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Mi, 2016-05-25 23:55
York (dpa)

UN-Sicherheitsrat hebt Sanktionen gegen Liberia auf

New York (dpa) - Nach rund 13 Jahren hat der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das westafrikanische Liberia aufgehoben. Der Rat entschied am Mittwoch, die noch bestehenden Reiseverbote, Exportverbote für verschiedene Güter aus dem Land und ein Waffen-Embargo zu beenden. Sie waren 2003 nach einem Bürgerkrieg eingesetzt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Aufhebung der Sanktionen. Sie zeigten den «bedeutenden Fortschritt in Liberia und der Region in Hinblick auf Stabilität».

Do, 2016-05-26 00:00
Berlin (dpa) 

Merkel begrüßt Freilassung von Pilotin Sawtschenko

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Freilassung der ukrainischen Pilotin Nadeschda Sawtschenko im Rahmen eines Gefangenenaustausches aus russischer Haft begrüßt. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte nach Angaben des Bundespresseamtes vom Mittwochabend weiter, es sei zu wünschen, dass der Austausch Sawtschenkos eine neue Dynamik in die Gespräche über humanitäre Fragen und den weiteren Austausch von Gefangenen im Rahmen der Minsker Vereinbarungen bringt. Merkel wünsche Sawtschenko nach ihrem Hungerstreik rasche Erholung und eine glückliche Rückkehr in den Kreis ihrer Familie.

Sawtschenko war in Russland in einem umstrittenen Prozess zu 22 Jahren Haft verurteilt worden - trotz internationaler Proteste. Die russische Justiz macht sie für die Ermordung von zwei russischen Reportern in der Ostukraine verantwortlich.

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk hatten Russlands Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko unter Vermittlung Merkels und des französischen Präsidenten François Hollande im Februar 2015 Vereinbarungen für eine Beilegung des Ukraine-Konflikts getroffen. Dabei geht es vor allem um eine Waffenruhe, den Abzug schwerer Waffen und eine Autonomie für die Rebellengebiete.

Mi, 2016-05-25 22:58
Berlin (dpa)

Boateng als Milchbubi: Wirbel um «typisch deutsche» Kinderschokolade Von Stefan Voß, dpa

Der kleine Jérôme auf der Kinderschokolade: Eine Sonderedition des Süßigkeiten-Klassikers sorgt im Netz für Aufregung. Doch selbst die Pegida-Führung will mit dieser Hetze gegen Migranten nichts zu tun haben. Die katholische Kirche bringt sogar den Papst in Stellung.

Berlin (dpa) - Helle Haut, blaue Augen und strahlend weiße Zähne: Seit Jahrzehnten wirbt Kinderschokolade mit einem lächelnden Jungen auf der Packung. Für viele dürften die süßen Riegel mit dem Milchbubi auf der Verpackung zu den Erinnerungen zählen, die untrennbar mit der eigenen Kindheit verbunden sind. Die Kinderschokolade - eine gefühlt typisch deutsche Süßigkeit.

Kurz vor der Fußball-Europameisterschaft sorgt nun eine Sonderedition des Herstellers Ferrero für Wirbel in den sozialen Netzwerken. Auslöser sind Jugendfotos deutscher Nationalspieler auf der Kinderschokolade. Während die Grinse-Porträts von Mario Götze und Lukas Podolski durchaus in das klassische Schema passen, lassen die Aufnahmen von anderen Mitspielern stutzen. Da fällt der dunkelhäutige Jérôme Boateng mit ernstem Jungen-Blick ebenso aus dem Rahmen wie der kleine Ilkay Gündogan, Sohn türkischer Eltern aus Gelsenkirchen.

Gehässige Bemerkungen mutmaßlicher Pegida-Anhänger bei Facebook haben eine Welle ins Rollen gebracht. «Vor Nichts wird Halt gemacht», beschwert sich eine Gruppe «Pegida BW - Bodensee» dort. Ein Sympathisant bedauert in der Kommentarspalte das «arme Deutschland» und ruft zum Boykott des Produkts auf. Die Facebook-Seite war allerdings am Mittwochnachmittag nicht mehr verfügbar.

