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Mo, 2016-05-02 08:30
Berlin (dpa)

Frederick Lau in «Schrotten!»: Malocher-Komödie mit Herz

Ein ruppiger Familienclan vom Schrottplatz kämpft ums Überleben: Das Spielfilmdebüt von Max Zähle überzeugt mit starken Typen und Sinn für Timing.

Berlin (dpa) - In deutschen Komödien treffen wir fast immer auf coole, gut aussehende Großstadt-Bewohner, die durch hübsch aufgemotzte Szenebezirke spazieren und sich verlieben dürfen. Ganz weit entfernt von diesem aseptischen Hochglanz-Ambiente hat Regisseur Max Zähle (38) sein wunderbar komisches, hochkarätig besetztes Spielfilmdebüt angesiedelt.

Whiskey-Cola statt Bionade: «Schrotten!» spielt auf einem gottverlassenen, verregneten Schrottplatz irgendwo im Wald in Norddeutschland, und überzeugt als gut gespielte Komödie mit Sinn für Timing, skurrile Wendungen und Wortwitz, inklusive ein paar Brocken der Ganovensprache Rotwelsch. Beim diesjährigen Max-Ophüls-Festival heimste der Film bereits den Publikumspreis ein.

Regisseur Max Zähle, der 2012 für seinen Kurzfilm «Raju» mit einer Oscarnominierung belohnt wurde, erzählt die Geschichte eines sozial deklassierten Familienclans, der allen Widrigkeiten zum Trotz nicht aufgibt. Seit ewigen Zeiten sind die Talhammers im Schrotthandel tätig. Als der von allen verehrte Patriarch Fiete stirbt, kehrt der verlorene, älteste Sohn Mirko (Lucas Gregorowicz) zurück - aber zunächst nur, um sein Erbe einzusacken.

Mirko arbeitet schon lange in Hamburg als Versicherungsvertreter, und spürt aber schnell, dass sein wahrer Platz an der Schrottpresse ist. Dort hat sein jüngerer Bruder Letscho (Frederick Lau) das Kommando übernommen. Nachdem die beiden sich die Köpfe blutig geschlagen haben, hecken sie zusammen mit der restlichen Mischpoke einen tollkühnen Raubüberfall aus: Es geht um 40 Tonnen Kupfer aus einem Güterzug, den die Gang auf offener Strecke zum Halten bringen will.

Gekonnt jongliert Zähles gut gelaunte Komödie mit den Genres: Der Kupferraub, den bereits der alte Fiete geplant hatte, erinnert natürlich an alte Posträuberfilme. Und wenn sich die Talhammers im Morgengrauen auf der Dorfstraße mit dem fiesen Großschrotthändler Kercher (Jan-Gregor Kremp) zum Showdown treffen, lässt der Western grüßen: Die Outlaws vom Wald gegen den korrupten Sheriff.

Dabei kann sich der Regisseur auf ein großartiges Ensemble verlassen. Allen voran geben Frederick Lau («Victoria») und Lucas Gregorowicz (der Neue im RBB-«Polizeiruf») ein hinreißendes Brüderpaar ab, das sich schlägt und zusammenrauft. «Der Schrottplatz, das sind wir», verkündet mit geballter Faust der renitente Letscho, und dazu kommen starke Typen: Lars Rudolph spielt den Außenseiter Träumchen, der quirlige Alexander Scheer («Sonnenallee») den Kleinstadtmacho, und Anna Bederke als Chef-Schweißerin Luzi zeigt den Kerlen, wo der Hammer hängt.

In einer Szene sinniert Letscho mit seinem Bruder über die richtige Mischung von Whiskey-Cola. Die sei verdammt schwer zu treffen. Eins aber ist sicher. Die Mischung in dieser erfrischend anderen Malocher-Komödie stimmt auf jeden Fall.
 

Mo, 2016-05-02 08:48
Berlin (dpa)

Greenpeace will bisher geheime TTIP-Dokumente veröffentlichen

Die USA und die EU verhandeln seit Jahren über TTIP. In Deutschland ist das Freihandelsabkommen hochumstritten. Am Montag will Greenpeace bisher geheime Details öffentlich machen.

Berlin (dpa) - Greenpeace will am Montag geheime Unterlagen zu den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU veröffentlichen. Auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin präsentiert die Umweltschutzorganisation ab 11.00 Uhr eine Analyse der Dokumente. Zeitgleich will Greenpeace Niederlande die TTIP-Dokumente vollständig im Internet zugänglich machen.

«Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR berichteten, aus Abschriften geheimer Verhandlungsdokumente gehe hervor, dass die US-Regierung Europa bei den Verhandlungen deutlich stärker unter Druck setze als bisher bekannt. Greenpeace hatte den Medien insgesamt 240 Seiten zur Verfügung gestellt. Mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen hätten demnach bestätigt, dass es sich bei den vorliegenden Dokumenten um aktuelle Papiere handelt.

Nach Angaben der französischen Zeitung «Le Monde» stammen zumindest einige der Dokumente aus dem März. Greenpeace berichtete vorab, die Unterlagen zeigten, dass Europa durch das Abkommen deutlich schwächere Umweltstandards drohten.

Das bislang in Europa geltende Vorsorgeprinzip, das Produkte nur erlaubt, wenn sie für Mensch und Umwelt nachweislich unschädlich sind, drohe durch das in den USA angewandte Risikoprinzip ersetzt zu werden. Dadurch dürften in Europa auch hoch umstrittene und bislang in vielen Ländern nicht zugelassene genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel so lange angebaut und konsumiert werden, bis ihre Schädlichkeit nachgewiesen sei. Unklar ist derzeit, ob dabei nur Forderungen oder der Stand der Verhandlungen wiedergegeben werden.

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über die «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Umwelt- und Verbraucherschützer, Gewerkschaften und Sozialverbände befürchten eine Angleichung von Standards auf geringerem Niveau. «Was bislang aus diesen Geheimverhandlungen an die Öffentlichkeit drang, klang wie ein Albtraum. Jetzt wissen wir, daraus könnte sehr bald Realität werden», warnte Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch.

Die Verhandlungen sind geheim, allerdings muss die EU-Kommission am Schluss ein Ergebnis vorlegen, dass mehrheitsfähig ist. Wenn das EU-Parlament und die Regierungen in den EU-Mitgliedstaaten ihm nicht zustimmen, wird es kein Freihandelsabkommen mit den USA geben. Zudem gilt es als sicher, dass TTIP auch dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt wird.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» droht Washington damit, Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Die Dokumente offenbaren den Angaben zufolge zudem, dass sich die USA dem dringenden europäischen Wunsch verweigern, die umstrittenen privaten Schiedsgerichte für Konzernklagen durch ein öffentliches Modell zu ersetzen. Sie haben stattdessen einen eigenen Vorschlag gemacht, der bisher unbekannt war.

Mit der Veröffentlichung der TTIP-Unterlagen würden die Bürger erstmals ungefiltert Einblick in die Verhandlungen zwischen USA und Europa erhalten, schreibt die Zeitung weiter. Während die EU ihre Vorschläge veröffentlicht, beharren die USA auf Geheimhaltung ihrer Positionen.

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten bei ihrem Treffen in Hannover am Sonntag vergangener Woche zur Eile bei den TTIP-Verhandlungen gemahnt. Merkel betonte, das Freihandelsabkommen sei aus europäischer Perspektive sehr wichtig für das Wirtschaftswachstum in Europa.

Mo, 2016-05-02 07:19
Genf (dpa)

USA rufen Russland zu Einsatz für Waffenruhe in Syrien auf

Genf (dpa) - Die USA haben Russland aufgerufen, sich für die Durchsetzung des für Syrien vereinbarten Waffenstillstands einzusetzen. «Wir erwarten Russlands Mitwirkung», sagte Kerry in der Nacht zum Montag in Genf. Das Regime in Damaskus müsse auf Russland hören und Forderungen des UN-Sicherheitsrates erfüllen, erklärte der Minister nach Angaben der Genfer UN-Mission der USA.

Kerry war am späten Sonntagabend zu Gesprächen mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, sowie den Außenministern Saudi-Arabiens und Jordaniens in Genf eingetroffen.

Der US-Chefdiplomat wies vor den für Montag vorgesehenen Unterredungen darauf hin, dass der UN-Sicherheitsrat in seiner jüngsten Resolution zum Syrien-Konflikt einen landesweiten Waffenstillstand und ungehinderten Zugang für humanitäre Helfer zu notleidenden Menschen gefordert habe. Der Resolution hatte auch Russland zugestimmt.

