Sa, 2015-04-25 16:55
Kathmandu (dpa)

«Eine nationale Tragödie»: Erdbeben trifft Nepal hart Von Pratibha Tuladhar und Subel Bhandari, dpa

Über Nepals Hauptstadt Kathmandu steigt Staub auf. Er stammt von zahlreichen Gebäuden, die bei einem schweren Erdbeben in sich zusammenfielen. Überlebende berichten Schreckliches.

Kathmandu (dpa) - Um 11.56 Uhr bebt die Erde in Nepal - so heftig wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Das mächtige Himalaya hebt und senkt sich, und Millionen von Menschen in Nepal, aber auch in Indien, China, Bangladesch und Pakistan spüren, wie sich der Boden unter ihren Füßen bewegt. Überall stürzen sie auf die Straßen. Doch viele schaffen es nicht, ehe ihre Häuser und Geschäfte über ihren Köpfen zusammenfallen. Hunderte kommen ums Leben.

Besonders schlimm trifft es am Samstag die Menschen in Nepals Hauptstadt. Das Zentrum des Bebens, das laut dem Geoforschungszentrum in Potsdam eine Stärke von 7,8 erreicht, liegt nur 80 Kilometer von Kathmandu entfernt. Zahlreiche alte Häuser und historische Stätten krachen zusammen. «Das ist eine nationale Tragödie», sagt der Autor Kashish Das Shrestha.

Shrestha geht in die Altstadt Kathmandus - und sieht dort, dass mehrere Unesco-Weltkulturerbestätten aus den vergangenen Jahrhunderten quasi nur noch Schutt sind. «Alle Tempel sind zerstört», sagt er niedergeschlagen. «In einem der denkmalgeschützten Gebäude wurde eine Blutspende-Aktion durchgeführt. Das Haus kollabierte und es scheint, als seien alle darin umgekommen.»

Die Überlebenden sammeln sich überall in den Straßen. Stundenlang harren sie dort aus, zu ängstlich, um in ihre Häuser zurückzukehren. Denn mehrere Stunden lang zittert die Erde weiter - die nepalesischen Seismologen verzeichneten insgesamt mehr als 20 Nachbeben. «Wir fürchten uns so, dass noch einmal ein großes Beben kommt. Wie können wir da ins Haus gehen?», fragte Chejum Gurung. Sie bereitete sich auf eine Nacht draußen vor.

«Überall liegen umgefallene Mauern und Häuser», beschreibt Yogesh Sitaula die Lage in seinem Viertel. «Ich habe gesehen, wie zwei Menschen in der New Road starben, als Teile eines Gebäudes auf sie herabfielen.» Die Krankenhäuser seien mittlerweile überfüllt, und die Menschen würden notdürftig in den Straßen behandelt.

Der Student Shyam Krishna sah, wie eine Kirche in sich zusammenfiel - und die rund 40 bis 50 Gläubigen unter sich begrub, die ihre wöchentliche Versammlung abhielten. Wer irgendwie kann, packt allerorten mit an und versucht, die Verschütteten zu retten. Doch es fehlt an vielem, unter anderem an schwerem Gerät. So graben manche Helfer mit bloßen Händen. Auch Touristen, die sich gerade in Nepal aufhalten, helfen.

Viele von ihnen dürften tagelang in Kathmandu gestrandet bleiben. Denn der einzige internationale Flughafen des Landes wurde vorübergehend geschlossen. Nur Flüge mit Hilfsgütern - Essen, Wasser, Spürhunden, Kommunikationsmitteln - durften am Samstag landen, um die Menschen in der Hauptstadt zu unterstützen. Wie schlimm aber die Situation im Rest des Himalaya-Landes ist, könne derzeit noch niemand sagen, erklärten Hilfsorganisationen.

Die Netze der Mobilbetreiber waren zunächst immer wieder überlastet, das Festnetz funktionierte oft nicht. Wer aus Kathmandu durchkam, hörte oft Schreckliches aus dem Heimatdorf oder der -stadt. «Mein Haus in Ranipauwa ist komplett zerstört», sagte etwa Puja Lama nach einem Telefonat mit ihrer Familie. «Aber zum Glück haben wir alle überlebt.»

