Mi, 2015-07-08 07:30
Wuppertal/Aachen (dpa)

Spezialkräfte nehmen mutmaßlichen Islamisten in Wuppertal fest

Er soll eine Reise in das syrisch-irakische Kriegsgebiet geplant haben. Aber die Ermittler waren schneller. Sie nahmen den mutmaßlichen Islamisten in Wuppertal fest.

Wuppertal/Aachen (dpa) - Spezialkräfte der Polizei haben im nordrhein-westfälischen Wuppertal einen mutmaßlichen Islamisten vorläufig festgenommen. Eine «offenbar unmittelbar bevorstehende Ausreise» in das syrisch-irakische Kriegsgebiet sei dadurch verhindert worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der am Dienstagabend festgenommene 21-Jährige sei in Aachen gemeldet und bewege sich in der extremistisch-islamistischen Szene. Die Stadt habe ein Ausreiseverbot verfügt. Zudem sollte der Reisepass eingezogen werden.

Der 21 Jahre alte Mann werde als gewaltbereit eingeschätzt und sei als Träger von Waffen auffällig geworden, teilte die Polizei mit. Als die Spezialkräfte den Mann ansprachen, sei er zunächst geflüchtet und habe sich massiv gewehrt. Die Ermittler stellten ein Messer sicher. Der Festgenommene hat die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit. Eine polizeilich bekannte Begleitperson des 21-Jährigen wurde ebenfalls vorläufig festgenommen.

Wuppertal gilt als Hochburg radikaler Islamisten. Im vergangenen Jahr hatte zudem die Patrouille der selbst ernannten «Scharia-Polizei» für bundesweites Aufsehen gesorgt.

Mi, 2015-07-08 07:49
Singapur (dpa)

Ölpreise geben wieder nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Mittwoch nach einer zwischenzeitlichen Erholung am Vortag wieder gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 56,53 US-Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 33 Cent auf 52,00 Dollar.

Die Verluste wurden überwiegend mit der grundsätzlich schlechten Stimmung an den Rohstoffmärkten erklärt. Viele Investoren verabschiedeten sich derzeit von riskanteren Anlagen, zu denen auch Rohöl gehört. Ein Grund dafür ist die anhaltende Talfahrt am chinesischen Aktienmarkt. Regierung und Notenbank haben deswegen abermals eingegriffen, um sich gegen die scharfen Kursverluste zu stemmen.

Mi, 2015-07-08 07:03
Framersheim/Mainz (dpa)

Bestandsaufnahme und Aufräumen in Framersheim

Framersheim/Mainz (dpa) - Im rheinhessischen Framersheim gehen nach dem heftigen Unwetter die Bestandsaufnahme und Aufräumarbeiten am Mittwoch weiter. Der Ort werde bei Tageslicht wohl überflogen, um ein genaueres Bild der Zerstörung zu erhalten, sagte ein Polizeisprecher am Morgen in Mainz. Nach dem Tornado am Dienstagabend seien einige Schäden sicherlich übersehen worden. Er bestätigte aber die Angaben des Ortsbürgermeisters Ulrich Armbrüster (FWG) vom Vorabend, wonach bis zu 100 Häuser beschädigt worden seien. Bei dem Gewitter waren einige Menschen leicht verletzt worden.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mi, 2015-07-08 07:11
Seoul (dpa)

Zahl der Mers-Toten in Südkorea steigt auf 35

Seoul (dpa) - In Südkorea sind nach einer Woche ohne Mers-Todesfall zwei weitere Patienten an der Atemwegserkrankung gestorben. Eine 50-jährige Frau mit einer Vorerkrankung sowie ein 70 Jahre alter Mann seien der Infektionskrankheit erlegen, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Sejong am Mittwoch mit. Damit stieg die Zahl der Todesfälle auf 35. Mers grassiert in dem ostasiatischen Land seit Mai.

Den dritten Tag nacheinander wurden allerdings keine Neuerkrankungen gemeldet. Die Zahl der Todes- und Krankheitsfälle lag bei 186. Nach Angaben der Behörden waren noch mehr als 800 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, in Quarantäne. Diese Zahl stieg seit Dienstag um mehr als 100. 

Nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea hatte sich das Virus, gegen das es bisher keinen Impfstoff gibt, rasch ausgebreitet. Es ist der größte Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel. Mers zählt wie viele Erkältungsviren und auch der Sars-Erreger zu den Coronaviren. 

Mi, 2015-07-08 07:45
Athen (dpa)

Athener Presse: «Euro oder Drachme am Sonntag»

Athen (dpa) - Die griechische Presse sieht das Ende des griechischen Dramas spätestens bis Sonntag. Die Regierung müsse sich entscheiden.

«Euro oder Drachme bis Sonntag», titelt die konservative Traditionszeitung «Kathimerini» am Mittwoch. Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis hätten mit dem Schicksal des Landes gespielt und verloren. Die Partner sagten jetzt offen: Ohne Einigung gebe es am Sonntag das «schwarze Szenario» des Grexit. Jetzt müsse Tsipras seine Partei ignorieren und seine «patriotische Pflicht» erfüllen, das Land im Euroland zu halten. Wenn er die Partei nicht an die kurze Leine nehmen könne, solle er der Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit zustimmen. Unternehme er nichts, würde das beweisen, dass er einen Plan zum Austritt Griechenlands aus dem Euro habe.

Die linke Zeitung «Efimerída ton Syntaktón», titelt: «Sie (die Gläubiger) wollen eine bedingungslose Kapitulation». Die Gläubiger forderten mit einem neuen Ultimatum harte Sparmaßnahmen.

Auch die Boulevardzeitung «Ethnos» sieht nur noch zwei Möglichkeiten: «Abkommen oder Grexit», titelt das Blatt. Bis Freitag müsse Athen antworten. Danach wird ein EU-Gipfel über den Verbleib mit einem harten Sparprogramm oder einen Austritt aus der Eurozone mit humanitärer Hilfe entscheiden, berichtet die Zeitung.

Die konservative Zeitung «Eleftheros Typos» titelt: «Hellas SOS. Sparprogramm für den Verbleib in der EU oder Drachme und ein Griechenland der Ditten Welt». Dramatisch seien die Stunden nach dem Ultimatum der Eurozone. Tsipras habe mit «verbrecherischen politischen Aktionen das Land einen Schritt vor den Abgrund manövriert», meint das Blatt.

Das Sprachrohr der regierenden Linspartei Syriza «I Avgi» titelt: «Fünf-Tage-Kampf für eine endgültige Lösung». Bis Sonntag werde es eine tragfähige Lösung geben.

Die Traditionszeitung der politischen Mitte «Ta Nea» meint, die Regierung und die Partner würden sich am Ende einigen. Die Regierung unter Alexis Tsipras bewege sich in die Richtung eines Abkommens, der den Verbleib in der Eurozone sichert. Der Preis dafür werde ein noch härteres Sparprogramm sein.

Die in Thessaloniki erscheinende Zeitung «Angeliaforos» titelt: «Letzte Chance am Sonntag.»

Mi, 2015-07-08 06:15
Wuppertal/Aachen (dpa)

Spezialkräfte nehmen mutmaßlichen Islamisten in Wuppertal fest

Wuppertal/Aachen (dpa) - Spezialkräfte der Polizei haben im nordrhein-westfälischen Wuppertal einen mutmaßlichen Islamisten vorläufig festgenommen. Eine «offenbar unmittelbar bevorstehende Ausreise» in das syrisch-irakische Kriegsgebiet sei dadurch verhindert worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der am Dienstagabend festgenommene 21-Jährige sei in Aachen gemeldet und bewege sich in der extremistisch-islamistischen Szene. Die Stadt habe ein Ausreiseverbot verfügt. Zudem sollte der Reisepass eingezogen werden. Als die Polizei den Mann ansprach, sei er zunächst geflüchtet und habe sich massiv gewehrt.

