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Mi, 2016-02-10 06:30
Singapur (dpa)

Ölpreise steigen leicht

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 30,97 US-Dollar. Das waren 65 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im März stieg um 61 Cent auf 28,55 Dollar.

Am Markt war von einer Stabilisierung die Rede, nachdem die Ölpreise am Dienstag stark gefallen waren. Insgesamt bleibt das Handelsgeschehen sehr schwankungsanfällig. Das nach wie vor zu hohe Angebot bestimmt unverändert den Grundton am Markt und verhindert nachhaltige Preisanstiege. An diesem Mittwoch wird die US-Regierung ihre wöchentlichen Lagerdaten veröffentlichen. Es wird mit einem abermaligen Anstieg auf ein neuerliches Rekordhoch gerechnet.

Mi, 2016-02-10 06:10
Islamabad (dpa)

Energiekrise in Pakistan: Milliarden-Deal für Flüssigerdgas mit Katar

Islamabad (dpa) - Pakistan unterzeichnet am Mittwoch in Katar einen Milliarden-Vertrag zur Lieferung flüssigen Erdgases. 15 Milliarden Dollar will das Land auf 15 Jahre bezahlen, um jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen zu importieren. «Das ist der größte Energievertrag, den Pakistan jemals geschlossen hat», sagte der Minister für Öl und natürliche Ressourcen, Shahid Khaqan Abbasi, der Deutschen Presse-Agentur. Der Import per Schiff zu Flüssigerdgas-Terminals in Karachi könne innerhalb eines Monats beginnen. Die Regierung in Islamabad will damit die massiven Energieprobleme des Landes lösen.

Pakistans Energiekrise begann schon vor fast einem Jahrzehnt. Der Internationale Währungsfonds (IMF) betont, dass sie eines der größten Hemmnisse für das Wachstum sei. Experten schätzen, der Energiemangel koste das Land jährlich zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung.

Der pakistanische Energieexperte Gulfaraz Ahmed sagte, der Import von katarischem Flüssigerdgas könne auf einen Schlag 25 Prozent der Lücke in der Energieversorgung füllen. Ein Resultat sei, dass die täglichen Stromausfälle bis Ende 2017 weitgehend Geschichte würden, weil das Gas helfe, tausende Megawatt an elektrischer Leistung extra bereitzustellen. Das werde der Wirtschaft helfen zu wachsen.

Abbasi kündigte weitere Verträge an, unter anderem mit Russland. Flüssiges Erdgas (LNG) gilt weltweit als mögliche «Brückenlösung» beim Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien. Es gibt auch in anderen Regionen Pläne, es mit speziellen Tankern von den Förderländern zu den Abnehmerländern zu transportieren.

Mi, 2016-02-10 06:57
Berlin (dpa)

Empörung bei der SPD nach Seehofers Kritk an Merkels Asylpolitik

CSU-Chef Seehofer sorgt einmal mehr für Ärger in Berlin. Im Zusammenhang mit der Asylpolitik Angela Merkels spricht er von der «Herrschaft des Unrechts». So sprach man einst über die DDR. Die SPD weist seine Kritik zurück.

Berlin (dpa) - In der SPD wächst die Empörung nach der umstrittenen Kritik des CSU-Chefs Horst Seehofer an der Asylpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seehofer habe «jedes Maß verloren», sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Seine Äußerungen über eine «Herrschaft des Unrechts» in Deutschland seien wirr und in hohem Maße irritierend. «Entweder zieht er damit historische Verbindungen, die unerhört sind. Oder er hat schlicht kein Geschichtsbewusstsein», sagte Barley. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprach in der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwoch) von einem «üblen Missgriff» des CSU-Vorsitzenden.

Der bayerische Ministerpräsident hatte in der «Passauer Neuen Presse» von einer «Herrschaft des Unrechts» gesprochen, weil Flüchtlinge und Migranten ohne gültige Einreisepapiere ungehindert ins Land kommen dürfen. Formulierungen wie «Herrschaft des Unrechts» verwendete die CSU bisher für Diktaturen wie die frühere DDR.

«Horst Seehofer benutzt eine bösartige Formulierung, um Angela Merkel zu treffen», so Oppermann. Der indirekte Vergleich mit dem DDR-Politiker Erich Honecker werde «die Krise in der Union weiter verschärfen», sagte der SPD-Fraktionschef voraus.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer nahm seinen Parteivorsitzenden in Schutz. «Die Entscheidung vom letzten Jahr war falsch. Die hat dazu ausgelöst, dass es millionenfachen Zustrom nach Deutschland gibt, der unbegrenzt ist, der teilweise illegale Einreise bedeutet, und von daher hat der Parteivorsitzende und bayerische Ministerpräsident Recht, wenn er mit diesem Begriff umgeht», sagte Scheuer im ZDF-«Morgenmagazin». «Und wir werden es klarstellen in den nächsten Monaten, wir bleiben auf Kurs, dass wir die Herstellung von Recht und Ordnung wollen. Und das wird auch klar formuliert von der CSU.» Scheuer bezog sich auf die am 4. September von Merkel verkündete Grenzöffnung für Flüchtlinge.

Unterdessen rechnet der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz im Koalitionsstreit über das Asylpaket II mit einer raschen Einigung. «Die Frage des Familiennachzugs von jugendlichen Flüchtlingen wird in dieser Woche endgültig geklärt», sagte der Hamburger Regierungschef der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch). Er ergänzte: «Sigmar Gabriel hat sich für Einzelfallentscheidungen ausgesprochen. Das halte ich für den richtigen Weg.»

Widerspruch kam vom Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner: «Es ist irrsinnig, die Asylverfahren durch Einzelfallprüfungen noch weiter zu bürokratisieren. Familien gehören zusammen», sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Bei dem Koalitionsstreit geht es darum, ob auch für unbegleitete Kinder und Jugendliche wie für andere Flüchtlinge mit eingeschränktem («subsidiärem») Schutz der Familiennachzug für zwei Jahre ausgesetzt sein soll. Das Bundeskabinett hatte vergangenen Mittwoch einen Gesetzentwurf gebilligt, der entsprechende Einschränkungen vorsieht. Kurz darauf hatte Gabriel moniert, mit ihm sei eine solche Regelung nicht verabredet gewesen.

Mi, 2016-02-10 05:30
Berlin (dpa)

DDR-Soldaten an der Staatsgrenze: Druck, Kontrolle, Angst und Flucht

Die Soldaten an der DDR-Grenze waren oft sehr jung. Viele hofften, nicht auf Flüchtlinge schießen zu müssen. Die SED-Führung pries die Grenztruppen als Elite. Doch hinter den Kulissen sah es anders aus, wie ein neues Buch zeigt.

Berlin (dpa) - Schüsse hallen an einem Novembernachmittag im Jahr 1971 durch die Luft. Wenig später werden zwei Tote im Sperrstreifen des DDR-Grenzkommandos Nord entdeckt. Soldat D. und Gefreiter B. liegen mit Herzdurchschüssen am Boden. Die Grenzsoldaten haben sich «zweifelsfrei» gegenseitig erschossen, stellt das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in einem geheimen Bericht fest.