Für die USA habe die Rückkehr zu einer dauerhaften Waffenruhe und die Beendigung der Gewalt in der Stadt Aleppo höchste Priorität, hatte Kerrys Sprecher John Kirby am Wochenende erklärt. Von Russland werde vor allem erwartet, dass es Schritte unternehme, die wahllose Luftangriffen auf Aleppo zu stoppen. Eine Beteiligung Russlands an den Gesprächen in Genf war allerdings zunächst nicht vorgesehen.

Mo, 2016-05-02 07:39
Singapur (dpa)

Ölpreise geben nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Montag gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 46,81 US-Dollar. Das waren 56 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni fiel um 44 Cent auf 45,48 US-Dollar.

Für leichten Druck auf die Preise sorgte, dass die chinesische Industrie nach Daten vom Montag etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für April ging leicht zurück. Experten hatten dagegen mit einem leichten Anstieg gerechnet. Allerdings bewerten einige Experten die Zahlen grundsätzlich positiv, weil der Indikator weiterhin im Wachstumsbereich verblieben ist.

Druck auf die Preise besteht bereits seit Freitagnachmittag aufgrund von Hinweisen auf eine gestiegene Produktion der Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) im April. Außerdem sehen einige Experten eine Gegenbewegung nach deutlichen Zuwächsen in den vorangegangenen Tagen.

Mo, 2016-05-02 06:30
Dresden (dpa)

«Menschenverachtung ist normal geworden» - Rassismus in Dresden

Beleidigt, bespuckt, bedroht: Wer in Dresden anders als Einheimische aussieht, wird oft nicht nur schräg angeschaut. Seit Pegida auf der Straße ist, zeigt Alltagsrassismus hemmungslos seine hässliche Fratze.

Dresden (dpa) - In Dresden scheint die Angst vor Fremden besonders groß. Selbst wenn sie in so zierlicher Gestalt daherkommen wie Ana aus Indonesien. Ihren ersten Tag in der sächsischen Landeshauptstadt wird sie nie vergessen. Als die Studentin der Erziehungswissenschaften im Herbst 2011 das erste Mal zur Uni wollte und auf den Bus wartete, zeigte ein junges Mädchen mit dem Finger auf sie und machte abfällige Bemerkungen. Für Ana brach eine Welt zusammen: «Ich war erschrocken und musste weinen. Ich dachte, in Deutschland sind die Leute gebildet. Ich hatte doch nur auf den Bus gewartet.»

Seither hat Ana noch andere Demütigungen erdulden müssen. Als Muslima ist sie für Ausländerfeinde gut erkennbar. «Muslim-Schwein» oder «Scheiß Muslim» sind Ausdrücke, die sie immer wieder zu hören bekommt. Einmal habe ein etwa elfjähriger Junge sie gefragt, ob sie Auschwitz kenne. «Als ich das bejahte, sagte er nur: «Du wirst dort enden.»»

Vor allem wenn IS-Terroristen wieder für Schlagzeilen sorgten, werde auf sie geachtet. Ana hat dann das Gefühl, wie eine Täterin behandelt zu werden. In einer Straßenbahn habe ihr ein Junge seinen Finger wie eine Pistole an den Kopf gehalten. «Ein Mann hat das gesehen, gesagt hat er nichts», erzählt sie.

Dass die Mehrheit schweigt und Einzelne gewähren lässt, hat auch Nathalie aus Kamerun schon zu Beginn ihrer Dresdner Zeit erfahren. Gemeinsam mit einer Freundin saß sie im Frühjahr 2011 in einer Straßenbahn, als ein Mann ihr ins Gesicht schaute und sie anspuckte. «Es war 11 Uhr am Vormittag, die Bahn war voll, es war Frühling und draußen sehr schön», sagt die 25-Jährige, die an der Technischen Universität Elektrotechnik studiert und in Deutschland promovieren will - «aber nicht in Dresden». Mit der Stadt habe sie abgeschlossen, zu viel sei passiert in letzten Jahren.

Dabei war Nathalie von ihren beiden Brüdern gewarnt worden. Ihr Onkel arbeitete damals als Professor in Dresden - für die jungen Kameruner Grund genug, auch in der Elbestadt zu studieren. «Meine Brüder sagten mir schon, dass Dresden sehr «speziell» sei», berichtet die junge Frau. Eine nette Umschreibung für das, was das Leben in Dresden für Menschen aus anderen Kulturkreisen mitunter zur Hölle macht. Es muss nicht immer ein direkter Angriff oder eine Bedrohung sein. Auch das ungenierte Anstarren, Beschimpfungen oder Beleidigungen sind ein Teil von Alltagsrassismus. Manchmal muss Nathalie daran denken, wie Weiße in ihrer Heimat empfangen werden: «Man behandelt sie wie Könige.»

Rassismus ist nicht auf einzelne Schichten beschränkt. Junge, Alte, Arbeiter und Akademiker - alle machen mit. Nathalies Bruder, der als Zahnarzt in Dresden arbeitet, bekam von einem Ingenieur zu hören, dass er «nicht von einem Neger behandelt» werden wolle. Nathalie sagt: «Ich reise viel und bin auch schon in Asien in Dörfern gewesen, wo man bis dahin noch nie einen schwarze Frau gesehen hatte. Aber die Leute waren neugierig, wollten meine Haut anfassen. In Dresden dagegen wird man beschimpft, selbst von Kindern. Die Mütter stehen daneben. Ich möchte wissen, was aus denen wird, wenn sie mal 18 Jahre alt sind.»

Humberto wiederum stammt aus Mexiko und hat Dresden - als er 2007 ankam - anfangs von seiner besten Seite kennengelernt. «Ich fand damals die Anonymität in Deutschland schön. Ich mag es zwar, in Gesellschaft zu sein, brauche aber auch Zeit für mich allein.» Das alles habe er in Dresden gefunden. Doch seit etwa zwei Jahren habe sich die Situation verändert: «Man wird fast jeden Tag in der einen oder anderen Form auf der Straße beleidigt», erzählt der 32-Jährige, der Stadtplanung studierte. Jetzt wohnt er in einer Wohngemeinschaft im Viertel Johannstadt und geht wie viele Ausländer abends nicht mehr auf die Straße - aus Angst vor Übergriffen.

Dabei kennt Humberto, dem man in Dresden auch schon Schläge androhte, solche Zustände sonst nur aus der Heimat. Dort sei es mancherorts gefährlich, abends das Haus zu verlassen. Deshalb habe er in Dresden zu Beginn so viel Freiheit empfunden: «Ich bin auch nach Deutschland gekommen, weil ich mich hier gefahrlos bewegen konnte.» Seit etwa zwei Jahren habe sich eine Atmosphäre von Angst entwickelt: «Ausländer haben Angst vor Deutschen, und Deutsche haben Angst vor Ausländern.» Überall wo er hingehe, habe er das Gefühl, angestarrt zu werden: «Manchmal drücken Frauen ihre Taschen eng an sich, weil sie denken, ich würde sie stehlen wollen.»

Tatsächlich markiert das Auftauchen der sogenannten «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) im Herbst 2014 einen Wendepunkt. Die islam- und fremdenfeindliche Bewegung hat den Ruf Dresdens ruiniert - und zwar international. Humberto bekommt immer wieder Mails mit Anfragen besorgter Freunde, wie es ihm in Dresden ergehe. Barbara Irmer vom Ökumenischen Informationszentrum ist sogar auf einer Reise in Indonesien auf Pegida angesprochen worden. «Der Hass ist in unserer Gesellschaft salonfähig geworden», sagt die Frau, die in Dresden das Projekt STUBE leitet - das Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.

Unlängst lud TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen ausländische Studenten und Politiker zum Thema Rassismus in den Landtag ein. Etwa zehn Betroffene berichteten von ihren Erfahrungen. «Ich bin selten so traurig und nachdenklich aus einem Gespräch gegangen», sagt Müller-Steinhagen. «Trotzdem bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass die Mehrheit der Dresdner Rassismus ablehnt.»

«Ich wusste, dass die Diskriminierung steigt, aber nicht, dass sie so krass ist. Ich war schockiert», sagt Barbara Irmer. Der Rassismus sitze bei vielen Menschen so tief, das er schon als Normalität empfunden werde. Das sei den meisten Politikern offenbar noch gar nicht klar: «Sie erleben das ja auch nicht. Aber wenn ich mit den Studenten durch Dresden gehe, bekomme ich die ganzen Sprüche mit. Die Menschenverachtung ist in dieser Stadt normal geworden.»

