Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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Sa, 2016-02-06 09:48
Wilhelm-Koog (dpa)

Pottwal-Bergung im Wattenmeer vor Dithmarschen abgeschlossen

Kaiser-Wilhelm-Koog (dpa) - Die Bergung der im Wattenmeer vor Dithmarschen (Schleswig-Holstein) entdeckten Pottwale ist beendet. Die beiden letzten der insgesamt zehn Kadaver wurden in der Nacht zum Samstag mit einem Schiff in den Meldorfer Hafen geschleppt, sagte eine Sprecherin der Nationalparkverwaltung.

Die Tonnen schweren Kolosse waren mehrere Kilometer vom Festland entfernt auf zwei Sandbänken im Wattenmeer vor Büsum entdeckt worden. Sie wurden mit Hilfe einer Raupe an den Flutsaum geschleppt, damit sie dort vom Schiff an den Haken genommen werden konnten.

Anschließend sollten die zwei Pottwale ebenso wie sieben vor Kaiser-Wilhelm-Koog verendeten Tiere untersucht werden. So soll geklärt werden, warum die Riesen strandeten. Der durch Faulgase stark aufgeblähte und teilweise geplatzte achte Kadaver aus dem Kaiser-Wilhelm-Koog wurde am Sonnabend in einem speziellen Muldenkipper direkt in eine Tierkörperwertungsanstalt nach Niedersachsen gebracht.

Nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer strandeten seit dem 8. Januar insgesamt 28 junge Pottwale in der südlichen Nordsee, 16 davon in Deutschland, je 6 in den Niederlanden und Großbritannien.

Sa, 2016-02-06 09:45
Amsterdam (dpa)

EU: Verstärkter Migrationsstrom im Windschatten der Flüchtlingskrise

Amsterdam (dpa) - Die Zusammensetzung des Flüchtlingszustroms nach Europa hat sich nach Zahlen der EU-Kommission zuletzt deutlich verändert. «In Griechenland haben wir mittlerweile weniger als 40 Prozent syrische Flüchtlinge und möglicherweise sind manche von ihnen mit falschen Pässen ausgestattet», sagte der österreichische EU-Kommissar Johannes Hahn am Samstag am Rande eines EU-Außenministertreffens in Amsterdam. «Das ist eine neue zusätzliche Dimension, dass sozusagen im Windschatten der Flüchtlingskrise jetzt noch ein verstärkter Migrationsstrom eingesetzt hat.»

Mit Blick auf die heftigen Gefechte in der syrischen Großstadt Aleppo wies der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn allerdings darauf hin, dass sich die Situation sehr schnell wieder ändern könne. «Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen auf uns zu», sagte er. Schuld daran seien die von Russland unterstützten Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf Oppositionskräfte in Aleppo. Asselborn forderte die Außenminister der USA und Russlands auf, ihre Gespräche für eine Friedensinitiative «sehr, sehr schnell» zu vertiefen. Bei den für Donnerstag geplanten Verhandlungen in München müsse es darum gehen, «wirklich zu stoppen, was gestoppt werden muss».

Sa, 2016-02-06 09:44
Berlin (dpa)

Das Protestbündnis Pegida

Berlin (dpa) - Das Bündnis «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) versteht sich als Bürgerbewegung gegen die etablierte Politik. Seine Anhänger berufen sich auf ein «christliches Menschenbild» und demonstrieren seit Oktober 2014 immer wieder gegen «Überfremdung» und «islamischen Extremismus». Kritiker werfen Pegida «religiös verbrämten Rassismus» vor. Mit Hass- und Hetzreden gegen Flüchtlinge, Politiker und Journalisten kam die Bewegung immer wieder in die Schlagzeilen und gewann schnell an Zulauf.

Zu den größten Demonstrationen mit laut Polizei bis zu 25 000 Teilnehmern konnte Pegida in Dresden mobilisieren. Von den Ablegern in anderen deutschen Städten erreichte nur das Leipziger Legida-Bündnis mit bis zu 15 000 Demonstranten annähernd diese Bedeutung. Islamfeindliche Bewegungen in anderen europäischen Staaten versuchen mit begrenztem Erfolg an Pegida anzuknüpfen.

Gegen den vorbestraften Pegida-Gründer Lutz Bachmann erhob die Staatsanwaltschaft Dresden im Oktober 2015 Anklage wegen Volksverhetzung. Mehrfach gab es lokale Pegida-Abspaltungen. Ein Bündnis rechtsgerichteten Personen und Gruppen trennte sich von Pegida und bildete die Vereinigung «Widerstand Ost/West».

Sa, 2016-02-06 08:44
Berlin (dpa)

Generalbundesanwalt kündigt Härte gegen rechte Straftäter an

Berlin (dpa) - Angesichts der steigenden Zahl von Anschlägen auf Flüchtlingsheime hat Generalbundesanwalt Peter Frank eine härtere Gangart gegen rechtsextreme Straftäter angekündigt. Die Rechten seien zwar in der Vergangenheit zersplittert gewesen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sie sich «neu formieren», sagte Frank dem Magazin «Der Spiegel». «Wir beobachten Anschläge, ja Anschlagsserien, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind.»

