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Di, 2016-02-09 10:40
Seoul/Washington (dpa)

USA und Südkorea wollen über Verlegung von Raketenabwehrsystem reden

Nach Nordkoreas Raketenstart wollen Südkorea und die USA den Druck auf Pjöngjang erhöhen. Beide Länder streben schärfere Sanktionen an.

Seoul/Washington (dpa) - Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart wollen die USA die Möglichkeit einer frühen Verlegung eines Raketenabwehrsystem nach Südkorea ausloten. Pentagonsprecher Peter Cook kündigte am Montag (Ortszeit) in Washington entsprechende Verhandlungen zwischen den beiden Bündnispartnern an. Es handelt sich um ein mobiles landgestütztes Abwehrsystem. Die Diskussionen dürften vor allem China und Russland beunruhigen, die solche US-Abfangraketen nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen. 

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und US-Präsident Barack Obama vereinbarten unterdessen am Dienstag in einem Telefonat, sich gemeinsam für härtere internationale Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang einzusetzen. 

Südkoreas Verteidigungsministerium bestätigte, dass Nordkorea tatsächlich einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn geschossen habe - doch seien bisher keine Signale aufgefangen worden. Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, der Satellit befinde «auf einem Schlingerkurs im Orbit». Das sei das zweite Mal, dass Nordkorea vergeblich versucht habe, einen Satelliten auf eine stabile Umlaufbahn zu bringen.    

Nordkoreas Start der Weltraumrakete am Sonntag hatte weltweit Empörung ausgelöst. Während Pjöngjang von einem «legitimen Recht auf Weltraumforschung» sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer Langstreckenrakete, die atomar bestückt werden kann. Der Start erfolgte nur einen Monat nach dem ebenfalls kritisierten vierten nordkoreanischen Atomtest.

Südkorea hatte bereits kurz nach dem Raketenstart des Nachbarlandes angekündigt, mit den USA offizielle Diskussionen über eine Stationierung von THAAD-Raketen (Terminal High Altitude Area Defense) zu starten. Ziel der «formalen Konsultationen ist es, gemeinsam zu überprüfen, ob sich THAAD so früh wie möglich auf die koreanische Halbinsel verlegen lässt und einsetzbar ist», sagte Cook. 

Di, 2016-02-09 10:46
Ludwigsburg (dpa)

NS-Aufklärer Rommel will weiter gegen Helfer des NS-Systems vorgehen

Wieviele NS-Täter noch zur Rechenschaft gezogen werden können, hängt derzeit auch vom Bundesgerichtshof ab. Dieser wird bald eine jahrzehntealte Rechtsprechung konkretisieren.

Ludwigsburg (dpa) - Deutschlands neuer Nazi-Jäger Jens Rommel will ungeachtet des hohen Alters vieler NS-Täter die Suche nach Schuldigen nicht einstellen. Der Leiter der zentralen NS-Verfolgungsstelle in Ludwigsburg blickt aber mit Sorge auf eine anstehende Entscheidung des Bundesgerichtshofs. In Karlsruhe wird demnächst über die Revision im Fall des früheren SS-Manns Oskar Gröning entschieden und damit auch ein Zeichen gesetzt, gegen wen und ob Rommel künftig Ermittlungen führen kann. «Ich gehe davon aus, dass die Verurteilung trägt und das Urteil nicht aufgehoben wird», sagte Rommel der Deutschen Presse-Agentur.

Sollten die höchsten deutschen Strafrichter Gröning recht geben, müsste eine Handvoll ähnlicher Fälle eingestellt werden. Betroffen wäre auch der am Donnerstag (11.2.) beginnende Prozess gegen der einstigen Wachmann Reinhold Hanning (94) wegen Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen in Auschwitz.

Der leitende Staatsanwalt Rommel hofft, dass der BGH ausgehend vom Fall Gröning seine Haltung aus dem Jahr 1969 revidiert. Damals hielten die Richter eine bloße Eingliederung in das Konzentrationslager Auschwitz als nicht ausreichend für eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord. «Ich erhoffe mir, dass der BGH die Gelegenheit ergreift, sich mit seiner damaligen Auschwitz-Rechtsprechung auseinanderzusetzen. Und die Frage klärt, ob der Gehilfe einen bestimmten Mord konkret gefördert haben muss.» Wenn die Vorgaben aus Karlsruhe jedoch zu eng würden, «wird es für uns sehr schwierig», betont Rommel.

Derzeit sind neben dem Detmolder Fall weitere drei Auschwitz-Beschäftigte - ein Wachmann in Hanau, ein Sanitäter in Neubrandenburg und eine Funkerin in Kiel - angeklagt. Über einen Fall muss die Staatsanwaltschaft Frankfurt noch entscheiden. Umfangreiches Material aus Moskauer Archiven führten laut Rommel zu weiteren 28 abgegebenen Vorermittlungsverfahren. Es geht dabei um Ex-Aufseher und Wachleute im Vernichtungslager Majdanek und mögliche Beihilfe zum Mord in den Jahren 1942/1943. Offene Verfahren und damit Hoffnung auf einen Prozess 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es dabei bei den Staatsanwaltschaften in Stuttgart, Dortmund und Frankfurt - jeweils einen Fall. Die meisten Beschuldigten waren schon gestorben.