Für die Stasi ist der Hintergrund der Tragödie schnell klar: Der 24-Jährige wollte die Grenze durchbrechen und in den Westen fliehen, sein vier Jahre jüngerer Postenführer ihn daran hindern. Familiäre Probleme, «persönliche Sentimentalität, Kraftlosigkeit und Schwächlichkeit» hätten den Angriff des Soldaten gegen seinen Kameraden mit der positiven Einstellung zur DDR ausgelöst.

Der Fall zeige den enormen Druck, dem DDR-Grenzsoldaten im Dienst ausgesetzt waren, stellt Autor Jochen Maurer in seinem Buch «Halt - Staatsgrenze!» fest, das im Ch. Links Verlag erschienen ist. Der Autor ist Mitarbeiter am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (Potsdam).

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall hat Maurer eine Analyse vorgelegt, die das Innenleben der Grenztruppen der DDR und den Alltag von Soldaten und Offizieren in den Blick nimmt. In der Dissertation wird auch aus zahlreichen Stasi-Berichten zitiert.

Das Buch liefere gerade angesichts neu errichteter Grenzen und Mauern einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des DDR-Grenzregimes, sagte der Direktor der Berliner Mauer-Gedenkstätte, Axel Klausmeier. Deutlich werde, dass sich jede Verharmlosung und Relativierung der DDR verbiete. Menschen- und Freiheitsrechte sollten in letzter Konsequenz durch den Schießbefehl unterbunden werden.

In der Studie werden erstmals die drei Grenztypen zwischen Ost und West beleuchtet, so Hans-Hubertus Mack, Kommandeur des Zentrums für Militärgeschichte, im Vorwort. Es gehe um die «grüne Grenze» zur Bundesrepublik, die «Berliner Mauer» und die «Friedensgrenze» zur Tschechoslowakei.

Die innerdeutsche Grenze hatte eine Länge von knapp 1400 Kilometern. Die DDR hatte hier schon 1952 begonnen, Grenzwälle zu errichten. Diese wurden nach dem Bau der Berliner Mauer von 1961 immer weiter perfektioniert. Seit den 70er Jahren waren die Grenzkommandos Nord und Süd hier mehr als 26 000 Mann stark. Wie viele Menschen an der innerdeutschen Grenze insgesamt ums Leben kamen, wird noch erforscht. In Berlin riegelte die rund 155 Kilometer lange Sperranlage den Osten vom Westteil der Stadt ab. Hier starben durch das DDR-Grenzregime nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 138 Menschen.

«Keine Institution war so sehr von der Staatssicherheit durchdrungen wie die DDR-Grenztruppen», schreibt Major Maurer. Die «Unverletzlichkeit» der Staatsgrenze habe höchste Priorität gehabt. Die Sicherheit im Grenzgebiet sei unter allen Bedingungen zu gewährleisten, hieß es etwa in einer MfS-Dienstanweisung. Die verantwortliche Diensteinheit des Stasi-Ministeriums für die Nationale Volksarmee (NVA) und die Grenztruppen hatte die interne Bezeichnung «Verwaltung 2000».

Gläserne Soldaten sollten geschaffen werden - nach der Maxime des russischen Revolutionsführers Lenin: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, heißt es im Buch. So seien die «Grenzer» immer zu zweit zum Dienst eingeteilt worden - Posten und Postenführer. Sie sollten sich gegenseitig misstrauen.

Und doch konnte die Stasi nicht alles steuern und überwachen. Allein zwischen 1977 und 1986 flüchteten 107 Angehörige der Grenztruppen nach Westdeutschland (90) und West-Berlin (17), schreibt der Historiker. Auch «ideologisch gefestigte» Männer seien darunter gewesen. 69 Geflüchtete waren einfache Mannschaftssoldaten, die anderen höhere Dienstgrade. Ein Kapitel in dem Buch mit rund 450 Seiten widmet sich denn auch dem Offizierskorps «zwischen Überlastung, Desinteresse und disziplinaren Auffälligkeiten».

Seit den 70er Jahren gab es weniger Fluchten - weil die Grenzanlagen immer stärker ausgebaut und perfektioniert wurden. In den ersten neun Jahren nach Bildung der Grenztruppen wurden von Dezember 1961 bis August 1970 noch mehr als 1500 Fahnenfluchten registriert, ist zu lesen. Die SED-Führung sei nicht müde geworden, der Öffentlichkeit die Grenztruppen als Elite zu präsentieren, die sich unermüdlich für das Wohl der Bevölkerung einsetze.

Das MfS habe einen Grund für die Flucht von Abtrünnigen in unzureichender politische Bindung gesehen, schreibt Maurer. In einem Protokoll hieß es aber auch, manche hätten die «Gegebenheiten in der DDR» als unbefriedigend empfunden. Dies habe zu einer «unterschwelligen Eingenommenheit für bestimmte Seiten des westlichen Lebens» geführt und Fluchtgedanken ausgelöst.
 

Mi, 2016-02-10 05:45
Washington (dpa)

Stichwort: Primaries

Washington (dpa) - Im Vorwahlkampf wird in den USA darüber entschieden, wer für die Demokraten und Republikaner zur Präsidentschaftswahl am 8. November antritt. Gewählt wird in allen 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington und den Territorien der USA.

Bei Parteiversammlungen (caucuses) oder Vorwahlen (primaries) wird bis zum Sommer der Großteil der Delegierten für die Nominierungskongresse ausgesucht. Dort werden im Juli die Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus offiziell gekürt.

Der Unterschied: Ein Caucus wird von den Parteien organisiert, für Primaries sind die Bundesstaaten verantwortlich.

Bei den Primaries wird zwischen geschlossenen und offenen Vorwahlen unterschieden. Bei den «closed primaries» können nur registrierte Parteigänger von Demokraten oder Republikanern die Delegierten für die nationalen Nominierungsparteitage bestimmen. Bei den «open primaries» sind alle registrierten Wähler dazu berechtigt. In den meisten Staaten sind die Wahlgänge «offen».

Mi, 2016-02-10 04:42
Concord (dpa)

Sanders Sieg und Clintons Alptraum Von Maren Hennemuth, dpa

New Hampshire geht an Bernie Sanders und Donald Trump. Aber das ist nur die eine Seite der Geschichte. Denn jetzt geht es in einen Teil des Landes, in dem der Wahlkampf noch einmal ganz anders wird.

Concord (dpa) - Man merkte ihr nichts an. Kein Zittern in der Stimme, kein Straucheln. Die Menge feierte sie. Hillary Clinton hielt eine ziemlich optimistische Rede. Dabei hatte sie gerade eine sehr heftige Niederlage einstecken müssen.

Zu diesem Zeitpunkt lag Bernie Sanders um 20 Prozentpunkte vor ihr. Lange bevor alle Stimmen ausgezählt waren, wurde er zum Sieger der Demokraten bei der Vorwahl in New Hampshire erklärt. Wenig später stand auch er auf einer Bühne. Und hielt eine ziemlich lange, ziemlich durchschnittliche Rede.

Sanders gewann bei den Demokraten. Bei den Republikanern holte Donald Trump den Sieg. Dann kam lange keiner. Aber dazu später.

Viel ist in den vergangenen Wochen geschrieben worden über die überraschende Aufholjagd des Bernie Sanders. Wie der Senator von Vermont die Menschen in Massen begeisterte mit seinem Versprechen auf eine politische Revolution. Wie er plötzlich an Clinton vorbei zog.

