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Di, 2015-08-04 14:36
Islamabad (dpa)

Verurteilter trotz internationaler Proteste in Pakistan hingerichtet

In der Todeszelle verbrachte Shafqat Hussain elf Jahre. Nun wurde der Pakistaner gehängt - obwohl er nach Angaben seiner Familie zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war.

Islamabad (dpa) - Trotz internationaler Proteste ist in Pakistan ein Mann hingerichtet worden, der nach Angaben seiner Familie im Alter von nur 14 Jahren wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Aus dem Innenministerium hieß es, Shafqat Hussain sei am Dienstag in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi gehängt worden. In einem hoch umstrittenen Verfahren war Hussain für schuldig befunden worden, im Jahr 2004 einen siebenjährigen Jungen getötet zu haben.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, teilte mit, sollte Hussain zum Tatzeitpunkt tatsächlich minderjährig gewesen sein, wäre die Hinrichtung ein Verstoß unter anderem gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Die Hinrichtung erfülle ihn «mit großer Betroffenheit». Amnesty International kritisierte, die Polizei habe Hussains Geständnis damals unter Folter erzwungen. Die Menschenrechtsorganisation sprach von einem «zutiefst traurigen Tag für Pakistan». Sie forderte die Regierung auf, das Moratorium auf die Todesstrafe wieder in Kraft zu setzen.

Die Hinrichtung war aufgrund der Kritik viermal verschoben worden. Die Regierung erklärte, Hussain sei zum Zeitpunkt seiner Festnahme unmittelbar nach der Tat 23 Jahre alt gewesen. Die Familie und sein Anwalt betonten, Hussain sei zum Tatzeitpunkt und beim Urteil erst 14 Jahr alt gewesen, weshalb die Todesstrafe in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt werden müsse. Das Verfassungsgericht hatte in Juni Hussains Antrag abgelehnt, den Fall neu aufzurollen.

Ebenfalls im Juni war der im Alter von nur 15 Jahren verurteilte Pakistaner Aftab Bahadour Masih hingerichtet worden, nachdem er mehr als 20 Jahre in der Todeszelle verbracht hatte. Er war wegen Mordes an drei Menschen im Jahr 1992 verurteilt worden. Damals lag das Alter für Strafmündigkeit in Pakistan bei 15 Jahren. Im Jahr 2000 wurde es auf 18 hochgesetzt. Masih hatte seine Unschuld beteuert.

In Pakistan galt bis Ende vergangenen Jahres ein Moratorium auf die Todesstrafe, das die Regierung nach einem Taliban-Angriff auf eine Schule aufhob. Zunächst wurden nur Terroristen hingerichtet, dann auch verurteilte Mörder. Amnesty hat seitdem nach eigenen Angaben mindestens 200 Hinrichtungen in dem südasiatischen Land verzeichnet. Damit gehört Pakistan zu den Ländern mit den meisten Hinrichtungen und übertrifft sogar Staaten wie Saudi-Arabien.

Di, 2015-08-04 14:29
Moskau (dpa)

Russland bekräftigt mit UN-Antrag Anspruch auf Arktis-Bodenschätze

Moskau (dpa) - Mit einem erneuten Antrag bei den Vereinten Nationen hat Russland seinen Anspruch auf einen Teil der rohstoffreichen Arktis untermauert. Auf UN-Empfehlung sei ein weiteres Gesuch an die Kommission für die Grenzen des kontinentalen Festlandsockels (CLCS) gerichtet worden, teilte das Außenministerium in Moskau am Dienstag mit. Russland hoffe auf den Beginn der Prüfung noch in diesem Jahr.

In der Arktis werden riesige Öl- und Gasreserven vermutet. Russland behauptet, sein Festlandsockel am Meeresboden reiche so weit, dass Moskau den Nordpol beanspruchen dürfe. Die Aufteilung der Arktis, die wegen der schmelzenden Eismassen zunehmend leichter zugänglich wird, ist nicht hinreichend geklärt. Auch die Anrainerstaaten Dänemark, Kanada, Norwegen und die USA melden Ansprüche an.

