Do, 2015-03-05 16:58
Moskau/Kiew (dpa)

Berichte über US-Soldaten in Ukraine gefährden Waffenruhe

Nach einer Ankündigung aus London, britische Militärberater in die krisengeschüttelte Ukraine zu schicken, sorgen nun Berichte über erste US-Soldaten in Lwiw für Wirbel. Steht Europa vor einer großen Eskalation der Gewalt?

Moskau/Kiew (dpa) - Im Ukraine-Konflikt droht nach russischen Berichten über den Einsatz von ersten US-Soldaten in dem krisengeschüttelten Land neue Gefahr für die brüchige Waffenruhe. In der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) sollten noch bis zu 300 US-Soldaten eintreffen, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Moskau, Alexander Lukaschewitsch, am Donnerstag. «Es ist klar, dass sie dem Land keinen Frieden bringen werden», sagte er. Das ukrainische Verteidigungsministerium dementierte die Angaben aus Russland: «Diese Information entspricht nicht der Wirklichkeit», sagte Sprecher Alexander Poronjuk.

US-Amerikaner sollen ukrainische Soldaten im Umgang mit Waffen schulen. US-Medien hatten zuletzt von Plänen für eine Ausbildungszeit vom 5. März bis 31. Oktober in der Westukraine berichtet. Der US-Informationsdienst «Defense News» schrieb von einer geplanten Stationierung der Truppen auf dem Übungsgelände Jaworiw bei Lemberg an der polnischen Grenze. Dort befindet sich ein Internationales Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit - rund 1000 Kilometer vom Kriegsgebiet Donbass entfernt.

Der Sicherheitsrat in Kiew hatte am 19. Februar die Präsenz ausländischer Truppen in der Ukraine genehmigt. Allerdings steht nach offiziellen Angaben noch eine Parlamentsentscheidung dazu aus. Großbritannien hatte vergangene Woche angekündigt, 75 Militärberater nach Kiew zu schicken. Russland sieht darin genau wie in möglichen westlichen Waffenlieferungen eine Gefahr für seine Sicherheit.

Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt begann das russische Militär ein groß angelegtes Manöver mit 2000 Soldaten. Im Südlichen Wehrbezirk sollen sie bis 10. April den Einsatz von Boden-Luft-Raketen üben, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Kremlchef Wladimir Putin forderte in Moskau erneut eine Umsetzung des Friedensplans für die Ostukraine. Den Westen rief er bei einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi auf, Einfluss auf die proeuropäische Führung in Kiew auszuüben.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bewertet die Lage im Kriegsgebiet Donbass trotz einer «deutlichen Reduzierung der Gewalt» als fragil. An diesem Freitag sind Beratungen von Vertretern Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine auf Expertenebene in Berlin zur Ukraine-Krise geplant.

Die Waffenruhe war weiter brüchig. Die Kiewer Militärführung sprach von mindestens einem getöteten Soldaten innerhalb von 24 Stunden. Zugleich setzte die Armee nach eigenen Angaben den Abzug schwerer Kriegstechnik von der Frontlinie fort. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Die Verlegung des Kriegsgeräts hatten Vertreter Kiews und der Separatisten am 12. Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart. Damit soll eine Pufferzone geschaffen werden.

Trotz des Minsker Friedensplans setzte die Führung in Kiew mehrere militärische Entscheidungen um. Das Parlament beschloss die Vergrößerung der Armee um mehr als ein Drittel auf 250 000 Soldaten. Präsident Petro Poroschenko ordnete zudem die Gründung von Sonderverwaltungen mit Militärangehörigen und Zivilisten im Donbass an. Sie sollen als Schattenverwaltung den Machtanspruch auf die Gebiete bekräftigen, ohne dass diese Behörden zunächst konkret handlungsfähig sind. Die Separatisten protestierten dagegen.

