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Di, 2015-08-04 07:44
Singapur (dpa)

Rohöl erholt sich leicht von erneutem Preisrutsch

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben sich am Dienstag leicht von ihren deutlichen Preiseinbußen vom Vortag erholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 49,68 US-Dollar. Das waren 16 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 29 Cent auf 45,46 Dollar. Brent-Öl notiert damit weiter bei einem Sechs-Monats-Tief, WTI hatte zuletzt im März weniger gekostet.

Am Montag hatten die Ölpreise ihren jüngsten Sinkflug beschleunigt und um etwa vier Prozent nachgegeben. Fachleute nannten mehrere Gründe, darunter das hohe Angebot aus Staaten des Ölkartells Opec.

Deren Produktion liegt sowohl deutlich über der Nachfrage nach Opec-Rohöl als auch über der zwischen den Kartellmitgliedern vereinbarten Fördermenge. Auf der Ölnachfrage lastet außerdem die konjunkturelle Schwäche Chinas sowie zahlreicher großer Schwellenländer. Hinzu kommt der im längeren Vergleich starke US-Dollar, der Erdöl für Abnehmer etwa aus Europa verteuert.

Di, 2015-08-04 05:50
Hiroshima (dpa)

Das atomare Wettrüsten der Supermächte

Hiroshima (dpa) - Die Erfindung der Atombombe löste ein beispielloses Wettrüsten der beiden Supermächte USA und Sowjetunion im Kalten Krieg aus. Allein das US-Programm verschlang bis in die 1990er Jahre mehrere Billionen US-Dollar.

Juli 1945: Erster erfolgreicher Test einer US-Atombombe. Im August werden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen.

August 1949: Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe.

November 1952: Erste Explosion einer US-Wasserstoffbombe im Pazifik. Ein Jahr später ziehen die Sowjets gleich.

Januar 1953: Die Produktion von atomaren US-Kurzstreckenraketen läuft an. Wie Atomkanonen werden sie auch in Europa stationiert.

September 1954: Die Amerikaner stellen ihr erstes Atom-U-Boot in Dienst, die Sowjets vier Jahre später. Mit Nuklearraketen bestückte Schiffe verschärfen die gegenseitige Bedrohung.

Oktober 1957: Mit dem Transport des sowjetischen Erdtrabanten «Sputnik» beginnt ein Wettlauf in der Raumfahrt und um Interkontinentalraketen.

Oktober 1961: Im Norden Russlands zünden die Sowjets die «Zar»-Wasserstoffbombe. Der Sprengsatz ist bis zu 4000 mal stärker als die Hiroshima-Bombe.

Oktober 1962: In der Kuba-Krise droht US-Präsident John F. Kennedy den Russen mit einem Atomschlag, falls sie ihre auf der Insel stationierten Mittelstreckenraketen nicht abzögen. Moskau gibt nach.

März 1983: US-Präsident Ronald Reagan plant einen weltraumgestützten Schutzschild gegen Atomraketen. Das immens teure «Star Wars»-Programm wird in den 1990er Jahren eingestellt.

Dezember 1983: Als Antwort auf die Drohungen Moskaus stationieren auch die USA atomare Mittelstreckenraketen - vor allem in Deutschland. 1987 wird deren Vernichtung vereinbart.

1986: Auf dem Gipfel des Wettrüstens liegen in den US-Arsenalen etwa 23 300 atomare Sprengsätze, die Gegenseite hat mehr als 40 100.

Juli 1991: Der sogenannte Start-I-Vertrag sieht erstmals den Abbau strategischer Atomwaffen vor.

Dezember 1991: Mit dem Untergang der Sowjetunion endet auch das Wettrüsten im Kalten Krieg.

Di, 2015-08-04 05:50
Hiroshima (dpa)

Die Großstädte Hiroshima und Nagasaki

Hiroshima (dpa) - Die Namen Hiroshima und Nagasaki rufen schreckliche Erinnerungen wach: Am 6. und 9. August 1945 warfen die USA Atombomben auf die japanischen Städte. Weit mehr als 100 000 Menschen starben sofort.

70 Jahre danach präsentieren sich beide als moderne Großstädte: Hiroshima, die Hafenstadt im Südwesten der Hauptinsel Honshu, ist heute eine quirlige Metropole mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern. Hiroshima wurde als erste von einer Atombombe verwüstete Stadt weltweit als Symbol für den Frieden bekannt. Über eine Million Touristen jährlich besuchen das Friedensmuseum im Friedenspark. Der Hafen, die Fischverarbeitung und die benachbarten Mazda-Autowerke geben vielen Menschen Arbeit.

Nagasaki wurde von einer noch stärkeren Bombe verwüstet. Die Stadt an der Westküste der Insel Kiushu hat heute gut 430 000 Einwohner. Sie lockt deutlich weniger «Friedenstouristen» als Hiroshima an, wohl aber viele Besucher von farbenfrohen Veranstaltungen wie dem Laternenfest. Kirchen erinnern an die Christianisierungsversuche im 16. Jahrhundert. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind der traditionelle Seehandel mit Asien und Europa, die Kreuzschifffahrt, der Schiffbau und die Elektroindustrie.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-08-04 05:39
Berlin (dpa) 

NRW-Innenminister fordert Hilfe vom Bund für Kommunen

Flüchtlinge werden derzeit vielerorts in Zelten untergebracht und müssten vor dem Winter in geeignetere Unterkünfte. Nordrhein-Westfalens Innenminister Jäger fordert für die Kommunen Hilfe vom Bund.

Berlin (dpa) - Angesichts der angespannten Unterbringungssituation bei Flüchtlingen hat der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) Hilfe vom Bund für die Kommunen gefordert. Der Bund müsse «finanzielle Verantwortung übernehmen und die Kommunen bei den Unterbringungskosten entlasten», sagte Jäger der Zeitung «Die Welt» (Dienstag). Er verlangte vom Bund eine Kopfpauschale. Den Umgang mit Flüchtlingen nannte er eine nationale Aufgabe.