Der russische Antrag basiere auf zahlreichen Arktis-Expeditionen und schließe eine Unterwasserfläche von etwa 1,2 Millionen Quadratkilometern ein, teilte das Außenamt mit. Moskau hatte bereits 2002 eine erste Eingabe gemacht. Um den Anspruch zu unterstreichen, hatte eine U-Boot-Besatzung 2007 die russische Flagge aus rostfreiem Titan-Metall in den Meeresboden unter der Nordpol-Eiskappe gerammt.

Zuletzt hatte Moskau auch seine Militärpräsenz in der Arktis deutlich ausgebaut. Naturschützer warnen aber vor Bohrungen in der Region.

Di, 2015-08-04 14:46
Nürnberg (dpa)

Zusätzliche Entscheidungszentren sollen Asylverfahren beschleunigen

Nürnberg (dpa) - Mit vier neuen Entscheidungszentren will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Berg von unbearbeiteten Asylanträgen abbauen. Ende Juni lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Verfahren bei der Nürnberger Behörde bei knapp 240 000. In Nürnberg habe das erste solche Zentrum bereits seine Arbeit aufgenommen, sagte der Chef des Bundesamtes, Manfred Schmidt, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Zentren sollen Anfang Oktober in Berlin und Unna starten. Ein vierter Standort soll im dritten Quartal Mannheim oder Freiburg werden.

«In den Entscheidungszentren finden keine Anhörungen und kein Publikumsverkehr statt, sondern wir werden tatsächlich nur über die anhängigen Verfahren entscheiden», sagte Schmidt. Er erhoffe sich davon eine Beschleunigung und einen Abbau des Berges von Altanträgen: Acht Wochen nach Start der Arbeit in den Zentren werde sich die Zahl der Entscheidungen spürbar erhöhen, sagte Schmidt voraus.

«Die Entscheidungszentren werden mit jeweils 50 Entscheidern ausgestattet», erläuterte der Behördenchef. Entschieden werden sollen dort vor allem Verfahren von Asylbewerbern aus dem Irak, aus Syrien und Eritrea. Bei diesen Ländern liege die Schutzquote bei knapp 100 Prozent. Bei Menschen aus Syrien und dem Irak verzichtet das Bundesamt derzeit auf Anhörungen, das heißt, die Anträge werden nach einem verkürzten schriftlichen Verfahren entschieden.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-08-04 14:15
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: IS-Rückkehrer über die Anwerbestrategie der Salafisten

«Herr Richter, der Salafist kommt nicht zu Ihnen und sagt, Du musst nach Syrien. Er kommt und sagt, Bruder, Du musst beten.»

(Der wegen Terrorverdachts vor dem OLG Celle stehende IS-Rückkehrer Ayoub B. am Dienstag über die Anwerbestrategie der Salafisten.)

Di, 2015-08-04 14:00
Delhi (dpa)

Zivilisten sterben bei Schüssen an indisch-pakistanischer Grenze

Islamabad/Neu Delhi (dpa) - Bei Schusswechseln an der Grenze zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan sind drei Zivilisten getötet worden. Die pakistanische Armee warf den indischen Grenzschützern am Dienstag vor, einen Mann und einen Jugendlichen in einem Dorf bei Sialkot erschossen zu haben. Sieben Menschen seien verletzt worden, unter ihnen auch Frauen und Kinder. Aus den indischen Streitkräften hieß es dagegen, pakistanische Truppen hätten einen 22-Jährigen beim Beschuss mit Mörsergranaten getötet.

Trotz eines offiziellen Waffenstillstandes schießen indische und pakistanische Soldaten jedes Jahr Hunderte Male ins Nachbarland. Außerdem, so behauptet Indien, lasse Pakistan schwer bewaffnete Aufständische über die Grenze ziehen, die dann Armeeposten angriffen. Der jüngste Vorfall passierte nur wenige Wochen, nachdem die Premierminister beider Länder endlich wieder miteinander geredet und eine Verbesserung der Beziehungen in Aussicht gestellt hatten.

