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Di, 2016-02-09 16:50
Paris (dpa)

Frankreichs Senat stimmt für Verlängerung des Ausnahmezustands

Paris (dpa) - Der französische Senat hat für eine Verlängerung des nach den Terroranschlägen vom November verhängten Ausnahmezustands gestimmt. 316 Senatoren unterstützten am Dienstag den Regierungsvorschlag, die umstrittenen Sonderregeln weitere drei Monate in Kraft zu lassen. 28 Senatoren waren dagegen. Damit das Gesetz durchkommt, muss nun noch die Nationalversammlung zustimmen - sie befasst am kommenden Dienstag (16. Februar) damit.

Die Regierung hatte den Notstand verhängt, nachdem Islamisten am 13. November 130 Menschen in Paris und Saint-Denis ermordet hatten. Er gilt derzeit bis Ende Februar und erlaubt etwa Durchsuchungen und Hausarreste ohne Richterbeschluss. Bürgerrechtsorganisationen wie Amnesty International werfen der Regierung Unverhältnismäßigkeit vor.

Gleichzeitig berät das Pariser Parlament derzeit über eine ebenfalls nach den Anschlägen angestoßene Verfassungsänderung. Die Nationalversammlung stimmte am Montagabend mehrheitlich für einen Artikel, der den Ausnahmezustand in der Verfassung verankert.

Allerdings müssen die Abgeordneten am Mittwoch noch über die Reform als Ganzes abstimmen, bevor sich dann der Senat damit befassen kann. Umstritten ist vor allem der zweite Artikel, der die Möglichkeit ausweiten soll, verurteilten Terroristen die französische Staatsbürgerschaft abzunehmen.

Di, 2016-02-09 16:54
Bujumbura (dpa)

Politische Krise stürzt Burundi in Rezession

Bujumbura (dpa) - Wegen der seit zehn Monaten andauernden politischen Krise ist Burundi in eine Rezession abgerutscht. Die Wirtschaft sei im vergangenen Jahr geschrumpft, erklärte Desire Musharitse, eine Sprecherin des Finanzministeriums, am Dienstag.

Wie stark die Wirtschaftsleistung zurückgegangen ist, teilte das Ministerium jedoch nicht mit. Im Vorjahr war die Wirtschaft Burundis der Weltbank zufolge noch um 4,7 Prozent gewachsen. Das ostafrikanische Land gehört einem UN-Index zufolge zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.

Die Steuereinnahmen seien mit 590 Milliarden Francs (330 Millionen Euro) rund 18 Prozent niedriger als geplant ausgefallen, erklärte der Chef der Steuerbehörde. «Die Sicherheitslage hat die Wirtschaft beeinträchtigt», sagte Domitien Ndihokubwayo.

Das kleine ostafrikanische Land befindet sich seit April letzten Jahres in einer tiefen politischen Krise. Damals kündigte Präsident Pierre Nkurunziza an, sich trotz anderslautender Verfassungsbestimmungen für eine dritte Amtszeit zu bewerben. Seither wurden bei Protesten mehr als 400 Menschen getötet, zumeist von Sicherheitskräften. Rund eine Viertelmillion Menschen ist aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt in Nachbarländer geflohen. Ein Bürgerkrieg mit rund 300 000 Toten ging in Burundi erst 2005 zu Ende.

Di, 2016-02-09 16:45
Brüssel/Athen (dpa)

Flüchtlingsdrama an syrischer Grenze - Türkei lässt Verletzte rein

Russische Luftschläge und Angriffe der syrischen Regierungstruppen schlagen Zehntausende Menschen in die Flucht. Sie warten an der türkischen Grenze auf Einlass. Nur Verletzte dürfen durch.

Istanbul/Brüssel/Athen (dpa) - Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei Zehntausenden Flüchtlingen an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien die Einreise. Lediglich Verletzte dürften passieren, sagte Mustafa Özbek, ein Sprecher der regierungsnahen türkischen Hilfsorganisation IHH, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Verwundeten würden in Krankenhäuser gebracht und dort behandelt. Der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, William Spindler, bat die Türkei in Genf, die Grenzen für alle Flüchtlinge aus Syrien zu öffnen.

Auf der syrischen Seite der Grenze warten seit Tagen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 10 000 und 50 000 Menschen aus dem umkämpften Aleppo. Die frühere Handelsmetropole liegt rund 60 Kilometer von der Grenze entfernt.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten waren in der vergangenen Woche mit Hilfe russischer Luftschläge im Norden des Landes vorgerückt und hatten die neue Massenflucht ausgelöst.

Die Türkei will die Flüchtlinge nach eigenen Angaben zunächst auf der syrischen Seite der Grenze versorgen. Unter anderem sind türkische Organisationen wie die IHH und die Katastrophenschutzbehörde Afad sowie das UN-Welternährungsprogramm (WFP) in der Region aktiv. Das WFP teilte mit, Helfer verteilten Nahrung an Notleidende in der nordsyrischen Stadt Asas in der Nähe der Grenze. In den nächsten Tagen sollen demnach 26 000 Menschen versorgt werden.

Der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus sprach am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu von 600 000 Flüchtlingen, die sich im schlimmsten Fall zur türkischen Grenze aufmachen könnten. Nach Regierungsangaben hat die Türkei bereits 2,5 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen.

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warf der russischen Führung vorn, im Syrienkonflikt ohne Rücksicht auf Zivilisten und die Bemühungen um eine Lösung der Flüchtlingskrise zu agieren. In einem Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch) sagte Erler, in dem Konflikt schere sich keine Partei um die wehrlosen Zivilisten. «Und Moskau denkt gar nicht daran, auf das deutsche Problem mit den Flüchtlingen Rücksicht zu nehmen, das ohne die Türkei unlösbar erscheint.»