Insgesamt bleiben die rechten Pöbeleien im Netz überschaubar. Zwei Jahre nach dem Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft - errungen mit zahlreichen Nachfahren von Migranten in den eigenen Reihen - lässt sich mit rassistischen Kommentaren offensichtlich kaum noch Stimmung machen.

Dafür sind die Gegenreaktionen im Netz umso kreativer. So kontert die Fußball-Zeitschrift «Elf Freunde» bei Twitter mit einer «Sonderedition für Rassisten». Die Montage zeigt einen lachenden Nationalspieler Stefan Effenberg mit gestrecktem Mittelfinger auf der Kinderschokolade. Deutlich friedvoller kommt Papst Franziskus daher, der mit segnender Armbewegung auf einer Packung «Kirchenschokolade» zu sehen ist. «Auch wir machen vor nichts Halt», schreibt das Internetportal der katholischen Kirche unter seiner Fotomontage.

Die Pegida-Führung will mit dieser Art von Hetze gegen Migranten nichts zu tun haben. Die Äußerungen über die Kinderschokolade-Sonderedition seien «derart unsinnig und mit Verlaub dumm», zitiert «web.de» Pegida-Chef Lutz Bachmann. Die Gruppe «Pegida BW-Bodensee» sei seit Juni 2015 kein offizieller Ableger von Pegida, sondern nutze widerrechtlich den Namen.

Die Polizei in Konstanz hat die Gruppe vom Bodensee seit längerem im Blick. «Hin und wieder schlägt was bei Facebook auf», sagt ein Polizeisprecher. «Aber wer dahinter steckt und wo die verortet sind, ist eigentlich nicht bekannt.» Es sei gut möglich, dass die Gruppe nicht vom Bodensee, sondern von irgendwo anders gesteuert werde.

Auch die Vorsitzende der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, bekommt im Netz auf einer Tafel «Panzerschokolade» ihr Fett weg. Dabei geht die Spitze der AfD seit neuestem auf Distanz zu Pegida. Laut Vorstandsbeschluss von vergangener Woche dürfen AfD-Mitglieder weder als Redner noch mit Parteisymbolen bei Pegida-Veranstaltungen auftreten.

Noch vor zehn Jahren hielt es die NPD für eine gute Idee, mit rassistischen Sprüchen gegen Migranten in der Nationalelf zu hetzen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 2006 hatte die rechtsextreme Partei einen Spielplan mit ausländerfeindlichen Sprüchen verteilt. Der DFB ließ den WM-Planer damals - auch im Namen des dunkelhäutigen Nationalspielers Patrick Owomoyela - per Gerichtsbeschluss verbieten.

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Mi, 2016-05-25 20:31
Berlin (dpa)

Lindner kritisiert Griechenland-Hilfen als «faulen Kompromiss»

Berlin (dpa) - Die neuen Finanzhilfen für Griechenland werden die Probleme des von der Pleite bedrohten Landes nach Einschätzung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner nicht lösen. «Die Euro-Gruppe hat sich einmal mehr Zeit gekauft und einen faulen Kompromiss zusammengeflickt, um sich über anstehende Wahlen und das britische Brexit-Referendum zu retten», sagte er den «Ruhr Nachrichten» (Donnerstag).

Lindner forderte einen «klaren Schnitt»: «Athen braucht Schuldenerleichterungen, muss dafür aber aus dem Euro ausscheiden und mit einer neuen Währung weitermachen.» Dennoch könne Griechenland in der EU bleiben und auch weiterhin Unterstützung aus Brüssel erhalten. «Anders als in der Vergangenheit droht nach einem Grexit keine Ansteckungsgefahr mehr und keine Kernschmelze der Banken in Europa», sagte der FDP-Chef der Zeitung.

