So, 2015-04-26 06:58
Hiddingen (dpa)

Farm will demnächst eigene Kamelmilch vertreiben

Hiddingen (dpa) - Beke und Andreas Marquard züchten auf ihrem Hof in Hiddingen im Landkreis Rotenburg/Wümme Kamele - und wollen künftig als wohl erster Betrieb bundesweit auch eigene Kamelmilch vertreiben. «Vor ein paar Wochen haben wir mit dem Melken begonnen», sagt Andreas Marquard. Die Genehmigung für den Verkauf sei beantragt. Er erwartet, dass es ein Jahr dauern wird, bis sie erteilt wird. Das Produkt soll tiefgefroren an die Kunden verschickt werden. Der Geschmack von Kamelmilch ähnele dem der nicht pasteurisierten Kuhmilch. Anfragen kämen vor allem von Menschen mit Neurodermitis und Allergien. Nach Erkenntnissen eines Vereins privater Kamelhalter gibt es bundesweit keinen weiteren Betrieb, der eigene Kamelmilch anbietet.

So, 2015-04-26 07:00
Hiddingen (dpa)

Wüstenschiffe in der norddeutschen Tiefebene Von Janet Binder, dpa

Niedersachsen ist bekannt als Pferdeland, Familie Marquard bevorzugt jedoch ganz andere Vierbeiner: Sie betreibt eine Kamelfarm. Die Wüstenschiffe sind nicht nur als Reittiere beliebt, die Marquards haben auch noch andere Pläne.

Hiddingen (dpa) - Beke und Andreas Marquard lieben das Besondere. Auf seinem Hof in Hiddingen im Landkreis Rotenburg/Wümme züchtet das Ehepaar denn auch keine Pferde, wie es in Niedersachsen viele machen, sondern - Kamele. «Standard «Nullachtfuffzehn» ist nicht unser Programm», sagt Beke Marquard. Rund 50 Trampeltiere und Dromedare leben auf der Farm, die die beiden Vermessungstechniker seit über zwei Jahrzehnten im Nebenerwerb betreiben. Oft kommen Besucher, um auf den Tieren zu reiten. Dann werden die Kamele hintereinander gebunden und als Karawane durch den «Hiddinger Bruch» geführt.

Am Anfang wurde das Treiben der Marquards von den Nachbarn skeptisch beobachtet. «Wir sind ein kleines Dorf mit 500 Einwohnern», sagt Beke Marquard. Das Eis brach, als jemand die Idee hatte, den Schützenkönig mit einem Kamel nach Hause bringen zu lassen. Inzwischen haben sich die Hiddinger längst an den Anblick gewöhnt. Nur Fremde reiben sich noch verwundert die Augen, wenn sie eine Kamelkarawane treffen.

Auf einem Kamel reiten - das möchte auch Konstanze Buddruss aus der Nähe von Frankfurt am Main, die Urlaub in der Lüneburger Heide macht. Sie kennt sich aus mit Reiten, allerdings auf Pferden. Mit einem Blick wird ihr schlagartig klar, um wie viel höher man auf einem Kamel sitzt. «In 23 Jahren ist noch keiner runtergefallen», beruhigt Andreas Marquard. Für den Aufstieg steht eine Treppe bereit. Als Buddruss auf «Aladin» sitzt, ist sie überrascht. «Das ist sehr bequem», sagt sie. Michaela Canzar aus Essen sitzt auf «Halef». «Das ist eine ganz andere Bewegung als auf einem Pferd», sagt sie. «Es kommt mir eher wie Bauchtanz vor.»

Wie kommt man dazu, in Norddeutschland eine Kamelfarm zu betreiben? «Ich habe schon als Kind davon geträumt, ein Kamel zu haben», erzählt Andreas Marquard. Er war allerdings schon erwachsen, als er sich das erste Tier zulegte. Da Kamele Herdentiere sind, blieb es nicht bei einem. Inzwischen betreibt Ehepaar Marquard wohl eine der größten Kamelfarmen in Deutschland, auch die Kinder Fe und Marten helfen mit. Beke Marquard schätzt, dass es bundesweit rund 100 private und gewerbliche Kamelhalter inklusive Zoos gibt.

«Grundsätzlich können Altweltkamele, sowohl Dromedare als auch Trampeltiere, problemlos unter mitteleuropäischen Umweltbedingungen gehalten werden», sagt der Tierarzt und Agrarwissenschaftler an der Universität Bozen, Matthias Gauly. Entscheidend sei gutes Wissen in Sachen Fütterung, Pflege und Haltung. Beke Marquard setzt sich im Vorstand des 2009 gegründeten Vereins Altweltkamele für die artgerechte Haltung der Wüstenschiffe und für die Vermeidung von Inzucht in Europa ein. «Wer ein Tier kauft, bekommt meist keinen Abstammungsnachweis», sagt die 44-Jährige. Der Verein bietet deshalb eine Plattform an, um alle Tiere zu registrieren.