Man muss sich das trotzdem noch einmal vor Augen führen. Als Sanders antrat, galt er als chancenlos, als linker Außenseiter. Als ein weißhaariger alter Mann, der es halt noch mal versuchen wollte. Niemand nahm ihn ernst. Clinton schon gar nicht.

Aber schon in Iowa bekam sie einen Denkzettel. Ihr Sieg dort war hauchdünn, gerade mal 0,2 Prozentpunkte lag sie vor dem 74-Jährigen.

Und nun das. Dass sie hier nicht gewinnen würde, hatte Clinton einkalkuliert. Dass es so heftig werden würde, hatte kaum jemand erwartet. Sanders gewann in New Hampshire laut dem Politikwissenschaftler David Jones bei so ziemlich allen Gruppen. Bei Frauen, bei Männern. Bei denen mit Hochschulabschluss, bei denen ohne. Bei den Moderaten, bei den Liberalen.

Der Teil mit den Frauen dürfte besonders schmerzhaft für Clinton sein. Sie, die als erste Frau das Präsidentenamt übernehmen will.

Aber trotzdem: Auf lange Sicht heißt das Ergebnis noch nichts. New Hampshire spielt zahlenmäßig kaum eine Rolle. Gerade mal 32 Delegierte schicken die Demokraten hier auf ihren Parteitag im Sommer, auf dem der Spitzenkandidat gekürt wird.

Und nach New Hampshire ist vor South Carolina. Dort geht es um mehr. Um andere Wähler. In Iowa und New Hampshire ist die Bevölkerung überwiegend weiß. In South Carolina machen Schwarze fast 30 Prozent aus, mehr als doppelt so viel wie im landesweiten Durchschnitt. Minderheiten spielen in dem Staat an der Südostküste eine größere Rolle. Und diese Wähler - so die Erwartung von Clintons Kampagne - unterstützen die 68-Jährige.

Noch am Dienstag verschickte ihr Team eifrig Pressemitteilungen. Sie erzählten davon, dass zahlreiche Demokraten aus South Carolina sie unterstützen. Dass die Mütter von Eric Garner, Dontre Hamilton und Jordan Davis für sie Wahlkampf machen werden. Alle drei - allesamt schwarz - waren durch Polizeigewalt ums Leben gekommen.

In den Staaten nach New Hampshire sieht es gut aus für Clinton und schlecht für Sanders.

Viel dürfte davon abhängen, wie lange er durchhält. Wie lange er seine Kampagne noch finanzieren kann. 75,1 Millionen US-Dollar hat er laut «New York Times» an Spenden zusammenbekommen, 46,7 Millionen hat er davon schon ausgegeben. Vielleicht beschert ihm der Sieg in New Hampshire noch einmal einen Aufwind, was das Geld angeht.

Aber egal wie lange Sanders noch kämpft, eines hat er schon erreicht. Er hat Clinton nach links gedrängt. Sie ließ in den vergangenen Tagen kaum eine Gelegenheit aus, in der sie nicht betonte, wie progressiv sie sei. Würde er bald aufgeben, könnte sie sich mehr auf die Mitte konzentrieren.

Hält er noch sehr lange durch, wäre sie weiterhin gezwungen, um die Gunst der Wähler am linken Rand zu kämpfen. Das wäre eine sehr ungünstige Ausgangsposition für den zweiten Teil des Wahlkampfes. Dann, wenn es darum geht, im direkten Duell gegen den republikanischen Kandidaten zu punkten.

Bei den Konservativen ist die Lage wesentlich komplizierter. Sicher, Trump ragt heraus. Und er, der Gewinner-Typ, konnte am Abend endlich die Geschichte eines Sieges erzählen, nachdem er vergangene Woche in Iowa nur den zweiten Platz geholt hatte. «Wir werden bald so viel gewinnen, ihr werdet alle so glücklich sein», rief er seinen Anhängern zu.

Nach Trump kommt lange keiner. John Kasichs zweiter Platz ist ein Erfolg für den Gouverneur von Ohio, der zuletzt recht lustlos gewirkt hatte. Aber weder Kasich noch einer der anderen Bewerber konnte eine breite Wählerschaft auf sich vereinen. Die Stimmen verteilten sich ziemlich gleichmäßig auf Ted Cruz, Jeb Bush und Marco Rubio. Sie nahmen sie sich gegenseitig weg. Es dürfte ein sehr zäher Kampf werden, ein langsamer Tod der einzelnen Kampagnen - im Kampf gegeneinander statt gegen die Demokraten.

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Mi, 2016-02-10 04:30
Nürnberg (dpa)

Bio-Essen für Gestresste: «Fixgerichte» als neuer Naturkost-Trend

Bio auf dem Teller ist gefragt. Der Trend hat längst die Mitte der Gesellschaft erreicht. Wer heute Bio kauft, will nicht mehr unbedingt die Welt verändern - und schon gar nicht stundenlang Gemüse schnippeln.

Nürnberg (dpa) - Es war eines der «Sakramente» der einstigen Bio-Bewegung: Auf den Tisch kommen nur frische, unverarbeitete Lebensmittel, dabei möglichst noch aus eigenem Anbau - zeitaufwendiges Gemüse-Schnippeln inklusive.

Die Nachkommen der Bioladen-Gründer scheinen das - gemessen an den neuen Trends - entspannter zu sehen. Ob 3-Korn-Puffer oder Buchweizensuppe: Für Ernährungsbewusste mit wenig Zeit gibt es inzwischen auch Bio aus der Tüte. «Fixgericht» nennt das die Branche. Schließlich sollten die Tütensuppen mit Trockenzutaten aus biologischem Anbau nicht unbedingt mit den Fertiggerichten und normalen Instant-Suppen der Elterngeneration verwechselt werden.

Der neue Trend sei «Ready to Eat» - Convenience Food (bequemes Essen) für Ernährungsbewusste - erklärt Petra Wolf von der Nürnberger Messe, die vom heutigen Mittwoch an die internationale Naturkostmesse Biofach ausrichtet. «Es muss heute eben schnell gehen, denn gekocht wird ja oft nur noch am Wochenende.»

Die Buchweizensuppe aus der Tüte gehört dabei mit 25 Minuten Zubereitungszeit bereits zu den zeitlich aufwendigeren Bio-Fixgerichten. Der «Quinoa-Cup Orientalisch» stehe, so das Firmenversprechen, dagegen schon nach sechs Minuten auf dem Tisch.

Viele Hersteller packen in die Fixgerichte gleich die «Supergrains» (Supergetreide) mit rein - eine weitere Entwicklung auf der diesjährigen Biofach. «Supergrains», so erklärt das Naturkost-Kundenmagazin «Schrot und Korn», seien «Körner, die mehr können als herkömmliche Getreide».

Sie enthielten Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren, sättigende Kohlenhydrate, viel hochwertiges Eiweiß - «dazu Powerstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und B-Vitamine». Ein «Supergrain» ist beispielsweise Quinoa. Der Samen wird aus Südamerika importiert - und harmoniert damit eigentlich nicht mit einem weiteren neuen Bio-Trend: dem Wunsch der Verbraucher nach Produkten aus der Region ohne lange Transportwege.

