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Mi, 2015-08-05 10:15
Hiroshima/Genf (dpa)

Rotes Kreuz: Tausende Überlebende der Atombomben weiter in Behandlung

Hiroshima/Genf (dpa) - Auch 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki werden noch immer viele Überlebende wegen der langfristigen Folgen der Verstrahlung behandelt. Allein in den japanischen Krankenhäusern des Roten Kreuzes sind Tausende in Behandlung, zwei von drei Opfern sterben an Krebs, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag anlässlich des 70. Jahrestages des Bombenabwurfs auf Hiroshima berichtete.

«Selbst nach so vielen Jahrzehnten sehen wir weiterhin die katastrophalen Gesundheitsfolgen der Nutzung von Nuklearwaffen bei diesen zwei Städten», sagte IKRK-Präsident Peter Maurer. «Was könnte es für ein überzeugenderes Argument für die vollständige Abschaffung von Nuklearwaffen geben, insbesondere da die meisten Bomben in den Arsenalen der atomar bewaffneten Staaten heute gewaltiger und zerstörischer sind?»

Heute gibt es demnach noch fast 200 000 Überlebende der Atombombenabwürfe der Amerikaner auf Hiroshima am 6. August 1945 und drei Tage später auf Nagasaki. Tausende von ihnen müssten auch in den kommenden Jahren wegen strahlenbedingter Gesundheitsschäden behandelt werden. Auch jene Überlebenden, die körperlich gesund seien, litten heute noch unter den psychologischen Folgen der Bombardierungen.

Das japanische Rote Kreuz betreibt in Hiroshima seit 1956 Krankenhäuser zur Behandlung von Opfern der Atombombe und seit 1969 auch in Nagasaki. Die Atombombenabwürfe auf beide Großstädte waren der erste und bislang einzige Einsatz von Atomwaffen in einem Krieg.

Mi, 2015-08-05 10:47
Kabul (dpa)

UN: Fast 5000 zivile Opfer in Afghanistan seit Jahresbeginn

Kabul (dpa) - Im Afghanistan-Krieg sind in den ersten sechs Monaten seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes so viele Kinder und Frauen getötet oder verletzt worden wie nie zuvor. Bis Ende Juni seien in diesem Jahr 320 getötete und 950 verletzte Kinder registriert worden, teilte die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) am Mittwoch in Kabul mit. Das sei ein Plus von 13 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. 164 getötete und 395 verletzte Frauen bedeuteten eine Zunahme von 23 Prozent in diesem Bereich.

Insgesamt verzeichnete Unama mit fast 5000 zivilen Opfern (1592 Tote und 3329 Verletzte) im ersten Halbjahr ein Plus von einem Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum. Die UN machten die Taliban und andere Aufständische für 70 Prozent der zivilen Opfer verantwortlich. Auf das Konto von Regierungskräften gingen demnach 15 Prozent. Internationale Truppen verantworteten ein Prozent. Die verbliebenen Opfer konnten keiner Konfliktpartei zugeordnet werden.

Der Nato-Kampfeinsatz lief Ende vergangenen Jahres aus. Die verbliebenen ausländischen Truppen konzentrieren sich seitdem auf die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte. Die USA gehen aber weiterhin mit Spezialkräften und Luftangriffen gegen Extremisten vor. Seit 2009 verzeichnete Unama 52 653 zivile Opfer, darunter 19 368 Tote und 33 285 Verletzte.

Mi, 2015-08-05 10:34
Kiel (dpa)

SPD-Vize Stegner offen für Urwahl des Kanzlerkandidaten

Kiel (dpa) - Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kann sich eine Urwahl des nächsten Kanzlerkandidaten vorstellen. Bei der Mitgliederbeteiligung sei die SPD «unangefochtener politischer Marktführer in Deutschland», sagte er am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Parteichef Sigmar Gabriel habe selbst immer wieder gesagt, bei mehreren Kandidaten für die Kanzlerkandidatur sei eine Entscheidung der Mitglieder gefragt. «Der Vorsitzende muss also von niemandem dazu aufgefordert oder gar gedrängt werden.»

Zuvor hatte sich die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann in einem Interview der «Welt» (Mittwoch) für eine Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 stark gemacht.

Stegner, der auch Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag ist, hält den Zeitpunkt für eine Debatte über dieses Thema aber noch nicht gekommen. «Wir sollten im Sommer 2015 wirklich nicht über die Kanzlerkandidatur für den Herbst 2017 diskutieren, sondern über die inhaltlichen Vorstellungen der SPD zu den Themen, die die Menschen in ihrem Alltag interessieren wie Arbeit, Gesundheit, Familie, Pflege, Bildung, Flüchtlingspolitik oder Europa.»

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mi, 2015-08-05 10:48
Berlin (dpa)

Der Generalbundesanwalt wird vom Bundespräsidenten ernannt

Berlin (dpa) - Der «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof» ist politischer Beamter. Der Bundespräsident ernennt ihn auf Vorschlag des Bundesjustizministers und nach Zustimmung des Bundesrates. Die nächste Sitzung der Länderkammer, in der dies geschehen kann, ist am 25. September. Die beamtenrechtlichen Regeln sehen unter anderem vor, dass der Generalbundesanwalt in seinen «kriminalpolitischen Ansichten und Zielsetzungen» mit der Regierung übereinstimmen muss. Er untersteht der Dienstaufsicht des Justizministers, der die politische Verantwortung trägt. Er ist also nicht Teil der Judikative - der rechtsprechenden dritten Gewalt - sondern gehört der Exekutive an.

Mi, 2015-08-05 09:44
Bogalay (dpa)

Schwimmende Arztpraxis lindert Not in Myanmar Von Verena Hölzl, dpa

Die Not in Myanmar ist nach den Überschwemmungen groß, es fehlt vor allem an medizinischer Versorgung. Nach Zyklon Nargis ist dort mit deutschem Geld ein Ärzteschiff für nachhaltige Hilfe gestartet.