Ein Einschreiten des obersten deutschen Strafverfolgers kündigte Frank für mehrere Szenarien an. Karlsruhe werde Fälle an sich ziehen, wenn eine rechtsterroristische Vereinigung involviert sei, wenn es «zu pogromartigen Szenen wie in den 90er Jahren in Rostock-Lichtenhagen» komme oder wenn es Tote oder Schwerstverletzte bei einem Anschlag gebe.

In Rostock-Lichtenhagen hatte im August 1992 ein rechtsextremer Mob unter dem Beifall Schaulustiger randaliert und das zentrale Aufnahmeheim für Asylbewerber angezündet. Wie durch ein Wunder konnten sich alle Menschen im Haus retten.

«Dann muss ein Gegenfanal gesetzt werden», sagte Frank. «Es geht darum, deutlich zu machen, dass wir solche Straftaten als so schwerwiegend für das friedliche Zusammenleben in Deutschland und das Ansehen Deutschlands im Ausland betrachten, dass die Staatsanwaltschaft des Bundes einschreiten muss.»

Sa, 2016-02-06 08:15
Diego (dpa)

Hungriges Seelöwenbaby verirrt sich in Luxusrestaurant

San Diego (dpa) - So einen hungrigen Gast gab es in dem schicken «Marine Room»-Restaurant im kalifornischen Strandort La Jolla noch nicht: Ein ausgemergeltes Seelöwenbaby hatte sich heimlich eingeschlichen und war auf einer Sitzbank eingeschlafen. «Wir haben es am Tisch Nr. 65 gefunden, dem besten Tisch des Hauses», erzählte der französische Chefkoch Bernard Guillas am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Dort war die kleine Seelöwendame am Donnerstag von Mitarbeitern entdeckt worden.

Sie sei wohl über eine Rampe vom Strand durch eine offene Tür in den Speisesaal gekrochen, vermutet der Koch. «Sie hat aber leider nichts zu Fressen gefunden», sagte der Franzose. Das Restaurant alarmierte ein Rettungsteam für Meeressäuger vom Freizeitpark «SeaWorld» in San Diego. Nach deren Angaben war das acht Monate alt Weibchen extrem unterernährt und dehydriert. Mit neun Kilogramm bringe sie nur etwa die Hälfte ihres normalen Gewichts auf die Waage, hieß es in einer Mitteilung. Die Helfer rechnen aber damit, dass das ausgemergelte Jungtier nach mehrmonatiger Pflege wieder zu Kräften kommt und dann ausgewildert werden kann.

Seit Monaten fluten hungerleidende Seelöwenbabys Kaliforniens Strände. Schuld ist offenbar das Klimaphänomen El Niño mit wärmeren Meerestemperaturen, die sich auf die Fischbestände und somit auf die Futterquelle der Seelöwen auswirken. 

Sa, 2016-02-06 07:21
Islamabad/Kabul (dpa)

Drittes Treffen der neuen Friedensallianz für Afghanistan beginnt

Islamabad/Kabul (dpa) - Ein drittes Treffen der neuen Friedensallianz für Afghanistan hat in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad begonnen. Vertreter der Regierungen Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA wollten am Samstag einen Fahrplan für Friedensgespräche mit den Taliban fertigstellen. Der pakistanische Außenberater Sartaj Aziz sagte in der Eröffnungsrede, man wolle eine «maximale Anzahl Talibangruppen» dazu bewegen, an Gesprächen teilzunehmen.

Ein von der Zeitung «Dawn» zitierter Informant beschrieb den Plan am Samstag wie folgt: In einer ersten Phase sollten Botschaften zur Annäherung an die Taliban entwickelt sowie festgestellt werden, welche Gruppen interessiert seien. In einer zweiten Phase würde bis Ende März entschieden, wie Verhandlungen aussehen sollten. In der dritten Phase, «im April», würde Afghanistan Einladungen aussprechen.

Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah hatte während einer Indienreise gesagt, er denke, dass Friedensgespräche innerhalb von sechs Monaten beginnen könnten. Die Aufständischen haben sich gegen den Prozess ausgesprochen. Zuletzt waren Gesprächsversuche im Juli gescheitert, nachdem der Tod des langjährigen Taliban-Führers Mullah Mansur bekanntgeworden war. Das hatte die Taliban in interne Machtkämpfe gestürzt.

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Sa, 2016-02-06 06:56
Berlin (dpa)

Winterschlussverkauf geht in die Verlängerung

«Einfach zu warm», klagt der Handel nach der zweiwöchigen Rabattaktion WSV. Denn Pullover und Mützen gehen am besten, wenn es kalt ist. Nun lassen viele Händler die «Sale»-Schilder hängen.

Berlin (dpa) - Auch nach dem eigentlichen Ende des Winterschlussverkaufs spitzt der Handel den Rotstift. «Es war insgesamt eine schwierige Wintersaison, das Wetter war einfach zu warm», sagte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE) der Deutschen Presse-Agentur. «Viele Händler werden den WSV mit seinen Angeboten deshalb wohl noch ein paar Tage verlängern.»