Auch die Marquards züchten; sieben Jungtiere wurden im laufenden Jahr schon geboren. Die beiden jüngsten Trampeltiere kamen allerdings nicht auf dem Hof zur Welt: Eines stammt aus dem Zoo Dresden, eines aus dem Zoo Münster. «Sie wurden von ihren Müttern nicht angenommen», erzählt Beke Marquard. Die Zoos baten das Ehepaar um Hilfe. Nun werden die Babys per Flasche groß gezogen.

Das nächste Projekt der Marquards ist der Vertrieb von Kamelmilch. «Vor ein paar Wochen haben wir mit dem Melken begonnen», sagt Andreas Marquard. Die Genehmigung für den Verkauf ist beantragt. Der 48-Jährige rechnet damit, dass es noch ein Jahr dauern wird, bis sie erteilt wird. Die Kamelfarm wäre auch nach Einschätzung des Vereins wohl die einzige in Deutschland, die eigene Milch anbietet. «Es gibt nur einen Betrieb in Holland und einen in der Schweiz, der auch melkt», sagt Andreas Marquard.

Das Produkt soll tiefgefroren an die Kunden verschickt werden. Der Geschmack von Kamelmilch ähnele dem der frischen, nicht pasteurisierten Kuhmilch. «Wir haben schon viele Anfragen», sagt Beke Marquard. Vor allem Menschen mit Neurodermitis und Allergien seien interessiert, selbst aus den USA gab es schon eine Anfrage. «Die würden die gesamte Milch aufkaufen», sagt Beke Marquard. Auch eine Nische, mit der man sich vom Standard abheben kann.

So, 2015-04-26 06:00
Mainz (dpa)

Sommelière im G7-Schlosshotel will deutschen Wein anbieten

Mainz (dpa) - Wenn sich die Staatschefs der sieben größten westlichen Industriestaaten zu ihrem G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern treffen, steht ihnen auch eine Kostprobe deutscher Weine bevor. Dafür will zumindest die Sommelière des Schlosses, Marie-Helen Krebs, sorgen. «Wenn man um meine Vorschläge bittet, würde ich gerne deutsche Weine empfehlen. Es wäre doch schade, keine Weine von hier anzubieten, da diese von exzellenter Qualität sind», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Krebs war zur Weinbörse des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) in das Rhein-Main-Gebiet gekommen. Sie ist Restaurantleiterin und Chefsommelière des Schlosses.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben größten westlichen Industriestaaten (G7) kommen unter deutscher Präsidentschaft am 7. und 8. Juni zusammen. Einen besonderen Druck angesichts der prominenten Schloss-Gäste verspürt Weinexpertin Krebs nach eigenen Angaben noch nicht. «Regierungschefs sind auch nur Menschen, die sich beim Essen wohlfühlen wollen.»

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2015-04-26 06:46
Bristol (dpa)

Weg mit der Queen: Der Wahlkampf der Grünen in Großbritannien Von Johanna Heckeley, dpa

Die Monarchie abschaffen, die Mitgliedschaft in Terrororganisationen straffrei machen, Drogen legalisieren - einige Pläne der britischen Green Party klingen sehr radikal. Hat die Partei, der die deutschen Grünen Vorbild sind, Chancen bei der Wahl am 7. Mai?

Bristol (dpa) - Leere Plastikflaschen auf den Straßen, und im Supermarkt drängt der Kassierer seinen Kunden Einkaufstüten geradezu auf: Die Briten erscheinen nicht gerade als Vorreiter in Sachen Umweltbewusstsein. Doch es tut sich etwas: Die Green Party, Großbritanniens Grüne Partei, hofft auf zwölf Sitze bei der Parlamentswahl am 7. Mai.

Ihre Mitgliederzahl ist von rund 13 000 Ende 2013 auf nun 60 000 gestiegen. Schon ist von einer «Grünen Welle» die Rede. Die etablierten Parteien haben reagiert und mehr Umweltthemen in ihre Programme aufgenommen. Geht auf der Insel also bald eine grüne Saat auf? Wenn es nach Darren Hall geht, der für die Green Party in Bristol West kandidiert, dann ist die Zeit dafür reif: «Die Leute wissen, dass sich jetzt einiges ändern muss.»

Im Wahlprogramm geht es natürlich viel um Umweltschutz: gegen übermäßigen CO2-Ausstoß, für mehr Recycling, ein besseres öffentliches Verkehrssystem und die Abschaffung der britischen Atomwaffen. Die Partei will aber auch eine fairere Wirtschaft etablieren, die lokale Firmen und Geschäfte stärkt, sowie bezahlbaren Wohnraum und ein besseres Gesundheitssystem schaffen.

Und dann gibt es da noch die Forderungen nach einem Grundeinkommen für alle und einem höheren Steuersatz für Reiche. Außerdem sollen Drogen legalisiert, Militärausgaben gedrosselt sowie die Mitgliedschaft in Terrororganisationen nicht mehr bestraft und die Monarchie abgeschafft werden. Solche Pläne klingen in britischen Ohren ziemlich radikal - und erinnern unwillkürlich an die parlamentarischen Anfänge der deutschen Grünen in den 1980er Jahren.