Die beiden Atommächte sind sich seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 spinnefeind. Sie führten drei Kriege gegeneinander, zwei davon um das Himalaya-Gebiet Kaschmir. Zahlreiche Friedens- und Gesprächsversuche wurden in den vergangenen Jahren durch Schüsse an der Grenze konterkariert.

Di, 2015-08-04 14:38
Berlin (dpa)

SPD unterstützt Länderforderung nach mehr Hilfe für Flüchtlinge

Berlin (dpa) - Länder und Kommunen bekommen für ihre Forderung nach mehr finanzieller Hilfe des Bundes bei der Unterbringung von Asylbewerbern Unterstützung von der SPD. Seine Partei fordere seit Monaten eine strukturelle Entlastung der Länder und Kommunen von den Kosten der Flüchtlingsunterbringung, erklärte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Dienstag in Berlin. «Wir stehen vor einer der größten innenpolitischen Herausforderungen, die Deutschland aber auch gemeinsam bewältigen kann.» Dazu müssten die Mittel des Bundes für die Flüchtlingshilfe mindestens verdoppelt werden. «Nach einem Jahr Aufenthalt sollte der Bund die finanziellen Leistungen für Asylbewerber und Geduldete übernehmen.»

Di, 2015-08-04 14:12
Berlin (dpa)

Bargeld und Sachleistungen: Was welchem Flüchtling wofür zusteht

Berlin (dpa) - Das bundesweit geltende Asylbewerberleistungsgesetz sieht vor, dass Flüchtlinge das erhalten, was sie brauchen, um ihr Existenzminimum zu sichern: Essen, Unterkunft, Heizung oder Körperpflegeartikel gehören dazu. Wie viel Bargeld der Flüchtling jeweils bekommt, hängt davon ab, wie lange er in Deutschland ist, und was er in seiner Unterkunft an Sachleistungen erhält.

- In den Erstaufnahmeeinrichtungen werden die Dinge des täglichen Bedarfs wie Essen oder Möbel meist zur Verfügung gestellt. Es gibt zum Beispiel Erstausstattungspakete, Kleiderspenden oder Gutscheine.

- Außerdem bekommen die Flüchtlinge Bargeld für persönliche Bedürfnisse: Alleinstehende erhalten 143 Euro im Monat. Erwachsene, die als Partner einen Haushalt teilen, bekommen je 129 Euro. Wer sonst noch im Haushalt lebt, kriegt 113 Euro. Und für Kinder stehen den Familien je nach Alter zwischen 85 und 92 Euro zu.

- Wenn Asylbewerber nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften des Landes untergebracht sind und damit in der Regel kein Essen mehr gestellt wird sowie weitere Sachleistungen wegfallen, gibt es zusätzliches Bargeld: Erwachsene Alleinstehende erhalten 216 Euro, Kinder oder weitere Haushaltsmitglieder zwischen 133 und 194 Euro. Zusätzlich übernehmen die Behörden anfallende Wohnkosten.

- Wie bei Hartz-IV-Empfängern haben Kinder Anspruch auf Hilfe für einen Schulausflug oder Gutscheine zum Beispiel für den Sportverein. Auch bei Krankheit oder besonderen Situationen wie Schwangerschaft oder Geburt erstattet der Staat die Kosten.

- Ist ein Flüchtling länger als 15 Monate im Land, stehen ihm bei Bedürftigkeit Leistungen auf dem Niveau der Sozialhilfe zu. Damit erhält ein alleinstehender Asylbewerber etwa 392 Euro. Außerdem werden - wie bei Hartz-IV-Empfängern - Wohnkosten erstattet.

