So, 2015-04-19 05:17
Orleans (dpa)

Der teure Rechtsstreit mit BP nach «Deepwater Horizon»

New Orleans (dpa) - Wie teuer die Katastrophe auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» und die anschließende Ölpest für BP werden könnte, ist noch nicht absehbar. Fischer, Hotel- und Restaurantbesitzer, Tourismus-Unternehmen sowie Einzelpersonen haben den britischen Ölriesen verklagt. Bis Ende 2014 zahlte BP in diesen Verfahren nach eigenen Angaben bereits rund 11,6 Milliarden Dollar (10,9 Milliarden Euro).

Die Strafzahlung könnte beim Konzern mit weiteren 13,7 Milliarden Dollar (12,9 Milliarden Euro) zu Buche schlagen. Nach Festlegung dieser Summe ging der Rechtsstreit im Rahmen des «Clean Water Act», dem Gesetz zur Reinhaltung des Wassers, in die entscheidende Phase. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit Kosten von 43 Milliarden Dollar - diese Zahl könnte aber noch deutlich steigen. 

BP verpflichtete sich gegenüber der Umweltbehörde EPA zwar, keine neuen Verträge mit der Regierung abzuschließen und bestehende Verträge nicht zu verlängern. Dieser 2012 erlassene Bann wurde im März 2014 jedoch aufgehoben. Damit hat BP bei der Auktion von Öl- und Gas-Leasingverträgen für den Golf von Mexiko die Möglichkeit, wieder ins Geschäft zu kommen. Die neue Vereinbarung gilt für fünf Jahre, in der BP eine Reihe von Auflagen zu Sicherheit und Unternehmensführung einhalten muss. 

So, 2015-04-19 05:15
Iqaluit (dpa)

Die Arktis und der Arktische Rat

Iqaluit (dpa) - Die an Bodenschätzen reiche Arktis ist eine meist eisbedeckte Land- und Meeresfläche von je nach Definition 20 bis 30 Millionen Quadratkilometern rund um den geografischen Nordpol. In dem Gebiet werden 30 Prozent der unerschlossenen Gasvorkommen und ein Siebtel der unerschlossenen Öl-Lagerstätten vermutet.

Laut World Wide Fund for Nature (WWF) stieg die durchschnittliche Lufttemperatur im 20. Jahrhundert um rund fünf Grad Celsius. Das arktische Packeis ging binnen 20 Jahren um etwa acht Prozent zurück. Mit fortschreitendem Klimawandel könnte die Region innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahrzehnte im Sommer nahezu eisfrei sein, schätzen Wissenschaftler. Damit könnten große Vorkommen von Bodenschätzen erreichbar werden. Umweltschützer sehen den Lebensraum von Eisbären, Walen und Walrossen bedroht.

Im Arktischen Rat arbeiten gemeinsam acht Staaten in verschiedenen Arbeitsgruppen an den großen Herausforderungen durch den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in der Nordpolarregion. Mitglieder des Rates sind neben den Artis-Anrainern Russland, Kanada, USA (Alaska), Dänemark (Grönland) und Norwegen (Spitzbergen) auch Island, Schweden und Finnland. Deutschland, China und Indien sowie weitere Staaten haben einen Beobachterstatus.

So, 2015-04-19 05:15
Iqaluit (dpa)

Frost in Iqaluit: Russland-Krise droht Arktis-Treffen zu überschatten Von Christina Horsten, dpa

Umweltschutz, Bodenschätze, Wirtschaft und Infrastruktur: Die Herausforderungen der Arktis sind vielfältig. Für das Ministertreffen des Arktischen Rates in Kanada liegen nun neue Abkommen auf dem Tisch - aber der Konflikt mit Russland droht alles zu überschatten.

Iqaluit (dpa) - Bei etwa -15 Grad Celsius liegt Ende April die Durchschnittstemperatur im nordkanadischen Städtchen Iqaluit - und die Atmosphäre der Gespräche beim anstehenden Ministertreffen des Arktischen Rates könnte ähnlich frostig werden. Ab dem kommenden Freitag (24. April) sind die Außenminister der acht Mitgliedsstaaten des Forums - Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA - zu der alle zwei Jahre stattfindenden zweitägigen Versammlung geladen. Seit dem letzten Ministertreffen 2013 in Schweden haben zahlreiche Arbeitsgruppen Übereinkünfte vor allem zu Umweltthemen entworfen, die nun eigentlich nur noch abgenickt werden müssten. Doch der Konflikt mit Russland droht alles zu überschatten.

Dabei gilt der 1996 gegründete Arktische Rat eigentlich als harmloses und damit auch friedliches Forum - vor allem deswegen, weil es um nicht viel geht. Entscheidungen können nur einstimmig getroffen werden, die verabschiedeten Abkommen sind lediglich Empfehlungen, für die Implementierung sind die einzelnen Staaten zuständig und das ohne große Überwachung, und Sicherheits- und Militärfragen sind offiziell von vorneherein schon einmal ganz ausgeklammert.

«Wenn man es damit vergleicht, wie es auf globaler Ebene aussieht, ist es im Arktischen Rat eigentlich unglaublich harmonisch», sagt dann auch die Arktis-Wissenschaftlerin Kathrin Keil vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. «Die Russen sind nicht ausgeschlossen worden und haben sich auch selbst nicht ausgeschlossen. Einige hoffen, dass der Rat vielleicht auch eine Möglichkeit bietet, dass die Akteure miteinander reden und dass nicht alle Gesprächsfäden abreißen.»

Aber die durch den Ukraine-Konflikt ausgelösten Verstimmungen zwischen Russland und der westlichen Welt seien trotzdem bis in den Arktischen Rat hinein zu spüren gewesen, sagt Keil, die für das mit einem Beobachterstatus ausgestattete Deutschland häufig in Arbeitsgruppen des Forums entsandt wird. «Ich war auf einem Taskforce-Treffen 2014 in Moskau und da sind die Amerikaner und die Kanadier nicht gekommen. Beim nächsten Treffen sechs Wochen später in Helsinki waren sie alle wieder da.» Im Gegenzug wolle nun Russlands Außenminister Sergej Lawrow auch nicht nach Iqaluit reisen, wurde in kanadischen Medien bereits spekuliert.

