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Was Sie über den Klimastreik wissen müssen

Was Sie über den Klimastreik wissen müssen

Am Freitag wird in vielen Ländern gegen die vorherrschende Klimapolitik demonstriert. Wir erklären, was diesen Streik von anderen unterscheidet, wer plant mitzumachen und wie Sie selbst aktiv werden können.

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Mittwoch, 18. September 2019

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Gewalt gegen Um­welt­schüt­zer im Amazonas nimmt zu, Bayern versagt beim Kli­ma­schutz und ein Preis für Greta

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Woche ist gewissermaßen High Noon beim Klimaschutz: Am Freitag will die Bundesregie­rung ihre Vorschläge präsentieren, wie die Klimaziele doch noch erreicht werden können. Im Vorlauf haben die Koalitionsparteien jeweils eigene Ideen erarbeitet, die dann – im besten Fall – in eine Art Masterplan münden sollen. Soweit die Spannungsbogen-Theorie. Jetzt kommt allerdings einmal mehr die Jugend der Politik zuvor – und bringt Letztere in eine gewisse Verlegenheit, wie Klimarepor­ter° berichtet. So hat die bekannte Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim bereits am Wochenende auf ih­rem Kanal „Mailab“ ein Video mit einem schlichten wie schlagkräftigen Titel veröffentlicht: „Klima­wan­del: Das ist jetzt zu tun“. In dem 26-minütigen Clip legt die Chemikerin und Wissenschaftsjourna­lis­tin einen Fünf-Punkte-Plan für eine nachhaltigere Zukunft dar. Der sei wissenschaftlich geprüft und müsse nun dringend von der Bundesregierung angehört werden, fordert Nguyen-Kim.

Eines zumindest hat die Youtuberin im Gegensatz zur deutschen Politik auf jeden Fall verstanden: dass Deadlines angesichts der bereits stattfindenden Klimakatastrophe nicht bis zur letzten Minute mit PR-Palaver ausgereizt werden müssen – sondern gerne mal unterboten werden dürfen.

In diesem Sinne beenden wir den heutigen Newsletter mit einem knackigen: Bis morgen!

Das Team vom Navigator 

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Gewalt gegen Umweltschützer im Amazonas nimmt zu

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Maxciel Pereira dos Santos war 31 Jahre alt, als er am 6. September mit zwei Kugeln in den Kopf ge­tö­tet wurde. Die Arbeitergewerkschaft INA vermutet, dass seine Tätigkeit als Umweltschützer ihn das Leben gekostet hat. „Die kriminellen Netzwerke agieren unter fast vollständiger Straffreiheit im Ama­zonas. Sie bedrohen und attackieren Regenwaldschützer, die sich ihnen in den Weg stellen“, heißt es in einem aktuellen Report von Human Rights Watch. Dem Bericht zufolge nimmt die Gewalt gegen Um­­weltschützer zu: Human Rights Watch hat 28 Tötungen und mehr als 40 Morddrohungen doku­men­tiert, überwiegend aus den vergangenen fünf Jahren. Bei den Opfern der Gewalt gebe es Hinwei­se, dass sie illegalen Brandrodungen im Regenwald im Weg standen, heißt es. Keiner der Morde sei im Nach­gang aufgeklärt worden – Warnungen im Vorfeld seien schlicht ignoriert worden. Ein­zelheiten bei der Tagesschau.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Bayern versagt beim Klimaschutz

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Kaum ein Tag vergeht ohne Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Klimakrise. Mit ihrem Klimakonzept treffe seine Partei das „Mehrheitsgefühl der Bevölkerung“, sagte er kürzlich. Verbal hat die CSU den Klimaschutz schon seit 15 Jahren drauf. Damals schloss die Staatsregierung mit dem Bund Naturschutz die bayerische Klima-Allianz. Doch die Bilanz fällt nicht wirklich gut aus: Der Atomausstieg wird zwar vollzogen, drei der fünf Reaktoren in den bayerischen Atomkraftwerken sind abgeschaltet. Doch der Energieverbrauch stagniert auf hohem Niveau. Seit den Neunzigerjahren summiert er sich im Mittel auf etwa 550 Milliarden Kilowattstunden Primär­ener­gie im Jahr. Und wenn man von der Fotovoltaik absieht, kommt der Ausbau der Erneuerbaren nach einem kurzen Hoch nicht weiter voran. Die Folge: Der CO₂-Ausstoß rangiert auf ho­hem Niveau. Mehr bei der SZ.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Greta Thunberg mit wichtigstem Amnesty-Preis ausgezeichnet