Do, 2015-03-05 16:57
Karlsruhe/Düsseldorf (dpa)

Untersuchungshaft für mutmaßliches IS-Mitglied

Karlsruhe/Düsseldorf (dpa) - Der am Düsseldorfer Flughafen festgenommene mutmaßliche islamistische Terrorist bleibt in Haft. Das teilte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit. Der Ermittlungsrichter habe den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet, hieß es.

Der 22 Jahre alten Deutsche Kerim Marc B. soll nach Überzeugung der Ermittler 2013 und 2014 nach Syrien gereist sein und sich dem «Islamischen Staat Irak und Großsyrien» angeschlossen haben. Er soll dort eine Waffenausbildung durchlaufen und sich an Kampfeinsätzen der Terrormiliz IS beteiligt haben. Die Ermittler werfen ihm Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung und Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttaten vor.

Der Beschuldigte war am Mittwoch festgenommen worden. Er wurde am Donnerstag dem Ermittlungsrichter in Karlsruhe vorgeführt, der dann über die Untersuchungshaft entschieden hat.

Do, 2015-03-05 16:47
Abuja (dpa)

Nigerias Präsident: 200 entführte Schülerinnen sind noch am Leben

Abuja (dpa) - Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan ist überzeugt, dass die über 200 von Islamisten entführten Schülerinnen aus der nördlichen Stadt Chibok noch am Leben sind. Die Terrorgruppe Boko Haram hatte die Mädchen im April 2014 aus ihren Schlafräumen in einer Schule verschleppt. Es gibt die Befürchtung, dass die Extremisten sie als Sklavinnen missbrauchen.

Wenn die Geiseln tot wären, dann hätten die Islamisten ein Bekennervideo veröffentlicht, sagte Jonathan dem Fernsehsender «African Independent Television». «Wenn Terroristen morden, dann zeigen sie es», betonte er. Seine Truppen hätten den mutmaßlichen Aufenthaltsort der Mädchen noch nicht gestürmt, da es die Befürchtung gebe, dass Boko Haram sie im Falle eines Angriffs töten würde.

Gleichzeitig trafen sich am Donnerstag Regierungsvertreter mit den Eltern der Entführten. Sie wollten die Familien über die Fortschritte bei der Suche nach ihren Töchtern informieren. Die Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat aufbauen. Seit 2009 verübt die Gruppe Angriffe, etwa 13 000 Menschen kamen dabei ums Leben. Auch werden immer wieder Menschen verschleppt.

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Do, 2015-03-05 16:43
Manchester (dpa)

Britischer Chemielehrer wegen IS-Nähe zu sechs Jahren Haft verurteilt

Manchester (dpa) - Ein Chemielehrer aus dem britischen Bolton bei Manchester ist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich der Terrormiliz Islamischer Staat anschließen wollte. Der Mann habe im Jahr 2013 zunächst seinem jüngeren Brüder bei der Reise nach Syrien geholfen und habe ihm dann später folgen wollen.

Der Richter Michael Topolski erklärte bei der Verurteilung am Donnerstag, die Beteuerung des Angeklagten, er identifiziere sich mit den heute bekannten Zielen des IS nicht mehr, reiche nicht aus. Der Verurteilte stelle eine Gefahr für die britische Öffentlichkeit dar.

Do, 2015-03-05 16:40
051640 Mrz 15)

EU verlängert Sanktionen gegen Janukowitsch

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union verlängert die Sanktionen gegen den entmachteten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und andere Personen. Die Minister hätten bei ihrem Treffen am Donnerstag in Brüssel die Kontensperrung wegen des Vorwurfs der Veruntreuung öffentlicher Gelder verlängert, teilte der EU-Ministerrat mit. Die Maßnahmen gelten von diesem Freitag an.

Im vergangenen Jahr hatte die EU die Konten von 22 Personen gesperrt, die verdächtigt werden, öffentliche ukrainische Gelder unterschlagen zu haben. Nun wurden nach Diplomatenangaben vier Namen von der Liste genommen, weil sie die Kriterien nicht mehr erfüllen. Für die anderen wurden die Maßnahmen um drei Monate beziehungsweise ein Jahr verlängert.

