Aktuell

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Mi, 2016-05-04 14:01
Berlin (dpa)

Aussichtsballon in Turbulenzen - Landeskriminalamt ermittelt

Sie wollten eigentlich nur die Aussicht genießen. Ein Aufstieg mit dem Ballon im Herzen Berlins endete für 19 Passagiere und den Ballonführer jedoch mit großem Schrecken. Wie gefährlich war die Situation?

Berlin (dpa) - Nach dem turbulenten Flug des Berliner Aussichtsballons nahe dem Checkpoint Charlie ermittelt das Landeskriminalamt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die 19 Passagiere an Bord hätten einen Schock erlitten, deshalb wurde das Verfahren eingeleitet, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Ob auch Betroffene Strafanzeige gestellt hätten, könne er noch nicht sagen. Ermittelt werde nun, ob menschliches Versagen vorliege und inwieweit dem Piloten die Wetterlage bekannt war.

Die Polizei will den Ballonführer, Zeugen und Betroffene befragen. Sie hatte bereits nach dem Vorfall am Dienstagabend den Betrieb des Ballons bis auf Weiteres untersagt. Die Behörden müssten zunächst untersuchen, wie es zu dem Notfall gekommen ist, hieß es.

Der im Stadtbild bekannte Aussichtsballon mit dem «Welt»-Logo war am Dienstagnachmittag in heftige Turbulenzen geraten. Er trudelte bei heftigem Wind in der Luft umher und driftete immer wieder in Richtung eines benachbarten Hauses ab. Erst nach einigen Minuten gelang es, den Ballon zurück zum Boden zu bringen. Verletzt wurde niemand.

Für einige Tage wird es keine Aussichtsfahrten geben. «Wir hoffen, dass wir in zehn Tagen wieder mit unseren Gästen über Berlin fahren können», sagte Betreiber Frank Hellberg von Air Service Berlin am Mittwoch. Wegen der starken Windbelastung während des Flugs müssten Messungen gemacht sowie Teile geprüft und ausgetauscht werden. 

Die Situation sei «sehr spektakulär» gewesen, so Hellberg. Gefahr für Leib und Leben habe seiner Ansicht nach nicht bestanden. «Menschen können so eine Situation nicht als lässig ansehen, das ist ganz normal», sagte Hellberg zu Aussagen von Passagieren, wonach sie Todesängste ausgestanden hätten.

Der Ballon hob laut Hellberg bei einer Windgeschwindigkeit von drei Meter pro Sekunde ab. Das gilt als leichter Wind. Als der Ballon in einen Fallwind geraten sei, habe der Ballonführer richtig gehandelt. Er musste laut Hellberg abwarten, bis der Wind nachgelassen hatte und er wieder sicher landen konnte. Passagiere sollten sich solange hinsetzen, so Hellberg.

Nach Feuerwehrangaben von Dienstagabend geriet der Ballon in eine Unwetterfront. Zur genauen Wetterlage wird laut Polizei nun ermittelt.

Ein kanadischer Tourist berichtete der Deutschen Presse-Agentur nach dem Vorfall, die Passagiere hätten die Situation erst nach einiger Zeit erfasst. Zunächst habe der Ballonführer auf Nachfragen nicht reagiert und dann zum Abwarten angehalten. Schließlich habe aber auch der Pilot zugegeben, eine solche Situation noch nie erlebt zu haben. Der Tourist sprach von einem Gefühl der Machtlosigkeit, er habe nur warten und beten können, dass der Ballon gut nach unten kommen möge.

Mi, 2016-05-04 13:41
Wien (dpa)

Auf der Suche nach Öl und Gas: OMV kooperiert wieder mit dem Iran

Wien (dpa) - Der österreichische Energiekonzern OMV will nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran wieder Geschäfte mit dem Land machen. Vertreter des Unternehmens unterschrieben am Mittwoch eine Absichtserklärung mit der nationalen iranischen Ölgesellschaft, hieß es in einer Stellungnahme von OMV.

Beide Seiten einigten sich demnach auf ein zweijähriges Arbeitsprogramm, um Möglichkeiten der Gewinnung von Öl- und Gasreserven im Fars-Gebiet zu prüfen. Die sei «ein wichtiger Schritt zur Wiederaufnahme» der früheren positiven Kooperation mit Teheran, sagte OMV-Chef Rainer Seele.

Der jahrelang verhandelte Atom-Deal brachte im Januar das Ende vieler Sanktionen gegen den Iran. Die Islamische Republik musste in den vergangenen Jahren massiv unter den wirtschaftlichen Einschränkungen leiden. Die EU hatte 2012 die Einfuhr von Öl und Gas aus dem Iran verboten. Nun hoffen auch viele europäische Rohstoffkonzerne auf neue Milliardengeschäfte.

Mi, 2016-05-04 13:33
Paris (dpa)

Paris bringt Verlängerung des Ausnahmezustands für EM auf den Weg

Paris (dpa) - Frankreichs Regierung hat eine weitere Verlängerung des nach den Terroranschlägen im November verhängten Ausnahmezustands auf den Weg gebracht. Die Sonderrechte sollen wie bereits im April angekündigt weitere zwei Monate bis Ende Juli gelten und damit auch die Zeit der Fußball-Europameisterschaft und der Tour de France abdecken. Der Gesetzentwurf wurde am Mittwoch vom Kabinett in Paris beraten und geht nun zur Entscheidung ans Parlament.

Ziel sei es, über alle notwendigen Mittel für den Schutz des Turniers zu verfügen, sagte Regierungssprecher Stéphane Le Foll am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in Paris. Wenn Nationalversammlung und Senat zustimmen, könnten die Behörden weiterhin ohne Richterbeschluss Hausarrest verhängen und die Bewegungsfreiheit einschränken.

Anders als bislang sollen ab Ende Mai aber keine Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung mehr möglich sein. Bürgerrechtsorganisationen wie Amnesty International hatten der Regierung wiederholt Unverhältnismäßigkeit vorgeworfen.

Der Ausnahmezustand gilt seit den Attentaten vom 13. November, bei denen drei islamistische Terrorkommandos 130 Menschen in einem Konzertsaal, Kneipen und Restaurants in Paris sowie am Fußballstadion Stade de France im Vorort Saint-Denis ermordet hatten.