Di, 2015-08-04 13:55
Aleppo (dpa)

Weitere von USA trainierte Rebellen in Syrien von Al-Kaida entführt

Aleppo (dpa) - Der US-Plan zum Aufbau einer gemäßigten Rebellentruppe in Syrien hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Wie die syrischen Beobachter für Menschenrechte am Dienstag mitteilten, verschleppten Kämpfer der dschihadistischen Al-Nusra-Front in der nördlichen Provinz Idlib mindestens fünf Mitglieder der sogenannten «Division 30». In dieser Gruppe kämpfen von den USA ausgebildete Rebellen gegen Terrorgruppen in Syrien.

Am vergangenen Donnerstag war bereits der Kommandeur der Brigade, Nadim al-Hassan, gemeinsam mit sieben weiteren Kämpfern nördlich von Aleppo in die Hände der Al-Kaida-nahen Miliz gefallen. Einen Tag später wurden bei Gefechten zwischen den islamischen Extremisten und den Rebellen sechs Angehörige der Division getötet. Nach Ansicht der Al-Nusra-Front sind die Oppositionskämpfer US-Spione.

Die in der Türkei von US-Soldaten ausgebildete Einheit soll in Syrien vor allem gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen. Die USA wollen dafür jährlich rund 5000 syrische Rebellen ausbilden. Weil das Militär aber Probleme hat, vertrauenswürdige Kämpfer zu finden, sind jüngsten US-Medienberichten zufolge bisher nur 54 Mann trainiert worden.

Di, 2015-08-04 14:19
München (dpa)

Sommerpause nach turbulenten Wochen: Wo steht der NSU-Prozess? Von Christoph Trost und Christoph Lemmer, dpa

Der NSU-Prozess läuft seit mehr als zwei Jahren. Er geht nun in seine dritte Sommerpause: Nach dem wochenlangen Hickhack um Beate Zschäpes Verteidigung stellt sich die Frage: Wo steht der Prozess eigentlich?

München (dpa) - Am letzten Sitzungstag vor der Sommerpause im Münchner NSU-Prozess wirkt es fast wie ein Signal: Das Gericht lässt eine Liste mit neuen Terminen verteilen. Die reichen vorsorglich bis September 2016, also mehr als ein Jahr in die Zukunft. Und der Vorsitzende Richter Manfred Götzl, das wird aus der Liste deutlich, will das Tempo wieder anziehen: Es soll künftig wieder an drei Tagen pro Woche verhandelt werden - zuletzt waren es maximal zwei.

Götzl will - das ist seine Ansage - die Turbulenzen der vergangenen Wochen endlich hinter sich lassen. Denn wochenlang hatte nicht mehr der eigentliche Prozess, hatte nicht die Aufarbeitung der Morde und Anschläge des «Nationalsozialistischen Untergrunds» die Schlagzeilen beherrscht. Stattdessen ging es um Verfahrensfragen, besonders diese: Darf die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ihre ursprünglichen Pflichtverteidiger behalten? Oder gerät der Prozess ins Wanken?

Man konnte zuletzt den Überblick verlieren über die diversen Versuche Zschäpes, den Prozess zu torpedieren und ihre drei Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm loszuwerden. Doch auch mehrere Entpflichtungsanträge (irgendwann auch der Anwälte selbst) und sogar eine Strafanzeige Zschäpes gegen die drei verliefen im Sande.

Trotzdem gab es in dem seit Mai 2013 laufenden Verfahren mit mehr als 220 Verhandlungstagen kürzlich eine Zäsur: Das Gericht bestellte den Münchner Mathias Grasel als vierten Verteidiger. Die Unruhe ist seither massiv gewachsen - und ständig schwingt nun die Frage mit, was Zschäpe und Grasel wohl als nächstes aushecken. All dies würde das Mammutverfahren immer weiter in die Länge ziehen.

Zuletzt war der Prozess eigentlich wieder gut vorangekommen. «Wir haben alle wesentlichen Komplexe durch, angefangen von den Morden über die Sprengstoffanschläge, die Brandstiftung in der Frühlingstraße und auch die Raubüberfälle», sagt Bundesanwalt Herbert Diemer. Es seien aber «jetzt noch viele Kleinigkeiten zu machen».