Das Technische Hilfswerk (THW) wäre innerhalb weniger Tage für Einsätze an der türkisch-syrischen Grenze bereit, wie ein THW-Sprecher in Bonn der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag bei ihrem Türkei-Besuch Unterstützung bei der Flüchtlingsbetreuung durch das THW zugesagt. «Im Moment liegt noch kein Hilfeersuchen der Türkei vor», sagte THW-Sprecher Henning Zanetti.

In Griechenland - der ersten Station von Flüchtlingen auf dem Weg durch die EU - wachsen die Spannungen. Auf der griechischen Touristeninsel Kos kam es erneut zu heftigen Protesten gegen den Bau eines Registrierzentrums («Hotspot») für Migranten. Unbekannte zündeten einen Sprengsatz neben der Polizeistation der Insel, wie das Staatsradio berichtete. Sollte die Balkanroute für Flüchtlinge an der Grenze Griechenlands zu Mazedonien geschlossen werden, könnten Zehntausende Migranten in Griechenland festsitzen, wie der für Migration zuständige griechische Vizeminister Ioannis Mouzalas sagte.

Die Nato-Staaten werden an diesem Mittwoch über eine mögliche Beteiligung des Bündnisses am Kampf gegen die Schlepper im Seegebiet zwischen Griechenland und der Türkei beraten. Die türkische Seite habe angekündigt, das Thema beim Verteidigungsministertreffen in Brüssel ansprechen zu wollen, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Er habe auch bereits ein Vorgespräch mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geführt.

Als mögliche Einsatzbereiche der Nato im Anti-Schleuser-Kampf gelten das Ausspionieren von Schlepperbanden mit Hilfe von moderner Aufklärungstechnik sowie eine erhöhte Präsenz von Bündnisschiffen im Krisengebiet. Nato-Marinekräfte sind bereits jetzt regelmäßig in der Region im Einsatz. Deutschland stellt dafür derzeit den Einsatzgruppenversorger «Bonn». Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras stellte am Dienstag klar, dass eine Beteiligung der Nato ausschließlich türkische Hoheitsgewässer betreffen könne, nicht griechische.

Di, 2016-02-09 16:27
Gaza (dpa)

Hamas-Mitglied bei Tunnel-Einsturz im Gazastreifen getötet

Gaza (dpa) - Beim Einsturz eines Tunnels im südlichen Gazastreifen ist am Dienstag mindestens ein militanter Palästinenser getötet worden. Der militante Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas teilte mit, bei dem Vorfall in der Nähe von Chan Junis sei ein 27-jähriges Mitglied der Gruppierung zu Tode gekommen. Es ist bereits der dritte Einsturz eines Hamas-Tunnels seit Jahresbeginn. Insgesamt kamen bislang zehn Hamas-Mitglieder ums Leben. Hamas baut in Vorbereitung eines möglichen neuen Konflikts mit Israel ein unterirdisches Tunnelsystem wieder auf. Im 50-tägigen Gaza-Krieg im Sommer 2014 hatte Israels Armee Dutzende solcher «Terror-Tunnel» zerstört.

Di, 2016-02-09 17:01
Wismar (dpa)

Brennstoffhersteller German Pellets sagt Gläubigerversammlung ab

Der Wismarer Holzverarbeiter German Pellets hat Geldgeber um die Verlängerung einer Anleihe bitten wollen, die in wenigen Wochen zurückgezahlt werden müsste. Nun wurde die geplante Gläubigerversammlung ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Wismar (dpa) - Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets lässt seine Geldgeber über seine finanzielle Situation im Unklaren. Das Unternehmen sagte eine für Mittwoch anberaumte Gläubigerversammlung am Dienstag ab. Das teilte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Auf der Gläubigerversammlung sollte es um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro gehen, die eigentlich zum 1. April zurückgezahlt werden müsste. Einen Grund für die Absage der Versammlung nannte das Unternehmen nicht. Die Geschäftsführung sei noch in Gesprächen, sagte Unternehmenssprecherin Claudia Röhr.

Die Anleihen von German Pellets verloren nach der Absage der Gläubigerversammlung weiter an Wert und notierten bei wenig mehr als zwei Prozent des Nennwerts. Sie sind damit fast wertlos und haben seit Jahresbeginn mehr als 90 Prozent eingebüßt. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern sagte, man beobachte die Entwicklungen bei German Pellets mit Sorge. Die Firma beschäftigt weltweit rund 600 Mitarbeiter, davon 150 in Wismar.

German Pellets hatte den Gläubigern eine Laufzeitverlängerung der Anleihe um zwei Jahre bis zum 31. März 2018 vorgeschlagen. Außerdem sollte der Zinssatz von bisher 7,25 auf 5,25 Prozent reduziert werden. Im Gegenzug sollten die Anleiheinhaber 50 Prozent der Gesellschaftsanteile an der German Pellets GmbH als Sicherheit erhalten.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hatte den Gläubigern empfohlen, diese Vorschläge abzulehnen. Die wirtschaftliche Situation von German Pellets sei völlig unklar, sagte Sprecher Daniel Bauer. «Wir brauchen einen radikalen Schnitt.» Es gehe um mehr als 200 Millionen Euro von schätzungsweise 10 000 bis 12 000 Anlegern, sagte er. German Pellets ist über zwei weitere, ebenfalls mit 7,25 Prozent verzinste Anleihen mit weiteren 172 Millionen Euro bei Anlegern in der Schuld. Die Laufzeit dieser Anleihen endet aber erst 2018 beziehungsweise 2019.

«Wir wissen nicht, wieviel diese Anleihen wert sind», sagte der Anwalt Marvin Müller-Blom von der Frankfurter Nieding+Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft als Vertreter einer Reihe von Anleihegläubigern. Er nannte das Unternehmen German Pellets eine «Blackbox». Von der Gläubigerversammlung hatte er vor allem Informationen über die Geschäftslage erwartet.