Sa, 2015-04-25 16:00
Berlin (dpa)

Kohlearbeiter demonstrieren gegen Gabriels Kohle-Pläne

Berlin (dpa) - Tausende Kohlearbeiter haben in Berlin gegen die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Klimaabgabe für ältere Kraftwerke protestiert. Im Regierungsviertel gingen am Samstag nach Schätzungen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) rund 15 000 Menschen auf die Straße. Die meisten kamen aus den Braunkohle-Revieren im Rheinland, aus der Lausitz und Mitteldeutschland. Das Motto der Veranstaltung lautete «Gegen Massenentlassungen und für soziale Sicherheit».

Seitdem die von Gabriel geplante Abgabe für Betreiber von älteren fossilen Kraftwerken bekannt ist, regt sich heftiger Widerstand in den Braunkohle-Revieren. Die Abgabe soll bewirken, dass weniger Strom in den schmutzigsten Kraftwerken produziert wird und Gaskraftwerke ihren Anteil steigern - so soll das deutsche Klimaziel doch noch geschafft werden. Gewerkschaften und Betriebsräte befürchten den Verlust Tausender Arbeitsplätze. Umweltorganisationen halten die Abgabe dagegen für richtig.

Sa, 2015-04-25 16:13
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Linken-Energieexpertin zu Kohle-Steit

«Die Kohle muss an die Kette gelegt werden. Die Gewerkschaften sollten sich nicht weiter vor gestrige Profitinteressen der Energiekonzerne spannen lassen.» 

(Die energie- und klimapolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Eva Bulling-Schröter, am Samstag zum Streit um die Klimaschutzabgabe für alte Kohlekraftwerke und den Demonstrationen dafür und dagegen.)

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2015-04-25 16:38
Andechs (dpa)

Seehofer im Lieferzwang Von Carsten Hoefer, dpa

CSU-Chef Horst Seehofer steckt in der schwierigsten Phase seiner zweiten Amtszeit. Denn nach monatelangen Gefechten in der großen Koalition entscheidet sich in den kommenden Wochen, ob und wie viel er liefern kann. Liefert er nicht, ist seine Autorität beschädigt.

Andechs (dpa) - Bayern sei die Vorstufe zum Paradies, lautet ein altes Credo von CSU-Chef Horst Seehofer. Wo aber das Himmelreich genau liegt, hat der bayerische Ministerpräsident an diesem Wochenende verkündet. «Der Heilige Berg ist das Paradies», sagt Seehofer gleich zu Beginn der zweitägigen CSU-Vorstandsklausur in Kloster Andechs. Der «Heilige Berg» ist nach alter Pilgerüberlieferung der bescheidene Voralpenhügel, auf dem das Klostergemäuer steht. Die CSU-Spitze wird im Andechser Paradies aber mit Schattenseiten außerhalb der Klostermauern konfrontiert.

Seehofer steckt in der schwierigsten Phase seiner zweiten Amtszeit. Denn nach teils jahrelangen Gefechten muss er bis zum Sommer liefern - und zwar vieles gleichzeitig: «die Bund-Länder-Finanzen, die Energiepolitik, die Zuwanderungspolitik, die Erbschaftsteuerreform und die Bürokratie beim Mindestlohn», nennt Seehofer selbst die Themen.

Zwei weitere kommen hinzu: die Verteidigung der Pkw-Maut und des Betreuungsgelds gegen die Versuche der SPD, die zwei ungeliebten CSU-Projekte durch die Hintertür auszuhebeln.

Zwei der bedeutendsten Themen für Seehofer sind die Energiepolitik und die Bund-Länder-Finanzen. Nun wird sich zeigen, ob der CSU-Chef wirklich neue Stromtrassen verhindern und Subventionen für bayerische Gaskraftwerke sowie eine Reduzierung des Länderfinanzausgleichs um eine Milliarde Euro erkämpfen kann.