Rommels Hoffnung auf positive Signale aus Karlsruhe nähren sich aus der schriftlichen Begründung des Urteils gegen Gröning. Darin hatte sich das Landgericht Lüneburg eingehend mit dem Begriff «Tatbeitrag» und «Gehilfe» auseinandergesetzt und als Beispiel dafür den Helfer der Attentäter des 11. September 2001, Mounir El Motassadeq, angeführt. Er war 2007 wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen zum 11. September 2001 in den USA verurteilt worden, der BGH hat das Urteil bestätigt.

Als Gehilfe gilt jeder, der eine Tat «objektiv fördert oder erleichtert.» Nicht alle früheren SS-Beschäftigte gehören laut Rommel dazu, aber viele. «Und einige davon leben noch.»

Di, 2016-02-09 10:10
Ludwigsburg (dpa)

NS-Aufklärer Rommel will weiter gegen Helfer des NS-Systems vorgehen

Wieviele NS-Täter noch zur Rechenschaft gezogen werden können, hängt derzeit auch vom Bundesgerichtshof ab. Dieser wird bald eine jahrzehntealte Rechtsprechung konkretisieren.

Ludwigsburg (dpa) - Deutschlands neuer Nazi-Jäger Jens Rommel will ungeachtet des hohen Alters vieler NS-Täter die Suche nach Schuldigen nicht einstellen. Der Leiter der zentralen NS-Verfolgungsstelle in Ludwigsburg blickt aber mit Sorge auf eine anstehende Entscheidung des Bundesgerichtshofs. In Karlsruhe wird demnächst über die Revision im Fall des früheren SS-Manns Oskar Gröning entschieden und damit auch ein Zeichen gesetzt, gegen wen und ob Rommel künftig Ermittlungen führen kann. «Ich gehe davon aus, dass die Verurteilung trägt und das Urteil nicht aufgehoben wird», sagte Rommel der Deutschen Presse-Agentur.

Sollten die höchsten deutschen Strafrichter Gröning recht geben, müsste eine Handvoll ähnlicher Fälle eingestellt werden. Betroffen wäre auch der am Donnerstag (11.2.) beginnende Prozess gegen der einstigen Wachmann Reinhold Hanning (94) wegen Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen in Auschwitz.

Mit banger Hoffnung blickt der Leiter der zentralen deutschen Nazi-Verfolgungsstelle Jens Rommel in Richtung Bundesgerichtshof: in Karlsruhe wird demnächst über die Revision im Fall des früheren SS-Manns Oskar Gröning entschieden und damit auch ein Zeichen gesetzt für die Ludwigsburger Nazi-Jäger, gegen wen und ob sie künftig Ermittlungen führen können.

«Ich gehe davon aus, dass die Verurteilung trägt und das Urteil nicht aufgehoben wird», sagt Rommel der Deutschen Presse-Agentur. Sollten die höchsten deutschen Strafrichter Gröning recht geben, müsste eine Handvoll ähnlicher Fälle eingestellt werden. Betroffen wäre auch der am Donnerstag (11.2.) beginnende Prozess gegen der einstigen Wachmann Reinhold Hanning (94) wegen Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen in Auschwitz.

Der leitende Staatsanwalt Rommel hofft, dass der BGH ausgehend vom Fall Gröning seine Haltung aus dem Jahr 1969 revidiert. Damals hielten die Richter eine bloße Eingliederung in das Konzentrationslager Auschwitz als nicht ausreichend für eine Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord. «Ich erhoffe mir, dass der BGH die Gelegenheit ergreift, sich mit seiner damaligen Auschwitz-Rechtsprechung auseinanderzusetzen. Und die Frage klärt, ob der Gehilfe einen bestimmten Mord konkret gefördert haben muss.»

Wenn die Vorgaben aus Karlsruhe jedoch zu eng würden, «wird es für uns sehr schwierig», betont Rommel. Derzeit sind neben dem Detmolder Fall weitere drei Auschwitz-Beschäftigte - ein Wachmann in Hanau, ein Sanitäter in Neubrandenburg und eine Funkerin in Kiel - angeklagt.

Rommels Hoffnung auf positive Signale aus Karlsruhe nähren sich aus der schriftlichen Begründung des Urteils gegen Gröning. Darin hatte sich das Landgericht Lüneburg eingehend mit dem Begriff «Tatbeitrag» und «Gehilfe» auseinandergesetzt und als Beispiel dafür den Helfer der Attentäter des 11. September 2001, Mounir El Motassadeq, angeführt. Er war 2007 wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen zum 11. September 2001 in den USA verurteilt worden, der BGH hat das Urteil bestätigt.

Als Gehilfe gilt jeder, der eine Tat «objektiv fördert oder erleichtert.» Nicht alle früheren SS-Beschäftigte gehören laut Rommel dazu, aber viele. «Und einige davon leben noch.»

Di, 2016-02-09 10:30
Köln (dpa)

THW rasch bereit für Einsatz an türkisch-syrischer Grenze

Köln (dpa) - Das Technische Hilfswerk (THW) ist innerhalb weniger Tage für Einsätze an der türkisch-syrischen Grenze bereit. Das sagte ein THW-Sprecher in Bonn am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag bei ihrem Türkei-Besuch Unterstützung bei der Flüchtlingsbetreuung durch das THW zugesagt.

«Im Moment liegt noch kein Hilfeersuchen der Türkei vor», sagte THW-Sprecher Henning Zanetti. Die Türkei müsse zunächst konkretisieren, wo sie Hilfe benötige. Innerhalb weniger Stunden könne das Hilfswerk beispielsweise Unterstützung bei der Trinkwasseraufbereitung organisieren, andere Maßnahmen bräuchten ein bis zwei Tage Vorbereitungszeit, sagte er.