Nathalie wünscht sich manchmal, dass die Pegida-Anhänger für ein paar Tage in die Rolle eines Flüchtlings schlüpfen müssten. Als Christin finde sie den Anspruch «Liebe Deinen Nächsten» in Dresden schwierig. Manchmal habe sie Wut und müsse sich beherrschen. Innerlich leiste sie dann Buße für ihre Gedanken. In solchen Augenblicken rede sie sich ein, den Dresdnern das Evangelium bringen zu müssen. «Wenn Erwachsene mich beleidigen, sage ich mir: Die sind in ihrer Entwicklung zurückgeblieben und haben das Niveau von Kindern. Mit einem Kind zu schimpfen bringt aber nichts. So lege ich mir das zurecht, um damit klarzukommen.»

Dabei könnte Nathalie sich wehren. Als Judoka wäre sie in der Lage, die Alltagsrassisten aufs Kreuz zu legen. Doch das würde wohl alles noch schlimmer machen. Deshalb erträgt sie die Schmähungen und will bis zum Studienabschluss in Dresden bleiben. Eingeschüchtert wirkt sie nicht. Wenn die 25-Jährige erzählt, dass sie mangels Geld ihre Haut nicht bleichen könne wie Michael Jackson und lieber schwarz bleibe, lacht sie selbst am lautesten. Anders als ihre Brüder will sie Dresden nach Abschluss des Studiums aber so schnell wie möglich verlassen: «Dresden muss ich mir nicht länger antun.»

Ana ist kürzlich zu Besuch in Frankfurt gewesen. Dort hat sie in einem Supermarkt eine Muslima an der Kasse sitzen sehen - in Dresden wohl eine undenkbare Vorstellung. Seither schwärmt die 32-Jährige für die Stadt am Main. Wie ihre Zukunft aussieht, weiß sie noch nicht genau. Zunächst will sie in Dresden einen Job suchen. «Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt», blickt sie zurück. Dass Menschen sich gerade in einem solch entwickelten Land wie Deutschland so verhalten, findet sie merkwürdig. In Indonesien seien zwar viele Menschen sehr arm und nicht so gut gebildet: «Respekt und Hilfsbereitschaft haben sie aber.»

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) spricht von einer geteilten Gesellschaft und hebt auch die Arbeit jener hervor, die sich um Migranten kümmern. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) - der mit einer Südkoreanerin verheiratet ist - will das Problem des Rassismus nicht auf seine Stadt begrenzt sehen und erklärt, es gebe auch viel Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Dann sagt er: «Das hilft mir aber nicht: Ich bin der Gründungsort von Pegida, die Bühne von Pegida und muss mich damit auseinandersetzen.» Die Hemmschwelle für rassistische Äußerungen und öffentlich ausgetragene Pöbeleien gegenüber Ausländern sinke. «Das macht mir Angst.»

«Man würde sich besser fühlen, wenn uns mal einer zur Seite stehen würde», sagt Nathalie. Humberto will Dresden trotz allem die Treue halten. Für ihn sei die Stadt, die einen Ausländeranteil von 6,2 Prozent hat, zur zweiten Heimat geworden: «Ich habe nicht vor, aus Dresden wegzuziehen, weil ich hier auch einige der besten und liebevollsten Menschen in meinem Leben gefunden habe. Wenn es nur böse Menschen in Dresden gäbe, wäre ich schon längst weg.»
 

Mo, 2016-05-02 06:05
Manila (dpa)

Die Asiatische Entwicklungsbank ADB in Zahlen

Manila (dpa) - Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) will die Armut in der Asien- und Pazifikregion ausradieren. Sie vergibt zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Entwicklungsprojekte.

- 1966 mit Sitz in Manila auf den Philippinen gegründet.

- 67 Mitgliedsländer, davon 48 in der Region von Afghanistan, Indien, Indonesien und China bis zu den Inselstaaten im Pazifischen Ozean.

- rund vier Milliarden Einwohner leben in den Projekt-Ländern.

- 2015 beliefen sich Kredite und Zuschüsse auf gut 27 Milliarden US-Dollar (fast 24 Mrd Euro), gut ein Drittel für Energieprojekte.

- Bis 2020 sollen Kredite und Zuschüsse für Klimaprojekte von heute drei auf sechs Milliarden Dollar jährlich steigen.

- Deutschland ist Gründungsmitglied und der fünftgrößte Geldgeber des Asiatischen Entwicklungsfonds, aus dem die Kredite finanziert werden.

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Mo, 2016-05-02 06:00
Köln/Bonn (dpa) 

Guido Knopp auf Spuren des RAF-Terrors - Doch nicht nur Geschichte? 

Alle reden über islamistischen Terror und die Gefahren von rechts. Der Doku-Kanal Phoenix beschäftigt sich nun noch einmal mit der RAF. Zu viele Bluttaten seien noch ungeklärt, viele Rätsel ungelöst. Guido Knopp setzt auf neue Zeitzeugen.

Köln/Bonn (dpa) - Mord, Entführung, Geiselnahme, Terror. Vor mehr als 40 Jahren hatte die Rote Armee Fraktion (RAF) mit ihren Schlägen gegen Staat und Wirtschaft begonnen - nach wie vor tappen die Ermittler bei vielen Attentaten im Dunklen. Die Akten sind noch nicht geschlossen. «Es geht jetzt darum, sich vor allem den Rätseln, den offenen Fragen zuzuwenden und konkret zu zeigen, was bis heute noch ungelöst ist - ein spannendes Thema», sagt der Fernseh-Historiker Guido Knopp. Er mischt zentral mit beim diesjährigen Jahresschwerpunkt RAF, den der Sender Phoenix am 8. Mai startet.

«Die RAF ist ein rein historisches Phänomen - so dachten wir bis vor zwei Jahren. Aber das ist offenkundig nicht der Fall», meint Knopp. «Es wäre leichtfertig, zu sagen, die RAF ist «nur» Geschichte und das alles eine abgeschlossene Sache.» Fast 40 Jahre nach der Entführung der Lufthansa-Maschine «Landshut» nach Mogadischu, dem Mord an Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer und Bank-Topmanager Jürgen Ponto rückt die linksterroristische Gruppe wieder stärker in den Fokus. Auch zwei Überfälle auf Geldtransporter in den vergangenen Monaten in Wolfsburg und bei Bremen - begangen von drei mutmaßlichen früheren RAF-Mitgliedern - haben aufhorchen lassen.

Was vor fast einem halben Jahrhundert mit ersten Gewalttaten begann, sei also womöglich noch kein komplett abgeschlossenes Kapitel, meint man bei Phoenix, dem Ereigniskanal von ARD und ZDF. Ob die RAF im Untergrund weiter aktiv sei - trotz ihrer 1998 verkündeten Selbstauflösung - bleibe offen. «Konkret beschäftigt uns die Frage: Sind sie noch unter uns?», erklärt Knopp. Bis 1998 ermordete die RAF 34 Menschen und verletzte etwa 230. Die jüngsten Überfälle könnten Beschaffungskriminalität sein, meint der Historiker, der rund drei Jahrzehnte beim ZDF die Redaktion Zeitgeschichte geleitet hat und 2013 zu Phoenix wechselte.

Der Jahresschwerpunkt beginnt mit einem tagesfüllenden Programm rund um die Rote Armee Fraktion am 8. Mai mit einer Reihe von Sendungen über den ganzen Tag verteilt. Knopp geht mit namhaften Terrorismusforschern dem «Rätsel RAF-Terror» nach. Außerdem äußert sich Ex-Mitglied Karl-Heinz Dellwo über damalige Ideologie und Ziele. Ulrike Meinhof und ihr Selbstmord vor 40 Jahren im Gefängnis Stuttgart-Stammheim werden am Nachmittag thematisiert. Übers Jahr sollen viele Dokus, Interviews und Filme folgen, zum Abschluss am 30. November eine Zeitreise - diese wieder mit Knopp: Eine Spurensuche mit Betroffenen und Zeitzeugen an Tatorten im Rheinland, in Frankfurt, Stuttgart oder Berlin.

«Wir haben neue Gesichtspunkte und eine ganze Reihe von Zeitzeugen und Augenzeugen, die einzelne Mosaikstein liefern können», kündigt Knopp an. «Über die dritte Generation der RAF, die ja vor allem in den 80er Jahren gemordet hat, ist noch erstaunlich wenig bekannt.»