Bogalay (dpa) - 81 Jahre alt ist der Reisbauer, und nach Jahrzehnten Feldarbeit ist sein Rücken gebeugt. U Mya Oo schafft es kaum auf die Untersuchungsliege. Seine Hände zittern und er atmet schwer. Wochenlang hat er gewartet und gelitten, es gibt nur wenige Ärzte im Irrawaddy-Delta in Myanmar. Ihre Praxis zu erreichen, dauert oft stundenlang. Jetzt hat endlich das Ärzteschiff in der Nähe von Bauer Oos Dorf wieder angelegt.

«Meine Tochter hat mich im Ruderboot hergebracht, unser Dorf ist einen Kilometer entfernt», sagt er. Seit 2014 finanziert die Artemed-Stiftung aus Tutzing in Bayern die schwimmende Ärztepraxis der «River Doctors» mit Spenden.

Entstanden ist die Idee nach Zyklon Nargis, der das Delta in dem bitterarmen Land in Südostasien 2008 verwüstete und 140 000 Menschenleben forderte. Damals herrschte noch die Militärregierung, die Helfer nur zögernd ins Land ließ.

«Wir wollten auch nach der Katastrophe nachhaltig helfen», sagt Projektleiter Aung Thein Myint. Seit 2010 ist das Schiff das ganze Jahr im Einsatz. Er kann die Dörfer auch in der Regenzeit erreichen, wenn Straßen und Felder unter Wasser stehen.

Der Bauer bekommt erstmal eine Infusion, um ihn aufzupäppeln. Die Tochter blickt von draußen durch das Fliegengitter besorgt in die Kajüte. Durch die Tür dudelt Popmusik von einem Smartphone hinein. Auf dem Fluss rattert ein Boot mit knatterndem Motor vorbei und bringt den ehemaligen Reisfrachter, sachte ins Schwingen.

Die Patienten sind bitterarm. Wer kann, lässt ein paar Cent als Honorar an Bord. Abgewiesen wird aber niemand, der ärztliche Hilfe braucht. Das Schiff ist das ganze Jahr in dem weit verzweigten Delta unterwegs. Zwölf Dörfer schafft die Besatzung im Monat. An Bord sind ein Arzt, ein Zahnarzt und drei Schwestern. «Früher mussten wir in den nächsten Ort mit Krankenhaus», sagt die Tochter. «Das hat mit dem Boot drei Stunden gedauert.» Eine Tortur für ihren alten Vater.

Myanmars Gesundheitssystem ist nach fünf Jahrzehnten Militärdiktatur heillos unterfinanziert. Seit 2011 öffnet sich das Land zwar langsam. Trotzdem flossen 2014 nur 6,5 Prozent des Budgets in das Gesundheitswesen, 30 Prozent ins Militär. Es gibt nicht genügend Ärzte, Pflegekräfte, moderne Geräte. «Die Situation ist schlimmer als in anderen Ländern der Region», sagt Alyssa Davis, Beraterin beim Kinderhilfswerk «Save the Children». Die Regierung steckt zwar nun mehr Geld in das Gesundheitssystem. Aber das reiche bei weitem nicht.

Auch das Schiff muss mit wenig Mitteln auskommen. EKG, Infusion, ein paar Medikamente, mehr ist kaum drin. Die Hygienestandards sind dürftig. Bauer Oo bekommt ein paar Stöße Asthma-Spray, die Schwester wischt das Mundstück mit Toilettenpapier ab und steckt es wieder in die Schublade. Doktor Chit Pè schiebt sich zwischen EKG und Herzton-Abhören einen Löffel Salat in den Mund.

«Der Standard würde den durchschnittlichen Deutschen abschrecken», sagt der Hamburger Medizin-Student Nikolaus Behr, der hier für zwei Wochen hospitiert. Er räumt fetttriefende Blätterteigtaschen weg, die neben dem Medizinschrank stehen. «Ameisen», stöhnt er. «Hygienischer Supergau!»

Das Schiff versorgt rund 100 Patienten am Tag, 25 000 im Jahr. Die meisten kämen mit Bluthochdruck, Asthma und Herzproblemen, sagt Pè. Weil viele Menschen hauptsächlich glukosereichen Reis essen, sei auch Diabetes ein Problem. Bauer Oo musste vor allem wieder zu Kräften kommen. «Es geht mir besser», sagt er nach der Infusion. «Ich bin froh, dass mir endlich geholfen wurde.» Dann steigt er mit seiner Tochter wieder ins Ruderboot und schippert zu seinem Dorf zurück.

Mi, 2015-08-05 07:41
Singapur (dpa)

Ölpreise setzen leichte Erholung fort

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben sich am Mittwoch den zweiten Tag in Folge leicht von ihrer jüngsten Verlustserie erholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 50,33 US-Dollar. Das waren 34 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 31 Cent auf 46,05 Dollar.

Trotzdem bleibt der Ölmarkt angeschlagen. Allein im Juli waren die Rohölpreise um etwa 20 Prozent gefallen. Am Mittwochnachmittag wird die US-Regierung ihre wöchentlichen und stark beachteten Zahlen zu den nationalen Ölbeständen veröffentlichen.

Es wird zwar mit einem Rückgang gerechnet, der die Preise zusätzlich stützen könnte. Allerdings liegen die Vorräte zurzeit deutlich höher als im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Mi, 2015-08-05 06:01
Hannover (dpa)

Die deutschen Atomkraftwerke und ihre Restlaufzeiten

Hannover (dpa) - Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat die Bundesregierung ihre Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke zurückgenommen und einen schrittweisen Atomausstieg beschlossen. Statt frühestens 2036 soll nun der letzte Meiler bis zum Jahr 2022 vom Netz gehen. Acht AKW wurden 2011 sofort abgeschaltet. Der Rückbau wird jahrelang dauern und Milliarden kosten - hinzu kommen die ungewissen Kosten bei der Endlagerung des Atommülls. Die Restlaufzeiten der noch in Betrieb befindlichen Reaktoren:

Atomkraftwerk Haupteigentümer Nennleistung in Restlaufzeit Megawatt BADEN-WÜRTTEMBERG: Neckarwestheim II EnBW 1395 1989-2022 Philippsburg II EnBW 1458 1984-2019

BAYERN: Isar II E.ON 1475 1988-2022 Gundremmingen B RWE/E.ON 1344 1984-2017 Gundremmingen C RWE/E.ON 1344 1984-2021

NIEDERSACHSEN: Grohnde E.ON 1360 1984-2021 Emsland RWE/E.ON 1400 1988-2022

SCHLESWIG-HOLSTEIN: Brokdorf E.ON/Vattenfall 1440 1986-2021

Mi, 2015-08-05 06:00
Hannover (dpa)

Bei Hitze abschalten: Wird Klimawandel zum Problem für Atommeiler? Von Marco Hadem, dpa

Trockenheit und hohe Temperaturen machen nicht nur Mensch und Tier zu schaffen. Die Wetterlagen haben auch Konsequenzen für Kraftwerke. Anfang Juli etwa stand der Atommeiler Grohnde kurz vor der Abschaltung.