Mi, 2016-05-04 13:11
Berlin (dpa)

Berliner Aussichtsballon bleibt tagelang am Boden

Berlin (dpa) - Der Berliner Aussichtsballon nahe dem Checkpoint Charlie wird nach seinem turbulenten Unwetterflug vom Dienstag technisch überprüft. «Wir hoffen, dass wir in zehn Tagen wieder mit unseren Gästen über Berlin fahren können», sagte Betreiber Frank Hellberg von Air Service Berlin am Mittwoch. Wegen der starken Windbelastung während des Flugs am Dienstagnachmittag müssten Messungen durchgeführt sowie Teile geprüft und ausgetauscht werden. Die Situation sei «sehr spektakulär» gewesen, Gefahr für Leib und Leben habe aber nicht bestanden, sagte Hellberg.

Der Fesselballon war mit 19 Passagieren und dem Ballonführer an Bord in 150 Meter Höhe aufgestiegen, als eine Unwetterfront aufzog. Daraufhin hatte der Ballonführer den Ballon wieder sinken lassen, geriet aber in eine Kaltfront, die den Ballon immer wieder durchschüttelte. Passagiere sollten sich hinlegen. Erst nach einigen Minuten konnte der Ballon wieder auf den Boden geholt werden.

Mi, 2016-05-04 13:15
Stuttgart (dpa)

USA drängen Bündnispartner zu stärkerem Kampf gegen den IS

Stuttgart (dpa) - US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat die Bündnispartner in der Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat eindringlich zu mehr Engagement aufgerufen. «Die Koalition muss und kann mehr tun», sagte er am Mittwoch nach einem Treffen mit zehn Verteidigungsministern der Anti-IS-Allianz in Stuttgart. «Zusammen müssen wir den IS nachhaltig besiegen.»

Carter stellte die internationale Allianz aber auf einen langen Kampf ein. «Dieser Kampf ist weit von einem Ende entfernt und es gibt große Risiken», sagte er. Am Dienstag war ein US-Soldat in der Nähe des nordirakischen Mossul im Gefecht mit dem IS getötet worden.

Carter brachte auch eine Beteiligung der Nato am Kampf gegen den IS ins Spiel. In diesem Zusammenhang erwähnte er eine mögliche Beteiligung von Awacs-Aufklärungsflugzeugen.

Mi, 2016-05-04 13:26
Berlin (dpa)

Cannabis auf Rezept - Gröhes Gesetz nach langen Debatten auf dem Weg

Nach jahrelangen Diskussionen soll der Weg für Cannabis auf Rezept für Schmerzpatienten generell frei werden. Die Reaktionen sind positiv - nicht allen geht der Schritt aber weit genug.

Berlin (dpa) - Schmerzpatienten sollen künftig Cannabis auf Rezept in der Apotheke bekommen können. Nach jahrelangen Diskussionen brachte das Bundeskabinett am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf den Weg. «Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann», sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Patienten ohne therapeutische Alternative sollen getrocknete Cannabisblüten und -extrakte erhalten. Der Anbau soll dafür ermöglicht werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte soll als staatliche Cannabisagentur fungieren. Die Agentur soll das medizinische Cannabis laut Gesetzentwurf an Hersteller von Cannabis-Arzneimitteln, Großhändler oder Apotheken weiterverkaufen. Bis es den geplanten staatlich kontrollierten Anbau in Deutschland gibt, soll die Versorgung mit Importen gedeckt werden.

Bislang haben rund 650 Patienten eine Ausnahmeerlaubnis für Cannabisblüten und -extrakte aus der Apotheke. Die Erstattung, die nun generell möglich werden soll, soll aber an wissenschaftliche Begleitstudien geknüpft werden.

Eine generelle Cannabisfreigabe lehnt die Regierung ab. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) sagte: «Cannabis ist keine harmlose Substanz. Daher darf es auch keine Legalisierung zum reinen Privatvergnügen geben.»

Der Gesetzentwurf muss nun das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Der Zeitung «Die Welt» sagte Gröhe, es sei wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten könne.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft begrüßte das Vorhaben. Cannabinoide könnten für ausgewählte Patienten hilfreich sein, allerdings wirkten sie in vielen Fällen nur sehr schwach schmerzlindernd. «Bemerkenswert ist, dass in Einzelfällen speziell ausgewählte Patienten, bei denen die gebräuchlichen Schmerzmittel versagen, von der Anwendung der Cannabinoide sehr stark profitieren», so der Präsident der Schmerzgesellschaft, Michael Schäfer. Dies betreffe etwa Patienten mit multipler Sklerose, Querschnittslähmung oder Nervenverletzung. Auch Aids- oder Krebspatienten bekommen entsprechende Produkte.

Die Grünen warfen der Regierung vor, das Thema weiter mit Scheuklappen anzugehen. «Die Vorschläge von Gesundheitsminister Gröhe verbessern die Behandlungssituation von Betroffenen nur minimal», kritisierten die Abgeordneten Katja Dörner und Harald Terpe. Denn cannabishaltige Medikamente solle es nur geben, wenn die Betroffenen andere Behandlungsmöglichkeiten erfolglos ausprobiert haben und sich die Betroffenen für die Forschung zur Verfügung stellen. Der Linken-Drogenpolitiker Frank Tempel sagte, er sehe dieses «Eigenanbauverhinderungsgesetz» mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) begrüßte den Gesetzentwurf, kündigte aber an, das weitere Gesetzgebungsverfahren genau zu verfolgen. «Die missbräuchliche Verwendung von Cannabis-Arzneimitteln muss weiterhin ausgeschlossen werden.»

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte: «Stimmt das Parlament zu, endet für hunderte Betroffene der Spießrutenlauf durch die Bürokratie. Damit wird die illegale private Hanfplantage für Kranke endlich Vergangenheit.»

Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

6 Ausgaben im Jahr
gedruckt oder als App
ab 29,50 Euro

Produkt der Woche Button

Gartenmesser

31,50 €
25,20 €

Dieses handwerklich gefertigte Gartenmesser wurde in einem Traditionsbetrieb im Frankenwald, der für seine Qualitätswerkzeuge bekannt ist, gefertigt.

Jetzt bestellen
Mi, 2016-05-04 13:35
Washington (dpa)

US-Vorwahlen in der letzten Runde - Wie geht es nun weiter?

Washington (dpa) - Nach Indiana stehen in den USA nun noch Abstimmungen an nurmehr acht Wahltagen an. Durch den Ausstieg von Ted Cruz hat sich die Ausgangslage bei den Republikanern komplett verändert. Der wichtigste verbleibende Termin für die wahrscheinliche Kandidatur Donald Trumps ist der 7. Juni. Dann wird in Kalifornien gewählt, einem Staat mit besonders vielen zu vergebenden Delegierten. Am gleichen Tag stimmen Republikaner und Demokraten in Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota ab, die Demokraten außerdem in North Dakota.