Bei den Attentaten auf den Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen 1989 oder Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder vor 25 Jahren in Düsseldorf seien Täter und genauer Hergang bis heute nicht ermittelt. Es gebe Anzeichen für eine Unterstützung der Terroristen aus dem Ausland, sagt der Phoenix-Moderator. Der Sender werde auch die Rolle der Geheimdienste beleuchten: «Was wussten sie, wie waren sie verwickelt?» Unter die Lupe nehme man außerdem die Rolle der Anwälte in der Justizvollzugsanstalt Stammheim, wo mehrere RAF-Terroristen einsaßen.

Kommen bei all den Fragen auch neue Antworten auf den Tisch? «Das wollen wir hoffen», betont Knopp. «Es wäre allerdings vermessen zu behaupten, dass uns etwas gelingt, was Hunderten von BKA-Beamten und anderen Fachleuten, Kriminalisten, bisher nicht gelungen ist.» Aber man werde das Bewusstsein schärfen, welche Komplexe noch einer Aufklärung bedürfen. «Wenn wir das ausarbeiten, ist schon eine Menge geschehen - und wer weiß, vielleicht fällt uns da auch ein Goldstück in den Schoß.»
 

Mo, 2016-05-02 05:34
York (dpa)

Karthagos Feldherr Hannibal

New York (dpa) - Die See- und Handelsmacht Karthago (heute in Tunesien) kämpfte von 264 v. Chr. an mit dem Römischen Reich in drei Kriegen um die Macht im Mittelmeerraum. Der 247 v. Chr. geborene Feldherr Hannibal führte Karthagos Heer im 2. Punischen Krieg.

218 v. Chr. zog er nach Kämpfen auf der Iberischen Halbinsel mit mehr als 50 000 Soldaten, 9000 Reitern und 37 Kriegselefanten über die Alpen nach Norditalien. In der Schlacht von Cannae besiegte er die Römer und bedrohte ihre Hauptstadt. Laut Cicero (106-43 v. Chr.) sollen die verängstigten Bewohner gerufen haben: «Hannibal ad portas» (Hannibal an den Toren).

Der Feldherr verzichtete aber auf eine Schlacht um Rom und zog sich später nach Karthago zurück. 183 v. Chr. soll sich Hannibal selbst getötet haben, um einer römischen Gefangenschaft zu entgehen. Karthago wurde im Dritten Punischen Krieg erobert und 146 v. Chr. vollständig zerstört.

Mo, 2016-05-02 05:15
York (dpa)

Mit Pferdemist: Forscher wollen Hannibals Alpen-Route gefunden haben

Mit fast 40 Elefanten überquerte Feldherr Hannibal einst die Alpen. Wo genau sein Tross aber langzog, darüber streiten Experten seit langem. Jetzt wollen Forscher es bewiesen haben - mit uraltem Kot.

New York (dpa) - Wohl kaum ein antiker Kriegsschachzug fasziniert die Menschheit heute noch so wie Hannibals Alpen-Überquerung. Mit mehreren Tausend Soldaten und Pferden sowie 37 Elefanten soll der Feldherr um 218 vor Christus ins heutige Italien marschiert sein. Dort kämpfte der karthagische Heerführer dann mehrere Jahre lang gegen Rom und musste sich am Ende geschlagen geben. Seine Alpen-Überquerung aber gilt bis heute als logistische und taktische Meisterleistung, die Wissenschaftler begeistert - und verwirrt, denn wo genau Hannibals Tross langzog, ist auch nach mehr als 2000 Jahren Forschung, Diskussion und Streit immer noch nicht geklärt.

Bis jetzt - behauptet ein Team von Forschern rund um den Geologen Bill Mahaney von der kanadischen York Universität in Toronto. «Unser internationales Team hat endlich solide Beweise für die wahrscheinlichste Transitroute erbracht», schreibt Mikrobiologe Chris Allen von der Queens Universität im nordirischen Belfast in einer Zusammenfassung der Studie. Das Ergebnis: Hannibal kam demnach wohl über den Col de la Traversette. Dieser fast 3000 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Pass liegt an der französisch-italienischen Grenze, südöstlich von Grenoble und südwestlich von Turin.

An einem kleinen See am Rand des Alpen-Passes fanden die Forscher eine große Menge uralter Kotreste, möglicherweise von Pferden, die sie auf etwa 200 vor Christus datieren konnten. «Das ist eine der wenigen Stellen in der Gegend, die zum Tränken großer Tiergruppen benutzt werden konnte», schreibt Forscher Allen. «Sie wurde ursprünglich bei geologischen Expeditionen in die Gegend entdeckt und entspricht Beschreibungen von dem Terrain, durch das Hannibal zog.» 

Diese Beschreibungen stammen hauptsächlich von den antiken Geschichtsschreibern Polybios und Titus Livius, die selbst nicht Teil von Hannibals Tross waren, aber möglicherweise mit Augenzeugen beziehungsweise deren Nachfahren gesprochen hatten. Auf Basis hauptsächlich dieser Quellen hatten die meisten Wissenschaftler bislang zu drei möglichen Routen tendiert: Neben dem Col de Traversette waren das noch zwei weiter nördlich und weniger hoch gelegene Pässe, der französische Col de Montgenèvre und der Col de Clapier zwischen Frankreich und Italien.

Der Col de Clapier war bislang der Favorit der Wissenschaftler, da er ziemlich genau auf die Beschreibungen von Titus Livius zu passen schien. Forscher hatten den Pass auch schon mit Elefanten überquert - erfolgreich. Archäologische Beweise waren aber bislang ausgeblieben.

«Möglicherweise waren die Berichte von Titus Livius eher Fiktion als Fakt», schreibt Forscher Allen, der jetzt den Col de Traversette als Route Hannibals ausgemacht haben will. «Warum Hannibal die schwierigere Traversette-Überquerung ausgewählt hat? Darüber können wir im Moment nur spekulieren.» Möglicherweise habe der Feldherr keine Wahl gehabt, weil feindliche Stämme lauerten.

Abgeschlossen sei der Beweis seines Forscher-Teams aber noch nicht, warnt Allen. Mit genauerer Gen-Analyse der Bakterien in dem antiken Kot müsse erst noch nachgewiesen werden, dass er wirklich von Pferden oder Menschen stamme. Das könne noch eine Weile dauern.

Trotzdem sorgt die im Fachmagazin «Archaeometry» veröffentlichte Studie des Forscherteams in der Wissenschaftswelt schon jetzt für Wirbel. «Wenn die Beweise in der Studie wirklich auf das dritte Jahrhundert vor Christus zurückzuführen sind, dann sind das fantastische Nachrichten, die die Diskussion aus dem Hypothetischen ein bisschen mehr ins Nachgewiesene heben», sagt die Archäologin Eve McDonald von der britischen Universität Reading, die im vergangenen Jahr ein Buch über Hannibal veröffentlicht hat.

Aber auch McDonald mahnt zu Vorsicht und Geduld. «Solange es keinen eindeutigen Beweis gibt, dass die Hinterlassenschaften aus dieser Studie wirklich von Hannibal und seiner Armee stammen, solange wird die Frage weiter diskutiert werden.»
 

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mo, 2016-05-02 05:15
Manila (dpa)

Wachstum um Umweltschutz: Gratwanderung für die Entwicklungsbank ADB 

Die Asiatische Entwicklungsbank will Armut in Asien auslöschen. Kann sie Wirtschaftswachstum, Bedürfnisse der Anwohner und Umweltschutz unter einen Hut bringen? Kritiker bezweifeln das.

Manila (dpa) - Vier Milliarden Menschen, viel Armut, viele Naturkatastrophen: Asien steht jenseits von Wirtschaftswundern wie in Südkorea, Taiwan und China vor vielen Herausforderungen. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) sieht sich als einer der Problemlöser. «Die ADB will die Armut in Asien und der Pazifikregion beenden», sagt Herath Gunatilake, Direktor der Abteilung für Umweltschutz, der Deutschen Presse-Agentur. Unter anderem darüber berät die ADB von Montag an bei ihrer Jahrestagung in Frankfurt.

«Die ADB setzt sich für die Beendigung der Armut in Asien ein, und konzentriert sich dafür auf drei Pfeiler: integratives und ökologisch nachhaltiges Wachstum sowie regionale Integration», sagt Gunatilake. Integrativ heißt, dass alle Gesellschaftsschichten profitieren sollen. Alle Projekte würden vor einer Finanz-Zusage auf Umweltverträglichkeit geprüft. Trotzdem scheiden sich bei Staudämmen, Kraftwerken, und anderen Großprojekten für Infrastruktur die Geister.