Die Widersprüchlichkeit macht deutlich: Rund 40 Jahre nach der Gründung der ersten «Körner-Läden» steckt die Naturkost-Szene im Umbruch. Dabei spielt nach Einschätzung von Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundes Naturkost Naturwaren (BNN), auch der Generationswechsel eine Rolle.

Konfrontiert mit der Konkurrenz normaler Supermärkte müssten sich die Nachfolger der Naturkostladen-Gründer neu aufstellen. Ob Bistro mit Bio-Mittagstisch, einer gepflegten Biowein-Auswahl oder einem Lieferservice - «je nach Lage des Ladens müssen die Betreiber ihren eigenen Weg finden», betont Röder.

Viele Naturkostläden gleichen inzwischen kleineren Supermärkten. Von den 93 im Vorjahr neu eröffneten Naturkostläden in Deutschland seien mehr als die Hälfte über 400 Quadratmeter groß. 3,04 Milliarden Euro Umsatz haben 2015 alle Naturkostläden zusammen erwirtschaftet - 11,4 Prozent mehr als 2014.

Rund 84 Prozent der Betreiber erwarten auch für dieses Jahr steigende Umsätze, wie eine Umfrage der Nürnberger Messe ergab. Dafür wollen sie stärker als bisher auf den Online-Handel setzen. Auffällig bei der Umfrage: Als größte Herausforderung sehen es die Teilnehmer, auch künftig zuverlässig mit Bio-Erzeugnissen beliefert zu werden.

Tatsächlich hält die inländische Erzeugung von Bio-Lebensmitteln mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt - und das seit Jahren. «In Süddeutschland gibt es zu wenig Bio-Schweinefleisch. Importe aus Irland schließen die Lücke», berichtet BNN-Chefin Röder.

An der Seite von Felix Prinz zu Löwenstein, dem Vorstandschef des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kämpft sie für eine stärkere Unterstützung der Landwirte, die ihren Hof auf Bio umstellen wollen. Infolge des niedrigen Milchpreises möchten beispielsweise wieder mehr Bauern auf Bio-Erzeugung umsatteln, doch sie stoßen auf wachsende Hindernisse. Das Saarland etwa, so zu Löwenstein, stelle dafür kaum noch Mittel zur Verfügung.
 

Mi, 2016-02-10 04:09
Concord (dpa)

Trump gewinnt New Hampshire - Sanders weit vor Clinton

Klare Sache in New Hampshire. Mit Abstand macht Trump das Rennen bei den Republikanern, bei den Demokraten fügt Sanders seiner Konkurrentin eine krachende Niederlage zu. Die schaltet um in den Jetzt-erst-recht-Modus.

Concord (dpa) - Es war noch deutlicher als erwartet: Mit großem Abstand haben Donald Trump und Bernie Sanders die Vorwahlen ihrer Parteien im US-Bundesstaat New Hampshire für sich entschieden. Hillary Clinton fuhr bei den Demokraten eine schmerzhafte Niederlage ein. Die Republikaner haben nach zwei Wahlen keinen klaren Sieger.

Für den New Yorker Milliardär Trump entschieden sich nach mehr als 70 Prozent der ausgezählten Stimmen laut übereinstimmender Angaben mehrerer US-Sender rund 34 Prozent der republikanischen Wähler. Das sind mehr als doppelt so viele wie für den Zweitplatzierten John Kasich, der Gouverneur von Ohio (16 Prozent).

«Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen!», rief Trump seinen Anhängern zu.

Hinter Trump und Kasich gab es ein enges Rennen um Platz drei zwischen dem texanischen Senator Ted Cruz, Floridas früherem Gouverneur Jeb Bush und Floridas Senator Marco Rubio. Die weitere Reihenfolge bei den Republikanern: Chris Christie auf Platz sechs, dahinter abgeschlagen Carly Fiorina (frühere CEO von Hewlett Packard) und der ehemalige Neurochirurg Ben Carson.

Christie, Gouverneur von New Jersey, deutete am Abend an, einen Verbleib im Wahlkampf überdenken zu wollen.

Bei den Demokraten wird nun interessant, ob Sanders im Zweikampf mit Clinton seine großen Erfolge aus dem Nordosten hinaus auch in andere Teile des Landes wird tragen können. Aktuelle Umfragen in den nächsten wichtigen Vorwahlstaaten nähren daran starke Zweifel.

Sanders rief: «Wir haben eine Botschaft gesandt, deren Echo von Washington bis zur Wall Street zu hören sein wird, von Maine bis nach Kalifornien. Und sie heißt: Die Regierung unseres Landes gehört allen Menschen, und nicht nur einer Handvoll Superreichen.»

Clinton zeigte sich nach ihrer Niederlage zuversichtlich und kämpferisch. «Wir werden jetzt für jede Stimme in jedem Staat kämpfen», sagte sie. «Ich werde härter als jeder andere dafür arbeiten, tatsächlichen Wandel herbeizuführen und Euer Leben besser zu machen», rief sie ihren Anhängern zu. «Ich weiß, dass ich einige Hausaufgaben zu erledigen habe, vor allem bei jungen Menschen. Aber auch, wenn sie mich nicht unterstützen: Ich unterstütze sie.»

New Hampshire war der zweite US-Bundesstaat, in dem die Parteien ihre Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus wählen. Die erste Wahl in Iowa hatte bei den Demokraten hauchdünn Clinton vor Sanders für sich entschieden. Bei den Republikanern hatte Cruz vor Trump und Rubio gewonnen.

Die Wahlkämpfer konzentrieren sich nun auf die nächste Vorwahl in South Carolina (Republikaner) und Nevada (Demokraten) am 20. Februar: South Carolina ist der erste südliche Staat und der erste Bundesstaat mit einem starkem Anteil afro-amerikanischer Wähler.

Bei den Republikanern ist das Rennen nach New Hampshire offener als zuvor, es gibt neben Trump derzeit keinen klaren Favoriten. Marco Rubio sagte zu seinem Abschneiden: «Ich bin nicht von Euch enttäuscht, sondern von mir selbst.» Er führte seine Niederlage auf einen verunglückten Auftritt bei der jüngsten Fernsehdebatte mit seinen Mitbewerbern zurück. «Das wird mir nicht noch einmal passieren», sagte er.

Am 1. März folgt mit dem «Super Tuesday» das erste echte Highlight im Vorwahlkampf: In 14 Bundesstaaten und einem US-Außenterritorium wird rund ein Drittel aller Delegierten vergeben.

Mi, 2016-02-10 04:15
Berlin (dpa)

Scholz rechnet mit Einigung bei Familiennachzug in dieser Woche

Der Streit über das Asylpaket II zieht sich nun bereits seit Monaten hin. Im Moment sieht die SPD Korrekturbedarf. Parteivize Scholz zeigt sich optimistisch. Aber es kommt schon neues Störfeuer aus München. Mal wieder sorgt CSU-Chef Seehofer für Ärger in Berlin.

Berlin (dpa) - Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz rechnet im neuen Koalitionsstreit über das Asylpaket II mit einer raschen Einigung. «Die Frage des Familiennachzugs von jugendlichen Flüchtlingen wird in dieser Woche endgültig geklärt», sagte der Hamburger Regierungschef der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch). Er ergänzte: «Sigmar Gabriel hat sich für Einzelfallentscheidungen ausgesprochen. Das halte ich für den richtigen Weg.»

