Fr, 2015-05-29 11:15
Hamburg/Berlin (dpa)

«Der Papst und die Mafia»: Ein teuflisches Bündnis Von Klaus Braeuer, dpa

Die katholische Kirche ist nicht frei von Sündern - dies zeigt sich ganz besonders in ihrem Verhältnis zu Verbrechern, die der Mafia angehören. Eine Arte-Dokumentation gibt Einblicke.

Hamburg/Berlin (dpa) - Die Mafia und die katholische Kirche - über die unglückselige Verbindung zwischen der Institution Kirche und dem organisierten Verbrechen hat es schon etliche Filme gegeben. Sehr ausführlich schaut nun eine neue Dokumentation auf Arte hinter die Kulissen: «Der Papst und die Mafia» läuft am Dienstag um 20.15 Uhr.

Die bekanntesten Organisationen sind die Cosa Nostra aus Sizilien und die Camorra aus Neapel. Im Arte-Film geht es aber hauptsächlich um die 'Ndrangheta - sie ist die Vereinigung der kalabrischen Mafia, die in Europa (vor allem in Deutschland und den Benelux-Staaten), Nord- und Südamerika sowie Russland und Australien operiert. Der Name steht für Begriffe wie «Tugend» und «Heldentum», und es gehören derzeit etwa 7000 Mitglieder und etwa 90 Clans dazu.

Die 'Ndrangheta gilt als die mächtigste Mafia-Organisation Europas mit 50 Milliarden Euro Jahresumsatz (überwiegend erzielt mit Drogenhandel und Müllentsorgung). Das entspricht etwa 2,5 Prozent des italienischen Bruttosozialprodukts. In der Schweiz, in Spanien und eben auch in Deutschland wird das Geld aus dem Drogenhandel gewaschen und sodann in weit verzweigte Netzwerke aus Politik und Institutionen gesteckt. Im Zusammenhang mit den Mafiamorden von Duisburg im August 2007 haben Ermittlungen ergeben, dass die 'Ndrangheta insbesondere in Nordrhein-Westfalen über feste Stützpunkte verfügt.

Der Zuschauer erfährt einiges über die geschichtliche Entwicklung Italiens, den Kampf der Kommunisten und der Christdemokraten gegeneinander - und dass Mafiakontakte und Geldwäsche der Vatikanbank viel länger in die Vergangenheit reichen, als bisher bekannt war.

Kirche und Cosa Nostra waren der Doku zufolge während des gesamten Kalten Krieges ein eingespieltes Gespann. Dabei handelte und handelt es sich stets um Gangster, die erst beten und dann schießen. Männer, Frauen und Kinder werden ohne Zögern ermordet. Es wird geradezu erschreckend deutlich, dass nahezu alle diese Verbrecher tief gläubig sind und der Familie einen sehr hohen Stellenwert einräumen.

Der Autor des Filmes, John Dickie (52), ist ein britischer Journalist und Historiker, und er beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit der Geschichte und Kultur Italiens - aber eben auch mit der dortigen organisierten Kriminalität.

Er nimmt den Zuschauer mit in eine Folterkammer, die einem regelrechten Vernichtungslager gleicht, und steigt in das verfallene und gruselige Haus eines ehemaligen Mafia-Bosses ein, der fast 20 Jahre auf der Flucht war, ehe er schließlich verhaftet werden konnte. Das Gemäuer wurde offenbar in aller Eile verlassen. Dickie findet dort Bücher, die auch einem Priester gehören könnten - er stößt im Schlafzimmer auf eine Krippenfigur und ein Souvenir aus Lourdes.

Schließlich stöbert der Dokumentarfilmer einen 600 Quadratmeter großen unterirdischen Bunker auf, in dem Mafiosi wie die Ratten gelebt haben. Er spricht mit Priestern, Richtern und Ermittlern, er zeigt Archivmaterial - ehemalige oder gar aktive Politiker oder Angehörige der Mafia kommen bedauerlicherweise nicht zu Wort.

«Die politische Zweck-Ehe zwischen katholischer Kirche und organisierter Mafia steht vor dem Ende», erklärt Dickie. Als Beleg hierfür dient die Ermordung eines kleinen Jungen und seines Großvaters (einem Drogendealer, der mit den Behörden kollaborieren wollte), was Papst Franziskus zu einer Brandrede veranlasste.

Im Juni 2014 verkündete Franziskus bei einer Rede in Cassano all'iono, der Hochburg der Mafia, die Exkommunikation aller Mitglieder der 'Ndrangheta, weil sie «nichts anderes sind als die Anbetung des Bösen und die Verachtung des Gemeinwesens, und weil sie die Straße des Guten verlassen haben». Doch wie sollen die Kirchenmänner im Vatikan und in den Gemeinden damit umgehen? Eine eindeutige Position fehlt bislang. Und hat dieser Vorgang dazu geführt, dass zumindest ein paar Mafiosi abtrünnig geworden sind? Bekannt ist hierüber nichts.

So scheint es leider immer noch so, dass die Europäer nicht die Gefahr erkennen wollen, die direkt vor ihrer eigenen Haustür steht. Bei diesem nahezu perfekten, aber unheiligen, ja geradezu teuflischen Bündnis aus langer Tradition und schmutzigen Geschäften geht es nur um eines: falsche Frömmigkeit und viel Macht. Die katholische Kirche hat viele Sünden auf dem Gewissen, das Verhältnis zur Mafia ist vermutlich ihre größte.