Dabei bräuchten sich die Partner im Arktischen Rat alle gegenseitig, erklärt Keil. Auch Russland, das seine Prioritäten vor allem auf die Bodenschätze und Energieressourcen lege, bilde da keine Ausnahme. «Es geht ihnen auch um eine stabile Region und gute Investitionsbedingungen.» Ein großer Effekt, den die Krise auf die Arktis habe, sei die Verlangsamung und teilweise auch der Stopp von Öl-Projekten in der russischen Arktis, weil das Land auf das Geld, die Expertise und die Zusammenarbeit mit den großen westlichen Firmen angewiesen sei.

Russland erhebt auch territoriale Ansprüche auf den Nordpol und baut derzeit seine Militärpräsenz in der Arktis immer weiter aus. In der an Bodenschätzen reichen Region, die mit fortschreitendem Klimawandel innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahrzehnte im Sommer eisfrei sein könnte, werden auch große unerschlossene Öl- und Gasvorkommen vermutet.

In Iqaluit werden die USA den Vorsitz des Arktischen Rates von Kanada übernehmen. Während Kanada den Fokus stark auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit gelegt hatte und dafür auch viel Kritik einstecken musste, wollen die USA, die bislang als eher wenig engagiertes Mitglied galten, wieder stärker den Umweltschutz in den Mittelpunkt stellen. Abkommen zur Verhinderung von Ölverschmutzung und zur Reduzierung von Ruß- und Methanemissionen liegen fertig auf dem Tisch.

Zudem haben sich erneut mehrere Staaten um einen Beobachterstatus beworben, darunter beispielsweise die Mongolei, die Schweiz und Griechenland. Weil vor allem das wirtschaftliche Interesse an der Region als Hintergrund vermutet wird, sind diese Anträge häufig umstritten. Aber die meisten Beobachterstaaten brächten sich dann gar nicht richtig ein, sagt Keil. «Wir haben eher ein Problem von Karteileichen.»

Die Arktis-Forscherin blickt trotz aller Konflikte optimistisch auf das anstehende Treffen. «Die meisten Teilnehmer machen das seit Jahren, man kennt sich persönlich, das hilft viel. Außerdem ist Kanada sehr interessiert daran, dass es ein tolles Event wird. Es ist ja der Abschluss ihrer Präsidentschaft, sie werden dafür sorgen, dass keine strittigen Themen auf den Tisch kommen.»

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So, 2015-04-19 05:16
Orleans (dpa)

Schwarzes Gold, schwarze Pest: Lange Nachwehen der BP-Ölkatastrophe Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Elf Tote, ein wochenlanges PR-Desaster und ein Ölteppich von der Größe Jamaikas: Die Explosion der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» war beispiellos. Fünf Jahre später liegen immer noch Teer-Klumpen an Louisianas Küste - und das Ausmaß der Katastrophe bleibt unklar.

New Orleans (dpa) - Der Tag beginnt für Al Sunseri mitten in der Nacht. Auf den Gehwegen lungern noch ein paar Trunkenbolde herum, als er gegen 3.30 Uhr in seinem Austernbetrieb in New Orleans das Licht anknipst. Die Äderchen in seinen Pupillen sind geplatzt, mit stark geröteten Augen blinzelt er in den Computerbildschirm. Im Internet will er Restaurants auf die Schliche kommen, die ihre Austern noch mit seinem Namen bewerben, aber längst nicht mehr Kunde sind. Der Wettbewerb um die Salzwasser-Delikatesse ist hart geworden - und wer in diesem Business etwas erreichen will, muss früh aufstehen.

Noch vor ein paar Jahren herrschte bei der «P&J Oyster Company» schon früh morgens Hochbetrieb: Kühltrucks rollten vor die Verladezone in der Toulouse Street, säckeweise kippten Mitarbeiter frisch gefangene Austern zur Weiterverarbeitung auf lange Stahltische. 15 oder 16 «shuckers» verarbeiteten den täglichen Fang mit schnellen Handgriffen, um sie pünktlich zum Mittagsmenü ab 11 Uhr an die feinsten Restaurants der Stadt zu liefern - oder per Flugzeug in andere Teile des Landes.

Heute steht in der Halle ein einziger Mann mit Schürze und Gummihandschuh und knackt schweigend ein Häufchen der kalten, grüngrauen Muscheln. Sunseri ist in seinem Büro derweil tief im braunen Ledersofa versunken und erzählt von dem Tag, der seinen seit fünf Generationen arbeitenden Familienbetrieb kräftig aus der Bahn werfen sollte: Die Explosion auf der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April 2010.

Kilometerweit waren in jener Nacht die Flammen zu sehen, als sich auf der schwimmenden Bohrplattform Gas entzündete und nach einer Explosion einen Großbrand auslöste. Für die 126 Mitarbeiter des britischen Ölkonzerns BP, der schweizer Bohrfirma Transocean und einigen anderen Unternehmen begann ein Kampf ums Überleben. Das Feuer war so gewaltig, dass Spezialisten aus Holland und dem mehr als 600 Kilometer entfernten Houston in Texas gerufen wurden, um den beispiellosen Brand auf hoher See mit Spezialausrüstung zu bezwingen.

Sie kamen zu spät. 36 Stunden brannte «Deepwater Horizon», ehe sich die Metallkonstruktion unter der immensen Hitze verbog, ehe Kräne ins Wasser stürzten und ganze Decks kollabierten. Knarzend und krachend schlug der Stahlkoloss mit Explosionen ein letztes Mal um sich, ehe er im brennenden Meer versank. Die Körper der elf Vermissten wurden nie gefunden - und ihr Tod wurde zum tragischen Vorboten dessen, was sich als schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA herausstellen sollte.

Wie Schokoladensirup habe der tiefschwarze Schlick an der Hand geklebt, wenn man sie vom Boot aus ins Wasser tauchte, erinnert sich Dave Marino. Er bringt Hobby-Angler raus auf die Barataria-Bucht, um den in Louisiana begehrten Roten Trommler und andere Fische zu fangen. «Du wirst es nicht glauben», habe ein Kollege zu ihm gesagt, als er die schimmernden Schlieren an der Wasseroberfläche entdeckte. «Öl strömt zu uns rein.» Was in den Wochen darauf folgte, waren Bilder verschmierter Vögel und Fische, ein Ölteppich von der Größe Jamaikas und 1000 Kilometer schmutzverklebte Küste.