Nach einem monatelangem Tauziehen hatten die Europartner am Mittwoch eine neue Auszahlung von 10,3 Milliarden Euro an Griechenland beschlossen. Damit ist das Krisenland bis in den Herbst finanziert.

Mi, 2016-05-25 21:02
Gaza (dpa)

Hamas plant Serie öffentlicher Hinrichtungen in Gaza

Gaza (dpa) - Die im Gazastreifen herrschende Hamas plant eine Serie öffentlicher Hinrichtungen in dem Palästinensergebiet. Hamas-Abgeordnete billigten am Mittwoch eine entsprechende Verordnung. Dies widerspricht der bisherigen Praxis, dass alle Todesurteile von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gebilligt werden müssen. Der Hamas-Staatsanwalt Ismail Dschaber sagte, insgesamt sollten 13 zum Tode Verurteilte hingerichtet werden.

Die Regierung im Westjordanland beschrieb den Schritt als «illegal», Hamas sei nur eine Bewegung und könne keine Gesetzesänderungen erlassen. Hamas hatte 2007 gewaltsam die Kontrolle des Gazastreifens an sich gerissen. Seitdem gab es immer wieder offizielle Versöhnungen mit der rivalisieserenden Fatah von Abbas. Angekündigte Neuwahlen in den Palästinensergebieten wurden jedoch nie umgesetzt und die Kluft zwischen den beiden größten Palästinenserorganisationen besteht weiter. 

Zuletzt wurden im Gazastreifen vor zwei Jahren während des Gaza-Kriegs mehrere Palästinenser hingerichtet, die der Kollaboration mit Israel bezichtigt worden waren. In Israel setzt sich der designierte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman ebenfalls für die Todesstrafe für Terroristen ein. Diese soll allerdings nur von Militärgerichten verhängt werden, vor denen fast nur Palästinenser angeklagt werden. Bisher gilt in Israel die Todesstrafe nur für NS-Verbrecher, sie wurde bisher ein einziges Mal vollstreckt, gegen Adolf Eichmann.

Mi, 2016-05-25 19:38
Paris (dpa)

Frankreichs Parlament beschließt Anti-Terror-Gesetz

Paris (dpa) - Frankreichs Parlament hat ein Anti-Terror-Gesetz zum Kampf gegen den Terrorismus beschlossen. Der Senat stimmte am Mittwoch für den zuvor mit der Nationalversammlung ausgehandelten Text. Die Reform soll Ermittlern mehr Kompetenzen geben, um gegen Terroristen und organisierte Kriminalität vorzugehen. Das Gesetz wurde nach den Pariser Anschlägen vom November mit 130 Toten auf den Weg gebracht, war nach Angaben des Justizministeriums aber bereits vorher vorbereitet worden. Kritiker warnten allerdings, dass das Vorhaben Notstands-Maßnahmen ins normale Recht aufnehme.

Der Text sieht unter anderem vor, dass Menschen bei Identitätskontrollen bis zu vier Stunden festgehalten werden können, wenn ihr Verhalten einen Terrorverdacht nahelegt. Zusätzlich soll dabei auch Gepäck durchsucht werden dürfen. Die Staatsanwaltschaft soll Hausdurchsuchungen unter Bedingungen auch nachts anordnen können. Zudem erhalten Ermittler mehr Möglichkeiten zu Abhörmaßnahmen. Rückkehrer aus Kampfgebieten von Terrorgruppen können einen Monat unter Hausarrest gestellt werden.

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Mi, 2016-05-25 19:36
Berlin (dpa)

Twitter-Protest mit Jugendfotos nach Wirbel um Kinderschoko-Werbung

Berlin (dpa) - Eigene Kinderbilder als Antwort auf fremdenfeindliche Kommentare über Fußballer-Jugendfotos auf Kinderschokolade-Packungen: Immer mehr Twitter-Nutzer posten in dem sozialen Netzwerk Fotos von sich unter dem Hashtag «cutesolidarity». Sie reagieren damit auf die abschätzigen Äußerungen mutmaßlicher Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung über die Bilder des dunkelhäutigen Jérôme Boateng und des türkischstämmigen Ilkay Gündogan auf den Schoko-Schachteln.