Zwei Wochen nach Beginn der koordinierten Rabattaktion zieht die Branche nicht gerade überschwänglich Bilanz. «Der Handel ist ganz zufrieden, die Lager konnten schon ganz gut geräumt werden», hieß es. Doch weil die Kunden zuvor wegen der milden Temperaturen wenig zu warmer Bekleidung, Mützen oder Handschuhe griffen, ist auch jetzt noch Ware da, an der nun die roten Preisschilder hängen bleiben.

Drei Viertel der Einzelhändler haben sich nach Verbandsangaben am WSV beteiligt. Die Textilhändler wollen damit Platz für die Frühjahrsmode machen, inzwischen sind aber auch Möbel- und Elektronikmärkte mit von der Partie.

«Besonders für ländliche Regionen sowie kleinere und mittlere Städte ist der WSV von großer Bedeutung», betont der Branchenverband. Kunden aus dem Umland machten dort noch «gezielte Schnäppchentouren» in die Innenstädte. Besonders in den Großstädten lockten viele Läden jedoch schon seit Anfang Dezember mit Preisnachlässen.

Insgesamt ist der Handel in Deutschland optimistisch, denn die Beschäftigung ist hoch und Energiepreise sind niedrig, sodass die Bundesbürger mehr Geld ausgeben können. Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von zwei Prozent.

Sa, 2016-02-06 06:52
Berlin (dpa)

Neue Chancen im Iran-Geschäft locken auch deutsche Mittelständler

Der Riesenmarkt Iran gilt nach dem Fall der Sanktionen als eines der begehrtesten Investitionsziele der deutschen Wirtschaft. Großkonzerne haben längst ihre Fühler ausgestreckt - aber auch kleinere Firmen.

Berlin (dpa) - Bei der Suche nach neuen Geschäftschancen blicken neben großen Konzernen auch deutsche Mittelständler immer mehr auf den potenziellen Riesenmarkt Iran. Regionale Wirtschaftsverbände und Kammern haben bereits Kontakte geknüpft und teils sogar eigene Vertretungen in Teheran aufgebaut. Sie sollen nach dem Fall der Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms nun Investitionen und Handel mit dem für Deutschland früher schon wichtigen Land anregen.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft eröffnete bereits im vorigen November eine Niederlassung in Irans Hauptstadt. «Wir wollen Türöffner für bayerische sowie iranische Unternehmen sein und somit die bayerisch-persischen Wirtschaftsbeziehungen nachhaltig unterstützen», sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Manager von MAN, Linde, Audi, Munich Re und dem Agrarhändler BayWa reisten zur Eröffnung mit. Vor allem Maschinen- und Anlagenbauer, Elektro- und Chemieindustrie sowie Baufirmen rechnen sich gute Chancen aus. Auch die Firmen im Iran interessieren sich für eine Zusammenarbeit: Mitte Februar will eine Unternehmerdelegation der Teheraner Kammer mit rund 100 Teilnehmern nach München kommen.

Auch kleinere Betriebe könnten profitieren. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK), der 973 000 Firmen vertritt, rechnet kurzfristig mindestens mit einer Verdopplung der Exporte in das Land. «Mittelfristig können die Ausfuhren aus Bayern sogar die Schallgrenze von eine Milliarde Euro durchbrechen», sagte Chef Peter Driessen.

Ähnliche Hoffnungen hat man in der Hauptstadt. «Die Zeichen stehen gut, dass auch Berlins Exportwirtschaft an die traditionell guten Handelsbeziehungen mit dem Iran anknüpfen kann», sagte die Vizechefin der Industrie- und Handelskammer (IHK), Melanie Bähr, der Deutschen Presse-Agentur. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) als Dachorganisation nimmt an, dass die deutschen Ausfuhren innerhalb von vier Jahren auf zehn Milliarden Euro vervierfacht werden können.

Die jährlichen Berliner Iran-Exporte könnten dabei in fünf Jahren auf rund 160 Millionen Euro steigen, schätzt die örtliche IHK. Für Kleine und Mittelständler sei dabei besonders wichtig, dass iranische Banken wieder Anschluss ans internationale Geschäft bekommen.

Aus Brandenburg reisen Mittelständler voraussichtlich im Oktober in die Hautpstadt Teheran und nach Isfahan. Ziel sei der Ausbau der Beziehungen, sagte Jens Ullmann von der IHK Potsdam. Laut Wirtschaftsministerium gab es seit Jahren keine offiziellen Kontakte mehr. Die Ausfuhren stagnierten auf niedrigem Niveau. «Da gibt es noch Potenzial», meinte Ullmann.

In Norddeutschland hält man ebenfalls einen Schub für möglich. Die Hafenstadt Hamburg könne an ihre traditionelle Rolle als wichtigste Drehscheibe für den deutschen Iran-Handel anknüpfen, sagte Corinna Nienstedt von der Handelskammer. Jedoch müssten Finanzierungsfragen geklärt werden. Für Geschäftsleute habe man Informationsveranstaltungen abgehalten, sagte Nienstedt der dpa.