Hannover (dpa) - Die veränderten klimatischen Bedingungen mit längeren Trockenphasen und Hitzeperioden könnte für die Atomkraftwerke in Deutschland zunehmend zu einem echten Problem werden. «Anfang Juli stand das Atomkraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont deshalb kurz vor einer Abschaltung», sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Das Kernkraftwerk des Betreibers Eon ist seit 1985 in Betrieb. Es bezieht sein Kühlwasser aus der Weser. Anfang Juli hätten Messungen ergeben, dass die Temperatur in dem Fluss nur noch 1,8 Grad Celsius unter dem Grenzwert von 28 Grad Celsius gelegen habe. «Gemessene 26,2 Grad - das war schon eine kritische Situation, die fast zu einer Abschaltung oder zumindest zu einer Drosselung der Kraftwerksleistung geführt hätte», sagte Wenzel.

Hintergrund für die Festlegung des Grenzwertes bei der Wassertemperatur in Flüssen wie der Weser ist die dortige Flora und Fauna. Wenn das Kühlwasser in den Fluss zurückgeleitet wird, besteht die Gefahr, dass das ohnehin warme Gewässer weiter angeheizt wird. «Bei mehr als 28 Grad Wassertemperatur sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser derart, dass Tiere und Pflanzen dauerhaft geschädigt werden», sagte Wenzel. Die klimatischen Veränderungen lassen nach Ansicht des Ministers durchaus erwarten, dass derartige Situationen künftig häufiger auftreten. «Wir haben im Langzeitvergleich bereits den sechsten zu trockene Frühling in den vergangenen sieben Jahren», sagte er.

Der Betreiber Eon äußert sich zurückhaltender: «Wir können nicht bestätigen, dass unsere Kernkraftwerke zunehmend durch extreme Wetterlagen in betrieblicher oder gar sicherheitstechnischer Hinsicht beeinträchtigt wären», sagte ein Sprecher. In «gewissen sehr warmen Wetterlagen» könne es gelegentlich zu Leistungseinschränkungen kommen, um die Temperaturgrenzwerte einzuhalten.

Ähnlich äußerten sich auch die AKW-Betreiber RWE und EnBW. Derzeit sei das Wetter - anders als 2003 oder 2006 - nicht problematisch, sagte ein RWE-Sprecher. Die Flüsse hätten die Möglichkeit, sich abzukühlen. Anders als bei der Weser führten die Donau oder der Rhein auch meist ganzjährig einen hohen Wasserstand. Zudem verfügten die Kraftwerke über Kühltürme, so dass nicht die volle Wärme in den Rhein geleitet werden müsse, hieß es von einem EnBW-Sprecher.

Wie Wenzel sieht auch das Umweltministerium in Stuttgart die Lage kritischer. Auch am Neckar könne die Situation für das dortige Kraftwerk Neckarwestheim «schneller schwieriger werden», sagte ein Ministeriumssprecher. In der Hitzeperiode Anfang Juli seien die Wassertemperaturen auch hier kurzfristig in einen Bereich gegangen, bei dem man sich Gedanken gemacht habe.

Der spürbare Klimawandel hat damit nach Ansicht von Niedersachsens Ministers Wenzel bereits heute unmittelbare Konsequenzen für die Kraftwerke in Deutschland. Wenn es mehr Wetterlagen gebe, bei denen trockene Phasen mit sinkenden Fluss-Wasserständen mit heißen Temperaturen zusammen kämen, könne es dazu kommen, dass Kraftwerke abgeschaltet werden müssten. In anderen Ländern, etwa Frankreich, habe es dieses Problem in der Vergangenheit bereits häufiger gegeben.

«Ein großflächiges beziehungsweise zeitgleiches Abschalten von Kraftwerken kann Auswirkung auf die Netzstabilität haben», gibt der Energieversorger EnBW zu bedenken. Daher sei ein Maßnahmenplan erarbeitet worden, der Versorgungssicherheit bei gewässerschonendem Betrieb der Kraftwerke sichere. Mithilfe von Wetter-Prognosen wird sich dabei auf mögliche Extremsituationen vorbereitet.

Auch in Grohnde war die hohe Wassertemperatur vor wenigen Wochen nicht die erste kritische Situation. «Vor einigen Jahren stand Grohnde schon einmal kurz vor der Abschaltung», sagte Wenzel. Danach habe der Betreiber zusätzliche Vorratsbecken für das warme Kühlwasser angelegt. «Unsere jetzige Messung zeigt aber, dass dies offenbar nicht reicht. Wir prüfen das jetzt intensiv, um rechtzeitig einschreiten zu können.»

Mi, 2015-08-05 06:00
Emerthal (dpa)

Atomkraftwerk Grohnde ist seit 1984 am Netz

Emerthal (dpa) - Der Atommeiler Grohnde ist seit 1984 am Netz. Er gehört zu den acht Kernkraftwerken, die derzeit noch in Deutschland in Betrieb sind. Der Reaktor in Emmerthal (Kreis Hameln-Pyrmont) gehört Eon Kernkraft (83,3 Prozent) und den Stadtwerken Bielefeld (16,7 Prozent). In Niedersachsen gibt es außerdem noch das Atomkraftwerk Emsland. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hat der Bundestag die Laufzeit für Grohnde auf Ende 2021 terminiert, Emsland geht Ende 2022 vom Netz.