Fr, 2015-05-29 11:32
Zagreb (dpa)

Kroatische Kriegsveteranen verschanzen sich in Kirche

Zagreb (dpa) - Nach monatelangen Auseinandersetzungen mit der Regierung haben sich 130 kroatische Kriegsveteranen in der historischen Markus-Kirche im Zentrum von Zagreb verschanzt. «Sie können uns nur tot von hier wegbringen», sagte ihr Anführer Djuro Glogoski am Freitag. Die Polizei hat den Platz vor der Kirche, der auch an das Parlament und den Regierungssitz grenzt, abgesperrt.

Die Invaliden aus dem Bürgerkrieg (1991-1995) kampieren seit über 200 Tagen in Zelten vor dem Veteranenministerium am Rande des Zentrums der Hauptstadt. Sie wollen damit den Rücktritt der Ministeriumsspitze erzwingen. Ihnen geht es um eine bessere soziale Absicherung, obwohl sie bisher keine konkreten Forderungen gestellt haben. Das soll mit einem besonderen Verfassungsgesetz festgeschrieben werden.

Die ehemaligen Kämpfer, viele in Rollstühlen, fordern ein Treffen mit Regierungschef Zoran Milanovic. Der lehnt das ab und verweist auf das zuständige Ministerium. Milanovic behauptet, die Veteranen würden von der Opposition gegen die Regierung aufgehetzt. Einige heimische Medien kritisierten einen «schleichenden Staatsstreich» der Invaliden.

Fr, 2015-05-29 11:11
Auerbach (dpa)

Abenteuerspielplatz für Pferde - «Der Mensch ist nur Deko» Von Cathérine Simon, dpa

Es geht über kreuz und quer liegende Äste und Holzstämme, über eine Treppe oder sogar eine schwankende Hängebrücke: Viele Pferdebesitzer probieren sich mittlerweile an sogenannten Extreme Trails. Sie wollen damit Trittsicherheit und Gelassenheit bei Ausritten fördern.

Auerbach (dpa) - Vorsichtig setzt Matti einen Huf vor den anderen. Das Fjordpferd hält die Nase tief über den Boden und sucht sich seinen Weg über die kreuz und quer liegenden Äste selbst. Mattis Besitzerin Sabine Banczyk läuft etwa eineinhalb Meter neben ihrem Pferd her. Nur kurz lässt sie den langen Führstrick in seine Richtung schwingen, als das Pferd ihr etwas zu nahe kommt. Brav geht das achtjährige Tier daraufhin wieder in die Mitte des Hindernisses. Sabine lobt ihr Pferd und führt es weiter.

Die beiden probieren sich an diesem Tag an einem sogenannten Extreme Trail im oberpfälzischen Auerbach. Dabei gilt es, die verschiedensten Übungen zu absolvieren: Vom Stangen-Mikado über Gräben oder Wasserstellen bis zu einer wackelnden Hängebrücke. Der Sinn des Ganzen: Die Trittsicherheit und das Gleichgewicht der Pferde trainieren und das Vertrauen zwischen Mensch und Tier stärken.

«Ich bin viel mit Matti im Gelände unterwegs, mache Wanderritte und so etwas», erzählt Sabine. Dafür trainiert sie hier. Die 35-Jährige ist mit ihrer Freundin Sonja Kriegenhofer zu dem Extreme-Trail-Kurs gekommen. Sonja und ihr Pferd Remo waren schon einmal in einem solchen Park. «Wenn wir im Gelände mal in solche Situationen kommen, wollen wir gewappnet sein», erklärt die 27-Jährige. «Die Schwierigkeit ist vor allem, dass das Pferd auf dem Hindernis in der Mitte bleibt und nicht zu einem rüber kommt», erklärt Sonja.

Um das zu verhindern, sollen die sieben Teilnehmer vor allem ihre Körpersprache einsetzen. «Das ist die Sprache, die Pferde am besten verstehen, denn so verständigen sie sich auch in der Herde», erklärt Parcours-Besitzerin Katja Brendel. Die Menschen sollen lernen, ihre Pferde am langen Seil durch die Hindernisse dirigieren zu können. Ziehen und zerren am Strick ist tabu.

«Der Mensch soll am Ende nur noch wenige Hilfen geben müssen. Er ist eigentlich nur noch zur Deko da, denn die Pferde sollen selbst nach dem besten Weg suchen», ergänzt Brendels Mann Alex Lippert. Viele Reiter störten ihre Pferde jedoch eher, als dass sie ihnen helfen. «Die Reiter sollen lernen, einfach mal loszulassen», sagt Brendel. «Dass sie sich auf ihr Pferd verlassen können.» Was am ersten Kurstag vom Boden aus geübt wird, soll am zweiten Tag dann nämlich auch vom Sattel aus klappen.

