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Do, 2016-02-11 15:37
Kopenhagen (dpa)

Parlament stiftet Preis zu Ehren von Kopenhagener Terroropfern

Kopenhagen (dpa) - Im Gedenken an die beiden Todesopfer der Terrorattacken in Kopenhagen vor rund einem Jahr stiftet das dänische Parlament einen neuen Preis. Die mit 200 000 dänischen Kronen (knapp 27 000 Euro) dotierte Auszeichnung sei als offizielle Anerkennung des Heldenmuts der beiden Männer während der Terrorangriffe vom 14. und 15. Februar 2015 gedacht, hieß es in einer Mitteilung.

Der Filmemacher Finn Nørgaard war bei der ersten Attacke auf ein Kulturcafé erschossen worden. Er soll versucht haben, den Attentäter zu stoppen. Das zweite Opfer, Dan Uzan, hielt vor einer Synagoge freiwillig Wache. Ihn erschoss der Terrorist aus nächster Nähe.

Der Preis soll nicht jährlich, sondern nur aus gegebenem Anlass zu Ehren von Menschen vergeben werden, die bei dem Versuch, andere während eines terroristischen Angriffs zu beschützen, ums Leben gekommen sind. Das Preisgeld soll einem guten Zweck zugute kommen.

Zu den Geburtstagen der beiden Terroropfer im Mai und Juni könnte die Auszeichnung erstmals verliehen werden, hieß es. «Gleichzeitig hoffe ich, dass dies das erste und einzige Mal sein wird, dass der Preis vergeben wird, weil ich hoffe, dass Dänemark nicht noch einmal von ähnlichen Ereignissen getroffen wird», erklärte die Parlamentspräsidentin, Rechtspopulistin Pia Kjærsgaard.

Do, 2016-02-11 15:03
München (dpa)

Sicherheitskonferenz wird zur Syrien-Konferenz Von Michael Fischer, dpa

Die Münchner Sicherheitskonferenz beschäftigt sich mit allen großen Krisen dieser Welt. Eine wird diesmal aber klar im Mittelpunkt stehen: Syrien. Gelingt es, den unterbrochenen Friedensprozess zu retten?

München (dpa) - Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs stehen in diesem Jahr auf der Gästeliste der Münchner Sicherheitskonferenz. Einer, den Konferenzchef Wolfgang Ischinger gerne dabei gehabt hätte, fehlt aber: Wladimir Putin. Der russische Präsident war vor neun Jahren mit einer gegen die Nato und die USA gerichteten Brandrede in die Annalen des weltweit wichtigsten sicherheitspolitischen Forums eingegangen.

Seitdem ist er der Konferenz ferngeblieben. Auch in diesem Jahr schickt er nur den zweiten Mann im Staat, Regierungschef Dmitri Medwedew. Darin könnte aber auch eine Chance liegen. Medwedew komme ausdrücklich als Vertreter Putins zu der an diesem Freitag beginnenden Konferenz, sagt Ischinger. Im Gegensatz zum Präsidenten ist der Regierungschef nicht für scharfe Reden bekannt. «Die Entscheidung, Medwedew zu schicken, könnte man als Friedensangebot Putins verstehen», heißt es in Diplomatenkreisen.

Die Rede Medwedews am Samstag wird also einer der Höhepunkte der Sicherheitskonferenz sein. Es wird vor allem darum gehen, was er zu Syrien sagt. Den Ton dafür gibt die Konferenz der Syrien-Unterstützergruppe vor, die für Donnerstagabend angesetzt war. Zu den 20 Mitgliedern der Gruppe gehören alle Staaten mit einer Schlüsselrolle in dem Konflikt. Neben Russland sind das vor allem die USA, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei.

Die Außenminister dieser fünf Länder werden ihre Diskussionen am Wochenende auf offener Bühne im Luxushotel Bayerischer Hof weiterführen. Die zwei entscheidenden Fragen sind: Wie kann die humanitäre Lage für die Menschen in belagerten Gebieten verbessert werden? Und welche Wege gibt es zu einem Waffenstillstand? An Fortschritten in diesen Punkten hängt die Fortsetzung der Genfer Friedensgespräche zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und den Oppositionsgruppen ab, die Anfang Februar nach nur wenigen Tagen abgebrochen wurden.

Die schockierenden Nachrichten über die russischen Bombardements der Region Aleppo und Zehntausende Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei lassen nichts Gutes erahnen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier setzt dennoch darauf, dass die Gewalt zumindest gebremst wird. «Wie soll es möglich sein, am Verhandlungstisch nach Kompromissen zu suchen, während gleichzeitig bei Aleppo und anderswo mit immer größerer Brutalität Krieg geführt wird?»

Syrien wird also das alles beherrschende Thema in München sein. Aber was ist mit den zahlreichen anderen Krisen? Im vergangenen Jahr stand die Ukraine ganz oben auf der Agenda. In München wurden die Weichen für den Krisengipfel in Minsk gestellt, bei dem sich Russland und die Ukraine unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs auf ein Friedensabkommen verständigten.

Es jährt sich am Freitag pünktlich zum Auftakt der Sicherheitskonferenz zum ersten Mal. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wird in München eine Bilanz ziehen, die ernüchternd ausfallen dürfte. In der Ostukraine konnten die erbitterten Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen immer noch nicht beendet werden.

Ischinger hofft, dass man in München auch an dieser Stelle weiterkommt. Syrien werde sich wie ein roter Faden durch die Konferenz ziehen, sagt er. «Ich möchte aber vermeiden, dass die anderen wichtigen Fragen - von der Ukraine über die Terrorismus-Bekämpfung bis zur Nuklearpolitik Nordkoreas - unter den Tisch fallen.» Die Sicherheitskonferenz könne zwar keine Beschlüsse fassen. «Was sie aber sehr gut kann, ist Impulse setzen, weil sie nicht damit befrachtet ist, stundenlang Communiqués zu verfassen.»

Do, 2016-02-11 15:30
Istanbul (dpa)

Innenminister: Militäreinsatz in südosttürkischer Stadt Cizre beendet

Istanbul (dpa) - Der türkische Innenminister Efkan Ala hat den fast zwei Monate andauernden Militäreinsatz in der südosttürkischen Stadt Cizre für beendet erklärt. Die Operationen seien auf «erfolgreiche Art und Weise» zum Abschluss gebracht worden, sagte Ala nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag in Istanbul.

Die Armee geht seit Dezember in einer Militäroffensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Südosten des Landes vor. In den Städten Silopi, Cizre und in dem Viertel Sur der Kurdenmetropole Diyarbakir gelten seitdem Ausgangssperren.

Ala sagte weiter, die Ausgangssperre in Cizre werde zunächst nicht aufgehoben. Wie auch in Silopi würden Durchsuchungen weitergehen. Den Einsatz in Silopi hatte die Regierung schon Ende Januar als «weitestgehend» beendet erklärt. Die Ausgangssperre wurde dort gelockert und gilt zurzeit nur noch nachts.

Die türkischen Streitkräfte teilten am Donnerstag mit, sie hätten während des Einsatzes in Cizre rund 600 PKK-Kämpfer getötet. Nach Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP kamen 79 Zivilisten ums Leben. Zudem starben zahlreiche Sicherheitskräfte. Die Angaben zu den Opferzahlen lassen sich in Gebieten unter Ausgangssperre nicht unabhängig überprüfen.

Do, 2016-02-11 16:01
Paris (dpa)

Ex-Regierungschef Ayrault wird französischer Außenminister

Paris (dpa) - Frankreichs früherer Premierminister Jean-Marc Ayrault wird neuer Außenminister der Landes. Der 66-Jährige folgt auf Laurent Fabius, wie der Élyséepalast am Donnerstag mitteilte.