Dass das lange dauert, hält der Bundesanwalt für normal. «Wir haben keinen Zeugen, der uns sagen kann, so und so war es», erklärt er. «Wir haben Indizien, die müssen alle erhoben werden. Deshalb ist die Länge des Verfahrens im Vergleich zum Verfahrensstoff so ungewöhnlich nicht.»

Und wo steht der Prozess inhaltlich? Haben sich die Vorwürfe gegen Zschäpe und die vier Mitangeklagten bislang bestätigt? Kann Zschäpe am Ende tatsächlich als Mittäterin an allen Taten des NSU verurteilt werden, so wie es ihr die Anklage vorwirft? Ihre Verteidiger sehen das nicht. Es gebe nur eine «ganz dünne Tatsachengrundlage», argumentierte Anwalt Stahl vor kurzem. Diemer dagegen betont: «Bisher haben sich aus meiner Sicht unsere Ermittlungen in der Beweisaufnahme voll widergespiegelt.»

Ins Wanken geraten ist nach Einschätzung von Prozessbeteiligten aber immerhin eine wichtige These der Anklage: Dass die drei mutmaßlichen Neonazi-Terroristen - Zschäpe und ihre mittlerweile toten Kumpane Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt - über die Jahre durchweg zusammengewohnt haben sollen. Und eine Frage, die vor allem Nebenkläger immer wieder aufwerfen: Kann es wirklich sein, dass der NSU ein derart kleiner Dreier-Kreis war?

Fakt ist aber: Mit ihren Störmanövern hat Zschäpe sich geschadet. Schließlich vermittelte sie so das Bild, das die Anklage von ihr zu zeichnen versucht: als manipulative Person, die die Fäden fest in der Hand hält. Zschäpe selbst machte ja öffentlich, was Heer, Stahl und Sturm ihr einmal vorhielten: dass sie sich sozusagen als «Vorsitzende der Verteidigung» geriere. War Zschäpe also auch «Vorsitzende» des NSU?

Diese Frage wird das Gericht nach der Sommerpause weiter versuchen zu ergründen. Viele Mosaiksteine wurden bereits zusammengesetzt, viele fehlen aber auch noch. Am 2. September geht der Prozess weiter.

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Di, 2015-08-04 13:54
München (dpa)

Bayern will Asylbewerber vom Balkan nach sechs Wochen zurückschicken

München (dpa) - Bayern will abgelehnte Asylbewerber aus den Balkan-Staaten innerhalb von vier bis sechs Wochen in ihre Heimat zurückschicken. Diese Zielmarke nannte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag in München. Möglich werden soll das durch die geplanten zwei «Aufnahme- und Rückführungszentren», in denen die Staatsregierung Asylbewerber aus Albanien und anderen südosteuropäischen Staaten gesondert unterbringen will.

Dort sollen sämtliche Verfahrensschritte von der Erstaufnahme bis zur «Rückführung» an einem Ort gebündelt werden. Die erste der beiden Einrichtungen in Manching bei Ingolstadt soll noch im August in den Probebetrieb gehen. Wo die zweite Einrichtung eröffnet wird, soll innerhalb von zwei Wochen entschieden werden. In der Auswahl sind zwei Standorte in Niederbayern und Schwaben.

Eine Frist von vier bis sechs Wochen peilt auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für die Bearbeitung der Asylanträge aus Südosteuropa an.

Di, 2015-08-04 13:05
Rangun (dpa)

Überschwemmungen in Asien mit vielen Todesopfern

Der Monsun bringt in Teilen Asiens jedes Jahr den ersehnten Regen. Doch in Myanmar, Indien, Vietnam und Pakistan regnete es nun zu viel - tödliche Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutsche sind die Folge.

Rangun (dpa) - Ungewöhnlich starker Monsunregen, Erdrutsche und verheerende Überschwemmungen haben in Asien Hunderte Menschen das Leben gekostet. Millionen sind von den Naturgewalten betroffen. In Indien stieg die Zahl der Todesopfer am Dienstag auf 215, wie das Innenministerium mitteilte. Aus dem Nachbarland Pakistan wurden mehr als 100 Tote gemeldet. Im bitterarmen Myanmar waren mehr als 60 Menschen ertrunken oder verschüttet worden; in Vietnam kamen nach offiziellen Angaben mehr als 34 Menschen ums Leben.

