Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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So, 2016-02-07 15:41
Essen (dpa)

Essener Traditionszug von Rosenmontag auf März verschoben

Essen (dpa) - Ein Essener Traditions-Karnevalszug ist aufgrund der Unwetterwarnung an Rosenmontag abgesagt worden. Der Kupferdreher Rosenmontagszug finde stattdessen am 13. März statt, sagte Zugleiterin Gisela Trüffers am Sonntag. Ob der zentrale Rosenmontagszug im Stadtteil Rüttenscheid trotz des Unwetters stattfinde, werde am Montagmorgen (7.00 Uhr) entschieden, sagte die Geschäftsführerin vom Festkomitee Essener Karneval, Patricia Adamski. 80 000 Zuschauer würden erwartet.

So, 2016-02-07 15:32
Mainz (dpa)

Entscheidung über Mainzer Rosenmontagszug am Abend

Mainz (dpa) - Der Mainzer Carneval Verein (MCV) will am Sonntagabend seine Entscheidung bekanntgeben, ob der Rosenmontagszug trotz der Sturmwarnungen stattfinden kann. Der MCV lud am Nachmittag für eine Pressekonferenz um 19.11 Uhr nach Mainz ein. Zuvor gebe es aktualisierte Wetterdaten, aufgrund derer die Entscheidung getroffen werde, sagte der Sprecher des Vereins, Michael Bonewitz, der Deutschen Presse-Agentur. Beteiligt seien auch städtische Behörden, Feuerwehr und Sicherheitskräfte. Zuvor könne er keine Prognose abgeben. Der Verein hoffe aber, dass der Zug stattfinden könne.

Die Organisatoren des Düsseldorfer Rosenmontagszugs haben ihre für Sonntag geplante Entscheidung kurzfristig auf Montagmorgen verschoben. In Köln soll der Zug nach bisheriger Planung in deutlich abgespeckter Form stattfinden, ohne Pferde sowie Großfiguren und Fahnen in den Fußgruppen. Die Möglichkeit gibt es laut MCV auch grundsätzlich für den Mainzer Umzug.

Grund ist Sturmtief «Ruzica». Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Montag in weiten Teilen Deutschlands Sturmböen der Stärke 8 bis 9. In Straßenzügen, die von Südwest nach Nordost verlaufen, könne sich ein Windkanaleffekt bilden, so dass die Böen noch stärker ausfielen, sagte DWD-Meteorologe Christoph Hartmann.

So, 2016-02-07 15:54
Seoul (dpa)

Nordkorea brüskiert Weltgemeinschaft mit Raketenstart

Die Vereinten Nationen sehen mehrere UN-Resolutionen verletzt, Washington und Paris wollen ernste Konsequenzen: Der erneute Start einer Weltraumrakete in Nordkorea löst international eine Welle der Empörung aus.

Seoul (dpa) - Nur einen Monat nach seinem kritisierten Atomtest hat Nordkorea mit dem Start einer Weltraumrakete erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. In Südkorea machten zudem Meldungen die Runde, Nordkorea plane einen weiteren Atombombentest. Die Nachricht vom Raketenstart stieß weltweit auf heftige Kritik und führte zur Einberufung des UN-Sicherheitsrates, der Nordkorea den Start ballistischer Raketen und Atomtests untersagt hatte.

Die Trägerrakete habe den «neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (leuchtender Stern) erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht», verkündete am Sonntag die nordkoreanische Raumfahrtbehörde. Die Weltgemeinschaft sieht dies als verdeckten Test einer Langstrecken-Atomrakete, die mit Alaska sogar US-Territorium erreichen könnte. Sie wurde darin in der Erklärung der nordkoreanischen Raumfahrtbehörde bestärkt, der Start sei ein «epochales Ereignis» für die Entwicklung der Verteidigung des Landes.

Südkorea kündigte noch am Sonntag Gespräche mit den USA über die Stationierung amerikanischer Abfangraketen des Typs THAAD in Südkorea an. China und Russland sind gegen die Aufstellung solcher US-Raketen in ihrer Nachbarschaft.

Das südkoreanische Militär schätzte die Reichweite der nordkoreanischen Trägerrakete sogar auf bis zu 13 000 Kilometer. Der südkoreanische Geheimdienst erklärte laut Yonhap, der ausgesetzte Satellit habe wohl nur 200 Kilogramm Gewicht und kaum Nutzen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Raketenstart als «verantwortungslose Provokation, die völkerrechtlich bindende Resolutionen des VN-Sicherheitsrats missachtet» und die regionale Sicherheit aufs Spiel setze. «Diese offene Herausforderung der Weltgemeinschaft durch Nordkorea darf nicht ohne spürbare Konsequenzen bleiben.»

Washington kritisierte den Raketenstart als «destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung» zahlreicher UN-Resolutionen. Die USA, Frankreich und andere Staaten verlangten «ernste Konsequenzen» vom UN-Sicherheitsrat. China äußerte sein «Bedauern» über den Raketenstart. Der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump erklärte in einer TV-Debatte: «China soll das Problem lösen.» Japan sprach von einer Bedrohung des Weltfriedens, Russland verurteilte den Start. 

Das Land hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet. Der Start wurde damals weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat bereits Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Pjöngjang auf.

So, 2016-02-07 15:04
Köln (dpa)

Kölner Rosenmontagszug soll stattfinden - aber ohne Pferde

«Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen»: Das könnte das neue Motto des diesjährigen Kölner Rosenmontagszuges sein. Auf jeden Fall ist es die Parole, die Zugleiter Christoph Kuckelkorn jetzt ausgegeben hat. Der Zug soll stattfinden - mit Einschränkungen.

Köln (dpa) - Der Kölner Rosenmontagszug soll trotz Sturmwarnung stattfinden - allerdings ohne die sonst üblichen 500 Pferde. «Der Zug in Köln geht, er geht mit allen Teilnehmern», stellte Zugleiter Christoph Kuckelkorn am Sonntag klar. «Wir lassen uns das Feiern auch vom Wetter nicht vermiesen.»

Die Prunkwagen samt Figuren sollen wie geplant rollen. Nur Großfiguren in den Fußgruppen sind nicht zugelassen, ebenso wie Fahnen und Trageschilder. Außerdem werden an den Zuschauertribünen Dächer und Rückwände entfernt, damit sich diese nicht lösen und umherfliegen können. Sollte der Sturm noch stärker werden als bisher prognostiziert, würden die Tribünen geschlossen.

Eine völlige Absage des Zuges bei noch extremerer Wetterlage wollte Kuckelkorn nicht völlig ausschließen. Die Lage werde ständig beobachtet, betonte er. Nach den derzeitigen Vorhersagen des Wetteramtes könne der Zug aber stattfinden, nur eben ohne Pferde, da diese zum Beispiel bei umherfliegenden Jacken oder Schirmen plötzlich scheuen könnten. Ohne Pferde werde der Zug deutlich kürzer sein und auch schneller vorankommen. Die Kölner Polizei werde an Rosenmontag «verstärkt» anwesend sein, sagte ein Polizeisprecher. «Definitiv mit stärkeren Kräften als im Vorjahr.»

So, 2016-02-07 15:55
Heidenau (dpa)

«Miteinander»-Mahnmal in Heidenau von mutmaßlichen Neonazis übermalt

Heidenau (dpa) - Mutmaßliche Rechtsextreme haben im sächsischen Heidenau ein Mahnmal zur Erinnerung an ausländerfeindliche Krawalle mit Farbschmierereien verunstaltet. Der monumentale, 15 Meter lange Schriftzug «Miteinander» wurde komplett von oben bis unten mit Schwarz-Weiß-Rot übermalt - den Nationalfarben von Nazi-Deutschland und des einstigen deutschen Kaiserreichs, die heute gern von Neonazis verwendet werden. Die Polizei bestätigte am Sonntag die Tat, hat aber bislang nach Auskunft eines Sprechers noch keine Ermittlungen aufgenommen. Bislang liege keine Anzeige vor.