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Mi, 2015-07-08 05:01
Berlin/Brüssel (dpa)

Emissionshandel

Berlin/Brüssel (dpa) - Wenn die «Nutzung» der Umwelt jeden «Nutzer» auch etwas kostet, wird ihre Zerstörung abnehmen - das ist die Grundidee hinter dem Emissionshandel. Werden Klimabelastungen wie CO2-Emissionen ihren Verursachen direkt zugerechnet und bekommen sie einen Preis, so die Erwartung, dann wird auch der Anreiz zunehmen, sie zu verringern - anstatt sie auf Kosten anderer Betroffener und des Klimas insgesamt auszuweiten. Dazu wurde ein Markt geschaffen, auf dem Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten gehandelt werden. Die EU-Staaten starteten 2005 das erste länderübergreifende System, Europa will dabei auch Vorbild sein für ähnliche Regelwerke in aller Welt. Die Hoffnung: Ein solches Marktmodell kann die Interessen von Wirtschaft und Umweltschützern besser ausbalancieren.

Mi, 2015-07-08 05:00
Berlin/Brüssel (dpa)

Was kostet die Umwelt? - Preis für Verschmutzung schwer zu bestimmen

Berlin/Brüssel (dpa) - Warum gehen viele Menschen und Unternehmen nicht sparsam genug mit den natürlichen Ressourcen um? Ökonomen verweisen hier auf die besonderen Eigenschaften des «Gutes» Umwelt.

- Kern des Problems ist, dass angemessene PREISE für die Nutzung der Umwelt nur schwer bestimmt werden können. Weil sie allen zugänglich ist und man einzelne Verschmutzer nicht von ihrem gleichzeitigen «Konsum» ausschließen kann, lassen sich Umweltkosten kaum individuell zuordnen. Dies ist eine besondere Qualität «öffentlicher Güter», zu denen auch Frieden, Infrastruktur oder Grundlagenforschung gehören.

- In der Folge bedienen sich Haushalte und Industrie einfach an der Umwelt, ohne die Belastungen für alle einzukalkulieren. Kosten und Risiken, die bei der Nutzung von Gemeinschaftsressourcen anfallen, werden auf die Gesellschaft abgewälzt: Ein TRITTBRETTFAHRER-EFFEKT entsteht. Auch in der Debatte um die steuerfinanzierte Bankenrettung gab es Kritik an einer «Sozialisierung» privat verursachter Lasten.

- «Externe Effekte» wie Klimawandel, Gewässerverschmutzung oder Raubbau an Rohstoffen machen räumlich und zeitlich zudem nicht vor nationalen Grenzen oder verschiedenen Generationen halt. Sie treffen letztlich alle. Darum muss der STAAT eingreifen, spezielle Steuern erheben oder Nutzungsrechte und Entschädigungsansprüche zuweisen.

- Um den Treibhausgasausstoß zu drosseln, wurde der EMISSIONSHANDEL eingerichtet. Energieerzeuger, die viel CO2 in die Atmosphäre geben, müssen entsprechende Verschmutzungsrechte kaufen. Problematisch ist, dass der Preis für diese Zertifikate zuletzt stark sank und Betrüger die Komplexität des Handelssystems für eigene Zwecke ausnutzten.

Mi, 2015-07-08 05:00
/Berlin (dpa)

Kampf dem Klimakollaps - EU reformiert den CO2-Handel Von Jan-Henrik Petermann und Martina Herzog, dpa

Auf dem Klimagipfel in Paris Ende des Jahres müssen die Staaten endlich verbindliche Zusagen zur CO2-Senkung machen, mahnen Experten. Einen Beitrag soll in Europa der überfällige Umbau des Handels mit Verschmutzungsrechten liefern.

Straßburg/Berlin (dpa) - Für viele Forscher ist es - mindestens - fünf vor zwölf: Der Menschheit könnte ein Zeitalter der Klimakatastrophen drohen, wenn sich die Erderwärmung nicht eindämmen lässt. Im Dezember trifft sich die internationale Gemeinschaft in Paris, dort soll nach etlichen gescheiterten Anläufen der Durchbruch für verpflichtende Ziele zur Senkung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) gelingen. An diesem Mittwoch stimmt das EU-Parlament über neue Regeln für ein wichtiges Instrument der Klimapolitik ab - den Emissionshandel.