Für Al Sunseris Unternehmen ist das Ausmaß der Katastrophe fünf Jahre später noch nicht absehbar. «Ohne Vermögen hätten wir das Geschäft aufgeben müssen», sagt er. Erinnerungsstücke in seinem Büro erzählen die Geschichte eines 139 Jahre alten Familienbetriebs - dem ältesten durchgehend operierenden Austernunternehmen in der US-Geschichte, das er heute mit seinem Bruder Sal betreibt. Aber welche Zukunft haben die Nachfahren sizilianischer Einwanderer, wenn sie fast der gesamten Belegschaft kündigen mussten und heute etwa ein Drittel der ursprünglichen Menge von 2010 verkaufen? Wenn sie mit einem Preisanstieg von 300 Prozent kämpfen? Und wenn selbst Edel-Restaurants dem Traditionsbetrieb deshalb den Rücken kehren?

Unten am Hafen von Pointe à la Hache geht es den Fischern nicht anders. «Ich bin 2010 ausgestiegen. Mein Bruder und ich waren bankrott», sagt Mike Taylor Junior. Heute helfen die beiden ihrem Vater, rund 500 Kilogramm Blaukrabben von zwei kleinen Booten auf einen Truck zu laden. Ein Anwalt habe ihm geraten, keine Einigung über Schadensersatz von BP zu unterschreiben, sagt Vater Mike Taylor. «Aber wenn man kurz davor steht, alles zu verlieren, muss man einfach unterschreiben.» Die Entschädigungszahlung von 25 000 Dollar bewahrte ihn damals davor, sein Haus verkaufen zu müssen - heute fürchtet er erneut, es nicht länger halten zu können.

«Arme Leute, arme Leute», sagt Orin Bentley, der 2012 aus dem Krabbengeschäft ausgestiegen ist. Pointe à la Hache auf der östlichen Seite des Mississippi-Deltas sei am härtesten getroffen worden. Das BP-Angebot von 140 000 Dollar habe er annehmen müssen, so viel Geld auf einen Schlag habe er noch nie besessen. Einen Anwalt konnte er sich nicht leisten. Und wie kommt er jetzt über die Runden? «Mit der Gnade vom lieben Gott. Du hoffst, eine Mahlzeit zu fangen und ein paar Nickel zu verdienen», sagt der 48-Jährige und zieht an einer erloschenen Zigarette. Möwen segeln über den rostigen Trawlern, aus einem Taschen-Lautsprecher tönt «Don't Stop» von Fleetwood Mac.

Wie viel Rohöl tatsächlich in den Golf von Mexiko sprudelte, darüber streiten sich BP und die amerikanische Regierung bis heute. 3,19 Millionen Barrel - mehr als 380 Millionen Liter - waren es dem letzten Richterbeschluss zufolge, also mehr als vom Konzern angegeben und weniger als von der Regierung geschätzt. Bis die Folgen der Ölpest für Umwelt, Tourismus und Fischerei bekannt sind, dürften noch Jahre vergehen, und auch der letzte Gerichtsentscheid steht noch aus.

Fest steht, dass die Schließung der Quelle in 1500 Metern Tiefe selbst Spitzeningenieuren monatelang Kopfzerbrechen bereitete: Erst nach vier gescheiterten Plänen und 87 Tagen, in denen BP zunehmend verzweifelt wirkte, konnte schließlich eine Stahlglocke über die Quelle gestülpt und der Strom aus dem Ölfeld «Mississippi Canyon 252» gestoppt werden. Zuvor hatten die Experten unter anderem Golf- und Tennisbälle mit allerlei Plastikschrott und Spezialschlamm in das Leck gepumpt - vergeblich. Der Strom aus der Quelle war einfach zu stark.

Verschlimmert wurde das PR-Desaster durch den später zurückgetretenen BP-Chef Tony Hayward, der mit immer neuen, fragwürdigen Aussagen herumpolterte. «Womit zum Teufel haben wir das verdient?», soll er zu BP-Vorständen kurz nach dem Unfall gesagt haben. Dann erklärte er, dass der Golf von Mexiko im Verhältnis zum austretenden Öl und den rund sieben Millionen Litern Dispergiermittel unglaublich groß sei und die Auswirkungen deshalb «sehr, sehr gering». Ende Mai 2010 sagte er schließlich: «Ich will mein Leben zurück.» Präsident Barack Obama gestand öffentlich ein, dass er Hayward längst gefeuert hätte.

In immer neuen Berichten und Pressemitteilungen kämpfen Regierung, Forscher, Umweltschützer, Wirtschaftsverbände und der britische Konzern um die Deutungshoheit dessen, was sich seit dem Unfall im Golf von Mexiko wirklich abgespielt hat. «Die Umwelt am Golf zeigt starke Zeichen von Erholung, vor allem wegen seiner natürlichen Belastbarkeit sowie der beispiellosen Reaktion und der Aufräumarbeiten», teilte Laura Folse, BP-Chefin für Umweltsanierung, Mitte März mit. Der Golf kehre zu den Bedingungen zurück, die vor der Ölpest herrschten, heißt es im Fünfjahresbericht.

Die Antwort kam postwendend. «Es ist unangemessen und voreilig von BP, Schlussfolgerungen über die Folgen der Verschmutzung zu ziehen, bevor die Beurteilung abgeschlossen ist», antwortete der Rat der Umweltbehörden NOAA und EPA, den Innen-  und Landwirtschaftsministerien sowie den fünf betroffenen Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas. Der Konzern wende die von Experten erhobenen Daten nicht nur falsch an und interpretiere diese auch falsch, sondern ignoriere Berichte von Forschern, die diese Einschätzung nicht teilten. Kaum war der BP-Bericht online, entdeckten Umweltschützer der National Wildlife Federation auf einer Insel rund 20 Arbeiter, die Reste einer mehr als elf Tonnen schweren Teer-Ablagerung in Säcke schaufelten.

Alisha Renfro hat dort am Strand gerade wieder ein schwarzes Bällchen entdeckt. Wer mit ihr einen Spaziergang über die Insel East Grand Terre macht, muss nicht lang suchen: Alle paar Minuten bückt sich die Meeresbiologin und pult dunkle, klebrige Teer-Klümpchen aus dem Sand. Meist werden die «tar balls» nach Stürmen an Land gespült. «So etwas werden wir in der Umwelt noch ein paar Jahre sehen», sagt Renfro, als sie plötzlich einen dicken Nugget findet. Der feste Teer-Klumpen von der Größe eines Ziegelsteins lässt sich aufbiegen wie Gummi, das Innere riecht wie frisch aufgegossener Asphalt.