Derweil hat die German-Pellets-Tochter FireStixx beim Amtsgericht Landshut den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, wie die German-Pellets-Sprecherin bestätigte. Zunächst hatte die «WirtschaftsWoche» darüber berichtet. Die Krisensituation sei auf die wirtschaftlichen Probleme der German-Pellets-Gruppe zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Alle Kreditversicherungsgesellschaften hätten die Kreditwürdigkeit auch der Tochtergesellschaften herabgesetzt.

Das Familienunternehmen German Pellets wurde nach eigenen Angaben 2005 gegründet. Das erste Pelletwerk entstand in Wismar. Das Unternehmen expandierte in den Folgejahren. Mehrere Standorte in Deutschland, Österreich, Belgien und den USA kamen hinzu. German Pellets produziert Holzpellets für Heizungen und Pelletöfen in Haushalten, aber auch für Kraftwerke zur Produktion von Strom und Wärme.

Di, 2016-02-09 16:23
Miami (dpa)

Sturm vor US-Ostküste: «Anthem of the Seas» bricht Reise ab

Miami (dpa) - Das in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff «Anthem of the Seas» hat eine Atlantikreise nach einem Sturm in Hurrikanstärke abbrechen müssen. Vier Menschen wurden leicht verletzt, wie die Kreuzfahrtgesellschaft Royal Caribbean International im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Das Schiff geriet am Sonntag auf dem Weg in die Bahamas in den schweren Sturm. Es sei jederzeit seetüchtig gewesen und werde am Mittwoch in New York erwartet, erklärte die Reederei.

Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete, mussten die Reisegäste in ihren Kabinen ausharren, bis sich das Wetter beruhigt hatte. Über Twitter veröffentlichten Nutzer Fotos, die die Schäden auf dem Schiff zeigen sollen: Darauf sind ein verwüsteter Speisesaal, eine herabhängende Deckenverkleidung und eine gebrochene Brüstung zu sehen.

Das Schiff ist nach Angaben des Unternehmens erst seit zehn Monaten im Einsatz. Ursprünglich war eine siebentägige Reise geplant. Die Passagiere bekommen laut Royal Caribbean ihr Geld zurück.

Die «Anthem of the Seas» ist fast 350 Meter lang und bietet Platz für mehr als 6000 Menschen. Das Schiff wurde im niedersächsischen Papenburg gebaut.

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Di, 2016-02-09 15:28
Braunschweig (dpa)

Braunschweiger Kripo-Chef wehrt sich juristisch gegen Hassbotschaften

Braunschweig (dpa) - Kurz nach der Veröffentlichung seines Buches über Flüchtlingskriminalität in Deutschland erreichen den Chef der Kriminalpolizei in Braunschweig verstärkt Hassbotschaften. Er habe deshalb strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, sagte Ulf Küch am Dienstag. Der Erkennungsdienst der Polizei prüfe derzeit zwei Fälle. «Wir werden gucken, wer sich dahinter verbirgt.» Von Beleidigung bis zu übler Nachrede und Volksverhetzung sei bei den Kommentaren alles dabei, erklärte der 59-Jährige.

Es gäbe wohl einige, denen die Ergebnisse seiner Arbeit nicht passen, sagte der Kripo-Chef. Er ist Gründer einer Sonderkommission, die sich seit August 2015 mit Straftaten von Asylbewerbern befasst. Seine Erfahrungen schildert er in seinem Buch «Soko Asyl». Küchs Fazit: Der Anteil krimineller Flüchtlinge ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung.

Als «Lügenbold» mit «bösartig verschlagenem Gesichtsausdruck» der «das deutsche Volk» verrate wird Küch seitenlang in Mails, Briefen und Kommentaren im Internet beschimpft. Die Statistik zur Flüchtlingskriminalität wird angezweifelt. «Dabei sind wir überhaupt nicht in der Lage, an den Zahlen rumzuschrauben», sagte Küch.

Di, 2016-02-09 15:32
Concord (dpa)

Vorwahl in New Hampshire: Trump und Bush greifen sich heftig an

In New Hampshire strömen schon am Morgen viele Menschen zu den Wahllokalen. Hillary Clinton droht hier oben eine Niederlage, bei den Republikanern fallen Beleidigungen. Und ein ganz anderer beobachtet das Geschehen vom Spielfeldrand aus.

Concord (dpa) - In den USA wird der Ton im Rennen um die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern zunehmend aggressiver. Bei der mit Spannung erwarteten Vorwahl in New Hampshire ließen manche der republikanischen Bewerber am Dienstag keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zu attackieren. Die Vorwahl in dem Bundesstaat im Nordosten war die zweite Hürde im Wahlkampf. Schon in der vergangenen Woche hatten die Wähler in Iowa das Wort.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die jeweiligen Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November. Die ersten Vorwahlen gelten als Frühwarnsystem: Wer hier schlecht abschneidet, hat später kaum noch eine Chance, Boden gut zu machen.

In den vergangenen Tagen häuften sich die Attacken. Besonders heftig beleidigten sich Donald Trump und Jeb Bush. Trump nannte Bushs Wahlkampf verzweifelt. Der schrieb auf Twitter, Trump sei nicht nur ein Verlierer, sondern auch ein Lügner und eine Heulsuse. Bush galt im Wahlkampf anfangs als Favorit, konnte dann aber kaum punkten. In New Hampshire stand er in Umfragen allerdings nicht so schlecht da.

Trump führte dort in den Befragungen vor Marco Rubio und Ted Cruz. Cruz hatte in der vergangenen Woche die Vorwahl in Iowa gewonnen, Trump kam auf den zweiten Platz und Rubio auf den dritten. Der 44 Jahre alte Senator aus Florida wurde deshalb als Kompromisskandidat gefeiert und damit zur Zielscheibe seiner Konkurrenten, die ihn als unerfahren darstellten.

Bei den Demokraten bahnte sich in New Hampshire eine Niederlage für Ex-Außenministerin Hillary Clinton an. Ihr Konkurrent Bernie Sanders lag in Umfragen deutlich vorne. Der 74-Jährige ist Senator aus dem Nachbarstaat Vermont.