Die Lage ist nicht gut. Exemplarisch sind die Bund-Länder-Finanzen. Seehofer berichtet zwar von einem Erfolg. Doch der könnte sich als Pyrrhussieg erweisen. Die Union hat sich nach Seehofers Worten auf eine Reduzierung des Länderfinanzausgleichs um zwei Milliarden Euro verständigt. Doch wurde nicht festgelegt, welches Jahr als Bemessungsgrundlage dienen soll. So ist durchaus möglich, dass Bayern auch künftig über fünf Milliarden Euro zahlen muss. «Wir werden vor diesem Hintergrund die Dinge im Detail verhandeln», sagt Seehofer.

Und die Verhandlungen zur Energiewende seien schwieriger geworden, berichtet Seehofer nach Teilnehmerangaben in der internen Besprechung. Sollte Seehofer scheitern, stünde er blamiert da. Das wäre ebenso schlecht für seine persönliche Autorität wie für die Wahlchancen der CSU 2017 und 2018.

Sa, 2015-04-25 16:23
Berlin (dpa)

Grüne wollen neue Wirtschaftspolitik in Europa - Gegen Kaputtsparen

Mehr Investitionen und ökologischer Umbau: Das ist das Rezept der Grünen für die europäische Wirtschaft. Die Sparpolitik ist aus ihrer Sicht gescheitert - nicht nur in Griechenland. Mit scharfer Kritik an der Bundesregierung nimmt die Partei die nächsten Wahlen ins Visier.

Berlin (dpa) - Die Grünen haben die bisherige Sparpolitik in Europa hart kritisiert und wirksame Maßnahmen für mehr Wachstum verlangt. Ein kleiner Parteitag forderte am Samstag in Berlin mehr europäische Solidarität, mehr Investitionen und ökologische Innovationen. «Die Kaputtsparpolitik ist gescheitert», heißt es mit Blick auf Griechenland in einem Beschluss. Dem setzen die Grünen einen «Green New Deal» für Europa entgegen, der den ökologischen Umbau voranbringen soll. 

Die Grünen kritisierten auf dem kleinen Parteitag (Länderrat) aber auch die links-rechte griechische Regierung. Ministerpräsident Alexis Tsipras müsse endlich seine Hausaufgaben machen, die Korruption bekämpfen und die Reichen zu Steuerzahlungen zwingen, sagte Parteichef Cem Özdemir.

Mit scharfen Worten verurteilten die Grünen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der EU. Die Tragödien auf dem Mittelmeer seien direkte Folge der europäischen Beschlüsse, sagte Özdemir.  Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte echtes Umdenken - «oder wir haben unsere Seele schon verloren». Die Versammlung begann mit einer Schweigeminute für die Toten im Mittelmeer.

In einem Beschluss zur Flüchtlingspolitik heißt es: «Durch eigenes Verschulden steht Europa als demokratischer, solidarischer und der Humanität verpflichteter Kontinent in Gefahr.» Selmin Caliskan, die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, forderte eine massive Steigerung der Mittel und eine Ausweitung des Einsatzgebietes für die humanitäre Seenotrettung. Die jüngsten Flüchtlingskatastrophen seien «das gewollte Ergebnis einer menschenverachtenden Abschottungspolitik.»

Einstimmig verabschiedete der kleine Parteitag einen Antrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Notwendig seien «tiefgreifende Eingriffe in die Arbeitswelt». Ebenso wie der Raubbau an der Natur müsse auch der Raubbau am Menschen beendet werden. Notwendig seien flexible Lösungen für Familien, die von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) vorgeschlagene 32-Stunden-Woche werde dem nicht gerecht.

In weiteren Beschlüssen forderten die Grünen wirksame Schritte zum Klimaschutz und ein Ende der Kohleförderung. Mit Blick auf die Bundestagwahl 2017 verabschiedeten die knapp 100 Delegierten eine Änderung der Urwahlordnung, um künftig die Nominierung der Spitzenkandidaten zu erleichtern. In Zukunft müssen Kandidaten für eine Urwahl entweder für den Bundestag kandidieren oder zumindest die Unterstützung ihrer Kreisverbände haben.