Was ist eigentlich Emissionshandel, und wie funktioniert er?

Unter Umweltzerstörung leiden alle, aber die Verantwortlichen zahlen in der Regel nicht dafür. Die Grundidee des Emissionshandels ist es, den Urhebern von Umweltverschmutzung - zum Beispiel Unternehmen - Kosten aufzuerlegen. Bekommen Umweltbelastungen wie CO2-Emissionen einen Preis, so die Erwartung, dann wird auch der Anreiz größer, sie zu verringern. Dazu wurde ein Markt geschaffen, auf dem Unternehmen untereinander mit Verschmutzungsrechten (Zertifikaten) handeln. Ein Zertifikat steht für eine Tonne CO2.

Wo liegt denn nun das Problem?

Der Preis für die CO2-Zertifikate ist niedriger als ursprünglich erwartet. Grund ist unter anderem die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre - die Industrie stieß weniger Treibhausgase aus als zuvor erwartet, damit blieben mehr ungenutzte Rechte auf dem Markt, was wiederum den Preis drückte. Nach EU-Angaben waren es 2013 etwa 2,1 Milliarden Zertifikate zu viel. Gehandelt wird ein Zertifikat aktuell für etwa 7,50 Euro - weniger als erwartet. Damit fehlen Anreize zum Energiesparen oder für Investitionen in klimafreundlichere Technologien.

Welche Kritikpunkte gibt es am bisherigen System?

Mit dabei sind mehr als 11 000 energieintensive Anlagen, also Kraftwerke und Fabriken aus allen 28 EU-Staaten sowie Island, Norwegen und Liechtenstein - das entspricht laut EU-Kommission 45 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen in Europa. Aus Sicht von Klima-Aktivisten müssen aber nicht nur die beteiligten Unternehmen und Airlines auf innereuropäischen Strecken, sondern weitere energieintensive Branchen einbezogen werden. Außerdem gelten die derzeitigen Bestimmungen etlichen Kritikern als zu kompliziert.

Was schlagen die Reformer vor?

Die EU verknappt das Angebot an CO2-Zertifikaten, darauf haben sich Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments geeinigt. Am Mittwoch sollen die Abgeordneten diesem Beschluss im Plenum zustimmen. Demnach soll ab 2019 die Zahl der Verschmutzungsrechte stärker sinken. Etwa 1,5 Milliarden CO2-Rechte sollen dann in eine Art Ablage geschoben werden, wo sie dem Markt auf lange Sicht entzogen wären. Bevor die Neuerung rechtskräftig wird, müssen die EU-Staaten noch auf Ministerebene zustimmen. Diese reine Formalie ist für September vorgesehen. In einem späteren Reformschritt soll ab 2021 die Zahl der verfügbaren Zertifikate jedes Jahr dann noch stärker sinken als bisher.

Ist es realistisch, andere Industrien einzubeziehen?

Der Gegenwind ist teils groß. So warnte in Deutschland etwa die Wirtschaftsvereinigung Metalle vor Millionenkosten für die Industrie. Einige Autobauer, die sich beim Thema CO2 vor allem an den strikteren EU-Abgasvorschriften orientieren müssen, zeigen sich aber offen. Statt nur auf den Durchschnittsverbrauch von Neuwagen zu schauen, sei eine Einbindung in den Emissionshandel zu prüfen, meinte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann schon Ende Februar. Experten der Deutschen Bank hatten zuvor bereits betont: Ein Einschluss des Straßenverkehrs über Verschmutzungsrechte - zum Beispiel bei Raffinerien und im Ölimport - könnte insgesamt effizienter sein als über CO2-Grenzwerte für Autos.

Wie tricksen Betrüger das System aus?

Kriminelle haben die komplexe Struktur des Emissionshandels genutzt, um in die eigenen Taschen zu wirtschaften. Ein häufig angewendeter Trick: Bei Steuerkarussell-Geschäften werden Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen - Betrüger ließen sich die Steuer trotzdem vom Finanzamt zurückerstatten. Eine Tätergruppe prellte den deutschen Staat so um rund 850 Millionen Euro. Rund um die Deutsche Bank gab es Ermittlungen. In Hamburg liefen bereits Strafprozesse.