Der Reihe nach:

- Am 7. Mai wählen die Demokraten im US-Außengebiet Guam.

- Am 10. Mai stimmen beide Parteien in West Virginia ab und die Republikaner in Nebraska.

- 17. Mai: Wahltermin beider Parteien in Oregon, nur der Demokraten in Kentucky.

- Am 24. Mai werden die Delegierten der Republikaner im Staat Washington bestimmt.

- Am 4. Juni wählen die Demokraten im Außengebiet Jungferninseln, am 5. Juni in Puerto Rico.

- Nach jetzigem Stand wird spätestens der Großkampftag 7. Juni darüber entscheiden, wer als Kandidat seiner Partei den Kampf um das Weiße Haus aufnimmt.

- Am 14. Juni schließen die Demokraten in der Hauptstadt Washington DC die langen Monate der Vorwahlen ab.

Im Juli stehen Parteiveranstaltungen an (Republikaner: Cleveland, Demokraten: Philadelphia). Dort werden die Kandidaten für die Wahl des nächsten US-Präsidenten (8.11.) offiziell gekürt.

Mi, 2016-05-04 13:25
Washington (dpa)

Duelle in früheren US-Wahlkämpfen

Washington (dpa) - Die Wahlen zum US-Präsidenten bewegen von je her die ganze Welt. Ein Überblick über die vergangenen 20 Jahre:

Präsident Bill Clinton setzt sich 1996 klar gegen den 23 Jahre älteren Republikaner Bob Dole und den Milliardär Ross Perot durch. Deren Versuche, eine Serie angeblicher Skandale im politischen wie im persönlichen Bereich gegen Clinton auszuspielen, fruchten nicht. Clinton wird als erster Demokrat seit 60 Jahren wiedergewählt.

Der demokratische Bewerber Al Gore bekommt im Jahr 2000 zwar mehr Wählerstimmen als sein republikanischer Kontrahent George W. Bush. Dennoch wird Bush - nach einem zähen Ringen um das Wahlergebnis im US-Staat Florida - der 43. Präsident der USA. Das amerikanische Wahlsystem macht eine solche Konstellation möglich.

Bush will 2004 im Amt bleiben. Sein Herausforderer ist der demokratische Senator John Kerry. Er hält den Irakkrieg für falsch, verspricht aber wie Bush einen gnadenlosen Kampf gegen Terroristen. Am Ende hat Bush relativ knapp die Nase vorn. Kerry wird neun Jahre später unter Obama US-Außenminister.

Im Jahr 2008 darf George W. Bush nicht erneut antreten. Bei den Demokraten gewinnt Barack Obama im Vorwahlkampf gegen Ex-First-Lady Hillary Clinton. Der Kriegsheld John McCain tritt für die Republikaner an. Anfang November gewinnt Obama die Wahl und wird der erste schwarze Präsident der USA. Clinton wird Außenministerin.

Obama muss 2012 gegen den Multimillionär Mitt Romney antreten, dessen schärfster Konkurrent Rick Santorum zuvor das Feld bei den Republikanern geräumt hatte. Die Wahl ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende macht ihn Hurrikan «Sandy» zum zupackenden Krisenmanager. Obama gewinnt.

Mi, 2016-05-04 13:11
London (dpa)

Ölpreis-Tief lässt Gewinn von Shell einbrechen

Die Ölpreise sind weiter im Keller, die Rohstoffbranche kämpft gegen die Schwemme beim «Schmierstoff» der Weltwirtschaft. Shell macht da keine Ausnahme. Dennoch sieht der Konzernchef nicht nur schwarz.

London (dpa) - Die niedrigen Ölpreise haben den Rohstoffriesen Royal Dutch Shell auch zum Start ins Jahr kräftig belastet. Unterm Strich verdiente der britisch-niederländische Konzern im ersten Quartal noch 484 Millionen US-Dollar (419 Mio Euro) - 89 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der als Kennzahl in der Branche wichtige bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten hat sich mit 1,55 Milliarden Dollar mehr als halbiert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Allerdings lag dieser Wert deutlich über den Marktschätzungen.

Shell-Chef Ben van Beurden sieht trotz der Zahlen nicht nur schwarz. Die Gegenstrategie zu niedrigen Ölpreisen heiße Einsparungen. «Wir werden weiter unser Ausgabenniveau drücken», kündigte er an.

Dabei baue Shell vor allem auf die Mega-Übernahme des Konkurrenten BG Group. Der Start sei gut gewesen, die Verringerung der Kosten falle stärker ins Gewicht als zunächst angenommen.

Alles in allem belaufen sich die Investitionen im Jahr 2016 den Angaben zufolge in Richtung 30 Milliarden Dollar, das seien 36 Prozent weniger als für Shell und BG zusammen Jahr 2014. Angesichts gewaltiger Herausforderungen durch den Ölpreisverfall stärke der BG-Deal das Unternehmen, sagte van Beurden.

Shell hatte im Februar das Geschäft mit BG abgeschlossen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, im Zuge dessen rund 10 000 Stellen in beiden Unternehmen abzubauen. Die BG Group ist für Shell unter anderem wegen ihrer Gasfelder in Brasilien interessant.

Alle Ölkonzerne stehen derzeit wegen der im langjährigen Vergleich weiter geringen Ölpreise unter Druck. Von Mitte 2014 bis zum Jahreswechsel 2015/16 wurde der Rohstoff auf dem Weltmarkt um bis zu 70 Prozent billiger. Auch Verbraucher profitierten von günstigeren Endprodukten wie Sprit, Heizöl und Kunststoff-Erzeugnissen - für die Förderländer und Rohstoffkonzerne ist das Preis-Tief aber dramatisch.

Beim britischen Ölgiganten BP und beim US-Konzern Chevron fanden sich im ersten Vierteljahr Verluste in den Bilanzen. Richtig ins Kontor schlagen die niedrigen Preise aber vor allem den kleineren Firmen der US-Frackingbranche. Dort nehmen die Pleiten zu.