«Die ADB konzentriert sich immer mehr auf die Unterstützung von Investitionen und Infrastruktur, die Ländern beim Übergang zur Nachhaltigkeit helfen. So haben neben anderem etwa Investitionen in saubere Energie, öffentliche Transportmittel, Wassermanagement und klima-smarte Landwirtschaft Priorität.» Auf den Philippinen fördert die Bank etwa eine fast 700 Hektar große Windfarm in Burgos. Um Peking herum unterstützt sie den Übergang von Kohle- zur Gasnutzung in der Industrie, um die Luft etwas sauberer zu machen. Auf den Fidschi-Inseln hilft sie, die Abwasseraufbereitung zu verbessern.

Die Umweltstiftung WWF hilft der ADB seit Jahren, Umweltschutz in ihren Projekten von Anfang an zu verankern. «Operationen, die Umweltnachhaltigkeit fördern, sind von praktisch Null im Jahr 2000 auf 51 Prozent 2014 gestiegen», sagt Aaron Vermeulen, bis Ende 2015 WWF-Verbindungsmann zur ADB an deren Hauptsitz in der philippinischen Hauptstadt Manila. Auch dass die ADB versprochen hat, ihre Investitionen in Klimaschutzprojekte bis 2020 auf sechs Milliarden US-Dollar im Jahr zu verdoppeln, lobt er.

Aber: «Die ADB wendet zwar die besten Standards für Umweltschutz und Sozialverträglichkeit an, aber den Kreditnehmern fehlt es manchmal an Fähigkeit und Willen, die Auflagen auch umzusetzen,» so Vermeulen.

Beschwerden gab es auf den Philippinen bei einem Kohlekraftwerk in Naga City. Die Anwohner monierten 2011 mangelnden Schutz vor hohen Emissionen von CO2 und Schwefeldioxid, die Atemwegserkrankungen auslösen können. Sie sahen ihre Fischgründe in Gefahr, weil das Wasser durch unzulängliche Asche-Lagerung verseucht wurde. Die ADB-eigene Kommission zur Beschwerdeprüfung gab ihnen Recht und rief die ADB auf, Nachbesserungen im Projekt einzufordern.

Bei einem Eisenbahnprojekt in Kambodscha wurden tausende Menschen in ein unzureichend erschlossenes Gebiet umgesiedelt. Auch da rügte die Kommission das eigene Haus. Sie verlangte Nachbesserungen, aber manches sei bis heute nicht umgesetzt, sagt David Pred, Direktor der Organisation «Inclusive Development International»: «Es ist eine Schande, dass die ADB sechs Jahre, nachdem zwei Kinder in dem Umsiedlungsprojekt bei Wasserholen ertrunken sind, immer noch keine sichere Trinkwasserlösung für sie organisiert hat.»

«Die richtige Balance zwischen Wachstum und Umweltschutz zu finden ist eine echte Herausforderung», räumt ADB-Mann Gunatilake ein. «Wir können uns nicht mehr so einen Ansatz wie früher leisten: Erst entwickeln, Schäden später beseitigen.»

Für Shalmali Guttal von der Organisation «Focus on the Global South» sind das warme Worte. Sie ist eine der schärfsten Kritikerinnen der ADB: «Die ADB redet von Umweltnachhaltigkeit, davon, Armut zu reduzieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Aber wenn man die Projekte näher ansieht, ist klar: es ist alles marktorientiert. Die Natur und Menschen werden zu Dingen, zu Potenzial, das für Wirtschaftswachstum ausgebeutet wird», sagt sie. «Die ADB-Strategien berücksichtigen nicht, dass Ökosysteme und Gesellschaftsgruppen zerstört, Menschen vertrieben und die Leute arm gemacht werden.» Ihr Rezept ist radikal: «Wir sollten uns ganz vom Ziel Wirtschaftswachstum verabschieden.»
 

Mo, 2016-05-02 05:57
Berlin (dpa)

Greenpeace will Teile von TTIP-Papieren veröffentlichen

In Deutschland ist das Freihandelsabkommen hochumstritten. Die Umweltorganisation Greenpeace will brisante Details veröffentlichen. Vieles ist bisher geheim.

Berlin (dpa) - Greenpeace Niederlande wird am heutigen Montag umfangreiche Teilen des bislang weitgehend geheimen Verhandlungstextes des transatlantischen Handelsabkommen TTIP veröffentlichen. Das kündigte die Organisation am Sonntag an.

Aus Abschriften geheimer Verhandlungsdokumente, die «Süddeutscher Zeitung», WDR und NDR vorliegen, gehe hervor, die US-Regierung setze Europa bei den Verhandlungen deutlich stärker und weitreichender unter Druck als bisher bekannt. Greenpeace hatte den Medien insgesamt 240 Seiten zur Verfügung gestellt.

Greenpeace kritisierte, dass Europa durch das Handelsabkommen deutlich schwächere Umweltstandards drohten. Das bislang in Europa geltende Vorsorgeprinzip, das Produkte nur erlaubt, wenn sie für Mensch und Umwelt nachweislich unschädlich sind, drohe durch das in den USA angewandte Risikoprinzip ersetzt zu werden. Dadurch dürften in Europa auch hoch umstrittene und bislang in vielen Ländern nicht zugelassene genmanipulierte Pflanzen und Lebensmittel so lange angebaut und konsumiert werden, bis ihre Schädlichkeit nachgewiesen sei.

«Was bislang aus diesen Geheimverhandlungen an die Öffentlichkeit drang, klang wie ein Albtraum. Jetzt wissen wir, daraus könnte sehr bald Realität werden», sagt Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch.

Mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen bestätigten den Medien, dass es sich bei den vorliegenden Dokumenten um aktuelle Papiere handelt. Greenpeace ist nach eigenen Angaben im Besitz der Originale.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» droht Washington damit, Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Die Dokumente offenbaren den Angaben zufolge zudem, dass sich die USA dem dringenden europäischen Wunsch verweigern, die umstrittenen privaten Schiedsgerichte für Konzernklagen durch ein öffentliches Modell zu ersetzen. Sie haben stattdessen einen eigenen Vorschlag gemacht, der bisher unbekannt war.

Mit der Veröffentlichung der TTIP-Unterlagen würden die Bürger erstmals ungefiltert Einblick in die Verhandlungen zwischen USA und Europa erhalten, schreibt die Zeitung weiter. Seit Beginn der Gespräche vor knapp drei Jahren ist die Öffentlichkeit vor allem auf Vermutungen angewiesen, worüber beide Seiten wirklich reden. Auch deshalb wachse der Widerstand gegen TTIP. Während die EU ihre Vorschläge veröffentlicht, beharren die USA auf Geheimhaltung ihrer Positionen.

Die USA zielten auch auf gentechnisch veränderte Lebensmittel, die in Europa weitgehend verboten sind. «Es ist sehr interessant zu sehen, was die USA fordern», zitiert die Zeitung Klaus Müller, Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, zu den Dokumenten. «Es bestätigen sich in den Texten bisher so ziemlich alle unsere Befürchtungen bezogen auf das, was die US-Amerikaner bei TTIP in Bezug auf den Lebensmittelmarkt erreichen wollen», sagte Müller.

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten bei ihrem Treffen in Hannover am Sonntag vergangener Woche zur Eile bei den TTIP-Verhandlungen gemahnt. Merkel betonte, das Freihandelsabkommen sei aus europäischer Perspektive sehr wichtig für das Wirtschaftswachstum in Europa. Obama brachte zwar seine Hoffnung zum Ausdruck, bis Anfang 2017 die Verhandlungen zu beenden. Er ging aber nicht von einer Ratifizierung des Abkommens aus. Das liege auch am US-Wahlkampf. Einen Tag vor dem Besuch Obamas hatten in Hannover Zehntausende gegen TTIP demonstriert.

Mo, 2016-05-02 04:30
York (dpa)

«Dschungelbuch» bleibt in Nordamerikas Kinos an der Spitze

Rote Hose, schwarze Haare: Mogli, Protagonist aus dem «Dschungelbuch», zieht das Publikum auch in der dritten Woche nach dem US-Kinostart in seinen Bann. Ein paar Neueinsteiger landen ebenfalls gute Ergebnisse.

New York (dpa) - Die Helden aus dem «Dschungelbuch» halten klar am Spitzenplatz in den nordamerikanischen Kinocharts fest. Mit Einnahmen von gut 42 Millionen Dollar (37 Mio. Euro) hielt die Geschichte um den Jungen Mogli die Konkurrenz auch am dritten Wochenende in Folge in Schach. Weltweit spielte der Film dem Branchendienst «Box Office Mojo» zufolge bereits knapp 685 Millionen Dollar (598 Mio. Euro) ein.