In Myanmar kämpften 200 000 Menschen in überfluteten Gebieten ums Überleben. Viele waren in Schulen und buddhistische Klöster geflüchtet. Zahlreiche Regionen seien von der Außenwelt abgeschnitten, hieß es vom UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha). Strom- und Kommunikationsverbindungen, wo überhaupt vorhanden, seien unterbrochen. Mindestens 150 000 Menschen bräuchten Lebensmittel, so Ocha. Es würden auch dringend Trinkwasser, Zelte, Medikamente und Moskitonetze benötigt.

Das Schlimmste könnte sogar noch bevorstehen. Indiens und Myanmars staatliche Meteorologen sagen für die kommenden Tage weiterhin schwere Regenfälle voraus. Schon jetzt sind Tausende Häuser und Brücken zerstört, auch Straßen und Äcker wurden unbenutzbar.

Die Regierung in Rangun warnte Menschen in niedrig gelegenen Regionen vor weiteren Überschwemmungen, da es in höheren Gebieten wieder stark geregnet habe. Das Informationsministerium rief in einigen Gebieten den Notstand aus. Auf seiner offiziellen Facebook-Seite bat die Regierung Myanmars die Vereinten Nationen sowie Geberländer und Hilfsorganisationen um Beistand.

Die Monsunzeit wird von den meisten Menschen in Süd- und Südostasien jedes Jahr herbeigesehnt, da der Regen die Felder wässert und Abkühlung bringt. Oft aber haben die Wolkenbrüche auch schwere Überschwemmungen zur Folge.

In diesem Jahr regnet es wegen der Ausläufer des Zyklons «Komen» in den Ländern an der Bucht von Bengalen besonders stark. Der Wirbelsturm war am Freitag auf die Küste von Bangladesch getroffen, richtete dort aber glücklicherweise nicht so viele Schäden an wie zunächst befürchtet.

Di, 2015-08-04 13:28
Israel (dpa)

Tod in den Flammen - Palästinensischer Großvater hofft auf Frieden Von Ofira Koopmans, dpa

Nach dem tödlichen Brandanschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie bangt der Großvater um seinen Enkel. Er hofft auf die Genesung seiner Lieben - und auf ein Ende der Gewaltspirale.

Ramat Gan, Israel (dpa) - Die letzten Tage sind nicht spurlos an Hussein Dawabsche vorübergegangen. Seit Freitag ist der 51-Jährige seinem Enkelkind nicht mehr von der Seite gewichen. Der vierjährige Ahmed liegt seit dem Brandanschlag auf das Haus seiner Familie im Dorf Duma zwischen Nablus und Ramallah im Krankenhaus. Wegen seiner schweren Verbrennungen hatten die Rettungskräfte ihn per Hubschrauber aus dem Westjordanland in die Klinik im israelischen Tel Haschomer gebracht. Ob Ahmed überlebt, sei noch immer ungewiss, sagt Klinikdirektor Zeev Rotstein.

Es sind allem Anschein nach militante jüdische Siedler, die am Freitagmorgen einen Brandsatz in das Haus schleudern, in dem Ahmeds Familie fest schläft. Vater Saed gelingt es noch, den Jungen vor den Flammen in Sicherheit zu bringen, doch der eineinhalbjährige Ali überlebt das Attentat nicht. Ob Ahmeds Eltern Saed und Riham mit dem Leben davonkommen werden, ist ebenfalls noch ungewiss. Auch sie befinden sich in Israel im Krankenhaus und schweben in Lebensgefahr.