Die letzten Wahllokale sollten um 20.00 (Ortszeit/02.00 MEZ) schließen. Schon in der Nacht zum Dienstag gaben einige Wähler in drei kleinen Ortschaften in New Hampshire ihre Stimmen ab. In dem Ort Dixville Notch waren es neun Menschen. Bei den Republikanern gab es hier drei Stimmen für Ohios Gouverneur John Kasich und zwei für Trump. Bei den Demokraten bekam Sanders vier Stimmen, Clinton ging leer aus.

Zwar hat New Hampshire zahlenmäßig geringe Bedeutung für die Kandidatenkür. Die Bundesstaaten, in denen zuerst abgestimmt wird, gelten aber als wichtige Bewährungsprobe für die Kandidaten. Schon in der vergangenen Woche stiegen einige Bewerber aus dem Rennen aus.

Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim. Und es gibt eine Besonderheit: Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen. Die Unabhängigen machen in New Hampshire rund 43 Prozent der Wähler aus, bei den Parteien sind es je etwa 30 Prozent.

Unterdessen äußerte sich der frühere New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg erstmals zu einer möglichen Kandidatur. Er prüfe alle Optionen, sagte der 73-Jährige auf eine entsprechende Frage der «Financial Times». Das bisherige Niveau der Wahlkampfdebatten empfinde er als «Skandal und Beleidigung der Wähler», sagte Bloomberg der Zeitung. Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Schon in den vergangenen Wochen hatte es Berichte über eine mögliche Kandidatur Bloombergs gegeben.

Di, 2016-02-09 15:24
Brüssel (dpa)

Die Europäische Union - wie es begann

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union entstand als Reaktion auf das Leid des Zweiten Weltkrieges. Am 25. März 1957 unterzeichneten sechs Staaten die «Römischen Verträge» zur Gründung der EWG, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, sowie der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom: Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande. Vorläufer war die 1951 gegründete «Montanunion», die die rüstungsrelevanten Wirtschaftsbranchen Kohle und Stahl unter gemeinsame Kontrolle brachte.

Grundlage der EWG war eine gemeinsame Politik auch in Bereichen wie Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr, Wettbewerb und Außenhandel. 1968 folgte der nächste große Schritt: an den Grenzen zwischen den sechs Staaten waren keine Zölle mehr zu zahlen. Mit Dänemark, Irland und Großbritannien wurde die EWG 1973 erstmals erweitert.

Im Laufe der folgenden Jahre rückten die Staaten noch enger zusammen und übertrugen immer mehr Kompetenzen auf Einrichtungen der Gemeinschaft. Mit dem Inkrafttreten des Maastrichter Vertrages über die Europäische Union 1993 wurde die EWG in «Europäische Gemeinschaft» umbenannt. Mittlerweile gehören der EU 28 Staaten mit insgesamt mehr als 500 Millionen Einwohnern an.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Di, 2016-02-09 15:24
Washington (dpa)

Hai-Attacken erreichen 2015 Rekordhoch - mehr Menschen im Wasser

Die Zahl der Hai-Attacken auf Menschen nimmt stetig zu. Am Bevölkerungswachstum liegt das und daran, dass es immer mehr Menschen zum Baden oder Wassersport ans Meer zieht. Der Mensch steht gar nicht auf dem Speiseplan der Haie - wohl aber umgekehrt.

Washington (dpa) - Die Zahl der weltweiten Hai-Attacken hat 2015 ein neues Hoch erreicht. Insgesamt sei es im vergangenen Jahr zu 98 unprovozierten Angriffen auf Menschen gekommen, heißt es in einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht von Forschern der Universität Florida. Sechs davon hätten ein tödliches Ende genommen. Der bisherige Höchstwert von 88 unprovozierten, nicht vom Menschen durch Fang-, Fütter- oder Streichelversuche herausgeforderten Hai-Attacken war demnach 2000 erreicht worden.

Den beobachteten steten Anstieg führen die Forscher auf das weltweite Bevölkerungswachstum zurück. Zudem gebe es immer mehr Menschen, die ihre Freizeit im Wasser verbringen. Wegen der Erwärmung der Ozeane sei mit einer weiteren Zunahme zu rechnen, da Raubfische und badende Menschen schon früher im Jahr in Küstengewässern aufeinanderträfen.

Nach Angaben der Forscher sinken die Haibestände insgesamt nach wie vor oder bleiben wegen Überfischung und Lebensraumverlust zumindest auf einem sehr geringem Level. Der Anstieg sei nicht darauf zurückzuführen, dass Haie aggressiver werden, betonen die Forscher, die die Datenbank International Shark Attack File (Isaf) pflegen.

Besonders gefährdet sind demnach Surfer und andere Sportler, die auf Brettern über das Wasser gleiten: Sie waren an 49 Prozent der Unfälle beteiligt. Haie verwechseln diese Bretter oft mit Robben, die sie gerne fressen. Es folgten Schwimmer oder Menschen, die durch das Wasser wateten, mit zusammen 42 Prozent. 9 Prozent der Unfälle geschahen mit Schnorchlern, die zahlenmäßig jedoch einen geringen Anteil am Wassersport haben. 2015 wurde keine unprovozierte Haiattacke auf einen Taucher registriert.

Die mit Abstand meisten Hai-Angriffe gab es dem Bericht zufolge in den USA (59), wobei alleine 30 auf den Bundesstaat Florida entfielen. Dahinter folgten Australien mit 18 und Südafrika mit 8 Attacken.

Experten empfehlen im Falle eines solchen Angriffs, den Hai kräftig auf die Nase zu hauen. Das lässt das Tier kurz zurückweichen und verschafft etwas Zeit, um das Wasser zu verlassen. Hat der Hai schon zugebissen, sollte man ihm in die Augen oder die Kiemen greifen, auf keinen Fall jedoch passiv bleiben.