Vergleichsweise wacker schlug sich hingegen der US-Ölriese ExxonMobil. Er verzeichnete zwar das schlechteste Quartalsergebnis seit über 15 Jahren, erwirtschaftete aber wie auch Shell noch einen Gewinn. Seinen Aktionären will Shell für das erste Quartal wie im Vorjahreszeitraum 0,47 Dollar je Anteilsschein als Dividende zahlen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

weiterlesen

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Außerdem Interessant

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

1 2 3
Mi, 2016-05-04 13:04
Delhi (dpa)

Apple darf keine überholten iPhones in Indien verkaufen

Neu Delhi (dpa) - Die indische Regierung hat Plänen von Apple einen Riegel vorgeschoben, generalüberholte iPhones auf dem Subkontinent gebraucht zu verkaufen. Das so genannte Refurbishing von Elektronikartikeln widerspreche den Richtlinien des Ministeriums für Telekommunikation. «Wir sind grundsätzlich gegen das Recyceln von gebrauchten Telefonen für den indischen Markt», sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Apple verkauft in Indien zwar mehr als 40 Prozent aller Smartphones im Preissegment über 300 US-Dollar, im Gesamtmarkt ist aber noch nicht einmal jedes 20. Mobiltelefon ein iPhone. Durch den Verkauf von wieder fit gemachten gebrauchten Geräten will Apple in das extrem populäre Niedrigpreissegment in Indien eindringen, ohne die Preise für seine neuesten Geräte senken zu müssen.

Erst vergangene Woche hatte Firmenchef Tim Cook betont, wie wichtig Indien als Mobilfunkland sei: «Ich sehe Indien da, wo China vor sieben bis zehn Jahren stand. Ich glaube, dort liegen sehr große Chancen.»

Im vergangenen Jahr hatte das indische Umweltministerium einem ähnlichen Antrag von Apple abgelehnt. Durch den Import der gebrauchten Geräte entstehe zu viel Elektroschrott. Beobachter gehen aber davon aus, dass die indische Regierung mit dem Verbot auch das Segment von staatlich geförderten Billig-Smartphones «Made in India» schützen will.

Mi, 2016-05-04 13:52
Indianapolis (dpa)

Ring frei! - Indiana ebnet den Weg für Duell Clinton gegen Trump Von Michael Donhauser, dpa

Politveteranin gegen Quereinsteiger, Frau gegen Mann - nach dem Rückzug des Republikaners Ted Cruz ist dies das einzig logische Duell um die Nachfolge Barack Obamas im Weißen Haus. Es ist angerichtet - für einen langen und wohl auch schmutzigen Kampf um das Oval Office.

Indianapolis (dpa) - In Indiana beschäftigen sich die Menschen in dieser Zeit des Jahres normalerweise hauptsächlich mit zwei Dingen: dem Wetterbericht, der im Frühjahr häufig Tornados ankündigt, und dem weltberühmten Autorennen, den 500 Meilen von Indianapolis. Doch 2016 ist alles anders: Der Bundesstaat im Mittleren Westen hat am Dienstag politische Geschichte geschrieben.

Ted Cruz hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nach einer vernichtenden Niederlage in Indiana aufgegeben - die «Grand Old Party» wird, sollte nicht noch eine politische Sensation geschehen, mit dem Baulöwen Donald Trump an der Spitze in den Wahlkampf um die Nachfolge Barack Obamas ziehen und das Duell mit der Demokratin Hillary Clinton aufnehmen. Trump ist der erste Nicht-Politiker seit Dwight D. Eisenhower, der ins Weiße Haus will.

Damit ist der Vorwahlkampf in den USA praktisch beendet. Der letzte verbliebene Trump-Gegner bei den Republikanern, John Kasich, liegt hinsichtlich der Delegierten abgeschlagen noch weit hinter Cruz und Marco Rubio, der schon vor Wochen ausgestiegen ist. Nach geltendem Reglement kann Kasich nicht einmal aufgestellt werden, weil er nur einen und nicht die Mindestzahl von acht Staaten gewonnen hat. Aussteigen will er zunächst dennoch nicht, wie er ankündigte.

Bei den Demokraten hat Hillary Clinton mit Indiana zwar einen weiteren Staat an ihren hartnäckigen Widersacher Bernie Sanders verloren. Ob ihres riesigen Vorsprungs zweifelt jedoch kaum noch jemand ernsthaft an einer Kandidatur der Ex-Außenministerin.

Für Trumps Widersacher Ted Cruz war Indiana die Brandwand. Dort leben viele Bauern, gläubige Christen, Sozialkonservative - der Bundesstaat gehört zu den Regionen, wo einer wie Cruz auf fruchtbaren Boden trifft. «Hier müssen wir gewinnen», rief er wiederholt.

Doch die Brandwand ist eingestürzt. Und mit ihr das ganze Kartenhaus, das Cruz in den vergangenen Monaten aufgebaut hat. Gemeinsam mit einer Anti-Trump-Koalition der Republikaner hatte Cruz Unmengen Geld nach Indiana gepumpt, den Staat, in dem sich Kandidaten sonst kaum blicken lassen. Mit Hilfe von Computertechnik feilte er an Modellen, wie er die Delegierten auf dem Parteitag in einem zweiten Wahlgang auf seine Seite ziehen könnte. Indiana hat all das pulverisiert.

Cruz wollte die Alternative sein, zu der das Partei-Establishment greift, um Trump, den Ungeliebten, zu verhindern. «Das war ein Fehler», sagt Patrick Murray, einer der renommiertesten Meinungsforscher in den USA von der Monmouth University. Cruz sei zuletzt als Etablierter wahrgenommen worden, während die Sympathie für einen Nicht-Etablierten in den Umfragen im Laufe der Vorwahlen sprunghaft angestiegen sei.

Außerdem sprang der Funke nicht über, die grauen Eminenzen der Partei fanden keine Liebe für den Kandidaten Cruz. In einem wohl strategisch geplanten Verbalausfall beschimpfte der frühere Parlamentsvorsitzende John Boehner in der vergangenen Woche Cruz als Hurensohn, der den Teufel im Leib habe. Cruz hat sich als Senator bei den Republikanern in Washington den Ruf als Quertreiber erarbeitet, als jemand, dem keiner trauen kann. Der Hieb aus der Ecke, aus der eigentlich Hilfe kommen sollte - er saß.

Selbst Sprücheklopfer Donald Trump musste sich sehr mühen, um die verbale Breitseite aus Reihen des Establishments zu toppen. Am Wahltag schließlich gelang es ihm. Er zitierte einen Beitrag im Revolverblatt «National Enquirer» der den Vater des Texaners in die Nähe des John-F.-Kennedy-Attentats rückte. «Das hat ihm letztlich das Kreuz gebrochen», heißt es triumphierend aus dem Trump-Lager.