Am Ende also doch wieder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Nur mit besserem Emissionshandel lässt sich das Klima nicht retten - aber ein besserer Emissionshandel ist ein Teil einer funktionierenden Klimastrategie. Ziehen nicht hinreichend viele Staaten mit, könnten selbst ehrgeizigere EU-Regeln allerdings nicht allzu viel bringen, wie das Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA) in Hamburg betont: «Die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), die USA und die EU bekunden zwar verbal ihren Willen, blockieren sich aber oftmals selbst.»

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Mi, 2015-07-08 04:55
Offenbach (dpa)

Kräftige Gewitter über Deutschland - Aufräumen in Framersheim

Kurze aber kräftige Unwetter halten Deutschland auf Trab. Eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz trifft es besonders: Zahlreiche Häuser sind zum Teil schwer beschädigt.

Offenbach (dpa) - Gewitter haben in mehreren Regionen Deutschlands zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Schäden angerichtet. Verletzte gab es nach Polizei-Angaben kaum, Einsätze dafür aber viele. 

Besonders betroffen war der 1600-Einwohner-Ort Framersheim in Rheinland-Pfalz, durch den laut Polizei am Dienstag eine Windhose zog. Der Sturm riss die Dächer mancher Gebäude halb oder ganz weg, wie Bürgermeister Ulrich Armbrüster berichtete. Er sprach von einem Schaden in Höhe von acht bis zehn Millionen Euro. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sagte, betroffen seien mehr oder weniger 60 bis 100 Häuser. Einige Menschen seien von umherfliegenden Gegenständen und beim Aufräumen leicht verletzt worden. Die Aufräumarbeiten gehen in dem Ort am Mittwoch weiter.

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und abgedeckte Dächer hielten die Einsatzkräfte auch andernorts bis in die frühen Morgenstunden auf Trab. Im hessischen Hessisch-Lichtenau richtete ein Blitzeinschlag der Polizei zufolge in einem Wohnhaus 150 000 Euro Schaden an. Ebenso hoch war der Schaden im niedersächsischen Harsum, wo ein Feuer den Dachstuhl eines Hauses zerstörte. Verletzt wurde niemand: Die Familie war im Urlaub.

Stromausfälle meldete die Polizei im baden-württembergischen Weinheim. Drei Hochspannungsmasten brachte der Sturm in Seegebiet Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt zu Fall - 1800 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. In Kelbra kippte durch den Sturm ein Wohnwagen um, dabei wurde ein Mensch schwer und ein weiterer leicht verletzt. Faustgroße Hagelkörner zerstörten den Angaben zufolge Vor- und Garagendächer, Straßen wurden überflutet. Rund 400 Feuerwehrmänner waren im betroffenen Landkreis im Einsatz.

Die Gewitter und Unwetter waren vom Südwesten Richtung Osten gezogen und hatten am Abend und in der Nacht Brandenburg, Berlin, Sachsen und Bayern erreicht. Auf dem Berliner Flughafen Schönefeld wurde um 21.34 Uhr für mehr als eine halbe Stunde die Abfertigung eingestellt, wie ein Sprecher sagte.

Die Deutsche Bahn verzeichnete bis kurz vor Mitternacht nur kleinere Störfälle. Auf Nebenstrecken seien vereinzelt Bäume und Äste in Oberleitungen gefallen und hätten zu Verspätungen geführt, sagte ein Sprecher.

Heftiger Regen und Orkanböen ließen auch die Einsatzkräfte in Oberfranken in Bayern 53 Mal ausrücken. Im Landkreis Hof stürzte ein Baum auf die Fahrbahn - ein Auto prallte dagegen. Einer der Insassen wurde schwer, die anderen drei leicht verletzt.

Die Unwetter sorgen für Abkühlung in Deutschland: Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge soll es einen Temperatursturz um teils mehr als zehn Grad geben. Am Mittwoch steige das Thermometer nur noch auf durchschnittlich 20 Grad, vereinzelt seien bis zu 25 Grad drin.