«Ja, wir sind radikal. Aber wir bieten den Leuten eine Alternative. Und wir werden zu unseren Werten stehen», verspricht Darren Hall. In seinem Bezirk Bristol West könnte der ehemalige Ingenieur der Luftstreitkräfte tatsächlich Gewinnchancen haben. Hier wohnen viele Künstler und Kreative, die sich schon seit Jahren für die Umwelt und die Gemeinschaft engagieren. Bristol wurde außerdem zur europäischen grünen Hauptstadt 2015 ernannt.

«Die Leute sind es, die hier grün sind - nicht die Politiker», meint Hollie Lewis. Sie verkauft im «Little Shop» Werke von lokalen Künstlern, zu denen auch sie selbst gehört.

«Es wäre gut, wenn die Aktivisten von den Politikern unterstützt würden», finden Catie und Marianna vom Restaurant «Skipchen», in dem sie Gerichte aus Zutaten mit abgelaufenem Verfallsdatum anbieten. «Zum Beispiel, in dem sie Gesetze ändern, die die Leute hier in ihrem Engagement stoppen.»

Die Green Party hat jüngere Wähler als der Durchschnitt, hat Sarah Birch, Professorin für vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Glasgow, herausgefunden. «Diese Partei wird jetzt als eine brauchbare Protestpartei wahrgenommen.» Wie viele Experten glaubt jedoch auch sie, dass die Grünen im neuen Parlament - wie bisher - höchstens auf einen Sitz kommen werden. Die «Grüne Welle» werde man eher bei den Wahlen in den Kommunen bemerken.

Das liegt auch am Wahlsystem in Großbritannien. Dabei zählen in einem Wahlkreis nur die Stimmen des Gewinners. Während Parteien in Deutschland zwar einen Wahlkreis verlieren, aber über die Zweitstimmen dennoch ins Parlament einziehen können, gehen im britischen Wahlsystem alle Stimmen der jeweils unterlegenen Parteien verloren. Das macht es für kleine Parteien noch schwerer, ins Parlament einzuziehen.

Verständlich, dass Caroline Lucas die Frage in einer öffentlichen Fragerunde, was sie sich von einer guten Fee wünschen würde, mit «Verhältniswahl» beantwortete. Die 54-Jährige kandidiert im Seebad Brighton und kämpft um ihre Wiederwahl. Sie ist derzeit die einzige grüne Politikerin im Unterhaus. Einige Vorhersagen gehen davon aus, dass sie ihr Mandat wieder gewinnen kann.

Zwölf Sitze sind also eher Wunschdenken bei der Green Party - auch wenn die aus Australien stammende Parteichefin Natalie Bennett den Gewinn von sechs Mandaten als «konservative Schätzung» bezeichnet. Wahlforscher halten es für höchst unwahrscheinlich, dass die Grünen zum Königsmacher einer Linksregierung werden könnten. Deutlich mehr wird etwa der schottischen Unabhängigkeitspartei SNP zugetraut, die in Umfragen derzeit bei über 40 Sitzen liegt.

So, 2015-04-26 06:10
Karlsruhe (dpa)

Lärm vor Gericht

Karlsruhe (dpa) - Lärm stört - und beschäftigt bisweilen auch die Gerichte. Beispiele für Krach vor dem Kadi:

ROCKKONZERT: Anwohner müssen bei Freiluftkonzerten im Einzelfall auch nachts Lärm erdulden. Bei nur einmal jährlich stattfindenden Veranstaltungen können Grenzwerte überschritten werden, entschied im September 2003 der Bundesgerichtshof (BGH). Anwohner im schwäbischen Güglingen hatten sich über die Beschallung durch ein Rockkonzert zum Sommerfest des Sportvereins beklagt.

PARTY: Laute Party-Touristen in der Nachbarschaft können ein Grund zur Mietminderung sein, entschied der BGH im Februar 2012. Teile einer Wohnanlage in Berlin-Mitte waren zu Ferienwohnungen geworden. Ein Dauermieter klagte über viele laute Partys von Kurzzeit-Nachbarn und minderte die Miete. Der Vermieter kündigte ihm und bekam zunächst vor dem Landgericht Berlin recht. Der BGH hob das Urteil aber auf.

HUNDEGEBELL: Nachbarn des Veterinärmedizinischen Instituts der Freien Universität in Berlin scheiterten im Juni 2014 mit ihrer Klage gegen Tierlärm vor dem Verwaltungsgericht Berlin. Es gebe keine erhebliche Belästigung im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes, hieß es. Die Hausbesitzer, deren Grundstücke an das Uni-Gelände grenzen, müssten den Lärm durch die Tiere hinnehmen.