Das Ökosystem im Mississippi-Delta und im Golf ist zu komplex, als dass man mit dem Finger nur auf BP zeigen könnte, um dem Konzern sämtliches Unheil in die Schuhe zu schieben. Forscher sind uneins, ob etwa der drastische Rückgang der Austernbestände seit 2010 vielleicht auch durch andere Faktoren beeinflusst werden könnte. Für viele Pflanzen- und Tierarten fehlt es schlicht an Daten vor dem Unfall. Aber es gibt Hinweise auf die Schäden im System: 2014 wurde in ehemals verölten Gegenden etwa die vierfache Zahl toter Delfine gefunden als vor der Ölpest. Der Große Tümmler leidet dort unter anderem an Lungenkrankheiten, Zahnausfall und Nierenproblemen - Symptome also, die nach dem Kontakt mit Öl auftreten.

Und so bleibt der Fall «Deepwater Horizon» auch fünf Jahre später eine Frage der Zukunft. Von den 14,3 Milliarden Dollar Kosten, die BP für die Katastrophe bislang beziffert, ist in den stark verarmten Gemeinden im Bezirk Plaquemines Parish wenig geblieben. Die Rechnung könnte für den Ölriesen noch deutlich teurer werden. Die Kinder und Enkel der Fischer werden aber irgendwann entscheiden müssen, ob sie ihr Glück noch mit Austern, Krabben und Shrimps versuchen wollen. Sal Sunseri hat seinem 16-jährigen Sohn jedenfalls verboten, über den Sommer bei «P&J» mit den Austern zu helfen. Der Junge soll Ingenieur werden.

So, 2015-04-19 05:15
Iqaluit/Potsdam (dpa)

Expertin vor Arktis-Treffen: Euphorie hat sich abgeschwächt

Iqaluit/Potsdam (dpa) - Vor dem Ministertreffen des Arktischen Rates im nordkanadischen Iqaluit ist die Euphorie um Bodenschätze und Öl- und Gasvorkommen in der Arktis einer Forscherin zufolge teilweise abgeflaut. «Man war ein bisschen zu euphorisch und optimistisch», sagte Kathrin Keil, Wissenschaftlerin am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt immer noch sehr viel Eis und teilweise sind auch freifließendes Eis und Eisschollen gefährlicher für schifffahrtliche Aktivitäten als eine Eisdecke. Zudem hat die Schiefergasrevolution in den USA einige Sachen abgewürgt, jetzt ist der Ölpreis im Keller, Russland hat sich als immer schwierigerer Partner herausgestellt - also ist alles doch nicht so gradlinig.»

Zu dem Treffen des Arktischen Rates sind von Freitag an (24. April) die Außenminister der acht Mitgliedsstaaten - Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA - nach Iqaluit geladen. Beobachter sorgen sich, dass der Konflikt mit Russland die Veranstaltung überschatten könnte.

So, 2015-04-19 05:15
Orleans (dpa)

Schwarzes Gold, schwarze Pest: Lange Nachwehen der BP-Ölkatastrophe Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Elf Tote, ein wochenlanges PR-Desaster und ein Ölteppich von der Größe Jamaikas: Die Explosion der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» war beispiellos. Fünf Jahre später liegen immer noch Teer-Klumpen an Louisianas Küste - und das Ausmaß der Katastrophe bleibt unklar.

New Orleans (dpa) - Der Tag beginnt für Al Sunseri mitten in der Nacht. Auf den Gehwegen lungern noch ein paar Trunkenbolde herum, als er gegen 3.30 Uhr in seinem Austernbetrieb in New Orleans das Licht anknipst. Noch vor ein paar Jahren herrschte bei der «P&J Oyster Company» morgens Hochbetrieb: Kühltrucks rollten vor die Verladezone in der Toulouse Street, säckeweise kippten Mitarbeiter frisch gefangene Austern zur Weiterverarbeitung auf lange Stahltische. 

Heute steht in der Halle ein einziger Mann mit Schürze und Gummihandschuh und knackt schweigend ein Häufchen der kalten, grüngrauen Muscheln. Und Sunseri erzählt von dem Tag, der seinen 139 Jahre alten Familienbetrieb aus der Bahn werfen sollte: Die Explosion der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April 2010.

Kilometerweit waren in jener Nacht die Flammen zu sehen, als sich auf der schwimmenden Bohrplattform Gas entzündete und nach einer Explosion einen Großbrand auslöste. Für die 126 Arbeiter begann ein Kampf ums Überleben. 36 Stunden brannte «Deepwater Horizon», ehe sich die Metallkonstruktion verbog und schließlich im brennenden Meer versank. Auf den Tod von elf Menschen folgte die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA.

Wie Schokoladensirup habe der tiefschwarze Schlick an der Hand geklebt, erinnert sich Dave Marino. Er bringt Hobby-Angler raus auf die Barataria-Bucht, um den begehrten Roten Trommler und andere Fische zu fangen. Was in den Wochen darauf folgte, waren Bilder verschmierter Vögel und Fische, ein Ölteppich von der Größe Jamaikas und 1000 Kilometer schmutzverklebte Küste.

Für Al Sunseris Unternehmen, das er mit seinem Bruder Sal betreibt, ist das Ausmaß der Katastrophe noch nicht absehbar. Fast der gesamten Belegschaft musste er kündigen, heute verkauft er etwa ein Drittel der Austern-Menge von 2010. Unten am Hafen von Pointe à la Hache geht es den Fischern nicht anders. 

Wie viel Rohöl tatsächlich in den Golf von Mexiko sprudelte, darüber streiten sich BP und die amerikanische Regierung bis heute. 3,19 Millionen Barrel - mehr als 380 Millionen Liter - waren es dem letzten Richterbeschluss zufolge, also mehr als vom Konzern angegeben und weniger als von der Regierung geschätzt. Erst nach 87 Tagen konnte das Leck geschlossen werden.

«Die Umwelt am Golf zeigt starke Zeichen von Erholung, vor allem wegen seiner natürlichen Belastbarkeit sowie der beispiellosen Reaktion und der Aufräumarbeiten», teilte Laura Folse, BP-Chefin für Umweltsanierung, Mitte März schließlich mit. Der Golf kehre zu den Bedingungen zurück, die vor der Ölpest herrschten, heißt es im Fünfjahresbericht.

Die Regierung sieht das anders. «Es ist unangemessen und voreilig von BP, Schlussfolgerungen über die Folgen der Verschmutzung zu ziehen, bevor die Beurteilung abgeschlossen ist», reagierte der Rat der Umweltbehörden NOAA und EPA, den Innen-  und Landwirtschaftsministerien sowie den betroffenen Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas. Auf der Insel East Grand Terre findet man bis heute entsprechende Beweise: Dort liegen dunkle, klebrige Teer-Klümpchen im Sand. 