An der türkisch-syrischen Grenze sind Zehntausende Menschen gestrandet, weil sie vor den Kämpfen und Luftangriffen in Nordsyrien fliehen. Die Türkei hat die Grenze allerdings geschlossen und erklärt, dass das Ende ihrer Aufnahmekapazität erreicht sei.

Di, 2016-02-09 10:10
Prag (dpa)

Vattenfall-Interessent CEZ verspricht Arbeitsplatzerhalt

Prag (dpa) - Der tschechische CEZ-Konzern rechnet nach einer möglichen Übernahme der Vattenfall-Braunkohlesparte in Ostdeutschland mit dem Erhalt der rund 8000 Arbeitsplätze in der Lausitz. «Es besteht keinerlei Notwendigkeit, in den Bereichen Personal und Management eine Revolution durchzuführen», sagte der CEZ-Vorstandsvorsitzende Daniel Benes am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. Die Tagebaue würden gut gemanagt. «Es gibt keinen Grund, dort tschechisches Personal auf Kosten des deutschen einzusetzen - das ist nicht unser Plan.»

Von der Politik forderte Benes stabile Rahmenbedingungen. «Es wäre gut, wenn die deutsche Regierung den Fahrplan präzisieren könnte», sagte er vor Journalisten zum Zeitplan der Energiewende. Er rechnet mit dem Einsatz der Braunkohle als Brückentechnik bis 2035 oder 2040. Ein verbindliches Angebot für die Vattenfall-Aktiva werde CEZ bis 16. März abgeben. Der fallende Kohlepreis schreckt den Manager nicht. «Unser Angebot wird den aktuellen Marktbedingungen entsprechen, sodass wir sicher sein können, in der Gewinnzone zu sein», sagte Benes.

CEZ zählt zu den zehn größten Energieversorgern Europas. Der Betreiber von Kohle- und Atomkraftwerken ist mehrheitlich im Staatsbesitz.

Di, 2016-02-09 10:19
Delhi (dpa)

Soldat nach fünf Tagen lebend unter Lawine gefunden

Neu Delhi (dpa) - Nach fünf Tagen unter einer Lawine ist ein Soldat der indischen Armee lebend gefunden worden. Er sei nach einem Lawinenabgang auf dem Siachen-Gletscher unter acht Metern Schnee und Eis begraben gewesen, sagte Generalleutnant D.S. Hooda am Dienstag zu Reportern in Jammu. Der Mann war wie neun seiner Kameraden für tot gehalten worden. Indiens Premierminister Narendra Modi hatte den Familien bereits sein Beileid ausgesprochen.

Der Zustand des Soldaten ist kritisch. Nach seiner Rettung am Montag sollte er, sobald sein Zustand es erlaubte, am Dienstag in ein Krankenhaus in die Hauptstadt Neu Delhi geflogen werden. «Wir hoffen, das Wunder geht weiter», sagte Hooda.

Wie der Mann so lange unter dem tonnenschweren betonharten Schnee überleben konnte, blieb zunächst unklar. Die Rettungskräfte kämpften nach dem Lawinenabgang mit einem Schneesturm und froren bei bis zu minus 40 Grad. Nach zwei Tagen gaben sie die Hoffnung auf, noch Überlebende zu finden. Bislang wurden fünf Leichen geborgen.

Die Posten der Armee auf dem Siachen-Gletscher liegen auf rund 6000 Metern Höhe. Sowohl Indien als auch das verfeindete Nachbarland Pakistan erheben Anspruch auf das Gebiet. Die beiden Atommächte haben dort mehr Soldaten durch Lawinen verloren als durch Gefechte.

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Di, 2016-02-09 10:43
Wismar (dpa)

Brennstoffhersteller German Pellets sagt Gläubigerversammlung ab

Wismar (dpa) - Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets hat seine für Mittwoch anberaumte Gläubigerversammlung abgesagt. Das teilte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Auf der Gläubigerversammlung sollte es um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro gehen, die eigentlich zum 1. April zurückgezahlt werden müsste. Einen Grund für die Absage der Versammlung nannte das Unternehmen zunächst nicht.

German Pellets hatte den Gläubigern eine Laufzeitverlängerung der Anleihe um zwei Jahre bis zum 31. März 2018 vorgeschlagen. Außerdem sollte der Zinssatz von bisher 7,25 auf 5,25 Prozent reduziert werden. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hatte den Gläubigern empfohlen, die Vorschläge des Unternehmens abzulehnen. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern hatte gesagt, man beobachte die Entwicklungen bei German Pellets mit Sorge.

Di, 2016-02-09 10:04
Puebla (dpa)

VW kappt Produktion in mexikanischem Werk

Puebla (dpa) - Volkswagen hat nach dem Abgas-Skandal die Autoproduktion in Mexiko drastisch heruntergefahren. Im Januar baute VW dort nur noch knapp 20 000 Autos, 42 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der mexikanische Autoverband AMIA am Montag (Ortszeit) mitteilte. Die Marke VW betreibt in Mexiko eine Autofabrik in Puebla und ein Motorenwerk in Silao.

Aus Puebla kommt ein Großteil der Autos für den US-Markt, wo VW mit den Folgen der Abgas-Manipulationen bei Dieselautos zu kämpfen hat. Der Export von VW-Modellen aus Mexiko in den zweitgrößten Automarkt der Welt sank im Januar um knapp 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf nur noch knapp 11 000 Autos. Die VW-Verkäufe in den USA waren zu Jahresbeginn um 14,6 Prozent im Jahresvergleich eingebrochen.