Sa, 2015-04-25 15:25
Wittenberg (dpa)

Syrischer Menschenrechtler Darwisch mit Preis geehrt

Wittenberg (dpa) - Der seit drei Jahren inhaftierte syrische Rechtsanwalt und Journalist Masen Darwisch ist mit dem Preis «Das unerschrockene Wort» ausgezeichnet worden. Seine Frau nahm die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung am Samstag stellvertretend für den 40-Jährigen in Wittenberg im Osten Sachsen-Anhalts entgegen. Mit dem Preis würdigen die 15 Lutherstädte die beherzte Arbeit Darwischs und seiner Organisation für Menschenrechte und Pressefreiheit in Syrien.

Darwisch sitzt seit 2012 in seiner Heimat in Haft. Nach Darstellung der Justiz soll er Terroranschläge unterstützt haben.

Die Auszeichnung «Das unerschrockene Wort» wird seit 1996 alle zwei Jahre vergeben. 2013 ging der Preis an die Regensburger Initiative «Keine Bedienung für Nazis».

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Sa, 2015-04-25 15:29
Kathmandu (dpa)

Lawine durch Erdbeben: Acht Tote am Mount Everest

Kathmandu (dpa) - Eine durch das schwere Erdbeben in Nepal ausgelöste Lawine am Mount Everest hat mindestens acht Bergsteiger in den Tod gerissen. Es sei noch unklar, ob es sich um nepalesische oder ausländische Bergsteiger handelt, sagte Gyanendra Shrestha vom Tourismusministerium in Kathmandu der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Die Verbindung in die Region sei schlecht, deswegen seien die Informationen spärlich. Die Lawine ging in der Nähe des Everest-Basislangers ab, wo sich derzeit Hunderte Bergsteiger auf den Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt und die umliegenden Gipfel vorbereiten. Die Zahl der Toten könne noch steigen, fügte Shrestha hinzu.

Sa, 2015-04-25 15:37
Berlin (dpa)

Grüne fordern von G7-Staaten Beschlüsse zum Klimaschutz

Berlin (dpa) - Die Grünen erwarten vom Gipfeltreffen der G7-Staaten Anfang Juni in Bayern effektive Beschlüsse zum Schutz des Weltklimas. Deutschland müsse wieder Vorreiter beim Klimaschutz werden, heißt es in einem vom kleinen Parteitag (Länderrat) am Samstag in Berlin beschlossenen Antrag. Auf dem Weg zu einem neuen Klimaabkommen müssten Deutschland und die EU ihre Klimaziele höher stecken und ihre Zusagen für Milliardenhilfen an Entwicklungsländer für den Klimaschutz einhalten. Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter verlangte einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleförderung in Deutschland. Der notwendige Strukturwandel hätte längst eingeleitet werden müssen, sagte sie.

Sa, 2015-04-25 15:10
Istanbul/Berlin (dpa)

Türkei rügt Gaucks Völkermord-Aussage als unverzeihlich

Es knirscht zwischen der Türkei und Deutschland, weil der Bundespräsident die Massaker an Armeniern vor 100 Jahren als Völkermord bezeichnet. Ankara will Gauck das nicht vergessen und vergeben. Auch andere Staatschefs bekommen einen Tadel der Türken.

Istanbul/Berlin (dpa) - Die Aussagen von Bundespräsident Joachim Gauck zum «Völkermord» an den Armeniern stürzen Deutschland in eine diplomatische Krise mit der Türkei. «Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen nicht vergessen und nicht verzeihen», erklärte das Außenministerium des EU-Beitrittskandidaten am späten Freitagabend in Ankara. Die Grünen lobten den Bundespräsidenten für seine klaren Worte.

Gauck hatte die Massaker im Osmanischen Reich an bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg am Donnerstagabend erstmals klar als Völkermord bezeichnet. Er setzte sich damit über Bedenken hinweg, diese Einordnung könnte die Beziehungen zum Nato-Partner Türkei beschädigen. Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs lehnt die Bezeichnung Völkermord ab.