Die 2,15 Meter hohen Stahl-Buchstaben waren im vergangenen Oktober als Reaktion auf rechte Krawalle vor einer Flüchtlingsunterkunft aufgestellt worden. Initiiert wurde das Projekt vom Künstler Olaf Stoy. Er sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, die Skulptur habe zum Meinungsaustausch anregen sollen und auch bemalt werden dürfen. «Dass jetzt so ein Statement von Rechts kommt, damit musste man rechnen. Schön finden wir das natürlich nicht.» Er könne sich nun gut eine Gegenreaktion vorstellen - Schwarz-Weiß-Rot könnte wiederum übermalt werden.

So, 2016-02-07 15:55
(dpa)

Rasche Verbreitung der Zika-Viren schreckt Schwangere

Das Zika-Virus breitet sich weiter aus. Betroffene Länder melden auch immer mehr infizierte Schwangere. Doch über das Risiko für eine Fehlbildung ihrer Babys rätselt die Wissenschaft noch.

Bogotá (dpa) - Das Zika-Virus verbreitet sich weiter rasch und versetzt vor allem Schwangere in Furcht und Ungewissheit. Kolumbien zähle 3177 infizierte Schwangere, gab Präsident Juan Manuel Santos am Wochenende in der Hauptstadt Bogotá bekannt. Bislang seien jedoch keine Schädelfehlbildungen bei Babys in Verbindung mit einer Zika-Infektion festgestellt worden. In Brasilien hingegen riet ein Forscher Schwangeren vom Küssen ab, denn Speichel könne das Virus möglicherweise übertragen. Das ist jedoch keinesfalls erwiesen.

In Honduras bekämpften in einer großen Kampagne bis zu 30 000 Menschen die Zika-Mücken, wie die Zeitung «El Heraldo» berichtete. Aber auch in Mexiko, Guatemala, Venezuela versprühten Menschen Chemikalien. Brasilien plant nach dem Karneval den Einsatz von 220 000 Soldaten. Inzwischen hat das Zika-Virus 33 Länder erreicht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht vor allem angesichts der Daten aus Brasilien ein starker Verdacht, dass die Zika-Infektion von Schwangeren zu einer Schädelfehlbildung ihres Babys führen könne. Bewiesen sei das aber noch nicht. Eine rückblickende Analyse deute auch beim Zika-Ausbruch in Französisch-Polynesien 2013/14 auf vermehrte Fälle von Mikrozephalie hin. Danach seien neun Kinder mit der Erkrankung geboren worden, normal seien null bis zwei pro Jahr.

Nach Meinung einiger brasilianischer Ärzte hat der Anstieg der registrierten Mikrozephalie-Fälle in Brasilien jedoch auch mit der Meldepflicht ab dem 22. Oktober 2015 zu tun - die kam, nachdem die Behörden einen möglichen Zusammenhang von Zika mit der Schädelfehlbildung konstatiert hatten. Mediziner im nordbrasilianischen Recife haben rückblickend Daten von 2012 ausgewertet: Lege man die derzeit üblichen Kriterien für Mikrozephalie an, dann habe es schon seit 2012 ungewöhnlich viele Fälle gegeben, schreiben sie.

Unterdessen rückt eine andere Krankheit immer mehr in den Vordergrund. Fünf der von Zika betroffenen Länder meldeten nach WHO-Angaben zugleich mehr Fälle der seltenen Lähmungskrankheit Guillain-Barré: Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Suriname und Venezuela. Die Regierung von Kolumbien hatte am Freitag sogar von drei Todesfällen durch die Krankheit berichtet. Alle drei Menschen waren mit Zika infiziert. Schon der Zika-Ausbruch 2013/14 in Französisch-Polynesien ging den Angaben zufolge einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms.

Nach WHO-Angaben verbreitet sich das Zika-Virus nicht nur in den lateinamerikanischen Ländern, sondern auch auf den Kapverden und einigen pazifischen Inseln. «Wir müssen uns zusammentun wie noch nie in unserer Geschichte, um gegen diese Mücken zu kämpfen», sagte Präsident des südamerikanischen Landes Honduras, Juan Orlando Hernández. Dem Bericht der Zeitung «El Heraldo» zufolge meldete das Land inzwischen 4473 Zika-Fälle. Darunter seien 15 schwangere Frauen. Kolumbien hat laut seinem Präsidenten Santos insgesamt 25 645 Zika-Fälle registriert. Unklar blieb zunächst, ob es sich um bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle handelte. Brasilien geht von 500 000 bis zu 1,5 Millionen Infizierten aus.

Dort führt die Zika-Epidemie laut einem Bericht des Nachrichtenportals «O Globo» zu einem starken Anstieg beim Verkauf von Insektenschutzmitteln. Die großen Hersteller meldeten demnach bis zu 50 Prozent mehr Einnahmen für das Jahr 2015 im viertgrößten Markt der Welt. Der Boom hat auch mit den vielen Fällen von Dengue-Fieber im vergangenen Jahr zu tun.

Nach Besuchen in Regionen mit Zika-Viren dürfen Menschen in Frankreich vier Wochen lang kein Blut spenden. In Deutschland wird ohnehin jeder potenzielle Blutspender nach Reisen in den vergangenen sechs Monaten gefragt - insbesondere mit Blick auf tropische Länder.

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So, 2016-02-07 14:16
Janeiro (dpa)

Rio tanzt gegen die Zika-Angst an Von Georg Ismar, dpa

Wirtschaftskrise? Zika? Spielt beim Karneval in Rio de Janeiro kaum eine Rolle. Über 600 Umzüge, auch speziell für Schwangere, Millionen, die feiern. Und Menschen, die mit deren Müll gute Geschäfte machen.

Rio de Janeiro (dpa) - Jetzt gibt es auch noch einen Ratschlag für Schwangere, auf Küsse im Karneval zu verzichten. Er empfehle, «nicht zu küssen», sagt der Direktor des brasilianischen Forschungsinstituts Fiocruz, Paulo Gadelha. Nach Meinung von Fiocruz kann das mysteriöse Zika-Virus womöglich auch per Speichelflüssigkeit übertragen werden.

Es ist nur ein Verdacht, dass das vor allem von Moskitos übertragene Virus Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen kann, wenn Schwangere sich zuvor mit Zika infiziert haben. Virologen halten es übrigens für unwahrscheinlich, dass Zika per Spucke, also durch Küssen übertragen werden kann. Spekulationen und Ratschläge überschlagen sich, schreckt die Menschen in Rio aber keineswegs vom Feiern ab. Im Gegenteil.

Hunderttausende verstopfen die Straßen. Einige haben sich sogar als Zika-Mücke verkleidet. Da ist zum Beispiel die Variante Badehose mit Hosenträgern, hinten am Rücken sind schwarze Flügel montiert. «Wer sich wegen Zika Sorgen macht, muss halt zu Hause bleiben», meint Leandro Freitas, der in Botafogo feiert. Er habe sich nicht extra mit Moskitoschutzspray eingesprüht. «Mein Blut wollen sie nicht, da ist zu viel Bier drin.»

In Copacabana schlängelt sich der erste Zug zu dröhnenden Samba-Rhythmen schon um neun die Strandpromenade herunter, direkt dahinter fahren vier Müllwagen, die die Bierdosen wegkehren. Die Männer der Stadtreinigung in ihren orangenen Anzügen, die die Bürgersteige mit Besen säubern, sind bei 30 Grad nicht zu beneiden.

Die meisten Feiernden sind im Strandlook unterwegs, in der Badehose das Telefon und Geld verstaut - aber es gibt auch Kostüme wie eine Ananas, eine Melone, sowie die Klassiker Kapitän und König.

Viel nackte, schwitzende Haut, viel Angriffsfläche für die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die Zika überträgt - und der Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff den Krieg erklärt hat - nach Karneval sollen 220 000 Soldaten im Mückenkampf mobilisiert werden.