Ayrault war von 2012 bis 2014 Regierungschef und musste nach Wahlniederlagen der Sozialisten dem aktuellen Amtsinhaber Manuel Valls weichen. Fabius soll nach dem Willen von Präsident François Hollande Präsident des französischen Verfassungsrates werden.

Ségolène Royal bleibt Umweltministerin mit einem neu zugeschnittenen Ressort. Die frühere Lebensgefährtin Hollandes galt lange Zeit als Favoritin für das Außenministerium.

Zudem holte Hollande mit Emmanuelle Cosse eine Grüne als Wohnungsbauministerin in die Regierung. Neue Kulturministerin wird Audrey Azoulay. Die bisherige Beraterin löst die glücklos agierende Fleur Pellerin ab. Der zur Linken zählende Jean-Michel Baylet übernimmt das Ministerium für ländliche Entwicklung.

Do, 2016-02-11 15:02
Nürnberg (dpa)

Bauernverband: Ökolandbau für Teil der Bauern interessantes Segment

Nürnberg (dpa) - Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln sieht der Deutsche Bauernverband (DBV) im Ökolandbau ein «interessantes Marktsegment mit weiter wachsender Perspektive». Immerhin erzielten Bio-Bauern derzeit bessere Einkommen als die übrige Landwirtschaft, erklärte der Verband am Rande der Naturkostmesse Biofach am Donnerstag in Nürnberg.

Ökolandbau habe in Deutschland weiter Wachstumspotenzial, betonte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, laut Mitteilung. «Doch mit einem Anteil von knapp 5 Prozent im deutschen Lebensmittelmarkt bietet er keine Problemlösung für die gesamte Landwirtschaft», betonte er einschränkend.

Nach einer verbandsinternen Umfrage wollen sich etwa 10 Prozent der deutschen Landwirte über eine Umstellung auf Ökolandbau informieren oder zeigen sogar konkretes Interesse daran. Derzeit wirtschaften nach DBV-Informationen rund sechs Prozent der deutschen Bauern nach den Vorschriften eines der neun Anbauverbände oder nach der EU-Ökoverordnung.

Dass manche Landwirte zögerten, auf Bioproduktion umzusatteln, liegt nach DBV-Einschätzung auch an der zweijährigen Umstellungsphase. Das sei für die Landwirte eine Durststrecke. «Wenn gleichzeitig Handel und Verarbeitung Erzeugnisse bevorzugen, die in anderen EU-Mitgliedsstaaten oder Drittländern zu niedrigeren Standards produziert werden, schränkt das die Attraktivität der Umstellung deutlich ein», gab Krüsken zu bedenken.

Do, 2016-02-11 15:23
Detmold (dpa)

Appell an ehemaligen SS-Wachmann: «Erzählen Sie die Wahrheit» Von Florentine Dame, dpa

Leon Schwarzbaum hat das Vernichtungslager Auschwitz überlebt. Im Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann Reinhold Hanning tritt der 94-Jährige als Zeuge auf. Doch sein größter Wunsch bleibt unerfüllt.

Detmold (dpa) - Es ist der erste Moment, in dem der ehemalige SS-Wachmann den Blick hebt. Wenn auch nur für ein paar Sekunden. «Sprechen Sie an diesem Ort über das, was Sie und Ihre Kameraden getan oder erlebt haben!», ruft Leon Schwarzbaum dem Angeklagten mit bebender, aber kraftvoller Stimme aus dem Zeugenstand zu. Schließlich seien beide bereits 94 Jahre alt, stünden bald vor dem höchsten Richter. Doch Reinhold Hanning, der als ehemaliger Wachmann des NS-Vernichtungslagers Auschwitz auf der Anklagebank sitzt, strafft nur kurz seinen Rücken, sinkt wieder in sich zusammen und schweigt.

Der 94-jährige Schwarzbaum hat das Lager überlebt. Am Donnerstag, dem ersten Verhandlungstag in einem der letzten großen NS-Prozesse, berichtet er vor dem Landgericht Detmold vom Grauen, das er erleben musste. Seine Aussage soll die Tötungsmaschinerie veranschaulichen, von der auch der Angeklagte ein Teil gewesen sein soll: Als Wachmann soll Hanning beim Massenmord in Auschwitz geholfen haben. Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen lautet der Tatvorwurf, den Andreas Brendel von der nordrhein-westfälischen Schwerpunktstaatsanwaltschaft für NS-Verbrechen zum Auftakt vorträgt.

Der Verlesung der Anklage folgt Hanning ohne sichtbare Regung. Mit den kleinen Trippelschritten eines Greises ist der 94-Jährige in den Gerichtssaal gekommen, das Kinn zur Brust gezogen, um möglichst jedem Blick auszuweichen. Sein Verteidiger macht am Donnerstag deutlich, dass sich der Angeklagte zumindest derzeit nicht zur Sache äußern wird. Der Anwalt verliest im Prozess einige Eckdaten zum Lebenslauf seines Mandanten. Demnach wuchs Hanning im Städtchen Lage im Kreis Lippe auf. In der Nachkriegszeit arbeitete er in einem Molkereigeschäft, das er später übernahm. Er ist Witwer.

Hanning ist nach Angaben seines Anwalts gesundheitlich angeschlagen, verhandlungsfähig für zwei Stunden pro Tag. «Wir hatten Angst, dass er den ersten Verhandlungstag nicht überstehen wird, körperlich und auch psychisch», sagt sein Verteidiger nach dem ersten Gerichtstag.

Laut Staatsanwaltschaft kam der Angeklagte 1942 als Wachmann nach Auschwitz. Er stieg schnell auf, war später SS-Unterscharführer. Das hatte Hanning in einem ersten Verhör 2013 mit der Polizei eingeräumt. Allerdings bestritt er dabei, selbst getötet und Bescheid gewusst zu haben. Wie verwertbar diese Aussage vor Gericht sein wird, zog die Verteidigung am Donnerstag in Zweifel: Hanning sei damals überrumpelt worden.

Als Ort des systematischen Mordens beschreibt die Anklageschrift das Vernichtungslager: Getötet wurde in den Gaskammern, fast jedes Wochenende gab es Massenerschießungen. Wer zu krank oder zu schwach zum Arbeiten war, wurde vergast. Dass in Auschwitz auch die Lebensbedingungen an sich töten sollten, gehörte mit zum mörderischen Plan der Nazis. Chronische Unterernährung ließ Tausende verhungern.

Dem Angeklagten soll das alles bekannt gewesen sein. Mehr noch: Er müsse gewusst haben, dass das System nur funktionierte, weil es durch Gehilfen wie ihn bewacht wurde, begründet Ankläger Andreas Brendel am ersten Verhandlungstag den Beihilfevorwurf.

Indem sie so umfassend auf die verschiedenen Arten des Tötens eingehe, unterscheide sich die Anklageschrift von bisherigen und noch laufenden Verfahren, sagt Nebenkläger-Anwalt Cornelius Nestler. Er vertritt einige der 40 Nebenkläger unter anderem aus Israel, Kanada, Ungarn und den USA. «Hier wird der organisierte Massenmord in Auschwitz erstmals in seinem gesamten Umfang angeklagt», betont Nestler. Insofern verspreche diese Hauptverhandlung Gerechtigkeit für die Überlebenden und ihre Nachfahren, «wenn auch viel zu spät».

Gerechtigkeit ist es auch, auf die der ehemalige Auschwitz-Gefangene Schwarzbaum hofft. «Die SS war grausam und sadistisch», klagt er im Gericht an. Dieses Eingeständnis von einem der Täter zu hören, wäre sein großer Wunsch: «Ich will, dass er endlich die Wahrheit sagt.»