Das Ökosystem im Mississippi-Delta und im Golf ist zu komplex, als dass man mit dem Finger nur auf BP zeigen könnte, um dem Konzern sämtliches Unheil in die Schuhe zu schieben. Forscher sind uneins, ob etwa der drastische Rückgang der Austernbestände seit 2010 vielleicht auch durch andere Faktoren beeinflusst werden könnte. Für viele Pflanzen- und Tierarten fehlt es schlicht an Daten vor dem Unfall, die Forschungen dauern an.

Und so bleibt der Fall «Deepwater Horizon» auch fünf Jahre später eine Frage der Zukunft. 14,3 Milliarden Dollar Kosten beziffert BP bislang für die Katastrophe, und die Rechnung könnte noch deutlich teurer werden. Die Kinder und Enkel der Fischer werden irgendwann entscheiden müssen, ob sie ihr Glück noch mit Austern, Krabben und Shrimps versuchen wollen. Sal Sunseri hat seinem 16-jährigen Sohn jedenfalls verboten, über den Sommer bei «P&J» mit den Austern zu helfen. Der Junge soll Ingenieur werden.

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So, 2015-04-19 05:17
Washington (dpa)

Schwere Ölkatastrophen im Meer

Washington (dpa) - Schon geringe Mengen Öl verschmutzen die Umwelt. Umso verheerender wirken sich große Mengen aus, die von Bohrinseln wie «Deepwater Horizon» oder Tankern ins Meer strömen. Einige schwere Unglücke:

Juni 2011: Aus Lecks an Ölplattformen fließt wochenlang Rohöl ins Gelbe Meer. Der Umgang mit der Katastrophe in der Bohai-Bucht löst in China einen Sturm der Entrüstung aus. Erst Wochen nach den ersten Lecks enthüllen Behörden, dass mit 4250 Quadratkilometern eine fünfmal größere Fläche verschmutzt wurde, als anfänglich zugegeben.

Dezember 2007: Nach dem Zusammenstoß mit einem Lastkahn vor Südkorea fließen über 12 500 Tonnen Öl aus dem leckgeschlagenen Tanker «Hebei Spirit» ins Gelbe Meer. Mehr als 40 Kilometer Küste werden verseucht.

August 2003: Der unter der Flagge Maltas fahrende griechische Tanker «Tasman Spirit» bricht vor dem pakistanischen Karachi auseinander. Bis zu 35 000 Tonnen Rohöl ergießen sich ins Arabische Meer.

November 2002: Der unter Bahama-Flagge fahrende griechische Tanker «Prestige» bricht vor Galicien (Spanien) auseinander. 64 000 Tonnen Öl strömen in den Atlantik, 1000 Kilometer Küste werden verseucht.

Dezember 1999: In rauer See bricht vor der Bretagne der in Malta registrierte italienische Tanker «Erika» auseinander. Fast 20 000 Tonnen Schweröl treten aus und verschmutzen 500 Kilometer Küste.

Februar 1996: Der in Liberia registrierte Tanker «Sea Empress» läuft vor Südwales auf einen Felsen. Bis zu 80 000 Tonnen Erdöl laufen aus und bilden einen 1300 Quadratkilometer großen Ölteppich.

Dezember 1992: Vor der nordspanischen Küste strandet der griechische Tanker «Aegean Sea» und bricht bei La Coruña auseinander. Mindestens 72 000 Tonnen Rohöl laufen aus und verschmutzen 200 Kilometer Küste.

So, 2015-04-19 05:15
Iqaluit/Potsdam (dpa)

Expertin vor Arktis-Treffen: Euphorie hat sich abgeschwächt Interview: Christina Horsten, dpa

Der Konflikt mit Russland droht das anstehende Ministertreffen des Arktischen Rates in Kanada zu überschatten. Aber auch andere Aspekte haben das Rennen um die Bodenschätze und Öl- und Gasvorkommen der Arktis ins Stocken geraten lassen, erklärt eine Expertin.

Iqaluit/Potsdam (dpa) - Seit fast 20 Jahren arbeiten Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA im Arktischen Rat gemeinsam an den großen Herausforderungen der Region um den Nordpol herum. Ab dem kommenden Freitag (24. April) sind die Außenminister der acht Mitgliedsstaaten des Forums zu einem alle zwei Jahre stattfindenden Treffen geladen, diesmal im nordkanadischen Iqaluit. Während in Sachen Umweltschutz Fortschritte gemacht würden, sei das Rennen um die Bodenschätze und Öl- und Gasvorkommen der Arktis ins Stocken geraten, sagt Expertin Kathrin Keil der Deutschen Presse-Agentur im Interview. Und das nicht nur wegen des Russland-Konflikts.

Frage: Was steht auf dem Programm des anstehenden Ministertreffens des Arktischen Rates in Iqaluit?

Antwort: Dieses alle zwei Jahre stattfindende Treffen steht in der Regel ganz im Zeichen einer Bestandsaufnahme der zu Ende gehenden Ratspräsidentschaft - in dem Fall Kanada - und einer Aussicht auf die kommende Präsidentschaft, was ja die der USA sein wird. Während der kanadischen Präsidentschaft seit 2013 hat sich einiges getan. Die Arbeitsgruppen haben Abschlussdokumente erstellt - beispielsweise einen Rahmenplan zur Verhinderung von Ölverschmutzung in der Arktis und einen Plan zur Reduzierung von Ruß- und Methanemissionen - die dann auf diesem Treffen von den Ministern gutgeheißen werden sollen. Auch ein großer Meilenstein war die Gründung des Arctic Economic Council, das soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Arktis stärken. Groß gemacht hat es allerdings noch nichts und es ist noch nicht so klar, was daraus genau wird, das muss sich noch ein bisschen entwickeln.

Frage: Was kann vom US-Vorsitz erwartet werden?

Antwort: Die meisten hoffen, dass die sich jetzt aus dem Grund, dass sie den Vorsitz haben, endlich mehr engagieren werden. Man muss aber auch sehen, die USA ist eine globale Weltmacht und hat auch noch ein paar andere Sachen auf der Agenda, Washington ist weit weg von Alaska und die amerikanische Arktis ist ja auch eher klein. Aber sie haben schon ein Programm vorgelegt, sie wollen ein paar neue Prioritäten setzen und allgemein die Aufmerksamkeit zum Thema Arktis und Klimawandel in den USA und der Welt stärken. Sie haben viel auf der Agenda, es ist ein sehr ambitioniertes Programm.

Frage: Was sind denn die drängendsten Probleme?