Das prominent besetzte 3D-Actionabenteuer «The Huntsman & The Ice Queen» mit Charlize Theron, Jessica Chastain und Chris Hemsworth hielt sich unterdessen auf Platz zwei mit Einnahmen von knapp 9,4 Millionen Dollar (8,2 Mio. Euro). Neu in die Charts kamen die Action-Komödie «Keanu» auf Platz drei und die Romantikkomödie «Mother's Day» mit Jennifer Aniston auf Platz vier.

«Keanu» handelt von zwei Freunden, die ein gestohlenes Kätzchen aus den Händen einer Gang befreien müssen und sich dafür als Drogendealer verkleiden. Im Fantasy-Film «The Huntsman & The Ice Queen» kämpfen die beiden Königsschwestern Ravenna und Freya gegeneinander, während die Armee der Huntsmen Freya zur Seite steht. Der Neueinsteiger «Rachet & Clank» nach einer Videospielserie der Playstation schaffte es immerhin auf Platz sieben.

Die Komödie «Barbershop - The Next Cut» mit den Rappern Ice Cube, Nicki Minaj und Common rutschte vom dritten auf den fünften Platz. Das Disney-Abenteuer «Zoomania» schaffte es noch auf den sechsten Platz. Der Anfang März auch in Deutschland gestartete Film handelt von einer von Tieren erschaffenen Stadt, mit Wüste, Savanne und Regenwald, aber auch mit Schnee und Eis, in der Judy und Nick das Verschwinden eines Otters aufklären sollen.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mo, 2016-05-02 05:00
Hamburg (dpa/lno)

Biologe: Ablehnung der grünen Gentechnik hat wirtschaftliche Gründe

In Europa soll die Landwirtschaft frei von Gentechnik sein. Verbraucher, Bauern und Politiker fürchten Risiken für Gesundheit und Umwelt. Ein junger US-Biologe aus Jena meint jedoch: Es geht um eingebildete Gefahren und wirtschaftliche Interessen.

Hamburg (dpa/lno) - Die Ablehnung der grünen Gentechnik in Europa ist nach Ansicht des amerikanischen Biologen Matan Shelomi (28) wirtschaftlich motiviert. Alle wissenschaftlichen Studien zeigten, dass genveränderte Nahrungsmittel genauso sicher für den Verzehr seien wie herkömmliche, sagte der Insektenforscher vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena. «Es gibt 2000 verschiedene Publikationen, die sagen: genveränderte Organismen sind sicher.» Die europäischen Landwirte lehnten Gen-Pflanzen dennoch ab, weil sie damit nicht zusätzliche Gewinne machen könnten. Seit der Rinderwahn-Krise vor 15 Jahren stünden in Europa die Risiken in der Nahrungsmittelerzeugung im Vordergrund. Doch die «Anti-Gentechnik-Ideologie» der EU beruhe auf eingebildeten Gesundheitsgefahren.

Von der grünen Gentechnik profitierten vor allem die Kleinbauern in Entwicklungsländern, meint Shelomi. Sie machten schon 90 Prozent der Nutzer aus. «Jedes Jahr werden es mehr.» Dass sie in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen geraten könnten, glaubt Shelomi nicht. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das humanitäre Golden-Rice-Projekt. Das Saatgut für diese besonders nahrhafte Sorte soll für die Bauern lizenzfrei sein. Das Projekt wird aber trotzdem von Gentechnik-Gegnern abgelehnt, weil der wertvolle Betacarotin-Anteil, einem Grundstoff für Vitamin A, durch ein gentechnisches Verfahren eingefügt wurde.

«Wir halten das für den völlig falschen Ansatz», sagt der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Dirk Zimmermann. Das Projekt sei keine Lösung, Die Menschen in armen Ländern bräuchten nicht nur mehr Vitamin A, sondern eine vielfältige Ernährung. Nur Reis anzubauen, sei eine ganz wesentliche Ursache für die Mangelernährung.

Der «Vater» des Golden-Rice-Projekts, der Freiburger Zellbiologe Peter Beyer, reagiert auf solche Kritik empört. «Erzählen Sie mal einem Kleinbauern, er möge außer Reis auch Karotten anbauen», sagt der Professor. «Das hat seit 40 Jahren nicht funktioniert.» Der Vitamin-A-Mangel führe bei Kindern zur Erblindung, erklärt Beyer. Außerdem werde ihr Immunsystem geschädigt, sie überlebten Kinderkrankheiten wie Masern nicht. Die Kindersterblichkeit könnte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation um 25 Prozent gesenkt werden, wenn der Vitamin-A-Mangel beseitigt würde. Doch Greenpeace argumentiere nur politisch. «Es geht nicht darum, Mängel zu beseitigen, sondern Ängste zu schüren», meint Beyer.

Zimmermann sagt auf die Frage nach einer Studie, die die Gefahren genveränderter Nahrungsmittel belege: «Ein ganz krasses Beispiel kenne ich nicht.» Allerdings hätten derartige Agrarprodukte «allergenes Potenzial».

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin weiß von keiner seriösen wissenschaftlichen Studie, die eine negative Auswirkung zugelassener genveränderter Organismen (GVO) auf Säugetiere oder den Menschen belegt. Eine Sprecherin erklärt: «Auch weitere Studien, die vermeintlich schädigende Effekte von GVO beschrieben haben, sind infolge gravierender wissenschaftlicher Mängel nicht für die Risikobewertung geeignet.» Als Beispiel nennt sie eine Untersuchung zu Effekten von Gen-Soja auf Ziegen. Die Gruppe um den italienischen Forscher Federico Infascelli stehe im Verdacht der Datenfälschung, eine Publikation sei deswegen bereits zurückgezogen worden.

Shelomi will seine Argumente am Freitag auf einer Konferenz der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften in Hamburg vortragen. Auf der Veranstaltung sollen die Ängste vor der grünen Gentechnik eines der Hauptthemen sein. Die in Roßdorf bei Darmstadt beheimatete Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, unbewiesene Behauptungen zu überprüfen und das wissenschaftliche Denken zu fördern.

Mo, 2016-05-02 05:00
Berlin (dpa)

Maaßen: Anschlagsgefahr in Deutschland unverändert hoch

Berlin (dpa) - Die Gefahr eines Terroranschlagen in Deutschland ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes unverändert hoch. «Der IS ist bestrebt, auch bei uns Anschläge zu begehen, wenn er die Möglichkeit dazu hat», sagte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, dem rbb Inforadio. Deutschland sei genauso gefährdet wie Frankreich oder Belgien. «Die Gefahrenlage sehen wir als sehr ernst an. Sie hat in den vergangenen Monaten in ganz Westeuropa zugenommen.»

An diesem Montag findet in Berlin ein Symposium des Bundesamtes für Verfassungsschutz zur Terrormiliz Islamischer Staat statt. Vertreter von Geheimdiensten und Polizeibehörden wollen über die globale Bedrohung, die Gefährdungslage in Deutschland und die Terrorabwehr diskutieren.

Mittlerweile seien mehr als 800 Personen aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien ausgereist, sagte Maaßen. 260 von ihnen seien zurückgekehrt. Diese Personen sehe man als durchaus gefährlich an.

«Jetzt haben wir ein Szenario mit vielen möglichen Attentätern, die in Deutschland angreifen könnten: der Einzeltäter, das sogenannte Hit-Team, also Personen mit einem Auftrag, die vom IS zu uns geschickt werden, radikalisierte Personen in Deutschland und Einzelgruppen.» Derzeit habe man allerdings keine Hinweise auf terroristische Zellen in Deutschland, die eine Gefahr darstellen könnten.

Mo, 2016-05-02 05:00
Hamburg (dpa)

Container verändern die Welt - doch nicht nur zu ihrem Vorteil

Die Erfindung des Containers hat die Welt stärker verändert als die meisten politischen Ideen und sie in ein globales Dorf verwandelt. Diese Globalisierung kennt Gewinner und Verlierer. Sie schafft Wohlstand, aber auch Ungleichheit und verbraucht viele Ressourcen.

Hamburg (dpa) - Globalisierung ist nicht neu. Schon in frühen Epochen der Menscheit gab es Handel über weite Distanzen. Mit der Erfindung des Containers aber sanken die Transportkosten auf fast Null und die gehandelten Gütermengen erreichten riesige Dimensionen. Es ist nicht mehr wichtig, die Güter in der Nähe der Rohstoffvorkommen oder der Absatzmärkte zu produzieren. Dazu kommt noch die Digitalisierung der vergangenen Jahrzehnte, die Informationen ohne Verzögerung global verfügbar gemacht hat. Wer profitiert von der Globalisierung und wer zählt zu den Verlierern?