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Do, 2016-02-11 15:24
Wismar (dpa)

Insolvenz von German Pellets: Anleger fürchten um Millionen Von Birgit Sander, dpa

Der Höhenflug des Holzverarbeiters German Pellets ist jäh unterbrochen. Eine Anleihe kann nicht zurückgezahlt werden. Das Unternehmen nennt den niedrigen Ölpreis als einen Grund.

Wismar (dpa) - Tausende wollten das große Geld machen. Mit Holz. Lange sah es gut aus - dann kamen warme Winter, die Ölpreise fielen. Nun ist der Brennstoff-Hersteller German Pellets pleite.

Was produziert German Pellets?

Das 2005 in Wismar gegründete Unternehmen stellt Holzpellets zum Heizen her - das sind gepresste Holzspäne (englisch: pellet = Kügelchen). Dafür können Abfälle, aber auch Stammholz verwendet werden. Durch das Pressen unter hohem Druck haben Pellets einen niedrigen Wassergehalt und eine hohe Dichte. Sie werden nicht nur in privaten Haushalten in speziellen Öfen oder Heizungen genutzt, sondern auch in Kraftwerken zur Herstellung von Strom und Wärme. Nach eigenen Angaben ist German Pellets der weltgrößte Pelletproduzent und -händler mit 650 Mitarbeitern.

Mit welchen Problemen hat German Pellets zu kämpfen?

Als anleihefinanziertes Unternehmen hat sich German Pellets Geld nicht bei Banken, sondern bei verschiedenen Anlegern geliehen. Denen wurden hohe Zinsen versprochen. Eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro, verzinst mit 7,25 Prozent, sollte zum 1. April zurückgezahlt werden. Doch dafür fehlt das Geld. Daher wollte German Pellets bei einer Gläubigerversammlung um eine Laufzeitverlängerung um zwei Jahre und einen um zwei Punkte niedrigeren Zinssatz bitten. Anlegervertreter empfahlen, dies abzulehnen, weil der Wert der Anteile nicht bekannt sei. Doch das Treffen wurde kurzfristig abgesagt - das Unternehmen ist insolvent.

Welche Folgen hat der Insolvenzantrag für die Anleger?

«Was der Insolvenzantrag für die betroffenen Anleger bedeutet, ist noch nicht absehbar», sagt der Anlegervertreter Klaus Nieding, Vorstand der Nieding+Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft. Die Kanzlei kritisiert, die betroffenen Anleger hätten kaum Chancen gehabt, auf die negative Entwicklung zu reagieren. Klar ist: Tausende Geldgeber fürchten nun um ihre Anlagen in zusammen dreistelliger Millionenhöhe. Und der Wert der Anleihen sank seit Jahresbeginn rapide auf weniger als zwei Prozent des Nennwertes. Schlecht sieht es auch für die Beschäftigten aus: Nach Angaben der IG Metall existiert bei German Pellets kein Betriebsrat - es könne damit weder Sozialplan noch Interessensausgleich geben.

Warum kann German Pellets die Anleihe nicht zurückzahlen?

Als Gründe für die wirtschaftlichen Probleme nannte die Geschäftsführung den Verfall des Ölpreises, durch den auch der Preis für Holzpellets unter Druck geraten sei. Zudem seien die Umsätze wegen zweier warmer Winter hintereinander eingebrochen. Drittens habe sich die Übernahme des Ofenbauers Kago im Jahr 2010 als Fehlinvestition erwiesen. Kago meldete im Januar Insolvenz an.

Was will das Unternehmen jetzt?

Die Geschäftsführung hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das ist bei Unternehmen möglich, die gute Aussichten auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs haben. In diesem Fall bleibt die Geschäftsleitung im Amt, ihr wird ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt. Die alte Geschäftsführung behält damit große Teile der Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Zugleich ist die Firma vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen von Gläubigern geschützt.

Was sagt das Insolvenzgericht dazu?

Das Insolvenzgericht hat diesem Antrag zunächst nicht zugestimmt, sondern eine Rechtsanwältin mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragt. Das Gericht muss vor einer endgültigen Entscheidung die Gläubiger anhören. Dazu muss ein Gläubigerausschuss gebildet werden, der die Struktur der privaten oder institutionellen Geldgeber widerspiegelt. Da diese Struktur laut Gericht unübersichtlich ist, braucht es etwas Zeit. Den von der Geschäftsführung vorgeschlagenen Gläubigerausschuss akzeptierte das Gericht nicht.

Do, 2016-02-11 15:33
Brüssel (dpa)

USA fordern mehr Anstrengungen im Kampf gegen Terrormiliz IS

Brüssel (dpa) - US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mehr Anstrengungen von den internationalen Partnern gefordert. «Der Kampf gegen den IS ist von enormer Bedeutung für uns alle - und jede Unterstützung ist wichtig für diesen Kampf», sagte er zum Auftakt eines Treffens der US-geführten Anti-IS-Koalition am Donnerstag in Brüssel. Die Terrormiliz gefährde das Leben von Menschen überall auf der Welt. An der Allianz sind mittlerweile rund 60 Staaten beteiligt, darunter neben allen 28 Nato-Mitgliedern auch islamische Länder wie Saudi-Arabien und Jordanien.

Bei dem Treffen in Brüssel wollte Carter einen Plan zum weiteren militärischen Vorgehen der Koalition vorstellen. Das Papier soll aufzeigen, welche Ressourcen nötig sind, um die Terror-Miliz zu besiegen. Eine Rolle bei dem Treffen spielt auch die Anfrage der USA nach einer Unterstützung der Nato mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen. Die Nato-Verteidigungsminister hatten sich direkt vor dem Anti-IS-Treffen auf einen Kompromiss verständigt. Die USA sollen demnach Awacs-Flugzeuge der Nato für Einsätze außerhalb des Anti-IS-Kampfes nutzen können. US-Awacs könnten dann verstärkt über Syrien und dem Irak eingesetzt werden.

Do, 2016-02-11 15:08
Seoul (dpa)

Nordkorea weist Südkoreaner aus gemeinsamem Industriepark aus Von Dirk Godder, dpa

Seit dem jüngsten Atomtest und darauf folgenden Raketenstart Nordkoreas schaukeln sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder hoch. Erst schließt Südkorea einen gemeinsamen Fabrikpark, jetzt kappt Nordkorea zwei wichtige Telefonleitungen.

Seoul (dpa) - Angesichts wachsender Spannungen infolge des jüngsten nordkoreanischen Raketenstarts kappen Süd- und Nordkorea ihre wichtigsten Verbindungskanäle. Das kommunistische Regime in Pjöngjang erklärte am Donnerstag, «Ausrüstung, Materialien und Produkte von südkoreanischen Unternehmen» im gemeinsamen Fabrikpark in Kaesong zu beschlagnahmen. Alle noch verbliebenen Südkoreaner seien aufgerufen worden, den grenznahen Komplex in Nordkorea zu verlassen. Die Sonderzone stehe ab sofort unter militärischer Kontrolle. Außerdem würden zwei wichtige Hotlines zwischen beiden Ländern getrennt. 

Nordkorea reagierte damit auf die Entscheidung Seouls vom Vortag, den Industriepark «komplett zu schließen». Damit soll Nordkorea von einer wichtigen Devisenquelle abgeschnitten werden, die aus Seouls Sicht für das Atomprogramm des Lands genutzt wird. 

In einem für Nordkorea nicht unüblichen Ton warf das Regime in Pjöngjang dem südlichen Nachbarland eine «Kriegserklärung» vor. Südkorea habe damit «das Ende der letzten Lebenslinie zwischen Süd- und Nordkorea» beschlossen, hieß es laut den Staatsmedien in einer Erklärung des Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung Koreas. Das Komitee warnte, Südkoreas Regierung werde «katastrophale und schmerzhafte Konsequenzen als Folge ihre Aktion zu spüren bekommen». 