Es sei mittlerweile «am aller wichtigsten, die Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern», so Jäger. Der SPD-Politiker sprach sich zudem für eine schnellere Bearbeitung von Asylbewerberanträgen aus. Außerdem sollten Immobilien des Bundes wie etwa Kasernen leichter für die Unterbringung genutzt werden.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), forderte vom Bund eine Verdoppelung der Flüchtlingshilfe für die Kommunen auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr. «Grundsätzlich muss der Bund im nächsten Jahr den Kommunen eine deutlich höhere Hilfe zukommen lassen», sagte Özoguz der «Rheinischen Post» (Dienstag).

Die Bundesregierung stellte den Ländern wegen der Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen schnellere Entscheidungen in Aussicht. Ein für den Herbst geplantes Bund-Länder-Treffen könnte auf September vorgezogen werden.

Zur Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) nach einem Termin im September sagte Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) am Montag im ZDF-«Morgenmagazin»: «Dafür sind wir sehr offen.»

Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz betonte in Berlin, über die Herausforderungen müsse vor allem vor Einbruch der kalten Jahreszeit gesprochen werden. Das Innenministerium erklärte, auch eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern, die sich mit den Fragen der Leistungen für Asylbewerber befasst, solle noch im September zu Ergebnissen kommen.

Sachsen will bis zum Winter alle Flüchtlinge und Asylbewerber in regulären Unterkünften unterbringen. Die Menschen brauchten ein festes Dach über dem Kopf, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) nach einem Besuch des umstrittenen Zeltlagers in Dresden. Nordrhein-Westfalen will die Hilfesuchenden künftig auch in Großzelten unterbringen.

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) lehnte den Vorstoß aus Baden-Württemberg ab, mehr Flüchtlinge in Ostdeutschland unterzubringen, weil es dort leerstehende Gebäude gebe. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kritisierte: «Der Vorschlag wird auch durch permanente Wiederholung nicht besser.»

Angesichts vermehrter Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte forderte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Handeln auf. Sie müsse allen Bürgern klar sagen, dass Deutschland ein Land sei, «das ausländerfeindliche Anschläge und Hetze nicht duldet», sagte er der «Rheinischen Post».

Di, 2015-08-04 05:50
Hiroshima (dpa)

Manhattan Project - der Weg zur Atombombe

Hiroshima (dpa) - Unter dem Decknamen «Manhattan Project» forcierten die USA in den 1940er Jahren die geheime Entwicklung einer eigenen Atombombe. Damit wollten die Amerikaner Nazi-Deutschland zuvorkommen und den Zweiten Weltkrieg so rasch wie möglich siegreich beenden. Den Beschluss zum Bau der Bombe fasste Präsident Franklin D. Roosevelt im Dezember 1941. Damit kam das Waffenprojekt richtig in Gang.

Wichtige Vorleistungen waren bereits an der Columbia University im New Yorker Stadtteil Manhattan und anderswo erbracht worden. Im November 1942 wurde das Zentrum der Forschungen nach Los Alamos im US-Wüstenstaat New Mexico verlegt, wo Tausende Wissenschaftler und Techniker arbeiteten. Militärischer Chef war General Leslie R. Groves. Als «Vater der Atombombe» gilt J. Robert Oppenheimer, Physiker und Forschungsdirektor von Los Alamos.

Am 16. Juli 1945 detonierte die erste Testbombe auf einem stählernen Turm in der Wüste. Drei Wochen danach warfen US-Flugzeuge Bomben auf japanische Städte - «Little Boy» auf Hiroshima und «Fat Man» auf Nagasaki. Unter dem Eindruck der Zerstörungen distanzierte sich Oppenheimer von Atomwaffen.

Di, 2015-08-04 04:55
Berlin (dpa)

Schutz für Flüchtlinge im Kirchenasyl

Berlin (dpa) - Die Kirchen in Deutschland gewähren Flüchtlingen Zuflucht, deren Leib und Leben durch eine Abschiebung bedroht wäre oder die nicht hinnehmbare soziale und psychische Härten ertragen müssten. Sakrale Räume haben eine jahrhundertealte Schutztradition. Die Flüchtlinge leben aber in den seltensten Fällen direkt in der Kirche, sondern vielmehr im Gemeinde- oder Pfarrhaus. Dort sind sie vor einem polizeilichen Zugriff geschützt, denn der deutsche Staat achtet das Kirchenasyl. Deshalb informieren die Gemeinden mit Kirchenasyl auch die Behörden darüber. Ziel des Kirchenasyls ist es, dass die Flüchtlinge doch ein Bleiberecht in Deutschland erlangen.

Di, 2015-08-04 05:45
Juba (dpa)

Kinder im Visier - Im Südsudan sind oft die Jüngsten Opfer der Gewalt Von Sinikka Tarvainen, dpa

Der blutige Konflikt im Südsudan trifft auch Hunderttausende Kinder. Sie werden getötet, vergewaltigt, sind auf der Flucht oder müssen selbst zur Waffe greifen. Ihre Chancen auf ein besseres Leben stehen derzeit nicht zum Besten.

Juba (dpa) - Es sind die einfachen Dinge, die Alier am meisten fehlen. Dinge, über die die meisten Jugendlichen wohl kaum länger nachdenken würden, weil sie ihnen völlig selbstverständlich erscheinen. Doch im Leben des 17-jährigen Alier ist seit fast zwei Jahren kaum noch etwas selbstverständlich. Seit seiner Flucht aus seinem Heimatdorf Baidit, inmitten des Südsudans, befindet er sich wie in einer Art Warteschleife, ohne zu wissen, wie es weitergeht.

Mit einem Cousin lebt er in der Hauptstadt Juba, ohne Geld für die Schule oder für einen Anruf bei den Eltern. «Ich möchte wieder mit ihnen zusammenleben und eine Ausbildung machen», sagt er. Die Trauer in seiner Stimme ist dabei unüberhörbar. Eines Tages, so sein Traum, würde er gerne als Ingenieur arbeiten.

Alier kann sich noch gut an jenen Tag Ende 2013 erinnern, als er in der Nähe von Baidit die ersten Schüsse hörte. Der damals 15-Jährige brauchte nicht zweimal zu überlegen, was dort im Gange war. Erst kurz zuvor hatte es Berichte über die ethnisch motivierte Gewalt in der Hauptstadt Juba gegeben, bei der es viele Tote gegeben hatte. «Ich machte mich auf den Weg zur Straße und rannte los», erinnert sich Alier, der seinen Familiennamen nicht veröffentlicht wissen möchte. «Am Straßenrand sah ich die Leiche eines jungen Mannes. Ich schloss mich anderen an, die ebenfalls auf der Flucht waren», sagt er mit weicher Stimme.