KINDERWEINEN: Mieter dürfen weder fristlos kündigen, noch die Miete mindern, weil aus einer Wohnung auch nach 22.00 Uhr Weinen oder Lärmen von Kindern zu hören ist. Kinder hätten einen natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang, der häufig mit Geräuschen verbunden sei, urteilte im September 2010 im das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf.

KITA: Das Oberverwaltungsgericht Hamburg verbot im Oktober 2008 den Betrieb einer Kindertagesstätte mit 60 Plätzen im Stadtteil Othmarschen. Eine Kita dieser Größenordnung sei in dem «besonders geschützten Wohngebiet» nicht zulässig, gab das Gericht klagenden Nachbarn Recht.

So, 2015-04-26 06:00
Karlsruhe (dpa)

Kickende Jugendliche: BGH verhandelt über Mietminderung

Fußball ist Volkssport Nummer Eins. Doch der Spaß hört schnell auf, wenn vor dem Haus gekickt wird. In einem Streit über Jugendliche auf einem Bolzplatz und benachbarten Mietern ist nun der BGH am Zuge.

Karlsruhe (dpa) - Inwieweit Mieter den Lärm eines benachbarten Bolzplatzes dulden müssen, will ab Mittwoch der Bundesgerichtshof (BGH) klären. Die Richter wollen prüfen, ob die Mieter ihre Miete wegen kickender Jugendliche mindern dürfen. Ein Urteil ist noch für Mittwoch zu erwarten. (Az.: VIII ZR 197/14)

Der Bolzplatz war nachträglich auf einem Schulgelände in Hamburg errichtet worden. Benachbarte Mieter hatten ihre Miete um 20 Prozent gekürzt. Sie sehen sich durch Jugendliche gestört, die außerhalb der Öffnungszeiten des Bolzplatzes kicken. Ihre Vermieter verklagten sie daraufhin. Die Stadt Hamburg trat dem Streit bei.

Die Mieter hatten die Erdgeschosswohnung 1993 gemietet. Sie liegt direkt neben der Schule. 2010 wurde auf dem Schulgelände ein neuer Bolzplatz gebaut - 20 Meter von der Terrasse des Paares entfernt. Eigentlich sollen auf dem von einem hohen Metallzaun umschlossenen Bolzplatz mit einem Tor nur Kinder bis zu zwölf Jahren spielen und das auch nur unter der Woche bis 18.00 Uhr.

Ab Sommer 2010 beschwerten sich die Mieter gegenüber ihren Vermietern jedoch über Lärmbelästigungen. Sie stören sich an Jugendlichen, die abends und am Wochenende kicken. «Dabei geht es ihnen nicht um spielende Kinder», sagt die Hamburger Anwältin der Mieter Catharina Narjes.

Weil nur ein Tor da sei, kickten die Spieler den Ball ständig gegen den Metallzaun oder gegen nebenstehende Container, sagt die Anwältin. Besonders dieser Lärm setze ihren Mandanten und der gesamten Nachbarschaft zu, die Terrasse sei kaum noch nutzbar. Die Mieter kürzten die Miete ab Oktober 2010.

Die Vorinstanzen billigten die Mietminderung: Während der Schulzeiten müsse das Paar den Lärm zwar akzeptieren, entschied das Landgericht Hamburg zuletzt. Beim Abschluss des Mietvertrages 1993 hätten sie die Entwicklungen auf dem Bolzplatz aber noch nicht absehen können. Dieser Lärm sei nicht vom Mietvertrag umfasst, die Mieter dürften also kürzen.

Der BGH wird prüfen, ob das Urteil Bestand haben kann. Dabei wird auch eine Regelung eine Rolle spielen, wonach die Lebensäußerungen von Kindern von Nachbarn akzeptiert werden müssen und in der Regel keine «schädliche Umwelteinwirkung» sind. 

Das Landgericht war der Meinung, dass dieser Paragraf 22 Absatz 1a des Bundesimmissionsschutzgesetzes nicht zulasten der Mieter auf den Fall anwendbar ist. Die Norm war erst 2011 eingeführt worden, nachdem es vermehrt Prozesse gegen Kindertagesstätten gab.

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So, 2015-04-26 05:58
Kathmandu (dpa) 

Zahl der Todesopfer nach Himalaya-Erdbeben steigt auf mehr als 1800

Tausende Menschen in Nepal haben durch das Erdbeben ihr Zuhause verloren, andere trauen sich nicht zurück - sie alle verbrachten die Nacht im Freien. Wasser und Nahrung wird knapp, Strom gibt es kaum. Und die Helfer finden immer mehr Leichen.

Kathmandu (dpa) - Nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben haben die Helfer in Nepal bislang mehr als 1800 Leichen geborgen. Tausende Menschen wurden nach offiziellen Angaben bei der Naturkatastrophe verletzt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigen wird. Nepal war am Samstagmittag von einem Beben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Auch in den umliegenden Ländern China, Indien und Bangladesch starben Menschen, als ihre Häuser über ihnen zusammenfielen.