Mit der Schließung bestrafte Südkorea den Nachbarn für den umstrittenen Raketenstart vom Sonntag, der weltweit Empörung ausgelöst hatte. Während Pjöngjang von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer atomar bestückten Langstreckenrakete. Nordkorea hatte erst einen Monat zuvor seinen vierten Atomversuch unternommen, der ebenfalls international verurteilt wurde. 

Der US-Senat stimmte am Mittwochabend (Ortszeit) einstimmig dafür, die Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un zu verschärfen. Das Repräsentantenhaus muss noch zustimmen. Unter anderem sollen Sanktionen nun auch im Falle von Cyberattacken und Menschenrechtsverletzungen greifen. Auch im UN-Sicherheitsrat wird derzeit über neue Sanktionen gegen Nordkorea beraten.    

Einige Stunden nach dem Landesverweis hatten nach Angaben der Regierung in Seoul alle noch in Kaesong verbliebenen Südkoreaner Nordkorea verlassen. Am Donnerstag wollten Unternehmen noch ihren Rückzug aus dem Fabrikpark vorbereiten. Zahlreiche Lastwagen hatten seit dem Morgen am Grenzübergang gestanden, um Ausrüstungen und Waren abzutransportieren. 

Der 2004 geöffnete Fabrikpark in der Sonderwirtschaftszone war das einzige noch verbliebene größere Gemeinschaftsprojekt zwischen Süd- und Nordkorea - und lange Zeit ein Symbol der Aussöhnung. Zuletzt arbeiteten dort 54 000 Nordkoreaner für 124 südkoreanische Unternehmen, die von den niedrigen Löhnen im abgeschotteten Nachbarland profitierten.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Do, 2016-02-11 15:40
Brüssel (dpa)

Nato zieht in den Kampf gegen Schleuserbanden

Jeden Tag werden zahllose Migranten unkontrolliert über die Türkei nach Europa geschleust. Jetzt greift auf Bitte aus Berlin und Ankara die Nato ein. Türken und Griechen sind sich überraschend einig.

Brüssel (dpa) - Die Nato beteiligt sich am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis. Die Verteidigungsminister der 28 Mitgliedstaaten beschlossen am Donnerstag, einen unter deutscher Führung stehenden Nato-Marineverband unverzüglich auf den Weg in das Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland zu schicken. Er soll dort den Flüchtlingsstrom beobachten und die Aufklärungsergebnisse an die nationalen Küstenwachen weitergeben. Vor allem die Türkei soll so in die Lage versetzt werden, kriminelle Schleuserbanden effektiver zu verfolgen.

«Das sind etablierte kriminelle Netzwerke, die Millionen aus diesen Menschen herauspressen und an ihnen verdienen und billigend in Kauf nehmen, dass Tausende ertrinken», kommentierte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Entscheidung. Dies sei nicht länger tolerierbar. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte: «Hier stehen das Leben und das Schicksal von Menschen auf dem Spiel.»

Nach ersten Planungen kann der Anti-Schleuser-Einsatz noch in diesem Monat beginnen. Der Nato-Marineverband mit dem deutschen Einsatzgruppenversorger «Bonn» als Führungsschiff wird nach aktuellen Berechnungen lediglich zwei bis drei Tage in die Ägäis brauchen. Spätestens bis zum 24. Februar soll die Einsatzplanung abgeschlossen sein.

«Wir haben in den vergangenen Monaten erlebt, dass wann immer angekündigt wurde, dass wir verschärft gegen Schlepper vorgehen, diese versuchen, das Vakuum zwischen der Ankündigung und dem Handeln zu nutzen, um noch einmal Tausende Menschen auf diese lebensgefährliche Passage zu pressen», erklärte von der Leyen. «Deshalb ist Zeit jetzt ganz wichtig, dass wir zügig dort sind.»

Entdecken die Besatzungen der Nato-Schiffe in Seenot geratene Flüchtlinge, sollen diese gerettet und in die Türkei zurückgebracht werden. Die Hilfsorganisation Pro Asyl sprach von «Ausspähung der Ägäis durch die Nato» und «Beihilfe zur Aushebelung des Asylrechts».

Auch Grüne und Linke im Bundestag äußerten sich kritisch. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter sprach von «hilflosem Aktionismus». Er treibe Flüchtlinge nur auf noch gefährlichere Fluchtrouten, wo dann das Sterben weiter gehe. «Der Einsatz soll wohl vor allem eine abschreckende Wirkung haben. Das ist eine falsche Politik. Wir brauchen in der Ägäis eine funktionierende Seenotrettung und keinen Nato-Einsatz zur Flüchtlingsabwehr», so Hofreiter. Die Linke erklärte: «Diese Nato-Mission wird definitiv nicht dem Wohle der Flüchtenden dienen.»

Die Türkei ist wichtigster Zufluchtsort und auch wichtigstes Transitland für Flüchtlinge aus Syrien. Beim Versuch, von dort nach Griechenland zu kommen, ertranken seit Beginn des Jahres mehr als 340 Menschen. Viele von ihnen wurden von Schleusern auf nicht seetüchtige Boote gelockt.

Die Pläne für den Einsatz gehen auf das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu am Montag in Ankara zurück. Sie hatten für viele Bündnispartner völlig überraschend die Nato als Partner im Kampf gegen Schleuserbanden ins Gespräch gebracht. Sie wird erstmals in ihrer Geschichte in dieser Form tätig. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, auch die Nato sei mit der «schwersten Flüchtlingskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg» konfrontiert.

Einer der schwierigsten Punkte in den Verhandlungen über das Nato-Engagement war der Streit um Hoheitsrechte in der Ägäis zwischen den Bündnispartnern Türkei und Griechenland. Die Auseinandersetzung dauert seit mehr als 40 Jahren an und brachte Griechenland und die Türkei mehrfach nahe an einen militärischen Konflikt - zuletzt 1996. Damals konnte ein Krieg im Streit um zwei Felseninseln in der Südostägäis erst nach Vermittlung der USA abgewendet werden. In der Ägäis werden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet.

In den Gesprächen gelang es nach Angaben von Diplomaten, den Konflikt soweit wie möglich auszuklammern. Es wurde allerdings vereinbart, dass griechische Schiffe aus dem Nato-Verband nicht in türkische Hoheitsgewässer fahren dürfen und türkische Schiffe nicht in griechische Hoheitsgewässer.

Do, 2016-02-11 15:05
Wismar/Düsseldorf (dpa)

German Pellets kaufte vor der Insolvenz Eon-Kraftwerk in Belgien

Wismar/Düsseldorf (dpa) - Die Pleite des Wismarer Holzverarbeiters German Pellets könnte auch Deutschlands größten Energiekonzern Eon beziehungsweise dessen Kraftwerksabspaltung Uniper treffen. German Pellets hat nämlich noch kurz vor der Insolvenz das 550-Megawatt-Steinkohlekraftwerk Langerlo nahe Genk in Belgien von Eon/Uniper gekauft, wie ein Uniper-Sprecher am Donnerstag bestätigte. Über das Geschäft hatte zuerst die «Wirtschaftswoche» berichtet.

Seit Anfang Januar sei das Wismarer Unternehmen rechtmäßiger Eigentümer und damit auch Arbeitgeber der rund 100 Kraftwerksbeschäftigten, sagte der Uniper-Sprecher. Zum Kaufpreis und zu der Frage, ob German Pellets vor der Insolvenz noch gezahlt hat, machte der Sprecher keine Angaben. Laut «Wirtschaftswoche» hatte German Pellets das Kohlekraftwerk auf Holzpellets umrüsten und so einen neuen Absatzkanal hinzugewinnen wollen.