Zu der Kampagne für eine multikulturelle Gesellschaft hatte der «Zeit»-Journalist Mohamed Amjahid aufgerufen: «Wir sind so süß und fabelhaft und so deutsch! Yalla macht mit bei #cutesolidarity und postet eure Kinderbilder gegen #Pegida».

Mi, 2016-05-25 18:28
Nairobi (dpa)

Immer weniger Menschenaffen - Experten besorgt

Nairobi (dpa) - Die sinkende Zahl von Menschenaffen weltweit bereitet Experten zunehmend Sorge. Illegaler Handel mit den Wildtieren, Konflikte und industrielle Landwirtschaft seien die größte Bedrohung für die Tiere, erklärte Douglas Cress vom Great Apes Survival Partnership (GRASP) auf der zweiten Umweltversammlung in Kenias Hauptstadt Nairobi am Mittwoch. Auch Wilderer, die die Affen jagen um ihr Fleisch zu verkaufen sowie Ebola seien eine Gefahr für die Tiere, hieß es bei dem Treffen. In einigen Regionen Afrikas leben demnach nur noch einige hundert Tiere.

Ein auf der Versammlung veröffentlichter Bericht geht davon aus, dass 42 Prozent der Menschenaffen in Afrika in Gebieten zuhause sind, die sich für den Anbau von Palmöl eignen - in diesen Gebieten seien die Tiere nicht geschützt. Menschenaffen, die dort lebten, seien landwirtschaftlichen Betrieben ausgeliefert.

«Dieser Bericht ist ein Aufruf zum Handeln», erklärte Helga Rainer von der Arcus Foundation, eine Stiftung, die sich unter anderem für den Schutz von Menschenaffen einsetzt. «Wir sind die größte Bedrohung für die Menschenaffen weltweit.»

Mi, 2016-05-25 19:00
Nürnberg (dpa)

Prognose zur Haustierhaltung in Deutschland - Messe Interzoo öffnet

Nürnberg (dpa) - Auf der Fachmesse für Heimtierbedarf Interzoo soll am Donnerstag eine Prognosestudie zur Entwicklung der Heimtierhaltung in Deutschland in den nächsten zehn Jahren präsentiert werden. Die Interzoo ist nach Veranstalterangaben die weltgrößte Messe ihrer Art.

Rund 30 Millionen Haustiere leben in Deutschland, mehr als ein Drittel davon sind Katzen. Laut einer Studie der Universität Göttingen aus dem Jahr 2014 geben die Deutschen im Jahr rund neun Milliarden Euro für Hund und Co. aus - rund die Hälfte davon für Futter und Zubehör.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung in Nürnberg, auf der 1800 Aussteller ihre Produkte zeigen wollen, ist in diesem Jahr Futter, das ohne Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel und Farbstoffe auskommen und ohne Gentechnik hergestellt sein soll. Die Interzoo findet alle zwei Jahre statt. Vor zwei Jahren kamen mehr als 37 000 Besucher.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mi, 2016-05-25 19:01
Berlin/Stuttgart (dpa)

Stuttgart 21-Gegner klagen gegen Bundeskanzleramt

Berlin/Stuttgart (dpa) - Das Verwaltungsgericht Berlin verhandelt an diesem Donnerstag (9.30 Uhr) über eine Klage von Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 gegen das Bundeskanzleramt. Die Kläger fordern die Herausgabe ungeschwärzter Protokolle vertraulicher Sitzungen aus den Jahren 2012 und 2013, wie das Gericht mitteilte. Sie wollen belegen, dass es das Kanzleramt war, das trotz massiver Kostensteigerung auf den Weiterbau des Tiefbahnhofs gedrängt habe. Die Verhandlung ist nicht öffentlich. Mit einer Entscheidung ist nicht zu rechnen.