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Greta Thunberg und die Protestbewegung „Fridays For Future“ haben in Washington den wichtigsten Preis von Amnesty International erhalten: Mit dem sogenannten Ambassador of Con­science Award („Botschafter-des-Gewissens-Preis“) ehrt Amnesty Persön­lichkeiten, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte einsetzen.  Die Auszeichnung sei für „all die furchtlosen Ju­gend­lichen, die für ihre Zukunft kämpfen“, sagte die 16-Jährige bei der Verleihung. Vielen Men­schen sei die Verbindung zwischen dem Klimawandel und Migration, Hunger und der Verletzung von Menschenrechten noch immer nicht klar. „Jungen Leuten wird oft gesagt, dass sie die Anführer von morgen sind“, sagte Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo. Er sei froh, dass Thunberg und die vielen anderen jungen Aktivisten darauf nicht gehört hätten. „Wenn sie bis morgen warten, wird es für nie­manden von uns eine Zukunft geben.“ Die Meldung hat Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Verbraucherschützer: Wer sein Auto abmeldet, soll Gratis-ÖPNV-Ticket bekommen

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Trotz Nachhaltigkeitsdebatte setzen die Deutschen einer Datenauswertung von Spiegel Online zu­fol­ge so sehr auf das eigene Auto wie nie zuvor: Anfang 2019 kamen auf 1.000 Ein­wohner 567 Pkw – ein historischer Höchststand. Mit Blick auf die entscheidenden Bera­tungen der Koalition in dieser Woche fordern die Verbraucherzentralen deshalb im Verkehr zusätzliche Anreize für mehr Klima­schutz. Wenn Fahrzeug­halter ihren Wagen für mindestens ein Jahr abmelden oder ver­kaufen, sollten sie einmalig eine Jahreskarte für den lokalen öffentlichen Nahverkehr erhalten, heißt es in einem Po­si­tionspapier des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Außerdem solle die Pendlerpauschale zu einer „sozial gerech­ten Mobilitätspauschale“ umgestaltet werden, die Um­welteigenschaften des Fahrzeugs berücksich­tige und Fahrgemeinschaften fördere. Bei Fernzugtickets und auch Sharing-Diens­ten für Autos oder Räder solle die Mehrwertsteuer auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent sinken. Über die Vor­schläge berichtet der Tagesspiegel/dpa.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Kognitionspsychologie: Warum manche die Klimakrise leugnen

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Wohl jeder kennt Momente, in denen man vor der Wahrheit am liebsten die Augen verschließen möch­te. Andererseits gibt es kaum etwas Frustrierenderes als Diskussionen mit Menschen, die Fak­ten nicht anerkennen wollen. Ein besonders frappierendes Beispiel ist die Klima­katastrophe: Obwohl 99,94 Prozent aller durch Fachkollegen geprüften Artikel zum Thema den menschengemachten Kli­ma­wandel bestätigen, gibt es noch immer Menschen, die ihn leugnen. Bento hat den Kognitionspsy­cho­lo­gen Stefan Schulreich gefragt, wie das zu erklären ist – und wie solche Menschen überhaupt zu erreichen sind. Der Experte sagt: „Wir alle sind immun gegen Fakten – zumindest gegen manche.“ Am ehesten erreiche man Menschen über Emotionen: Indem man den Klimawandel in eine Ge­schich­te verpacke, an die die Skeptiker anknüpfen könnten.

Interview, 4 Minuten Lesezeit

Meinung am Mittwoch: Vor Scheuers Klimaschutz muss sich keiner fürchten

Die Union will einen Klimaschutz, der möglichst keinem weh tut. Verantwortungsvolles Regieren erfordert jedoch, dass man sich traut, den Wählern auch mal etwas zuzumuten.

Die Mutlosigkeit, die die Union bisher an den Tag legt, ist schockierend, findet Zeit-Online-Redakteurin Katharina Schuler.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.19 Klimaanpassung

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.19 Klimaanpassung

Seit dem Hitzesommer 2018 ist klar: Der Klimawandel ist da, und er ist überall. „Überleben in der Heißzeit“ ist ein Heft über die Frage: Gibt es ein richtiges Leben im falschen Klima? Jetzt lesen

Klimaanpassung – 5.19

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Reports / Meinungen / Interviews

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13.Sep 2019

Heraus zum 20. September!

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06.Sep 2019

Hurrikan Dorian löst humanitäre und öko­lo­gi­sche Ka­ta­stro­phe aus

Hurrikan Dorian löst humanitäre und ökologische Katastrophe aus

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Grüner Knopf: Warum das neue Tex­til­sie­gel wenig bringt

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30.Aug 2019

Neues aus der Tierwelt

Einfach tierisch // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal beobachtet sie Tiere aller Art.

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