Es waren die ersten Folgen des militärischen Konflikts zwischen Präsident Salva Kiir und seinem zuvor entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Die Gruppe um Alier gelangte damals an einen von Mücken verseuchten Fluss. Da das Wasser schmutzig war, gab es nichts zu trinken. Irgendwann fanden die Dorfbewohner jemanden, der sie per Boot über den Fluss brachte. Viele waren da schon krank, weil sie anscheinend Wasser aus dem Fluss getrunken hatten.

Nach einiger Zeit erreichten sie den Ort Golyor, wo sie von Helfern mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt wurden. «Ich war noch von einer Malaria-Erkrankung geschwächt, fühlte mich aber nicht sicher genug in Golyor», erinnert sich der 17-Jährige. Also machte er sich auf die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit, um nach Juba zu gelangen.

Aliers Geschichte ist eine von unzähligen, wie sie auch andere Kinder im Südsudan erlebt haben. Zehntausende Menschen haben in dem seit mittlerweile anderthalb Jahre dauernden Machtkampf zwischen Kiir und Machar ihr Leben verloren. Weitere zwei Millionen Menschen - darunter 800 000 Kinder - mussten nach Angaben der Vereinten Nationen fliehen.

Die Ermordung, Vergewaltigung und der Missbrauch von Kindern ist weit verbreitet. Regelmäßig hörten sie von schweren Verstößen, berichtet Laina Henderson von der Organisation Save the Children.

Gewalt gegen Kinder beruhe dabei für gewöhnlich auf ethnischen Motiven, sagt Skye Wheeler von Human Rights Watch (HRW). Alier etwa gehört wie Präsident Kiir der Gruppe der Dinka an, und floh vor den Nuer - jener Ethnie, zu der Riek Machar gehört.

«Jungen, die älter als zwölf Jahre sind, werden von (mit den Streitkräften verbündeten) Milizen getötet, damit sie sich nicht den Rebellen anschließen», sagt Jonathan Veitch. Er ist der Vertreter des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) im Südsudan. Aber auch jüngere Kinder würden gefesselt und zum Sterben im Busch zurückgelassen. «Die Milizen denken, dass sie damit verhindern, dass sich die Kinder zu späteren Feinden entwickeln», sagt Veitch.

Erst kürzlich hatte Unicef von der Ermordung von rund 130 Kindern im Bundesstaat Unity berichtet. Kindern wurden die Kehlen durchgeschnitten, manche Opfer wurden in brennende Häuser geworfen. Jungen wurden kastriert und Mädchen im Alter von acht Jahren mehrfach vergewaltigt. Ein weiteres Problem stellen aus Sicht der UN die Kindersoldaten im Land dar. Sie griffen mitunter andere Kinder an. Rund 13 000 Jungen wurden gezwungen, sich den Streitkräften, verbündeten Milizen oder den Rebellen anzuschließen, sagen die Vereinten Nationen. Manche schlössen sich ihnen aber auch freiwillig an, um der Armut zu entkommen.

Die Kinder, die es dennoch eines Tages schaffen, dem Soldatendasein den Rücken zu kehren, wünschen sich kaum etwas sehnlicher, als in die Schule zu gehen, weiß Laina Henderson von Save the Children. Doch für die meisten dürfte das ein Traum bleiben: Die Alphabetisierungsrate in dem armen Land liegt bei gerade einmal 27 Prozent. Und selbst vor dem gegenwärtigen Konflikt schlossen noch nicht einmal zehn Prozent der Kinder die Grundschule ab.

Di, 2015-08-04 05:00
Washington (dpa)

Obama muss mit Widerstand bei Umsetzung von Klimazielen rechnen

Kohleindustrie, Republikaner und zahlreiche Bundesstaaten laufen Sturm gegen Obamas Klimainitiative. Gibt es dennoch eine realistische Chance, dass die Pläne Wirklichkeit werden?

Washington (dpa) - Bei der Umsetzung seiner ehrgeizigen Klimaziele zur Bekämpfung des Treibhauseffekts muss US-Präsident Barack Obama mit massivem Widerstand rechnen. Zahlreiche Bundesstaaten haben bereits gerichtliche Klagen angekündigt, republikanische Präsidentschaftsbewerber kritisierten den Plan als verfassungswidrig. Auch die Kohleindustrie läuft Sturm. Der «New York Times» zufolge müssten Hunderte Kohlekraftwerke schließen, sollten die Regeln umgesetzt werden.  

Vier Monate vor der Internationalen Klimakonferenz in Paris hatte Obama am Montag die bisher schärfsten Maßnahmen zur Bekämpfung des Treibhauseffekts angekündigt. Als Kernpunkt der neuen Regeln müssen Kraftwerke in den USA erstmals ihren Schadstoffausstoß reduzieren - bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005.

Obama selber sprach von dem bisher «wichtigsten einzelnen Schritt» der USA gegen den Klimawandel. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, sei es zu spät. «Wir haben nur ein Zuhause, einen Planeten», so der Präsident. «Es gibt keinen Plan B.»

Verschärfte Klimaschutz-Maßnahmen zählten von Anfang an zu den wichtigsten innenpolitischen Vorhaben Obamas. Er konnte sie aber nicht im Kongress durchsetzen. Jetzt ordnete er sie als Ergänzung bereits bestehender Regulierungen zur Luftreinhaltung an.

Obama verwies auf die bereits spürbaren drastischen Folgen der Erderwärmung wie Eisschmelze, Überflutungen, Dürre und Waldbrände. Der Klimawandel sei nicht mehr zu leugnen, das Problem könne nicht mehr auf die nächste Generation verschoben werden. Wenn es um den Klimawandel gehe, «gibt es so etwas wie dass man zu spät kommen kann», sagte Obama.

