Gerechtigkeit» bezeichnete ihn der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. «Das soziale und friedenpolitische Engagement in Deutschland und der Welt hat mit Rupert Neudeck eine ihrer Leitfiguren verloren.»

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) twitterte: «Rupert Neudeck hat vielleicht das Größte geleistet, was ein Mensch überhaupt tun kann: Menschenleben retten.» Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nannte ihn «ein starkes Vorbild». Die beiden Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter hoben hervor: «Rupert Neudeck hinterlässt der Welt die Verantwortung, seinen Einsatz für Geflüchtete fortzusetzen.»

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff, ein enger Freund und Weggefährte, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Er war ein Heiliger unserer Tage. Bei Rupert Neudeck war Reden und Handeln eine Einheit. Es gibt für ihn keinen Ersatz.»

Neudeck stammte aus Danzig und war als Kind in den Westen geflüchtet, wo er später studierte. Mit seiner Frau Christel lebte er bescheiden in Troisdorf bei Bonn. «Wir werden zeitlebens nicht loskommen von der schönen Bürde, Eltern von Cap Anamur und den Grünhelmen zu sein», sagte er 2014 zu seinem 75. Geburtstag der dpa.

Die Grünhelme gründete der gläubige Christ auch als Reaktion auf den 11. September 2001. Christen und Muslime arbeiten in der Organisation zusammen, errichten gemeinsam Schulen, auch in muslimischen Ländern wie Afghanistan. Für den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime und Mitbegründer der Grünhelme, Aiman Mazyek, war Neudeck jemand, der immer schon den Flug ins Krisengebiet gebucht hatte, «wo andere noch an schönen Worten feilten».

Sorge bereitete Neudeck, dass es zuletzt zunehmend schwieriger wurde, Helfer zu finden, die auch ein gewisses Risiko eingingen: «Wir leben in einer Gesellschaft, in der Sicherheit immer mehr vor Freiheit geht.»

Di, 2016-05-31 16:55
Berlin (dpa)

Nachwuchs von «Nina-Susi» und «Robert» vor Ministeriums-Kindergarten

Berlin (dpa) - Mutterglück bei Stockente «Nina-Susi»: Nach mehrwöchiger, gut dokumentierter Brutzeit sind jetzt unter einem Salbeibusch vor dem Kindergarten des Bundesbildungsministeriums neun flauschige Küken geschlüpft. Experten des Naturschutzbundes (Nabu) brachten die Vogelfamilie umgehend zu einem Gewässer im Berliner Tiergarten, wie das Ministerium am Dienstag berichtete.

Das Verhalten der Ministeriumsmitarbeiter sei «vorbildlich» gewesen, lobte die Berliner Nabu-Geschäftsführerin Jutta Sandkühler. Denn: «Es braucht schnelle und geübte Griffe und viel Erfahrung, um eine Ente mit ihren Küken nach dem Schlüpfen zu einem geeigneten Gewässer zu bringen, wenn sie selber keinen Zugang hat.»

«Nina-Susi» - offenkundig mit Stockerpel «Robert» liiert - war während ihrer Brutzeit seit Ende April Teil eines pädagogischen Projekts der Kita-Kids: Es wurden Fotos gemacht, Bilder gemalt, Bücher gelesen. Der Nabu hält nun für möglich, dass die Ente auch nächstes Jahr wieder am vertrauten Ort im Ministerium - einem der ökologisch modernsten Regierungssitze der Hauptstadt - brütet.

Di, 2016-05-31 15:57
Köln (dpa)

Rupert Neudeck - Cap Anamur als Lebenswerk

Köln (dpa) - Der Name Rupert Neudeck steht vor allem für die Hilfsorganisationen Cap Anamur. Mit dem gleichnamigen Frachter rettete sein Hilfsteam von 1979 bis 1986 Tausende vietnamesische Flüchtlinge aus dem Chinesischen Meer vor dem Ertrinken. Heute steht vor allem medizinische Hilfe in vielen Ländern im Mittelpunkt. 2003 rief der mit zahlreichen Auszeichnungen geehrte Journalist und Autor die Grünhelme ins Leben, die auf Bau-Projekte in Konfliktregionen spezialisiert sind.