Di, 2016-02-09 09:15
Stuttgart (dpa)

Porsche-Chef Blume hält wenig von Kaufprämien für Elektroautos

Die Autobranche bereitet sich vor auf den Wandel hin zur Elektromobilität. Auch der Stuttgarter Sport- und Geländewagen-Hersteller Porsche will vorn dabei sein - mit mächtig PS unter der Haube, versteht sich.

Stuttgart (dpa) - Porsche-Chef Oliver Blume kann Überlegungen für eine Elektroauto-Kaufprämie von 5000 Euro wenig abgewinnen. Der Fokus müsse auf dem Ausbau der Lade-Infrastruktur liegen, dies wären nachhaltigere Investitionen, sagte der Chef des Sport- und Geländewagenbauers in Stuttgart. Die VW-Tochter will bis Ende dieses Jahrzehnts einen Elektro-Sportwagen mit einer Reichweite von mindestens 500 Kilometern und 600 PS auf den Markt bringen. Hierbei setzt Porsche auf Schnell-Ladestationen, die eine 80-prozentige Aufladung der Autobatterie in 15 Minuten ermöglichen. Solche Ladesäulen gibt es bisher noch nicht im deutschen Straßennetz.

Ladestationen seien «ein wesentlicher Erfolgsgarant, damit Elektromobilität nicht nur in Deutschland, sondern weltweit angenommen wird», sagte Blume. Kaufprämien wären hingegen schnell ausgegeben und somit weniger sinnvoll. Generell sieht der Porsche-Chef in der Elektromobilität «ganz klar die Zukunft». Aber: «Es wird nicht von heute auf morgen sein, wir werden da noch viele Jahre immer den Mix haben zwischen Verbrenner und Elektromobilen.»

Die Bundesregierung erwägt Kaufanreize, um ihr Ziel von einer Million Elektroautos in Deutschland im Jahr 2020 doch noch zu erreichen. Auftakt entsprechender Gespräche mit der Autoindustrie war vergangene Woche. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) peilt eine Prämie von 5000 Euro an, Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wehrt sich bislang dagegen.

Bei der Finanzierung des Ladenetzes sieht Blume die Politik in der Pflicht. «Man kann nicht fordern, eine Million Elektrofahrzeuge im Land zu haben, ohne einen Beitrag für die Ladeinfrastruktur zu leisten», sagte Blume. «Wir erwarten ein ganz klares Zeichen, wohin die Reise geht.»

Auch Raststätten-Betreiber sollten den Ladenetz-Ausbau mitfinanzieren, schließlich würden die von den Stromaufladungen insofern profitieren, als die Fahrer länger auf den Tankstellen wären und dann mehr Geld ausgäben. Zudem sei klar, dass auch die Autohersteller ihren Beitrag leisten müssten, sagte Blume.

Der Elektro-Porsche soll dem Vernehmen nach mindestens 100 000 Euro kosten - damit wäre der Anteil der Prämie an den Anschaffungskosten deutlich niedriger als bei Elektroautos von BMW oder VW. Der Einstiegspreis für deren aktuelle reine Stromer liegt bei etwa 35 000 Euro - die Reichweite beträgt in der Praxis rund 150 Kilometer. Eine Reichweite von 500 Kilometern sei machbar, betonte Blume. «Da werden Sie in den nächsten Jahren erhebliche Sprünge in der Batterietechnologie erleben.»

Die Batteriefertigung sollte in Deutschland geschehen, etwa in einer Art Verbund zusammen mit Zulieferern. «Deutschland ist immer gut damit gefahren, Industrie im eigenen Land zu halten», sagte Blume. Heutzutage werden Batteriezellen vor allem in Asien hergestellt.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Di, 2016-02-09 09:52
London (dpa)

Sturm «Imogen» fegt über Großbritannien hinweg

Wind und Wetter sind die Briten gewohnt. Doch Sturm «Imogen» hat es in sich: In Cornwall peitschten 16 Meter hohe Wellen an Land. Mehrere Menschen wurden verletzt.

London (dpa) - Ein schwerer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 150 Kilometern pro Stunde ist über den Süden und Westen Großbritanniens hinweggefegt. Die Unwetterfront «Imogen» löschte am Montag zeitweise in fast 20 000 Häusern das Licht aus. Mehrere Menschen wurden verletzt. Straßen und Zugverbindungen mussten unterbrochen werden.

Viele Fähren - auch Kanalfähren - stellten den Dienst ein. An der Südküste Englands gab es 16 Meter hohe Wellen: Vor St. Ives in Cornwall sei sogar eine 19-Meter-Monsterwelle gesichtet worden, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Am Dienstag flauten die Winde deutlich ab. 

Ein Meteorologe sagte, es habe seit zwei Jahren nicht mehr derartig starke Winde im Süden des Landes gegeben. In der mittelenglischen Region Worcestershire wurden zwei Kinder schwer verletzt, als eine Gartenmauer einstürzte, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Kinder seien per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden.

In Sussex wurde ein 70-jähriger Mann am Fuß verletzt, als ebenfalls eine Gartenmauer zu Bruch ging. Der Hund des Mannes sei dabei ums Leben gekommen, hieß es weiter. In Bristol stürzte ein Baum auf ein dreistöckiges Apartment und verletzte einen Mann. Ein Vater und seine Tochter in der Nähe von Exeter hatten Glück: Ein 30 Meter hoher Baum stürzte auf ihr Auto, wenige Minuten bevor sie einsteigen wollten. 