Die meisten Menschen in Nepals Hauptstadt Kathmandu verbrachten die Nacht im Freien, bei leichtem Nieselregen - darunter auch Verletzte, die in den überfüllten Krankenhäusern keinen Platz mehr fanden. Tausende haben ihre Häuser verloren oder fürchten sich, in die Gebäude zurückzukehren. Laut Augenzeugen bebt die Erde noch immer - zuletzt um 5 Uhr Ortszeit, als ein starkes Nachbeben viele aus dem Schlaf riss. Selbst der Präsident Ram Baran Yadaf habe in einem Zelt geschlafen, sagte sein Sprecher in einem lokalen Radio.

Fast nirgendwo in Kathmandu gibt es Strom, manche Menschen helfen sich mit Solarlampen. «Wir laden unsere Handys an Autobatterien auf», sagte Alina Shrestha von World Vision, die selbst betroffen ist. Etwa 30 Nachbarn hätten die Nacht in Zelten in ihrem Hof verbracht. Sie höre Helikopter, aber Soldaten oder Polizisten habe sie in ihrem Stadtviertel noch nicht gesehen.

Wie es in vielen abgelegenen Städte und Dörfern in dem Himalaya-Land aussieht, ist noch kaum zu überblicken. Das Dorf Barmak, unter dem das Epizentrum des Bebens lag, sei fast vollständig zerstört, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. «Ich habe meine Angehörigen und alle meine Nachbarn verloren», sagte eine Frau auf Jaybageshwari einem örtlichen Radiosender. «Kann jemand, der überlebt hat, uns helfen? Wir haben weder Essen noch Kleidung. Alles ist weg.»

Nepal hat den Notstand in den betroffenen Gebieten ausgerufen. Schulen und Universitäten bleiben für eine Woche geschlossen. Die Stromversorgung könnte lange ausfallen, da das Erdbeben die Wasserkraftwerke beschädigt hat, von denen Nepal fast all seinen Strom bezieht. Indien hat mehrere Flugzeuge mit Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Wasser und Kommunikationsgeräten geschickt. Auch aus Deutschland haben sich Helfer auf den Weg gemacht, darunter ein Team des Bundesverbands Rettungshunde.

Hilfsorganisationen riefen die Menschen in Deutschland zum Spenden auf. Care etwa plant, bis zu 75 000 Menschen mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, Wasserreinigungstabletten und dem Bau von Latrinen zu unterstützen. Das Deutsche Medikamentenhilfswerk action medeor packt Verbands- und Nahtmaterialien, chirurgisches Besteck, Schmerzmittel, Antibiotika und Spritzen für seine Partner.

Die internationalen Caritasverbände arbeiten bereits vor Ort - und berichten von großen Problemen. «Der Zugang zu Erdbebenopfern ist vielerorts noch nicht möglich, weil die Straßen blockiert sind. Die Kommunikation ist aufgrund des Stromausfalls schwierig», erklärte der Direktor der Caritas Nepal, Pius Perumana. Ein deutscher Mitarbeiter werde bald das lokale Katastrophen-Team verstärken. Auch die Organisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe wird zwei erfahrene Helfer schicken.

Augenzeugen berichten, vielfach hätten die Menschen nur noch Kekse und Trockenfrüchte übrig. Hilfsorganisationen fürchten, dass bald auch das Wasser ausgeht. Auch die Ärzte sind an vielen Orten bereits überlastet. «Unter den Toten sind viele Kinder», sagte Doktor Pratab Narayan aus dem Teaching-Krankenhaus. «Wir sind völlig überwältigt von der Zahl an Menschen.»

Im Everest-Basislager starben nach Angaben des Tourismusministeriums mindestens 13 Menschen bei einer Lawine. Das Schneebrett hatte sich durch das Erdbeben gelöst und war durch das Lager gefegt. Schlechtes Wetter behinderte die Rettungsarbeiten, da Helikopter nicht starten konnten. Laut Temba Tsheri Sherpa von Dreamer's Destination sind unter den Toten mindestens ein Australier und ein Chinese. Die amerikanische Schauspielerin Sophia Bush schrieb auf Instagram, sie habe ihren Ex-Freund Dan Fredinburg durch die Lawine verloren.

So, 2015-04-26 04:00
Berlin (dpa)

Koalitionsgipfel soll Mindestlohn-Streit befrieden

Zuletzt fand die große Koalition wieder etwas zueinander - doch gelingt beim Koalitionsgipfel auch eine dauerhafte Beilegung des Mindestlohn-Streits? Vor allem die CSU legt die Latte hoch.

Berlin (dpa) - Bei einem Koalitionsgipfel wollen die Spitzen von Union und SPD den Streit um die Bürokratielasten beim Mindestlohn lösen. Die Partei- und Fraktionschefs möchten am Mindestlohn von 8,50 Euro zwar nicht rütteln. Aber nach zahlreichen Beschwerden der Wirtschaft will die Union erreichen, dass Arbeitgeber die Arbeitszeit der Mitarbeiter nur noch bis 1900 Euro statt derzeit 2958 Euro Gehalt aufschreiben müssen. Dabei geht es um Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit. Das Treffen im Kanzleramt soll um 20 Uhr beginnen und ist auf mehrere Stunden angesetzt.