Doch nicht jeder Teilnehmer kommt sofort gut mit den knapp 90 natürlichen und gebauten Hindernissen auf der Anlage klar. Manche Pferde passen kaum auf ihre Besitzer auf oder rennen sie sogar um. Brendel hilft einer Frau mit einem eigensinnigen Haflinger. Das Tier läuft immer kurz vor dem Ende der Übung davon. Geduldig geht die 30-Jährige das Hindernis immer wieder mit dem Pferd durch. Ganz langsam, Schritt für Schritt, denn auf Geschwindigkeit kommt es nicht an. «Die Schwierigkeit an den Hindernissen ist, dass der Mensch jederzeit die Kontrolle behält. Er muss das Pferd jederzeit stoppen, drehen oder rückwärts richten können - also immer die Aufmerksamkeit haben», erklärt Brendel.

Ganz billig ist das Vergnügen nicht. Ein Zwei-Tages-Kurs in Auerbach kostet 200 Euro. Dazu kommen Anfahrt und Übernachtung, denn viele Teilnehmer kommen von weit her. Genau das bedauert Wolfgang Schönberger von der Freizeitreitervereinigung VFD. «Viele Leute sind interessiert an solchen Kursen, aber das ist für viele zu kostspielig.» Gerade für viele Wanderreiter seien solche Übungen aber sehr sinnvoll, denn sie kämen auf ihren Routen immer wieder an knifflige Stellen, an denen das Pferd gelassen bleiben muss - «auch wenn es meist nicht gleich Hängebrücken sind», sagt Schönberger.

Etwa zehn solcher Extreme Trails gibt es mittlerweile in Deutschland. Der 2011 eröffnete Park in Herbstein von Andrea Baumbach war nach ihren Angaben der erste dieser Art in Europa. Danach entstanden schnell weitere Parks. Die Extreme Trails stammen aus Amerika, ein Major Defoe vom Oregon Horse Center soll den ersten gehabt haben.

Mit zwei anderen Anlagen in der Nähe von Rosenheim sowie in Schleswig-Holstein hat sich Baumbach inzwischen zur «German Extreme Trail Association» zusammengeschlossen. «Wir haben einige Qualitätsstandards aufgestellt. Wenn bei uns jemand in den Verband möchte, muss er ausgebildeter Trainer sein, und wir nehmen die Anlage auch vorher ab», erklärt Baumbach.

Dabei achte sie vor allem auf die Sicherheit der Hindernisse, die Bodenbeschaffenheit - kein Schotter, sondern Gras oder Sand -, ob genug Platz da ist und wie die Hindernisse gebaut sind. «Die Treppen dürfen nicht zu steil sein und es darf keine beweglichen Hindernisse geben, die eine Verletzungsgefahr bergen.» Ihr komme es weniger auf einen möglichst hohen Schwierigkeitsgrad an als darauf, dass die Pferde durch den Parcours etwa die Muskeln ihrer Hinterbeine und den Rücken stärken. Das kommt dann später auch dem Reiter zugute. «Mein Ziel ist, dass Mensch und Pferd kommunizieren. Dass das Pferd einen nicht einfach umrennt, wenn es eine Übung unheimlich findet. Und das ist schwieriger, als es manchmal aussieht.»

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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der Woche
Fr, 2015-05-29 10:14
Auerbach (dpa)

Mit dem Pferd im Parcours über Stock und Stein

Auerbach (dpa) - Mit dem Pferd über Treppen, Brücken oder Holzstangen: Auf einem Geschicklichkeits-Parcours in Auerbach in der Oberpfalz können Reiter die Trittsicherheit und Geländegängigkeit ihrer Tiere schulen. Auch das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd soll gefördert werden. Etwa zehn solcher «Extreme Trails» gibt es mittlerweile in Deutschland. Die Idee stammt aus Amerika.

Lenken sollen die Besitzer ihre Pferde im Park vor allem mit Hilfe ihrer Körpersprache. Sie sollen lernen, ihre Pferde am langen Seil durch die Hindernisse zu dirigieren.

«Der Mensch soll am Ende nur noch wenige Hilfen geben müssen. Er ist eigentlich nur noch zur Deko da, denn die Pferde sollen selbst nach dem besten Weg suchen», sagt Park-Besitzer Alex Lippert.

Ein Zwei-Tages-Kurs in Auerbach kostet 200 Euro. Dazu kommen Anfahrt und Übernachtung.

Fr, 2015-05-29 10:44
Damaskus (dpa)

Syriens Regime verliert letzte Stadt in der Provinz Idlib

Damaskus (dpa) - Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben ihre letzte strategische Position in der nördlichen Provinz Idlib an islamistische Rebellen verloren. Das syrische Militär habe sich nach schweren Kämpfen aus der Kleinstadt Ariha zurückgezogen, meldete das staatliche syrische Fernsehen am Freitag.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits in der Nacht zuvor berichtet, dass das islamistische Rebellenbündnis, dem auch die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front angehört, Ariha eroberte.

Die Islamisten-Allianz Dschaisch al-Fatah hatte bereits Ende März die Provinzhauptstadt Idlib und Ende des Vormonats die Stadt Dschisr al-Schogur eingenommen. Mit der Kontrolle über Ariha verfügen die Dschihadisten nunmehr über ein Einfallstor in die Mittelmeer-Provinz Latakia, eine Hochburg des Assad-Clans und anderer Regime-Größen.