Die Regierung in Ankara reagierte entsprechend scharf. Gauck habe keine Befugnis, der türkischen Nation eine Schuld anzulasten, die den rechtlichen und historischen Fakten widerspreche, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums. Die Regierung warnte vor «langfristigen negativen Auswirkungen» auf das deutsch-türkische Verhältnis.

Es ist nicht das erste Mal, dass Gauck in Ankara aneckt. Ende April 2014 hatte er bei einem Staatsbesuch der Regierung von Recep Tayyip Erdogan, der inzwischen Präsident ist, Demokratiedefizite vorgehalten. Erdogan wies dies damals als «Einmischung in innere Angelegenheiten» zurück.

Der Bundestag schloss sich am Freitag Gaucks Bewertung der Gräueltaten an den Armeniern an. «Das, was mitten im Ersten Weltkrieg im Osmanischen Reich stattgefunden hat, unter den Augen der Weltöffentlichkeit, war ein Völkermord», sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Redner aller Fraktionen teilten diese Einschätzung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) meldeten sich nicht selbst zu Wort.

Grünen-Parteichef Cem Özdemir dankte Gauck für dessen klare Worte. «Deutschland gehört nicht mehr zu den Leugnern des Völkermords», sagte Özdemir auf einem kleinen Parteitag der Grünen am Samstag in Berlin. Gauck sei ein «großartiger Bundespräsident». 

Die Massaker im Osmanischen Reich hatten am 24. April 1915 mit der Verhaftung Hunderter Intellektueller in Konstantinopel (Istanbul) begonnen. Im Kampf gegen das christliche Russland warf die osmanische Regierung den Armeniern vor, mit dem Feind zu paktieren. Nach Schätzungen kamen zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Armenier bezeichnen sich selbst als das weltweit älteste christliche Volk.

Nicht nur Gauck wurde in scharfem Ton gerügt, sondern auch die Präsidenten Frankreichs und Russlands. François Hollande wurde seine Teilnahme an einer Gedenkzeremonie in Armenien vorgehalten, die Ankara als «Verunglimpfung der türkischen Identität, Geschichte und Gesellschaft» einstufte. Die Russen erinnerte die türkische Regierung an eigene «Gräueltaten und Vertreibungen» im Kaukasus, in Zentralasien und Osteuropa während der vergangenen hundert Jahre, und speziell an absichtlich herbeigeführte Hungersnöte und unmenschliche Behandlungen türkischer und muslimischer Menschen.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Sa, 2015-04-25 14:38
Berlin (dpa)

Gabriel greift Union an: «Taktisches Spiel» bei Kohleabgabe

Berlin (dpa) - Im Streit um die Klimaabgabe für alte Kohlekraftwerke hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dem Koalitionspartner Union falsches Spiel vorgeworfen. «Mal abgesehen davon, dass unser Vorschlag natürlich mit der Bundeskanzlerin besprochen ist - es war die alte Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP, die mit Angela Merkel an der Spitze nicht nur eine Verringerung der CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent, sondern bis 2030 sogar um 55 Prozent und bis 2040 um 70 Prozent gegenüber 1990 beschlossen hat», sagte der SPD-Chef der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Um die Ziele zu erreichen, müsse der CO2-Ausstoß auch im Stromsektor zurückgefahren werden. «Entweder weiß die CDU das alles nicht, oder hier wird ein leicht durchschaubares taktisches Spiel gespielt», sagte Gabriel.

Der Streit wird auch Thema eines Koalitionsgipfels am Sonntag sein. Ein neuer Vorschlag aus Gabriels Ministerium sieht vor, dass die Höhe der Abgabe für über 20 Jahre alte Kraftwerke sich an der Entwicklung des Börsenstrompreises orientiert. Bisher war geplant, dass oberhalb eines Freibetrags 18 bis 20 Euro pro zusätzlich ausgestoßener Tonne CO2 fällig werden. Damit soll vor allem die Stromproduktion in den schmutzigsten Braunkohlekraftwerken gedrosselt werden.