Widerspruch kam vom Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner: «Es ist irrsinnig, die Asylverfahren durch Einzelfallprüfungen noch weiter zu bürokratisieren. Familien gehören zusammen», sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Bei dem Koalitionsstreit geht es darum, ob auch für unbegleitete Kinder und Jugendliche wie für andere Flüchtlinge mit eingeschränktem («subsidiärem») Schutz der Familiennachzug für zwei Jahre ausgesetzt sein soll. Das Bundeskabinett hatte vergangenen Mittwoch einen Gesetzentwurf gebilligt, der entsprechende Einschränkungen vorsieht. Kurz darauf hatte Gabriel moniert, mit ihm sei eine solche Regelung nicht verabredet gewesen.

Beschränkungen des Familiennachzugs für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wären nach Einschätzung des Deutschen Kinderschutzbundes ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Präsident Heinz Hilgers kündigte an, dass seine Organisation Flüchtlinge bei Klagen unterstützen würde. «Wenn wir einen ehrenamtlichen Vormund mit einem unbegleiteten Flüchtlingskind als Mündel haben, dem der Nachzug der Familie verweigert wird, würden wir ihn beraten und bei einer Klage zur Seite stehen», sagte er der «Nordwest-Zeitung» (Mittwoch).

CSU-Chef Horst Seehofer sorgt derweil mit seiner jüngsten Kritik an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Flüchtlingspolitik für neue Verärgerung in der großen Koalition. Der bayerische Ministerpräsident sprach in der «Passauer Neuen Presse» von einer «Herrschaft des Unrechts» in Deutschland, weil Flüchtlinge und Migranten ohne gültige Einreisepapiere ungehindert ins Land kommen dürfen. Formulierungen wie «Herrschaft des Unrechts» verwendete die CSU bisher für Diktaturen wie die frühere DDR.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprach in der «Süddeutschen Zeitung» (Mittwoch) von einem «üblen Missgriff» des CSU-Vorsitzenden. «Horst Seehofer benutzt eine bösartige Formulierung, um Angela Merkel zu treffen.» Der indirekte Vergleich mit dem DDR-Politiker Erich Honecker werde «die Krise in der Union weiter verschärfen», sagte Oppermann voraus.

Aus der CSU kommt bereits neue Kritik - nun an anderen Bundesländern und ihrer Praxis bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. Die Zahlen zeigten eindeutig, dass es in manchen Ländern «einfach am politischen Willen fehlt, und aus ideologischen Gründen Abschiebungen nur äußerst ungern getätigt werden», sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer, der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch). Als Beispiel nannte er das rot-rot-grün regierte Thüringen, wo 2015 weniger Menschen abgeschoben worden seien als 2014. In Bayern hätten sich die Zahlen dagegen vervierfacht.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

Außerdem Interessant

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Mi, 2016-02-10 04:15
Concord (dpa)

Donald Trump: Das «Ich» immer im Mittelpunkt

Trump hat sich in diesem Wahlkampf Dinge geleistet, die jeden anderen Bewerber sofort hätten abtreten lassen. Er beleidigt, er lügt, er hetzt - aber all das hat ihm bisher nichts anhaben können. Im Gegenteil.

Concord (dpa) - Er will Amerika wieder groß machen. Und reich. Und das Militär «mächtig, unglaublich». Groß ist gut, und Wohlstand ist Erfolg: So denkt Donald Trump. Sich selbst hat der Mann mit der berühmten blonden Föhnfrisur als Immobilienmogul und TV-Reality-Star mit einem gewaltigen Firmenimperium zum Multimilliardär gemacht. Er ist Ex-Demokrat, Ex-Unabhängiger und Ex-Präsidentschaftsbewerber der Reform Party. Nun brüllt und holzt er als rechtskonservativer Populist. Und er hat mehr Erfolg, als fast alle gedacht haben.

«The Donald» war noch nie für Bescheidenheit oder sprachliche Finesse bekannt. Großspurigkeit ist sein Markenzeichen, aber das stört Trump nicht. Sie sichert ihm die Aufmerksamkeit der Medien, die er braucht und die ihn nährt. Die US-Medien sind fassungslos. Und fasziniert - auch wenn seine Radikalität mittlerweile viele für gefährlich halten.

Trump sei größenwahnsinnig, heißt es in Kommentaren. Ein Napoleon. Der Putin Amerikas. Ein Clown. Vulgär. Grell. Aber kein Sender will an ihm vorbei. Trump kann machen, was er will, alles wird live übertragen, kein Kandidat bekommt mehr Aufmerksamkeit. Er ist auf allen Kanälen, und danach twittert er noch wie kein Zweiter. Kritik perlt an ihm ab, berührt ihn nicht, er keilt unbeirrt zurück.

Nur wenn ihm jemand ins Gesicht sagt, was er von ihm hält, zeigt er sich erstaunlich dünnhäutig, wie bei der Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly. Sie sei ein Leichtgewicht, sagte Trump, beleidigte sie, sagte die Teilnahme an einer TV-Debatte ab, angeblich wegen ihr.

Neben der eigenen Großartigkeit ist die Einwanderung Trumps Lieblingsthema. Er will eine wirklich «schöne Mauer» an der Grenze zu Mexiko bauen lassen, um illegale Einwanderer fernzuhalten. Bezahlen soll sie Mexiko.

Trotz aller harschen Urteile spricht Trump niemand ab, dass er einen scharfen Verstand und unternehmerische Gewitztheit besitzt. Seine Karriere spreche für sich, heißt es. Trump stuft sich als «wirklich klugen Menschen» ein. Außerdem: «Ich sehe gut aus.»

Zu Wahlkampfstopps fliegt er mit seinem eigenen Trump-Flugzeug ein. Er sagt: «Alle lieben mich.» Originalton: «Ich werde der beste Präsident in Sachen Arbeitsplätze sein, den Gott erschaffen hat.»

Geboren wurde Trump am 14. Juni 1946 in New York als viertes von fünf Kindern der Eheleute Frederick und Mary Trump. Ihnen schickte er nach dem Sieg in New Hampshire einen Gruß in den Himmel.

Donald muss ein selbstbewusster Junge gewesen sein, nicht leicht zu zähmen. So schickten ihn die Eltern mit 13 auf eine Militärakademie. Dort schnitt er gut ab, studierte an den Unis von Fordham und Pennsylvania und machte seinen Wirtschaftsabschluss - allerdings keineswegs so glänzend wie er immer behauptet.

Vater Fred, Sohn deutscher Einwanderer, verdiente selber in der Baubranche Millionen. Donald stieg nach dem Studium ins Geschäft ein. 1974 wird er Präsident des Unternehmens, gibt ihm den Namen Trump Organization. Es folgen Investitionen in diverse Hotels, Casinos und Luxus-Apartment-Gebäude. Zusätzlich reich machen ihn Rechte an Miss-Wahlen, seine Rolle in der TV-Reality-Show «The Apprentice», aus der später die Serie «The Celebrity Apprentice» erwächst, mehrere Biografien, eigene Möbel- und Modemarken.