Uniper war Anfang des Jahres an den Start gegangen. In das Unternehmen mit rund 14 000 Beschäftigten hatte Eon seine konventionellen Kraftwerke abgespalten.

Do, 2016-02-11 15:34
Köln (dpa)

Hartz IV-Leistungen erschlichen: Salafist erhält Bewährungsstrafe

Köln (dpa) - Der Salafisten-Prediger Ibrahim Abou-Nagie ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs beim Bezug von Hartz-IV-Leistungen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat verurteilt worden. Nach dem Urteil des Amtsgerichts Köln vom Donnerstag hat Abou-Nagie, der als Initiator der umstrittenen Koran-Verteilaktion «Lies!» für Aufruhr gesorgt hatte, zu Unrecht Sozialleistungen in Höhe von rund 54 000 Euro bezogen. Er habe mehrere Konten und Nebeneinkünfte verschwiegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Abou-Nagie gilt bei Experten als Hassprediger.

Der 51-Jährige hatte unter anderem Zugriff auf ein Spendenkonto, das nach Überzeugung des Gerichts zum Schein auf den Namen eines Mitangeklagten lief. Dieser Mann wurde freigesprochen. Es sei nicht erwiesen, dass er über den Betrug Bescheid wusste, hieß es im Urteil.

Abou-Nagie erhielt seit 2005 für sich und seine Frau und drei Kinder Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Das Urteil des Gerichts bezieht sich auf die Zeit zwischen Februar 2010 und Mai 2012. Im Jahr 2011 organisierte der Salafist die deutschlandweite Koran-Verteilaktion. Finanziert wurde sie durch Spenden von Muslimen.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Do, 2016-02-11 14:55
Stuttgart (dpa) 

Dreckschleuder oder Umweltwunder: Wie sauber kann der Diesel werden?  Von Annika Grah, dpa

Das Bild vom Diesel als Dreckschleuder und Luftverpester hat sich bei vielen Menschen eingebrannt. Umweltschützer rufen wegen hoher Feinstaub- und Emissionswerte nach Dieselverboten. Dabei ist die Technologie für sauberere Motoren vorhanden - sie ist nur teuer.

Stuttgart (dpa) - Geht es um den Diesel, scheiden sich die Geister. Von «Luftreinigungsmaschinen» spricht man gern beim Autozulieferer Bosch. Bei den zuständigen Behörden sieht man das anders. «Diesel-Pkw müssen schrittweise aus den Innenstädten verschwinden, Umweltzonen sollten ausgeweitet und verschärft werden», forderte jüngst die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger. Das von Dieselmotoren produzierte Stickstoffdioxid könne in Kombination mit Feinstaub zu Gesundheitsschäden an Atemwegen sowie Herz- und Kreislaufsystem führen. Das hören die Autohersteller nicht gern, machen Diesel in Europa doch einen großen Teil ihres Absatzes aus.

Diesel gelten zwar als verbrauchsärmer und damit auch CO2-effizienter als ihre mit Benzin betankten Pendants. Aufgrund der Verbrennungsvorgangs entstehen aber Feinstaubpartikel und höhere Mengen von Stickoxiden. Während der Feinstaub mit Hilfe von Partikelfiltern in modernen Motoren inzwischen zu großen Teilen abgefangen wird, bleiben insbesondere Stickoxide ein Problem. Denn der hohe Sauerstoffanteil bei der Verbrennung des Kraftstoffs erhöht die Effizienz, begünstigt aber auch die Stickoxid-Bildung, erklärt man beim Autozulieferer Bosch. Ein Problem, an dem die Industrie seit Jahren feilt. «Die Hersteller haben die Abgasnachbehandlung lange zu ihren Gunsten optimiert und nicht zu Gunsten der Umwelt», kritisiert Peter Mock vom International Council on Clean Transportation (ICCT).

Ein Problem ist der Platz im Motorraum. Seinen neuesten Dieselmotor für die E-Klasse hat Daimler nun senkrecht platziert, um Raum für die Abgasnachbehandlung zu schaffen. Daimler habe mit dem neuen System den Ausstoß von Stickoxiden im realen Fahrbetrieb um 80 Prozent reduziert, sagt Bernhard Heil, Leiter der Motorenentwicklung bei dem Autohersteller. Einen absoluten Wert nennt er nicht. Das EU-Parlament steckte zuletzt den Rahmen für realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge ab 2017. Der erlaubt allerdings, dass der mit der Euro-6-Abgasnorm festgelegte Wert von 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer noch bis 2020 um mehr als das Doppelte überschritten wird.

Das wäre nicht nötig, sagen Umweltschützer: «Der Schadstoffausstoß eines Dieselmotors kann schon mit heutigen Mitteln soweit gemindert werden, dass Stickoxide und Partikel kaum noch messbar sind», sagt Lars Mönch, der beim Umweltbundesamt das Fachgebiet «Schadstoffminderung und Energieeinsparung im Verkehr» leitet. Das sei ein gewisser Aufwand, aber die technischen Mittel seien da.

Fahrzeugtechniker stimmen zu. «Eine von vielen Möglichkeiten ist, die Gemischaufbereitung durch das Einspritzsystem weiter zu verbessern», sagt Jörn Getzlaff, Dekan der Fakultät Kraftfahrzeugtechnik der Fachhochschule Zwickau. Durch einen höheren Druck und eine genauere Steuerung bei der Einspritzung des Kraftstoffs, sagt Roland Baar Professor für Verbrennungskraftmaschinen an der TU Berlin, könne die produzierte Menge Stickoxid verringert werden.

Das weitere soll die Abgasnachbehandlung richten. So genannte Speicherkatalysatoren speichern die Stickoxide mit Hilfe von chemischen Verbindungen. Doch für die Reinigung wird wieder Kraftstoff verbraucht. Eine zweite Möglichkeit, die von einigen Herstellern auch zur Ergänzung des Speicherkats verwendet wird, liefert die Nachbehandlung mit Harnstoff (AdBlue). Auch hier gibt es noch Potenzial: «Die Katalysatoren können verbessert werden, indem Beschichtungen, Strömungsbedingungen, und auch die Einspritzung des Harnstoffs optimiert werden», sagt Getzlaff.

Das Hauptproblem, so Getzlaff, sind dynamische Fahrbewegungen, wenn zum Beispiel beim Beschleunigen in kurzer Zeit hohe Leistung erbracht werden muss. Dafür hat Bosch einen Elektro-Hilfsmotor entwickelt, der dem Diesel bei Spitzenlasten Arbeit abnimmt und den Stickoxid-Ausstoß am Motor um 20 Prozent senken soll. «Ein Diesel-Hybrid könnte helfen, aber der ist noch einmal teurer», sagt Getzlaff. Das Bosch-System kostet einen niedrigen vierstelligen Euro-Betrag.

Das ist ohnehin das Problem der Dieselmotoren: Denn der Kraftstoff ist zwar dank der niedrigeren Steuern günstiger und der Motor verbraucht weniger - doch die Anschaffung ist teuerer. «Der Diesel ist seit vielen Jahren etwa doppelt so teuer wie ein vergleichbar starker Ottomotor», sagt Getzlaff. «Hinzu kommen etwa 700 bis 800 Euro für die aufwendige Abgasnachbehandlung bei einer Motorisierung für ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse.»

