Reports / Meinungen / Interviews

Weniger Plastik bei Rewe: Prahlen auf tiefem Niveau

Weniger Plastik bei Rewe: Prahlen auf tiefem Niveau

Alle wollen mitschwimmen auf der großen Ökowelle. Nun schaltet Rewe, Deutschlands zweitgrößter Lebensmitteleinzelhändler, Anzeigen mit dem Slogan „Endlich unverpackt“. Zu früh geworben, finden wir, und kontern mit einer Gegenanzeige.

Weiterlesen
Montag, 17. Juni 2019

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Deutsch­land schließt sich EU-Kli­ma­schutz­zie­len an, Baum­krank­hei­ten breiten sich aus und Fast Food aus Krab­bel­tie­ren

Liebe Leserinnen und Leser,

bei uns ist der Vatertag ja schon ein Weilchen her – in den USA wurde er jedoch erst am vergangenen Wochen­ende begangen. Der National Geographic hat das zum Anlass genommen, sich anzuschauen, wie die Vaterrolle im Tierreich interpretiert wird. So sind uns nordafrikanische Berberaffen nicht nur genetisch ähnlich – Affen­väter geben ähnlich wie ihre menschlichen Pendants gerne mit den Leistungen ihrer Kinder an. Babys gelten in den tierischen Gemeinschaften als Statussymbole und sind der Schlüssel zu sozialen Netzwerken. Sandhühner, heimisch in den Wüsten Namibias, würden dagegen alles für ihre Familien tun. Die Väter fliegen bis zu 200 Kilometer täglich, um für ihren Nachwuchs Wasser ranzuschaffen – dabei nutzen die Vögel ihr Bauchgefieder als Schwamm. Ähnliches lässt sich in gewisser Weise auch über männliche Fadenwürmer sagen: Diese geben mit ihrem Sperma eine Substanz ab, die die Weibchen nach der Geburt sterben lässt. Alles, damit die eigenen Kinder keine geschwisterliche Konkurrenz fürchten müssen.

Mit diesen Wissenshappen für anregende Gespräche entlassen wir Sie in die neue Arbeitswoche. Morgen mehr. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

Mehr
emoji

Deutschland schließt sich EU-Klimaschutzzielen an

mehr

Kurz vor dem EU-Gipfel diese Woche in Brüssel stellt sich auch Deutschland hinter das Ziel einer kli­ma­neu­tralen EU bis 2050. Das geht aus der Rückäußerung Deutschlands für den Europäischen Rat her­vor, die der SZ vorliegt. Darin hat auch der Bund das Zieljahr 2050 für die Klimaneutralität einge­tragen. Im Kreis der Mitgliedstaaten galt Deutschland bislang eher als Bremser. Beim Petersberger Klimadialog Mitte Mai in Berlin hatte Kanzlerin Angela Merkel ihre Unterstützung des Ziels noch davon abhängig ge­macht, dass sich im deutschen Klimakabinett eine „vernünftige Antwort“ findet, wie es sich erreichen lasse. Mit Deutschlands Ja steigt nun die Wahrscheinlichkeit, dass der Rat sich geschlossen hinter das höhere Ziel stellt. SZ-Redakteur Michael Bauchmüller kommentiert: Das Einlenken Deutschlands ist auch ein Erfolg der Straße. Damit würden die Proteste der jungen Generation allerdings nicht überflüssig.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

G20 wollen gegen Plastikmüll im Meer vorgehen – mal wieder, ein bisschen

mehr

Papier, so sagt der Volksmund, ist geduldig. Plastik ist es auch. Viele Kunststoffe, die in die Meere ge­lan­gen, bleiben dort über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen daher nach eigenem Bekunden gegen die Verunreinigung der Gewässer durch Plastikmüll vorgehen. Die Umweltminister der G20-Länder stimmten am Sonntag im japani­schen Karuizawa einem entsprechenden Maßnahmenplan zu. Das Problem: Die Maßnahmen sollen weiter nur auf freiwilliger Basis stattfinden. Die G20-Staaten hatten sich im Übri­gen bereits auf ih­rem Gipfel 2017 in Hamburg auf einen Aktionsplan gegen Meeresmüll geeinigt – und noch immer lan­den US-Forschern zufolge jedes Jahr zwi­schen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen zusätzlichen Plastik­mülls im Meer. Umweltschützer argumen­tie­ren, dass sich das Problem nicht allein durch verbesser­tes Recycling lösen lässt. Nötig sei vor allem eine insgesamt geringere Produktion. Allerdings sieht es danach nicht aus: Bis auf einen klei­nen Knick im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanz­kri­se vor etwa zehn Jahren ist die Produk­tion seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs massiv angestie­gen. Die Meldung hat Spiegel Online.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
emoji