500 000 bis zu 1,5 Millionen Menschen, so die Schätzungen, könnten sich mit Zika infiziert haben in Brasilien - die meisten merken es gar nicht, denn die Symptome wie leichtes Fieber oder Hautrötungen treten nicht in jedem Fall auf. Aber es gibt da diese - bisher nicht bewiesene - mögliche Verbindung zu Schädelfdehlbildungen bei Babys.

Die Stadt versuchte zur Beruhigung von Bürgern und Touristen vor dem Karnevalsstart Handlungsfähigkeit zu beweisen: Männer in gelben Schutzanzügen versprühten im Sambódromo Insektizide, um die Moskitos zu vertreiben. Hier, beim Höhepunkt des Karnevals, ermitteln die Sambaschulen vor über 70 000 Zuschauern mit spektakulären Paraden bis Montag die beste Sambaschule Rios. Neben Zika liegt aber vor allem die tiefe wirtschaftliche Krise wie ein Schatten über dem Karneval.

Dutzende Umzüge im ganzen Land mussten mangels Geld abgesagt, beim Stoff einiger Kostüme gespart werden. Mangueira, eine der besten Sambaschulen Rios, schickt nur 4000 statt 5000 Tänzer auf die Straße.

Aber die eine Million Touristen spüren von der Krise wenig. Knapp 700 Millionen Euro Umsatz erwartet die Stadt. Den Reiz machen gerade auch die kleinen Umzüge aus. Der Karneval des Bloco Cordão Umbilical im Stadtteil Humaitá richtet sich besonders auch an Schwangere - die 28 Jahre alte Gabriela Ortis, im achten Monat schwanger, ist mit ihrer kleinen Tochter dabei. «An Karneval nicht rauszugehen, das wäre grausam», sagte sie nach Angaben der Agentur Agência Brasil.

An der Plaza Salvador feiern die jungen Leute - viele haben Trommeln und Trompeten dabei, der Rest tanzt - eine wogende, glückselige Masse - bis die Polizei aus Lärmgründen die Party beendet. Skurril wirkt der Hundekarneval an der Copacabana mit rund 150 Vierbeinern, die mit schrillen Kostümen und Sonnenbrillen drapiert, mit Herrchen und Frauchen feiern. Viele müssten wegen der Hunde während des Karnevals zu Hause bleiben, meint der Organisator Marco Antonio Marino, der im Dalmatinerkostüm gekommen ist. «Darum haben wir uns gedacht, wir verbinden das einfach: Ein Karneval für die Menschen und ihre Hunde.»

Für Leute wie Jose Claudio Leandro (54) ist der Karneval ein großes Geschenk. Er sammelt die unzähligen leeren Bierdosen ein, die von den fliegenden Händlern an jeder Ecke verkauft werden, drei Dosen für knapp 2,50 Euro. Pro Kilo bekommt er von einer Recyclingfirma 3 Reais (ca. 70 Cent), pro Tag sammelt er bis zu 30 Kilo. Der Karneval komme gerade in diesem Jahr zum richtigen Zeitpunkt. «Da gibt's ein paar Tage keine Krise und Zika, die Leute wollen den Kopf frei bekommen.» 

So, 2016-02-07 14:57
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zehntausende Syrer auf der Flucht - Grenze zur Türkei geschlossen

Kälte, Regen und kein Unterschlupf. Zehntausende Syrer harren an der Grenze zur Türkei aus. Das Land verwehrt den Flüchtlingen den Einlass. Für wie lange?

Istanbul/Kilis(dpa) - Trotz Winterkälte verwehrt die Türkei Zehntausenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem umkämpften Aleppo den Einlass. Der türkische Grenzübergang Öncüpinar blieb auch am Sonntag dicht, wie Behörden der Grenzprovinz Kilis der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.

Nach unterschiedlichen Angaben harren seit Tagen zwischen 30 000 und 50 000 Menschen in der Nähe der syrischen Stadt Asas aus. Die türkische Führung rechnet laut Medienberichten mit rund 70 000 Schutzsuchenden aus Nordsyrien.

Die Türkei will die Flüchtlinge nach Behördenangaben zunächst auf der syrischen Seite der Grenze versorgen. Mustafa Özbek von der regierungsnahen Hilfsorganisation IHH sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, Helfer lieferten Essen, Decken und Zelte an etwa 50 000 Menschen in der Grenzregion. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte am Samstag nach Gesprächen mit EU-Kollegen in Amsterdam gesagt, die Flüchtlinge würden nicht alleingelassen.

Eine Sprecherin des UN-Nothilfebüros Ocha in Amman beschrieb die Bedingungen an der Grenze als schwierig. «Es ist kalt, es regnet und die Menschen haben Mühe, Unterschlupf zu finden», sagte sie am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Das größte Problem sei die medizinische Versorgung. Infrastruktur sei durch Luftschläge zerstört worden.

Die syrische Armee war in den vergangenen Tagen unterstützt durch russische Luftangriffe nördlich der Großstadt Aleppo vorgerückt. Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad schnitten die wichtigste Nachschubroute der Rebellen zur türkischen Grenze ab. Der Westen macht vor allem Syrien und Russland für die prekäre Lage in Nordsyrien verantwortlich. 

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan schloss eine Grenzöffnung grundsätzlich nicht aus. Sein Land werde die Flüchtlinge «wenn nötig» passieren lassen, sagte er nach Angaben der Zeitung «Habertürk» auf einer Rückreise von Südamerika. Er rechne mit rund 70 000 Menschen, die in Richtung Türkei fliehen.

Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte dem Sender CNN Türk am Sonntag, bis zu einer Millionen Flüchtlinge könnten sich Richtung Türkei aufmachen, sollten die Luftangriffe nicht enden. Helfer schätzen, dass sich in der Stadt Aleppo und angrenzenden Gebieten rund 150 000 Menschen aufhalten.

Am Montag will Edogan mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Ankara über die Begrenzung der Zahl der Flüchtlinge sprechen, die über die Türkei in die Europäische Union weiterziehen. Auch ein Treffen Merkels mit Ministerpräsident Ahmet Davutoglu ist geplant. Brüssel hatte Ankara drei Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe zugesagt, was der Türkei nicht reicht. Das Land hat nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen. 

Derweil droht eine weitere Internationalisierung des Syrienkrieges. Nach Saudi-Arabien erklärten sich am Sonntag die Vereinigten Arabischen Emirate bereit, als Teil eines Bündnisses Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Dabei würde es um Hilfseinheiten zur Unterstützung der Kampftruppen gehen, sagte Außenminister Anwar Gargasch am Sonntag. Zuvor hatte der syrische Außenminister Walid al-Muallim gewarnt: «Wir versichern, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg in sein Land wiederkehren wird.»

So, 2016-02-07 14:42
Düsseldorf (dpa)

Karneval mit Sturmwarnung - Kölner Rosenmontagszug will starten

Ein Kölner Jeck lässt sich nicht so einfach wegwehen. Die Karnevalisten in der Domstadt wollen ihren Rosenmontagszug trotz der Sturmwarnung nicht ausfallen lassen. Anderswo sind sich die Verantwortlichen da nicht so sicher.

Düsseldorf (dpa) - Wegen eines mächtigen Sturmtiefs wird es in Köln in diesem Jahr nur eine deutlich abgespeckte Version des Rosenmontagszugs geben. Unter anderem wollen die Jecken wegen der erwarteten Windböen bis Stärke 8 auf Pferde, große Figuren und Fahnen verzichten. In Düsseldorf wird sogar diskutiert, den Zug komplett abzusagen - eine Entscheidung soll dort allerdings erst am Montagmorgen fallen. In Mainz wollten die Fastnachter noch am Sonntagabend beraten. Nach den letzten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes wird der Sturm aber sogar noch etwas stärker als zunächst erwartet.