Umweltbundesamt-Experte Mönch hält die Kosten für vertretbar: «Das kostet aber weniger als ein Navigationssystem», lautet sein Urteil. «Im Sinne des Umweltschutzes sind das vertretbare Kosten.» Genau wie Peter Mock vom ICCT glaubt Mönch aber, dass der Diesel sich künftig nur noch in teureren Fahrzeugklassen halten wird. «Der Anteil von Dieselmotoren in Kleinwagen wird aufgrund zunehmender Auflagen zur Luftreinhaltung sinken.»

Do, 2016-02-11 14:02
Genf (dpa)

UN: Kriegsgegner in Syrien missbrauchen Menschen als «Kanonenfutter»

Genf (dpa) - Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hat den Kriegsgegnern in Syrien vorgeworfen, skrupellos den Tod von Zivilisten in Kauf zu nehmen. Sie würden bei Belagerungen und Kämpfen selbst Frauen und Kinder sowie Alte und Verwundete als «Verhandlungsmasse und Kanonenfutter» missbrauchen, beklagte Said Raad al-Hussein am Donnerstag in Genf. «Dies ist eine groteske Situation», sagte er einer UN-Mitteilung zufolge.

Besonders alarmierend sei die Notlage der Menschen in der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo und deren Umgebung. Brutale Gewalt und schockierende Verletzungen der Menschenrechte seien an der Tagesordnung. «Ich verurteile diese abscheulichen Taten.»

Seit Beginn der jüngsten Offensive syrischer Regierungstruppen gegen von Rebellen gehaltene Gebiete Aleppos, die mit zahlreichen russischen Luftangriffen unterstützt werde, seien etwa 51 000 Zivilisten in die Flucht getrieben worden. Rund 300 000 Menschen drohe eine Belagerung. Allein seit dem 1. Februar seien in Aleppo Dutzende von Menschen getötet worden. Infrastruktureinrichtungen sowie mindestens drei Krankenhäuser und zwei Bäckereien seien seitdem zerstört worden. Auch in anderen Teilen Syriens seien Tausende von Zivilisten Opfer von brutalen Kämpfen und Belagerungen.

Do, 2016-02-11 14:53
Brüssel/München (dpa)

Russland: zu Waffenruhe in Syrien bereit - Lawrow trifft Kerry

Die Welt blickt nach München. Können dort bei einer Syrien-Konferenz die Weichen für eine Waffenruhe im Bürgerkriegsland gestellt werden? Es wäre ein diplomatisches Kunststück.

Moskau/Brüssel/München (dpa) - Die internationale Gemeinschaft hat einen neuen Versuch gestartet, den seit fünf Jahren dauernden Krieg in Syrien einzudämmen. Man führe «sehr wichtige» Gespräche mit Washington über eine Waffenruhe, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin kurz vor der Syrienkonferenz am Donnerstag in München. Dort trafen die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, zusammen.

«Wir haben unsere konkreten Vorschläge zur Einstellung des Feuers unterbreitet und warten auf die Antwort der USA, bevor die Vorschläge der internationalen Syrien-Gruppe vorgelegt werden», sagte Lawrow laut der Agentur Tass. Zu Berichten, Moskau habe den 1. März als Beginn der Waffenruhe genannt, gab es zunächst keine Bestätigung des US-Außenministeriums. Aus dem Kreml hieß es, man stimme sich ab, von Einmütigkeit könne noch nicht die Rede sein.

Ob eine Einigung möglich ist, war zunächst unklar. Westliche Länder werfen Russland vor, mit Bombardements Zivilisten und Regimegegner zu treffen. Russische Kampfjets ebnen syrischen Regierungstruppen mit massiven Luftangriffen den Weg an mehreren Fronten im Land. Seit Anfang Februar rücken die Regimetruppen von Assad nördlich von Aleppo gegen Rebellen vor. Dadurch wurden Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei gezwungen.

Im Syrienkrieg gab es bislang nur geografisch sehr begrenzte Feuerpausen in einigen Dörfern, aber keine Waffenruhe im ganzen Land. Mehr als 250 000 Menschen wurden in dem brutalen Konflikt getötet, Millionen in die Flucht geschlagen. «Unsere Bemühungen für einen Friedensprozess für Syrien stehen wieder einmal an einem Scheideweg», sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der an der Konferenz in München teilnimmt, der Deutschen Presse-Agentur.

Das Verteidigungsministerium in Moskau schloss jedoch einen grundsätzlichen Strategiewechsel aus. Auf der Suche nach einer politischen Lösung unterstütze Russland weiter die syrische Führung um Machthaber Baschar al-Assad, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow. Die internationale Gemeinschaft wollte am Donnerstag in München die Chancen für eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche ausloten. An der Konferenz nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter aus 17 Staaten teil. Dazu gehören Deutschland, die USA, Russland, Saudi-Arabien, der Iran und die Türkei. Die Friedensgespräche in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden und sollen möglichst am 25. Februar fortgesetzt werden.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, machte sich dafür stark, über eine Militärmission für Syrien nachzudenken. «Möglicherweise braucht man für eine dauerhafte Stabilisierung Friedenstruppen», sagte Ischinger dem Portal faz.net. Die Bombenangriffe gegen den IS griffen strategisch zu kurz. Wenn man den Bürgerkrieg beenden wolle, müssten «alle Beteiligten an diesem Konflikt zu der Überzeugung kommen, dass politische und militärische Ziele auf dem Schlachtfeld nicht mehr verwirklicht werden können», sagte Ischinger.

Der russische Vizeaußenminister Oleg Syromolotow warnte den Westen vor der Einrichtung von Sicherheitszonen im Norden Syriens. «Wir würden das Ausrufen einer solchen Zone - ohne Einverständnis der syrischen Regierung und des UN-Sicherheitsrats - als eine Militärintervention ansehen», sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Ein Arzt an der türkischen Grenze - an der Zentausende Flüchtlinge seit Tagen ausharren - sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Zahl der Flüchtlinge steige angesichts anhaltender russischer Luftangriffe in der Region nördlich von Aleppo. Es mangele an Zelten. Fast alle Verletzungen bei den Vertriebenen stammten von den Luftangriffen.

Do, 2016-02-11 14:03
Berlin/Hamburg (dpa) 

Weitere Versorger erhöhen Strompreise - Berlin und Hamburg teurer

Zu Jahresbeginn hielten sich die Energieversorger noch mit Preiserhöhungen zurück. Nun aber haben weitere Unternehmen ihren Kunden unbeliebte Post geschickt. Teurer wird es unter anderem für viele Berliner und Hamburger.

Berlin/Hamburg (dpa) - Zahlreiche weitere Energieversorger in Deutschland heben die Strompreise an. Seit Jahresbeginn haben 205 der insgesamt 800 Unternehmen ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt, wie das Tarifvergleichsportal Verivox am Donnerstag auf Grundlage aktueller Zahlen auf dpa-Anfrage mitteilte. Die Preise steigen demnach um durchschnittlich knapp 3 Prozent. Betroffen sind Millionen von Haushalten. Allerdings gab es zugleich auch 69 Versorger, welche die Preise senkten - im Schnitt um 2,4 Prozent.

Im Januar hatte Verivox zunächst nur 140 Anbieter registriert, die ihre Tarife zum Jahresbeginn im Schnitt um 2,8 Prozent anheben wollten.

Unter anderem hat einer der größten Versorger in Deutschland, Vattenfall, Preiserhöhungen angekündigt. Demnach müssen Verbraucher in Hunderttausenden Haushalten in Berlin und Hamburg von April an für ihren Strom tiefer in die Tasche greifen. Vattenfall hat in seinen beiden Hauptmärkten Berlin und Hamburg insgesamt 2,2 Millionen Kunden.