Di, 2016-02-09 09:35
Randers (dpa)

Viele Aufträge bringen dänischem Windkraftkonzern Vestas Gewinnsprung

Randers (dpa) - Eine gute Auftragslage hat dem dänischen Windenergiekonzern Vestas im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung eingebracht. Der Ertrag legte 2015 um fast drei Viertel auf 685 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Randers mitteilte.

Der Umsatz legte um gut ein Fünftel auf 8,4 Milliarden Euro zu. Dabei liefen vor allem die Geschäfte in den USA rund. Der Auftragsbestand kletterte auf 7,9 Milliarden Euro. Hinzu kamen weitere Serviceverträge, die zusätzlich 8,9 Milliarden Euro an Umsatz versprechen.

Auch für das laufende Jahr zeigte sich das Management zuversichtlich. Die Dänen peilen einen Umsatz von mindestens 9 Milliarden Euro an. Davon sollen mindestens 11 Prozent beim um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn (Ebit) hängen bleiben.

Di, 2016-02-09 10:00
Berlin (dpa)

Handel: 60 Prozent der Plastiktüten ab April kostenpflichtig

Berlin (dpa) - Rund 60 Prozent der Plastiktüten sollen von April an nicht mehr kostenlos vom deutschen Einzelhandel an die Kunden ausgegeben werden. Diese Zahl nannte am Dienstag der Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin. Entsprechend viele Unternehmen wollten sich einer Vereinbarung des HDE und des Bundesumweltministeriums anschließen, die am 1. April 2016 in Kraft trete. Innerhalb von zwei Jahren soll ein Anteil von mindestens 80 Prozent kostenpflichtiger Tüten erreicht sein. Den Preis für die Tüte lege jedes Unternehmen selbst fest, so der HDE.

Nach einer Vorgabe der EU muss der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten bis zum Jahr 2025 auf 40 Tüten im Jahr sinken. Derzeit benutzt jeder Einwohner Deutschlands im Jahr im Durchschnitt 71 Tüten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte den Handel Mitte Januar ermahnt, seine angekündigte Selbstverpflichtung nicht endlos zu verschleppen. Anderenfalls sei «eine Regelung per Ordnungsrecht unausweichlich», sagte sie.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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Hansen_Gruenkohl

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Di, 2016-02-09 09:52
Ludwigsburg (dpa)

NS-Aufklärer Rommel will weiter gegen Helfer des NS-Systems vorgehen

Ludwigsburg (dpa) - Deutschlands neuer Nazi-Jäger Jens Rommel will ungeachtet des hohen Alters vieler NS-Täter nicht aufgeben. Der Leiter der zentralen NS-Verfolgungsstelle in Ludwigsburg blickt aber mit Sorge in Richtung Bundesgerichtshof. In Karlsruhe wird demnächst über die Revision im Fall des früheren SS-Manns Oskar Gröning entschieden und damit auch ein Zeichen gesetzt, gegen wen und ob Rommel künftig Ermittlungen führen kann. «Ich gehe davon aus, dass die Verurteilung trägt und das Urteil nicht aufgehoben wird», sagte Rommel der Deutschen Presse-Agentur.

Sollten die höchsten deutschen Strafrichter Gröning recht geben, müsste eine Handvoll ähnlicher Fälle eingestellt werden. Betroffen wäre auch der am Donnerstag (11.2.) beginnende Prozess gegen der einstigen Wachmann Reinhold Hanning (94) wegen Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen in Auschwitz.

Di, 2016-02-09 09:42
Johannesburg (dpa)

Schlimme Dürre: 50 Millionen in Afrika akut von Hunger bedroht

Johannesburg (dpa) - Wegen der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten sind dieses Jahr Expertenschätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Menschen am Horn von Afrika und im Süden des Kontinents von Hunger bedroht. Allein in Äthiopien werden bis zu 18 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein, was die Regierung bei weitem überfordert. «Wir gehen davon aus, dass mehr als 10 Millionen Menschen von Hilfsorganisationen unterstützt werden müssen», sagte am Mittwoch der Äthiopien-Direktor von Oxfam, Ayman Omer.

Wegen der vom globalen Klimaphänomen El Niño ausgelösten Dürreperiode sind Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge allein in Äthiopien, Somalia, Eritrea und dem Südsudan mehr als 25 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. In Äthiopien handelt es sich dem Hunger-Frühwarnsystem Fewsnet zufolge um die schlimmste Dürre seit 50 Jahren, im südlichen Afrika war die Lage seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr so kritisch.

Im südlichen Afrika sind der Regionalgruppierung SADC zufolge 28 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Etwa die Hälfte lebt in Südafrika, wo die Regierung die Menschen versorgen kann. In Simbabwe werden jedoch etwa 2,5 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe brauchen. In Malawi gelten 2,8 Millionen Menschen als hilfsbedürftig. Swasiland, Lesotho und Madagaskar sind ebenfalls betroffen.

Di, 2016-02-09 09:35
Düsseldorf (dpa)

Deutsche Stahlindustrie startet schwach ins neue Jahr

Düsseldorf (dpa) - Die deutschen Stahlhütten sind mit dem dritten Produktionsrückgang in Folge in das neue Jahr gestartet. Die Perspektiven blieben angesichts der schwierigen Auftragslage gedrückt, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Dienstag in Düsseldorf mit. Im Januar sank die Rohstahlproduktion im Jahresvergleich um 2,0 Prozent auf gut 3,6 Millionen Tonnen.