Mi, 2015-07-08 05:30
Hamburg (dpa)

Handel gegen Hunger - Hamburg als Drehscheibe für Getreide Von Eckart Gienke, dpa

Was tun gegen den Hunger in der Welt? Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft setzt auf mehr Produktion und Handel mit Nahrungsmitteln. Der Hafenstadt Hamburg fällt eine Schlüsselrolle zu.

Hamburg (dpa) - Am Kai der Hamburger Umschlagfirma Habema hat der Getreidefrachter «Agnes» festgemacht. Kaum eine Touristenbarkasse verirrt sich in diesen Teil des Hamburger Hafens. Hier werden nicht Container umgeschlagen, sondern Agrargüter. Riesige Saugrüssel beladen die sieben Ladeluken der «Agnes» mit Weizen, rund 70 000 Tonnen. Am Abend soll der 225 Meter lange Frachter auslaufen in Richtung Sudan. In dem armen afrikanischen Land wird der Weizen dringend benötigt. Der Sudan gehört zu den Ländern, die sich nicht mit Nahrungsmitteln versorgen können.

«Davon gibt es immer mehr», sagt Habema-Chef Manfred Thering. Viele Länder bieten nicht die natürlichen Voraussetzungen, um ausreichend Getreide, Gemüse und Obst anzubauen. Sie sind angewiesen auf den Import von Agrargütern, um ihre wachsenden Bevölkerungen zu versorgen. «Das müssen wie leisten», meint Thering. Rund 7,3 Milliarden Menschen leben auf der Erde. In jeder Sekunde kommen zwei bis drei hinzu, in jedem Jahr 80 Millionen, das ist einmal die Bevölkerung Deutschlands. Bis 2050 werden es mehr als neun Milliarden Menschen sein, die Nahrung, Energie und Wohnraum benötigen. Die Vereinten Nationen erinnern in jedem Jahr am 11. Juli an den «Tag der Weltbevölkerung».

Etwa 800 Millionen Menschen hungern, vor allem in Asien und Afrika. Sie bekommen regelmäßig weniger Kalorien, als sie mindestens brauchen. «Wir müssen die Produktion von Lebensmitteln deutlich steigern», fordert Volker Petersen vom Deutschen Raiffeisenverband. Die Anbauflächen weltweit werden zwar nicht mehr erweitert, sondern schrumpfen eher. Dennoch ließen sich auf den vorhandenen Flächen deutlich mehr Nahrungsmittel herstellen, wenn die Produktivität in allen Teilen der Welt auf das Niveau in Deutschland oder Frankreich gesteigert werden könnte. Dort wirft der Boden die doppelte bis dreifache Erntemenge ab wie im Durchschnitt anderer Länder.

Doch was nützt mehr Menge, wenn sie nicht den Verbraucher erreicht. Erhebliche Teile der produzierten Lebensmittel weltweit werden nicht verzehrt. In den Industriegesellschaften werden sie aus Überfluss weggeworfen, allein in der EU rund 90 Millionen Tonnen pro Jahr. In den Entwicklungsländern verderben sie auf dem Weg vom Feld zum Markt, können nicht abgeerntet oder transportiert werden. «Es sind Mängel in der Infrastruktur und «bad governance», schlechte Verwaltung und Regierung, die oft dazu führen, dass die Agrarproduktion unter ihren Möglichkeiten bleibt», sagt Petersen.

Die wachsende Weltbevölkerung und die weltweite Arbeitsteilung hat bei der deutschen Lebens- und Futtermittelwirtschaft und dem Agrarhandel zu einem Aufschwung geführt. Nahrungsmittel sind Big Business. Von 2000 bis 2013 verdreifachte sich der weltweite Handel mit Agrarprodukten von 400 Milliarden auf 1,3 Billionen Dollar. Die EU exportiert Lebensmittel für 120 Milliarden Euro pro Jahr und ist damit Nettoexporteur. Auf der Hitliste der beliebsten Exportwaren liegen Agrarprodukte damit auf Platz vier, hinter Maschinen, Chemie und Pharmazie.