Wegen der Ukrainekrise hatte die EU bereits weitere Strafmaßnahmen gegen Russland von März bis September verlängert. Von diesen Einreiseverboten und Vermögenssperren sind 132 Einzelpersonen sowie 28 Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen betroffen.

Do, 2015-03-05 16:39
Düsseldorf (dpa)

Bericht: Eon mit hohen Verlusten - Verkauf von Nordsee-Gasförderung

Die Lage der großen Versorger wird immer dramatischer. Eon plant offenbar - wie zuvor schon RWE - den Verkauf seiner Gasförderung in der Nordsee. Kommende Woche legt Eon seine Bilanz vor.

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Energiekonzern Eon treibt angesichts hoher Schulden und schmerzhafter Verluste im vergangenen Jahr einen möglichen Verkauf seiner Nordsee-Gasförderung voran. Das Unternehmen habe die Investmentbanker der Bank of America damit beauftragt, bei dem anstehenden Prozess beratend tätig zu werden, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise. Der Verkauf könnte Eon rund zwei Milliarden Euro bringen, hieß es. Eon lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Unternehmen ist mit rund 31 Milliarden Euro verschuldet. Anfang der Woche hatte Eon-Konkurrent RWE den Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea an ein Konsortium des russischen Oligarchen Michail Fridman abgeschlossen. Kommenden Mittwoch (11.3.) legt Eon seine Jahresbilanz vor, bereits am Dienstag (10.3.) veröffentlicht RWE seine Zahlen.

Im Zuge des Ende 2014 angekündigten radikalen Strategiewechsels hatte Eon bereits mitgeteilt, das Fördergeschäft in der Nordsee auf den Prüfstand zu stellen. Der Konzern selbst will sich im kommenden Jahr aufspalten und dabei den gesamten Teil mit Kohle, Gas und Atom in eine neue Gesellschaft ausgliedern. In die abgespaltene Firma soll auch die Gasförderung in Russland integriert werden. Dort sieht Eon eine stärkere Marktposition als in der Nordsee-Förderung. Der Hauptkonzern will sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren.

Eon hatte bereits im November 2014 für das vierte Quartal 4,5 Milliarden Euro Abschreibungen zusätzlich zu den 700 Millionen Euro Wertberichtigungen aus den ersten neun Monaten angekündigt. Damit standen hohe Verluste für das Gesamtjahr praktisch fest. Nach einem Bericht des «Handelsblatt» (Donnerstag) soll unter dem Strich 2014 ein Verlust von rund drei Milliarden Euro stehen. Das schrieb die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise.

Eon selbst stellt einen um Sondereffekte wie die Abschreibungen bereinigten Nettogewinn von 1,5 und 1,9 Milliarden Euro in Aussicht, 2013 waren es 2,1 Milliarden Euro.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Do, 2015-03-05 16:35
Düsseldorf (dpa)

Bericht: Eon mit hohen Verlusten - Verkauf von Nordsee-Gasförderung

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Energiekonzern Eon bereitet angesichts hoher Schulden und schmerzhafter Verluste im vergangenen Jahr einen möglichen Verkauf seiner Nordsee-Gasförderung vor. Das Unternehmen habe die Investmentbanker der Bank of America damit beauftragt, bei dem anstehenden Prozess beratend tätig zu werden, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise. Der Verkauf könnte Eon rund zwei Milliarden Euro bringen, hieß es. Eon lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Unternehmen ist mit rund 31 Milliarden Euro verschuldet. Anfang der Woche hatte Eon-Konkurrent RWE den Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea an ein Konsortium des russischen Oligarchen Michail Fridman abgeschlossen. Kommenden Mittwoch (11.3.) legt Eon seine Jahresbilanz vor, bereits am Dienstag (10.3.) veröffentlicht RWE seine Zahlen.