Im Dezember war sie bereits um 8,3 Prozent eingebrochen. Insbesondere die Produktion von flachgewalzten Erzeugnissen, die etwa in der Autoindustrie verwendet werden, war dabei mit zweistelligen Raten abgesackt.

Angesichts der Krisenstimmung in der europäischen Stahlindustrie hatten Deutschland und sechs weitere Länder die EU zum Handeln aufgefordert. Die heimische Industrie müsse gegen «unfaire Handelspraktiken» geschützt werden, verlangen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie Minister aus Italien, Großbritannien, Frankreich, Polen, Belgien und Luxemburg.

Viele Stahlhütten in Europa kämpfen gegen Verluste an. In den vergangenen Monaten haben insbesondere hohe Importe aus China die Preise schwer unter Druck gesetzt.

Di, 2016-02-09 10:00
Kopenhagen (dpa)

Kopenhagen in Angst: Die unvergessenen Stunden des Terrors Von Julia Wäschenbach, dpa

13 Stunden und 27 Minuten. So lange versetzte der Terror in Gestalt eines jungen, hasserfüllten Mannes Kopenhagen in Angst und Schrecken. Ein Jahr später könnte es Antworten auf viele offene Fragen geben.

Kopenhagen (dpa) - Es ist kurz nach ein Uhr nachts, und in den Bars rund um den Bahnhof Nørreport in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen tobt das Leben. Angetrunkene Menschen stehen draußen in der Februarkälte zusammen. Ein paar Straßen weiter torkelt ein junger Mann an einer Synagoge vorbei. Er bleibt stehen, wirkt, als müsste er sich übergeben. Dann schießt er dem jüdischen Wachmann Dan Uzan unvermittelt mitten ins Gesicht.

Uzan stirbt durch die Schüsse des Angreifers, wie schon ein anderer vor ihm an diesem Tag, der Filmemacher Finn Nørgaard. Ein Jahr ist es her, doch die Terroranschläge vom 14. Februar 2015 haben sich unauslöschlich ins Gedächtnis der Hauptstädter eingebrannt.

Der Mann, der den Dänen ihre Unbeschwertheit und der Stadt ihre Unschuld nimmt, ist Omar Abdel Hamid El-Hussein, 22 Jahre alt. Er ist Kopenhagener mit palästinensischen Wurzeln. Bevor er die friedliche Hauptstadt in einen Terrortatort verwandelt, arbeitet er auf seine Hochschulreife hin. Sein Rektor nennt ihn «fleißig und begabt».

Doch aus seinem Hass auf Juden macht der impulsive Mann kein Geheimnis. Wegen Körperverletzung wird er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Doch er kommt früher frei.

Am Ende dieser Nacht im Februar 2015 liegt er tot vor einer Haustür im von vielen Migranten bewohnten Stadtteil Nørrebro. Ein Einsatzkommando der Polizei hat ihn erschossen.

El-Hussein hat sich nicht viel Mühe gegeben, seine Taten zu vertuschen. In einem Taxi lässt sich der 22-Jährige am Nachmittag in dunkler Skikleidung und mit einem rot-orangenen Halstuch vermummt zum Kulturcafé Krudttønden im bürgerlichen Stadtteil Østerbro bringen.

Mit Schüssen durchlöchert er die Glaswand des Cafés, während drinnen Intellektuelle über Kunst und Meinungsfreiheit diskutieren. Der 55-jährige Nørgaard gerät vor dem Gebäude in seine Schusslinie.

Der Filmemacher stirbt - der Attentäter verschwindet unerkannt. Er fährt zurück nach Nørrebro und setzt sich in ein Internetcafé. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Er hatte Helfer. Ab März stehen vier Männer wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht. Sie sollen ihm Waffen besorgt und eine Unterkunft geboten haben.

Wie El-Hussein so lange unentdeckt bleiben und in der Nacht einen weiteren Anschlag verüben konnte, ist vielen bis heute trotzdem ein Rätsel. Die Tatsache kostet Uzan das Leben. Auch Polizisten treffen Schüsse.

In den Kneipen um den Nørreport ist die ausgelassene Stimmung danach abrupt zu Ende. Ungewissheit und Schrecken machen sich breit. Die Wirte schenken kein Bier mehr aus, aber die Feiernden dürfen die Bars auch nicht verlassen. Erst am Morgen atmet Kopenhagen auf, nachdem Polizisten rund 30 Schüsse auf El-Hussein abgefeuert haben. Aber die 13 Stunden und 27 Minuten lassen die Stadt monatelang nicht los.

Plötzlich ist die Mohammed-Krise wieder ganz nah. Dabei ist es zehn Jahre her, dass Karikaturen des Propheten in der «Jyllands-Posten» eine gewaltsame Protestwelle in der islamischen Welt auslösen.

Anschlagsversuche wie der auf den Zeichner Kurt Westergaard machen die Dänen seitdem unruhig. Westergaard soll auf der Todesliste der Islamisten stehen - genau wie der Künstler Lars Vilks, dem der Angriff auf das Kulturcafé in Østerbro vermutlich galt. «Mein Leben hat sich in dem Moment verändert», sagt der Schwede der Deutschen Presse-Agentur über den Nachmittag im Februar 2015.