Nach Indiana musste Cruz - auch mit Blick auf die noch ausstehenden Staaten - einsehen: Es hat keinen Sinn mehr. Trumps absolute Mehrheit von 1237 Delegierten ist nicht mehr zu verhindern. In einem Luxushotel in Indianapolis nahm Cruz seine Frau Heidi, seinen Vater und seine beiden kleinen Töchter in den Arm, die Tränen flossen noch auf der Bühne. Wie der Ringrichter einen taumelnden Boxer wollte Cruz nach der erbitterten Schlammschlacht der vergangenen Tage wohl auch seine Familie vor weiterem Schaden schützen.

Nun also Trump. Der 69 Jahre alte Seiteneinsteiger, bisher nie in ein Amt gewählt, sieht sich an der Spitze nicht nur einer Partei, sondern einer «unglaublichen Bewegung», wie er selbst in einer ungewöhnlich sanften Siegesrede sagte. Militär und Wirtschaft stärken, den Blick streng nach innen gerichtet, Amerika soll wieder groß werden. Viel mehr verrät Trump auch auf Nachfrage nicht von seinem Programm.

Seinen Anhängern reicht das, sie versteigen sich in geradezu irrwitzigen Folgerungen. «Er wird mehr Frieden für die Welt bringen», sagt Julie Davies (58) aus Carmel bei Indianapolis. «Wenn wir stärker werden, wird auch der Rest der Welt stärker.»

«Republikanische Wähler lieben es, wenn ihre vorgefertigte Meinung bestätigt wird», sagt die Politikwissenschaftlerin Amanda Friesen von der Universität Indianapolis. Ein Bildungsproblem treffe auf ein Einkommensproblem, sagte sie der dpa.

Im Ausland wird Trumps mutmaßliche Kandidatur als großes Risiko für die friedliche Balance in der Welt gesehen - auch angesichts teils kruder außenpolitischer Thesen unter dem Dachmotiv «America First». «Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an den Realitäten vorbeigeht», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kürzlich mit wenig diplomatischer Zurückhaltung. CDU-Außenexperte Norbert Röttgen sprach von einem potenziellen Risiko.

Trumps Kampf gegen Clinton wird nach übereinstimmender Meinung der Demoskopen deutlich härter als der gegen ein Feld wenig überzeugender Mitbewerber bei den Republikanern. Seine Stärke war bisher auch eine personelle und programmatische Schwäche der konservativen Partei. Die meisten Schwarzen und viele Latinos wählen in den USA aber traditionell demokratisch, wahlberechtigte Frauen sind Trump gegenüber sehr zurückhaltend.

Nach einer Berechnung der «Washington Post» braucht Clinton am 8. November nur jene 19 Staaten zu gewinnen, die die Demokraten in den zurückliegenden sechs Wahlen immer gewonnen haben - plus Florida. Dort führt sie in Umfragen mit 13 Punkten vor Trump. Der hat in diesem Wahlkampf allerdings schon mehrfach die Meinungsforscher eines Besseren belehrt.

Mi, 2016-05-04 13:28
Washington (dpa)

US-Vorwahlen: Stand der Delegierten und bisher gewonnener Staaten

Washington (dpa) - Die US-Vorwahlen in 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington DC und fünf Außengebieten sollen je einen Präsidentschaftskandidaten der beiden großen Parteien herausfiltern. dpa dokumentiert den Stand der Delegierten, die offiziell auf den Parteitagen über die Kandidaturen entscheiden werden. Dieser Stand kann sich durch Parteiregeln und Optionen im Wahlsystem ändern.

Stand: 4. Mai 2016

DEMOKRATEN:

- Hillary Clinton: 1700 Delegierte

- Bernie Sanders: 1410 Delegierte

Hinweis: Zu diesen Zahlen addieren sich sogenannte Superdelegierte, die für den Demokraten-Parteitag zugelassen sind. Clinton hat derzeit nach einer Umfrage 519 Superdelegierte, Sanders 39. Sie können ihre Meinung jederzeit ändern.

Insgesamt auf dem Parteitag (Philadelphia): 4763 Delegierte

Notwendig zur Nominierung: 2383 Delegierte

REPUBLIKANER:

- Donald Trump: 1050 Delegierte (mind.)

- Ted Cruz: 546 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- John Kasich: 153 Delegierte

- Marco Rubio: 171 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Ben Carson: 8 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Jeb Bush: 4 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Carly Fiorina: 1 Delegierter (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Rand Paul: 1 Delegierter (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Mike Huckabee: 1 Delegierter (aus dem Rennen ausgestiegen)

Aus dem Rennen ausgestiegene Kandidaten behalten ihre gebundenen Delegierten bis zum Parteitag.

Insgesamt auf dem Parteitag (Cleveland): 2472 Delegierte

Notwendig zur Nominierung: 1237 Delegierte

+++

WER HAT WELCHE WAHL GEWONNEN?

Eine Übersicht über den Stand der bisherig vollständigen Abstimmungen

REPUBLIKANER

DONALD TRUMP: Alabama, Arizona, Arkansas, Connecticut, Delaware, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois, Indiana, Kentucky, Louisiana, Marianen, Maryland, Massachusetts, Michigan, Mississippi, Missouri, Nevada, New Hampshire, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Tennessee, Vermont, Virginia

TED CRUZ (ausgeschieden): Alaska, Colorado, Kansas, Idaho, Iowa, Maine, Oklahoma, Texas, Utah, Wisconsin, Wyoming

JOHN KASICH: Ohio

Marco Rubio (ausgeschieden): Minnesota, Puerto Rico (US-Außengebiet), Washington DC

DEMOKRATEN

HILLARY CLINTON: Alabama, Arizona, Arkansas, Amerikanisch Samoa (US-Außengebiet), Connecticut, Delaware, Florida, Georgia, Illinois, Iowa, Louisiana, Marianen (US-Außengebiet), Maryland, Massachusetts, Missouri, Mississippi, Nevada, New York, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Samoa (US-Außengebiet), South Carolina, Tennessee, Texas, Virginia

BERNIE SANDERS: Alaska, Colorado, Hawaii, Kansas, Idaho, Indiana, Maine, Michigan, Minnesota, Nebraska, New Hampshire, Oklahoma, Rhode Island, Utah, Vermont, Washington, Wisconsin, Wyoming

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

weiterlesen

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Mi, 2016-05-04 13:39
Damaskus (dpa)

IS-Terrormiliz erobert in Syrien große Teile eines Gasfeldes

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat bei heftigen Kämpfen in Zentralsyrien große Teile des wichtigen Gasfeldes Al-Schair eingenommen. Die Extremisten hätten mehr als die Hälfte des Gebietes östlich der Stadt Homs unter ihre Kontrolle gebracht, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Nach Angaben der regimenahen Nachrichtenseite Al-Masdar eroberten die IS-Kämpfer drei Bohrlöcher.

