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„Die Menschen in Europa sollen wissen, dass für ihre Autobatterien Kinder sterben mussten“

„Die Menschen in Europa sollen wissen, dass für ihre Autobatterien Kinder sterben mussten“

Seit ihr Sohn vergiftet wurde, kämpft Phyllis Omido in Kenia gegen die Praxis des Elektroschrott-Recyclings, die Umwelt und Menschen zerstört. Über ihren Weg in den Aktivismus hat die alleinerziehende Mutter nun ein bewegendes Buch geschrieben.

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Montag, 21. Oktober 2019

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Schweiz wird grüner, Kli­ma­wan­del zwingt Zugvögel zu längeren Reisen und der Wortführer von „Fridays for Hubraum“

Liebe Leserinnen und Leser,

heute wird darüber diskutiert, wie man das Fliegen verteuern kann, um mehr Menschen dazu zu bringen, auf klimafreundlichere Art zu reisen. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass Fliegen ein Luxus war, den sich die wenigsten leisten konnten. Schon gar nicht Schüler für ihre Klassenfahrt. Man fuhr mit dem Bus, ob nun ins Hinterland oder nach London. Das hat sich geändert. Im ver­gangenen Jahr wurde für fast jede vierte Klassenfahrt von Berliner Schulen das Flugzeug genommen: 404 von 1.773 Reisen begannen am Airport. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Bil­dung auf eine Parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion hervor, wie die Welt berichtet. Zahlen zum Stirnrunzeln – aber kein Grund, direkt an der Aufrichtigkeit der jungen Klimabewegung zu zweifeln. (Man darf vermuten, dass das politische Kalkül der Anfrage von rechtspopulistischer Seite war.) Aus der Antwort der Senatsverwaltung ergeben sich nämlich keine Daten für das laufende Jahr, in dem „Fridays for Future“ überhaupt erst zu einem Massenphänomen in Deutschland wurde.  

Wir gehen deshalb optimistisch in die neue Woche. Sie hoffentlich auch. Bis morgen!

Das Team vom Navigator 

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Wahl in der Schweiz: Grüne Parteien feiern bestes Ergebnis ihrer Geschichte

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„Ois staht ’s Wasser bis zum Hals“ – „uns steht das Wasser bis zum Hals“: Mit solchen Slogans zogen junge Schweizer im Sommer beim Klimastreik durch die Straßen. Auch bei den Parlamentswahlen am Sonntag war der Klimawandel das entscheidende Thema. Nach dem Rechtsruck vor vier Jahren sorg­ten etwa 5,3 Millionen wahlberechtigte Eidgenossen diesmal für einen Linksruck – maßgeblich dazu bei trugen die beiden Öko-Parteien der Schweiz; sie fuhren jeweils ihr bestes Ergebnis in der Parteigeschichte ein. Zählten die Grünen 2015 noch zu den Wahlverlierern, als sie auf 7,1 Prozent absackten, kamen sie diesmal auf 13,2 Prozent – ein Plus von 6,1 Prozentpunkten. Damit bestätigte sich auf Bundesebene ein Trend, der sich bereits in den kanto­na­len Wahlen ange­deutet hatte: Dort konnten die Grünen seit 2015 mehr als 40 Mandate gewinnen. Die Grünliberalen punkteten zuletzt vor allem in urbanen Gebieten, errangen beispielsweise im Kan­ton Zürich neun zusätzliche Sitze. Auch bundesweit sieht es nun gut aus: 7,8 Prozent, ein Zugewinn von 3,2 Prozentpunkten. SRF20Minuten und Handelsblatt berichten.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Klimawandel zwingt Zugvögel zu längeren Reisen

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Zweimal im Jahr begeben sich Zugvögel auf die Reise. Wenn die Brutsaison endet, ziehen sie ins Win­terquartier – und im Frühjahr dann wieder zurück in ihr Brutgebiet. Weil dort der Frühling aber immer früher beginnt, kommen viele Vögel mittlerweile zu spät, um ein optimales Nahrungsan­gebot für die Aufzucht vorzufinden – und müssen immer weitere Strecken zurücklegen. Für den far­benprächtigen Bienenfresser (Merops apiaster), derzeit vor allem südlich der Alpen anzutreffen, sa­gen Wissenschaftler beispielsweise voraus, dass er in fünf Jahrzehnten etwa tausend Kilometer weiter fliegen muss. Für die Zugvögel steigt damit das Risiko, die Reise nicht zu überleben. Gefahr droht nicht nur durch tödliche Netze und Gewehre. Auch Wetter­kaprio­len können sich in unbekanntem Gelände als fatal erweisen. Zudem fehlt es dort oft an passen­der Verpflegung – fatal, wenn der Bedarf hoch ist, weil kräftezehrende Langstreckenflüge zu leisten sind. Hintergründe bei der FAZ.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Deutsche essen Regenwald auf