2013 hatte der Aufsichtsrat der Bahn der Erhöhung des Kostenrahmens von Stuttgart 21 von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro zugestimmt. Damit rutschte das Projekt in die Unwirtschaftlichkeit, womit die Förderung mit Steuermitteln nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Bahn rechnete Ausstiegskosten dagegen, deren Höhe aber von den Projektgegnern bestritten wird.

Die Projektgegner erstritten sich die Herausgabe von Protokollen, Teile wurden aber geschwärzt. Die unkenntlich gemachten Zeilen könnten ihrer Ansicht nach belegen, wie massiv der politische Druck auf Aufsichtsratsmitglieder der Deutschen Bahn womöglich war.

Mi, 2016-05-25 19:00
Paris (dpa)

Neue Proteste gegen französische Arbeitsmarktreform

Paris (dpa) - Nach tagelangen Treibstoff-Blockaden wollen französische Gewerkschaften den Druck gegen die Arbeitsmarktreform der Regierung weiter erhöhen. Für Donnerstag haben sie zu einem weiteren nationalen Aktionstag mit Streiks und Demonstrationen aufgerufen. Die Gewerkschaft CGT will auch ihre Streiks in Raffinerien fortsetzen. Zudem hat sie Mitarbeiter von Kraftwerken aufgerufen, die Arbeit niederzulegen - auch in Atomkraftwerken.

Streiks und Blockaden bei Treibstoffdepots und Raffinerien hatten in den vergangenen Tagen Versorgungsengpässe an französischen Tankstellen ausgelöst. Deshalb wurden bereits die strategischen Reserven angezapft. Am Mittwoch war gut jede dritte Tankstelle im Land betroffen. Paris setzt auf Härte und wirft der CGT vor, die Verbraucher als «Geiseln» zu nehmen. Angesichts eines deutlich gestiegenen Spritverbrauchs warnte die Regierung Autofahrer zudem vor Panikreaktionen.

Die seit Monaten umstrittene Arbeitsmarktreform soll das Arbeitsrecht flexibler machen. Gegner fürchten dagegen um Rechte der Arbeitnehmer.

Donnerstag streiken auch Fluglotsen, am Flughafen Paris-Orly wurden 15 Prozent der Flüge gestrichen. Störungen sind auch im Bahnverkehr zu erwarten, jeder fünfte TGV-Schnellzug soll ausfallen.

Mi, 2016-05-25 19:00
Bonn (dpa)

Erste UN-Klimakonferenz seit dem Pariser Abkommen endet

Bonn (dpa) - In Bonn endet an diesem Donnerstag die erste UN-Klimakonferenz seit Abschluss des Pariser Klimaabkommens. Politische Beschlüsse wurden bei den elftägigen Beratungen von Delegierten aus 196 Ländern nicht gefasst, es stand eher mühselige Kleinarbeit auf dem Programm: Die großen Linien von Paris müssen in ein konkretes Regelwerk übersetzt werden. Einer der heikelsten Punkte ist die finanzielle Unterstützung für die armen Länder, die die Folgen des Klimawandels und die Umrüstung auf erneuerbare Energien allein nicht bewältigen können.

Mitte Dezember hatten sich in Paris erstmals nahezu alle Staaten der Erde auf einen verbindlichen Weltklimavertrag geeinigt. Zentrales Ziel ist es, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Die nächste UN-Klimakonferenz ist im November in Marrakesch in Marokko.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-05-25 19:00
Vilnius (dpa)

Steinmeier vor Nato-Gipfel zu Besuch im Baltikum

Vilnius (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist an diesem Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch nach Litauen, Estland und Lettland. Bei den Gesprächen geht es insbesondere um die Vorbereitung des Nato-Gipfels Anfang Juli in Polen. In den drei baltischen Ländern, die alle Mitglied in der Nato sind, gibt es seit Beginn des Ukraine-Konflikts zunehmend Sorgen vor Russland. Erste Station von Steinmeiers Reise ist die litauische Hauptstadt Vilnius.