Die Extremisten hatten das Gasfeld bereits im Jahr 2014 zeitweilig unter ihre Kontrolle bringen können. Bei Gefechten im Juli 2014 töteten sie etwa 300 Anhänger des Regimes. Im Herbst desselben Jahren schlug die Armee eine weiteren Angriff des IS auf das Gasfeld zurück. Die Gasanlagen wurden damals schwer beschädigt.

Mi, 2016-05-04 13:26
München (dpa)

Siemens kommt in Schwung - Ausblick nach gutem Quartal bekräftigt

Siemens-Chef Kaeser kommt voran: Umsatz und Auftragseingang wachsen wieder spürbar, im Kerngeschäft verdient der Konzern ordentlich. Das Umfeld dürfte für den Elektroriesen aber nicht einfacher werden.

München (dpa) - Der Umbau bei Siemens zeigt Wirkung: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres (30. September) lief es für den Elektrokonzern besser als erwartet. Dank milliardenschwerer Großaufträge legten der Bestelleingang und auch der Umsatz deutlich zu, das Ergebnis im industriellen Geschäft wuchs kräftig.

Konzernchef Joe Kaeser sieht seine Strategie bestätigt. In den zwei Jahren seit der Verkündung des Unternehmensprogramms «Vision 2020» sei Siemens näher an die Kunden und den Markt gerückt. «Wir sind schlanker und straffer geworden. Wir haben unsere Innovationskraft verbessert. All das trägt Früchte», erklärte Kaeser am Mittwoch.

Die Jahresziele bekräftigte er - auch wenn die für das zweite Halbjahr erhoffte Belebung in gewinnträchtigen Geschäftsfeldern wie der Sparte «Digitale Fabrik» weitgehend ausbleiben könnte. «Trotz anhaltender Herausforderungen im Markumfeld werden wir unser profitables Wachstum konsequent fortsetzen», sagte Kaeser.

Siemens will im Gesamtjahr 2015/16 (30. September) mindestens 5,3 Milliarden Euro Gewinn einfahren. Im industriellen Geschäft sollen 10 bis 11 Prozent vom Umsatz übrig bleiben. Dabei hilft auch das Sparprogramm, mit dem die Münchner etwas schneller vorankommen als bisher erwartet. Statt der bisher angepeilten 800 bis 900 Millionen Euro rechnet Kaeser nun mit 850 bis 950 Millionen Euro an Einsparungen in diesem Jahr.

Im zweiten Geschäftsquartal legte der Bestelleingang dank Aufträgen für Kraftwerke in Ägypten sowie für einen Offshore-Windpark in Großbritannien um sieben Prozent auf 22,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 19 Milliarden Euro. Das Ergebnis des industriellen Geschäfts konnte Siemens sogar um 28 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro steigern.

Nach Steuern sackte der Gewinn zwar von 3,9 auf 1,5 Milliarden Euro ab. Allerdings hatten im Vorjahr rund 3 Milliarden Euro an Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf der Hörgerätesparte und der Anteile am Hausgeräte-Hersteller BSH das Ergebnis aufgepolstert.

Die Großbestellungen für Gas- und Dampfkraftwerke in Ägypten trieben vor allem die Stromerzeugungs-Sparte an, deren Auftragseingang sich nahezu verdoppelte. Hinzu kamen positive Effekte durch langfristige Fertigungs- und Dienstleistungsverträge im Iran, die nach dem Wegfall beziehungsweise der Lockerung der Wirtschaftssanktionen wieder in die Bücher genommen wurden. Im Windkraftgeschäft profitierte Siemens auch von niedrigeren Produktions- und Installationskosten.

Von den Verzögerungen bei der geplanten Übernahme des spanischen Windkraft-Anlagenbauers Gamesa will sich Kaeser nicht unter Druck setzen lassen: «Dazu wird es Konsolidierung in der Branche geben, und wir werden zu denen gehören, die die Konsolidierung vorantreiben.»

Derweil hakt es in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe weiter. Hier machen die niedrigen Ölpreise und eine Nachfrageflaute Siemens zu schaffen. Das Unternehmen hatte deshalb den Abbau und die Verlagerung von insgesamt rund 2500 Jobs in der Sparte angekündigt, davon rund 2000 in Deutschland. Die Maßnahmen werden rund 200 bis 300 Millionen Euro an Belastungen bringen, die voraussichtlich im vierten Quartal anfallen werden, wie Kaeser sagte.

Der Siemens-Rivale General Electric etwa hatte zuletzt deutlich unter den Schwierigkeiten seiner Kunden aus der Öl- und Energieindustrie gelitten. Zwar hatte der Umsatz des US-Konzerns im ersten Quartal um sechs Prozent zugelegt, aber vor allem dank der Übernahme von Sparten des französischen Alstom-Konzerns. Unter dem Strich verbuchte GE einen Verlust von 98 Millionen Euro.

Mi, 2016-05-04 13:59
Washington (dpa)

Der lange Weg ins Weiße Haus - Vorwahlkampf in den USA

Washington (dpa) - Der Weg ins Weiße Haus ist lang und kompliziert. Einige der bisherigen Hürden für die Präsidentschaftsbewerber:

1. Februar 2016: Bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa verweist bei den Republikanern der erz-konservative Senator Ted Cruz den New Yorker Milliardär Donald Trump auf Platz zwei. Bei den Demokraten siegt Ex-Außenministerin Hillary Clinton hauchdünn vor Bernie Sanders, dem linken Senator aus Vermont.

6. Februar: Trump boykottiert die TV-Debatte der Republikaner in New Hampshire und veranstaltet zeitgleich einen eigenen Fernsehauftritt.

9. Februar: In New Hampshire gewinnt Trump für die Republikaner seine erste Vorwahl. Bei den Demokraten fügt Sanders Clinton eine krachende Niederlage zu.

20. Februar: In South Carolina wird Trump mit seinem zweiten Sieg in Folge vom Außenseiter zum ernstzunehmenden Kandidaten der Republikaner. Der einst als Favorit gehandelte Jeb Bush scheidet nach enttäuschendem Abschneiden aus. Bei den Demokraten landet Clinton einen dringend nötigen Sieg.

1. März: Trump und Clinton nehmen beim «Super Tuesday» klaren Kurs auf die Präsidentschaftskandidatur. Beide holen sieben Siege. Am Super-Dienstag geht es bei den Republikanern um 595 der für eine Nominierung nötigen 1237 Stimmen, bei den Demokraten um 865 von 2383.