In den USA hatten Forscher der US-Meeres- und Umweltbehörde NOAA zuletzt berichtet, dass sich die bedrohten Haibestände vor der Ostküste langsam wieder erholen. Auf Forschungsfahrten im Frühjahr 2015 wurden mehr als 2800 Haie gefangen, vermessen und gekennzeichnet. Beim vorausgehenden Survey 2012 waren es nur 1800 Tiere gewesen. Doch während die Zahl der Haie in einzelnen Regionen zunimmt, sieht es in anderen sehr schlecht aus.

Jährlich werden nach Expertenschätzungen rund 100 Millionen Haie durch Fang und Beifang getötet. Dabei seien nicht nur asiatische Länder beteiligt, sondern auch Länder der EU, insbesondere Spanien und Portugal, sagte Heike Zidowitz von der Universität Hamburg. Die EU trage bis zu einem Viertel zum weltweiten Handel mit Haifischflossen bei. Sie würden nach Asien verkauft.

Auch in Deutschland werden Haiprodukte vertrieben - wie Schillerlocke, Haileberöl für Kosmetik oder auch Nahrungsergänzungsmittel. Eine nachgewiesene medizinische Wirkung gebe es nicht, sagte Zidowitz.

Di, 2016-02-09 16:02
Premnitz (dpa)

Diebe stehlen ganzes Waldstück

Premnitz (dpa) - Wo ist der Wald geblieben? Bei einem Holzdiebstahl im Havelland sind über mehrere Wochen hinweg Bäume aus einem Privatwald bei Premnitz verschwunden. Bis zu acht Hektar Kiefernwald sei von den Tätern regelrecht gerodet worden, teilte die Polizeidirektion West am Dienstag mit. Die Bäume waren zwischen 100 und 120 Jahre alt und damit 30 Meter hoch. Aus Sicht der Polizei war der Diebstahl professionell vorbereitet.

Mit schweren Arbeitsmaschinen wurden Bäume gefällt und mit Schwerlasttransportern aus dem Wald gefahren. Lediglich ein kleiner Teil der Stämme lag noch aufgestapelt bereit. Sie sollten offenbar in Kürze auch abtransportiert werden.

Aufgrund der Fläche und des möglicherweise vorhandenen geschlossenen Baumbestandes könnten bis zu 2000 Bäume verschwunden sein, sagte ein Forstexperte auf Anfrage. In der Regel dienten derartige Bäume als Sägeholz oder für die Herstellung von Spanplatten.

Die Besitzerin bemerkte die Tat laut Polizei erst jetzt. Vermutlich waren die Diebe bereits seit Anfang Dezember im Einsatz. Zur Höhe des Schadens gab es noch keine Angaben.

Di, 2016-02-09 15:44
Berlin/München (dpa)

Seehofer unterstellt Merkel «Herrschaft des Unrechts»

CSU-Chef Seehofer verschärft in der Flüchtlingskrise erneut die Tonlage: Noch vor den März-Wahlen könnte Bayern die Kanzlerin verklagen, wenn die Flüchtlingszahlen nicht runtergehen. Der SPD traut er zu, die Koalition platzen zu lassen.

Berlin/München (dpa) - Neue Attacke aus München gegen die Kanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik: CSU-Chef Horst Seehofer rückt die von Angela Merkel am 4. September vergangenen Jahres verkündete Grenzöffnung für Flüchtlinge in die Nähe des Vorgehens von Unrechtstaaten: «Wir haben im Moment keinen Zustand von Recht und Ordnung», klagte er in einem Interview mit der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch). «Es ist eine Herrschaft des Unrechts.» Der bayerische Ministerpräsident hebt darauf ab, dass Flüchtlinge und Migranten ohne gültige Einreisepapiere ungehindert ins Land kommen dürfen. Formulierungen wie «Herrschaft des Unrechts» verwendete die CSU bislang für Diktaturen wie die frühere DDR.

Die angedrohte Verfassungsklage gegen den Kurs von CDU-Chefin Merkel in der Asylpolitik könnte Bayern noch vor den Landtagswahlen Mitte März einreichen, wenn die Flüchtlingszahlen nicht begrenzt würden. Er könne «da nicht opportunistisch handeln und eine Klage unterlassen, nur weil ich befürchten muss, dass mich dafür nicht alle lieben», meinte Seehofer.

Seehofer knöpfte sich auch den Regierungspartner SPD vor. Auf die Frage, ob es für ihn denkbar sei, dass SPD-Chef Sigmar Gabriel die große Koalition platzen lässt, um mit Linken und Grünen den Rest der Wahlperiode zu regieren, antwortete er: «Ich würde bei den Sozialdemokraten gar nichts mehr ausschließen. Ich kann bei ihnen keine Linie erkennen.»

Zuvor hatte Gabriel versucht, den Streit um den Familiennachzug bei Flüchtlingskindern zu entschärfen. Gabriel brachte einen für seine Partei gesichtswahrenden Kompromissvorschlag ins Spiel. So könnte bei minderjährigen Flüchtlingen künftig im Einzelfall entschieden werden, ob sie ihre Eltern nach Deutschland nachholen dürfen. Gabriel forderte die Union auf, am Ende «nach menschlichem Ermessen, nach Nächstenliebe und Verantwortungsbewusstsein» zu entscheiden.

Die Union, allen voran die CSU, lehnt Zugeständnisse bislang ab und pocht auf den strikten Regierungsbeschluss. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte am Dienstag im Bayerischen Rundfunk, man könne «nur den Kopf schütteln über so ein närrisches Treiben innerhalb der SPD und von der SPD-Spitze Sigmar Gabriel».

So brachten Gespräche zwischen Bundesinnenministerium (CDU) und Bundesjustizministerium (SPD) keine Annäherung. Von einer «Quadratur des Kreises» war die Rede. CDU und CSU sehen nicht ein, warum sie den eben vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf zum Asylpaket II wieder aufschnüren sollen - nur weil das SPD-geführte Familienministerium im Gesetzestext übersah, dass auch bestimmte jugendliche Flüchtlinge, die allein unterwegs sind, für zwei Jahre ihre Familie nicht nachholen dürfen.