Wie Vattenfall am Donnerstag mitteilte, muss ein Hamburger Durchschnittshaushalt in der Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden künftig 3,14 Euro pro Monat oder 4,9 Prozent mehr zahlen. Ein Berliner Durchschnittshaushalt in der Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 2200 Kilowattstunden muss künftig 2,30 Euro pro Monat oder knapp vier Prozent mehr zahlen. Der Jahresverbrauch in der Grundversorgung sei in Hamburg höher als in Berlin, erläuterte eine Vattenfall-Sprecherin. In anderen Versorgungstarifen könnten sich andere Beträge ergeben.

Die Branchengrößen Eon und RWE, die im Zuge der Energiewende mitten im größten Konzernumbau ihrer Geschichte stecken, halten die Preise dagegen vorerst stabil, wie Sprecher auf Anfrage bestätigten.

Vattenfall begründete die Erhöhung mit gestiegenen Gebühren, die für das Durchleiten des Stroms durch die Leitungen fällig werden. Außerdem sei etwa die EEG-Umlage - also die Vergütung zur Förderung von erneuerbaren Energien - gestiegen.

Beim Endpreis schlagen die Beschaffungskosten für den Strom nach Branchenangaben nur mit etwa einem Viertel zu Buche. Etwa die Hälfte sind Umlagen, Steuern und Abgaben - darunter die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms. Das übrige Viertel der Rechnung entfällt auf den Transport. Diese Netzentgelte steigen, unter anderem, weil neue Leitungen für Wind- und Sonnenstrom gebaut werden müssen.

Do, 2016-02-11 14:21
Nürnberg (dpa)

Fairtrade: Geplante EU-Biostandards gefährden fairen Handel

Strengere Kriterien beim Import von Bio-Produkten - das strebt die EU mit einer neuen Bio-Verordnung zum Wohle der Verbraucher an. Bei Importen aus Entwicklungsländern könnte der Schuss aber nach hinten los gehen, befürchtet etwa die Organisation Fairtrade.

Nürnberg (dpa) - Die von der EU geplanten Standards für die Importe von Bioprodukten drohen nach Einschätzung der Organisation Fairtrade die Einfuhr fair gehandelter Produkte aus Entwicklungsländern zu gefährden. Gerade Kleinbauern-Kooperativen könnten sich die künftig verlangten teuren Zertifizierungsverfahren nicht leisten, befürchtet die Organisation, die sich für fairen Handel mit Erzeugern in Asien, Afrika und Lateinamerika einsetzt.

Dabei könne schon jetzt der Bedarf bei einigen fair gehandelten Produkten nicht voll gedeckt werden. «Bei Bio-Bananen mit dem Fairtrade-Siegel sind wir in Deutschland so gut wie ausverkauft», sagte der Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland, Dieter Overath am Donnerstag auf der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg.

Sollte die EU-Kommission an ihren derzeit diskutierten Vorschlägen festhalten, würden viele Kleinbauern in den Entwicklungsländern den Zugang zum europäischen Markt verlieren, warnte der stellvertretende Chef von Fairtrade Italien, Antonio Compagnioni. «Das würde auch Fairtrade-Kleinbauernorganisationen hart treffen - vor allem in kleineren Entwicklungsländern», ist er überzeugt.

Die EU-Import-Regelungen müssten zwar verbessert werden, sie sollten aber auf die besondere Situation von Kleinbauern in Afrika und Asien stärker Rücksicht nehmen. Die neuen EU-Standards sollen nach seinen Angaben vor allem in solchen Anbauländern gelten, die bislang noch keine bilateralen Verträge mit der EU über Bio-Standards abgeschlossen haben.

Unterdessen wächst in Deutschland weiter die Nachfrage nach Fairtrade-Produkten. Bereits in den ersten drei Quartalen 2015 habe sich die der Absatz um 10 bis 15 Prozent erhöht. In einer ähnlichen Größenordnung dürfte sich das Wachstum im Gesamtjahr bewegen, sagte Overath. Am häufigsten griffen Verbraucher zu Kaffee, Bananen, Rosen und Kakao mit dem Fairtrade-Siegel. 2014 hatte die Organisation rund 102 000 Tonnen fair gehandelte Produkte in Deutschland abgesetzt.

Do, 2016-02-11 14:25
München (dpa)

Ifo-Umfrage: Billiges Öl hilft Weltwirtschaft nicht

München (dpa) - Der niedrige Ölpreis taugt nach Einschätzung von Experten nicht als Schmiermittel für die Weltwirtschaft. Die globalen Konjunkturaussichten haben sich im ersten Quartal weiter eingetrübt, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Münchner Ifo-Instituts unter 1085 Wirtschaftsexperten aus 120 Ländern zeigt. Der Index für die Weltwirtschaft sank von 89,6 auf 87,8 Punkte und entfernte sich damit weiter von seinem langfristigen Durchschnitt bei 96,1 Punkten. «Der starke Rückgang der Ölpreise scheint im Durchschnitt keinen positiven konjunkturellen Effekt zu haben», kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Ergebnisse. «Das Wachstum der Weltwirtschaft lässt weiterhin an Dynamik vermissen».

Do, 2016-02-11 14:52
Berlin (dpa)

Rechtsextreme Gewalt in Deutschland stark gestiegen

Brennende Flüchtlingsheime, rechte Schläger und Hassparolen - immer öfter begehen Rechtsextreme in Deutschland Straftaten. Die meisten Gewalttaten haben einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Berlin (dpa) - Rechtsextreme Straftaten haben in Deutschland 2015 um mehr als 30 Prozent zugenommen. Nach vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 13 846 einschlägige Delikte. Das ergibt sich aus Zahlen, die die Linke-Politikerin Petra Pau regelmäßig beim Bundesinnenministerium abfragt. Die tatsächlichen Zahlen dürften weitaus höher liegen, sagte Pau.

2014 hatten die Sicherheitsbehörden nach ihrer vorläufigen Statistik 10 541 rechtsextreme Straftaten festgestellt, 2013 waren es 11 761. Auch die Gewaltbereitschaft steigt: So wurden im vergangenen Jahr 921 rechtsextreme Gewalttaten (2014: 496) mit 691 Verletzten (2014: 431) registriert. Es gab 7112 Tatverdächtige, 194 vorläufige Festnahmen und 17 Haftbefehle.

Die meisten dieser Gewalttaten, insgesamt 612, waren fremdenfeindlich motiviert. Damit hat sich diese Zahl im Vergleich zu 2014 (316) fast verdoppelt. Die Zahl der Menschen, die bei diesen Übergriffen verletzt wurden, erhöhte sich auf 459 (2014: 272).

Es handelt sich jedoch lediglich um vorläufige Zahlen, da die Polizei in der Regel viele Fälle nachmeldet. «Erfahrungsgemäß verdoppeln sich die Zahlen nach der Nachmeldung der Polizeibehörden von Bund und Ländern noch einmal», sagte Pau der Deutschen Presse-Agentur. «Das heißt, wir haben täglich drei bis vier rechtsextrem motivierte Gewalttaten.»

Pau bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Der Rechtsextremismus sei längst wieder eine Gefahr für Leib und Leben von Menschen, «die nicht in das menschenfeindliche Muster der Nazis passen».

Dabei gehe die Gefahr keineswegs nur von organisierten Neonazis aus, sondern auch von freien Gruppen, die zunehmend gegen Flüchtlinge und deren Unterstützer mobilisierten. Die Probleme bei der Aufnahme von Flüchtlingen wirkten dabei wie ein Katalysator: «Staatliche Institutionen und Zivilgesellschaft zeigen sich überfordert, und dort, wo Lücken gelassen werden, stoßen Nazis hinein und instrumentalisieren das.»