Mit den beschlossenen Einschränkungen sei der Kölner Zug trotz der erwarteten Sturmböen sicher, zeigten sich die Verantwortlichen am Sonntag überzeugt. Allerdings sollen Experten noch einmal den Zugweg kontrollieren, um «mögliche Gefahrenpunkte frühzeitig zu beseitigen». Unter anderem sollen an allen Tribünen die Planen, die die Besucher von Wind und Regen schützen, entfernt werden. Ob noch weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wollen die Verantwortlichen am Montagmorgen beschließen.

In Düsseldorf will die Koordinierungsgruppe am Montag um 8.00 Uhr ein letztes Mal über die Wetterprognosen beraten und dann über eine mögliche Absage des Zugs entscheiden. Dem Sicherheitskonzept zufolge muss der Zug ab Windstärke 8 abgesagt werden. Der Deutsche Wetterdienst korrigierte die Sturmprognose für Nordrhein-Westfalen an Rosenmontag sogar noch einmal leicht nach oben. «Wir erwarten für den Vormittag Windstärke 8 bis 9, am Nachmittag teils auch Stärke 10», sagte die Meteorologin vom Dienst beim DWD in Essen am Sonntag. Hoffnung, dass die wichtige Grenze von Windstärke 8 unterschritten wird, hat sie nicht. «7 ist definitiv nicht drin.»

Auch die Veranstalter der unzähligen kleineren Rosenmontagszüge im Rheinland wollen meist erst Montagmorgen über eine Absage entscheiden.

Selbst wenn die Rosenmontagszüge stattfinden: Auf ungemütliches Wetter müssen sich die Jecken allemal einstellen. Denn Tief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) bringe neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen.

Am Sonntag waren die Bedingungen für den Straßenkarneval noch besser. In Köln zogen die «Schull- un Veedelszöch» durch die Innenstadt. Der Zug umfasste 8000 Teilnehmer aus 48 Schulen und 57 Vereinen. Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln. In Düsseldorf waren die Jecken in der Innenstadt unterwegs - dort zogen Gruppen mit Lautsprecherwagen die Königsallee hoch und runter und feierten.

Bei größtem Umzug im Norden im niedersächsischen Braunschweig setzten sich die Karnevalisten satirisch mit der Terrordrohung auseinander, die im vergangenen Jahr zur Absage des Zugs geführt hatte. Ein meterhohes Styropor-Gespenst mit der Aufschrift «Terror» rollte durch die Innenstadt. «Zuhause zu bleiben, wäre ein falsches Signal», sagte eine Zuschauerin.

Unterdessen setzte die Polizei am Samstag nach mehreren sexuellen Übergriffen im Karneval ihre Ermittlungen fort. Nach dem Übergriff auf eine belgische Fernsehjournalistin im Kölner Karneval hat sich ein 17 Jahre alter Jugendlicher bei der Polizei gemeldet. Die Frau war während einer Live-Übertragung an Weiberfastnacht vor laufender Kamera sexuell belästigt worden.

Auch für den Rosenmontag hat sich die Polizei mit einem Großaufgebot aufgestellt. Die Warnung der Einsatzkräfte, wegen der weiter bestehenden Terrorgefahr auf Kostüme mit Waffenimitaten zu verzichten, hat sich auf die Nachfrage in den Karnevalsgeschäften aber nicht ausgewirkt. Produkte wie eine Plastik-Kalaschnikow oder eine Cowboy-Pistole seien ähnlich gut verkauft worden wie in den vergangenen Jahren, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Händlern. «Die Leute kaufen ganz normal, auch echt aussehende Schusswaffen», sagt Antonia Guerrero von Karnevalswierts in Köln. Man habe sogar schon nachbestellen müssen.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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So, 2016-02-07 14:32
Düsseldorf (dpa)

Blick in den Himmel: Jecken zittern um Düsseldorfs «Zoch» Von Lena Klimkeit, dpa

Die Prognosen sind noch unklar, aber es sieht nicht gut aus für den Düsseldorfer Rosenmontagszug. Dass ihre Wagen trotz Sturmwarnung wie in Köln fahren können, ist die große Hoffnung der Karnevalisten - der ein oder andere schickt sogar ein Gebet in Richtung Himmel.

Düsseldorf (dpa) - Es geht gemächlich zu in der Düsseldorfer Wagenbauhalle. Hier und da wird noch gehämmert, Hubwagen zwischen den Motivwagen umhergezogen, Bier getrunken. Bald soll der Rosenmontagszug an der Stadt am Rhein an den Start gehen - wenn es das Wetter denn will. Die Prognose ist unklar, erst wenige Stunden vor Beginn des «Zochs» soll entschieden werden, ob die Tore der Halle wegen einer Sturmwarnung geschlossen bleiben. Wagenbauleiter Torsten Langer sitzt am Sonntag in seinem Büro mit Blick auf die bunten Wagen und raucht. «Wir werden alles machen, dass wir fahren können.»

Woran Langer seinen Optimismus fest macht: Der Wind könnte weniger stark ausfallen. Der Sturm könnte auch viel früher kommen, als gedacht. Oder er dauert nur so kurz, dass der Zug auch ein kleines bisschen später starten könnte. Könnte. Langer mache sich keine Sorgen. Er wäre einfach nur traurig, wenn die Wagen am Montag in der Halle stehen bleiben müssten. «Aber das klappt. Und das ist nicht nur Zweckoptimismus», sagt er - ruhig und bestimmt.

Es wirkt ja auch absurd: Gerade bricht die Sonne durch die graue Wolkendecke und fällt durch die großen Fenster der Halle. Draußen weht es ein wenig, aber Sturm? Keine Spur.

Meteorologen korrigierten am Sonntag ihre Sturmprognose für Nordrhein-Westfalen an Rosenmontag aber noch einmal nach oben. Für den Vormittag werde Windstärke 8 bis 9, am Nachmittag teils auch Stärke 10 erwartet, sagt eine Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst in Essen. Ab Windstärke 8 wird der Zug abgesagt, so sieht es das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals vor.

Bei Renate Amon-Meller und Heinz Posentowsky ist die Stimmung ebenfalls getrübt - nicht nur, weil Amon-Meller ausgerechnet an den tollen Tagen erkältet ist. «Es ist kaum zu glauben. Ich rechne mit dem Schlimmsten», sagt sie mit Blick auf Montag. In Posentowskys 43 Jahren Karneval seien die Motivwagen schon durch mehrere Zentimeter Schnee gezogen, erzählt er. Morgen Zuhause bleiben? Da würde ihm das Herz bluten.

Gleichzeitig erinnert er sich an 1990, als der Zug abgesagt wurde. Sein Wagen sei zum Glück noch nicht herausgezogen worden, aber die vorderen waren schon vom Wind zerrissen. «Das war damals die vernünftige Entscheidung.» Dieses Jahr werde das auch die richtige Entscheidung getroffen. «Aber Bange machen gilt nicht.» Dann hakt Amon-Meller ihn ein, und die beiden ziehen weiter durch die Halle.

Im benachbarten Köln soll der Rosenmontagszug wie geplant starten - allerdings unter «präventiven Sicherheitsvorkehrungen», wie der Kölner Karneval am Sonntag mitteilt. Pferde und Pferdefuhrwerke sollen etwa aus dem Zug herausgenommen, auf Großfiguren, Trageschilder und Fahnen muss verzichtet werden. Auch in Mainz gibt es keine strikte Grenze, ab welcher Windgeschwindigkeit der Zug abgesagt wird. Dort wird überlegt, auf die «Schwellköppe», die überdimensionalen Pappmachéköpfe, zu verzichten.

Selbst wenn der Rosenmontagszug in Düsseldorf wie geplant stattfindet - ungemütlich wird es in jedem Fall. Tief «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) soll neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen bringen.