5. März: Eine Kampagne des Parteiestablishments der Republikaner gegen Trump scheint Wirkung zu zeigen. Er kann de facto nur eine von fünf Vorwahlen - die in Kentucky - gewinnen.

8. März: Trump baut mit Siegen in Mississippi, Michigan und Hawaii seine Führung bei den Republikaner aus. Sein aussichtsreichster Mitbewerber Ted Cruz gewinnt lediglich in Idaho. Bei den Demokraten muss Clinton in Michigan eine Niederlage gegen Sanders einstecken.

15. März: Trump und Clinton marschieren nach starken Siegen in Schlüsselstaaten am zweiten «Super Tuesday» mit großen Schritten in Richtung Präsidentschaftskandidatur. Senator Marco Rubio beendet den Wahlkampf. Bei den Republikanern verbleiben Trump, Cruz und der als chancenlos geltende John Kasich. Bei den Demokraten fährt Clinton wichtige Siege ein und vergrößert ihren Abstand zu Sanders.

9. April: Trump bei den Republikanern und Clinton bei den Demokraten bleiben vorn, aber ihre parteiinternen Widersacher setzen ihnen zu. Sanders siegt nach Erfolgen in Washington, Alaska, Hawaii und Wisconsin jetzt auch in Wyoming. Cruz hofft nach Siegen in Wisconsin und Colorado auf eine Wende bei den Republikanern.

19. April: Mit beeindruckenden Siegen im wichtigen Staat New York untermauern Clinton und Trump die Favoritenrollen in ihren Parteien.

3. Mai: Trump ist fast am Ziel. Nach einer Niederlage in Indiana beendet sein ärgster Rivale Cruz den Wahlkampf. Die Demokraten kämpfen weiter: Clinton unterliegt in Indiana gegen Sanders.

Mi, 2016-05-04 14:00
Moskau (dpa)

China gewährt Gasprojekt in Russland Milliardenkredite

Moskau (dpa) - Das Flüssiggas-Projekt «Jamal-LNG» am russischen Nordpolarmeer erhält von China Kredite im Gesamtwert von umgerechnet etwa 10,6 Milliarden Euro. Die Darlehen der Export-Import Bank of China und der chinesischen Entwicklungsbank hätten eine Laufzeit von 15 Jahren, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung «Wedomosti» (Mittwoch) unter Berufung auf Russlands größten privaten Gaskonzern Novatek.

Das Projekt in Nordwestsibirien wird von Novatek mit der französischen Total, dem chinesischen Energieriesen CNPC und dem chinesischen Seidenstraßen-Fonds (SRF/Silk Road Fund) umgesetzt. Novatek hält 50,1 Prozent, je 20 Prozent gehören CNPC und Total. Anfang 2016 stieg der SRF mit 9,9 Prozent ein.

Ziel ist es, das Gasfeld Juschno-Tambejskoje auf der Halbinsel Jamal zu erschließen und dort ein Werk für verflüssigtes Erdgas (LNG) mit einer Jahreskapazität von 16,5 Millionen Tonnen zu bauen. Die erste der drei Anlagen für je 5,5 Millionen Tonnen soll 2017 in Betrieb gehen. Geplant sind auch der Ausbau des Seehafens Sabetta sowie der Bau eisgängiger Tankschiffe. Der Transport von LNG mit Spezialschiffen gilt international zunehmend als Alternative zum klassischen Gastransport durch Pipelines.

Mi, 2016-05-04 13:41
Berlin (dpa)

Bundesregierung begrüßt Vorschläge der EU-Kommission

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Aufhebung der Visumpflicht für türkische Bürger begrüßt. Die Türkei habe große Fortschritte bei der Umsetzung der Auflagen für die Visafreiheit gemacht, es müssten aber alle 72 Bedingungen erfüllt werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Wichtig sei auch die Absicht der Kommission, den Notfallmechanismus für die Aussetzung der Visafreiheit zu verschärfen. Dies folge einem deutsch-französischen Vorschlag.

Seibert begrüßte auch das Konzept der Kommission zur Reform des Asylsystems in Europa. «Die Vorschläge insgesamt gehen in die richtige Richtung», sagte Seibert. Sie müssten jetzt im Detail geprüft werden.

Mi, 2016-05-04 12:59
London (dpa)

Ölpreis-Tief lässt Gewinn von Shell einbrechen

Die Ölpreise sind weiter im Keller, die Rohstoffbranche kämpft gegen die Schwemme beim «Schmierstoff» der Weltwirtschaft. Shell macht da keine Ausnahme. Dennoch sieht der Konzernchef nicht nur schwarz.

London (dpa) - Die niedrigen Ölpreise haben den Rohstoffriesen Royal Dutch Shell auch zum Start ins Jahr kräftig belastet. Unterm Strich verdiente der britisch-niederländische Konzern im ersten Quartal noch 484 Millionen US-Dollar (419 Mio Euro) - 89 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Der als Kennzahl in der Branche wichtige bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten hat sich mit 1,55 Milliarden Dollar mehr als halbiert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Allerdings lag dieser Wert deutlich über den Marktschätzungen.

Shell-Chef Ben van Beurden sieht trotz der Zahlen nicht nur schwarz. Die Gegenstrategie zu niedrigen Ölpreisen heiße Einsparungen. «Wir werden weiter unser Ausgabenniveau drücken», kündigte er an.

Dabei baue Shell vor allem auf die Mega-Übernahme des Konkurrenten BG Group. Der Start sei gut gewesen, die Verringerung der Kosten falle stärker ins Gewicht als zunächst angenommen.

Alles in allem belaufen sich die Investitionen im Jahr 2016 den Angaben zufolge in Richtung 30 Milliarden Dollar, das seien 36 Prozent weniger als für Shell und BG zusammen Jahr 2014. Angesichts gewaltiger Herausforderungen durch den Ölpreisverfall stärke der BG-Deal das Unternehmen, sagte van Beurden.

Shell hatte im Februar das Geschäft mit BG abgeschlossen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, im Zuge dessen rund 10 000 Stellen in beiden Unternehmen abzubauen. Die BG Group ist für Shell unter anderem wegen ihrer Gasfelder in Brasilien interessant.

Alle Ölkonzerne stehen derzeit wegen der im langjährigen Vergleich weiter geringen Ölpreise unter Druck. Von Mitte 2014 bis zum Jahreswechsel 2015/16 wurde der Rohstoff auf dem Weltmarkt um bis zu 70 Prozent billiger. Auch Verbraucher profitierten von günstigeren Endprodukten wie Sprit, Heizöl und Kunststoff-Erzeugnissen - für die Förderländer und Rohstoffkonzerne ist das Preis-Tief aber dramatisch.