In der Praxis geht es um geringe Zahlen. Im Jahr 2014 erhielten laut Innenministerium 214 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingeschränkten (subsidiären) Schutz. 2015 wurde nach «Welt»-Informationen laut vorläufigen Zahlen nur 442 Eltern eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland erteilt, weil sie zu ihrem vorher eingereisten Kind nachzogen.

Grüne und Linke warfen der SPD vor, beim Verteidigen des Asylrechts zu versagen: «Es grenzt an ein Wunder, dass Sigmar Gabriel nach all den Asylrechtsverschärfungen der vergangenen Monate das Wort Nächstenliebe noch ausbuchstabieren kann», sagte Grünen-Chefin Simone Peter.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Di, 2016-02-09 15:20
Istanbul (dpa)

Ein Toter bei Demonstration in südosttürkischer Stadt Diyarbakir

Istanbul (dpa) - Während einer Demonstration in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir ist ein Jugendlicher erschossen worden. Der 17-Jährige sei in den Kopf getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur DHA am Dienstag. Der Protest habe sich gegen die seit Dezember bestehenden Ausgangssperren im Viertel Sur und in der Stadt Cizre nahe der türkischen Grenze gerichtet.

Die Diyarbakir-Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Sibel Yigitalp, sagte der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Augenzeugen, die Polizei habe aus einem gepanzerten Fahrzeug heraus auf den jungen Mann geschossen.

Die Nachrichtenagentur Firat, die der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe steht, berichtete, die Demonstranten hätten Slogans zugunsten der PKK skandiert. Daraufhin habe die Polizei Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Der getötete Jugendliche sei 16 Jahre alt gewesen.

Die Türkei geht seit Dezember in einer Großoffensive gegen die PKK in der Südosttürkei vor. Sicherheitskräfte liefern sich Gefechte mit der PKK-Jugendorganisation YDG-H. Ein mehr als zwei Jahre andauernder Waffenstillstand zwischen Regierung und PKK war im Juli gescheitert.

Di, 2016-02-09 15:47
Atlanta (dpa)

Sparkurs wirkt: Coca-Cola-Gewinn steigt um über 60 Prozent

Der US-Getränkeriese Coca-Cola spart sich im Weihnachtsquartal zum Milliardengewinn. Doch auch die Verkäufe steigen stärker als erwartet - dabei treiben vor allem Tee, Wasser und Coke Zero das Geschäft. Probleme macht aber der starke Dollar.

Atlanta (dpa) - Der Getränkekonzern Coca-Cola hat im vierten Quartal dank Kosteneinsparungen deutlich mehr verdient. Unter dem Strich stieg der Gewinn verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreswert um gut 60 Prozent auf 1,24 Milliarden Dollar (1,11 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Prognosen der Analysten wurden damit übertroffen.

Der weltweite Getränkeabsatz legte um drei Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet zu. Vor allem das Geschäft mit Produkten ohne Kohlensäure, wie stillem Wasser oder Tee, lief gut. Der größte Erfolgsbringer war Coke Zero mit einem Verkaufsplus von sieben Prozent. Dafür brach die Nachfrage nach Coca-Cola light weg.

Der Umsatz sank um acht Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Coca-Cola macht einen wesentlichen Teil seiner Erlöse außerhalb des US-Heimatmarkts und kämpft mit dem starken Dollar, der die Auslandseinnahmen in US-Währung verringert. Darüber hinaus hatte das Quartal aber auch sechs Verkaufstage weniger als im Vorjahr.

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 kletterte der Überschuss von 7,1 auf 7,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 44,3 Milliarden Dollar. Coca-Cola Deutschland steigerte das Verkaufsvolumen nach eigenen Angaben um 1,7 Prozent auf 3,86 Milliarden Liter. Das Wachstum sei durch Produktneuheiten wie die mit Stevia-Extrakt gesüßte Coca-Cola life oder ViO Bio Limonade getrieben worden.

Vorstandschef Muhtar Kent baut den Konzern derzeit um. Er bezeichnete 2015 als «Jahr des Übergangs», in dem Coca-Cola trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds Fortschritte beim Wandel gemacht habe: Der nachlassende Appetit der Kunden auf zuckerlastige Soft Drinks hatte dem Unternehmen zu schaffen gemacht. Coca-Cola reagierte unter anderem mit kleineren Flaschen und einer erweiterten Produktpalette.

Am Dienstag gab Coca-Cola bekannt, bis Ende 2017 alle Abfüllbetriebe in Nordamerika als Franchise abzugeben. Auch in China gibt es entsprechende Pläne. Zudem hatte der Konzern im August angekündigt, die deutsche Tochter Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG mit den zwei großen Abfüllern Coca-Cola Enterprises und Coca-Cola Iberian Partners zur neuen Gesellschaft Coca-Cola European Partners zu fusionieren.

Di, 2016-02-09 15:49
Braunschweig (dpa)

Braunschweiger Kripo-Chef wehrt sich juristisch gegen Hassbotschaften

Braunschweig (dpa) - Kurz nach der Veröffentlichung seines Buches über Flüchtlingskriminalität in Deutschland erreichen den Chef der Kriminalpolizei in Braunschweig verstärkt Hassbotschaften. Er habe deshalb strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, sagte Ulf Küch am Dienstag. Der Erkennungsdienst der Polizei prüfe derzeit zwei Fälle. «Wir werden gucken, wer sich dahinter verbirgt.» Von Beleidigung bis zu übler Nachrede und Volksverhetzung sei bei den Kommentaren alles dabei, erklärte der 59-Jährige.

Es gebe wohl einige, denen die Ergebnisse seiner Arbeit nicht passen, sagte der Kripo-Chef. Er ist Gründer einer Sonderkommission, die sich seit August 2015 mit Straftaten von Asylbewerbern befasst. Seine Erfahrungen schildert er in seinem Buch «Soko Asyl». Küchs Fazit: Der Anteil krimineller Flüchtlinge ist prozentual nicht höher als der Anteil von Kriminellen in der deutschen Bevölkerung.