Vielleicht findet Karnevalistin Edith auch deshalb die Idee eines Rosenmontagszuges im Mai gar nicht so schlecht. «Hat auch was, find' ich», sagt die Frau im bunten Bommel-Kostüm - leise, so als dürfte es niemand hören. Natürlich glaube auch sie, dass es an diesem Montag klappt. Aber sie feiere eben auch schon seit Donnerstag ausgelassen. Am Tulpensonntag besucht sie mit ihrer Freundin Dagmar das Treiben auf der Düsseldorfer Königsallee. So auch Eleonore Ibheis, die als Lappenclown verkleidet ist: «Ein bisschen Wind kann man ja ab.» Und außerdem habe der «Liebe Gott» ja auch einen Tag vor Rosenmontag gutes Wetter gebracht.

Der Blick in den Himmel und ein letztes Stoßgebet scheinen nicht nur für Ibheis der letzte Rockzipfel zu sein, an dem sie sich festhält. Auch Wagenbauleiter Langer sagt, er sei am Samstag noch in der Kirche gewesen - und habe eine Kerze für den «Zoch» angezündet.

So, 2016-02-07 14:15
Berlin/Ankara (dpa)

Vor Merkel-Besuch: Türkei erschwert Irakern die Einreise

Kanzlerin Merkel braucht die Türkei als Stabilitätsanker in der Flüchtlingskrise. Doch der Andrang über die Ägäis reißt nicht ab. Einige Länder drohen damit, die Schengen-Grenze neu zu ziehen. Da

Berlin/Ankara (dpa) - Kurz vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Türkei auf den Vorwurf unzureichender Grenzkontrolle reagiert. Die Regierung in Ankara erschwerte am Wochenende Irakern die Einreise. An der syrisch-türkischen Grenze warteten derweil weiter Zigtausende vergeblich auf Einlass.

Die Türkei will die Menschen, die vor den Kämpfen in der Provinz Aleppo geflüchtet sind, nun auf der syrischen Seite versorgen. Falls nötig, sollen sie auch ins Land gelassen werden, heißt es. Die Bedingungen dafür wurden aber nicht genannt.

Die Türkei stand zuletzt in der Kritik, weil sie nach Überzeugung Merkels und vieler Europäer bisher nicht genug getan hat, um die Überfahrt zahlreicher Flüchtlinge von ihrer Küste aus in den EU-Staat Griechenland zu stoppen. Die Kanzlerin trifft am Montag in Ankara Präsident Recep Tayyip Erdogan und Regierungschef Ahmet Davutoglu.

Merkel war erst Mitte Oktober in der Türkei gewesen. Die letzten Regierungskonsultationen liegen keine vier Wochen zurück. Der Türkei - seit Jahren in der EU für Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit und der Pressefreiheit kritisiert - kommt eine Schlüsselrolle in der Flüchtlingskrise zu. Es ist für Migranten und Flüchtlinge das wichtigste Transitland auf dem Weg nach Mittel- und Nordeuropa.

Die Regierung in Ankara hatte Ende November unter anderem zugesagt, die Grenzen besser zu schützen. Im Gegenzug versprach die EU mindestens drei Milliarden Euro für die Versorgung der mehr als zwei Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Zudem sollen die EU-Beitrittsverhandlungen und die Gespräche zur visafreien Einreise für Türken beschleunigt werden.

Nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stellte die Türkei bei einem Ministertreffen in Amsterdam weitere Bemühungen zur Grenzsicherung in Aussicht. Sein türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu sagte in Amsterdam, schon jetzt kämen weniger Flüchtlinge über die Türkei nach Griechenland. Andere Informationen seien «Manipulationen in den Medien etlicher europäischer Hauptstädte».

Im Winter gehen die Flüchtlingszahlen im Mittelmeer üblicherweise zurück. Im Frühjahr steigen sie wieder. Angesichts der auch jetzt hohen Flüchtlingszahl sehen die Länder Mittel- und Nordeuropas dringenden Handlungsbedarf. Vom Schengen-Staat Griechenland fordern europäische Partner mehr Anstrengungen bei der Grenzsicherung.

Mehrere Staaten drohten am Wochenende mit neuen Grenzschutzprojekten, um den Zustrom von Flüchtlingen über das südosteuropäische Land einzudämmen. «Wenn Griechenland nicht bereit oder nicht in der Lage ist, den Schengenraum zu schützen (...), dann brauchen wir eine andere Verteidigungslinie», sagte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto in Amsterdam.

Sein österreichischer Kollege Sebastian Kurz meinte: «Wenn wir keine Lösung an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland zustande bringen, dann wird unsere einzige Möglichkeit sein, dass wir mit Slowenien, mit Kroatien, mit Serbien, mit Mazedonien kooperieren.»

Einem Medienbericht zufolge fordert Wien zudem 600 Millionen Euro von der EU für die Kosten der Flüchtlingskrise. Die Summe solle bei der Berechnung des zulässigen Budgetdefizits nicht angerechnet werden, wie der «Kurier» aus einem Brief des Finanzministers Hans Jörg Schelling (ÖVP) an Kommissionschef Jean-Claude Juncker zitierte.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias hielt den mitteleuropäischen Staaten vor, sein Land isolieren zu wollen. Sein Land schütze die Seegrenze zur Türkei so gut, wie Meeresgrenzen zu schützen seien. In einem Interview der «Rheinischen Post» (Montag) warf er der EU mangelnde Solidarität vor und fügte an: «Wir haben die EU aufgefordert, uns 2000 Beamte der Grenzschutzagentur Frontex und 100 Boote zu schicken, es kamen bislang nur 800 Beamte.» In dem Land wächst zudem der Widerstand gegen den Bau von Aufnahmezentren für Flüchtlinge, den die Regierung in Athen der EU zugesagt hatte.

Die Flüchtlinge machen sich von Griechenland aus über die sogenannte Balkanroute auf den Weg nach Westeuropa. Doch weniger als die Hälfte habe Aussicht auf Schutz in der EU, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) unter Berufung auf einen Beamten der Kommission. Die Brüsseler Behörde wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren, verwies aber auf Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex und des europäischen Statistikamtes Eurostat.

Laut Frontex sank der Anteil von Syrern und Bürgern anderer Staaten mit guten Chancen auf Asyl oder internationalen Schutz deutlich. Unter den Ankömmlingen in Griechenland machten Syrer im Dezember demnach 39 Prozent aus; im Oktober waren es noch 51 Prozent gewesen. Gleichzeitig stieg der Anteil irakischer Migranten von 11 Prozent im Oktober auf 25 Prozent im Dezember.

Der von der FAS zitierte Kommissionsbeamte sprach zudem von einem steigenden Anteil von Migranten aus den Maghreb-Staaten, die meist als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft werden. EU-Kommissar Johannes Hahn hatte am Samstag angesichts deutlicher Veränderungen bei der Zusammensetzung gewarnt: «Das ist eine neue zusätzliche Dimension, dass sozusagen im Windschatten der Flüchtlingskrise jetzt noch ein verstärkter Migrationsstrom eingesetzt hat.»

Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge erhalten fast in jedem Fall Schutz in EU-Ländern. Auch Iraker hatten laut Eurostat im dritten Quartal 2015 mit einer Anerkennungsquote von 87 Prozent gute Chancen.

So, 2016-02-07 13:39
Wattenberg (dpa)

«Die schiere Verzweiflung»: Fünf Skitourengeher sterben unter Lawine Von Sandra Walder und Michael Heitmann, dpa

Mehrere hundert Meter lang und fünf Meter hoch ist die Lawine, die 17 Tschechen unter sich begräbt. Fünf Alpinisten sterben. Ein Mann hatte sie gewarnt.

Wattenberg (dpa) - Die Lawinengefahr war erheblich, der starke Wind verschärfte die Situation und der Hang war besonders steil: 17 Skitourengeher aus Tschechien ignorierten am Samstag in Tirol alle Warnungen und wurden von einer gewaltigen Lawine erfasst. Fünf Alpinisten verloren ihr Leben. Zwei weitere aus der Gruppe von erfahrenen Wintersportlern kamen mit leichten Knieverletzungen davon, der Rest der Teilnehmer eines Skicamps zum Fahren im freien Gelände blieb unverletzt. Dabei wäre das Unglück in Wattenberg bei Innsbruck nach Aussagen von Einheimischen zu vermeiden gewesen.