Das AKW Grohnde liegt an der Weser. Mit einer Leistung von 1360 Megawatt wurde es im September 1984 zum ersten Mal mit dem Stromnetz verbunden und erzeugt im Schnitt elf Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit deckt das Kraftwerk nach Angaben von Eon rund 15 Prozent der Stromerzeugung in Niedersachsen ab und kann knapp drei Millionen Drei-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Elektrizität versorgen. Im AKW Grohnde arbeiten knapp 340 Menschen.

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Mi, 2015-08-05 06:30
Rom (dpa)

Müll, Korruption, Streiks: Die Ewige Stadt im Chaos Von Miriam Schmidt und Alvise Armellini, dpa

Italiens Hauptstadt Rom kämpft mit jeder Menge Probleme: Müll auf den Straßen, Korruption und streikende Busfahrer. Bürgermeister Ignazio Marino will aufräumen - doch ihm bleibt dafür wenig Zeit.

Rom (dpa) - Überfüllte U-Bahnen, Müllberge auf den Straßen und Chaos am Flughafen: Italiens Hauptstadt Rom ächzt derzeit nicht nur unter der schlimmsten Sommerhitze seit Jahren, sondern auch unter einem Berg von Problemen. Der öffentliche Nahverkehr steht vor dem Kollaps, die Müllabfuhr kommt kaum hinterher und die Verwaltung kämpft mit Korruption. Und auch Bürgermeister Ignazio Marino scheint mit dem Chaos zunehmend überfordert und gerät immer stärker in die Kritik.

Seit seinem Amtsantritt 2013 hat der Transplantationschirurg die größten Baustellen der Stadt nicht beheben können. «Das Hauptproblem in den vergangenen zwei Jahren war, Dinge wirklich umzusetzen», sagt Stadtrat Riccardo Magi der Deutschen Presse-Agentur. Nach Ansicht von Paolo Conti, der beim «Corriere della Sera» die Leserbriefe empörter Römer sichtet, hat Marino die Prioritäten falsch gesetzt und sich etwa um Umweltschutz bemüht, anstatt drängende Fragen anzugehen.

Probleme und Chaos sind die Römer zwar gewohnt, doch seit einigen Wochen eskaliert die Situation. Internationale Medien wie die «New York Times» griffen die Krise auf, das Chaos ist im Sommer das große Aufregerthema in Rom. «Zwei Jahre Skandale und Defizite in der Politik und Verwaltung haben ausgereicht, um 3000 Jahre universeller Bewunderung für Rom zu ruinieren», schimpfte «Il Messaggero».

Das Bild, das Rom derzeit abgibt, ist in der Tat kein besonders gutes für Touristen aus aller Welt. Viele Straßen und Parks sind in einem desolaten Zustand, an den Straßenecken stapelt sich der Müll. Etwa 660 Kilogramm Abfall produziert jeder Römer pro Jahr. Die Müllabfuhr kommt mit dem Abtransport nicht mehr hinterher, längst haben sich neben den überfüllten Containern Berge angesammelt. Menschen stochern nach etwas Brauchbarem, Möwen verteilen den stinkenden Inhalt.

Dazu kommt die Situation im öffentlichen Nahverkehr: Das System ist langsam, ineffizient und überlastet, das Transportunternehmen ATAC steht vor dem Ruin. Seine Mitarbeiter streikten wegen angekündigter Reformen, völlig überfüllte Busse und Bahnen ohne Klimaanlagen strapazieren in der Sommerhitze die Nerven von Touristen und Römern. Und auch der Flughafen Fiumicino macht seit Wochen Probleme. Nach einem Großbrand im Mai wurde die Kapazität reduziert, zuletzt kamen Behinderungen durch einen Waldbrand und einen Stromausfall hinzu.

Viele der Probleme sind auch eine Folge des Systems der jahrelangen Vetternwirtschaft, das unter Marinos Vorgänger Gianni Alemanno blühte. Ende vergangenen Jahres flog die Mafia-Unterwanderung der Stadt auf, Dutzende Politiker und Geschäftsleute wurden festgenommen. Sie hatten jahrelang bei der Vergabe lukrativer öffentlicher Aufträge in die eigene Tasche gewirtschaftet. Danach wurde Rom immer wieder von neuen Enthüllungen erschüttert, die zeigten, wie tief die Stadt im Sumpf aus Mafia, Betrug, Skandalen und Korruption steckt.

Marinos Kampf gegen dieses System ist kaum erfolgreich. Zwar ist der Bürgermeister nicht in den Skandal verwickelt, dennoch trauen ihm die meisten Römer inzwischen nicht mehr zu, in der Stadt aufzuräumen. Selbst Regierungschef Matteo Renzi steht nicht mehr uneingeschränkt hinter seinem Parteifreund. «Italiens Hauptstadt verdient so etwas nicht», klagte er kürzlich in einem Brief an «Il Messaggero».

Doch einen Rücktritt lehnt Marino ab. «Für Veränderungen braucht es Monate. Ich hoffe, dass die Bürger von Rom in einem Jahr sehen werden, was wir alles geschafft haben», erklärte er. Zuletzt baute er die Verwaltung der Stadt um und versprach umfassende Reformen, etwa beim Verkehr. Auch mehr Reinigungskräfte und Mülleimer soll es in Zukunft geben, um das Chaos auf den Straßen einzudämmen.

Denn die Lösung der Probleme ist dringender denn je: Im Dezember beginnt das von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Heilige Jahr, mehr als 30 Millionen Pilger und Touristen werden erwartet. «Gebt mir etwas Zeit, um den Patienten zu kurieren», bat Marino zuletzt. Noch kann er sich im Amt halten, doch im Innenministerium wird Berichten zufolge darüber diskutiert, ob der Stadtführung die Macht entzogen und an eine externe Kommission übergeben werden sollte. Es wäre eine weitere Blamage für die gebeutelte Ewige Stadt.

Mi, 2015-08-05 06:30
Dresden (dpa)

Gramm für Gramm: Der schwierige Weg, eine Essstörung zu heilen Von Jörg Schurig  und Arno Burgi , dpa

Wenn Kinder an Magersucht oder Bulimie leiden, gelangen ihre Eltern schnell an Grenzen. Der Weg zu einem normalen Essverhalten ist mitunter lang.