Die neuen Regeln gehen zum Teil über die Vorschläge hinaus, die bereits vor einem Jahr vorgelegt und dann zur Diskussion gestellt worden waren. So war zunächst eine 30-prozentige Reduzierung der Emissionen angepeilt worden. Die einzelnen Bundesstaaten sollen dagegen etwas mehr Zeit als ursprünglich geplant haben, die ihnen jeweils von Washington vorgegebenen Reduzierungsziele zu erreichen. Auch können sie selber entscheiden, wie sie diese Vorgaben umsetzen. Aber weigern sie sich, wird ihnen ein Plan vorgeschrieben.

Obama zielt mit den Maßnahmen zugleich darauf ab, dass Energieunternehmen stärker und rascher auf Wind- und Sonnenenergie umstellen. Nach dem neuen Programm sollen erneuerbare Energien bis 2030 28 Prozent der US-Kapazitäten ausmachen.

Insgesamt sollen die Regeln auch eine mutige Vorgabe für den Klima-Gipfel in Paris Ende des Jahres sein, wenn die Welt nach jahrelangem Zögern entschlossene Schritte gegen Treibhausgase und Erderwärmung beschließen will.  

Der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, lehnte Obamas Vorschläge als unrealistisch und wachstumshemmend ab. Er rief die Gouverneure aller 50 US-Staaten in einem Brief auf, den Plänen nicht zu folgen. Millionen Amerikaner müssten in Zukunft mit höheren Stromkosten rechnen, kritisierte der republikanische Präsidentschaftskandidat Marco Rubio. Mitbewerber Jeb Bush nannte die Regulierungen ein «Desaster».

Di, 2015-08-04 05:50
Hiroshima/Nagasaki (dpa)

Japans Atombombenopfer fürchten wieder Krieg - 70 Jahre Hiroshima Von Lars Nicolaysen, dpa

Der Blitz der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe verwandelte Hiroshima vor 70 Jahren in eine lodernde Hölle. Heute fürchten manche der immer weniger werdenden Überlebenden, dass sich die Geschichte wiederholen könnte - und kritisieren die Politik ihres Landes.

Hiroshima/Nagasaki (dpa) - Shozo Muneto lauscht vom Fenster seines Elternhauses dem Dröhnen des B29-Bombers am strahlend blauen Himmel. Kurz zuvor gab es Entwarnung, die Angst vor Luftangriffen schien unberechtigt. Doch plötzlich blitzt es vor den Augen des 18-Jährigen ungeheuerlich auf. Im nächsten Moment reißt die Wucht einer gewaltigen Explosion das Elternhaus des jungen Japaners nieder und begräbt ihn unter den Trümmerbergen.

Es ist der 6. August 1945, 8.15 Uhr. Nur 1300 Meter entfernt wirft der US-Bomber «Enola Gay», dem Muneto gerade noch nichtsahnend hinterhergeschaut hatte, die Atombombe «Little Boy» über Hiroshima ab.

«Als ich erwachte, blickte ich fassungslos auf schwarze Atomwolken», erinnert sich der heute 88-Jährige. Durch die Trümmer irren Überlebende wie Gespenster mit herabhängenden Hautfetzen. Die Mutter bringt den blutüberströmten Shozo Muneto in ein völlig überfülltes Krankenhaus. Dort: «Überall Schreie. Die Zimmer füllten sich in der Sommerhitze mit dem Gestank all der Leichen, an denen Maden klebten.»

Durch die radioaktive Verstrahlung bekam Muneto später Leukämie, dennoch überlebte er die Folgen des atomaren Infernos. Noch heute stecken in seinem Arm Scherben; immer wieder treten an seinem Körper bei Anstrengung dunkelblaue Flecken auf. Jetzt, 70 Jahre nach dem Abwurf der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe, sitzt der alte Mann in einer kleinen christlichen Kirche seiner Heimatstadt und spricht mit leiser, trauriger Stimme über den Wahnsinn des Krieges.

Nach dem Ende des für Japan verlorenen Zweiten Weltkrieges studierte Muneto Theologie, ging nach Amerika und wurde schließlich Pastor. Seither wird er nicht müde, den nachfolgenden Generationen über das Grauen von damals zu berichten, damit es nie wieder zum Krieg kommen möge.

Doch zum ersten Mal in all den vergangenen Jahrzehnten beschleicht ihn wie auch andere Überlebende der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki angesichts der Politik des heutigen rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe die Furcht, dass es genau dazu eines Tages wieder kommen könnte.

«Es ist wie vor dem Krieg», beschreibt Muneto die politische Atmosphäre seit Abes Amtsantritt Ende 2012. Nur wenige Wochen vor dem 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima stimmte das mächtige Unterhaus des nationalen Parlaments trotz massiver öffentlicher Proteste für eine Sicherheitsreform. Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs will Japan damit wieder Soldaten zu Kampfeinsätzen ins Ausland schicken.

«Die Regierung will die Geschichte vergessen machen», beklagt die Friedensaktivistin Haruko Moritaki, die sich weltweit für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzt. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Hiroshima beklagt sie, wie die Abe-Regierung patriotische Erziehung an den Schulen betreibe, Japans kriegerische Vergangenheit in den Schulbüchern weißwasche und starken Druck auf die Medien ausübe.

Einerseits sei er als Überlebender der Atombombe ein Opfer, sagt Muneto. «Aber der Hintergrund, was dazu geführt hat, dass auf Japan Atombomben abgeworfen wurden, war Japans Militarismus und Kolonialherrschaft.» 20 Millionen Menschen habe Japan in Asien getötet. «Wir sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter.»

Doch Abe gebe nicht zu, dass Japan einen Invasionskrieg geführt habe, sagt Hirotami Yamada. Der Japaner überlebte die zweite Atombombe, die die Amerikaner drei Tage nach Hiroshima über Nagasaki abwarfen. Auch er sehe mit Sorge, wie Abe dabei sei, die pazifistische Nachkriegsverfassung so umzuinterpretieren, dass sein Land an der Seite des heutigen Verbündeten USA wieder Krieg führen könne, sagt Yamada. Er ist Leiter des Verbands der Atombombenopfer in Nagasaki.