«Ich habe zu meinen Gästen gesagt, ich würde heute nicht gehen», sagte der Besitzer der Lizumer Hütte, Anton Nigg, der Deutschen Presse-Agentur. Seit vielen Jahren stiegen die gut ausgerüsteten und vorwiegend jungen Tschechen bereits in der Hütte in den Tuxer Alpen ab. Nigg hatte noch versucht, die 15 Männer und zwei Frauen von ihrem Aufstieg im steilen Gelände auf die mehr als 2800 Meter hohe Geierspitze abzuhalten. Jeden Tag hängt der Hüttenwirt auch den offiziellen Lawinenbericht aus, wie er sagte. Auch Martin Waldhart von der Tiroler Bergrettung sprach von einer «absoluten Risikozone», in der sich die Tschechen befunden hätten.

Der tschechische Veranstalter des betroffenen Skicamps widerspricht dieser Darstellung. Der Ski-Freerider Robin Kaleta findet nicht, dass Warnungen leichtfertig missachtet worden seien. Es seien zwei erfahrene Bergführer dabeigewesen. «Sie waren jederzeit bereit, umzukehren, und hatten keinen Grund, ein Risiko einzugehen», sagte er der tschechischen Zeitung «MF Dnes» (Onlineausgabe).

Insgesamt seien die Tourengeher laut Polizeiangaben von drei Lawinen erfasst worden, einer Hauptlawine, die zwei weitere Schneebretter nach sich zog. Alle Mitglieder der Gruppen waren mit Lawinen-Airbags und -Piepern ausgerüstet gewesen, bestätigten die Ermittler.

Die gute Ausrüstung habe bei einigen Verschütteten vermutlich Schlimmeres verhindert. «Erst habe ich noch ganz mit dem Kopf herausgeguckt, weil der Lawinen-Airbag funktioniert hatte, aber dann kam die zweite Welle», beschrieb eine der überlebenden jungen Frauen dem tschechischen Rundfunk (CRo) den Hergang des Unglücks. Die Zeit bis zur Rettung sei ihr unendlich lange vorgekommen. «Es ist die schiere Verzweiflung, weil einem nichts anderes bleibt, als zu warten», sagte sie. Die Gruppe habe vor dem Unglück immer wieder die Schneedecke mit einer Sonde auf die Lawinengefahr hin untersucht. «Es hat definitiv keine Warnung im Sinne von «Geht da nicht hin, das ist gefährlich» gegeben», sagte die Alpinistin.

Trotzdem kam für fünf ihrer Kameraden jede Hilfe zu spät, nachdem sie die mehrere hundert Meter breite und fünf Meter hohe Lawine verschüttet hatte. Die Wintersportler waren laut neuesten Erkenntnissen bis zu drei Meter unter den Schneemassen begraben. Doch die Zahl der Todesopfer hätte höher sein können, wären nicht viele Helfer zufällig in der Gegend gewesen. Mehrere Retter hatten mit ihren Lawinenhunden in der Nähe einen Trainingskurs absolviert und wurden sofort zum Unglücksort abgezogen.

Die Einsatzkräfte in Tirol hatten am Samstag ohnehin viel zu tun. Insgesamt gingen 18 Lawinen in den beliebten Wintersportgebieten nahe der deutschen Grenze ab. Dabei wurden weitere Alpinisten verschüttet, einige trugen leichtere Verletzungen davon, keiner kam ums Leben. Der Großteil konnte sich selbst befreien.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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So, 2016-02-07 13:03
Brüssel (dpa)

Nato-Chef verurteilt Nordkoreas Raketentest

Brüssel (dpa) - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Nordkoreas Raketenstart verurteilt. Damit verletze die Regierung in Pjöngjang fünf Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, erklärte Stoltenberg am Sonntag in Brüssel. Der Chef des westlichen Verteidigungsbündnisses rief die Führung des kommunistischen Landes auf, keine weiteren Raketenstarts anzudrohen oder durchzuführen und von «jeglichen weiteren provokativen Handlungen» abzusehen.

Nordkorea hatte einen Satelliten mit einer Trägerrakete in eine Erdumlaufbahn gebracht. Der Westen mutmaßt, dass damit Technik einer militärischen Langstreckenrakete getestet werden sollte.

So, 2016-02-07 13:09
Wattenberg (dpa)

Trotz Warnungen: Fünf Alpinisten sterben bei Lawinenunglück in Tirol

Für fünf Tschechen endete ein Ausflug in die Tiroler Berge tödlich. Sie wurden mit zwölf weiteren Kameraden unter Schneemassen begraben und starben. Auch mehrere Deutsche verletzten sich auf den Pisten.

Wattenberg (dpa) - Bei einem massiven Lawinenabgang in Tirol sind am Samstag fünf Tschechen ums Leben gekommen. Zwei weitere Wintersportler der insgesamt 17-köpfigen Gruppe wurden leicht am Knie verletzt, mussten laut Polizeiangaben am Sonntag aber nicht mehr ärztlich behandelt werden. Die restlichen zehn tschechischen Urlauber waren bei dem Unglück bei Wattenberg nahe Innsbruck nicht verletzt worden. Bislang war nicht klar, ob sie die Schneemassen selbst ausgelöst hatten. Am Wochenende herrschte erhebliche Lawinengefahr in Tirol.

Die tschechischen Skitourengeher wurden am Sonntag in Tirol von den Ermittlern zum genauen Unfallhergang befragt. Die Verschütteten waren in der Lizumer Hütte in den Tuxer Alpen abgestiegen. Ihr Besitzer, Anton Nigg, hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er habe die als erfahren geltenden Alpinisten vor ihrem Aufstieg noch vor der erheblichen Lawinengefahr gewarnt.

Die Tschechen waren Samstagmittag in zwei Gruppen im steilen Gelände auf dem Weg auf den mehr als 2800 Meter hohen Geier in den Tuxer Alpen, als es zum Lawinenabgang kam. Das Schneebrett war laut Polizei mehrere hundert Meter breit und ebenso lang. Das Unglück ereignete sich auf dem Truppenübungsgelände des österreichischen Bundesheeres, das von Skitourengehern genutzt werden darf. Die Bergwand nahe Wattenburg ist rund 25 Kilometer von Innsbruck entfernt, im Westen Österreichs.

Auch wegen Unfällen von deutschen Skifahrern gab es am Samstag auf Tirols Pisten mehrere Rettungseinsätze. Ein 15-jähriger Berliner fuhr im Skigebiet St. Johann abseits der Piste und prallte gegen eine Liftstütze. Der junge Urlauber musste schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Ein 17 Jahre alter Deutscher verlor nach einer Kollision mit einem 53-Jährigen in Christlum in Achenkirch das Bewusstsein. In Sölden prallte ein 53-jähriger Mann aus Freiburg mit einer 47 Jahre alten Frau aus Dortmund zusammen. Während die Frau nur leicht verletzt wurde, musste der Mann mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

So, 2016-02-07 13:25
London (dpa)

Britischer Oppositionschef verlangt Auskunft über Libyen-Pläne

London (dpa) - Der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn fordert von der Regierung Auskunft über Pläne einer militärischen Intervention gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen. Es gebe «zunehmende Anzeichen, dass die britische Regierung ein militärisches Eingreifen in Libyen vorbereiten könnte», zitiert die Zeitung «Independent» den Labour-Vorsitzenden.

Premierminister David Cameron solle das Parlament vor einer Entscheidung die Chance zur Debatte geben. Dabei gehe es auch um den Einsatz britischer Kampfdrohnen.

Die Zeitung berichtet am Sonntag von italienischen Plänen, wonach eine 6000 Mann starke Truppe in Libyen eingreifen solle, darunter etwa 1000 britische Soldaten. Einzelheiten werden nicht genannt. IS-Kämpfer bauen seit Monaten ihren Einfluss in dem nordafrikanischen Land aus. 