Fr, 2015-05-29 10:28
Emden (dpa)

Emder Nordseewerke beantragen Insolvenzverfahren

Der Niedergang einer ehemaligen Traditionswerft setzt sich fort. Die Umstellung vom Schiffbau auf Großbauteile für Offshore-Windkraftanlagen hat den Nordseewerken in Emden nicht geholfen.

Emden (dpa) - Die ehemalige Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden hat einen Insolvenzantrag gestellt. Grund sei die demnächst drohende Zahlungsunfähigkeit des Offshore-Zulieferers, sagte Geschäftsführer Thierry Putters am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben darüber soeben Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall informiert.» Das Verfahren solle in Eigenverwaltung erfolgen. Betroffen seien 188 Mitarbeiter, von denen 80 Prozent bereits seit September 2014 in Kurzarbeit seien. Der Antrag wurde beim Insolvenzgericht in Aurich eingereicht.

Die Mitarbeiter sollen bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens drei Monate Insolvenzgeld erhalten. Mit der offiziellen Eröffnung des Verfahrens sei Anfang August zu rechnen, teilte die Geschäftsführung über eine Kölner Anwaltskanzlei mit. Nun werde intensiv geprüft, ob es Perspektiven für eine Fortführung des Unternehmens gebe.

Die 1903 gegründete Werft war 2010 vom Stahlunternehmen Siag Stahl übernommen worden. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft stieg 2013 die DSD Steel Group aus dem Saarland in Emden ein. Das letzte Schiff war dort Ende 2009 vom Stapel gelaufen. Danach stellten die Nordseewerke die Produktion auf Gründungselemente für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen um.

Die politischen Rahmenbedingungen seien jedoch von erheblichen Unsicherheiten über die Förderung der Offshore-Windenergie nach 2020 geprägt, hieß es aus dem Unternehmen weiter. So reagierten Kraftwerksprojektierer und -betreiber abwartend angesichts der mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsvorläufe für Offshore-Windkraftwerke. Dadurch verzögerten sich die Auftragsvergaben.

In Spitzenzeiten hatte die Werft 5000 Beschäftigte, unter DSD Steel nur noch 240. «Das ist der traurige Höhepunkt der Entwicklung der letzten sieben Jahre», sagte Michael Hehemann von der Gewerkschaft IG Metall in Emden. Dabei habe die derzeitige Geschäftsführung viel Vertrauen verspielt, kritisierte der Gewerkschafter. Die Unternehmensleitung können mit der Marktlage nicht eigene Versäumnisse rechtfertigen.

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Fr, 2015-05-29 10:03
Kiew (dpa)

Steinmeier zu Besuch in Ukraine

Kiew (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am Freitag zu einem zweitägigen Besuch in der Ukraine eingetroffen. Zum Auftakt standen in Kiew Treffen mit Präsident Petro Poroschenko und Regierungschef Arseni Jazenjuk auf dem Programm. Dabei geht es insbesondere darum, die Umsetzung der Friedensvereinbarungen von Minsk voranzubringen. 

Am Samstag will Steinmeier in die Industriemetropole Dnipropetrowsk weiterreisen, die in der Nachbarschaft der Konfliktgebiete im Osten des Landes liegt.

Steinmeier warnte vor einem Wiederaufflammen der schweren Kämpfe. «Die Krise ist bei weitem noch nicht gebannt», sagte der SPD-Politiker. «Die ständigen Verstöße gegen die Waffenruhe bergen immer noch die Gefahr einer erneuten militärischen Eskalation, die alle unsere Bemühungen um eine Entschärfung zunichtemachen würde.»

Weiteres Thema ist die Sorge vor einer Staatspleite. Die Ukraine ist auf Milliardenzahlungen aus dem Ausland angewiesen.

Für Steinmeier ist es die erste Ukraine-Reise in diesem Jahr. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit war er dort aber schon sechsmal zu Besuch. Zudem war er in den vergangenen Monaten mehrfach Gastgeber für Krisengespräche der Ukraine mit Russland.

Fr, 2015-05-29 10:45
Tokio (dpa)

Spektakulärer Vulkanausbruch in Japan - Alle Bewohner in Sicherheit Von Lars Nicolaysen, dpa

Erdbeben, Tsunami, Vulkanausbrüche - Die Japaner leben wie auf Pulverfässern. Dass diese zu jeder Zeit mit Urgewalt plötzlich explodieren können, zeigen die dramatischen Bilder vom Ausbruch eines Vulkans im Südwesten des Landes. Tote gab es diesmal zum Glück keine.

Tokio (dpa) - Mit einer spektakulären Explosion ist im Südwesten Japans der Vulkan Shindake ausgebrochen. Mehr als neun Kilometer türmten sich die dicken schwarzen Aschewolken über dem Krater auf der Insel Kuchinoerabu in den Himmel, wie dramatische Videobilder im japanischen Fernsehen zeigten. Alle 137 Bewohner der rund 1200 Kilometer südwestlich von Tokio gelegenen Insel blieben unversehrt und wurden mit Fähren und der Küstenwache auf die nahegelegene Insel Yakushima in Sicherheit gebracht, wie die Regierung bekanntgab. Ein 72-jähriger Mann wurde mit Verbrennungen an der Stirn behandelt.