Weiteres Thema dürften auch die Zukunft der Sanktionen sein, die die Europäische Union gegen Russland verhängt hat. Die Strafmaßnahmen sind bislang bis Ende Juli befristet. Eine Verlängerung kann von der EU nur einstimmig beschlossen werden. Die baltischen Staaten sind dafür, in anderen Ländern gibt es jedoch wachsenden Widerstand.

Mi, 2016-05-25 17:07
Köln (dpa)

Reker muss nach Attentat und OP auf Amtskette verzichten

Köln (dpa) - Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (59) soll auf Anraten ihrer Ärzte auf das Tragen der schweren Amtskette für den Rest des Jahres verzichten. Reker war im vergangenen Oktober von einem aus der rechten Szene stammenden Attentäter in den Hals gestochen und lebensgefährlich verletzt worden.

Sie hatte sich deshalb vor wenigen Tagen einer weiteren Operation unterziehen müssen. An diesem Donnerstag wird Reker an der Fronleichnamsprozession mit dem Kölner Kardinal Rainer Woelki teilnehmen. Dabei werde sie die Kette nicht tragen, teilte das Rathaus am Mittwoch mit. Bei dem Messer-Attentat war ein Halswirbel Rekers getroffen und verletzt worden.

Mi, 2016-05-25 17:35
Kiew (dpa)

Russland lässt ukrainische Pilotin Sawtschenko frei

Im Zuge eines Gefangenenaustausches kommt die ukrainische Pilotin Sawtschenko aus russischer Haft frei. Die Übereinkunft zwischen den Nachbarländern nährt Hoffnungen auf eine Entspannung auch im Kriegsgebiet Ostukraine. Aber aus Kiew kommen kämpferische Töne.

Kiew (dpa) - Russland hat die zu 22 Jahren Haft verurteilte ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko begnadigt und an ihr Heimatland überstellt. Die 35-Jährige, die als Symbol für den Widerstand gegen prorussische Separatisten gilt, landete am Mittwoch in der Ukraine. Am Flughafen Borispol bei Kiew hatten Poroschenko sowie Sawtschenkos Mutter, ihre Schwester und zahlreiche Parlamentarier die 35-Jährige erwartet.

«Ich bringe nicht die Toten zurück, aber ich bin weiter dazu bereit, der Ukraine mein Leben auf dem Schlachtfeld zu opfern», sagte die für ihre flammenden Reden bekannte Kampfpilotin. Und auch Poroschenko gab sich kämpferisch: «So wie wir Nadeschda zurückgeholt haben, werden wir auch den Donbass und die Krim zurückholen.» Der ukrainische Regierungschef Wladimir Groisman betonte: «Ich freue mich - gemeinsam mit dem ganzen Land.»

International wurde die Freilassung der Pilotin begrüßt. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte die Hoffnung, dass die Freilassung ein Signal für eine Annäherung beider Länder sein könnte. Er hoffe auf «einen Beitrag zur Vertrauensbildung zwischen der Ukraine und Russland». EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) begrüßte die Überstellung als «gutes Signal».

Die Sprecherin der Grünen für Osteuropapolitik, Marieluise Beck, betonte die Hoffnung, dass die Freilassung ein erster ernst gemeinter Schritt von russischer Seite hin zu Frieden sei. Der Vorsitzendes des Bundestags-Menschenrechtsausschusses, Michael Brand (CDU), forderte die Freilassung weiterer politischer Häftlinge in Russland.

Frankreichs Präsident François Hollande, der sich zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um einen Ausgleich zwischen Russland und der Ukraine bemüht, nannte die Freilassung ein ermutigendes Zeichen. «Dies ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen», sagte Hollande. In der weißrussischen Hauptstadt Minsk hatten Russlands Präsident Wladimir Putin und Poroschenko unter Vermittlung Merkels und Hollandes im Februar 2015 Vereinbarungen für eine Beilegung des Ukraine-Konflikts getroffen. Dabei geht es vor allem um eine Waffenruhe, den Abzug schwerer Waffen und eine Autonomie für die Rebellengebiete.