Längst nicht alles läuft glatt: In vier Fällen muss er Insolvenz anmelden, kann jedoch jedes Mal erfolgreich umstrukturieren. Das Magazin «Forbes» siedelt sein Vermögen bei vier Milliarden Dollar an, Bloomberg bei 2,9 Milliarden, Trump selbst bei zehn.

Dreimal verheiratet, sorgen seine Ehen mit glamourösen Frauen und zwei Scheidungen für Schlagzeilen. 1977 heiratet er das tschechische Model Ivana Zelnickova. Mit ihr hat er drei Kinder, darunter Ivanka, heute Ex-Model und Geschäftsfrau. 1993 ehelicht er die Schauspielerin Marla Maples. 1997 geht auch diese Verbindung in die Brüche. Ehefrau Nummer 3 wird 2005 das Model Melania Knauss. Mit Maples und Knauss hat Trump zwei weitere Sprösslinge.

Als er Melania vor den Traualtar führte, gehörte Hillary Clinton zu den Gästen, heute als demokratische Präsidentschaftsbewerberin erbittert von ihm angefeindet.

Das ist ein Beispiel dafür, wie Trump seine Meinungen oft und krass ändert, oft um 100 Prozent. Abtreibung, Steuern, Gesundheitsreform oder Waffengesetze - oft klang Trump eher wie ein Liberaler als wie der Erzkonservative, der er heute so laut und heftig sein will.
 

Mi, 2016-02-10 05:00
Alto (dpa)

Teslas Motor stottert: Elektroauto-Pionier unter Druck Von Hannes Breustedt, dpa

Elon Musk - Visionär, Milliardär, Rockstar des Silicon Valley - war bislang stets ein Liebling der Wall Street. Obwohl hohe Entwicklungs- und Expansionskosten häufig für Verluste sorgten, feierte die Börse seinen Elektroauto-Pionier Tesla. Doch nun hat der Wind gedreht.

New York/Palo Alto (dpa) - Elon Musk ist Misserfolg nicht gewohnt. Der schillernde Chef des Elektroautobauers Tesla ist ein Superstar der Tech-Szene - er wird mit Steve Jobs, Henry Ford und Thomas Edison verglichen. Auch die Anleger liebten den 44-jährigen Selfmade-Milliardär bislang. Obwohl Tesla regelmäßig hohe Verluste einfuhr, wurde das Unternehmen an der Börse als innovativer Fahnenträger der E-Mobilität gefeiert.

Doch das Blatt hat sich gewendet. Seit dem Jahresbeginn ist die Aktie um 40 Prozent abgestürzt. Wenn Musk am Mittwochabend die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert, wird er gute Argumente brauchen, um den Skeptikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Tesla gerät derzeit von mehreren Seiten an der Börse unter Druck. Der allgemeine Abwärtssog der Tech-Aktien - das Wachstumspotenzial vieler Unternehmen wird zunehmend hinterfragt - zieht auch die dem Silicon Valley statt der klassischen Autoindustrie zugeordnete Musk-Firma in Mitleidenschaft.

Allgemein leiden E-Autos unter dem niedrigen Ölpreis, der sich in günstigem Benzin an den Tanksäulen niederschlägt. Die Nachfrage nach verbrauchsarmen Alternativen wird dadurch gedämpft. Dieses Problem trifft Tesla zwar nicht so stark wie andere Anbieter, weil der Hersteller bislang nur Luxus-Modelle anbietet und nicht über mangelnde Kauflust reicher Kunden klagen kann. Doch perspektivisch könnte Billigsprit die geplante Offensive im Massenmarkt erschweren.

Aktuell kämpft die Firma aber eher mit hausgemachten Schwierigkeiten als mit externen Problemen. Vor allem der lahme Anlauf der Produktion des Elektro-SUV «Model X», dessen Auslieferung im Herbst nach diversen Verschiebungen begann, lässt Analysten an Tesla zweifeln. Die schleppende Fertigung könne zu Lieferschwierigkeiten führen und noch mehr Geld verbrennen, warnt etwa Autoexperte Brian Johnson von der Großbank Barclays.

«Das ruft die Risiken der aggressiven Wachstumsambitionen für die nächsten Jahre zurück ins Gedächtnis», meint Johnson. Musk, der sein Vermögen mit dem Bezahldienst Paypal machte und nebenher unter anderem auch noch die Raumfahrtfirma SpaceX führt, hat mit Tesla große Pläne. In Nevada baut das Unternehmen eine riesige Batteriefabrik. Die «Gigafactory» soll Tesla in Zukunft einmal profitabel machen, kostet aber zunächst viel Geld.

Im nächsten Monat will die Firma, die bislang nur die Limousine «Model S» in größerem Stil verkauft, mit dem «Model 3» einen für die breitere Bevölkerung erschwinglichen Stromer vorstellen. Er soll mit etwa 35 000 Dollar weniger als die Hälfte der Premium-Modelle kosten und 2017 den Massenmarkt entern.

Allerdings macht General Motors (GM) mit einem ähnlichen Angebot Konkurrenz. GM will Tesla mit dem Chevrolet Bolt EV zuvorkommen - mit einer Reichweite von 320 Kilometern und einem Preis von rund 30 000 Dollar nach Abzug staatlicher Vergünstigungen ein ernstzunehmender Wettbewerber.

Barclays-Analyst Johnson sieht trotzdem gute Chancen für Musks Offerte: «Das Model 3 könnte das Interesse an Tesla Ende März wieder entfachen.» Die Aktie des Unternehmens, die im Sommer 2015 noch ein Rekordhoch bei etwa 280 Dollar erreicht hatte, fiel zuletzt bis auf unter 150 Dollar.

Musk hat oft genug deutlich gemacht, dass ihm der Aktienpreis relativ egal ist. Der gebürtige Südafrikaner und Vater von fünf Söhnen sieht die Förderung der E-Mobilität als Mission für den gesellschaftlichen Wandel - rasche Gewinne hat er Investoren ohnehin nie versprochen.

Mi, 2016-02-10 03:31
Paris (dpa)

Paul Bocuse - Wegbereiter der «Nouvelle Cuisine»

Paris (dpa) - Der legendäre Meisterkoch Paul Bocuse gilt als Doyen der französischen Küche:

GEBURT: Am 11. Februar 1926 im französischen Collonges-au-Mont-d'Or bei Lyon.

HERKUNFT: Entstammt einer Kochdynastie, die bis 1765 zurückverfolgt werden kann.

AUSBILDUNG: Nach Schulabbruch Ausbildung zum Koch in Lyon und Paris; seit 1956 Arbeit im Familienbetrieb in Collonges-au-Mont-d'Or.

AUFSTIEG: Nach Umbau des Restaurants in «L'Auberge du Pont de Collonges» 1960 erster Stern im Guide Michelin, 1962 zweiter Stern, 1965 dritter.

ERFOLG: Aufbau eines internationalen Gastronomie-Imperiums mit rund einem Dutzend Restaurants; erfolgreiche Vermarktung vieler Kochbücher und Artikel von Kaffee-Tassen bis Champagner unter dem Namen Bocuse.

EHRUNG: 1975 als erster Küchenchef Ritter der Ehrenlegion; zum Dank Galadinner im Élysée-Palast mit dem heutigen Klassiker «Trüffelsuppe VGE» (nach den Initialen des Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing).