Großvater Hussein Dawabsche wird in jener Nacht von seiner Frau geweckt. Sie sagt ihm, dass das rund anderthalb Kilometer entfernte Haus seiner Tochter im selben Dorf in Flammen stehe. Dawabsche eilt sofort dorthin. Doch es gibt nichts mehr, was er tun kann. «Alles war verbrannt», erinnert er sich. Nun hofft er, dass Ahmed und seine Eltern sich wieder erholen und die Täter vor Gericht kommen. «Das ist alles, worum ich bitte: Dass sie sie kriegen», sagt der Vater von acht Kindern und Großvater von sieben Enkelkindern.

«Wir haben ein Sprichwort, das besagt: «Jemand, der mordet, muss getötet werden.» Sie haben sie verbrannt, also will ich, dass auch sie verbrannt werden.» Sein Zorn richte sich allein gegen die Täter, nicht die Israelis allgemein, sagt Dawabsche. Und trotz des jüngsten Alptraums seiner Familie glaube er an Mäßigung.

«Alles, worum ich bitte, ist, dass es Frieden gibt. Dass keine weiteren Kriege geführt werden. Ich bin gegen das Blutvergießen», beteuert Dawabsche. Doch solange radikale Siedler weiterhin die Möglichkeit hätten, in palästinensische Dörfer zu kommen, werde es solche Zwischenfälle wieder und wieder geben.

Zu den Besuchern der Kinder-Intensivstation im Scheba-Krankenhaus gehören dieser Tage auch israelische Friedensaktivisten. Sie sind geschockt und beschämt über das, was sie als jüdischen Terroranschlag bezeichnen. Selbst der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Ahmed einen Besuch abgestattet.

Gekommen ist auch ein palästinensischer Arzt aus Gaza: Isseldin Abuelaisch hat im Krieg mit Israel zwischen 2008 und 2009 drei Töchter verloren. Er wolle «ermutigen, unterstützen - um zu zeigen, dass das nicht akzeptabel ist». Als Arzt habe er gelernt, dass es einen Moment gebe, in dem Hass anfange, sich wie eine Krankheit auszubreiten, sagt der Gynäkologe. «Wir müssen alle zusammenarbeiten, Israelis und Palästinenser, um das einzudämmen.»

Und obwohl die Dinge sind, wie sie sind, hat sich der Mediziner einen erstaunlichen Optimismus bewahrt. «Es gibt nichts, was auf dieser Welt nicht möglich ist. Alles was man braucht, sind Mut, Glaube, Hoffnung und Einsatz.»

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-08-04 13:22
Celle (dpa)

IS-Anwerber löste Sog unter radikalen Wolfsburger Muslimen aus

Celle (dpa) - Ein vor dem Oberlandesgericht Celle angeklagter IS-Rückkehrer hat geschildert, wie ein Anwerber des Islamischen Staates immer mehr junge Männer in Wolfsburg für die Terrorgruppe begeistert hat. Es sei von einem neuen, gerechten Staat nur für Muslime die Rede gewesen, der Unterstützung brauche, sagte der 27-jährige Ayoub B. in seiner Vernehmung vor Gericht am Dienstag. Der Aufbruch erster radikalisierter Wolfsburger Muslime habe eine Sogwirkung auf andere der Gruppe ausgeübt, so dass immer mehr nach Syrien ausgereist seien.

Bekannt gewesen sei, dass der aus Syrien nach Wolfsburg gekommene Anwerber zunächst eine Al Kaida nahestehende Terrorgruppe unterstützt habe. «Ich würde lügen wenn ich sage, ich bin blind nach Syrien gegangen», sagte der 27-jährige Deutsch-Tunesier, dem es nach eigenen Angaben aber nicht um den bewaffneten Kampf, sondern um das Studium des Islams ging.

Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden mutmaßlichen IS-Heimkehrern Ayoub B. und Ebrahim H. B. (26) die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Ayoub B. ist auch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt, weil er an Kampftrainings teilgenommen und laut Anklage auch zur Waffe gegriffen haben soll. Ebrahim H. B. stand nach den Ermittlungen kurz davor, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu begehen.