Dresden (dpa) - Emma K. ist ein hübsches junges Mädchen mit langen blonden Haaren und blauen Augen. Die 12-Jährige stammt aus einer kleinen Stadt im Osterzgebirge, etwa 50 Kilometer von Dresden entfernt. Auf dem Gymnasium zählt sie zu den Besten, nach den Ferien folgt Klasse 7. Was sie mal werden will, weiß sie. «Erzieherin», sagt sie. Emma wirkt wie ein unbeschwertes Kind an der Schwelle zum Teenager. Doch da ist die heimliche Angst vor der Waage. Die gibt jede Woche an, wie es um Emma steht. Das Mädchen leidet seit rund zweieinhalb Jahren an Magersucht, Anorexie.

Der Wunsch, schlanker als andere zu sein, habe bei Emma keine Rolle gespielt, glaubt ihre Mutter. Das Mädchen selbst kann sich an keinen konkreten Auslöser erinnern - oder verschweigt ihn. «Emma hatte kein Problem mit ihrer Optik», ist sich Frau K. sicher. Mit einem Geburtsgewicht von mehr als 4000 Gramm und auch später sei sie ein «kerniges Kind» gewesen. In der Schulzeit hätten sich Probleme eingestellt: «Vielleicht war das stressbedingt. Emma ist eine Perfektionistin, will immer gute Leistungen bringen und hat sich möglicherweise zu sehr unter Druck gesetzt.»

Im Herbst 2012 ist der Mutter klar, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt. «Anfangs will man das nicht wahrhaben. Man denkt, das sind Flausen, die gehen auch wieder weg.» Zunächst habe sie mit ihrem Mann das Problem allein zu lösen versucht: «Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr kann. Ich habe nachts davon geträumt und bekam Angst, dass mein Kind verhungert.» Die Kinderärztin erkannte die Erkrankung nicht. «Wir hatten uns eine Grenze gesetzt: Wenn Emma bei 28 Kilogramm anlangt, muss sie in die Klinik», erzählt Frau K., die noch zwei Töchter hat.

Der Punkt war schnell erreicht. Das Mädchen kam als Notfall auf die Spezialstation für Essstörungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Dresdner Uniklinikum. Elf Wochen blieb sie auf der Station, die ersten eineinhalb davon musste sie viel ruhen. Fortan galt für sie ein verhaltenstherapeutisches Programm.

«Am Anfang der Behandlung sind unsere Patientinnen aufgrund des starken Untergewichtes oft stark beeinträchtigt. Ständiges Gedankenkreisen um Themen wie Essen und Gewicht sowie ständiger Bewegungsdrang sind oft quälend für die Betroffenen und ihre Familien. Deswegen helfen wir bei vielen Entscheidungen oder machen auch Vorgaben», erklärt Klinikchef Veit Roessner. Damit sich die Patienten auf die Therapie konzentrieren können, gibt es Grenzen: Ein Handy oder freien Ausgang gibt es nur bei steigendem Gewicht.

Die Mädchen und Jungen sollen mindestens 700 Gramm pro Woche zunehmen, aber nicht mehr als 1,5 Kilo. Dann bekommen sie Schritt für Schritt mehr Selbstverantwortung, etwa bei der Auswahl der Essensportionen. Wenn eine bestimmte Gewichtsgrenze erreicht ist, kommt auch wieder Sport dazu. Die Unterstützung der Gruppe hilft. «Eine gute Gruppendynamik wirkt manchmal Wunder», sagt Roessner.

Nach der Station begann für Familie K. eine Gruppentherapie in der Familien-Tagesklinik. Bis zu sechs Familien teilen dort ein ähnliches Schicksal, die Betreuung erfolgt einzeln oder zusammen. Viele Gespräche werden per Video aufgezeichnet und ausgewertet. Die Teilnehmer können sich auch zu anderen Kindern äußern: «Das bewegt manchmal mehr, als wenn wir hundertmal das Gleiche sagen», betont Roessner. Den Eltern mache er klar, dass sie liebevoll, aber konsequent bleiben müssen: «Ein Kind muss auch mal 10 Minuten am Tisch sitzen bleiben.»

Familie K. nutzte das Angebot nur kurze Zeit. Weil Emma die Jüngste in der Runde war, hatte ihre Mutter Befürchtungen, im Kontakt mit den Größeren könne sich die Situation noch verschärfen. «Die haben sich nur darüber unterhalten, ob sie sich noch im Schwimmbad im Bikini zeigen können», erinnert sich das Mädchen.

Seit eineinhalb Jahren ist Emma nun bei der Psychotherapeutin Cornelia Zimmermann in Behandlung. An einem regnerischen Dienstag ist es wieder so weit. Emma ist mit ihrer Mutter gekommen, um über die vergangenen Wochen zu berichten und neue Ziele festzulegen. Die bemessen sich vor allem am Gewicht. Für diesen Tag waren 45 Kilogramm ausgemacht. Zimmermann beginnt jede Sitzung mit Wiegen und Messen. Was Emma auf die Waage bringt, reicht noch nicht. 300 Gramm fehlen, so dass sie vorerst auf ihr Handy verzichten muss. Die Konsequenzen wurden vorher vereinbart. Mehr Freiheiten gibt es, wenn Ziele erreicht werden.

Da Emma zuletzt deutlich gewachsen ist, muss das erforderliche Mindestgewicht neu bestimmt werden. Beachtung findet neben Alter und Größe auch die individuelle Gewichtsentwicklung in den Zeiten ohne Essstörung. Bei 1,62 Meter Körpergröße müsste Emma eigentlich 47 Kilo wiegen - so lautet nun die neue Zielmarke: «Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Da du gerade wächst, brauchst du mehr. Dein Körper braucht Kraft», macht Zimmermann dem Mädchen klar.

Bei der einstündigen Sitzung dreht sich vieles ums Essen, aber auch um Selbstbewusstsein und Körperwahrnehmung. Die Therapeutin und Emma sprechen über den Alltag, ob Emma gut schläft, ob sie vor etwas Angst hat, was ihre Hobbys sind. Das Mädchen liebt Fußball und bewegt sich gern. Auch da stellt Zimmermann einen Zusammenhang her: «Du darfst dich erst mehr bewegen, wenn du zunimmst.» Die Therapeutin rät ihr, immer einen Müsliriegel oder Studentenfutter dabei zu haben: «Wichtig ist, das Essen über den Tag gleich zu verteilen, damit du in keine Löcher fällst. Du trägst Verantwortung für dein Essen.»