Im niedersächsischen Peine betonte Gabriel am Samstag: «Man darf Arbeitsplätze und Klimaschutz nicht gegeneinander ausspielen.» Er sei offen für bessere Vorschläge, aber er warnte auch vor überzogenen Zahlen zu möglichen Arbeitsplatzverlusten. «Diejenigen, denen der Klimaschutz nicht so wichtig ist, dürfen keine Extrempositionen einnehmen, sondern wir müssen uns aufeinander zubewegen.» Es müssten 22 Millionen Tonnen CO2 im Stromsektor zusätzlich eingespart werden, um das Ziel von 40 Prozent weniger Emissionen bis 2020 zu erreichen.

Sa, 2015-04-25 14:21
Berlin (dpa)

Grüne attackieren Flüchtlingspolitik - gegen Kapputtsparen Athens

Berlin (dpa) - Mit scharfen Worten haben die Grünen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der EU verurteilt. Die Tragödien auf dem Mittelmeer seien direkte Folge der europäischen Beschlüsse, sagte Grünen-Parteichef Cem Özdemir am Samstag auf einem kleinen Parteitag (Länderrat) am Samstag in Berlin. «Das ist nicht das Europa, das die Grünen möchten», betonte er. Die Versammlung begann mit einer Schweigeminute für die Opfer der Flüchtlingskatastrophen.

In einem Antrag zur Flüchtlingspolitik heißt es: «Durch eigenes Verschulden steht Europa als demokratischer, solidarischer und der Humanität verpflichteter Kontinent in Gefahr.» Die Beschlüsse des EU-Gipfels vom Donnerstag in Brüssel reichten nicht, aus, um den Flüchtlingen zu helfen. «Europa und Deutschland haben die Pflicht, die humanitäre Katastrophe abzuwenden.» 

Weiter kritisierten die Grünen die Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegenüber Griechenland. «Merkels Austeritätspolitik ist krachend gescheitert», sagte die Co-Vorsitzende Simone Peter. «Merkel hat keinen Plan für Europa.» Aber auch der linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras wurde kritisiert. Tsipras müsse endlich seine Hausaufgaben machen, die Korruption bekämpfen und die Reichen zu Steuerzahlungen zwingen, sagte Özdemir.

Parteichef Özdemir dankte Bundespräsident Joachim Gauck für dessen klaren Worte in der Debatte über die Massaker des Osmanischen Reichs an den Armeniern. «Deutschland gehört nicht mehr zu den Leugnern des Völkermords», sagte Özdemir. Gauck sei ein «großartiger Bundespräsident» und vor der absehbaren Reaktion der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht zurückgeschreckt. «Er hat nicht auf Erdogan gehört, er hat auf sein Herz gehört», lobte Özdemir.

Sa, 2015-04-25 14:51
Bagdad (dpa)

Irak: Terrormiliz IS richtet Divisionskommandeur der Armee hin

Bagdad (dpa) - Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben im Irak einen Divisionskommandeur der irakischen Armee hingerichtet. Das verlautete aus Polizeikreisen. General Hassan Abbas Tufan, Kommandeur der Ersten Division der irakischen Streitkräfte, sowie ein Brigadekommandeur und 20 weitere Offiziere und Soldaten wurden erschossen, nachdem die IS-Miliz ihre Militärbasis am Tharthar-See, 70 Kilometer nördlich von Ramadi, eingenommen hatte.

Wie Polizeikreise in der Provinz Anbar am Samstag bestätigten, fiel die Basis dem IS in die Hände, nachdem den Verteidigern die Munition ausgegangen war. Der Verlust eines Divisionskommandeurs und anderer höherer Offiziere wirft Beobachtern zufolge ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten, mit denen die irakischen Streitkräfte zu kämpfen haben.

Ein Gutteil der westlich von Bagdad gelegenen Provinz Anbar wird von der Sunnitenmiliz IS beherrscht. Die Provinzhauptstadt Ramadi ist umkämpft. Die reguläre irakische Armee konnte bislang den Fall Ramadis verhindern. Im Umland scheint sie aber gegen die gut ausgerüsteten IS-Kämpfer taktisch unterlegen zu sein.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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