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Bis zum Jahresende werden fast 10.000 Quadratkilometer brasilianischer Regenwald verschwunden sein – weil Bauern und Fleischproduzenten verbotene Brandrodungen be­treiben und Wälder in Wei­de- und Ackerland verwandeln. Auch deutsche Konsumenten tragen zur Abholzung bei, wie die Welt unter Berufung auf die Ergebnisse einer internationalen Recherche-Kooperation schreibt. Dem­nach importierten deutsche Han­dels- und Steakhausketten in den vergangenen fünf Jahren mehr als 40.000 Tonnen Rindfleisch von drei brasi­lianischen Fleischkonzernen, die nachweislich an der Abhol­zung des Regen­waldes be­tei­ligt sind. Alle drei bezogen noch 2019 und 2018 Rinder von Farmen, die laut brasilia­ni­schen Um­weltbe­hörden ille­gal Wald in Weideland umwandelten. Handelsdaten zei­gen, welche deut­schen Firmen das Fleisch kauf­ten. Darunter sind der Fleischkonzern Tönnies, die Steakhaus­kette Block House und Händler, die Supermarktketten beliefern.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Wie Finnland bis 2035 klimaneutral werden will

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Die spinnen, die Finnen! Das sagt sogar ihr Ministerpräsident, Sozialdemokrat Antti Rinne. Aber er fügt hinzu, der finnische Wille versetze auch Berge. Und deshalb hat die finnische Regierung voll­mun­dig beschlossen, dass Finnland im Jahre 2035 klimaneutral sein wird: ein ehrgeiziges Ziel – und nur 16 Jahre, um es zu erreichen. Es wäre europäischer Rekord. Wie das gehen soll, zeigt sich exempla­risch in Kalasatama, einem Stadtviertel von Helsinki. Strom und Wärme kommen hier aus erneuer­ba­ren Energien; die Häuser sind mit optimaler Wärmedämmung ausgestattet. Das neue Wohnviertel ver­fügt über ein perfektes Nahverkehrssystem mit U-Bahn und Elektro-Bussen, die Bewohner kö­nnen E-Autos mieten – bloß weg vom Verbrennungsmotor. Alles Wichtige gibt es vor Ort, und auf dem Dach des Einkaufszentrums kann man sogar in einem Park spazieren gehen. ZDF-heute war vor Ort.

Reportage, 3 Minuten Lesezeit
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Evonik macht Lachse zu Vegetariern

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Gut die Hälfte des jährlichen Fisch­konsums stammt mittlerweile aus Zuchtfarmen. Fisch gibt es also genug – nicht aber die nachgefragten gesunden Fettsäuren. Spei­sefische nämlich bilden die Säuren nicht selbst: Sie ernähren sich von kleineren Artgenossen, die ih­rer­seits Plankton fressen, das von Mi­kro­algen lebt – der eigentlichen Omega-3-Quelle. Pro Jahr wer­den deshalb 16 Millionen Tonnen Klein­fische zu Fischmehl sowie -öl verarbeitet und an Zuchttiere verfüttert – ein Sechstel des gesam­ten weltweiten Wildfangs. Die Farmen lösen das Problem der Überfischung also nicht, sie vergrößern es noch. Genau das wollen Evonik und der niederländische Partner DSM mit ihrem Gemeinschafts­unter­nehmen Veramaris ändern. Nach ihren Vorstellungen sollen sich die Zuchtlachse künftig statt von Sardinen und Anchovis von Algenöl ernähren, das Vera­maris seit einigen Wochen industriell herstellt. Aus Fischen, die seit Jahrtausenden Fische fraßen, werden so Vegetarier. Mehr bei der SZ.

Reportage, 4 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Autotuner Christopher Grau, Gründer von „Fridays for Hubraum“

Zum Schrauben kommt Christopher Grau, Besitzer der größten Ford-Tuning-Werkstatt Deutschlands, seit Wochen kaum noch. Das ist bereits seit jenem Septembertag, an dem er auf Facebook mit einem Kumpel „Fridays for Hubraum“ (FFH) gründete, der Fall.

Viele verstehen die Gruppe als Anti-Greta-Revolution. Ein Missverständnis – wie Grau sagt. Die SZ hat den umstrittenen Wortführer besucht.

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18.Okt 2019

Stadt­zu­kunft, Zu­kunfts­stadt

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Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal atmet sie dabei Stadtluft.

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10.Okt 2019

Greta Thunberg braucht keine Aus­zeich­nung

Greta Thunberg braucht keine Auszeichnung

Eine gute Entscheidung: Der Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed, für seine Aussöhnung mit Eritrea – wir gratulieren! Als Favoritin galt Greta Thunberg, der Preis wäre für sie ein schönes Zeichen gewesen – doch sie hat auch ohne Auszeichnung die Welt verändert

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Zehn Gründe, warum Greta Thunberg den Frie­dens­no­bel­preis bekommen sollte

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