Auch bei - meist rechtsextrem motivierten - Übergriffen auf Moscheen gab es zuletzt einen Anstieg. So gab es im vierten Quartal des vergangenen Jahres offiziell 24 solcher Übergriffe, die von Volksverhetzung bis zu schwerer Brandstiftung reichen. In den vorangegangenen drei Quartalen waren es insgesamt 48. Darauf machte die Linke-Innenexpertin Ulla Jelpke unter Berufung auf die Bundesregierung aufmerksam. «Ein Zusammenhang mit der islamfeindlichen Hetze von AfD und Pegida, die den Nährboden für solche Straftaten bildet, erscheint naheliegend», sagte Jelpke.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte: «Wenn in Deutschland Nazis und rechte Biedermänner wieder Angst und Schrecken verbreiten, ist ein Aufstand aller demokratischen Kräfte gefordert.» Die Sicherheitskräfte müssten den neuen rechten Terror entschieden bekämpfen. Hofreiter warf neben der AfD auch der CSU vor, den Ton zu setzen, «aus dem der rechte Mob dann seine dummen und brutalen Schlüsse zieht».

Do, 2016-02-11 14:08
Abuja (dpa)

Boko Harams grausamer Terror: Mädchen als Selbstmordattentäter Von Kristin Palitza, dpa

Boko Haram zwingt Mädchen und junge Frauen zu Selbstmordattentaten. Sie werden selten verdächtigt, sind manipulierbar und können unter langen Gewändern Sprengstoffgürtel verstecken. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef sieht in ihnen an erster Stelle Opfer, nicht Täter.

Abuja (dpa) - Zwei Mädchen betreten ein Flüchtlingslager in der Stadt Dikwa im Norden Nigerias. Sie geben vor, auf der Flucht vor der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram zu sein. Mit Hunderten anderen stellen sie sich bei der Essensausgabe an. Niemand merkt, dass sie unter ihren traditionellen Gewändern Sprengstoffgürtel tragen. Die Selbstmordattentäterinnen reißen am Mittwoch 65 Menschen mit in den Tod.

Im Nachbarstaat Yobe zündet eine Zehnjährige ihren Sprengstoffgürtel auf einem belebten Markt in der Stadt Damaturu. Mindestens 19 Menschen sterben, fast 50 andere werden verletzt. Weiter westlich, in der Stadt Kano, sprengen sich zwei junge Attentäterinnen inmitten einer Menschenmasse in die Luft. Auch hier fällt die Bilanz mit 15 Toten und etwa 100 Verletzten verheerend aus.

Das sind nur einige Beispiele aus den vergangenen Monaten. Und all diese Anschläge sind sowohl Teil einer menschenverachtenden Strategie als auch einer Besorgnis erregenden Entwicklung: Immer mehr Mädchen werden von den sunnitischen Fundamentalisten als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt. Sie werden - meistens gegen ihren Willen - mit Sprengstoffgürteln ausgestattet und dazu gezwungen, diese an belebten Orten wie Märkten, Busbahnhöfen oder Moscheen zu zünden.

«Kinder sind nicht die Anstifter dieser Anschläge. Sie werden von Erwachsenen vorsätzlich und auf grausamste Weise benutzt», sagt Jean Gough, die Leiterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef in Nigeria. Die jungen Attentäter seien an erster Stelle Opfer, nicht Täter.

Mädchen werden von Boko Haram gezielt eingesetzt, weil sie weniger verdächtig wirken und unter ihrem langen, muslimischen Gewand - der Burka - Sprengstoffgürtel verstecken können. Männliche Sicherheitskräfte dürfen Frauen in der stark religiös geprägten Region keinen Körperkontrollen unterziehen. Auch lösen junge, weibliche Täterinnen größere Empörung aus und bekommen mehr Aufmerksamkeit, vor allem in internationalen Medien. Darauf würden Terrorgruppen wie Boko Haram abzielen, sagen Experten.

Nigerias Regierung scheint machtlos. Nachdem der ehemalige Präsident Goodluck Jonathan die Terroranschläge während seiner Amtszeit (2010-2015) nicht in den Griff bekommen hatte, gewann sein Herausforderer Muhammadu Buhari die Wahl im vergangenen April unter anderem mit dem Versprechen, Boko Haram zu stoppen. Zwar konnte das Militär zahlreiche besetzte Dörfer und Gebiete zurückerobern, doch der Terror geht weiter. Die Gruppe, die einen «Gottesstaat» mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, errichten will, zog sich in ihre Lager in schwer zugänglichen Wäldern und Höhlen zurück. Von dort aus verübt sie weiter blutige Anschläge in Nigeria sowie angrenzenden Gebieten der Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger.

Im März leistete Boko Haram der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Treuschwur und firmiert seither als deren westafrikanischer Ableger. Seit 2009 sollen den sunnitischen Fundamentalisten dort mehr als 14 000 Menschen zum Opfer gefallen sein. Rund 2,5 Millionen Menschen sind vor ihrer Gewalt geflohen.

Allein im Nordosten Nigerias sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef knapp 750 000 Kinder durch den Terror vertrieben worden. Tausende Mädchen und Jungen seien von ihren Eltern getrennt worden. Ohne den Schutz einer Familie würden die Kinder leicht zu Opfern von Ausbeutung und Indoktrination, erläutert Unicef. Amnesty International zufolge sind mindestens 2000 Frauen und Mädchen in die Gefangenschaft der Islamisten geraten.

Wie aus Interviews der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit geflohenen Mädchen und Frauen hervorgeht, bedroht Boko Haram Entführungsopfer systematisch mit sexueller Gewalt, Körperverletzung oder sogar Mord, wenn sie sich den Terroristen widersetzen.

Eine 13-jährige Selbstmordattentäterin, die es nicht über sich brachte, ihren Sprengstoffgürtel in der Stadt Kano zu zünden und daraufhin festgenommen wurde, berichtete im örtlichen Fernsehen, sie sei von ihrem Vater, einem Mitglied der Terrorgruppe, zu der Tat gezwungen worden. Sie habe große Angst gehabt, nachdem ein Mädchen, das Widerstand geleistet hatte, vor ihren Augen gesteinigt worden sei.

«Es ist völlig klar, dass die Mädchen von denen, die an der Macht sind, gezwungen werden», erklärt HRW-Forscherin Mausi Segun in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Sie beobachte diesen Trend bereits seit Mitte 2014.

Einige Experten gehen davon aus, dass sich unter den Selbstmordattentäterinnen einige jener 276 Schulmädchen befinden, die im April 2014 von Boko Haram aus der Stadt Chibok entführt wurden. «Es ist sehr wahrscheinlich», sagt Bukola Shonibare von der Kampagne «Bring Back Our Girls», die fast zwei Jahre nach der Tat noch immer für die Rückkehr der Mädchen kämpft. «Wir haben keine Beweise, doch Informationen von einigen geflüchteten Mädchen und Dorfbewohnern in der Nähe von Boko-Haram-Verstecken deuten darauf hin.»

Do, 2016-02-11 14:21
München (dpa)

Kerry und Lawrow treffen sich vor Syrien-Konferenz in München

München (dpa) - Vor der Syrien-Konferenz in München haben sich die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, zu einem Vorgespräch getroffen. Aus Moskau hatte es zuvor geheißen, Russland und die Vereinigten Staaten diskutierten über eine mögliche Waffenruhe in dem vom Bürgerkrieg gepeinigtem Land.

Bei dem Treffen am Donnerstagabend in München wollen neben Russland und den USA auch der Iran, Saudi-Arabien und die Türkei die Chancen für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche für Syrien ausloten. Diese fünf Länder haben eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um ein Ende des seit fünf Jahren dauernden Kriegs. Deutschland wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten. Die USA machen die russischen Luftangriffe gegen syrische Oppositionelle verantwortlich für die Aussetzung der Friedensgespräche.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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