«Das macht mir Angst», sagt auch Hiroshi Shimizu in Hiroshima. Auch er leitet dort eine Gruppe von Hibakusha, wie die Überlebenden der Atombomben genannt werden. Abe betreibe eine intensive Kampagne, China als Bedrohung darzustellen, um seine Sicherheitsdoktrin zu untermauern, beklagt Shimizu, der den Atombombenabwurf als damals Dreijähriger überlebte. «Japans Medien sind nicht kritisch. Und die jungen Leute wachsen damit auf», warnt Shimizu. Selbst unter den Atombombenopfern gebe es einige, die Abes Kurs befürworteten.

Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui, der Abes Partei angehört, ließ kürzlich wissen, dass er in seiner Erklärung zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs nicht plane, die umstrittenen neuen Sicherheitsgesetze zu erwähnen. Und das, obwohl sie nach Ansicht von Kritikern eine Abkehr vom Pazifismus der Nachkriegszeit bedeuten.

«Wir müssen uns noch mehr Mühe geben, den jüngeren Menschen unsere Erlebnisse weiterzugeben», sagt Pastor Muneto. Doch die Bedeutung Hiroshimas lässt nach. Fassungslos müssen Opfer wie er heute mit ansehen, wie an einem Fluss in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte für den Atombombenabwurf ein neues Austern-Restaurant gebaut wird.

«In diesen Fluss sind die Menschen gesprungen, weil sie verbrannt waren und es vor Hitze nicht aushielten. So viele sind ertrunken», schildert Moritaki. Es sei ihr unbegreiflich, dass man ausgerechnet hier künftig Champagner schlürfen kann. «Warum jetzt, nach 70 Jahren?», klagt die Friedensaktivistin und fügt hinzu: «Es ist eine Atmosphäre entstanden, die negative Geschichte vergessen zu wollen».

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Di, 2015-08-04 05:50
Tokio/Washington (dpa)

Der Mythos der Bomben - Beendeten Hiroshima und Nagasaki den Krieg? Von Lars Nicolaysen, Johannes Schmitt-Tegge und Pat Reber, dpa

Vor 70 Jahren wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki Ziel der ersten in einem Krieg eingesetzten Atombomben. Nach amerikanischer Lesart waren sie nötig, um den Krieg gegen das japanische Kaiserreich zu beenden. Doch Historiker widersprechen.

Tokio/Washington (dpa) - Hunderttausende Menschenleben hat das nukleare Inferno von Hiroshima und Nagasaki auf einen Schlag ausgelöscht. Warum geschah das? Heute, 70 Jahre danach, glauben noch immer viele in den USA der offiziellen Lesart: Dass die Atombombe am 6. August 1945 auf Hiroshima und eine weitere drei Tage später auf Nagasaki eine Invasion Japans überflüssig gemacht habe - und dadurch Hunderttausenden amerikanischen Soldaten und Zehntausenden japanischen Zivilisten das Leben gerettet habe. Doch stimmt das? Tatsache ist, dass Japan bereits am Boden lag, als die Bomben fielen.

Für namhafte Historiker wie Tsuyoshi Hasegawa von der University of California ist es denn auch nicht Hiroshima gewesen, sondern vielmehr die Kriegserklärung der Sowjetunion an Japan am 8. August 1945, die Kaiser Hirohito und sein Militär am 15. August kapitulieren ließ.

Tatsächlich scheint die japanische Führung von den Zerstörungen in Hiroshima nicht sonderlich beeindruckt gewesen zu sein. «Es gab keine Krisensitzung (des Obersten Kriegsrats in Japan) nach Hiroshima», erklärt der US-Friedensforscher Ward Wilson der Deutschen Presse-Agentur. Für Japans Führung sei es bloß eine weitere Zerstörung einer Stadt mit Brandbomben gewesen. Schon in den Wochen vor Hiroshima hatte das US-Militär mehr als 60 Städte, darunter Tokio, mit den heftigsten Bombardements der Kriegsgeschichte überzogen.

Japan war klar, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Es galt nur noch, ihn zu den bestmöglichen Bedingungen zu beenden. «Für die japanische Regierung war das Beharren auf bedingungsloser Kapitulation das größte Problem, da der Erhalt der mit der japanischen Nation gleichgesetzten Monarchie dadurch infrage gestellt war», schreibt der Japan-Experte Florian Coulmas. Tatsächlich habe es auf japanischer Seite Bemühungen um einen Verhandlungsfrieden gegeben. Seit Mai führte Tokio Gespräche mit der neutralen Sowjetunion. Man hoffte auf Moskau als Vermittler.

Eine weitere Option war, den Krieg gegen die Alliierten bis zum letzten Blutstropfen weiterzuführen. Auch als die Bombe auf Hiroshima fiel, standen Japan weiter beide Optionen offen. Erst als sowjetische Truppen in die Mandschurei einmarschierten, wurde der japanischen Führung die Aussichtslosigkeit der Lage klar. Erst jetzt, am Morgen des 9. August, begann Japans Oberster Kriegsrat, die bedingungslose Kapitulation zu diskutieren.

Am selben Tag warfen die Amerikaner eine zweite Atombombe auf Nagasaki. Doch zu dem Zeitpunkt tagte der Kriegsrat bereits. «Der Eintritt der Sowjets in den Krieg spielte in der Tat eine größere Rolle als die Atombomben dabei, Japan zur Kapitulation zu veranlassen», schlussfolgert denn auch Professor Hasegawa.

Für US-Präsident Harry Truman dürfte es die schwierigste Entscheidung seines Lebens gewesen sein. Denn es gab genügend Gründe, die gegen einen Abwurf der Atombombe sprachen: Bereits Mitte des Jahres 1944 wurde in den USA deutlich, dass die Kapitulation der Japaner nur noch eine Frage der Zeit war. Mit der für Oktober 1945 geplanten Operation «Downfall» hofften die Amerikaner, Japan zu überwältigen und letztlich in die Knie zu zwingen. Die Invasion, die mit einem Angriff auf die Insel Kyushu beginnen sollte, blieb bis wenige Wochen vor dem Abwurf über Hiroshima der amerikanische Plan der Wahl.