Die Dokumentationspflicht gilt für neun Branchen, die für Schwarzarbeit anfällig sind. Die SPD will an der 2958-Euro-Schwelle festhalten. CSU-Chef Horst Seehofer hatte im Vorfeld substanzielle Verbesserungen bei der Reduzierung des Verwaltungsaufwandes durch den Mindestlohn gefordert. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll am Abend einen umfassenden Bericht über mögliche Probleme und Korrekturen vorlegen.

Führende Vertreter der Arbeitnehmerseite im Handwerk wiesen nach Beratungen über die Auswirkungen des Mindestlohns den Eindruck von zu hohen Bürokratielasten zurück. Von einem «Bürokratiemonster» könne keine Rede sein, heißt es in einem Schreiben des Vizepräsidenten des Handwerkskammertages, Klaus Feuler, an Kanzlerin Angela Merkel (CDU), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. An dem Treffen im Kanzleramt nehmen neben CDU-Chefin Merkel und CSU-Chef Seehofer SPD-Chef Sigmar Gabriel sowie die Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder (CDU), Thomas Oppermann (SPD) und CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt teil.

Ein wichtiges Thema ist auch die Zukunft des Solidaritätsbeitrags. Die Union will eine stufenweise Abschaffung des «Soli» bis 2029, die SPD sperrt sich bisher dagegen und will durch eine Eingliederung des «Soli» in die Einkommensteuer Länder und Kommunen an den Einnahmen beteiligen. Seehofer spricht bei einer «Soli»-Abschaffung von der «größten Steuersenkung aller Zeiten» mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro.

Ein weiteres Thema des Treffens soll auch der Umgang mit den steigenden Flüchtlingszahlen sein und die Verteilung der Kosten - hierzu ist aber ein eigenes Bund-Länder-Treffen am 8. Mai geplant. Ebenfalls Thema wird die von Wirtschaftsminister Gabriel geplante Klimaabgabe für alte Kohlekraftwerke sei, mit der das Ziel von 40 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020 noch geschafft werden soll. Hier ist aber noch nicht mit einer Einigung zu rechnen.

Wenn alte Kraftwerke ein Kohlendioxid-Limit überschreiten, sollen 18 bis 20 Euro pro weiterer ausgestoßener Tonne CO2 fällig werden. Energiebranche und Gewerkschaften warnen vor dem Wegfall Tausender Jobs. Das Wirtschaftsministerium kündigte bereits Nachbesserungen an. Gabriel zeigte sich im Vorfeld verärgert über Merkel und die Union, weil man sich gemeinsam verständigt hatte, am 40-Prozent-Klimaziel nicht zu rütteln, er nun aber von der Union scharf attackiert wird.

So, 2015-04-26 01:26
Kathmandu (dpa)

Hilfe für Opfer von Himalaya-Erdbeben läuft an

Einen Tag nach dem verheerenden Himalaya-Erdbeben soll Unterstützung aus aller Welt eintreffen. Auch aus Deutschland machen sich Helfer auf den Weg. Die Situation vor allem in Nepal ist schwierig: kaum Strom, überfüllte Krankenhäuser, Menschen schlafen auf den Straßen.

Kathmandu (dpa) - Nach dem gewaltigen Erdbeben im Himalaya mit wahrscheinlich mehr als 1500 Toten haben sich erste Helfer auch aus Deutschland auf den Weg gemacht. Aus vielen Ländern der Erde trafen Beileidsbekundungen und Hilfsangebote für die Katastrophenregion ein.

Auch ein Team des Bundesverbands Rettungshunde sollte in Nepal zum Einsatz kommen, gab der Bündnispartner Aktion Deutschland Hilft bekannt. Ein Team von World Vision Katastrophen-Experten war nach eigenen Angaben unterwegs. Andere Organisationen wollen Sonntag von Deutschland aus aufbrechen. Die indische Armee hatte bereits am Vortag mehrere Flugzeuge mit Hilfsgütern wie Nahrungsmittel und Wasser geschickt.

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 starben allein in Nepal nach Angaben des Informationsministers mehr als 1450 Menschen. Er sagte, die Opferzahl könne sich sogar noch verdreifachen. Mehr als 1800 Menschen wurden dort verletzt.

Die schwer betroffene Region zwischen Kathmandu und Pokhara ist das am dichtesten besiedelte Gebiet Nepals. Viele Menschen verbrachten die Nacht dort im Freien, aus Angst, dass ihre Häuser noch einstürzen. Auch zahlreiche Patienten von überfüllten Krankenhäusern mussten auf Bürgersteigen und Straßen liegen.