Der Knall durch den explosionsartigen Ausbruch sei «enorm laut» gewesen, schilderte eine Bewohnerin. Ein Strom aus vulkanischer Asche, Lavafragmenten und Gasen glitt den Hang des 650 Meter über dem Meeresspiegel aufragenden Vulkans herab und erreichte die Küste, wie die Meteorologische Behörde mitteilte. Sie warnte vor einer weiteren möglichen Eruption. Zuletzt war der Vulkan im August 2014 ausgebrochen. Damals mussten 87 Menschen von dort fliehen. «Diesmal war das Ausmaß viel größer gewesen», sagte eine Bewohnerin. Die Regierung berief einen Krisenstab ein und schickte Schiffe und Helikopter der Küstenwache und des Militärs in die Region.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt grenzt an den «Pazifischen Feuerring». An diesem Gürtel liegt etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane auf der Welt. Der Vulkangürtel umgibt den Pazifischen Ozean wie ein Hufeisen. Im vergangenen September war es am Vulkan Ontake in Zentraljapan zum bisher folgenschwersten Ausbruch der Nachkriegsgeschichte gekommen. 57 Leichen wurden geborgen, wobei noch immer sechs Opfer vermisst werden. Auch in der Tourismusregion Hakone unweit der Hauptstadt Tokio haben die Behörden seit einigen Wochen erhöhte seismische Aktivitäten am dortigen Berg Hakone registriert.

Der Erdboden hatte sich dort in diesem Monat um bis zu 15 Zentimeter angehoben. Daher wurde das Gebiet um die vulkanischen Thermalquellen von Owakudani bei dem Berg vorübergehend zu einer Sperrzone erklärt. Es bestehe die Gefahr eines kleineren Vulkanausbruchs in Form einer Wasserdampfexplosion, hieß es. Experten halten es für möglich, dass das verheerende Erdbeben vom März 2011 im Nordosten des Landes mit einer Stärke von 9,0 erhöhte vulkanische Aktivitäten ausgelöst haben könnte. Durch das Beben und einen gewaltigen Tsunami waren damals rund 18 500 Menschen ums Leben gekommen. Im Atomkraftwerk Fukushima kam es zu Kernschmelzen. Trotz der Gefahr durch Erdbeben und Vulkane will die Regierung in Kürze die ersten nach der Katastrophe abgeschalteten Atomkraftwerke im Lande wieder ans Netz bringen.

Fr, 2015-05-29 10:13
Emden (dpa)

Emder Nordseewerke beantragen Insolvenzverfahren

Die Niedergang einer ehemaligen Traditionswerft setzt sich fort. Die Umstellung vom Schiffbau auf Großbauteile für Offshore-Windkraftanlagen hat den Nordseewerken in Emden nicht geholfen.

Emden (dpa) - Die ehemalige Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden hat einen Insolvenzantrag gestellt. Grund sei die demnächst drohende Zahlungsunfähigkeit des Offshore-Zulieferers, sagte Geschäftsführer Thierry Putters am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben darüber soeben Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall informiert.» Das Verfahren solle in Eigenverwaltung erfolgen. Betroffen seien 188 Mitarbeiter, von denen 80 Prozent bereits seit September 2014 in Kurzarbeit seien. Der Antrag wurde beim Insolvenzgericht in Aurich eingereicht.

Die Mitarbeiter sollen bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens drei Monate Insolvenzgeld erhalten. Mit der offiziellen Eröffnung des Verfahrens sei Anfang August zu rechnen, teilte die Geschäftsführung über eine Kölner Anwaltskanzlei mit. Nun werde intensiv geprüft, ob es Perspektiven für eine Fortführung des Unternehmens gebe.

Die 1903 gegründete Werft war 2010 vom Stahlunternehmen Siag Stahl übernommen worden. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft stieg 2013 die DSD Steel Group aus dem Saarland in Emden ein. Das letzte Schiff war dort Ende 2009 vom Stapel gelaufen. Danach stellten die Nordseewerke die Produktion auf Gründungselemente für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen um.

Die politischen Rahmenbedingungen seien jedoch von erheblichen Unsicherheiten über die Förderung der Offshore-Windenergie nach 2020 geprägt, hieß es aus dem Unternehmen weiter. So reagierten Kraftwerksprojektierer und -betreiber abwartend angesichts der mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsvorläufe für Offshore-Windkraftwerke. Dadurch verzögerten sich die Auftragsvergaben.

In Spitzenzeiten hatte die Werft 5000 Beschäftigte, unter DSD Steel nur noch 240. «Das ist der traurige Höhepunkt der Entwicklung der letzten sieben Jahre», sagte Michael Hehemann von der Gewerkschaft IG Metall in Emden. Dabei habe die derzeitige Geschäftsführung viel Vertrauen verspielt, kritisierte der Gewerkschafter. Die Unternehmensleitung können mit der Marktlage nicht eigene Versäumnisse rechtfertigen.

Fr, 2015-05-29 10:15
Hamburg (IFAW)

App hilft Islandtouristen Wale zu schützen

Mit der kostenlosen App „Whappy“ können Nutzer herausfinden, welche Restaurants kein Walfleisch verkaufen, wo es walfreundliche Souvenirs gibt, wo Whalewatching-Unternehmen sind und welche Wal- und Delfinarten rund um Island zu sehen sind sowie einige Informationen zu ihnen.„Die App hilft Touristen walfreundliche Entscheidungen zu treffen und ermöglicht ihnen, Island ohne einen schlechten Geschmack im Mund verlassen“, erklärt Sigursteinn Masson, IFAW-Campaigner in Island. „Die Anzahl der Zwergwale, die in Island getötet werden hängt nämlich direkt von der Anzahl der Touristen ab, die Walfleisch in Restaurants essen. Denn heutzutage essen nur noch wenige Isländer Walfleisch“.