Oft handelt es sich um hochveredelte und damit teure Endprodukte, so wie Süßwaren, Wein und Spirituosen, Milch- und Fleischprodukte, Käse oder Butter. «Europäische Lebensmittel sind weltweit sehr gefragt», sagt Petersen. Doch auch Agrarrohstoffe wie Weizen, Raps und Soja werden über den Hamburger Hafen als dem führenden deutschen Getreidehafen ein- und ausgeführt, mit stetig steigender Tendenz. Zuletzt wurden 8,2 Millionen Tonnen Sauggüter umgeschlagen, so viel wie nach nie. Auf die Firma Habema entfallen allein 3,7 Millionen Tonnen. Sie transportiert unter anderem Weizen, das meistgehandelte Agrargut, in den Nahen Osten und nach Nordafrika. Ein Beitrag gegen den Hunger, und auch ein sicheres Geschäft. Der Umschlag von Habema hat sich seit 2006 verdreifacht.

Mi, 2015-07-08 04:15
Wien (dpa)

Nach Verlängerung der Atomgespräche wächst die Skepsis

Die Frist für eine Einigung im Atomstreit wird erneut verlängert. Eine gute Einigung ist wichtiger als eine schnelle, meint US-Außenminister Kerry. Dennoch macht sich Nervosität breit.

Wien (dpa) - Die Verlängerung der Atomverhandlungen mit dem Iran lässt Zweifel an einem erfolgreichen Ausgang der Gespräche aufkommen. Es werde außerordentlich schwer, die letzten Hürden aus dem Weg zu räumen, sagte ein westlicher Diplomat in Wien. Zuletzt seien die Diskussionen sehr hitzig gewesen.

Am Mittwoch wollen vor allem die politischen Direktoren und Experten versuchen, doch noch eine Einigung vorzubereiten. Die Außenminister der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) sowie der Iran hatten am Dienstag eine ursprüngliche Frist für ein Abkommen verstreichen lassen. Eine neue Deadline wurde offiziell nicht genannt. Vieles deutet aber darauf hin, dass die Verhandler bis zum Freitag (10. Juli) weiterarbeiten wollen. 

Es geht darum, dass Teheran keine Atombombe bauen kann. Der Iran will seinerseits die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen erreichen. Die Frist für eine Beilegung des Konflikts wurde schon mehrmals verlängert.

Differenzen gibt es laut Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) noch bei Kontrollmöglichkeiten und bei Zeitfragen. So sei umstritten, in welcher zeitlichen Abfolge die Sanktionen aufgehoben werden, sobald der Iran seine Verpflichtungen zur strukturellen Verringerung seiner Atom-Kapazitäten erfülle, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in den ARD-«Tagesthemen». 

Außerdem sei es aufgrund des in der Vergangenheit vom Iran zerstörten Vertrauens besonders wichtig, dass intensive Kontrollen des Atomprogramms möglich seien. Steinmeier hat wegen der verlängerten Verhandlungen eine ursprünglich für diese Woche geplante Reise nach Kuba verschoben.

Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi betonte, dass alle Sanktionen - darunter auch ein Waffenembargo der UN - aufgehoben werden müssten. Grundsätzlich müsse die «Sanktions-Mentalität» vom Verhandlungstisch.

Die Verlängerung hat Konsequenzen: Liegt dem US-Kongress eine Übereinkunft erst nach dem 9. Juli um Mitternacht (Ortszeit) vor, verdoppelt sich die Zeit für eine Überprüfung durch die Abgeordneten auf 60 Tage. Das würde Gegnern eines Abkommens - besonders in den USA, im Iran und auch in Israel - mehr Zeit geben, eine Übereinkunft zu torpedieren.

Mi, 2015-07-08 04:00
Potsdam (dpa)

Hannes Jaenicke kann Geländewagen in Städten nicht ausstehen

Potsdam (dpa) - Große Geländewagen sind Schauspieler Hannes Jaenicke (55) in Städten ein Dorn im Auge. «Die sollten so stark besteuert werden, dass die Leute sie sich nicht mehr leisten können. Mit dem Geld könnten dann zum Beispiel Umweltprojekte finanziert werden», sagte Jaenicke der Deutschen Presse-Agentur. «Wer braucht schon SUV? Es sei denn, man ist Förster oder Bauer und lebt auf einer Alm, wo es im Winter echt nicht anders geht», findet er. Auf dem Land sehe man aber nur ganz wenige riesige Geländewagen. «Aber in den Städten fahren alle SUV - dann heißt es immer «da sitz ich so schön hoch».»