Seine Bodyguards brachten ihn sofort aus der Gefahrenzone. «Es war nur einen kurzen Moment lang wirklich angsteinflößend», sagt Vilks. Doch seitdem lebt der Künstler an einem geheimen Ort, muss jedes Mal umziehen, wenn jemand herausfindet, wo er wohnt. «Ich habe keine Angst», sagt er. Oft hätten das aber die Menschen um ihn herum. «Ich bin ein Problem, weil ich meiner Umgebung Unsicherheit bringe.» Schon mehrmals sei er deshalb von Veranstaltungen ausgeladen worden.

Medien schwiegen seit den Anschlägen zu Themen, die eine starke Reaktion bei Islamisten hervorrufen könnten. «Nach den Attacken - gegen Charlie Hebdo in Paris und auch in Kopenhagen - standen die Leute erst für die Meinungsfreiheit ein», sagt er. «Aber sehr bald kam die Frage auf: Ist es das wirklich wert?» Vilks will trotzdem weiter über das Thema diskutieren. Auch zum Jahrestag ist er in Kopenhagen zu Gast. Seit den Ereignissen des 14. Februar 2015 geht das hier aber nur noch im gut gesicherten dänischen Parlament.

Di, 2016-02-09 09:24
Portsmouth (dpa)

Mit dem Freiheitsvan hinter Ted Cruz her

Portsmouth (dpa) - Amerikanische Flaggen, Adlerfiguren und die Freiheitsstatue im Miniformat - das Auto von Lynda Farley (64) ist ein rollendes Bekenntnis zum Patriotismus. Es ist über und über mit Gegenständen und Sprüchen dekoriert. Und Farley ist ein Fan des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Ted Cruz. Sie ist bis nach New Hampshire gefahren, um ihn im Wahlkampf zu unterstützen, wie sie sagt.

Auf der Windschutzscheibe ihres Wagens prangt sein Name neben dem von Jesus. Warum sie es ausgerechnet auf Cruz abgesehen hat? «Ich beobachte sie alle schon eine ganze Weile», sagt sie über das republikanische Bewerberfeld. Der Senator von Texas sei der einzige, der sich nicht unter Druck setzen lasse und nicht gegen seine Überzeugungen handele.

Eigentlich lebt die Rentnerin in Kentucky. «Wenn wir unsere Vorwahl haben, ist nichts mehr übrig. Und ich habe es satt, für das kleinere Übel zu stimmen.» Kentucky wählt im Mai. Bis dahin dürfte sich das Bewerberfeld bei den Republikanern schon verkleinert haben.

Farley war auch in Iowa, wo in der vergangenen Woche die erste Vorwahl stattfand. Cruz gewann dort.

Ihren Wagen nennt sie «Liberty Van» («Freiheitsvan»). «Ich rauche, das ist eines meiner Freiheitsthemen», sagt sie. Auf ihrer Homepage und bei Twitter nennt sie sich «Smoking Granny» («rauchende Großmutter»). Den Wagen dekoriert sie seit 2005, wie sie sagt.

Di, 2016-02-09 10:00
Kopenhagen (dpa)

Die Terrorangriffe von Kopenhagen

Kopenhagen (dpa) - Am Nachmittag des Valentinstags 2015 und der darauffolgenden Nacht erschüttern zwei Terroranschläge Kopenhagen. Zwei Menschen sterben, mehrere Polizisten werden verletzt. Täter ist ein 22 Jahre alter Däne palästinensischer Abstammung.

Omar El-Hussein schießt zuerst auf das Kulturcafé Krudttønden im Stadtteil Østerbro, wo gerade eine Diskussionsveranstaltung zum Thema «Kunst, Blasphemie und Meinungsfreiheit» stattfindet. Unter den 35 Gästen ist der schwedische Künstler Lars Vilks. Vor dem Café erschießt El-Hussein den 55-jährigen Filmemacher Finn Nørgaard. Die anschließende Großfahndung der Polizei bleibt erfolglos.

Später sucht der Täter eine Synagoge in der Innenstadt auf, wo zu dem Zeitpunkt etwa 80 Menschen eine Bat Mizwa feiern. Er erschießt den 37 Jahre alten freiwilligen Wachmann Dan Uzan.

Wieder kann der Schütze fliehen. Gegen fünf Uhr morgens trifft ihn die Polizei vor einem Haus im Stadtteil Nørrebro an. Der Attentäter eröffnet nach Angaben der Polizisten das Feuer und wird getötet.

Die Ermittler nehmen fünf Männer fest, die El-Hussein mit Waffen und Unterkunft geholfen haben sollen. Einen von ihnen entlassen die Behörden im Januar 2016 aus der Untersuchungshaft. Im März soll den mutmaßlichen Helfern der Prozess gemacht werden.

Di, 2016-02-09 09:58
Vilnius (dpa)

Litauischer Außenminister mahnt Kiew zu Reformen

Vilnius (dpa) - Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hat weitere Reformen und Kampf gegen die Korruption in der Ukraine angemahnt. Nach der Rücktrittsankündigung des ukrainischen Wirtschaftsministers Aivaras Abromavicius hoffe er auf Einsicht in Kiew, dass die Zeit für ein radikales Aufräumen gekommen ist, sagte Linkevicius am Dienstag im litauischen Radio. Die politische Situation in der Ukraine gebe Anlass zur Sorge für jeden, der effektive Reformen in dem krisengeschüttelten Land erwarte.