Immer neue Baumkrankheiten breiten sich in Europa aus

mehr

Vielerorts im Rheinland und im Ruhrgebiet kreischen derzeit die Kettensägen. Bergahor­ne müssen dran glauben, weil sie schwer erkrankt sind. Erkrankt an einer sehr anste­cken­den Pilzerkrankung: der aus Nordamerika eingeschleppten Rußrindenkrankheit. Allein in Bonn sind in den vergangenen Mo­na­ten fast 600 Ahorne gefällt worden. Der Krankheitserreger schlummerte wahrscheinlich schon länger unbemerkt im Inneren der Bäume. Der Hitzesommer 2018 hat die Ahorne dann so ge­schwächt, dass sie den Erregern nichts mehr entgegensetzen konnten. Betroffen sind vor allem Wäl­der in den Ballungsgebieten, in denen es noch etwas heißer und trockener war als auf dem Land. Immer neue Baumkrankheiten breiten sich in Europa aus und gefährden den Baumbestand, berichtet der Deutschlandfunk – und nur wenig hilft gegen ihre Ausbreitung.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
emoji

Die Wirtschaftswelt ist plötzlich von Flugscham befallen

mehr

Beim Technologiekonzern Bosch heißt es, man wolle ab 2020 alle dienstlichen Flüge der Mitarbeiter kompensieren. Der Versicherungskonzern Allianz und die Deutsche Bank nutzen dieses Instrument dem­nach schon seit 2012, ebenso die Deutsche Post und die Commerzbank. Und selbst die Lufthansa will „ab sofort“ Ausgleichszahlungen für die Dienstreisen ihrer Mitarbeiter leisten. Immer mehr Fir­men entdecken das Thema für sich – die Kompensation oder der Verzicht auf Flugreisen ist jedoch noch die Ausnahme: „Einen übergreifenden Trend zur Vermeidung von geschäftlichen Flugrei­sen sehen wir bisher nicht“, bestätigt Holger Schmeding. Er leitet die BCD Travel Germany GmbH, einen der weltweit größten Anbieter für Geschäftsreisenmanagement. Dienstreisen seien Muss-Reisen, keine Kann-Reisen, so Schmeding. Wenn möglich, hielten die Unternehmenschefs ihre Mit­arbeiter dazu an, Audio-, Web- oder Video-Konferenzen zu nutzen, zumindest für interne Termine. Andere legen Strecken oder Fahrzeiten fest, bei denen Mitarbeiter zwingend die Bahn nehmen müssen. Hintergründe zum Thema hat der Tagesspiegel.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
emoji

Fast Food aus Krabbeltieren

mehr

Seit Anfang 2018 sind Insekten in der EU als Lebensmittel zugelassen, seit etwa einem Jahr gibt es bei Rewe Insekten-Burger der Marke Bugfoundation – genauer: Insekten-Burger-Patties, also tiefgefrore­ne Bratlinge. Kaufland verkauft seit April Tiefkühl-Patties aus Krabbeltieren von Bold Foods. In etwa jeder zehnten Supermarkt-Filiale liegt also nun ein Lebensmittel für Entomophagen: Insekten­esser. Das ist zwar längst keine Vollabdeckung, aber doch erstaunlich für ein Land, in dem Insekten als Nahrungs­tabu gelten. Tatsächlich sind sie eine gute Fleischalternative: Insekten sind eiweißreich – und ihre Zucht verbraucht nur wenige Ressourcen. Bleibt eine nicht unentscheidende Frage: Wie schmeckt’s? Die taz hat sich an eine Verkostung gewagt. Ergebnis: Ein Supermarkt-Produkt erinnert angenehm an Falafel – ein anderes überzeugt geschmacklich gar nicht.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Armin Nassehi, Soziologe – der genug hat von blanken Klimakonzepten

Warum kommt der Kampf gegen den Klimawandel nicht voran? „Das Problem ist, dass wir nur noch Ziele haben“, sagt der Soziologe Armin Nassehi – „Ziele formulieren kann jeder.“

Klimaforscher machten Politikern Vorgaben, die diese dann unterschrieben, beispielsweise zum CO2-Ausstoß, sagt Nassehi im Gespräch mit der taz. „Aber es gelingt schon deshalb nicht, weil man das Ziel bereits für den Weg hält.“

Daily Navigator abonnieren?