Ganz ohne Auto komme er leider nicht aus, sagte Jaenicke in Potsdam. Er fahre aber ein Elektro-Auto. «Ich bin beim Umweltschutz mit mir selber relativ streng. Aber ich mache auch dauernd faule Kompromisse. Ich habe eine katastrophale CO2-Belastung durch die Fliegerei. Beim Film wird geflogen wie verrückt.»

Am Dienstagabend war im ZDF seine Reportage «Hannes Jaenicke - Im Einsatz für Löwen» im Programm. Davor waren in der Reihe bereits Filme über Gorillas, Haie und Elefanten zu sehen. Er würde wahnsinnig gern Meeressäuger und Delfinarien thematisieren, sagte Jaenicke. «Es geht bei unseren Tier-Dokus immer um den Verlust des Lebensraumes. Das könnte man auch mit einem Film über Koala-Bären oder Molche machen. Aber der hätte vermutlich keine Quote.»

Mi, 2015-07-08 03:14
Berlin (dpa)

Gewitter über Deutschland: Kurz, heftig, wenige Verletzte

Berlin (dpa) - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage sind Gewitterfronten über Deutschland hinweggefegt. Verletzte gab es nach Polizei-Angaben kaum, Einsätze dafür viele: Besonders betroffen war der Ort Framersheim in Rheinland-Pfalz, durch den laut Polizei eine Windhose zog. Der Bürgermeister sprach von einem Schaden in Höhe von acht bis zehn Millionen Euro. Menschen verletzten sich nur beim Aufräumen leicht. In Kelbra in Sachsen-Anhalt kippte durch den Sturm ein Wohnwagen um - ein Mensch wurde schwer, ein anderer leicht verletzt.

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und abgedeckte Dächer hielten die Einsatzkräfte in Teilen Deutschlands bis in die frühen Morgenstunden auf Trab. Ein Blitz schlug im bayerischen Wiedergeltingen in eine Scheune ein. Wiederkehrende Stromausfälle meldete die Polizei im baden-württembergischen Weinheim.

Mi, 2015-07-08 01:47
York (dpa)

UN-Sicherheitsrat uneins über Srebrenica-Resolution

New York (dpa) - Der UN-Sicherheitsrat hat eine geplante Abstimmung über eine umstrittene Srebrenica-Resolution vorerst verschoben. Über das von Großbritannien eingebrachte Papier, das das Massaker in Srebrenica 1995 als Völkermord bezeichnet, hatte eigentlich am Dienstag (Ortszeit) entschieden werden sollen. Nachdem Russland sein Veto angekündigt hatte, wurde die Abstimmung aber auf Mittwoch verschoben. «Die Vertagung soll so viel Einheit wie möglich für die Resolution bringen, und ich hoffe, wir werden das morgen sehen», sagte Neuseelands UN-Botschafter und derzeitiger Ratsvorsitzender Gerard van Bohemen am Dienstag (Ortszeit) in New York.

Zuvor hatte Serbien scharfen Protest gegen die Resolution eingelegt und sich sogar an die britische Königin Elizabeth II. gewandt. «Mit dieser Resolution wird nur das serbische Volk verurteilt», hieß es in einem Brief an die Monarchin. Serbiens Verbündeter Russland hat bereits eine eigene Version der Resolution präsentiert, in der das Wort Völkermord nicht vorkommt.

Das Massaker im ostbosnischen Srebrenica jährt sich am 11. Juli zum 20. Mal. Serbisches Militär und Paramilitärs ermordeten rund 8000 muslimische Jungen und Männer. Internationale Gerichte stuften das als Völkermord ein. Serbien bestreitet das und spricht nur von einem schweren Verbrechen.

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Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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