Der «Independent» zitierte eine namentlich nicht genannte britische Regierungsquelle, wonach mit dem IS in Libyen «etwas geschehen muss». Doch eine Militäraktion solle es erst geben, wenn eine Regierung der nationalen Einheit gebildet sei und diese eine Intervention erbitte.

So, 2016-02-07 13:18
Paris (dpa)

Paris: Blutspender aus Zika-Gebieten müssen warten

Paris (dpa) - Nach Besuchen in vom Zika-Virus betroffenen Regionen müssen Blutspender in Frankreich vier Wochen lang aussetzen. «Wir bemühen uns darum, sicherzustellen, dass Blutspenden nicht mit dem Zika-Virus infiziert sind», sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine am Sonntag im Sender iTélé. «Wer aus einem Gebiet zurückkommt, wo es Zika gibt, kann 28 Tage lang kein Blut spenden», erläuterte Touraine. Gleichzeitig würden alle Blutspenden in zu Frankreich gehörenden Überseegebieten wie Französisch-Guayana, Martinique, Guadeloupe oder Saint Martin getestet. Touraine erneuerte ihren Appell an Schwangere, Reisen in betroffene Regionen aufzuschieben. In Deutschland wird jeder potentielle Blutspender nach Auslandsaufenthalten in den vergangenen sechs Monaten gefragt. Das geschieht insbesondere mit Blick auf tropische Länder.

So, 2016-02-07 13:07
Seoul (dpa)

Nordkorea hält mit Atomtest und Raketenstart die Welt in Atem Von Dirk Godder, dpa

Der Satellit, den Nordkorea in den Orbit gebracht haben will, ist nach Einschätzung Südkoreas wertlos. Das lässt auf ganz andere Absichten hinter Nordkoreas jüngsten Raketenstart schließen.

Seoul (dpa) - Gerade noch herrschte im UN-Sicherheitsrat wegen des nordkoreanischen Atomtests vom Januar Uneinigkeit über die Art weiterer Sanktionen, da löst das isolierte Regime in Pjöngjang mit einem Raketenstart bereits neuen Alarm aus. Die Ereignisse liegen nur einen Monat auseinander. Das schnelle Vorgehen der von Kim Jong Un geführten Diktatur deutet deshalb auf kühle Berechnung hin. Was aber erreicht Pjöngjang damit, erneut die Weltgemeinschaft gegen sich aufzubringen? Die Diskussionen über neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea dürften jetzt durch den Raketenstart eher beschleunigt werden, vermutet ein Beobachter. 

Gegen Pjöngjang baute sich am Sonntag wegen des Starts einer Weltraumrakete ein neuer Sturm der Entrüstung auf. Südkorea, die USA und Japan beantragten eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats. Nordkorea dagegen jubelt über den «erfolgreichen Start eines Erdbeobachtungssatelliten» und feiert wie schon beim umstrittenen Start einer Weltraumrakete Ende 2012 vor allem sich selber. «Der volle Erfolg des Starts von Kwangmyongsong-4 ist das stolze Ergebnis der Politik der großen Arbeiterpartei», wurde die nationale Raumfahrtbehörde von den Staatsmedien zitiert. 

Nach Angaben der Behörde brachte eine Trägerrakete den Satelliten auf eine Umlaufbahn. Mit dem Start verfolge man friedliche Zwecke zur Weltraumerforschung, hieß es. Der Satellit sei viel zu klein, um funktionstüchtig zu sein, teilte dagegen Südkoreas Geheimdienst vor Abgeordneten in Seoul mit. Wie die USA sieht Südkorea in solchen Raketenstarts den verschleierten Test für die Technologie einer atomar bestückten Interkontinentalrakete. 

Nordkorea könne beim Raketentest unter Zeitdruck gestanden haben, sagt der Leiter des Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul, Lars-André Richter. In der vergangenen Woche habe noch ein hochrangiger chinesischer Diplomat bei einem Besuch in Pjöngjang das Regime um Zurückhaltung gebeten. Dann habe Nordkorea jedoch den Starttermin vorverlegt. «Ich habe so das Gefühl, die haben den Termin vorgezogen, so dass noch nicht weiter zwei, drei Wochen spekuliert, gedroht und verhandelt wird.» In Südkorea berichtete der Geheimdienst bereits über Anzeichen für Vorbereitungen auf einen fünften Atomtest in Nordkorea.

Wie die USA und Südkorea drohen auch andere Länder dem Regime in Pjöngjang jetzt mit ernsthaften Konsequenzen. Südkorea und die USA sehen dabei vor allem China gefordert. Für Peking ist Nordkoreas Atomwaffenentwicklung zwar ein großes Ärgernis, doch spielt das Land im Kampf um größeren Einfluss in Asien auch eine strategisch wichtige Rolle für China. Peking will vor allem verhindern, dass das Regime mit unabsehbaren Folgen für die Region zusammenbricht. 

In den Sanktionen wird derzeit das einzige seriöse Mittel gesehen, noch weiteren politischen Druck aufzubauen. «Der Punkt aber scheint zu sein, dass die Sanktionen von China nicht konsequent umgesetzt werden», sagt Richter. 

Mit seinen Raketenstarts wird vor allem für die USA ein Bedrohungsszenario immer konkreter. Sie befürchten, dass Nordkorea mit jedem erfolgreichen Raketentest seinem Ziel näher kommen könnte, Atomraketen zu bauen. «Natürlich kann Nordkorea von Satellitenstarts viel über die Technologie lernen, die es beim Bau von ballistischen Raketen nutzen kann», schrieb der Physiker und Co-Direktor der «Vereinigung besorgter Wissenschaftler» in den USA in einem Blog der Gruppe, nachdem Nordkorea den Raketenstart in der vergangenen Woche angekündigt hatte. Beide Raketentypen nutzten die gleiche Basis-Technologie. «Das ist die Quelle der Besorgnis wegen solcher Starts.»

Den Raketentest könnte Pjöngjang jetzt propagandistisch ausnutzen. Im Mai soll erstmals seit 36 Jahren wieder ein Kongress der herrschenden Arbeiterpartei stattfinden. «Ein einschneidender Termin», glaubt Experte Richter, es könnten wichtige Personalentscheidungen getroffen werden. Schon der Atomtest sei größtenteils ein innenpolitisches Signal gewesen. Mit den Raketentests sei das ähnlich. Kim Jong Un versuche, «weiter an Autorität zu gewinnen und die Zweifler hinter sich zu bringen». 

So, 2016-02-07 14:00
Manchester (dpa)

Rubio unter Druck - «Underdogs» beherrschen Republikaner-Debatte    

Es war die «Nacht der Gouverneure». Drei bisher abgeschlagene Bewerber im Präsidentschaftsrennen der Republikaner fordern in einer TV-Debatte die Spitzenreiter heraus. Kann einer von ihnen bei der Vorwahl in New Hampshire das Feld aufmischen?

Manchester (dpa) - Schlechte Nacht für die Spitzenreiter: Kurz vor der nächsten Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen in New Hampshire sind die «Underdogs» bei den Republikanern in die Offensive gegangen. In einer TV-Debatte am Samstagabend (Ortszeit) geriet vor allem der in der jüngsten Zeit aufgestiegene Senator Marco Rubio unter Druck: In einem Dauerfeuer hielt ihm New Jerseys Gouverneur Chris Christie Unerfahrenheit und Reden aus der Konserve vor.

Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush lieferte sich einen heftigen Schlagabtausch mit dem bisherigen Favoriten Donald Trump, der sogar einmal vom Publikum ausgebuht wurde. Für Christie und Bush geht es bei der Vorwahl am Dienstag ums Überleben. Sie müssen vor allem rasch Rubio stoppen, der versucht, sich als Alternative zu Trump und dem erzkonservativen texanischen Senator Ted Cruz zu positionieren.