Essstörungen zählten zu den häufigsten Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sagt Professor Ulrich Voderholzer. Er leitet mit der Schön Klinik Roseneck am Chiemsee eine der bundesweit größten Einrichtungen zur Behandlung solcher Störungen. «Risikofaktoren sind Ängstlichkeit, Unsicherheit, ein geringes Selbstwertgefühl, starke Leistungsorientierung und Perfektionismus. Auslöser sind oft eine Diät sowie negative Bemerkungen wichtiger Bezugspersonen über Figur und Aussehen.» Auch das Schlankheitsideal in der Gesellschaft spiele eine Rolle.

Die Schätzungen, wie viele Menschen in Deutschland betroffen sind, gehen weit auseinander. Voderholzer geht von 200 000 bis 300 000 Magersüchtigen und 500 000 bis 700 000 Betroffenen mit Bulimie (Ess-Brech-Sucht) aus. Bei Kindern sei Magersucht und Bulimie noch selten. In der Pubertät folge aber eine starker Anstieg, dann sei ein Jugendlicher von 100 betroffen. Die Kindergesundheitsstudie KIGGS habe ergeben, dass knapp 15 Prozent der Jungen und knapp 30 Prozent der Mädchen ein auffälliges Essverhalten zeigen.

Eine der weltweit größten Datensammlungen zu dem Krankheitsbild ist im Zentrum für Essstörungen in Dresden zu finden. Professor Stefan Ehrlich ist Chef dort und hat festgestellt, dass in betroffenen Familien häufig überdurchschnittlich viel über Essen oder Diäten gesprochen wird: «Da gibt es Kinder, die nicht so werden wollen wie ihre Eltern. Oder aber sie möchten bei Diäten die Besten sein.» Es gehe auch darum, etwas zu finden, bei dem man besser sei als andere.

Medienformate und die Industrie können den Wunsch nach einer Idealfigur pushen. Ehrlich zufolge sind weit mehr Mädchen als Jungen betroffen. Deren Anteil liege derzeit bei nur drei Prozent - jedoch mit steigender Tendenz. Und noch einen Trend stellen Experten fest: Die Patienten werden immer jünger. Das hängt in erster Linie mit der früher einsetzenden Pubertät zusammen. In Dresden werden selbst Drei- und Fünfjährige schon behandelt. Ehrlich berichtet von einem fünfjährigen Mädchen, das nur noch Pudding aß.

Die Barmer Ersatzkasse in Sachsen hat nach Auswertung eigener Daten unlängst alarmierende Zahlen veröffentlicht. Demnach verdoppelte sich die Zahl betroffener Teenager von 2009 bis 2014 fast. Selbst im Alter 50+ gab es eine Zunahme von 20 Prozent. «Auslöser dafür können schwere Lebenskrisen, der veränderte Körper nach einer Geburt, jahrelange Diäten oder die Angst vor dem Älterwerden sein. In einer jugendfixierten Gesellschaft wächst mit dem Älterwerden die Angst vor dem Verlust von Erfolg, Anerkennung und Konkurrenzfähigkeit», sagt Paul-Friedrich Loose, Barmer-Landesgeschäftsführer in Sachsen.

Der Bundesfachverband Essstörungen, ein Zusammenschluss von Ärzten, Therapeuten und Beratern, verweist auf eine weitere Entwicklung: Die Zahl der jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Borderline oder Zwangsstörungen wächst. Manchmal treten sie zusammen mit Essstörungen auf. «Der Druck auf Jugendliche wird immer größer», spricht Verbandschef Andreas Schnebel ein generelles Problem an.

An vielen deutschen Universitäten wird heute an Essstörungen geforscht. In Dresden hat man sich unter anderem auf Schrumpfungen der Hirnrinde konzentriert. Das Team um Professor Ehrlich fand heraus, dass sich die Dicke der Hirnrinde im akuten Stadium der Magersucht stark verringert - bei vollständiger Therapie meist aber wieder regeniert. «Das Ausmaß der Veränderungen am Hirn ist denen bei einer Alzheimer-Erkrankung beobachtbaren Abbauprozessen sehr ähnlich», beschreibt Ehrlich die Folgen der Essstörung.

«Etwa zehn Prozent der Patienten mit einer Essstörung sterben daran oder nehmen sich später das Leben», sagt Ehrlich. Rund die Hälfte könne man heilen. 40 Prozent der Betroffenen neigten zu Rückfällen - vor allem in Stress- und Krisensituationen. Meist unterscheiden sich Essgestörte im Verhalten. Wer an Bulimie leidet, schämt sich oft und bleibt in der Defensive. Bei Anorexie-Patienten spürt man bisweilen einen gewissen Stolz. Alle sozialen Schichten sind betroffen, auch wenn Magersucht oft als Krankheit der Besserverdiener gilt.

Für Emma und ihre Eltern dürften Statistiken zweitrangig sein. Im Rückblick habe die Krise die Familie gestärkt, sagt Frau K. Nach dem Termin bei der Therapeutin geht es zum Campingurlaub. «Fünfmal Nudeln die Woche», ist sich Emma sicher. Die isst sie fast genauso gern wie Zwiebelwurst oder Knacker. Nach der Therapiestunde geht es aber erst mal zum Shoppen. «Emma ist auf einem sehr guten Weg», sagt Cornelia Zimmermann. Emma werde es schaffen.

Mi, 2015-08-05 06:40
Washington (dpa)

Die republikanischen Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl 2016

Washington (dpa) - Während Hillary Clinton sich mit riesigem Abstand an die Spitze des kleines Feldes der demokratischen Präsidentenbewerber gesetzt hat, rechnen sich bei den Republikanern gleich mehrere der insgesamt 17 Bewerber Chancen auf die Spitzenkandidatur aus. Eine Übersicht nach dem Umfrage-Ranking von «Real Clear Politics» (Stand: 05.08.):

DONALD TRUMP (69) schmeißt mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, gewann im Jahr 2000 aber die Vorwahlen in Kalifornien. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen.