SPITZNAME: «Croque-Madames» wegen seiner Liebschaften, Bocuse lebte jahrelang mit drei Frauen in drei Wohnungen zusammen.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Mi, 2016-02-10 03:57
Washington (dpa)

Schwere Niederlage für Obama - Supreme Court stoppt Klimapläne

Das wird Obama wehtun. Kurz und bündig hält der Supreme Court eines der wichtigsten Klimavorhaben des Präsidenten an. Die Entscheidung kommt überraschend.

Washington (dpa) - Der Oberste Gerichtshof der USA hat einen Eckstein der Klimastrategie von Präsident Barack Obama wegen rechtlicher Bedenken auf Eis gelegt. Der Supreme Court gab am Dienstag (Ortszeit) bekannt, dass die Pläne für die angeordnete Eindämmung von CO2-Emissionen amerikanischer Kraftwerke angehalten werden müssen. Zuerst müssten die anhängigen Klagen gegen diese Vorhaben ausreichend auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft werden.

Für Obama ist diese Entscheidung eine schwere Niederlage. Nach dem «Clean Power Plan» sollte der Kohlendioxid-Ausstoß in den USA bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 32 Prozent sinken. Mehr als zwei Dutzend mehrheitlich republikanisch geführte US-Bundesstaaten und mehrere Unternehmen aus dem Energiesektor klagen seit Monaten vor verschiedenen Gerichten dagegen.

Die Entscheidung kommt überraschend. Sie fiel mit fünf zu vier Stimmen denkbar knapp aus. Die Begründung des Gerichts für den Stopp ist nur eine Seite lang.

Als «wichtigsten einzelnen Schritt» der USA hatte Obama die Anordnung 2015 über die EPA erlassen, die mächtige Umweltbehörde der USA. Der Präsident hat sich das Thema Klima seit Jahren auf die Fahnen geschrieben. Er wollte mit diesem Alleingang am zerstrittenen US-Kongress vorbei handeln.

Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus Kevin McCarthy erklärte am Dienstag: «Der Supreme Court hat Obamas illegalen Machtmissbrauch gestoppt. Er hat gezeigt, auf welch schwankendem Boden der Präsident jedes Mal steht, wenn er seine Politik gegen die Abgeordneten des Volkes machen will.»

Vom weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen verursacht China vor allem wegen seines starken Wirtschaftswachstums fast ein Drittel. Auf Platz zwei liegen die USA. Wie die USA nach der Entscheidung des Supreme Courts nun ihre Klimaziele umsetzen wollen, ist völlig offen.

Das Weiße Haus zeigte sich enttäuscht. «Wir sind mit der Entscheidung des Supreme Courts nicht einverstanden», erklärte Sprecher Josh Earnest. «Wir sind davon überzeugt, dass wir uns in der Sache selbst durchsetzen werden.» Der Plan habe eine stabile rechtliche und technische Grundlage.

Obamas Ankündigung kam 2015 vier Monate vor der UN-Klimakonferenz von Paris. Während Umweltschutzorganisationen begeistert reagierten, sahen sich Hunderte Kohlekraftwerke von der Schließung bedroht, sollten die Pläne umgesetzt werden.

Die Pläne Obamas hatten die Hoffnung genährt, dass es in den USA tatsächlich zu einem echten Umbau der Stromerzeugung kommen könne. Obama wollte die Energieunternehmen dazu bringen, schneller und konsequenter auf Sonnen- und Windenergie umzustellen.

Das Thema Klimaschutz ist in den USA sehr umstritten. Die meisten prominenten Republikaner negieren, dass es einen vom Menschen verursachten Klimawandel gibt. Das Thema sorgt auch unter den Bewerbern im laufenden Präsidentschaftswahlkampf für Streit.

Mi, 2016-02-10 03:13
Washington (dpa)

Sanders: Wahlsieg in New Hampshire ist ein Zeichen an die Oberschicht

Washington (dpa) - Seinen Sieg bei der Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire will der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders als ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit verstanden wissen. «Wir müssen den Milliardären erklären, dass sie nicht alles haben können», sagte Sanders nach seinem Wahlsieg in New Hampshire. Der 74 Jahre alte Sanders, der sich selbst als «demokratischer Sozialist» bezeichnet, hat die zunächst hoch favorisierte Clinton deutlich mit rund 20 Prozentpunkten Vorsprung geschlagen. Zuvor hatte er bei den Vorwahlen im Bundesstaat Iowa fast ein Patt gegen Clinton erzielt. Die frühere Außenministerin gilt landesweit dennoch weiter als Favoritin.

Mi, 2016-02-10 03:03
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Donald Trump zu seinem Wahlsieg in New Hampshire

«Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen.»

Mi, 2016-02-10 03:30
Lyon (dpa)

Gourmet-Verführer und Selbstvermarkter: Starkoch Bocuse wird 90 Von Sebastian Kunigkeit, dpa

Er ist seit Jahrzehnten ein Aushängeschild der französischen Küche - und ein geschäftstüchtiger Unternehmer. Mit Trikolore-Kragen und hoher Kochmütze schuf Paul Bocuse ein Gastronomie-Imperium. Jetzt wird der Küchenpapst 90.

Lyon (dpa) - Der Altmeister der französischen Küche ist müde. Paul Bocuse äußert sich nicht mehr öffentlich, kommt auch nicht mehr jeden Tag an die Tische seiner Gäste in sein legendäres Drei-Sterne-Restaurant. «Er ist nicht sehr in Form», ist aus seinem Umfeld zu hören. Seine Marke aber ist topfit, er gilt nach wie vor als Aushängeschild der Kochkunst à la française. Am Donnerstag (11. Februar) wird der Gourmet-Verführer und erfolgreiche Selbstvermarkter 90 Jahre alt.

«Paul Bocuse ist in den letzten 50 Jahren sicherlich in der Welt DAS Aushängeschild für Küchenkultur, für Hochküche und für Kulturprägung in der Küche», sagt der deutsche Sterne-Koch Frank Rosin der Deutschen Presse-Agentur. Bocuse gilt als «Papst der französischen Küche», der Restaurantführer «Gault&Millau» wählte ihn zum «Koch des Jahrhunderts», sein Stammrestaurant in seinem Heimatort Collonges-au-Mont-d'Or bei Lyon hat seit 1965 durchgängig drei Michelin-Sterne - Rekord.

«Monsieur Paul», wie er von seinen Mitarbeitern ehrerbietig genannt wird, gilt als ein Vertreter der «Nouvelle Cuisine», eine Bewegung junger Köche, die die französische Küche entstaubten. Einfache Zubereitung, frische Zutaten, Regionalität - so die Grundlinien. «Ich mag identifizierbare Gerichte mit Knochen und Gräten», sagte der Spitzenkoch einmal.

Doch die Bocuse-Revolution lag noch woanders. «Bocuse hat den Mut gehabt, aus seiner Küche zu kommen», erzählte Jean-François Mesplède, früherer Chef des Michelin-Restaurantführers, dem Magazin «L'Express». «Er hat sich eine weiße Jacke mit seinem gestickten Namen machen lassen, mit einer hohen Kochmütze und einem Trikolore-Kragen, um seinen Titel des «Besten Handwerkers Frankreichs» vorzuführen.» Zum großen Restaurant gehört für Bocuse das Zelebrieren von Essen und Trinken, die perfekte Show.