Christie hielt dem erst 44-jährigen Rubio vor, er habe nicht das Zeug für das höchste Amt, niemals für eine wirklich wichtige Entscheidung geradestehen müssen und sondere in erster Linie auswendig gelernte «25-Sekunden»-Soundbites ab. Bei vielen Abstimmungen im Senat habe Rubio zudem gefehlt: «Das ist nicht Führungskraft. Das ist Schwänzerei.»

Bush warf Trump im TV-Duell in Manchester (New Hampshire) unter anderem herzlose Praktiken als Unternehmer vor. «Wie stark ist es, einer alten Frau den Grundbesitz wegzunehmen?», konterte er, als Trump ihm vorhielt, er versuche, sich als «starker Mann» zu profilieren. Nach Buhrufen gegen ihn war Trump so genervt, dass er sagte, im Publikum säßen offensichtlich «Bushs Spender und Vertreter besonderer Interessen». Er brauche deren Geld nicht.

Trump geht als Favorit in die Vorwahl in New Hampshire, ist aber nach seiner Niederlage gegen den erzkonservativen texanischen Senator Ted Cruz bei der ersten Vorwahl am vergangenen Montag in Iowa angeschlagen. Cruz liegt in Umfragen in New Hampshire hinter Rubio auf Platz drei, aber Gouverneur John Kasich aus Ohio sitzt ihm im Nacken. Auch Kasich, ein Realpolitiker, der beharrlich Frontalangriffe vermeidet und bewusst auf eine «positive Botschaft» setzt, wurde gutes Abschneiden in der Debatte bescheinigt.

Nach der «Nacht der Gouverneure» wird nun ein engeres Rennen um den dritten Platz in New Hampshire erwartet, zumal Cruz in der Debatte in Manchester mit insgesamt sieben Kandidaten auf der Bühne wenig punkten konnte. Der frühere Kinderneurochirurg Ben Carson spielte praktisch überhaupt keine Rolle.

So, 2016-02-07 13:09
Dresden (dpa)

Pegida findet mit Ruf nach «Festung Europa» wenig Zulauf

Das Pegida-Bündnis wollte über Dresden hinauswachsen, suchte den europäischen Schulterschluss. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus.

Dresden (dpa) - Deutlich weniger Anhänger von Pegida und anderen islamfeindlichen Bündnissen als erwartet haben in Dresden und weiteren europäischen Städten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. An der zentralen Veranstaltung in der sächsischen Landeshauptstadt nahmen am Samstag nach Angaben der Forschungsgruppe «Durchgezählt» rund 8000 Menschen teil. Der Hauptredner und Mitbegründer der Bewegung, Lutz Bachmann, fiel wegen Krankheit aus. Zudem war eine Gegendemonstration wesentlich lautstärker. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von fast 2000 Beamten im Einsatz. Es blieb insgesamt ruhig, bilanzierte ein Sprecher am Sonntag.

In Warschau rief Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling auf einer Kundgebung polnischer Nationalisten zum europäischen Schulterschluss gegen islamische Einwanderung auf. Sie erinnerte an den Kampf von «Polen und Litauern, Sachsen und Österreichern» bei der Verteidigung Wiens gegen die Türken im 17. Jahrhundert. Damals habe das Heer des polnischen Königs das christliche Abendland gerettet. Nun gelte: «Lasst uns gemeinsam die Schlacht gegen die Islamisierung führen.»

In Dresden kamen Liveschaltungen zu Kundgebungen nach Bratislava und Prag wegen technischer Probleme nicht zustande. Stattdessen gab es Einspielfilme rechter Bündnisse aus der Slowakei, Ungarn, den Niederlanden und Estland. «Schämen sie sich, Kanzlerin Merkel», hieß es darin unter anderem. Durch die Einladung «massenhaft nicht integrierbarer oder unwilliger» Flüchtlinge stelle sie eine «Gefahr für die Freiheit und die Sicherheit Europas» dar.

Laut Polizeibericht waren in Dresden 1930 Beamte aus mehreren Bundesländern im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern. «Kleinere Handgreiflichkeiten unterbanden die Einsatzkräfte sofort», hieß es. Die Ordnungshüter kontrollierten 40 Personen unter anderem wegen Pyrotechnik. Ein 35-Jähriger wurde auf dem Weg zur Pegida-Kundgebung in Dresden von mehreren Unbekannten attackiert. Er kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Aus Polen, Frankreich oder Dänemark wurden jeweils nur wenige hundert Teilnehmer am gemeinsamen Aktionstag unter dem Motto «Festung Europa» gemeldet. In Prag gab es bei einer mit Pegida abgestimmten islamfeindlichen Kundgebung Zusammenstöße mit Gegendemonstranten. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Rund 1500 Islamgegner versammelten sich mit Spruchbändern wie «Nein zur Einwanderung - Stopp der Merkelisierung» vor der Prager Burg.

In Amsterdam kam es zu Rangeleien zwischen Pegida-Anhängern und Teilnehmern einer Gegenkundgebung. 20 meist linke Protestierer wurden vorübergehend festgenommen. Auch in Kopenhagen und im nordfranzösischen Calais, wo jeweils etwa 100 Demonstranten gezählt wurden, gab es einige Festnahmen. In Montpellier in Südfrankreich gingen etwa 200 Demonstranten gegen Migranten auf die Straße, in Warschau etwa 350. Bei einer Demonstration von 400 Islamfeinden im australischen Canberra wurde skandiert: «Wir lieben Schweinefleisch» und «Wer zum Teufel ist Allah?».

So, 2016-02-07 13:49
York (dpa)

Erhöhte Radioaktivität nach Leck in Akw bei New York gemessen

New York (dpa) - In der Nähe eines Atomkraftwerks im US-Bundesstaat New York ist eine deutlich erhöhte Konzentration von radioaktiven Stoffen im Grundwasser gemessen worden. Die Werte an den Reaktoren in Indian Point lägen um das 650-fache über dem Normalwert, erklärte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag. Das Akw steht rund 50 Kilometer nördlich von New York in der Stadt Buchanan und kann etwa ein Viertel des Energiebedarfs der Millionenmetropole decken.

Vermutlich sei nur das Grundwasser direkt unter dem Kraftwerk vom Austreten des radioaktiven Stoffes Tritium betroffen, hieß es. Nun werde untersucht, ob das Leck eine Bedrohung für die Gesundheit der Anwohner darstelle.

«Das ist nicht das erste Austreten radioaktiven Wassers dieser Art», ergänzte Cuomo. «Dieser Störfall zeigt erneut, dass Indian Point nicht auf eine Art betrieben werden kann, die die öffentliche Gesundheit schützt.» Die beiden noch genutzten Blöcke des Kraftwerks wurden 1974 und 1976 in Betrieb genommen.

So, 2016-02-07 12:54
Berlin (dpa)

Die Abfangrakete THAAD

Berlin (dpa) - Nach dem Start einer nordkoreanischen Trägerrakete ist Südkorea bereit, mit den USA über die Aufstellung von Abfangraketen des Typs THAAD durch die US-Streitkräfte in Südkorea zu verhandeln. THAAD-Systeme in Südkorea werden von den Nachbarstaaten China und Russland als Bedrohung angesehen, weil sie die strategische Bedeutung ihrer Atomraketen in der Region reduzieren würden.

THAAD steht für «Terminal High Altitude Area Defense». Die 6,17 Meter langen Raketen sollen ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen. Den ersten das ganze System umfassenden Testflug gab es 2006.

THAAD-Raketen werden von Lastwagen aus abgefeuert und sind daher sehr mobil. Zu einer THAAD-Batterie gehören neun Raketenwerfer auf Lkw mit jeweils acht Abfangraketen. Dazu kommen ein mobiles Radarsystem und eine mobile Feuerleitstelle.

Die THAAD bietet einen hohen Schutzschild über zum Beispiel eine Stadt. Darunter können Raketensysteme wie die auch von der Bundeswehr eingesetzte Patriot einen weiteren Schild legen. Erster Auslandskunde für das THAAD-System wurden 2011 die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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