JEB BUSH (62) könnte die Dynastie von Vater und Ex-Präsident George Bush Senior sowie Bruder und Ex-Präsident George W. Bush fortsetzen. Ob sein Nachname ihm im Wahlkampf hilft oder schadet, muss sich noch zeigen. Der ehemalige Gouverneur von Florida gilt als moderat und kann dank seiner Kontakte wichtige Spender hinter sich versammeln.

SCOTT WALKER (47) hat als Gouverneur von Wisconsin Schlagzeilen der besonderen Art gemacht - und Nerven gezeigt. Nach einer umstrittenen Sparpolitik wollten Kritiker ihn mit einer Abstimmung aus dem Amt jagen. Doch Scott überstand den Angriff und überlebte als Gouverneur. Nach Trump rechnen ihm Demoskopen derzeit die besten Chancen aus.

MIKE HUCKABEE (59) war bereits 2008 im Rennen und gewann sogar die erste Vorwahl in Iowa, musste später aber aufgeben. Seitdem tingelt der Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas durch die TV-Sender, etwa mit einer Talk-Show beim konservativen Sender Fox News. Er trifft besonders den Nerv der religiösen Rechten.

BEN CARSON (63) ist in Medizinerkreisen weltberühmt: Der Neurochirurg gilt als Pionier der operativen Trennung Siamesischer Zwillinge. Den ersten erfolgreichen Eingriff führte er 1987 an einem deutschen Brüderpaar aus Ulm durch. Der Afroamerikaner kommt aus sehr armen Verhältnissen und gilt als äußerst konservativer Tea-Party-Mann.

TED CRUZ (44) sitzt zwar erst seit 2013 im Senat, hat aber schon durch bizarre Aktionen von sich reden gemacht - etwa mit 20 Stunden Dauerreden, wobei er teils aus Kinderbüchern zitierte. Der Texaner ist Tea-Party-Mann: Gegen Abtreibung, Waffengesetze und gegen «Big Government». Die Parteibasis liebt ihn, Wechselwähler fürchten ihn.

MARCO RUBIO (44) ist der Sohn kubanischer Einwanderer und buhlt daher vor allem um die wichtigen Stimmen der Latinos. Der Senator aus Florida fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab. Er gilt als enger Freund von Jeb Bush, zudem als etwas zu jung und unerfahren.

RAND PAUL (52) gilt als Querdenker und Außenseiter, der mit strikt libertären Ansichten vor allem Tea-Party-Anhänger hinter sich hat. Das politische Credo des Senators aus Kentucky: Kleiner Staat, wenig Steuern, gegen militärische Interventionen. Bemerkenswert ist seine Opposition gegen die massive Überwachung durch den Geheimdienst NSA.

CHRIS CHRISTIE (52) besticht durch gewaltigen Körperumfang und erhebliches Charisma. Zeitweise wurde der Gouverneur von New Jersey als Geheimfavorit gehandelt. Anhänger loben seine volkstümliche Art, Kritiker werfen ihm dagegen ein «großes Maul» vor und halten ihn für zu grobschlächtig fürs Weiße Haus. Er gilt als politisch moderat.

JOHN KASICH (63) machte sich vor allem im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses einen Namen, als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte. Der Gouverneur Ohios gilt als sehr konservativ.

RICK PERRY, früherer langjähriger Gouverneur von Texas, der konservative Ex-Senator RICK SANTORUM, Louisianas Gouverneur BOBBY JINDAL, die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin CARLY FIORINA und Senator LINDSEY GRAHAM kandidieren ebenfalls. Ernstzunehmende Chancen haben sie Umfragen zufolge aber nicht - ebenso wie der ehemalige New Yorker Gouverneur GEORGE PATAKI und der Ex-Gouverneur von Virginia, JIM GILMORE.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Mi, 2015-08-05 06:41
Washington (dpa)

USA: Wie geht es weiter bis zur Präsidentenwahl?

Washington (dpa) - Bis die US-Amerikaner an die Wahlurnen gehen, vergehen noch knapp anderthalb Jahre, doch das Rennen ums Weiße Haus hat längst begonnen. Die Vorwahlen beginnen im Januar 2016 im US-Staat Iowa im Mittleren Westen des Landes. Am sogenannten «Super Tuesday» (Super-Dienstag) finden Anfang März dann zeitgleich Vorwahlen in einem Dutzend Staaten statt. Bis Mitte 2016 stehen die Präsidentschaftskandidaten fest, die am 8. November in den USA zur Wahl stehen. Amtsinhaber Barack Obama darf nach seinen zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Er scheidet im Januar 2017 aus dem Amt, wenn sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin vereidigt wird.

Mi, 2015-08-05 05:10
Seoul (dpa)

Witwe von Südkoreas Ex-Präsident Kim Dae Jung besucht Nordkorea

Seoul (dpa) - Die Witwe des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung will sich bei einem privaten Besuch in Nordkorea für die Wiederaufnahme des innerkoreanischen Dialogs einsetzen. Begleitet von einer großen Delegation, flog die 93-jährige Lee Hee Ho am Mittwoch mit einer Chartermaschine von Seoul nach Pjöngjang, wie der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete. Es sei das erste Mal seit sieben Jahren, dass Südkoreaner auf direktem Luftweg nach Nordkorea fliegen könnten.

Ob Lee auch Machthaber Kim Jong Un während ihres viertägigen Besuchs treffen wird, war unklar. Lee habe ihren Wunsch geäußert, die Visite werde den Weg für einen Dialog ebnen können, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Vertreter des Kim-Dae-Jung-Friedenszentrums. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind derzeit wieder einmal sehr angespannt.

Lees Besuch soll vor allem humanitären Zwecken dienen. Geplant sind Besuche in Krankenhäusern und Kindertagesstätten. Lee war zuletzt Ende 2011 in Nordkorea, um dem kurz zuvor gestorbenen Machthaber Kim Jong Il die letze Ehre zu erweisen. Kim Dae Jung, der für seine «Sonnenscheinpolitik» mit dem kommunistischen Regime bekannt war, reiste im Juni 2000 zum ersten gesamtkoreanischen Gipfeltreffen mit Kim Jong Il nach Pjöngjang.

