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"Diese Bewegung kommt nicht aus dem Nichts“

"Diese Bewegung kommt nicht aus dem Nichts“

Sie schwänzen einfach weiter. Seit Monaten gehen weltweit Schüler für das Klima auf die Straße. Entwickelt sich da vielleicht eine neue und nachhaltige Protestkultur? Die Anthropologin Darcy Alexandra sieht Parallelen zu anderen Demonstrationen.

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Mittwoch, 24. April 2019

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Warnung vor Staubstürmen in Berlin, Debatte um Abi-Reisen per Billigflieger und eine Abrechnung mit dem Spargel

Liebe Leserinnen und Leser, 

am vergangenen Montag war Earth Day. Ein Anlass, den diverse Prominente dazu nutzten, in den sozialen Medien ihre Sorge um den Zustand unserer Erde zum Ausdruck zu bringen. Oft verbunden mit eindringlichen Fotos vermüllter Ozeane, verendeter Schildkröten oder versmogter Großstädte. Man kann das nun opportunistisch finden – oder aber pragmatisch sehen: Ein Appell für mehr Umweltschutz ist besser als kein Appell für den Umweltschutz. Womit wir bei US-Präsident Donald Trump wären, der bekanntlich kein Freund wissenschaftlicher Fakten im Generellen und solcher zur Erwärmung der Erde im Speziellen ist. 

Auch Trump ließ anlässlich des Earth Days ein Statement verbreiten. Darin lobt er die „reiche Schönheit“ der Natur und stellt insbesondere die landschaftlichen Segnungen Amerikas heraus (namentlich erwähnt werden die Appalachen und die goldenen Küsten Kaliforniens). Sogar der Begriff „Umweltschutz“ findet Erwähnung – mehr allerdings auch nicht. Die eigene Politik will schließlich auch gebührend gewürdigt sein. Die Mitteilung aus dem Weißen Haus endet mit einem Appell: „I hope all Americans will reflect with gratitude on the glorious blessings and awe-inspiring majesty of our planet.“

Kein Wort zum Klimawandel – da kann einem in der Tat die Kinnlade runterfallen. Bevor dieser Zustand chronisch wird, weisen wir Sie auf ein Thema auf unserer eigenen Seite hin: Dort erklärt die Anthropologin Darcy Alexandra, welche Parallelen sie zwischen den „Fridays for Future“- Protesten und anderen Demonstrationen sieht.

Wir machen für heute den Mund zu – und melden uns morgen wieder zu Wort. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Meteorologen befürchten Staubstürme in Berlin

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Die Osterferien in Berlin dauern noch bis Freitag: 25 Grad sind am Mittwoch drin, am Donnerstag so­gar 26 und am Freitag wohl noch mal 23 Grad. Dann soll es deutlich und wohl auch für längere Zeit kühler werden. Aber bis dahin sind stürmische Zeiten zu überstehen. Und stürmisch heißt auch: stau­big. Welche Folgen es haben kann, wenn starker Wind über noch kahle Felder fegt, zeigte sich auf tragische Weise im April 2011, als in einem Staubsturm auf der Autobahn bei Rostock 60 Autos inei­nan­der rasten. Acht Menschen starben, mehr als 100 wurden verletzt. Am Dienstag und auch am Mittwoch ist wieder Potenzial für solche Staubstürme vorhanden. Da es seit Ende März fast nicht geregnet hat, sind die Böden völlig ausgetrocknet. Zeit Online informiert über das in Deutschland eher seltene Phänomen. Über eine weitere Gefahr in Zusammenhang mit den für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen berichtet ZDF-heute: Deutschlandweit herrscht bereits im April eine hohe Waldbrandgefahr.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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EU-Länder wollen Regeln für Pestizidzulassungen verwässern

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Die meisten EU-Länder wollen, dass bei der Pestizidzulassung die Risiken für Bienen laxer geprüft werden als von der zuständigen Fachbehörde empfohlen. 18 Mitgliedstaaten seien dafür, die „Bienenleitlinien“ von 2013/2014 der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) nur teilweise anzuwenden, teilte die EU-Kommission mit. In einer Stellungnahme heißt es demnach: Man sei zuversichtlich, dass die Länder über eine entsprechende Beschlussvorlage bis „Ende des ersten Halbjahres“ abstimmen könnten. Das bedeutet: Brüssel hält offenbar die nötige Mehrheit für einen Kompromiss gesichert, der Chemiekonzernen wie der Bayer AG weit entgegenkommt. In dem Beschlussentwurf ist die Vorgabe der EFSA-Experten gestrichen, ausführlich zu prüfen, wie die Gifte sich auswirken, wenn Honigbienen mit den Chemikalien über längere Zeit oder wiederholt in Kontakt kommen. Wie bisher solle lediglich die akute, nicht die chronische Giftigkeit bei der Zulassung überprüft werden. Mehr zum Thema bei der taz.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Schüler debattieren über Abi-Reisen mit dem Flugzeug