So wurde er zur Marke. Kochbücher, Champagner und Marmeladen werden mit seiner schwungvollen Unterschrift auf dem Etikett verkauft, ein Wettbewerb trägt seinen Namen. Zu seinem Imperium gehören mehr als 20 Restaurants, eins davon in Walt Disney World in Florida und mehrere in Japan. Keineswegs nur Tempel der Haute Cuisine, zum Konzern gehören zahlreiche Brasserien, und bei «Ouest Express» gibt es auch Burger «made by Bocuse».

Seine Vorfahren hatten schon vor der Französischen Revolution eine Küchen-Dynastie begründet. 1941 fängt er als Küchenlehrling an. Später geht er zur Armee de Gaulles, nach einer Verwundung im Elsass tätowieren die Amerikaner ihm einen gallischen Hahn auf die Schulter. Nach Lehr- und Wanderjahren kehrt Bocuse in den Familienbetrieb «L'Auberge du Pont de Collonges» zurück und beginnt seinen schwindelerregenden Aufstieg.

Bocuse ist für durchaus mal derbe Sprüche bekannt und wird zugleich als großer Charmeur beschrieben. Zu seinem 80. Geburtstag machte er öffentlich, dass er seit Jahrzehnten mit drei Frauen zusammenlebte. Wenn er die Zeit zusammenzähle, in denen er den dreien treu gewesen sei, komme er auf 135 Jahre gemeinsamen Lebens, erzählte er damals schelmisch. Die Zeitung «Libération» nannte ihn daraufhin «Monsieur Croque-Madames» (so heißen auch Schinken-Käse-Sandwichs in Frankreich).

In der Küche ist er zum Gralshüter geworden, sein Restaurant strahlt das Ambiente vergangener Zeiten aus. Noch immer gibt es die berühmte schwarze Trüffelsuppe «VGE» mit Blätterteig-Haube, die er 1975 für Präsident Valéry Giscard d'Estaing kreierte, als dieser ihm die Ehrenlegion an die Brust heftete.

«Gemessen am Design der heutigen Avantgarde, ist er ein Möbel vom Flohmarkt», schrieb der deutsche Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck 2013 im «Zeit-Magazin». Trotzdem könne es sein, dass letztlich Bocuse im Museum der Kochkunst ende - und nicht die Avantgarde: «Er kann für sich in Anspruch nehmen, das kulinarische Frankreich authentischer zu repräsentieren als all seine Zeitgenossen: eben weil er sich seit Jahrzehnten nicht verändert hat.» Frank Rosin meint: «Gerade in der heutigen Zeit, in der die Verbreitung und Pflege von Kulturen ein großes Thema und auch ein großes Problem sind, ist so jemand ganz wichtig.»

Mi, 2016-02-10 03:34
Concord (dpa)

Rubio enttäuscht über Abschneiden in New Hampshire

Concord (dpa) - Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio hat sich von seinem Abschneiden bei der Vorwahl in New Hampshire enttäuscht gezeigt. «Ich bin nicht von Euch enttäuscht, sondern von mir selbst», rief Rubio seinen Anhängern zu. Er führte seine Niederlage auf einen verunglückten Auftritt bei einer Fernsehdebatte mit seinen republikanischen Mitbewerbern zurück. «Das wird mir nicht noch einmal passieren», sagte er. Rubio erhielt nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmbezirke etwa zehn bis elf Prozent der Stimmen und landete nur auf Platz fünf bei den Republikanern.

Mi, 2016-02-10 02:49
Concord (dpa)

John Kasich: Gouverneur von Ohio, erfahrener Konservativer

Concord (dpa) - John Kasich, strahlender Zweiter von New Hampshire, ist Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio. Im Bewerberfeld der Republikaner ist er einer der erfahrensten Politiker. Kasich kam jung in den Senat von Ohio, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington. Der 63-jährige gilt als sehr konservativ.

John Richard Kasichs politische Heimat Ohio ist ein wichtiger sogenannter «swing state», wo der Ausgang der Abstimmung nicht von vornherein klar ist. Bevor Donald Trump den Wahlkampf durcheinanderwirbelte, wurde Kasich auch wegen seiner Herkunft als Geheimtipp gehandelt.

18 Jahre lang saß Kasich im Kongress in Washington. Dort machte er sich als Vorsitzender des Haushaltsausschusses einen Namen, etwa als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte.

Im Wahlkampf 2016 hat Kasich mehr und mehr versucht, sich als nüchterne und rationale Stimme der Vernunft und als Mann der Mitte zu präsentieren. In New Hampshire legte er Wert auf vergleichsweise sanfte und positive Botschaften.

Kasich weigerte sich, in den Chor derjenigen Republikaner einzustimmen, die die USA im achten Jahr der Präsidentschaft Barack Obamas dem Untergang geweiht sehen. Das zog offensichtlich, Kasich rettete sich nach schwachem Start in Iowa mindestens in die nächsten Vorwahlen.

Mi, 2016-02-10 02:46
Concord (dpa)

Clinton bleibt trotz Niederlage in New Hampshire zuversichtlich

Concord (dpa) - Die bei der Vorwahl in New Hampshire unterlegene US-Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, Hillary Clinton, hat sich trotz ihrer Niederlage zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Wahlkampfes gezeigt. «Wir werden jetzt für jede Stimme in jedem Staat kämpfen», sagte Clinton. Sie hat bei der Vorwahl weit deutlicher als von Meinungsforschern vorhergesagt gegen ihren innerparteilichen Kontrahenten Bernie Sanders verloren. «Ich werde härter als jeder andere dafür arbeiten, tatsächlichen Wandel herbeizuführen und Euer Leben besser zu machen», rief Clinton ihren Anhängern zu.

Mi, 2016-02-10 02:21
Concord (dpa)

Trump siegt bei Vorwahl der US-Republikaner in New Hampshire

Concord (dpa) - Der New Yorker Milliardär Donald Trump hat die US-Vorwahl bei den Republikanern in New Hampshire gewonnen. Nach übereinstimmenden Prognosen mehrerer US-Fernsehsender kam der Gouverneur von Ohio, John Kasich auf Rang zwei. Nach einem Viertel der ausgezählten Stimmbezirke lag Trump bei 34 Prozent der Stimmen, Kasich bei 15 Prozent. Trump hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 13 000 Stimmen Vorsprung. Auf Platz drei folgte Jeb Bush gleichauf mit Ted Cruz (je zwölf Prozent) und Marco Rubio. Bei den Demokraten hatte sich klar Bernie Sanders aus Vermont gegen Hillary Clinton durchgesetzt.

Mi, 2016-02-10 02:25
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Clinton zum Wahlausgang

«Ich liebe New Hampshire noch immer, und ich werde es immer lieben. Nun tragen wir unsere Kampagne in das ganze Land. Ich werde härter arbeiten als jeder andere, um die Änderungen durchzusetzen, die Euer Leben besser machen. (...) Ich weiß, dass ich einige Hausaufgaben zu erledigen habe, vor allem bei jungen Menschen. Aber auch, wenn sie mich nicht unterstützen: Ich unterstütze sie.»

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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