Als «Lügenbold» mit «bösartig verschlagenem Gesichtsausdruck», der «das deutsche Volk» verrate, wird Küch seitenlang in Mails, Briefen und Kommentaren im Internet beschimpft. Die Statistik zur Flüchtlingskriminalität wird angezweifelt. «Dabei sind wir überhaupt nicht in der Lage, an den Zahlen rumzuschrauben», sagte Küch.

Di, 2016-02-09 14:23
Berlin (dpa)

Umwelthilfe sieht Stickoxid-Verstöße auch bei Fiat

Der Abgasskandal ist aus Sicht von Umweltschützern nicht nur ein Problem von VW. Sie werfen einem Autobauer nach dem anderen Verstöße vor. Doch die Hersteller widersprechen.

Berlin (dpa) - Auch der Autobauer Fiat überschreitet nach Darstellung der Deutschen Umwelthilfe bei einem seiner Modelle deutlich die Grenzwerte für den Stickoxidausstoß. Messergebnisse des Vereins für den Geländewagen Fiat 500X 2.0 Diesel lagen demnach um das 11- bis 22-fache über den zulässigen Höchstwerten, wie die Umwelthilfe am Dienstag in Berlin mitteilte. Der Hersteller Fiat kündigte eine Stellungnahme an.

Das Unternehmen hatte kürzlich nach einer internen Untersuchung erklärt, seine Dieselautos hielten im vorgeschriebenen Testzyklus NEFZ die Grenzwerte ein. In diesem Zyklus wurden laut Umwelthilfe auch die Werte des Fiat 500X auf dem Rollenprüfstand der Berner Fachhochschule geprüft.

Bei Tests mit einem betriebswarmen Motor seien aber sehr hohe Stickoxid-Emissionen festgestellt worden, widersprach Projektleiter Axel Friedrich. Nur zwei Messungen mit kalten Motor hätten relativ niedrige Werte nahe dem Euro-6-Grenzwert ergeben. «Wir standen erneut vor fassungslosen Prüfern», sagte Friedrich.

Der Verein hatte in den vergangenen Monaten ähnliche Vorwürfe zu Modellen von Opel, Mercedes und Renault erhoben. Die Autobauer erklärten jeweils, die Grenzwerte einzuhalten. «Es ist nicht das Problem eines Einzelnen», sagte Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch unter Verweis auf den Abgasskandal bei Volkswagen.

Bundesregierung und Behörden unternähmen zu wenig gegen Schummeleien bei Abgaswerten. «Wir brauchen eine Zerschlagung dieses industriell-politischen Komplexes», forderte Resch. Greenpeace warf Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vor, den Abgasskandal aussitzen zu wollen und Daten von Nachmessungen unter Verschluss zu halten. Grüne und Linkspartei warnten vor Gefahren für Gesundheit und Klima.

Di, 2016-02-09 14:06
Wien (dpa)

Aktionsplan soll Donau sauberer machen - Besserer Hochwasserschutz

Wien (dpa) - Mit einem Aktionsplan wollen die Staaten entlang der Donau bis 2021 den zweitlängsten Fluss Europas sauberer machen. Zugleich solle der Hochwasserschutz ausgebaut werden, teilte die Internationale Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) am Dienstag in Wien mit.

Die von 14 Staaten unterzeichnete Deklaration sieht vor, dass im Einzugsgebiet der Donau und ihrer 300 Zuflüsse in den nächsten Jahren etwa 1000 Kläranlagen gebaut oder aufgerüstet werden. Außerdem ist vorgesehen, dass 15 000 Hektar ehemaliger Feuchtgebiete unter anderem zum Hochwasserschutz wieder an die Gewässer angebunden werden. 146 neue «Fischtreppen» sollen dafür sorgen, dass Flusskraftwerke für die Fische kein Hindernis mehr sind.  

Das Vorhaben schließt an einen Sechs-Jahres-Plan an. Im Zeitraum 2009-2015 war die Belastung mit organischen Nährstoffen und anderen gefährlichen Stoffen nach Angaben der IKSD dank neuer Kläranlagen um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. 70 Prozent des Stroms und seiner Zuflüsse gelten inzwischen als eher gering verschmutzt. Dennoch sei es bis zu einem funktionierenden Öko-System noch ein weiter Weg. Nur etwa 25 Prozent des Fluss-Systems seien bereits wieder weitgehend intakt, hieß es. 

Di, 2016-02-09 14:21
Washington (dpa)

Hai-Attacken erreichen 2015 Rekordhoch - Mensch mit verantwortlich

Die Zahl der Hai-Attacken auf Menschen nimmt stetig zu. Am Bevölkerungswachstum liegt das und daran, dass es immer mehr Menschen zum Baden oder Wassersport ans Meer zieht. Der Mensch steht gar nicht auf dem Speiseplan der Haie - wohl aber umgekehrt.

Washington (dpa) - Die Zahl der weltweiten Hai-Attacken hat 2015 ein neues Hoch erreicht. Insgesamt sei es im vergangenen Jahr zu 98 unprovozierten Angriffen auf Menschen gekommen, heißt es in einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht von Forschern der Universität Florida. Sechs davon hätten ein tödliches Ende genommen. Der bisherige Höchstwert von 88 Hai-Attacken war demnach 2000 erreicht worden.

Den beobachteten steten Anstieg führen die Forscher auf das weltweite Bevölkerungswachstum zurück. Zudem gebe es immer mehr Menschen, die ihre Freizeit im Wasser verbringen. Wegen der Erwärmung der Ozeane sei mit einer weiteren Zunahme zu rechnen, da Raubfische und badende Menschen schon früher im Jahr in Küstengewässern aufeinanderträfen.