Die Hamburger Messe hat bereits Kontakte angebahnt. Auf der Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft SMM im September werde der Iran erstmals mit einem eigenen Länderpavillon vertreten sein. Der Maschinenbau-Verband VDMA teilte mit, Ausrüstungen und Technologie für den Schiffbau kämen weiterhin aus Deutschland und Europa. Der Medizintechnik-Hersteller Dräger zeigte sich erleichtert, dass nach dem Ende des Embargos voraussichtlich für viele Produkte keine Ausfuhrgenehmigungen mehr nötig seien. «Das bietet Chancen für unser Geschäft.»

Aber auch Speditionen, die Flugzeugindustrie und erneuerbare Energien dürften für den Iran interessant werden. 350 Hamburger Firmen unterhielten Geschäftsbeziehungen mit dem Iran. In der Stadt werden umgekehrt nach Kammer-Angaben rund 500 Firmen von Iranern geführt.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) plant in den nächsten Monaten eine Reise mit regionalen Unternehmern in den Iran. «Das ist für Sachsen sehr interessant, vor allem da unsere Maschinenbauer hohes Potenzial für sich sehen», betonte ein Sprecher. Bei der IHK Leipzig haben sich in den vergangenen Wochen deutlich mehr regionale Unternehmen über ein mögliches Iran-Engagement informiert. Die IHK Chemnitz plant eine Delegationsreise noch im ersten Halbjahr 2016.

Sa, 2016-02-06 06:15
Oldenburg/Bonn (dpa)

Internet-Ausbau: EWE erhebt Vorwürfe gegen Bund und droht mit Klage

Alle wollen schnelleres Internet. Der lukrative Ausbau der Daten-Highways ist so begehrt wie umkämpft. Der EWE-Konzern sieht in den Plänen eine massive Behinderung privater Wettbewerber. Die Bundesnetzagentur hält dagegen.

Oldenburg/Bonn (dpa) - Im Streit über den Breitbandausbau droht der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE mit einer Klage. Der neue EWE-Chef Matthias Brückmann warf der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur vor, den Marktführer Telekom beim angestrebten Ausbau schnellerer Internetverbindungen zu bevorzugen. Die Bundesnetzagentur wies die Kritik zurück.

«Wenn die diskriminierende Vorentscheidung so bestätigt wird, werden wir vor dem Bundesverfassungsgericht Klage einreichen. Definitiv», sagte Brückmann der Deutschen Presse-Agentur in Oldenburg. «Uns bliebe doch gar nichts anderes übrig.» Auch müsse EWE prüfen, ob Investitionen in dem Bereich dann weiter sinnvoll seien.

Konkret geht es um das sogenannte Vectoring-II-Verfahren, bei dem der regional führende Anbieter unter bestimmten Bedingungen das alleinige Recht erhalten soll, sein Kupferkabelnetz technologisch «aufzurüsten» und schnellere Internet-Verbindungen zu ermöglichen. Die Telekom stellt mit ihren Vectoring-Plänen deutlich schnelleres Internet mit herkömmlichen Kupferkabeln für rund sechs Millionen Haushalte in Aussicht. Dafür müssten allerdings über 130 000 Anschlüsse der Wettbewerber abgeklemmt werden. Sie kritisieren, der Plan entziehe dem Glasfaser-Ausbau auf Dauer die wirtschaftliche Grundlage.

«Ehrlich gesagt, ist das, was in diesem Bereich derzeit passiert, ein Skandal», sagte Brückmann. «Da soll einem Unternehmen, der Telekom, an dem der Staat mit über 30 Prozent beteiligt ist, von einer Bundesbehörde eine Art Monopol zurückgegeben werden.»

Parallel dazu würden private Mitbewerber geblockt. «Das heißt doch letztlich, die Bundesregierung verschafft ihrem eigenen Unternehmen einen Marktvorteil, indem sie Wettbewerber aussperrt. Das halte ich für unlauter». Brückmann ist seit 1. Oktober Vorstandschef des fünftgrößten deutschen Energiekonzerns, der über seine Tochter EWE Tel im Breitband-Markt aktiv ist.

Die Bundesnetzagentur wies Brückmanns Vorwürfe zurück. «Unser Vorschlag stellt angesichts der sehr kontroversen Diskussionen einen fairen Kompromiss dar», sagte Behördensprecher Fiete Wulff. Zudem sollten Mitbewerber, die sich in einem Gebiet bisher in stärkerem Maße bei der DSL-Erschließung engagieren, selber mit Vectoring ausbauen dürfen.