Noch 2009 gaben 40 Prozent der Touristen an, Walfleisch probiert zu haben. 2014 waren es dank der Aufklärungsarbeit durch den IFAW nur noch 18 Prozent. Zusätzlich werden Restaurants, die Walfleisch von ihrer Karte gestrichen haben, mit einem Aufkleber als „Whale friendly“ ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit IceWhale, der Vereinigung der isländischen Whalewatching-Unternehmen, führt der IFAW seit 2010 jeden Sommer die Kampagne „Meet us, don’t eat us“ durch. Freiwillige informieren vor allem Touristen über den Walfang und den Konsum von Walfleisch. Der IFAW initiierte die Kampagne, nachdem deutlich war, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Isländer regelmäßig Walfleisch isst (laut der letzten Meinungsumfrage dazu durch ‚Gallup‘ essen gerade 3% der Isländer regelmäßig Walfleisch) und Touristen einen signifikanter Anteil des Walfleisches konsumieren.

„Wir hoffen natürlich, dass Touristen wie Reiseveranstalter unsere App nutzen und damit Islandbesuchern einen walfreundlichen Aufenthalt hier ermöglichen“, so Masson weiter, „schließlich ist Island eine der besten Orte in Europa, um Wale und Delfine zu beobachten.“

Whappy, die App gibt es kostenlos im Google Play Store und im App-Store von Apple.

Fr, 2015-05-29 09:28
Friesoythe (dpa)

Babyfreundschaft zwischen Mensch und Gibbon Von Elmar Stephan, dpa

Was tun, wenn eine Gibbon-Mama sich nicht mehr um ihr Junges kümmern will? In einem Tierpark in Niedersachsen kümmert sich ein Tierpfleger um das drei Monate alte Menschenaffenkind, als Ersatzmutter.

Friesoythe (dpa) - Wenn Tierparkchefin Alexandra Grothaus sich morgens mit ihrem Obertierpfleger zur Dienstbesprechung trifft, sind die Kinder mit dabei. Grothaus' sechs Monate alte Tochter Viktoria sitzt auf dem Schoß von Mama. Und Tierpfleger Ralf Haidenkummer hält Lui im Arm - ein drei Monate altes Gibbon-Baby. Die Mutter von Lui konnte das kleine Äffchen nicht aufziehen. Haidenkummer sprang ein - und hat seitdem den Anfang März geborenen Lui Tag und Nacht bei sich. «Er hatte die meiste Erfahrung mit der Handaufzucht», sagt Grothaus.

Lui sei nach etwa vier Wochen von seiner Mutter aufgegeben worden, erzählt Grothaus. «Wir haben festgestellt, dass sie zu wenig Milch hatte.» Das Tierpark-Team habe versucht, den jungen Affen wieder zur Mutter zu geben. «Es hat auf dem Boden gelegen, dann kam es zum Aufwärmen in den Inkubator», sagt die Geschäftsführerin des Tier- und Freizeitparks Thüle bei Friesoythe im Kreis Cloppenburg.

Die Mutter habe ihr Junges aber immer wieder fallen lassen. Da stellte sich die Frage: Was tun? Der Natur ihren Lauf zu lassen, hätte den Tod des kleinen Lui bedeutet. Das wollte keiner - so sprang Haidenkummer ein.

Interessant seien die Parallelen in der Entwicklung zwischen dem Menschenkind Viktoria und dem Menschenaffenkind Lui, erzählt Grothaus. «Die Morgenbesprechungen nutzen wir häufig, dass wir Fläschchen geben.» Beide bekommen übrigens dieselbe Milch, wenn auch aus verschiedenen Fläschchen.

Der kleine Gibbon entwicklt sich zurzeit etwas schneller, wie die Tierparkchefin sagt. Die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier sei verblüffend. Lui mache inzwischen erste Gehversuche - auch Gibbons können auf zwei Beinen laufen. «Es sieht zwar im Moment eher so aus, dass er mehr hüpft, als dass er geht, aber er versucht schon ein bisschen was.» Auch bei ihrer Tochter bemerke sie Versuche, sich aufzurichten.

Beide Kinder fänden auch immer mehr Interesse aneinander. «Anfangs waren sie sehr zurückhaltend. Jetzt fassen sie dem anderen ins Gesicht, genauso, wie das Kinder auch machen würden.» Lui und Viktoria würden forscher, fallen den Erwachsenen auch schon mal ins Wort. «Das macht der Affe genauso wie das Kind.»

Haidenkummer kann natürlich nicht den ganzen Tag Lui mit sich herumtragen, auch wenn seine natürliche Mutter das tun würde. Ab und zu schmiegt sich das kleine Gibbon-Baby an eine Stoffpuppe. Haidenkummer geht mit Lui auch regelmäßig ins Affen-Gehege, damit er nicht den Kontakt zu seinen Artgenossen verliert.