Antwort: Die großen Themen sind die Herausforderungen durch den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in der Arktis - zum Beispiel Herausforderungen für die Infrastruktur und für die traditionellen Lebensformen der indigenen Bevölkerung. Dann wird die Region stärker zugänglich vor allen Dingen auch für wirtschaftliche Aktivitäten speziell im konventionellen Energiebereich wegen der Öl- und Gasausbeute, aber auch für die kommerzielle Schifffahrt und den Tourismus - und die Infrastruktursituation da oben ist doch mehr als mau. Alle sagen, es ist nicht die Frage, ob mal ein Unfall passiert, sondern nur wann. Auch Biodiversität ist ein ganz großes Thema.

Frage: Schlägt sich der Russland-Konflikt auch im Rat nieder?

Antwort: Wenn man es damit vergleicht, wie es auf globaler Ebene aussieht, ist es im Arktischen Rat eigentlich unglaublich harmonisch. Die Russen sind nicht ausgeschlossen worden und haben sich auch selbst nicht ausgeschlossen. Einige hoffen, dass der Rat vielleicht auch eine Möglichkeit bietet, dass die Akteure miteinander reden und dass nicht alle Gesprächsfäden abreißen. Aber es ist gut, dass jetzt gerade keine Ratspräsidentschaft von Russland ansteht, das wäre glaube ich schon ein Problem, weil sich sowohl die Amerikaner als auch die Kanadier jetzt gerade schwertun, nach Russland zu reisen.

Frage: Was sind Deutschlands vorrangige Interessen im Arktischen Rat?

Antwort: Deutschland ist schon von Anfang an dabei, seit 1996, wir sind ein etablierter Beobachter. Das liegt einerseits daran, dass Deutschland seit Jahrzehnten ein aktiver Arktisforscher ist, in Sachen naturwissenschaftlicher Polarforschung macht Deutschland seit Jahrzehnten unglaublich viel. Aber man hat in letzter Zeit auch von politischer und sozialwissenschaftlicher Seite ein größeres Interesse und natürlich hängen da auch immer mehr wirtschaftliche Interessen drin, vor allem in Sachen Schifffahrt aber auch maritime Technologie.

Frage: Wie steht es denn um das Rennen um die Schätze der Arktis?

Antwort: 2007/2008 gab es eine Art Startschuss für die Arktis, es klang recht eindeutig, das Eis reduziert sich, man kann dahin und da gibt es Öl und Gas. Aber das Bild ist viel komplexer. Es gibt immer noch sehr viel Eis und teilweise sind auch freifließendes Eis und Eisschollen gefährlicher für schifffahrtliche Aktivitäten als eine Eisdecke. Zudem hat die Schiefergasrevolution in den USA einige Sachen abgewürgt, jetzt ist der Ölpreis im Keller, Russland hat sich als immer schwierigerer Partner herausgestellt - also ist alles doch nicht so gradlinig. Man war ein bisschen zu euphorisch und optimistisch, so einfach ist es nicht.

Zur Person: Kathrin Keil (31) erforscht seit sechs Jahren die Arktis. Sie ist Wissenschaftlerin am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam und leitet dessen Arktisarbeit.

So, 2015-04-19 04:10
Berlin (dpa)

Hofreiter zu Armenien: Nicht vor Türkei einknicken

Berlin (dpa) - Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter hat die schwarz-rote Koalition aufgefordert, die Massaker des Osmanischen Reichs an den Armeniern klar als «Völkermord» zu benennen. «Die Bundesregierung ist mit ihrer Haltung unglaubwürdig und knickt vor der Türkei ein», sagte Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.

Am 24. April wird an den 100. Jahrestag des Beginns der Gräueltaten an den Armeniern und anderen Volksgruppen erinnert, bei denen nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben gekommen sind.

Zu einem von Union und SPD formulierten Antrag für eine Entschließung des Bundestags, der den Begriff Völkermord vermeidet, sagte Hofreiter: «Man sollte sich als Bundestag aus Rücksicht vor der Türkei nicht um den Ausdruck Völkermord drücken.» Zudem müsse die Verantwortung des Deutschen Kaiserreichs klar angesprochen werden, das damals das Osmanische Reich unterstützt hat.

Hofreiter würde es begrüßen, wenn Bundespräsident Joachim Gauck zum Anlass des Jahrestages klare Worte fände. «Ich würde mir wünschen, dass der Bundespräsident sich deutlicher äußert. Ich mag ihm aber keine Vorschriften machen.» Gauck spricht am Donnerstagabend bei einer Gedenkveranstaltung der Kirchen.

Vor wenigen Tagen hatte Papst Franziskus die Ermordung der Armenier vor 100 Jahren als «ersten Völkermord im 20. Jahrhundert» bezeichnet. Dies sorgte für harsche Kritik der Türkei. So wurde der Vatikan-Botschafter ins Außenministerium einbestellt.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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So, 2015-04-19 01:05
(dpa)

Zwei Tote nach neuen Luftangriffen auf Farc in Kolumbien

Bogotá (dpa) - Nach der Wiederaufnahme der Luftangriffe auf die linke Guerillaorganisation Farc sind in Kolumbien zwei Rebellen bei Bombardements ums Leben gekommen. Die Militäroperation fand rund 180 Kilometer südlich von Bogotá im zentralen Department Meta statt, wie der Rundfunksender Caracol Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón am Samstag zitierte.

Staatschef Juan Manuel Santos hatte drei Tage zuvor neue Bombardements gegen Farc-Stellungen angeordnet, nachdem die Rebellen bei einer nächtlichen Attacke elf Militärs getötet hatten. Die Regierung hatte im März ihre Luftangriffe als eine Geste im Friedensprozess mit den Farc eingestellt.

Beide Seiten verhandeln seit November 2012 auf Kuba über einen Friedensvertrag zur Beendigung des über 50 Jahren währenden Konflikts. Eine Waffenruhe wurde für die Zeit der Gespräche nicht vereinbart. Obwohl die Farc-Rebellen Mitte Dezember eine einseitige Gefechtspause angekündigt hatten, kam es in den letzten Monaten immer wieder zu blutigen Gefechten in dem Andenstaat.

So, 2015-04-19 01:40
Abuja (dpa)

Jährlich Hunderttausende Tote durch Malaria - viele Opfer bitterarm Von Jürgen Bätz, dpa

Ebola hat Malaria in den Schatten gestellt. Die Krankheit geriet bei vielen in Vergessenheit. Doch der Stich der Anopheles-Mücke kommt vor allem in Afrika weiterhin oft einem Todesurteil gleich.