Gewinner:

- Die Schifffahrt und das Transportwesen

Der Welthandel nahm einen enormen Aufschwung, nachdem sich der Container durchgesetzt hatte. Dazu brauchten die Reeder immer mehr und größere Schiffe - Südkorea und Japan bauten sie. Später kam auch China dazu. Diese drei Länder sind heute mit großem Abstand die bedeutendsten Schiffbauländer der Welt.

Weltweit sind fast 41 760 größere Handelsschiffe registriert, davon mehr als 5000 Containerschiffe. Sie transportieren jährlich rund 129 Millionen Standardcontainer (TEU) rund um die Welt. Mit den Transportleistungen vergrößerten sich die Häfen, vor allem in Asien. Unter den Top Ten der Weltrangliste ist kein europäischer und nur ein US-amerikanischer Hafen (Los Angeles).

- Die Verbraucher in den Industrieländern

Die Schiffe brachten immer günstigere Konsumgüter aus Asien nach Europa. Zunächst Haushaltsgeräte, Motorräder, Kameras und Spielsachen aus Japan, dann Fernseher und Unterhaltungselektronik aus Korea, Kleidung aus Pakistan, Mobiltelefone aus China. Und zuvor unbekannte Früchte und Pflanzen aus der gesamten Welt, Wein aus Chile oder Südafrika, Steaks aus Südamerika, Lämmer aus Neuseeland. Vielfalt, Qualität und Preiswürdigkeit des Warenangebotes für die Verbraucher in Europa und Nordamerika erhöhten sich deutlich.

- Die Entwicklungs- und Schwellenländer

Wegen schlechter Arbeitsbedingungen, überlanger Arbeitszeiten und unzureichender Bezahlung werden Arbeiter in Schwellenländern oft als Verlierer der Globalisierung angesehen. Doch das ist nur halb richtig. Tatsächlich hat die Integration in die Weltwirtschaft in vielen Ländern auch schlimmste Armut beseitigt und in Ländern wie Südkorea und Taiwan zu Wohlstand geführt. Auch China ist nach wie vor ein armes Land nach den Maßstäben der Industrienationen, aber es gibt eine wachsende Mittelklasse. Ähnlich ist es in Südamerika.

Nach dem Human Development Index der UN hat sich die Lebenserwartung, der Bildungsstand und das Pro-Kopf-Einkommen in nahezu allen Ländern verbessert - in den Entwicklungsländern mit mittlerem Einkommen zwischen 1975 und 2005 um etwa 32 Prozent, in den ärmsten Ländern um circa 22 Prozent. Vor 30 Jahren lebte die Hälfte der Menschheit von umgerechnet weniger als 1,25 Dollar am Tag, was als Grenze zur «absoluten Armut» galt. Heute sind es noch 18 Prozent, obwohl die Erdbevölkerung seither um fast 60 Prozent gewachsen ist. Gleichzeitig steigt die Ungleichheit innerhalb der Länder.

Verlierer:

- Die Umwelt

Mit dem Aufschwung des Welthandels einher ging auch eine erhebliche Zunahme an Umweltbelastungen. Containerschiffe verbrennen Schweröl, das besonders viele Schadstoffe wie Schwefel, Stickoxiden und CO2 emittiert. Die Schifffahrtsverbände weisen zwar darauf hin, dass die Schifffahrt gemessen an anderen Verkehrsträgern besonders umweltfreundlich ist, weil sie eben so große Gütermengen transportiert und je beförderter Tonne weniger Schadstoffe verursacht als Lastwagen oder Flugzeuge.

Das ändert aber nichts daran, dass die Schifffahrt rund 800 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstößt, nach Angaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR). Das entspricht zehn Prozent der Emissionen aller Verkehrsträger. In einigen Fahrtgebieten wurden die Grenzwerte von der Internationalen Schifffahrtsorganisation bereits verschärft, zum Beispiel an den Küsten Nordamerikas oder in Nord- und Ostsee. Weitere Verschärfungen stehen in den nächsten Jahren bevor.

- Unternehmen und Beschäftigte in den Industrieländern

Unter dem Konkurrenzdruck vor allem aus Asien sind ganze Industriebranchen aus Europa und den USA abgewandert und verschwunden. Dazu gehören die Fertigung von Kleidung, Unterhaltungselektronik und Massenprodukten aller Art, die in großen Mengen vor allem in China gefertigt werden. Unternehmen, die sich nicht anpassen konnten, sind untergegangen. Viele Arbeitnehmer in den Industrieländern verloren durch die Globalisierung ihre Arbeit. Durch die Konkurrenz von hunderten Millionen billiger Arbeitskräfte stehen die Arbeitsplätze in den westlichen Industrieländern unter einem Dauerdruck.

- Die Vielfalt

Die Globalisierung hat nicht nur Marken-Konsumartikel bis in den letzten Winkel der Erde verfügbar gemacht. Überall gibt es Coca-Cola, McDonald's und Levi's. Doch nicht nur der Konsum, auch die Produktion hat sich weltweit angeglichen und standardisiert. Angepasste regionale Produktionsmethoden wurden ersetzt durch hoch technisierte westliche Methoden. Kulturell vereinheitlichen sich Kleidung, Musik, Filme, Konsum und Sprache tendenziell weltweit zu einem westlichen «Lifestyle».
 

Mo, 2016-05-02 04:04
München (dpa) 

ADAC am Scheideweg

Mit gefälschten Abstimmungen für den ADAC-Autopreis und der Verquickung von Interessen hat der Autoclub viel Ansehen verspielt. Jetzt steht der Reformkurs des neuen Präsidenten Markl zur Abstimmung. Es gibt Gegenwind.

München (dpa) - Vor zwei Jahren hatten Manipulationen beim Autopreis «Gelber Engel» Deutschlands größten Verein in die Krise gestürzt. Dienstflüge mit Rettungshubschraubern kamen ans Licht, die Vermischung von Vereins- und Wirtschaftsinteressen erschien suspekt. Der neue ADAC-Präsident August Markl hat inzwischen kräftig aufgeräumt. Doch nun steht sein Reformwerk auf der Kippe.

Am kommenden Samstag (7. Mai) entscheidet die ADAC-Hauptversammlung in Lübeck, ob der ADAC eine neue Struktur bekommt. Das milliardenschwere Konzerngeschäft soll vom Verein klar getrennt, der Vereinsstatus damit gesichert werden. Doch es gibt mächtige Gegner.

Was hat sich seit dem Skandal 2014 geändert?

Der damalige ADAC-Präsident Peter Meyer, der Schatzmeister, der Geschäftsführer, der Chefjurist und der Chefredakteur der ADAC-Zeitschrift «Motorwelt» nahmen ihren Hut. Markl brachte zusammen mit einem unabhängigen Beirat eine Reform auf den Weg, der die Hauptversammlung Ende 2014 einstimmig zustimmte.

Danach beschränkt sich der Verein künftig auf Pannenhilfe, technische und touristische Beratung für die 19 Millionen Mitglieder und den Motorsport. Zu verkehrspolitischen Fragen wie Maut oder Tempolimit meldet sich der ADAC nur noch zu Wort, wenn er zuvor die Meinung der Mitglieder erkundet hat.

Die 18 Regionalvereine und der Dachverband ADAC e.V. in München haben sich Compliance-Regeln verpasst. Verbraucherschutz und Kommerz wurden getrennt, das gleichzeitige Testen und Verkaufen von Kindersitzen oder Schneeketten wurde abgestellt.

Was soll mit dem ADAC-Konzern passieren?

ADAC-Firmen verkaufen Versicherungen, Fährtickets, Autobatterien und Kreditkarten, vermieten Autos und verlegen Zeitschriften. Diese Unternehmen sind in einer GmbH zusammengefasst, die 2014 gut 1,1 Milliarden Euro Umsatz und 104 Millionen Euro Gewinn erzielt hat.

Bei der GmbH haben ehrenamtliche ADAC-Funktionäre aus der Zentrale und den Regionalvereinen das Sagen. Jetzt soll die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, mit einem weisungsunabhängigen Vorstand, der von einem unabhängigen, nicht ADAC-dominierten Aufsichtsrat kontrolliert wird.

Außerdem soll der ADAC e.V. 25,1 Prozent der Aktienanteile an eine neue, gemeinnützige Stiftung abtreten, die sich um Luftrettung, Verkehrsopfer und Unfallforschung kümmert und von einem ebenfalls unabhängigen Stiftungsrat kontrolliert wird.