Wichtig sei, dass Menschen, Affen und alle Säugetiere in ihren ersten Lebensmonaten Bindungsfähigkeit aufbauen können, sagt der Direktor des Osnabrücker Zoos, Michael Böer. «Es muss von einem Lebewesen betreut werden, es muss Wärme spüren, den Herzschlag spüren, das ist ganz wichtig», sagt er. Ebenso wichtig sei es für die weitere Entwicklung, dass das Sozialverhalten von seinen Artgenossen gelernt werde. «Es ist wichtig, dass in dieser Prägungsphase andere Affen zur Verfügung stehen», sagt der Zoodirektor. Auch später sei die Prägung durch Artgenossen wichtig für die Sexualentwicklung.

Falle die leibliche Mutter aus, sei die Handaufzucht zu befürworten, sagt Böer. «Man beschützt das Leben des Jungtieres, und auch Artenschutzaspekte muss man berücksichtigen.» Alle Menschenaffen seien heutzutage vom Aussterben bedroht. «Da geht es um jedes Individuum, was man erhalten muss.»

Dass sich ihr Mitarbeiter Haidenkummer nun Tag und Nacht sieben Tage die Woche um Lui kümmern muss, akzeptiere auch seine Familie, sagt Grothaus. «Seine Frau ist sehr verständnisvoll.» Tierpfleger sei kein normaler Büroberuf. «Dafür entscheidet man sich schon bewusst.»

Fr, 2015-05-29 09:27
Kundus (dpa) 

Von Taliban entführter Deutscher in Nordafghanistan freigelassen

Kundus (dpa) - Ein in Afghanistan entführter deutscher Entwicklungshelfer ist am Freitag im Norden des Landes von den radikalislamischen Taliban freigelassen worden. Der Mann sei in guter Verfassung und habe lediglich über Bauchschmerzen geklagt, sagte ein Sprecher der afghanischen Polizei.

Der 45-Jährige, der bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) beschäftigt ist, war vor rund anderthalb Monaten bei einer Taxifahrt in der Provinz Kundus verschleppt worden. Er wurde nach seiner Freilassung am frühen Freitagmorgen zu einem Regionalflughafen im Bezirk Char Darah gebracht, wo er von deutschen Soldaten vom Stützpunkt Masar-i-Scharif in Empfang genommen wurde.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Fr, 2015-05-29 09:39
Emden (dpa)

Emder Nordseewerke beantragen Insolvenz

Emden (dpa) - Die ehemalige Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden hat einen Insolvenzantrag gestellt. Grund sei die demnächst drohende Zahlungsunfähigkeit, sagte Geschäftsführer Thierry Putters am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben darüber soeben Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall informiert.» Das Insolvenzverfahren solle in Eigenverwaltung erfolgen. Betroffen seien 188 Mitarbeiter, von denen 80 Prozent bereits seit September 2014 in Kurzarbeit seien. Die 1903 gegründete Werft war 2010 vom Stahlunternehmen Siag Stahl übernommen worden. Nach dessen Insolvenz stieg 2013 die DSD Steel Group aus dem Saarland ein. Die Nordseewerke produzierten zuletzt Gründungselemente für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen.

Fr, 2015-05-29 09:25
Düsseldorf/Berlin (dpa)

Wenig Freude am Tag der Milch: Bauern beklagen zu niedrige Preise Von Rolf Schraa, dpa

Beim «Tag der Milch» rührt die Branche kräftig die Werbetrommel. Doch hinter den Kulissen kämpfen viele Bauern um ihre Existenz. Der Handel setzt sie unter starken Preisdruck, ein Bauernsprecher sieht schon Parallelen zum «Milchkampf» von 2008/2009.

Düsseldorf/Berlin (dpa) - Kälberstreicheln, Milchkannenkegeln und zum Abschluss in vielen Höfen ein kostenloses Glas Milch - Deutschlands Milchbauern und Molkereien werben am nächsten Montag (1. Juni) wieder mit einem bundesweiten Tag der Milch. Dabei ist das Bild hinter den malerischen Sonnenblumen-Werbeplakaten wenig romantisch: Die Preise sind zuletzt deutlich gefallen, das Hofsterben geht fast ungebremst weiter: Allein von Mai bis November 2014 machten laut Statistischem Bundesamt bundesweit 1200 Milchviehbetriebe zu.

Die Erlöse der Bauern sind nach zwei starken Jahren 2013 und 2014 mit an die 40 Cent pro Liter Milch geradezu abgestürzt, ohne dass schnelle Entlastung in Sicht wäre. Sie lägen schon unter 30 Cent und fielen weiter, sagt der Marktexperte Erhard Richarts vom Informations- und Forschungszentrum der Ernährungswirtschaft. «Das kehrt sich nicht so schnell um. Die Baisse verfestigt sich.»

Die Milcherzeuger stehen unter enormem Druck durch die großen Handelsketten. Bei der jüngsten Verhandlungsrunde hätten die Ketten die Frischmilchpreise um rund zehn Prozent gedrückt, klagt der Deutsche Bauernverband. Die Discounter senkten danach Anfang Mai die Preise für Milch, Butter und Sahne teils erheblich - etwa für das 250-Gramm-Paket-Markenbutter von 99 auf 89 Cent und für den Liter Vollmilch von 59 auf 55 Cent.