Abuja (dpa) - Jede Minute stirbt in Afrika ein Kind unter fünf Jahren an Malaria. Das macht pro Tag rund 1400 Todesfälle, die Hilfsorganisationen zufolge leicht vermeidbar wären. «Gegen Malaria kann man sich einfach und kostengünstig schützen, und man kann sie auch heilen», sagt Expertin Valentina Buj vom Kinderhilfswerk Unicef. Trotzdem sterben an den Folgen des Stichs der Anopheles-Mücke jedes Jahr fast 600 000 Menschen - rund 90 Prozent davon laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afrika südlich der Sahara.

In Nigeria etwa, dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, haben viele Millionen Menschen kein Geld für Moskitonetze, Medikamente oder einen Arzt. «Als wir von der Schule nach Hause kamen, hatte meine Schwester Mayowa plötzlich Kopfweh und schnell ansteigendes Fieber», erinnert sich Tomiwa Oladipo aus Dutse Alhaji, einem Vorort der Hauptstadt Abuja. «Meine Eltern konnten sich die empfohlene Medizin nicht leisten, deswegen haben sie ihr örtliche Kräuter gegeben», sagt der 29-Jährige. «Dann starb sie.» Mayowa wurde nur zehn Jahre alt.

Während die Welt im vergangenen Jahr mit Entsetzen auf die Ebola-Seuche in Westafrika geblickt hat, geriet die weit mehr Opfer fordernde Plage Malaria etwas in Vergessenheit. Zum Weltmalariatag am 25. April setzt die WHO jedoch auf ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Malaria-Erkrankungen und Todesfälle jeweils um 90 Prozent sinken. Um das zu erreichen, müssten jährlich etwa 5,1 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) für den Kampf gegen Malaria zur Verfügung stehen. 2013 waren es aber nur 2,7 Milliarden Dollar.

Unicef setzt zum Weltmalariatag mit einer neuen Kampagne darauf, die medizinische Malaria-Prophylaxe bei Schwangeren auszubauen. «Die nötigen Medikamente kosten pro Mutter weniger als einen halben Dollar», sagt Expertin Buj.

Nigeria hält einen traurigen Weltrekord: In dem dicht bevölkerten westafrikanischen Staat mit rund 178 Millionen Einwohnern gibt es Schätzungen zufolge jährlich rund 100 Millionen Malaria-Erkrankungen, mehr als 300 000 Menschen sterben daran. Viele Patienten leiden unter der äußerst gefährlichen Form Malaria tropica, die durch den von der Anopheles-Mücke übertragenen Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst wird. Nigeria ist Afrikas bedeutendster Ölproduzent und die größte Volkswirtschaft des Kontinents, doch der Wohlstand kommt nur wenigen zu Gute. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben in Armut und das Gesundheitssystem ist so unterfinanziert wie überfordert.

Hilfsorganisationen und die Regierung versuchen, jeder Familie ein mit Insektizid behandeltes Moskitonetz zu geben. Doch dies muss auch von Aufklärungskampagnen flankiert werden. «Ich nutze das Moskitonetz nicht», sagt Aisha Mohammed, eine 32-jährige Händlerin aus einem Vorort von Abuja. Sie habe es während der Schwangerschaft von der Regierung bekommen. «Aber ich reagiere auf die Chemikalien, und darunter wird es so heiß», sagt die zweifache Mutter entschuldigend.

Der WHO zufolge leben in Afrika immer noch rund 280 Millionen Menschen ohne adäquates Moskitonetz in ihrem Zuhause. Weltweit leben laut WHO 3,3 Milliarden Menschen in Malaria-Risikogebieten. Im wohlhabenderen Asien und in Lateinamerika sind jedoch Prophylaxe und ärztliche Behandlung deutlich besser, der Löwenanteil der Malaria-Erkrankungen entfällt daher auf Afrika.

Doch Experten sehen auch Grund zur Freude. Seit dem Jahrtausendwechsel ist die Zahl der Infektionen und Todesfälle dank besserer Prävention und Behandlung deutlich zurückgegangen. Unicef geht davon aus, dass es daher seit 2001 etwa 670 Millionen weniger Malaria-Erkrankungen gegeben hat und 4,3 Millionen Leben gerettet wurden. Rund 3,9 Millionen davon waren afrikanische Kinder.

So, 2015-04-19 01:41
Abuja (dpa)

Die Formen der Malaria

Abuja (dpa) - Die auch Sumpffieber genannte Tropenkrankheit Malaria wird von weiblichen Anopheles-Mücken übertragen. Der Erreger, ein Parasit, gelangt durch den Mückenstich in die Blutbahn des Menschen.

MALARIA TROPICA als gefährlichste Form verläuft bei fehlender oder zu spät einsetzender Therapie oft tödlich. Periodische Fieberanfälle sind selten. Malaria tropica überwiegt in den Tropen und Subtropen.

MALARIA TERTIANA mit unregelmäßigem Anfangsfieber ohne Schüttelfrost tritt vorwiegend in den gemäßigten Klimazonen (Ferner Osten) auf. Typisch sind starke Milz- und Leberschwellungen.

MALARIA QUARTANA mit einem zögernden Fieberbeginn kommt vorwiegend in eng begrenzten Ausbruchsgebieten in den Tropen vor.

Sa, 2015-04-18 21:47
Washington (dpa)

Finanzwelt sieht Erholung der Weltwirtschaft auf wackeligen Beinen

Das Wachstum ist zerbrechlich. Das ist die Kernbotschaft eines Treffens von Finanzministern und Notenbankchefs aus 188 Ländern beim IWF in Washington. Die Liste der Konjunktur-Gefahren ist lang - und Griechenland steht weit oben.

Washington (dpa) - Die Erholung der Weltwirtschaft steht nach Einschätzung von Finanzministern und Notenbankchefs trotz guter Anzeichen auf wackeligen Beinen. Die Griechenland-Krise, eine asynchrone Geldpolitik in Europa und den USA sowie die niedrige Inflation in entwickelten Volkswirtschaften galten beim Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington  als stärkste Risiken für die globale Konjunktur. 

«Die weltwirtschaftliche Erholung geht weiter, obwohl das Wachstum mit uneinheitlichen Aussichten moderat bleibt», erklärte der IWF-Lenkungsausschuss (IMFC) am Samstag im Abschlusspapier der Tagung. Großes Schwanken der Wechselkurse und Rohstoffpreise, hohe Schulden vieler Staaten und geopolitische Spannungen machten «Wachsamkeit» notwendig. Vor allem das geringe Wachstumspotenzial in vielen Ländern sei ein langfristiges Problem.

Nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erkennen die Top-Wirtschaftsmächte zunehmend die Notwendigkeit solider Staatsfinanzen an. Es werde nicht mehr bestritten, dass eine nachhaltige Finanzpolitik wichtig sei für nachhaltiges Wirtschaftswachstum, sagte er. Es gehe verstärkt um den richtigen Mix aus Geld- und Finanzpolitik sowie Strukturreformen.

Die USA mahnten von Deutschland hingegen deutlich mehr staatliche Investitionen an, um die heimische Nachfrage anzukurbeln. Dies sei vor allem wegen des gravierenden Handelsbilanzüberschusses der Bundesrepublik angemessen, sagte US-Finanzminister Jack Lew. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) versprachen, die Nachfrage und das potenzielle Wachstum in der Welt ankurbeln zu wollen. Dabei sollten die Schulden in Zaum gehalten werden.

Schäuble zog ein positives Fazit. «Die Sitzung war entspannter als in früheren Jahren.» Grund dafür sei nicht nur die gute US-Konjunktur, sondern vor allem die bessere Lage in der Eurozone. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann nannte es «erstaunlich», wie deutlich sich der Fokus in den Debatten im G20- und IWF-Kreis verschoben habe. Weder Deutschland noch Europa hätten im Zentrum gestanden.

Allerdings sorgte der Streit zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern am Rande der Tagung für Aufregung. «Die Stimmung ist deutlich düsterer als beim letzten internationalen Treffen», sagte der britische Finanzminister George Osborne. Er warnte vor einer «gefährlichen Situation» für Europa. Sein US-Kollege Lew sagte: «Sollte keine Vereinbarung getroffen werden, würde das Griechenland unmittelbar in eine Notlage bringen und Unsicherheit in Europa und der Weltwirtschaft auslösen.» 

Die Finanzminister und Notenbankchefs blickten besorgt auf die unterschiedliche Geldpolitik in Europa und den USA. Während die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Jahren den Markt mit billigem Geld flutet, steht die US-Notenbank vor Zinserhöhungen. Diese ungleichen Schritte seien angemessen, erforderten aber «vorsichtige Justierung und wirksame Kommunikation», um negative Folgen für die Weltwirtschaft zu vermeiden. «Wir wissen um die Risiken für die Finanzstabilität», heißt es im IMFC-Papier.

Laut Weidmann wurde zunehmend auch über die Risiken der extrem lockeren Geldpolitik diskutiert. Aus Sicht des IWF sei die Geldpolitik an die Grenze dessen gelangt, was sie leisten könne.

EZB-Präsident Mario Draghi verteidigte die Flutung der Märkte mit billigem Geld erneut. Die Maßnahmen hätten dazu beigetragen, die Konjunktur in der Eurozone zu beleben. Da das Bankensystem heute gesünder sei, komme das billige Geld besser bei Unternehmen und Verbrauchern an. Auch die Inflation werde anziehen und 2017 bei 0,8 Prozent liegen. Die EZB hatte im Januar ein mehr als eine Billion Euro schweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen gestartet. Zudem liegt der Leitzins auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent.

Sa, 2015-04-18 18:48
Berlin (dpa)

Musiker singen für Flüchtlinge - Tausende Menschen bei Kundgebung

Berlin (dpa) - Mehrere Tausend Menschen haben in Berlin gegen Verschärfungen beim Bleiberecht für Asylsuchende demonstriert. Zu der Kundgebung mit Konzerten namhafter Musiker kamen am Samstag laut Veranstalter 7000 Menschen. Die Polizei sprach am Nachmittag von bis zu 3500 Teilnehmern. «Die Bundesregierung gießt mit ihrem Vorhaben die Pegida-Forderungen in Gesetzesform», kritisierte die Sprecherin des Bündnisses für ein bedingungsloses Bleiberecht, Mareike Singer.

Mit der Kundgebung wandte sich das Bündnis linker Gruppen gegen Pläne der Bundesregierung für umfangreiche Änderungen am Aufenthaltsgesetz für Ausländer und Flüchtlinge. Damit soll unter anderem erreicht werden, dass kriminelle Ausländer, aber auch andere Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung künftig einfacher abgeschoben und mit Wiedereinreisesperren belegt werden können. Menschen, die bisher nur geduldet sind, sich aber gut integriert haben, sollen aber bessere Möglichkeiten bekommen, längerfristig in Deutschland zu bleiben.

Vor der geplanten Verabschiedung im Bundestag will das Bündnis nach eigenen Angaben Anfang Mai noch einmal zu einer Demonstration im Regierungsviertel aufrufen.

Sa, 2015-04-18 18:06
Pritzwalk (dpa)

Gauland als AfD-Landeschef bestätigt - «Scharfkantige» Asylpolitik

Pritzwalk (dpa) - Die Brandenburger AfD hat mit großer Mehrheit Alexander Gauland als Landeschef bestätigt. Der 74-Jährige erhielt am Samstag auf dem Landesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Pritzwalk (Prignitz) 110 Ja-Stimmen der 124 anwesenden Mitglieder, das sind 88,7 Prozent. Zuvor hatte Gauland den Parteitag auf seinen rechten Kurs einer «scharfkantigen» Asyl- und Zuwanderungspolitik eingeschworen: «Wir sind für die Menschen da, die nicht, ohne gefragt zu werden, in ihrer Nachbarschaft ein Asylbewerberheim haben wollen.»

Gauland betonte, dass er angesichts seines Alters in zwei Jahren nicht erneut zur Wahl für den Vorsitz antreten wolle. Im Februar vergangenen Jahres war er erstmals mit rund 80 Prozent der Stimmen zum Nachfolger des zurückgetretenen Roland Scheel gewählt worden.

Mit Blick auf den Richtungsstreit in der Partei zwischen wirtschaftlich-liberalen und national-konservativen Kräften betonte Gauland die eigenständige Politik der Brandenburger AfD. «Wir sind die Partei der Sorgen und Nöte der Leute, die nicht in der Politik der Parteien, sei es CDU, SPD oder Linke, vorkommen», sagte Gauland. «Wir sind im Moment die Partei der kleinen Leute.»

Der Parteitag sollte am Sonntag mit Beratungen über Anträge zur Asyl-, Wirtschafts- und Energiepolitik fortgesetzt werden. So wird gefordert, für Flüchtlinge deutsche Aufnahmeeinrichtungen in deren Herkunftsregionen wie Nordafrika einzurichten. Ein Antrag richtet sich gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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