Die Bundesnetzagentur werde voraussichtlich «im Laufe des ersten Quartals» den bisherigen Entscheidungsentwurf in trockene Tücher bringen. Anschließend folgt ein europäisches Konsolidierungsverfahren, bei dem auch die Stellungnahme der EU-Kommission geprüft wird.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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Sa, 2016-02-06 06:34
Berlin (dpa)

Neue Chancen im Iran-Geschäft locken auch deutsche Mittelständler

Berlin (dpa) - Bei der Suche nach neuen Geschäftschancen blicken neben großen Konzernen auch deutsche Mittelständler immer mehr auf den potenziellen Riesenmarkt Iran. Regionale Wirtschaftsverbände und Kammern haben bereits Kontakte geknüpft und teils sogar eigene Vertretungen in Teheran aufgebaut. Sie sollen nach dem Fall der Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms nun Investitionen und Handel mit dem für Deutschland früher schon wichtigen Land anregen.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft eröffnete bereits im November 2015 eine Niederlassung in der Hauptstadt Teheran. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK), der 973 000 Firmen vertritt, rechnet kurzfristig mindestens mit einer Verdopplung der Exporte in den Iran. Ähnliche Hoffnungen hat man auch in Berlin. «Die Zeichen stehen gut, dass auch Berlins Exportwirtschaft an die traditionell guten Handelsbeziehungen mit dem Iran anknüpfen kann», sagte die Vizechefin der Industrie- und Handelskammer (IHK), Melanie Bähr.

Sa, 2016-02-06 05:47
Islamabad/Kabul (dpa)

Neue Fälle von Kinderlähmung in Afghanistan und Pakistan gemeldet

Islamabad/Kabul (dpa) - In Pakistan und Afghanistan sind die ersten beiden neuen Fälle der gefährlichen Kinderlähmung gemeldet worden. Nach einem Bericht der Zeitung «Dawn» vom Samstag unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut wurden ein knapp dreijähriger Junge in der pakistanischen Millionenmetropole Karachi und ein fünfjähriges Kind in der südafghanischen Stadt Kandarhar als infiziert erkannt. Beide Kinder seien geimpft gewesen. Das pakistanische Kind sei aber wegen Unterernährung nur unzureichend geschützt gewesen, das afghanische Kind hätte nicht genug Impfungen erhalten.

Der von «Dawn» zitierte Experte sagte, er sei besorgt wegen der großen Zahl unkontrollierter Grenzübertritte zwischen den beiden Ländern. In Afghanistan hätten jüngste Impfkampagnen 80 000 Kinder nicht erreichen können.

Pakistan und ein Afghanistan sind die einzigen Länder, in denen die Kinderlähmung noch endemisch ist. Nach einem Rekord von mehr als 300 Neuinfizierungen in 2014 waren in Pakistan im Jahr 2015 laut nationaler Anti-Polio-Initiative nur noch 51 neue Fälle gemeldet worden - die geringste Zahl seit 2007. Das ging vor allem auf die Öffnung bisher unzugänglicher, unsicherer Gebiete durch Militäroffensiven gegen Extremisten zurück. Diese hatten Impfungen oft verhindert.

In Afghanistan gab es laut der globalen Impfinitiative zur Polio-Ausrottung bis zum 30. Dezember 19 neue Fälle. Experten sind besorgt, dass die zunehmende Unsicherheit Impfkampagnen verhindert.

Sa, 2016-02-06 04:12
Berlin (dpa)

Tillich setzt vor Aktionstag auf harten Kurs gegen Pegida-Bewegung

Europaweit wollen Anhänger der islamfeindlichen Pegida-Bewegung auf die Straßen ziehen. In Dresden werden 15 000 Teilnehmer erwartet - und 10 000 Gegendemonstranten. Die Polizei befürchtet Zusammenstöße.

Berlin (dpa) - Vor dem europaweiten Aktionstag islamfeindlicher Bündnisse tritt der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich für ein striktes Durchgreifen gegen die Pegida-Bewegung ein. «Die Redner bei Pegida nehmen mittlerweile ja keine Rücksicht mehr», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). «Sie rufen offen zur Gewalt gegen Ausländer oder Politiker auf. Da ist jetzt zunehmend die Staatsanwaltschaft gefragt. Pegida kann das nicht länger schönreden.»

Tillich gab zugleich zu bedenken, es sei «klar zu trennen zwischen den Organisatoren und denen, die wegen einer vielschichtigen Unzufriedenheit dort mitlaufen.» Die Herausforderung sei es, die Anhänger im Dialog zurückzuholen.

Die Pegida-Bewegung und weitere fremdenfeindliche Zusammenschlüsse in anderen europäischen Staaten planen am Samstag einen gemeinsamen Aktionstag unter dem Motto «Festung Europa». Demonstrationen sind in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden und unter anderem in Prag, Warschau und Amsterdam geplant. Auch im australischen Canberra soll es eine Veranstaltung geben.

Die Bewegung hat in Dresden ihren Ursprung. Die Polizei rechnet dort mit etwa 15 000 Teilnehmern an der Pegida-Kundgebung und rund 10 000 Gegendemonstranten. Wegen befürchteter Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern der selbst ernannten «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» ist die Polizei in Alarmbereitschaft. Anlass sind Hinweise auf eine Mobilisierung der rechtsextremen Szene. Polizei und Stadt rechnen damit, dass auch etwa 400 gewaltbereite Linksextreme in die Elbestadt kommen. Rund 1000 Polizisten aus mehreren Bundesländern sollen für Sicherheit sorgen.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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Sa, 2016-02-06 04:00
Oldenburg (dpa)

Streit über Breitbandausbau: EWE droht mit Klage

Oldenburg (dpa) - Im Streit über den Breitbandausbau droht der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE mit einer Klage. Der neue EWE-Chef Matthias Brückmann warf der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur vor, den Marktführer Telekom beim angestrebten Ausbau schnellerer Internetverbindungen zu bevorzugen. Die Bundesnetzagentur wies die Kritik zurück.