Mi, 2015-08-05 05:25
Cleveland (dpa)

Wer hat Angst vor Donald Trump? Republikaner treten in TV-Debatte an Von Johannes Schmitt-Tegge, dpa

Nach wochenlangem Drängeln stellen sich zehn Top-Republikaner im US-Vorwahlkampf einem Kreuzverhör. Während das Enfant Terrible Donald Trump austeilt, warnen einige schon vor der «Trumpokalypse». Wird der Milliardär bei der Debatte nun selbst durch den Fleischwolf gedreht?

Cleveland (dpa) - Zur Vorbereitung auf die erste TV-Debatte im amerikanischen Vorwahlkampf ging Donald Trump erstmal golfen. Über Politik wollte er bei einem Besuch in Schottland eigentlich gar nicht sprechen, aber ein paar Kommentare konnte er sich am Ende dann doch nicht verkneifen. Als US-Präsident werde er «die Welt vereinen», sagte Trump laut einem Bericht des britischen «Guardian». Mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin werde er «sehr gut auskommen». Diplomatie werde überbewertet und die USA seien trotz aller politischen Korrektheit weltweit unbeliebt. «Alle hassen uns.»

Trumps Bemerkungen geben einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sich bei der ersten TV-Debatte der Republikaner am Donnerstag (3 Uhr MESZ am Freitag) abspielen könnte. Der milliardenschwere Unternehmer hat sich mit seinen reißerischen Bemerkungen nicht nur an die Spitze der Umfragen bei den republikanisch neigenden Wählern gesetzt, sondern ist dank seiner spitzen Zunge auch der neue Medienliebling. Kaum ein Tag vergeht ohne Trump-Titelzeile. Die Aufregung um Hillary Clintons E-Mails war gestern - Trump beherrscht die Schlagzeilen.

Ob der Marktschreier allerdings auch eine echte politische Diskussion überlebt, muss sich erst noch zeigen. Als Gewinner könne er in Cleveland dann vom Platz gehen, wenn er überzeugende Argumente liefert, ohne zu feindselig zu klingen, meint die «New York Times». Er müsse sich als seriöse Stimme gegen das Establishment der neun weiteren Kandidaten behaupten, die anders als der quer einsteigende New Yorker Investor früh Karrieren als Berufspolitiker begannen.

Allen voran wäre da Jeb Bush, Ex-Gouverneur von Florida sowie Sohn und Bruder zweier ehemaliger Präsidenten. Trotz seines massiven Finanzierungsapparats - Bush kommt schon jetzt auf Spenden von mehr als 114 Millionen Dollar - hat er das Ruder bisher kaum an sich reißen können. Ein Liebling alteingesessener Konservativer bleibt er trotzdem. Wenn die zehn nach Ergebnissen aus fünf nationalen Umfragen ausgewählten Top-Kandidaten sich in die rhetorische Kneifzange nehmen, dürfte vor allem spannend werden, wie das Duell zwischen Trump (23,2 Prozent Zustimmung) und Bush (12,8 Prozent) ausgeht.

Auch Wisconsins Gouverneur Scott Walker hat mit 10,6 Prozent Zustimmung der Wähler einen Platz in der zweistündigen Debatte sicher. Und auch er sollte sich auf Attacken Trumps gefasst machen. «Wisconsin ist ein Durcheinander», wetterte der Immobilienunternehmer kürzlich. Arkansas' Ex-Gouverneur Mike Huckabee, der äußerst konservative Tea-Party-Mann Ben Carson sowie die Senatoren Ted Cruz, Marco Rubio und Rand Paul kommen in die Top 10. Auch New Jersey Gouverneur Chris Christie schafft knapp den Sprung in die Debatte. Schlusslichter wie die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina und Louisianas Gouverneur Bobby Jindal haben in einer getrennten Debatte die Chance, ihre Statements an die Wähler zu bringen.

Allzu sehr kann Trump sich in den voraussichtlich weniger als zehn Redeminuten der Haupt-Debatte nicht in politischen Fachfragen verheddern. Dennoch werden die Moderatoren des Senders «Fox News» versuchen, ihn aus der Reserve zu locken. «Bislang ist er mit stürmischer Kritik und pauschalen Verallgemeinerungen davongekommen», sagt Wahlkampfberater Kevin Madden der «New York Times».

Zwar brüstet sich der Mann mit der meistdiskutierten Frisur Amerikas damit, sich trotz der Hilfsangebote seiner Berater überhaupt nicht auf die Debatte vorzubereiten. Doch die «Fox»-Moderatoren dürften ihm mehr entlocken wollen als holzschnittartige Kritik am iranischen Atomabkommen oder der Außenpolitik von Amtsinhaber Barack Obama. Oder wird er gar seinen heimlichen, angeblich «narrensicheren» Plan zum Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat erläutern müssen?

Dass ein echtes politisches Streitgespräch schnell zum Bremsklotz für die Trump'sche Tour de Force werden könnte, zeigten zuletzt seine verwirrenden Kommentare zum Umgang mit Migranten: Alle Einwanderer ohne Papiere sollten abgeschoben werden, sagte er im CNN-Interview. Die «guten» sollten dann durch einen «beschleunigten Prozess» wieder ins Land gelassen werden und legal in den USA leben können - aber nicht als Bürger. «Ich will sie aussiedeln. Ich will sie wieder rein holen und sie legal bleiben lassen. Aber sie müssen legal hier sein.» Nicht wenige US-Kommentatoren kratzten sich am Kopf.

Mit Obama und der demokratischen Spitzenreiterin Hillary Clinton haben die 17 offiziell kandidierenden Republikaner zwar gemeinsame Zielscheiben. Zerfleischen dürften sich die zehn Top-Kandidaten trotzdem. Und ihre Chance, die eigene Botschaft in die Welt zu setzen, dürfte in den wenigen Minuten Rampenlicht im Schlagabtausch mit Trump kommen. «Er ist von Natur aus sehr aggressiv und bereit, nahezu alles zu sagen», sagt Newt Gingrich, ehemaliger Vorsitzender des Abgeordnetenhauses. Seine Metapher für Trump: Nitroglycerin.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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