Der gläubige Christ Neudeck stammte aus Danzig, war als Kind in den Westen geflüchtet, wo er später Philosophie, Soziologie, Germanistik und Theologie studierte. Mit seiner Frau Christel lebte er in einem bescheidenen Reihenhaus in Troisdorf bei Bonn, das mitunter auch als Schalt- und Kommandozentrale für die Einsätze diente. Der dreifache Vater und mehrfache Großvater blieb bis zuletzt aktiv, mischte sich ein, warb für die Bewegung und sammelte Spenden.

Vielen geretteten Flüchtlingen und ihren Nachkommen blieb er eng verbunden. Er rief aber auch in der aktuellen Flüchtlingskrise immer wieder zu mehr Engagement auf. Als sich im Mittelmeer Katastrophen mit vielen Toten ereigneten, forderte Neudeck 2015 den Einsatz der deutschen Marine und eine langfristige Seenotrettung.

Di, 2016-05-31 15:28
Berlin (dpa)

Erreger von Geschlechtskrankheit ist Einzeller des Jahres

Berlin (dpa) - Er heftet sich an die Schleimhäute im Genitalbereich und kann das HIV- und Krebsrisiko erhöhen: Trichomonas vaginalis ist Einzeller des Jahres 2016. Das gab die Deutsche Gesellschaft für Protozoologie am Dienstag in Berlin bekannt. Mit der Wahl wolle man darauf aufmerksam machen, dass einzellige Parasiten auch für Menschen gefährlich sein können, sagte Geschäftsführerin Renate Radek. Das mikroskopisch kleine Lebewesen verursacht die Trichomonose. Sie gilt als häufigste nicht-virale Geschlechtskrankheit.

Bei Männern verläuft die Krankheit meist ohne Symptome und kann daher jahrelang unerkannt bleiben. Bei Frauen kann es zu Juckreiz, übelriechendem Ausfluss und Schmerzen beim Urinieren kommen. Außerdem steigt das Risiko für Prostata- und Gebärmutterkrebs sowie für HIV-Infektionen. Die Behandlung der Trichomonose gilt als unproblematisch. Allerdings gibt es nur Medikamente einer Wirkstoffklasse, gegen die in den vergangenen Jahren Resistenzen beobachtet wurden.

Di, 2016-05-31 15:19
Berlin/Kiel (dpa)

Greenpeace: Atom- und Kohlekraftwerke «verstopfen» Stromnetze

Berlin/Kiel (dpa) - An teuren Engpässen im Stromnetz sind Greenpeace zufolge vor allem unflexible Atom- und Kohlekraftwerke schuld. Auch wenn viel Wind- und Sonnenenergie erzeugt werde, drosselten sie ihre Leistung kaum, heißt es in einer von der Umweltschutzorganisation in Auftrag gegebenen Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Dadurch seien 2015 alleine in Schleswig-Holstein bis zu 160 Millionen Euro Kosten entstanden, ermittelte das Beratungsinstitut Energy Brainpool. Die Analysten hatte das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein und das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg unter die Lupe genommen.

Wenn mehr Strom zur Verfügung steht als transportiert werden kann, dürfen die Netzbetreiber veranlassen, dass die Anbieter weniger produzieren, damit die Leitungen nicht überlastet werden. Die Betreiber etwa von Windkraftwerken bekommen trotzdem Geld, um Sicherheit für Investoren zu schaffen. Nach Angaben der schleswig-holsteinischen Landesregierung werden rund acht Prozent des gesamten Ökostroms in dem Land nach diesem Muster «abgeregelt», das ist Greenpeace zufolge ein Spitzenwert.

Der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben ja nicht zu viel Erneuerbaren Strom, sondern Kohle- und Atomkraftwerke, die das Netz verstopfen. Wenn die aus den Netzen verschwinden würden, hätten wir ordentlich Platz.» Am Dienstagabend wollten die Ministerpräsidenten der Länder im Kanzleramt mit dem Bund über den Ökostrom-Ausbau verhandeln.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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