Nach Angaben der Forscher sinken die Haibestände nach wie vor oder bleiben wegen Überfischung und Lebensraumverlust zumindest auf einem sehr geringem Level. Der Anstieg sei nicht darauf zurückzuführen, dass Haie aggressiver werden, betonen die Forscher, die die Datenbank International Shark Attack File pflegen.

Besonders gefährdet sind demnach Surfer und andere Sportler, die auf Brettern über das Wasser gleiten: Sie waren an 49 Prozent der Unfälle beteiligt. Haie verwechseln diese Bretter oft mit Robben, die sie gerne fressen. Es folgten Schwimmer oder Menschen, die durch das Wasser wateten, mit zusammen 42 Prozent. 9 Prozent der Unfälle geschahen mit Schnorchlern, die zahlenmäßig jedoch einen geringen Anteil am Wassersport haben. 2015 wurde keine unprovozierte Haiattacke auf einen Taucher registriert.

Die mit Abstand meisten Hai-Angriffe gab es dem Bericht zufolge in den USA (59), wobei alleine 30 auf den Bundesstaat Florida entfielen. Dahinter folgten Australien mit 18 und Südafrika mit 8 Attacken.

Jährlich werden nach Expertenschätzungen rund 100 Millionen Haie durch Fang und Beifang getötet. Dabei seien nicht nur asiatische Länder beteiligt, sondern auch Länder der EU, insbesondere Spanien und Portugal, sagte Heike Zidowitz von der Universität Hamburg. Die EU trage bis zu einem Viertel zum weltweiten Handel mit Haifischflossen bei. Sie würden nach Asien verkauft.

Auch in Deutschland werden Haiprodukte vertrieben - wie Schillerlocke, Haileberöl für Kosmetik oder auch Nahrungsergänzungsmittel. Eine nachgewiesene medizinische Wirkung gebe es nicht, sagte Zidowitz.

Di, 2016-02-09 14:55
Potsdam (dpa)

Demonstrant warf sich vor NPD-Konvoi - muss Sozialstunden leisten

Potsdam (dpa) - Ein 25-Jähriger, der sich absichtlich gegen die Motorhaube eines Wahlkampfbusses der NPD geworfen hat, muss 100 Sozialstunden ableisten. Dafür stellte das Amtsgericht Potsdam am Dienstag einen Prozess wegen Nötigung und falscher Bezichtigung ein. Bei dem Vorfall im September 2014 in Potsdam hatte der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke am Steuer des Kleintransporters eine Vollbremsung machen müssen. Der Demonstrant erlitt Prellungen an Kopf und Schulter.

In seiner am Dienstag verkündeten Entscheidung sah es das Amtsgericht darüber hinaus als erwiesen an, dass der Angeklagte nach dem Unfall falsche Beschuldigungen erhoben hatte. Schmidtke habe ihn beim Überqueren der Straße absichtlich angefahren, hatte der Angeklagte der Polizei erklärt. Sein Mandant sehe ein, dass dies «so nicht richtig» gewesen sei, sagte jetzt sein Anwalt. Weil der 25-Jährige Hartz-IV-Empfänger ist, sah das Gericht von einer Geldstrafe ab.

Di, 2016-02-09 14:18
Potsdam (dpa)

Demonstrant warf sich vor NPD-Konvoi - wegen Nötigung verurteilt

Potsdam (dpa) - Ein 25-Jähriger, der sich absichtlich gegen die Motorhaube eines Wahlkampfbusses der NPD geworfen hat, ist wegen Nötigung zu 100 Sozialstunden verurteilt worden. Bei dem Vorfall im September 2014 in Potsdam hatte der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke am Steuer des Kleintransporters eine Vollbremsung machen müssen. Der Demonstrant erlitt Prellungen an Kopf und Schulter.

In seinem am Dienstag verkündeten Urteil sah es das Amtsgericht Potsdam darüber hinaus als erwiesen an, dass der Angeklagte nach dem Unfall falsche Beschuldigungen erhoben hatte. Schmidtke habe ihn beim Überqueren der Straße absichtlich angefahren, hatte der Angeklagte der Polizei erklärt. Sein Mandant sehe ein, dass dies «so nicht richtig» gewesen sei, sagte jetzt sein Anwalt. Weil der 25-Jährige Hartz-IV-Empfänger ist, sah das Gericht von einer Geldstrafe ab.

Di, 2016-02-09 14:12
Rom/Kairo (dpa)

Italiener gefoltert: Presse wittert Verwicklung Ägyptens

Rom/Kairo (dpa) - Nach dem mysteriösen Mord an einem italienischen Doktoranden in Kairo wittern Italiens Medien die Verwicklung des ägyptischen Sicherheitsapparats. Unter Berufung auf einen Autopsiebericht schrieb die Presse am Dienstag von Spuren brutaler Folter an der Leiche. Die römische Zeitung «La Repubblica» berichtete, es seien Zeichen von Schlägen unter den Fußsohlen gefunden worden, der Ellenbogen und der Oberarm seien gebrochen gewesen. Die Medien sind sich in ihrem Urteil dabei fast durchgängig einig: Die offizielle Haltung von Ägyptens Regierung sei nicht glaubwürdig. Ägyptische Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa hatte am Montagabend berichtet, dass dem 28-Jährigen beide Ohren abgeschnitten worden seien. Demnach wurden ihm auch ein Fingernagel und ein Fußnagel ausgerissen. Außenminister Sameh Schukri hatte die Verwicklung von Sicherheitskräften in den Mord zurückgewiesen. Journalisten würden vorschnell Schlüsse ziehen und spekulieren.

Das Opfer war Ende Januar in Kairo verschwunden. Sein fast völlig nackter Leichnam wurde vorige Woche an einer Schnellstraße westlich der Hauptstadt entdeckt. Er soll am Freitag in seinem Heimatort Fiumicello in der Nähe von Udine beerdigt werden. Folter durch Sicherheitsbehörden ist in Ägypten verbreitet - immer wieder berichten ägyptische Gefangene unter anderem über Stromstöße und auf dem Körper ausgedrückte Zigaretten.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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