Doch letztlich hatte für den erst im April 1945 angetretenen Truman vor allem Eines Priorität: dem Krieg so schnell wie möglich, mit so wenigen amerikanischen Opfern und so geringen Kosten wie möglich ein Ende zu bereiten. Dies sei «allumfassender» Zweck gewesen, als die Atombombe fertiggestellt war, schreibt Nathan Donohue beim Center for Strategic and International Studies (CSIS). Zudem musste Truman die immensen Kosten des Nuklearwaffen-Programms rechtfertigen: Bis Ende 1945 hatte es satte 1,9 Milliarden Dollar verschlungen - was heute knapp 25 Milliarden Dollar (22,3 Mrd Euro) entspräche.

Nach Einschätzung von Historiker Samuel Walker entschieden die USA sich auch für den Abwurf, um den Sowjets ihre Stärke unter Beweis zu stellen. Hiroshima wurde angesichts der sowjetischen Kontrolle Osteuropas und des nahenden Kriegsendes eine wichtige Kampfansage an Moskau.

Zudem hatte sich die Bombardierung von Zivilisten 1945 tragischerweise als gängige Praxis durchgesetzt. Und nicht zuletzt suchte Washington nach einer passenden Antwort auf die japanische Attacke auf Pearl Harbor von 1941. Als ein General den Einsatz der Atombombe infragestellte, antwortete ihm Truman: «Wenn Du mit einer Bestie fertig werden musst, musst Du es wie eine Bestie behandeln.»

In Japan ist die Geschichte der Atombomben unvermeidlich durch die Opferperspektive bestimmt. Dass Hiroshima eine «gerechte Strafe» für Japans Aggressionskrieg gewesen sei, akzeptieren nur wenige. Japan habe zwar Unrecht begangen. Trotzdem seien die Atombomben Verbrechen an unschuldigen Zivilisten gewesen. Hätte Japan sie vermeiden können?

Historiker werfen der von den Militärs dominierten Regierung vor, dass sie der eigenen Bevölkerung den Krieg mit ihrer unnachgiebigen Position, eine bedingungslose Kapitulation nicht zu akzeptieren, so lange zugemutet habe. Dem Historiker Herbert Blix zufolge war Kaiser Hirohito, den die Japaner als Gott verehrten, daran maßgeblich beteiligt. «Gemeinsam mit den militaristischen Falken in seiner Regierung ist er für die Toten von Hiroshima und Nagasaki mitverantwortlich», schlussfolgert denn auch Japan-Experte Coulmas.

Di, 2015-08-04 04:30
Kairo (dpa)

Al-Sisi am Reißbrett - Ägypten im Suezkanal-Rausch Von Benno Schwinghammer, dpa

Die Wirtschaft liegt am Boden, aber Ägypten setzt alle Hoffnung auf sein «Geschenk an die Welt». Ob die milliardenschwere Erweiterung des Suezkanals und andere Megaprojekte aber Fluch oder Segen sind, bleibt umstritten.

Kairo (dpa) - Nichts ist in Ägypten derzeit so oft zu sehen wie Schiffe, die aneinander vorbeifahren. Werbetafeln, Plakate und Fernsehspots zeigen Tanker und Frachter, die den «neuen Suezkanal» in zwei Richtung durchqueren - statt wie bisher nur in einer. Am Donnerstag wird die Erweiterung einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt eröffnet. Die staatliche PR-Maschinerie macht das Projekt zum Symbol und Heilsbringer für ein Land, das wirtschaftlich am Boden liegt.

«Ägyptens Geschenk an die Welt» prangt in großen Buchstaben auf der offiziellen Website. Ganz so uneigennützig sind die Ägypter natürlich nicht. Mit den hohen Gebühren für die Schifffahrtsrinne zwischen Mittelmeer und Rotem Meer - der kürzesten Verbindung von Asien nach Europa - will die Regierung mittelfristig die Einnahmen des Kanals mehr als verdoppeln. Auf über 13 Milliarden US-Dollar (11,8 Mrd Euro) im Jahr. Experten haben Zweifel, ob das klappt.

Zweifellos aber ist es beeindruckend, dass das erste einer Reihe von Megaprojekten unter Machthaber Abdel Fattah al-Sisi innerhalb nur eines Jahres realisiert werden konnte - noch dazu mit dem Geld normaler Bürger, die Kanal-Anteile in einem «patriotischen» Akt kauften. Die unnormal hohen Renditeversprechen für die Zertifikate dürften dabei auch zur Investitionslust der Ägypter beigetragen haben.

Es ist das Prestigeprojekt für ein Land, dessen Ökonomie seit Jahren leidet: Die Wachstumsrate ist niedrig, die Jugendarbeitslosigkeit mit geschätzten 40 Prozent hoch. Die Staatsverschuldung nimmt zu. Jeder vierte Ägypter lebt von weniger als 40 Euro im Monat.  

Ex-General Al-Sisi begegnet dem mit Megaprojekten. Neben der Erweiterung des Suezkanals soll eine neue Hauptstadt östlich von Kairo aus dem Boden gestampft werden. Es gibt Pläne für Ägyptens ersten 200-Meter-Wolkenkratzer und das erste Atomkraftwerk des Landes. Nicht zuletzt bescherte der Präsident dem Siemens-Konzern für den Bau von Gaskraftwerken den größten Auftrag der Firmengeschichte.

«Das dient vor allem der Propaganda - inwieweit da tatsächlich ein Wirtschaftskonzept dahintersteht, ist unklar», resümiert Stephan Roll, Experte für ägyptische Wirtschaftspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Der Suezkanal sei dafür ein gutes Beispiel: Zwar lasse sich dieser erweitern. Dass heiße aber nicht, dass auch mehr Schiffe kämen. Erst im Juni waren die Einnahmen gesunken.

Zudem seien während des Baus zwar kurzfristig viele, aber nur zeitlich begrenzte Arbeitsplätze geschaffen worden. Nachhaltigkeit kann Roll nicht erkennen: «Es ist eine militärische Weise, Wirtschaftspolitik zu betreiben. Nämlich am Reißbrett.»

Ein Problem ist die fehlende Attraktivität des Landes für dringend benötigte ausländische Geldgeber: Überbordende Bürokratie, grassierende Korruption, Intransparenz und eine angespannte Sicherheitslage schrecken westliche Firmen und reiche Unternehmer vom Golf ab.