Di, 2015-08-04 13:29
Frankfurt/Berlin (dpa)

Ölpreise bleiben auf Dauertief

Seit Mitte 2014 haben die Ölpreise eine rasante Talfahrt hingelegt. Im Frühjahr berappelten sie sich etwas - nur um danach abermals stark einzuknicken. Der Preis des «Schwarzen Goldes» hängt von vielem ab.

Frankfurt/Berlin (dpa) - Rohöl bleibt so billig wie seit langem nicht. In den vergangenen fünf Wochen ist der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent um fast 20 Prozent gefallen und rutschte zu Beginn der Woche erstmals seit Januar wieder unter 50 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Dienstag unterbrachen die Ölpreise vorerst ihre Talfahrt. Experten sehen den Ölmarkt aber weiter unter Druck. Auch die Spritpreise hatten in Deutschland zu Beginn der Ferienzeit nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands zuletzt etwas nachgegeben.

Brent zur Lieferung im September kostete am Dienstag zeitweise wieder leicht über 50 Dollar. Ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) wurde um 77 Cent höher bei 45,94 Dollar gehandelt.

Am Ölmarkt war zwar von einer Gegenbewegung die Rede. Erst am Montag hatten die Ölpreise aber ihren jüngsten Sinkflug beschleunigt und um etwa vier Prozent nachgegeben. Fachleute nannten mehrere Gründe, warum das Preistief anhalten könnte - darunter das unverändert hohe Angebot aus Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Mittlerweile wird das Fördervolumen des Ölkartells auf durchschnittlich mehr als 32 Millionen Barrel pro Tag geschätzt, obwohl die Opec eigentlich nur 30 Millionen Barrel anpeilt.

Auf der Ölnachfrage lastet die konjunkturelle Schwäche Chinas sowie weiterer Schwellenländer. Hinzu kommt der starke US-Dollar, der Erdöl für Abnehmer etwa aus Europa verteuert. Einige Rohstoffexperten wollen weiterhin fallende Ölpreise daher nicht ausschließen. «Die Kombination aus einer schwächelnden Nachfrage aus Fernost und der mehr als auskömmlichen Versorgungslage ist schon als explosive Mischung zu beurteilen», sagte Frederik Kunze von der NordLB.

Der Preis für Opec-Rohöl sank zuletzt weiter. Das Opec-Sekretariat meldete am Dienstag, dass der Korbpreis der Ölsorten des Kartells am Montag bei 48,40 Dollar pro Barrel (159 Liter) gelegen habe. Das waren 2,10 Dollar weniger als am Freitag. Das Kartell berechnet seinen Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten.

Di, 2015-08-04 13:35
Seoul (dpa)

Südkorea: neuer Gesundheitsminister nach Mers-Krise

Seoul (dpa) - Nach Kritik an der Reaktion der südkoreanischen Behörden auf den Ausbruch der Atemwegserkrankung Mers hat Präsidentin Park Geun Hye einen neuen Gesundheitsminister nominiert. Der Arzt Chung Chin Youb vom Krankenhaus der Seouler National-Universität soll das Amt vom bisherigen Ressortchef Moon Hyung Pyo übernehmen, wie das Präsidialamt am Dienstag mitteilte. Chung sei der Richtige, um den öffentlichen Gesundheitssektor zu stabilisieren. Chung muss sich noch Fragen zu seiner Amtstauglichkeit durch einen Parlamentsausschuss stellen.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung den Ausbruch für praktisch beendet erklärt. Am 20. Mai hatte Südkorea den ersten Mers-Fall gemeldet. Seit gut einem Monat trat kein neuer Krankheitsfall mehr auf.

Beim größten Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel starben in Südkorea 36 von 186 Menschen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Die Regierung hatte sich für Fehler zu Beginn des Ausbruchs entschuldigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die rasche Ausbreitung der Viren unter anderem auf mangelnde Kenntnisse über die Krankheit sowie überfüllte Notfallstationen zurückgeführt. Der Mers-Erreger zählt wie der von Sars und bestimmten Erkältungen zu den Coronaviren.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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