«Wenn die diskriminierende Vorentscheidung so bestätigt wird, werden wir vor dem Bundesverfassungsgericht Klage einreichen. Definitiv», sagte Brückmann der Deutschen Presse-Agentur in Oldenburg. «Uns bliebe doch gar nichts anderes übrig.» Auch müsse EWE prüfen, ob Investitionen in dem Bereich dann weiter sinnvoll seien.

Konkret geht es um das sogenannte Vectoring-II-Verfahren, bei dem der regional führende Anbieter unter bestimmten Bedingungen das alleinige Recht erhalten soll, sein Kupferkabelnetz technologisch «aufzurüsten» und schnellere Internet-Verbindungen zu ermöglichen.

Die Bundesnetzagentur wies die Vorwürfe zurück. «Unser Vorschlag stellt angesichts der sehr kontroversen Diskussionen einen fairen Kompromiss dar», sagte Behördensprecher Fiete Wulff. Zudem sollten Mitbewerber, die sich in einem Gebiet bisher in stärkerem Maße bei der DSL-Erschließung engagieren, selber mit Vectoring ausbauen dürfen.

Sa, 2016-02-06 03:27
Aleppo/Washington (dpa)

An türkisch-syrischer Grenze droht humanitäre Katastrophe

Bis zu 70 000 Syrer wollen wegen der Kämpfe bei Aleppo in die Türkei. Zehntausende warten an der geschlossenen Grenze. Wie wird Ankara reagieren?

Aleppo/Washington (dpa) - An der türkisch-syrischen Grenze droht eine neue humanitäre Katastrophe. Zehntausende Bewohner der Region um die syrische Großstadt Aleppo flüchten wegen heftiger Gefechte beim Vormarsch von Regimetruppen Richtung Türkei. In der Nähe der geschlossenen Grenze am Übergang Bab al Salam sowie in der Stadt Asas harrten am Freitag bis zu 30 000 Flüchtlinge aus, wie das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) in Amman der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ob und wann die Menschen in die Türkei eingelassen werden würden, war am Freitag zunächst unklar.

Die türkische Regierung rechnet mit bis zu 70 000 Flüchtlingen aus der Region um Aleppo, Menschenrechtler gehen von etwa 40 000 Vertriebenen in der Provinz aus. Die Türkei hat mit 2,5 Millionen Menschen die meisten Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen.

US-Außenminister John Kerry machte Syriens Machthaber Baschar al-Assad und Russland schwere Vorwürfe. Mit ihren Bombardements töteten sie Zivilisten «in großer Zahl», sagte Kerry am Freitag in Washington. «Das muss aufhören», forderte er.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Regierungen, die für die Angriffe auf Aleppo verantwortlich seien, «scheinen ein Scheitern der Bemühungen um eine politische Lösung in Kauf zu nehmen».

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warf Russland vor, den Konflikt mit seinen Bombardements gegen Rebellen anzuheizen. Frankreichs UN-Botschafter François Delattre verurteilte die Offensive des syrischen Regimes. «Man kann von der Opposition nicht erwarten, dass sie mit einer Pistole an der Schläfe verhandelt», sagte Delattre am Freitag in New York.

Moskau wies die Schuldzuweisungen zurück. Russland setze sich für eine friedliche Lösung des Konflikts ein, unterstütze die syrische Regierung aber im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September die Offensive der syrischen Regierungstruppen mit Raketen- und Bombenangriffen.

Syrische Regimetruppen rückten in der Region am Freitag mit Hilfe russischer Luftschläge weiter vor: Zusammen mit verbündeten Kämpfern der Schiitenmiliz Hisbollah und iranischen Einheiten eroberten sie die Stadt Ratjan - insgesamt wurden auf beiden Seiten mehr als 120 Menschen getötet.

Die Assad-Truppen hatten zuletzt die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der Türkei gekappt und auch den Belagerungsring um zwei Dörfer der Regimeanhänger nach drei Jahren durchbrochen.

Während das Regime den Westen Aleppos kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden des Stadtgebietes. Mit der Offensive der Regierungseinheiten läuft das letzte große Stadtzentrum in Rebellenhand Gefahr, eingekesselt zu werden.

«Wir werden unsere Politik der offenen Tür fortsetzen», hatte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag in London bei der Syrien-Geberkonferenz gesagt. Die regierungsnahe türkische Zeitung «Yeni Safak» berichtete, Versorgungsgüter, unter anderem Zelte und Nahrung, würden aus der Türkei über die Grenze gebracht.