Das freut viele Verbraucher. Aber die Kosten der noch rund 75 000 deutschen Milchbauern seien mit diesen Erlösen kaum noch zu decken, kritisiert der Bauernverband. Schließlich erforderten die hohen Qualitätsstandards und ein moderner Tierschutz erhebliche Investitionen.

Den europaweiten Wegfall der Milchquoten seit dem 1. April sehen Experten nicht als direkte Ursache für den Preisabsturz. Anders als in Nachbarländern wie den Niederlanden oder Polen seien die deutschen Produktionsmengen nicht auffällig angestiegen, sagt der Marktanalyst Andreas Gorn von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Dennoch herrscht Milch-Überfluss in Deutschland: Schon 2013 produzierte die Branche fast ein Fünftel mehr als für den eigenen Bedarf nötig.

Auf einem gesättigten Markt hielten sich die Erzeuger von Milchprodukten wie Butter, Käse, Milchpulver oder Yoghurt mit ihren Bestellungen bei den Molkereien derzeit zurück, weil sie auf noch weiter fallende Preise spekulierten, sagt Gorn.

Drei Cent pro Liter bleibe den Milchbauern im bundesweiten Schnitt aktuell noch an Erlös, rechnet Hans Foldenauer vom Bundesverband deutscher Milchviehhalter vor - für Arbeitslohn, Kapitaldienst, Erhalt der Gebäude, Investitionen und den notwendigen Betriebsgewinn viel zu wenig. Die Situation ähnele langsam dem Milchpreiskampf von 2008/2009, als Bauern europaweit mit Lieferboykott-Aufrufen und Traktorsternfahrten gegen massiven Preisdruck des Handels demonstriert hatten. Zum Tag der Milch wollen die Bauern mit Mahnfeuern zum Beispiel in Ulm auf ihre Misere aufmerksam machen.

Das Sterben der Höfe dürfte sich angesichts der schlechten Erlöse wieder deutlich beschleunigen, erwarten alle Experten. Vor allem Nebenerwerbs-Landwirten im Süden droht damit in großer Zahl das Aus.

Fr, 2015-05-29 10:00
Hamburg (Greenpeace e.V.)

Klima- oder Kohlekanzlerin? Entscheiden Sie sich, Frau Merkel

Für mehr Einsatz der Bundeskanzlerin zum Schutz des Klimas gehen deutschlandweit Greenpeace-Aktivisten am morgigen Samstag, den 30. Mai, in 60 Städten auf die Straße. Die Umweltschützer fordern von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ihren internationalen Versprechungen endlich national Taten folgen zu lassen und einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft anzukündigen. Unter anderem in Berlin, Köln und Dresden fragen sie auf Bannern: „Klima- oder Kohlekanzlerin?“ und sammeln Unterschriften. Die deutschen Proteste sind Teil eines globalen Aktionstages gegen Kohle und Atom in mehr als 40 Ländern. „Die Kanzlerin findet große Worte auf der internationalen Klima-Bühne. Wenn es um Entscheidungen im eigenen Land geht, sieht sie aber stillschweigend zu, wie die Kohlelobby den Klimaschutz sabotiert“, sagt Susanne Neubronner, Energie-Expertin von Greenpeace.Deutschland wird sein Klimaziel im Jahr 2020 nur dann erreichen, wenn die Kohleverstromung deutlich reduziert wird. Doch um die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgeschlagene Klimaabgabe auf alte Kohlekraftwerke ist Streit entbrannt. Kohlekonzerne, Gewerkschaften und der Wirtschaftsflügel der CDU blockieren die notwendige Drosselung der Klimakiller. Unter dem massiven Druck scheint sich Gabriel nun der Kohlelobby zu beugen. Sein neuer Vorschlag: Der Kraftwerksbereich soll nur noch 16 Millionen Tonnen CO2 einsparen statt der ursprünglich vorgesehen 22 Millionen Tonnen. So verfehlt die Bundesregierung jedoch ihr Klimaziel und blamiert sich beim kommenden G7-Gipfel im bayerischen Elmau. Anfang Juni beraten dort die sieben größten Industriestaaten über Klimaschutz. Das Ergebnis gilt als wichtiges Signal für den Weltklimagipfel Ende 2015 in Paris.

36 Kohlekraftwerke können sofort abgeschaltet werden

Dabei benötigt Deutschland einen Großteil der schmutzigen Kohlekraftwerke gar nicht mehr für eine gesicherte Energieversorgung, wie Greenpeace kürzlich mit einer Studie belegte ( http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/sauberer-p....). Durch den stetigen Ausbau der Erneuerbaren Energien könnten die 36 ältesten Kohlemeiler sofort vom Netz gehen. „Es zeigt sich immer klarer, dass der Bundeskanzlerin die Profitinteressen einzelner Energiekonzerne wichtiger sind als der Klimaschutz“, kritisiert Neubronner. Ihren Wirtschaftsminister Gabriel läßt Merkel seit Wochen mit seinen Vorschlägen für die Klimaabgabe im Regen stehen. „Merkel muss erklären, wie sie in Deutschland CO2 einsparen will. Nur so hat sie als Gastgeberin die Chance, den G7-Gipfel zu einem internationalen Erfolg für das Klima zu führen“, so Neubronner.
 

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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