Abromavicius hatte in der vergangene Woche wegen Widerstands gegen seinen Modernisierungskurs seinen Rücktritt erklärt. Der gebürtige Litauer hatte sich für einen massiven Umbau der von Oligarchen dominierten Wirtschaft der Ex-Sowjetrepublik stark gemacht.

Di, 2016-02-09 09:59
München (dpa)

Roland-Berger-Studie: Windstrom könnte viel billiger sein

München (dpa) - Windräder an Land sind inzwischen die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Europa, könnten nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger Strom aber deutlich günstiger erzeugen. Windparks könnten ihre Betriebskosten um durchschnittlich 45 Prozent senken, wenn sie effizienter arbeiten würden, heißt es in der am Dienstag in München veröffentlichten Studie, über die das «Handelsblatt» (Dienstag) zuerst berichtet hatte.

An guten Standorten sei Strom aus Onshore-Wind auch ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder Kernkraftwerken, sagte Roland-Berger-Partner Torsten Henzelmann. Aber in Zeiten sinkender Subventionen und Ölpreise müssten Windparks effizienter wirtschaften, um wettbewerbsfähig zu sein. Vor allem bei den Wartungskosten ließe sich viel Geld sparen. «Alleine die 477 Onshore-Windparks in Deutschland könnten ihre Gewinne um mehr als 300 Millionen Euro steigern», heißt es in der Studie.

Um Flauten und Erzeugungsspitzen bei der Windkraft abzufangen, müssten auf der anderen Seite 150 Milliarden Euro in den Ausbau der europäischen Stromnetze investiert werden. Die mangelnde Netzinfrastruktur gefährde die Versorgungssicherheit, neue Übertragungskapazitäten seien dringend nötig.

Di, 2016-02-09 08:50
Berlin (dpa)

Lust auf Fleisch mit fatalen Folgen - Risiko für Gesundheit und Klima Von Torsten Holtz, dpa

Die Deutschen essen gern viel Fleisch - zu viel, sagen Ernährungsexperten mit Blick auf Gesundheitsrisiken. Auch die Umwelt und das Klima nehmen Schaden. Was können Staat und Verbraucher tun?

Berlin (dpa) - Der Fleischverbrauch in Deutschland übersteigt den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte. In der Fastenzeit ab Aschermittwoch verzichten viele Menschen traditionell auf Fleisch. Was viele nicht wissen: Das nützt nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch dem Klimaschutz.

Wie viel Fleisch essen wir überhaupt?

Der Fleischverbrauch beträgt pro Kopf und Jahr 88,3 Kilogramm. Zieht man den Knochenanteil ab, verzehrt jeder Bürger in Deutschland 60,3 Kilo Fleisch - zu zwei Dritteln vom Schwein. Der Pro-Kopf-Verbrauch übersteigt den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte - und den Indiens sogar um das 20-fache. In Deutschland wird massenhaft Fleisch erzeugt, sogar ein Fünftel mehr als verbraucht wird. 2015 war mit 8,22 Millionen Tonnen ein Rekordjahr. Umgerechnet bedeutet das, dass hierzulande jährlich etwa 59 Millionen Schweine geschlachtet werden.

Ist das zu viel?

Ja. Die Ernährungskampagne «In Form» der Bundesregierung rät: «Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sollten Sie nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen.» Das entspricht einer Jahresmenge zwischen 15 und 31 Kilogramm. Gesundheitsfördernd und nachhaltig ernährt sich demnach, wer überwiegend pflanzliche Lebensmittel isst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Ende Oktober gewarnt, Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch erhöhe das Darmkrebsrisiko. Bei rotem Fleisch - dem Muskelfleisch von Säugetieren - ist dies den Forschern zufolge zumindest wahrscheinlich.

Und was ist mit der Umwelt?

Unser hoher Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tierfütterung vergrößern den Ausstoß an Treibhausgasen und befördern den Flächenverbrauch weltweit, etwa für Sojaanbau in Südamerika. Die FAO, die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass die Viehhaltung global für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist - das ist ähnlich viel wie der gesamte Transportsektor, also alle Autos, Lkw, Flugzeuge, Traktoren zusammen.

Wie ist das zu erklären?

Wälder werden in Land- und Weideflächen umgewandelt, beim Futteranbau wird Stickstoffdünger eingesetzt, Rinder stoßen sehr viel Methan aus. Der Umweltverband WWF rechnet vor: Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspreche umgerechnet 75 Milliarden Kilometern mit dem Pkw.

Was könnte der Gesetzgeber tun?

Umweltschützer rügen, dass Fleisch hierzulande überwiegend zu billig produziert und verkauft wird. Dies befördert intensive Massentierhaltung - mit unguten Folgen wie Grundwasserverschmutzung und Antibiotikaeinsatz. Eine Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2013 zeigt unter anderem, dass ein «Gülle-Euro», eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, positive ökologische Lenkungswirkung in den Betrieben hätte. Es würde dann weniger Stickstoff auf die Felder ausgebracht. In der Folge würde sich ein Kilo Rindfleisch um knapp sieben Prozent und Schweinefleisch um etwa 2,5 Prozent verteuern.

Wirkungsvoll wäre auch die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Fleischprodukte. Derzeit werden Fleischerzeugnisse - wie alle Lebensmittel - mit einem ermäßigten Satz von 7 statt 19 Prozent besteuert. «Damit wird de facto der ökologisch und gesundheitlich problematische übermäßige Fleischkonsum subventioniert», moniert Greenpeace in der Studie.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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