Berichte von Anschlägen lassen schließlich auch Urlauber vor dem Einsteigen in den Flieger zögern. Millionen Ägypter leben vom Tourismus, wer sich ihnen als Journalist vorstellt, erntet gerne mal ein: «Ach, wegen Dir kommen keine Menschen mehr her!»

Das Denken in Milliarden-Kategorien droht, den Mittelstand zu vernachlässigen. Während einige Fachleute an den erhofften Sickereffekten durch die Großprojekte zweifeln, bewertet Scherif al-Diwani, Direktor des Ägyptischen Zentrums für Wirtschaftswissenschaften, die Lage positiver: «Mega-Investitionen sind ein tragfähiger Mechanismus, um einer Wirtschaft in Bedrängnis Starthilfe zu geben» - so auch für Ägypten nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013.

Auch deswegen ist die Eröffnung des «neuen Suezkanals» für Al-Diwani ein Grund zum Feiern. Schließlich verkörpere dieser das Engagement weiter Teile der Gesellschaft, die Zukunft zu verbessern. Momentan aber nutzt der große Tag vor allem einem: Al-Sisi, dessen Regierung sogar überlegt, der Bevölkerung am Donnerstag freizugeben. Am Nilufer in Kairo verkaufen Händler Poster mit dem Konterfei des Machthabers vor einem riesigen Frachtschiff. Nur das Reißbrett fehlt.

Di, 2015-08-04 04:50
Berlin/München (dpa)

Letzte Hoffnung Kirchenasyl - Zahlen stark gestiegen Von Kathrin Zeilmann und Christiane Jacke, dpa

Für mindestens 454 Flüchtlinge ist eine Kirchengemeinde oder ein Kloster momentan Zufluchtsstätte in höchster Not - sie bekommen hier Kirchenasyl. Der Bundesinnenminister sieht das jedoch kritisch. Bleibt das Kirchenasyl bestehen? Eine Antwort steht noch aus.

Berlin/München (dpa) - Für mehr als 450 Flüchtlinge in Deutschland ist es derzeit die letzte Hoffnung, die sie vor der Abschiebung bewahrt: das Kirchenasyl. Gemeinden oder Klöster gewähren ihnen Unterschlupf, bis die Frist zur Abschiebung verstrichen ist. Laut katholischer und evangelischer Kirche geht es hierbei um Härtefälle - also um Menschen, die bei einer Abschiebung mit Folter, Tod oder sonstiger Bedrohung rechnen müssen. Doch diese Hilfe stößt nicht überall auf Zustimmung. Bundesinnenminister Thomas de Mazière (CDU) eröffnete Anfang des Jahres eine heftige Debatte darüber, ob das Kirchenasyl überhaupt legal ist. Die Kirchen dürften sich nicht über geltendes Recht stellen. Bei einem Treffen im Februar loteten Kirchen, Behörden und Politik deshalb einen Kompromiss aus, der Kirchenasyle weiter ermöglicht.

Im Herbst sollte es nun zu einem weiteren Treffen kommen, um zu sehen, wie es in der Praxis weitergegangen ist. Doch welchen Rahmen es haben und wann genau es stattfinden soll, ist noch offen. In Kirchenkreisen ist inzwischen von Spätherbst oder dem Jahresende die Rede.

Die Zahlen, die die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche regelmäßig vorlegt, sprechen eine deutliche Sprache: Zum Stichtag 3. August lebten mehr als 450 Menschen in 293 Kirchenasylen - 256 davon sind so genannte Dublin-Fälle: Das heißt, die Flüchtlinge würden in das EU-Land abgeschoben, in dem sie angekommen sind. Bulgarien etwa oder Ungarn. Die Bedingungen dort sind für Flüchtlinge oft unmenschlich, nicht selten landen sie in Gefängnissen. Und dennoch - angesichts von knapp 180 000 Menschen, die im ersten Halbjahr 2015 in Deutschland Asyl beantragt haben, ist die Zahl der Flüchtlinge im Kirchenasyl gering.

Anfang des Jahres gab es lediglich 200 Fälle von Kirchenasyl mit etwa 360 Flüchtlingen. 2013 waren es gerade einmal 79 Fälle. Mit weiter steigender Zahl der Flüchtlinge sei auch mit steigender Zahl der Härtefälle zu rechnen - und dann wohl auch mit einer weiteren Zunahme der Fälle von Kirchenasyl, sagt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Dietlind Jochims: «Wir rechnen weiterhin damit, dass Gemeinden Härtefälle bekanntwerden. Und dass dann die Gemeinden bereit sind, Kirchenasyl zu gewähren.»

Anfang des Jahres hatten sich die Kirchen und die Politik darauf verständigt, dass Einzelfälle erneut vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geprüft werden können, bevor die Betroffenen in das Kirchenasyl aufgenommen werden. Außerdem kam der Vorschlag vom Tisch, die Abschiebefrist von 6 auf 18 Monate zu verlängern. Viele Gemeinden hätten ein Kirchenasyl für eine so lange Zeit kaum schultern können - ganz abgesehen von der Belastung für die Flüchtlinge, die nur in den kircheneigenen Räumen sicher vor behördlichem Zugriff sind. Offiziell dürfen sie keine Spaziergänge machen oder einkaufen gehen. Sie sind komplett auf die Hilfe der Kirche angewiesen.

Das Bundesinnenministerium will die «Pilotphase» bis zum Herbst erst einmal abwarten und hält bis dahin still. Erst dann will Ressortchef de Maizière entscheiden, ob Änderungen nötig sind. Ihm kommt es darauf an, dass die Kirchen das Instrument maßvoll und nur in Ausnahmefällen einsetzen.

De Maizière kam in der Debatte bisher nicht gut weg. Er mahnte, die Kirchen dürften sich nicht über deutsches Recht hinwegsetzen - und zog mit einem umstrittenen Vergleich viel Zorn auf sich. Der CDU-Mann sagte im Februar, auch Muslime dürften nicht argumentieren, dass für sie die Scharia - also das islamische Recht - über deutschen Gesetzen stehe. Kirchenvertreter fühlten sich dadurch böse angegriffen. Die Stimmung war erst mal schwer gestört. De Maizière nahm den Scharia-Vergleich aber kurz darauf zurück. Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt.