Do, 2015-03-05 16:30
Osnabrück/Mettingen (dpa)

Coppenrath und Wiese - Pionier bei Tiefkühltorten

Osnabrück/Mettingen (dpa) - Die Erfolgsgeschichte von Coppenrath und Wiese hat Mitte der 1970er Jahre mit der «Wiener Platte» in den Tiefkühltruhen der Supermärkte begonnen. Heute ist das Unternehmen, das seine Verwaltung im niedersächsischen Osnabrück und die Produktion im westfälischen Mettingen hat, eigenen Angaben zufolge mit einem Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro Europas größter Hersteller von tiefgekühlten Torten und Kuchen. Rund 2200 Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen. Neben Sahnetorten und -Schnitten gehören Strudel, Minigebäck sowie tiefgekühlte Brötchen und Baguettes zum Programm.

Gegründet wurde Coppenrath und Wiese 1975 von Aloys Coppenrath und seinem Vetter Josef Wiese. Wiese schied 2004 aus dem Unternehmen aus. Nach dem Tod von Coppenrath im März 2013 konnte sich die Erbengemeinschaft nicht auf einen gemeinsamen Kurs für das Unternehmen einigen.

Do, 2015-03-05 16:28
Rabat (dpa)

Friedensgespräche zu Libyen in Marokko fortgesetzt

Rabat (dpa) - Nach kurzem Bruch hat in Marokko eine neue Runde der Friedensgespräche zwischen den libyschen Konfliktparteien begonnen. Vertreter der verfeindeten Regierungen von Tobruk und Tripolis treffen sich nach UN-Angaben seit Donnerstag im marokkanischen Rabat. Gespräche im Bürgerkriegsland Libyen waren zuvor gescheitert.

Die international anerkannte Regierung der ostlibyschen Stadt Tobruk hatte die Gesprächsrunde im Februar aus Protest gegen extremistische Anschläge platzen lassen. Früheren Treffen in Genf Anfang des Jahres waren hingegen die Vertreter der islamistisch dominierten Regierung aus Tripolis fern geblieben. Beide Parteien kämpfen seit Monaten um die Macht in Libyen.

Von dem Chaos in dem ölreichen Land profitieren Dschihadisten wie der libysche Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Extremisten haben in Libyen einige Regionen und Orte unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Küstenstädte Derna und Sirte.

In der neuen Runde der Friedensgespräche solle es zunächst um die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit gehen, hieß es am Donnerstag aus UN-Kreisen. Außerdem solle über einen umfassenden Waffenstillstand und mögliche Kandidaten für einen zukünftigen gemeinsamen Regierungschef gehen.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
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„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“

Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

IrRWEege befahren

RWE Dreck-Strom – Volltanken für Vollidioten

www.rwe-autostrom.de
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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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In 16 Stunden um die Welt.
Das schaffen nur die Skrupellosesten.


METRO Group - The Spirit of Commerce

Wir haben nicht nur die letzten Fische aus der geplünderten Nordsee im Angebot, sondern auch kostbare Exoten - und sind auch noch stolz darauf! "Erdbeerfische" aus dem Korallenmeer im Pazifik befördern wir im Nu in unsere Servicetheken. So ermöglichen wir unseren Kunden, beim Fischkauf zugleich an der Ausbeutung tropischer Meere und am Klimachaos mitzuwirken. Schließlich werden beim Flug um die halbe Welt pro Fisch drei Liter Kerosin verheizt. Entdecken Sie den "Spirit of Commerce" - den Geist der skrupellosen Geschäftemacherei!

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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2500 Kilometer lang und weithin zubetoniert

An der [einst] traumhaften Mittelmeerküste der Türkei warten eindrucksvolle Entdeckungen auf Sie. Erleben Sie ein [noch vor wenigen Jahren] unvergleichliches Paradies mit [ehemals] bezaubernden Stränden, einer [zuvor] türkisblauen See und [früher mal] verwunschenen Stränden [wo nun Touristen Partys feiern]. Suchen Sie mit der Lupe nach Plätzen wie diesem für eine Reise in die Vergangenheit - vor dem Massentourismus.

Mittelmeer hat's schwer

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