Einen Tag vor dem Start der Münchner Sicherheitskonferenz sollen die Friedensgespräche für Syrien - über deren Stocken UN-Sondervermittler Staffan de Mistura den Sicherheitsrat am Freitag informierte - wieder in Gang gebracht werden. In der bayerischen Landeshauptstadt ist eine Syrien-Verhandlungsrunde mit Vertretern aus fast 20 Staaten geplant. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass auch die Außenminister Saudi-Arabiens und des Irans teilnehmen werden. Es wäre die erste Begegnung von Regierungsvertretern der beiden Rivalen seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Anfang Januar.

Sa, 2016-02-06 03:01
Berlin (dpa)

Tillich setzt vor Aktionstag auf harten Kurs gegen Pegida-Bewegung

Berlin (dpa) - Vor dem europaweiten Aktionstag islamfeindlicher Bündnisse tritt der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich für ein striktes Durchgreifen gegen die Pegida-Bewegung ein. «Die Redner bei Pegida nehmen mittlerweile ja keine Rücksicht mehr», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). «Sie rufen offen zur Gewalt gegen Ausländer oder Politiker auf. Da ist jetzt zunehmend die Staatsanwaltschaft gefragt. Pegida kann das nicht länger schönreden.»

Tillich gab zugleich zu bedenken, es sei «klar zu trennen zwischen den Organisatoren und denen, die wegen einer vielschichtigen Unzufriedenheit dort mitlaufen.» Die Herausforderung sei es, die Anhänger im Dialog zurückzuholen.

Die Pegida-Bewegung und weitere fremdenfeindliche Zusammenschlüsse in anderen europäischen Staaten planen am Samstag einen gemeinsamen Aktionstag. Demonstrationen sind in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden und unter anderem in Prag, Warschau und Amsterdam geplant.

Sa, 2016-02-06 02:00
Brüssel (dpa)

Deutscher Nato-General: Afghanistan-Einsatz könnte 2017 enden

Brüssel (dpa) - Der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse hält es für möglich, dass der aktuelle Bündniseinsatz in Afghanistan 2017 beendet werden kann. «Sollte die afghanische Luftwaffe, die wir gerade mit Hubschraubern und Flugzeugen aufbauen, im nächsten Jahr ausreichend einsatzfähig sein, so würde dies die Schlagkraft der Afghanen spürbar erhöhen», sagte er der Zeitung «Die Welt» (Samstag). «Wir denken, dass wir 'Resolute Support' dann 2017 beenden könnten. Aber das letzte Wort hat natürlich die Politik.»

Für die aktuelle Beratungs- und Ausbildungsmission («Resolute Support») stellen die Alliierten und ihre Partner rund 12 000 Soldaten zur Verfügung. Deutschland beteiligte sich zuletzt mit rund 830 Bundeswehrsoldaten, das Bundestagsmandat erlaubt bis zu 980.

Etliche Nato-Partner wie Deutschland und die USA hatten eigentlich bereits für 2016 einen weitreichenden Truppenabzug aus Afghanistan geplant. Die anhaltende Gewalt der radikalislamischen Taliban-Rebellen und vor allem die vorübergehende Eroberung der nordafghanischen Provinzhauptstadt Kundus führten aber zu einem Umdenken.

Künftig ist vorgesehen, Ausbilder der Nato wieder verstärkt direkt in Krisenregionen einzusetzen. Zudem wird die Weitergabe von Aufklärungserkenntnissen an afghanische Sicherheitskräfte geprüft. So ließe sich möglicherweise verhindern, dass diese wie zuletzt in Kundus von Angriffen überrascht werden.

Sa, 2016-02-06 01:00
Passau (dpa)

Kardinal Marx: Barmherzigkeit kennt keine Grenzen

Passau (dpa) - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat betont, dass Barmherzigkeit auch mit Blick auf die Flüchtlingskrise keine Grenzen kenne. Nichtsdestotrotz müssten die Flüchtlingszahlen reduziert werden, sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). Denn es gehe nicht um Barmherzigkeit allein, sondern auch um Vernunft und das politisch Mögliche. «Deutschland kann nicht alle Notleidenden der Welt aufnehmen», sagte der Erzbischof von München und Freising. Deshalb müsse den Flüchtenden bereits in ihren Heimat- und deren Nachbarländern stärker geholfen werden.

Wer nach Europa komme, müsse fair und anständig behandelt werden, sagte Marx. «Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein. Es ist eine Schande, dass geschätzt schon Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen sind; vielleicht sind es sogar mehr.»

Er kritisierte zugleich Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD): «Überlegungen, an den Grenzen auf wehrlose Flüchtlinge zu schießen, sind inakzeptabel und menschenfeindlich.» Das Ausmaß der Fremdenfeindlichkeit hierzulande erschrecke ihn. «Wir erleben Hetze gegen Fremde, bis in bürgerliche Kreise hinein. Der Firnis der Zivilisation ist offenbar doch nicht so dick wie immer gedacht.»

Fr, 2016-02-05 22:27
Washington (dpa)

Kerry richtet schwere Vorwürfe gegen Russlands Syrien-Politik

Washington (dpa) - US-Außenminister John Kerry hat schwere Vorwürfe gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad und Russland gerichtet. Mit ihren Bombardements töteten sie Zivilisten «in großer Zahl», sagte Kerry am Freitag in Washington. «Das muss aufhören», forderte er.