Hier klicken! Jeden Tag die wichtigsten Umweltmeldungen direkt ins Postfach

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

Veggie-Schnitzel, Bio-Trend und Milch-Ersatz: Was wir noch guten Gewissens essen können, ohne Tiere und Natur auszubeuten. Ab sofort im neuen Greenpeace Magazin. Jetzt lesen!

Neues Essen – 4.19

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Hier klicken! Jede Woche der ganz besondere Blick auf aktuelle Umweltereignisse – direkt ins Postfach

Reports / Meinungen / Interviews

Neue Ausgabe
/
Juni 2019

Neues Essen

Neues Essen

Veggie-Schnitzel, Bio-Trend und Milch-Ersatz: Was wir noch guten Gewissens essen können, ohne Tiere und Natur auszubeuten. Ab sofort im neuen Greenpeace Magazin.

insektenschutz
/
05.Jun 2019

Von Mücken und Menschen

Von Mücken und Menschen

Achtung, die Mücken kommen – am Oberrhein droht gar eine Plage. Ein Verein bekämpft die Tiere dort mit dem Insektizid Bti. Es soll nur die Stechmücken töten, doch es mehren sich Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen. 

Newsletter
/
07.Jun 2019

Letzter Aufruf für Reisen zu bedrohten Paradiesen

Last Minute noch schnell ans Ende der Welt // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Wenn es sein muss, auch bis ans Ende der Welt und darüber hinaus.

Europawahl
/
28.Mai 2019

„Wir brauchen ein Mi­nis­te­ri­um zur Rettung der Welt“

„Wir brauchen ein Ministerium zur Rettung der Welt“

Die Grünen haben bei der Europawahl das beste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Wie könnte sich das auf den Klimaschutz auswirken? Ein Interview mit Volker Quaschning, Mitinitiator der „Scientists for Future“ und Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Hier Klicken

Copycat

Von der Natur lernen - etwa von Schmetterlingsflügeln. Wir zeigen Beispiele aus dem aktuellen Heft

Weiterlesen

Bestes für Bello

Welches Fleisch sollte ins Tierfutter? Das fragen wir im Greenpeace Magazin und haben uns angesehen, was bei Hund, Katze & Co. auf dem Teller landet

Weiterlesen

Paradies am Abgrund

Die Idylle täuscht – auf den Malediven richten Millionen Touristen verheerende Umweltschäden an. Ein Zustandsbericht aus dem Greenpeace Magazin

Weiterlesen

À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Köstliche Kartoffel

Köstliche Kartoffel

Gemüse von Welt und Arme-Leute-Essen, zartlila Blüte im Haar von Marie-Antoinette und Treibstoff der Industrialisierung. Solanum tuberosum steckt voller Stärken und ist in jeder Pelle zu Hause

Greenpeace Magazin - Saison: Ruchloses Radieschen

Ruchloses Radieschen

Kein Wurzelgemüse, aber radikal – die rote Radieschenfraktion geht über Leichen, wenn man sie lässt. Es ist an der Zeit, Raphanus sativus var. sativus mit Haut und Laub in die Pfanne zu hauen

Greenpeace Magazin - Saison: Launiger Lauch

Launiger Lauch

Früher Porree-Power im Pyramidenbau, heute Lauch-Lacher auf dem Pausenhof. Egal, durch welche Zeit er geistert – Allium porrum war, ist und bleibt: das Grün in unserer Suppe

Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: Sommer der (Natur-)Liebe

Sommer der (Natur-)Liebe

Klar, solange man beim Open-Air-Vergnügen auf sie achtgibt

Greenpeace Magazin - Geht doch: Gebt der Jugend das Kommando

Gebt der Jugend das Kommando

Darf man Zwölfjährige entscheiden lassen, was mit einer Million Dollar geschehen soll? Dieses Beispiel zeigt: Man muss

Greenpeace Magazin - Geht doch: Wir schämen uns die Erde gesund

Wir schämen uns die Erde gesund

Ist das die Antwort auf den Klimawandel? Immer mehr Schweden empfinden „Flugscham“ – und bleiben am Boden