Wie begründet die neue ADAC-Führung die Aufspaltung?

Markl sagt, die transparente Struktur und klare Aufteilung helfe, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Und der ADAC werde rechtssicher aufgestellt. Denn das Registergericht München prüft, ob der ADAC seinen Vereinsstatus mit Steuervorteilen noch zu Recht hat.

Was sagen die Gegner des Reformplans?

Meyer ist weiterhin Präsident des größten Regionalclubs, des ADAC Nordrhein. Dieser kritisiert, mit der Aufteilung würde der Verein «jeglichen Einfluss auf die ADAC-Stiftung und die wirtschaftlichen Aktivitäten verlieren». Weil «es Zweifel gibt, ob dieses Modell mit allen Konsequenzen durchdacht ist», holte er zwei Gutachten ein. ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm kritisiere, die Aufteilung entziehe den ADAC-Mitgliedern Vereinsvermögen.

Was sagen die Befürworter?

Der Beirat, dem unter anderem der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier angehörte, lobte den Reformkurs. Er sei «gewissenhaft, konsequent und nachhaltig vorangetrieben» worden. Die «Trennung des eingetragenen Vereins von den wirtschaftlichen Aktivitäten ist nötig, um den Vereinsstatus zu bewahren.»

Wie stehen die Chancen?

Markl sagt, es gebe keine Alternative. Die neue ADAC-Spitze besuchte die Regionalvereine und warb für die Reform. Große Regionalclubs wie Niedersachsen/Sachsen-Anhalt oder Hessen-Thüringen oder sprechen sich klar dafür aus. Inzwischen rechnet man nicht nur in der Zentrale mit einer klaren Zustimmung in Lübeck. Der ADAC Nordrhein erklärte, sollte dort «ein gültiger Beschluss gefasst werden, wäre dieser hinzunehmen und umzusetzen».

Wie geht es bei einem positiven Votum weiter?

Wenn die Hauptversammlung zustimmt, wechseln in Kürze rund 1000 Mitarbeiter vom verein zur Aktiengesellschaft oder umgekehrt. Spätestens zum Jahresende soll der Umbau abgeschlossen sein.

Mo, 2016-05-02 04:00
Dresden (dpa)

TU Dresden richtet Anlaufstelle für Opfer von Fremdenhass ein

Dresden (dpa) - Die Technische Universität Dresden will Anfeindungen ihrer ausländischen Studenten und Mitarbeiter nicht länger hinnehmen und richtet eine Anlaufstelle für Opfer von Fremdenhass ein. Diese solle für all jene da sein, «die sich in Dresden beleidigt, gedemütigt oder bedroht fühlen und Rat und Hilfe suchen», sagte Rektor Hans Müller-Steinhagen der Deutschen Presse-Agentur. «Unser Ziel ist es, die Willkommenskultur an der TU Dresden zur besten aller Universitäten deutschlandweit zu entwickeln.»

Müller-Steinhagen hatte unlängst betroffene Studenten zu einer Veranstaltung mit Politikern in den Landtag eingeladen. Dabei konnten sie von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus in der sächsischen Landeshauptstadt berichten. «Ich bin selten so traurig und nachdenklich aus einem Gespräch gegangen», sagte der Rektor.

Mo, 2016-05-02 04:00
Berlin (dpa)

Union und SPD attackieren AfD - Stegner: «Wirre Rechtsaußen-Partei»

Berlin (dpa) - Nach dem Programmparteitag der AfD haben Politiker von Union und SPD jede Zusammenarbeit mit der rechtskonservativen Partei erneut ausgeschlossen. Die Träume von AfD-Chefin Frauke Petry von einer Regierungsbeteiligung scheiterten schon daran, «dass keine andere demokratische Partei mit ihr zusammenarbeiten will», sagte die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, der «Welt» (Montag). SPD-Vize Ralf Stegner bezeichnete die AfD als «zerstrittene und wirre Rechtsaußen-Partei». «Ihr Prinzip ist es, Sündenböcke zu benennen, aber keine Lösungen anzubieten.»

Die Alternative für Deutschland hatte am Sonntag auf einem Bundesparteitag in Stuttgart erstmals ein Grundsatzprogramm verabschiedet. Darin heißt es, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Die AfD wendet sich unter anderem gegen Burkas, den Bau von Minaretten und das Schächten von Tieren, die von Juden und Muslimen praktizierte Schlachtung. Beim Thema Familienpolitik entschieden die Delegierten, Abtreibungen dürften nicht gefördert werden und seien kein Menschenrecht.

Mo, 2016-05-02 01:07
Bamako (dpa)

Steinmeier und Ayrault sichern Mali Hilfe zu

Bamako (dpa) - Deutschland und Frankreich haben dem westafrikanischen Krisenstaat Mali Unterstützung bei der weiteren Stabilisierung des Landes zugesichert. Die beiden Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault lobten zu Beginn eines gemeinsamen Besuchs in der Hauptstadt Bamako am Sonntagabend (Ortszeit) das ausgehandelte Friedensabkommen zwischen Zentralregierung und Rebellengruppen. Allerdings sei «noch vieles zu tun, um dieses Friedensabkommen tatsächlich in die Tat umzusetzen», sagte Steinmeier.

In Mali - einer ehemaligen französischen Kolonie - ist zusammen mit anderen internationalen Truppen auch die Bundeswehr mit mehreren hundert Soldaten im Einsatz. Der Norden des Landes war 2012 für einige Monate in der Hand teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von Truppen unter französischer Führung zurückerobert wurde. Ayrault sagte: «Ohne die Intervention wäre Mali heute unter Kontrolle der Terroristen.» Islamistische Gruppierungen terrorisieren die Gegend bis heute.

Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des deutschen Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen Militärausbilder auch im Norden tätig werden können, wo jetzt schon in der Nähe der Stadt Gao etwa 230 deutsche Blauhelm-Soldaten im Einsatz sind. Steinmeier rief die Regierung zugleich auf, die eigenen Anstrengungen nicht zu vernachlässigen. «Wir wissen, dass die Zukunft dieses Landes in Mali selbst liegt.» 

So, 2016-05-01 23:22
Rom/Tripolis (dpa)

Mindestens 40 Vermisste nach neuer Flüchtlingstragödie vor Libyen

Rom/Tripolis (dpa) - Nach einem neuen Flüchtlingsunglück werden nach Angaben der libyschen Marine vor der Küste des nordafrikanischen Landes mindestens 40 Menschen vermisst. 21 Migranten hätten in der Nacht zum Samstag gerettet werden können, als ihr Boot unweit der Stadt Sabrata an der Grenze zu Tunesien in Seenot geraten und gesunken sei, zitierte die italienische Nachrichtenagentur Ansa Marinesprecher Ayoub Qassem.

«Wir haben in der Nacht einen Hilferuf von einem Boot mit afrikanischen Migranten erhalten», sagte Qassem. Die libysche Marine habe daraufhin zusammen mit italienischen Kollegen eine Hilfsaktion eingeleitet, aber nur 21 Menschen retten können. 

Jedoch gab es unterschiedliche Zahlen zu der Tragödie. Anderen Quellen zufolge, die sich auf die Aussagen Überlebender stützten,  könnte es mehr als doppelt so viele Vermisste geben. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) über Twitter mitteilte, sollen 26 Menschen überlebt haben. Sie hätten berichtet, auf dem Schlauchboot hätten sich 110 Menschen befunden. Demnach könnten bis zu 84 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. 

So, 2016-05-01 22:56
Bamako (dpa)

Steinmeier und Ayrault beginnen Westafrika-Reise in Mali

Bamako (dpa) - Zum Auftakt einer Westafrika-Reise sind Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault am Sonntag in Mali eingetroffen. In der Hauptstadt Bamako stehen Gespräche mit der politischen Führung auf dem Programm. Wichtigste Themen sind der Kampf gegen islamistischen Terror und die Flüchtlingskrise. Die Minister wollen auch deutsche und französische Soldaten besuchen, die als Teil von internationalen Truppen in Mali stationiert sind.

Der Norden des Landes war 2012 für einige Monate in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurde. Islamistische Gruppierungen terrorisieren die Gegend bis heute. Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen deutsche Militärausbilder auch im Norden tätig werden können. Damit werden im Mali künftig etwa 600 deutsche Soldaten im Einsatz sein.

Zweite Station der Reise ist das Nachbarland Niger. Die ehemalige französische Kolonie ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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