In Indien kamen mindestens 34 Menschen ums Leben. In China starb laut staatlichen Medien eine 83-Jährige; auch in Bangladesch wurde eine Frau getötet. Das Beben löste zudem am Mount Everest eine Lawine aus und tötete mehrere Bergsteiger.

Hilfsorganisationen riefen die Menschen in Deutschland zum Spenden auf. Care etwa plant, bis zu 75 000 Menschen mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, Wasserreinigungstabletten und dem Bau von Latrinen zu unterstützen. Das Deutsche Medikamentenhilfswerk action medeor packt Verbands- und Nahtmaterialien, chirurgisches Besteck, Schmerzmittel, Antibiotika und Spritzen für seine Partner.

Die internationalen Caritasverbände arbeiten bereits vor Ort - und berichten von großen Problemen. «Der Zugang zu Erdbebenopfern ist vielerorts noch nicht möglich, weil die Straßen blockiert sind. Die Kommunikation ist aufgrund des Stromausfalls schwierig», erklärte der Direktor der Caritas Nepal, Pius Perumana. Ein deutscher Mitarbeiter werde bald das lokale Katastrophen-Team verstärken. Auch die Organisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe wird zwei erfahrene Helfer schicken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Nepal deutsche Hilfe zu. Zuvor hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier bereits erklärt: «Wir sind bestürzt über die schreckliche Erdbebenkatastrophe in Nepal.» Bundespräsident Joachim Gauck sprach seinem nepalesischen Kollegen seine Anteilnahme aus.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Sa, 2015-04-25 21:42
Madrid (dpa)

Nach Schiffsuntergang vor Kanaren nähert sich Ölteppich den Küsten

Madrid (dpa) - Elf Tage nach dem Untergang eines russischen Fischereischiffs mit rund 1400 Tonnen Treibstoff vor den Kanarischen Inseln nähert sich ein Ölteppich aufgrund eines Windwechsels erstmals den Küsten von Teneriffa und La Gomera. Die Verschmutzung müsse dringend eingedämmt werden, bevor sie die Küste erreiche, forderte am Samstag die Umweltstiftung WWF, nachdem Angehörige der Organisation in einer Überwachungsmaschine der Regionalregierung das betroffene Gebiet überflogen hatten.

WWF wies darauf hin, dass das gefährdete Meeresgebiet südlich der beiden Inseln sowie der Kanal zwischen Teneriffa und La Gomera mit die größte Biodiversität der Kanaren beherbergen. Das Verkehrs- und das Umweltministerium teilten unterdessen in einer gemeinsamen Erklärung mit, ein Spezialschiff habe am Samstag weiter Öl von der Wasseroberfläche abgesaugt. Die Versiegelung der Treibstofftanks des Wracks per Roboter solle schon in den nächsten Tagen erfolgen.

Der Trawler «Oleg Naydenov» war zunächst in Brand geraten und am 14. April nur 25 Kilometer südlich des Gran-Canaria-Touristen-Ortes Maspalomas untergegangen. Das Wrack liegt in 2400 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund.

Sa, 2015-04-25 21:15
Kathmandu (dpa)

Erdbeben-Katastrophe bringt im Himalaya Tod und Zerstörung

Es ist die heftigste Erdbeben-Katastrophe Nepal seit vielen Jahren. Überall in dem Himalaya-Land berichten die Menschen von eingestürzten Häusern. Die Zerstörung ist immens, die Operzahl auch.

Kathmandu (dpa) - Ein gewaltiges Erdbeben der Stärke 7,8 hat den Himalaya erschüttert und in mehreren Ländern über 1500 Menschen getötet. Besonders schlimm traf die Katastrophe Nepal. Dort sagte Informationsminister Minendra Rijal am Samstagabend, es seien in dem Land mindestens 1457 Menschen gestorben. Die endgültige Zahl der Toten könne womöglich noch dreimal so hoch liegen. Auch die Zahl der Verletzten ging in die Tausende.

In Nepals Hauptstadt Kathmandu stürzten zahlreiche Gebäude und Tempel ein, darunter Unesco-Weltkulturerbestätten. Im angrenzenden Indien, in der chinesischen Region Tibet und in Bangladesch waren Dutzende Tote zu beklagen. Erste Hilfsmaßnahmen liefen an. Aus aller Welt gab es Beileidsbekundungen.

Im rund 700 000 Einwohner zählenden Kathmandu flohen die Menschen auf die Straße. Dort harrten sie stundenlang aus, da es zu vielen Nachbeben kam. Sie fürchteten sich davor, in ihre Häuser zurückzukehren. Der Verkehr kam zum Erliegen, weil die Straßen aufrissen. Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam nur etwa 80 Kilometer von Kathmandu entfernt, in etwa 18 Kilometern Tiefe.

Das ganze Ausmaß der Zerstörung in Nepal sei noch nicht auszumachen, sagte auch Nepals Innenministeriumssprecher Laxmi Dhakal. «Wir haben noch nichts von weit entfernten Dörfern gehört.» In den betroffenen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen.