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No flying for future? Seit Monaten fordern junge Menschen mehr Einsatz für den Klimaschutz. Für „Friday-for-Future“-Demos lassen Schüler den Unterricht sausen. Aber sind sie auch bereit, zuguns­ten des Umweltschutzes bei der eigenen Abi-Fahrt zurückzustecken? Die nach dem Schulab­schluss bei vielen Schülern beliebten Feier-Flugreisen stehen einem WDR-Bericht zufolge zunehmend auf dem Prüf­stand. „Einzelne sind konsequent und verzichten auf Flugreisen. Das könnte sich in die Rich­tung noch weiterentwickeln“, sagt Timon Nikolaou von der nordrhein-westfälischen Landesschü­ler­vertretung. Also lieber irgendwo in der Nähe zelten als mit dem Billigflieger Richtung Mallorca zu jetten? Der Sender hat am Rande eines freitäglichen Schülerstreiks ein Stimmungsbild eingeholt. Für viele Schüler ist eine abgespeckte Abi-Reise demnach mehr als eine Option. „Fliegen ist uns zu klimaschäd­lich“, zitiert der WDR zwei Schülerinnen. Ein anderer Schüler glaubt allerdings, am Ende beugten sich auch die ambitioniertesten Klimaschützer dem Willen der Klasse.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Harley-Davidson will „Führungsrolle“ bei E-Motorrädern übernehmen

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Auf röhrenden Maschinen, tief sitzend, einen breiten Highway entlang donnern – Motorräder der Marke Harley-Davidson stehen wie kaum ein anderes Fahrzeug für den amerikanischen Traum von Freiheit und Abenteuer. Mehr noch: Sie sind ein Symbol Amerikas. Einziges Problem: Immer weniger Amerikaner kaufen eine Harley. Seit Jahren sinken die Umsätze. Binnen fünf Jahren hat sich der Harley-Davidson-Kurs an der New Yorker Börse nahezu halbiert. Um seinen Kundenstamm zu erweitern, will der legendäre Motorradhersteller seine Produktpalette in den kommenden Jahren erheblich erweitern. Doch damit nicht genug: Harley-Davidson hat es sich zum Ziel gesetzt, bei der Elektrifizierung des Zweiradmarkts die Führungsrolle zu übernehmen. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas stellte Harley jüngst sein erstes E-Motorrad vor. Das elektrische Modell „LiveWire“ beschleunigt von 0 auf 97 km/h in 3,5 Sekunden und kommt mit einer Akkuladung im Stadtverkehr maximal 225 Kilometer weit. Alle Hintergründe bei der Tagesschau.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Berlins erste vegane Mensa eröffnet

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Seit Ende März läuft Berlins erste rein vegane Mensa im Testbetrieb. Offiziell eröffnet wurde die Ein­rich­tung auf dem Campus der TU Berlin am Dienstag. Von Mensa-Muff keine Spur: viel Glas, hippe Lampen, Sessel – der Lounge-Bereich, wo Studis vor ihren Laptops sitzen, ist eingerichtet wie eine teure Coffee-Bar. Es brauche heutzutage eine andere Ästhetik, sagt Jana Judisch, Sprecherin des Berliner Studierendenwerks. „Sonst kommen die Studierenden nicht mehr.“ Klar, dass das Studierendenwerk auch mithalten muss bei einem der größten Essenstrends der vergangenen Jahre: pflanzliche Ernährung, teils sogar glutenfrei. Auf dem Speiseplan: Kürbis-Chiasamen-Bratlinge, Asiatisches direkt aus dem Wok, Linsen-Grünkern-Curry, Salate und Süßes. Die nach eigenen Angaben bundesweit erste und bisher einzige vegane Mensa gibt es seit 2017 in Nürnberg; pro Tag werden dort bis zu 200 vegane Essen ausgegeben. Damit ist sie im Vergleich zum Berliner Pendant mit täglich mehr als 4.500 ausgegebenen Essen immer noch ein Nischenangebot. Die ganze Geschichte lesen Sie beim Tagesspiegel/dpa.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Meinung am Mittwoch: Der Spargelkult muss ein Ende haben

Es ist das privilegierteste Gemüse Deutschlands, der alte weiße Mann der Kulinarik: der weiße Spargel. Er darf überall rein und überall ran, es gibt Spargel vom Grill, Spargel aus dem Ofen und aus dem Wok, Spargel an Nudeln, in Risotto, im Salat, Spargel auch einfach mal pur, Spargelreste als Suppe und sogar Spargeleis.

 

Und ja, weißer Spargel ist lecker und gesund, er entwässert und entgiftet – aber er vergiftet auch, findet Spiegel Online-Kolumnistin Margarete Stokowski. Denn der Anbau ist aufwendig. Die Ernte muss extrem pünktlich und unverschämt früh am Tag geschehen. Diese Arbeit wollen die Deutschen dann doch lieber nicht selber machen, sondern überlassen sie traditionell gern Polinnen und Rumänen.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

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Reports / Meinungen / Interviews

Weichspüler-Werbung
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16.Apr 2019

Über-Flüs­sig­keit

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Da rollt was auf uns zu // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal rätselt sie, ob Elektromobilität auch für enge Geh- und Radwege eine gute Idee ist.

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Seit der Jahrtausendwende ist Canis lupus auf Erfolgskurs. Unter den tierischen Rückkehrern ist der Wolf unbestritten der Aufreger Nummer eins.

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