Alle Beteiligten sind sichtlich um Entspannung bemüht. So heißt es auch bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), man werde keine Zwischenbewertung abgeben. An der Position vom Februar habe sich nichts verändert. Damals hatten die katholischen Bischöfe und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) betont, dass die Kirchen mit dem Kirchenasyl nicht das Ziel verfolgen, den Rechtsstaat in Frage zu stellen oder Kritik am Dublin-System zu üben. Kirchenasyl habe sich als christlich-humanitäre Tradition etabliert.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-08-04 03:53
Islamabad (dpa)

Verurteilter trotz internationaler Proteste in Pakistan hingerichtet

Islamabad (dpa) - Trotz internationaler Proteste ist in Pakistan ein Mörder hingerichtet worden, der nach Angaben seiner Familie im Alter von 14 Jahren zum Tode verurteilt worden war. Wie ein Beamter des Innenministeriums erklärte, wurde Shafqat Hussain am Dienstag im Gefängnis der südpakistanischen Hafenstadt Karachi gehängt.

Shafqat Hussain war im Jahr 2004 unter fragwürdigen Umständen schuldig gesprochen worden, ein Kind ermordet zu haben. Die Regierung erklärte, Hussain sei zum Zeitpunkt seiner Festnahme unmittelbar nach der Tat 23 Jahre alt gewesen. Die Familie und sein Anwalt betonten, Hussain sei zum Tatzeitpunkt und beim Urteil erst 14 Jahr alt gewesen, deshalb müsse die Todesstrafe in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt werden. Die Hinrichtung war aufgrund der Kritik vier Mal verschoben worden.

Menschenrechtsgruppen hatten die pakistanische Regierung aufgefordert, die Exekution zu verschieben und eine neue Gerichtsverhandlung anzusetzen, da Hussain damals von der Polizei gefoltert worden sei, um ein Geständnis zu erhalten.

Amnesty International kritisiert, die Hinrichtung sei nach pakistanischem und internationalem Recht illegal. Die Menschenrechtsorganisation bemängelte, der Angeklagte sei damals neun Tage gefoltert worden und habe dann den Mord «gestanden».

In Pakistan galt sechs Jahre ein Moratorium für die Todesstrafe. Premierminister Nawaz Sharif hatte es nach einem Taliban-Angriff auf eine Schule im Dezember 2014 zunächst für verurteilte Terroristen und später dann generell aufgehoben. Innerhalb von sechs Monaten sind etwa 180 Verurteilte hingerichtet worden.

Di, 2015-08-04 03:30
Marseille (dpa)

Reederei CMA CGM: Eröffnung des neues Suez-Kanals ein großes Ereignis

Marseille (dpa) - Die weltweit drittgrößte Containerreederei CMA CGM hat die bevorstehende Eröffnung des Neuen Suez-Kanals als großes Ereignis bewertet. «Unsere Schiffe nutzen diese strategische Route, um den Hauptmärkten dieser Welt täglich zu dienen», sagte Nicolas Sartini, Chef der Asien-Europa-Dienste bei CMA CGM, in Marseille. «Der Verkehr wird durch den Neuen Kanal noch flüssiger und die Transitzeiten verkürzen sich, so dass wir unseren Kunden zukünftig einen verbesserten und verlässlicheren Service bieten können.» Im vergangenen Jahr fuhren Containerschiffe der Gruppe 637mal durch den Kanal.

Der Neue Kanal wird am Donnerstag (6.8.) mit 5000 Gästen vom ägyptischen Staatspräsidenten eröffnet. In einjährigen Bauarbeiten wurde eine Parallelstrecke von 34 Kilometern zum alten Kanal gebaut sowie die Breite des Kanals auf 37 Kilometer Länge verdoppelt. Die Kapazität soll sich bis 2013 von heute durchschnittlich 49 auf 97 Schiffe täglich verdoppeln. Die Strecke von Singapur nach Rotterdam verkürzt sich nach Angaben der Reederei um 6000 Kilometer oder neun Tage, verglichen mit der Route um Afrika. Liniendienste zwischen Asien und Europa sparen dadurch 44 Prozent CO2.

Ähnlich wie die französische Großreederei äußerte sich auch die deutsche Schifffahrtsbranche. «Täglich durchfahren mehrere deutsche Handelsschiffe den Suezkanal», sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reedern (VDR). «Bisher mussten sie bis zu einem halben Tag warten, um den Kanal im Konvoi zu passieren. Die Erweiterung erleichtert die Durchfahrt, weil sich Schiffe nun begegnen können und die Wartezeiten entfallen.»

Mo, 2015-08-03 23:41
Juan (dpa)

Puerto Rico bedient Anleihe nicht und gerät in Zahlungsverzug

Washington/San Juan (dpa) - Das hoch verschuldete Puerto Rico ist in Zahlungsverzug geraten. Eine öffentliche Anleihe der staatlichen Public Finance Corporation (PFC) über insgesamt 58 Millionen Dollar (53 Mio Euro) sei nur mit 628 000 Dollar bedient worden, teilte die Entwicklungsbank von Puerto Rico am Montag mit. Die nötigen Mittel seien nicht vorhanden, hieß es in einer Stellungnahme.

Die Ratingagentur Moody's erklärte daraufhin laut US-Medien den Zahlungsausfall. Puerto Rico ist als selbstverwaltetes Außengebiet zwar US-Territorium, aber kein US-Bundesstaat. Es kann deshalb nur begrenzt auf Hilfe aus Washington hoffen. Das Land hat insgesamt einen Schuldenberg von rund 72 Milliarden Dollar (66 Mrd Euro). Dass Rechnungen nicht mehr bezahlt werden, kommt nicht überraschend.

Puerto Ricos Gouverneur Alejandro García Padilla hatte bereits Ende Juni Zahlungsausfälle angekündigt, sollten die Gläubiger keine Zugeständnisse machen: «Ziel ist ein Moratorium, um die Begleichung der Schulden einige Jahre zurückzustellen.» Bereits Anfang Juli konnte nur knapp verhindert werden, dass der staatliche Energieversorger Prepa in Zahlungsverzug gerät.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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