Wegen des Erdbebens löste sich auch eine Lawine am Mount Everest und verschüttete mehrere Bergsteiger. Allein das Expeditions-Team der indischen Armee habe 13 Leichen aus dem Basislager ins Tal gebracht, teilte die Armee am Samstag auf Facebook mit. Es handele sich um ausländische Bergsteiger, die sich auf den Gipfel vorbereitet hätten. Die Suche und Rettungsaktion dauere an.

Die Lawine ging in der Nähe des Everest-Basislagers ab. Dort hätten sich Hunderte Bergsteiger auf den Aufstieg auf den höchsten Berg der Welt und andere umliegende Gipfel vorbereitet, sagte Gyanendra Shrestha vom Tourismusministerium in Kathmandu.

Indiens Luftwaffe schicke mehrere Flugzeuge mit Nahrungsmitteln, Wasser und Rettungsausrüstung. Auch Spürhunde, Ärzte und Krankenpfleger seien an Bord, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Neu Delhi.

Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigten sich tief erschüttert. «Mit großer Bestürzung habe ich von der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Nepal erfahren, die so viele Menschenleben gekostet und so großen Schaden auch am kulturellen Erbe Ihres Landes angerichtet hat», schrieb Gauck an seinen nepalesischen Amtskollegen Ram Baran Yadav. Die Bundesregierung stehe bereit, nach Kräften zu helfen, ließ Merkel in Berlin mitteilen. Auch die Europäische Union (EU) will etwas tun.

Die US-Regierung stellte eine Soforthilfe in Höhe von zunächst einer Million Dollar bereit. Außerdem solle ein Hilfsteam in die Region entsandt werden, wie das Weiße Haus mitteilte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte umfassende Hilfsmaßnahmen der Vereinten Nationen an. Papst Franziskus betete für die Opfer des Erdbebens.

In Deutschland bereiteten sich Helfer für einen Einsatz im Himalaya vor. «Wir stehen in den Startlöchern», sagte ein Sprecher des Technischen Hilfswerks in Bonn. Die Organisation Humedica wollte am Sonntagmittag ein sechsköpfiges Einsatzteam losschicken nach Nepal. Der Arbeiter-Samariter-Bund kündigte ebenfalls eine Mission für Sonntag an.

Die Welthungerhilfe wollte mit ihren Nothilfeteams den betroffenen Menschen direkte Hilfe zukommen lassen. World Vision ist bereits vor Ort und hat nun Katastrophen-Experten geschickt. «Die Infrastruktur ist in der gesamten Stadt betroffen. Es gibt keine Stromversorgung und kaum Internetempfang», erklärte Philip Ewert, Direktor von World Vision Nepal. «Es zeigt die Verwundbarkeit von Kathmandu durch Erdbeben wie dieses.»

Auch in den Nachbarländern lief die Hilfe an. In Indien starben nach offiziellen Angaben mindestens 34 Menschen. In China starb laut staatlichen Medien eine 83-Jährige; auch in Bangladesch kam eine Frau ums Leben. 25 Textilarbeiterinnen wurden nach offiziellen Angaben außerdem verletzt, als sie aus ihrer Fabrik in Savar vor den Toren der Hauptstadt Dhaka flüchteten. Aus Pakistan wurden zunächst keine Toten gemeldet.

Der kulturell wichtige Durbar-Platz im Zentrum Kathmandus - ein Unesco-Weltkulturerbe - sei nicht mehr wiederzuerkennen, sagte der Autor Kashish Das Shrestha von vor Ort. Er twitterte Bilder, auf denen nur noch Holzhaufen zu sehen sind, wo einst historische Gebäude standen. Auch der neunstöckige Dharahara-Turm, der schon einmal durch ein Erdbeben beschädigt wurde, sei in sich zusammengestürzt.

Nepals einziger internationaler Flughafen, der wegen der Nachbeben zwischenzeitlich geschlossen war, wurde am Nachmittag teilweise wieder geöffnet, um Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Zahlreiche Touristen aber waren gestrandet.

Sa, 2015-04-25 20:32
Kathmandu (dpa)

Nepals Informationsminister: Mehr als 1450 Tote bei Erdbeben

Kathmandu (dpa) - Bei dem schweren Erdbeben im Himalaya sind allein in Nepal nach Regierungsangaben mehr als 1450 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte Informationsminister Minendra Rijal am Samstagabend vor Journalisten. Die endgültige Zahl der Toten könne noch viel höher liegen, womöglich sogar dreimal so hoch. In mehreren Staaten Asiens hatte die Erde am Samstag heftig gebebt, Nepal war jedoch am schlimmsten betroffen.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hat den Himalaya gegen Mittag erschüttert. In Nepals Hauptstadt Kathmandu stürzten zahlreiche Gebäude und Tempel ein, darunter Unesco-Weltkulturerbestätten. Auch im angrenzenden Indien, in der chinesischen Region Tibet und in Bangladesch waren Dutzende Tote zu beklagen. Erste Hilfsmaßnahmen sind angelaufen.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
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*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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