Russland warf Kerry zudem vor, die am 18. Dezember verabschiedete UN-Resolution 2254 zu brechen, die den sofortigen Zugang zu humanitärer Hilfe für alle Syrer in allen Regionen des Landes vorsehe. «Weder Assad noch seine Unterstützer haben dies gewährleistet», sagte Kerry. Die Resolution sei mit der Stimme Russlands im UN-Sicherheitsrat verabschiedet worden.

Die nächsten Tagen müssten nun zeigen: «Meinen es die Leute ernst oder meinen sie es nicht ernst», betonte er. Ein Waffenstillstand sei nötig, es gebe diesbezüglich Bekenntnisse von russischer Seite. Russland habe auch «konstruktive Vorschläge« gemacht. «Wenn es aber nur Reden ist um des Redens willen und die Bombardements nicht aufhören, dann ist das nicht akzeptabel», fuhr Kerry fort.

Die Bundesregierung hatte sich zuvor ähnlich kritisch geäußert. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Regierungen, die für die Angriffe auf Aleppo verantwortlich seien, «scheinen ein Scheitern der Bemühungen um eine politische Lösung in Kauf zu nehmen».

Fr, 2016-02-05 22:01
Brüssel (dpa)

EU-Kommission besorgt wegen Massenflucht in Syrien

Brüssel (dpa) - Angesichts neuer Fluchtbewegungen im Bürgerkriegsland Syrien dringt Brüssel auf eine «politische »Lösung der Auseinandersetzung. «Wir appellieren an alle Konfliktparteien, Zurückhaltung zu zeigen und den Schutz des syrischen Volkes sicherzustellen», erklärte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, am Freitagabend in Brüssel. Er bezog sich auf schwere Gefechte rund um die nordsyrische Stadt Aleppo, die Zehntausende zur Flucht zwingen. Die Berichte aus der Region seien «extrem besorgniserregend», so Stylianides, die Zivilbevölkerung müsse geschützt werden.

Stylianides lobte die Hilfszusagen von deutlich mehr als neun Milliarden Euro (über zehn Milliarden Dollar), die die Weltgemeinschaft am Donnerstag in der britischen Hauptstadt gemacht hatte. «London war ein willkommener erster Schritt und ein sehr notwendiges Zeichen der Einheit», unterstrich er. Dies müsse sich nun auch im Verhalten der Akteure vor Ort widerspiegeln. «Das syrische Volk hat schon genug gelitten.»

Fr, 2016-02-05 20:03
Trenton (dpa)

New Jersey verklagt VW im Abgas-Skandal

Trenton (dpa) - Im Skandal um manipulierte Abgaswerte nimmt die Klagewelle gegen den Volkswagen-Konzern in den USA weiter Fahrt auf. Auch der Bundesstaat New Jersey hat ein Verfahren gegen den deutschen Autobauer eröffnet, wie der zuständige Generalbundesanwalt John J. Hoffmann am Freitag mitteilte. VW wird vorgeworfen, durch den Einbau von illegaler Manipulations-Software Verbraucher getäuscht und das Gesetz zur Luftreinhaltung verletzt zu haben.

«Im letzten Jahrzehnt hat sich Volkswagen in einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Automobilindustrie engagiert», heißt es in der Anklage. Der Konzern, auch die Töchter Audi und Porsche sind explizit genannt, habe von den Manipulationen profitiert, weil er Absatz, Marktanteil und Gewinne dadurch habe steigern können. VW hatte am 18. September auf Druck der US-Umweltbehörde EPA eingeräumt, seit 2009 in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben.

New Jersey folgt etlichen anderen ähnlich gelagerten Klagen von US-Landkreisen und -Bundesstaaten. Anfang Januar hatte auch das Justizministerium im Auftrag der EPA ein Zivilverfahren gegen den Wolfsburger Konzern eröffnet. VW drohen Strafen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zudem muss sich der Konzern mit den Vorwürfen zahlreicher privater Klägern zumeist wegen Vertragsbruchs und Betrugs auseinandersetzen. Mehr als 500 solcher Klagen sind bei einem Bezirksrichter in San Francisco gebündelt.

Fr, 2016-02-05 20:35
Washington (dpa)

Obama und Xi erörtern Reaktion auf Atomtest Nordkoreas

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping haben über eine Reaktion auf den Atomtest Nordkoreas gesprochen. Die beiden zeigten sich nach Angaben des Weißen Hauses am Freitag einig, dass der Test eine Verletzung mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrates darstelle. Er mache eine strenge und gemeinsame internationale Reaktion nötig.

Die USA haben China wiederholt aufgefordert, mehr Druck auf das isolierte kommunistische Nordkorea auszuüben.

Nordkorea hatte behauptet, am 6. Januar erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Nach übereinstimmender internationaler Ansicht handelte es sich dabei aber um einen Atomtest. Für die kommenden Tage hat Nordkorea außerdem angekündigt, eine Rakete ins All zu schießen, was als weitere Provokation aufgefasst würde.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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