Beim britischen Ölgiganten BP und beim US-Konzern Chevron fanden sich im ersten Vierteljahr Verluste in den Bilanzen. Richtig ins Kontor schlagen die niedrigen Preise aber vor allem den kleineren Firmen der US-Frackingbranche. Dort nehmen die Pleiten zu.

Vergleichsweise wacker schlug sich hingegen der US-Ölriese ExxonMobil. Er verzeichnete zwar das schlechteste Quartalsergebnis seit über 15 Jahren, erwirtschaftete aber wie auch Shell noch einen Gewinn. Seinen Aktionären will Shell für das erste Quartal wie im Vorjahreszeitraum 0,47 Dollar je Anteilsschein als Dividende zahlen.

Mi, 2016-05-04 12:43
Beni (dpa)

Rebellen töten 16 Menschen im Osten des Kongos

Beni (dpa) - Eine ugandische Rebellengruppe hat nach Angaben von Menschenrechtlern bei einem Angriff auf ein Dorf im Osten des Kongos 16 Menschen getötet. Fünf Frauen, vier Kinder und sieben Männer seien mit Macheten erstochen oder mit Äxten zu Tode gehackt worden, erklärte das Zentrum zur Förderung von Frieden, Demokratie und Menschenrechten (Cepadho) am Mittwoch.

Die Rebellen der ursprünglich aus Uganda stammenden Vereinten Demokratischen Kräfte (ADF) hatten demnach am Dienstagabend den Ort Baungatsu-Luna nördlich der Stadt Beni angegriffen. Ein Sprecher der Streitkräfte, Mak Hazukay Mongba, erklärte, Soldaten hätten die Verfolgung der Angreifer aufgenommen.

Im Ost-Kongo sind mehrere Rebellengruppen und Milizen aktiv. Oft geht es ihnen vor allem um die Kontrolle über die Ausbeutung von Bodenschätzen wie Gold oder das für die Herstellung von Mobiltelefonen nötige Kobalt.

Mi, 2016-05-04 12:57
Washington (dpa)

Trump will nach Sieg in Indiana die Republikaner einen

Washington (dpa) - Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat Donald Trump ist zuversichtlich, die Republikaner nach seinem Sieg in Indiana rasch zu vereinen. Er erhalte nun viel Zustimmung von allen Seiten, sagte Trump am Mittwochmorgen (Ortszeit) im ersten Interview nach seinem Vorwahlsieg dem Sender MSNBC. Die Unterstützung komme auch von bisherigen Gegnern, sagte Trump. «Das ist kein Problem für sie, es sind ja Politiker.»

Trump wiederholte seine Angriffe auf Hillary Clinton, Spitzenkandidatin der Demokraten. Sie dürfe schon wegen ihrer E-Mail-Affäre eigentlich gar nicht erst antreten.

Befragt nach seinen Positionen zu Muslimen sagte Trump, man müsse sehr wachsam und vorsichtig sein. «Migranten zerstören Europa. Das werde ich für die USA nicht zulassen.» Es interessiere ihn nicht, ob ihm solche Aussagen schadeten. «Ich tue das, was ich für richtig halte», sagte Trump.

Der New Yorker Milliardär (69) hatte am Vortag die Wahl im Bundesstaat Indiana gewonnen. Sein Konkurrent Ted Cruz stieg aus dem Rennen um das Weiße Haus aus. Damit ist der Weg für Trump als Präsidentschaftskandidat frei.

Mi, 2016-05-04 12:06
Edmonton (dpa)

Waldbrand vertreibt Zehntausende Kanadier

Seit Tagen kämpfen Feuerwehrleute in Kanada gegen einen riesigen Waldbrand. Starker Wind facht die Flammen in der Provinz Alberta an. Das Feuer bedroht eine ganze Stadt.

Edmonton (dpa) - Ein großer Waldbrand hat Zehntausende Menschen in der kanadischen Provinz Alberta in die Flucht getrieben. Die örtlichen Behörden ordneten die komplette Evakuierung der Stadt Fort McMurray an, wie der Sender CBC am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete. Die Flammen hätten schon mehrere Häuser zerstört. Auch das einzige Krankenhaus in der rund 70 000 Einwohner zählenden Stadt sei geräumt worden. Es gebe weder Tote noch ernsthaft Verletzte.

Es handele sich um die größte Waldbrand- Evakuierungsaktion in der Geschichte der Provinz, berichteten Medien. «Unser Fokus liegt ganz und gar darauf, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und sie aus der Stadt zu bringen», sagte Rachel Notley, die Regierungschefin der Provinz Alberta.

Aus Angst vor den Flammen flüchteten viele Anwohner in ihren Autos und verursachten ein Verkehrschaos. «Die Menschen fuhren auf dem Seitenstreifen», erzählte eine Augenzeugin der Zeitung «Globe and Mail». Meterhoch hätten Flammen am Straßenrand gestanden und auf eine Tankstelle übergegriffen. Auf ihrem Weg habe sie brennende Autos umfahren, schilderte die Frau weiter.

Gegen das Feuer seien neun Löschflugzeuge, ein Dutzend Hubschrauber und rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, teilte die Forstbehörde mit. «Wir hatten einen verheerenden Tag. Fort McMurray ist von dem Brand überrollt worden», sagte der örtliche Feuerwehrchef Darby Allen.

Der kanadische Premier Justin Trudeau sicherte den Betroffenen die Unterstützung der Regierung zu. «Meine Gedanken sind bei den Menschen, die vom Feuer in Fort McMurray betroffen sind», schrieb er beim Kurzmitteilungsdienst Twitter und forderte Anwohner auf, den Sicherheitsanweisungen der Behörden zu folgen.

Das Feuer war schon am Wochenende südwestlich der Stadt ausgebrochen, starker Wind hatte die Flammen dann am Dienstag nach Fort McMurray getrieben. Die Provinz Alberta hatte 2015 die schlimmste Dürre in 50 Jahren erlebt und leidet seit vergangener Woche unter einer Hitzewelle. Die Behörden befürchten, dass andauernder Wind die Lage noch verschlimmert, wie CBC weiter berichtete.

Das Gebiet rund um Fort McMurray ist für den Abbau von Ölsand bekannt. Die teerartige Substanz, die ähnlich aussieht wie klebriger Asphalt, lagert dort in riesigen Mengen unter Erdschichten von etwa 30 Metern. Das stark ölhaltige Produkt wird im Übertagebau abgebaut.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Seiten