Sawtschenko war in der früheren Sowjetrepublik zum Symbol und zum Gesicht des Krieges im Osten des Landes geworden. Ihre Freilassung fällt auf den zweiten Jahrestag der Wahl Poroschenkos zum Präsidenten am 25. Mai 2014. Im Gegenzug für ihre Freilassung entließ die Regierung in Kiew zwei mutmaßliche russische Soldaten, die wegen Teilnahme an Kämpfen im Kriegsgebiet Donbass zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Die Männer seien in Moskau gelandet, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Den Begriff «Soldaten» benutzte er nicht. Russland bestreitet Vorwürfe, dass reguläre russische Truppen in der Ostukraine aufseiten der Rebellen kämpfen.

Sawtschenko war in Russland in einem umstrittenen Prozess zu 22 Jahren Haft verurteilt worden - trotz internationaler Proteste. Die russische Justiz macht sie für die Ermordung von zwei russischen Reportern in der Ostukraine verantwortlich. Angehörige der Journalisten hätten Putin um die Begnadigung gebeten sagte Peskow. Bei einem Treffen mit Hinterbliebenen der Getöteten betonte Putin der Agentur zufolge: «Ich hoffe, dass ähnliche Schritte, die vor allem von den Motiven des Humanismus diktiert sind, zur Senkung der Gewalt in der Konfliktzone beitragen und helfen werden, schreckliche und unnötige Verluste zu vermeiden.»

Poroschenko hatte Sawtschenkos Heimkehr als Priorität bezeichnet. Die Soldatin, die in russischer Haft immer wieder mit Hungerstreiks auf sich aufmerksam gemacht hatte, war in ihrer Heimat 2014 in Abwesenheit als Spitzenkandidatin für die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ins Parlament gewählt worden. Timoschenko begrüßte Sawtschenko am Flughafen in Kiew.

Mi, 2016-05-25 17:37
Duisburg (dpa)

Anschlag auf Sikh-Gebetshaus: Polizei weist Medienberichte zurück

Duisburg (dpa) - Die Polizei Duisburg hat Berichte zurückgewiesen, nach denen sie bereits drei Wochen vor dem Anschlag auf ein Sikh-Gebetshaus in Essen von Anschlagsplänen der Tatverdächtigen gewusst habe. Die Polizei bestätigte am Mittwoch, dass die Mutter eines Jugendlichen der Polizei etwa drei Wochen vor dem Anschlag Fotos von Notizen vorgelegt habe. Polizei und Experten des Landeskriminalamtes hätten die Bilder ausgewertet worden. Die Aufzeichnungen hätten zwar Hinweise auf mögliche Eigentumsdelikte, aber keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge enthalten.

Der Staatsschutz habe daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und bei der Staatsanwaltschaft Duisburg einen Durchsuchungsbeschluss beantragt, berichtete die Behörde. Der für eine Durchsuchung bei dem Jugendlichen erforderlichen Anfangsverdacht wurde verneint.

Die «Süddeutsche Zeitung» (Mittwoch), WDR und NDR hatten berichtet, dass aus den Notizen Hinweise auf Anschlagspläne hervorgegangen seien. Die drei hätten unter anderem von der «Bekämpfung von Ungläubigen» gesprochen, hieß es in den Berichten. Die dazu notwendigen Aufgaben hätten die drei in der Gruppe verteilt.

Bei dem Anschlag Mitte April waren drei Menschen verletzt worden. Verdächtigt werden zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger mit Kontakten in die Islamistenszene. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Mi, 2016-05-25 16:15
Berlin/Meseberg (dpa)

Meilenstein oder Mogelpackung? Das neue Integrationsgesetz Von Christiane Jacke, dpa

Mehr Sprachkurse, besserer Zugang zu Jobs, aber auch Sanktionen, Wohnsitzvorgaben und Beschränkungen beim Bleiberecht: Im neuen Integrationsgesetz stecken Wohltaten, aber auch viele Härten. Und es finden sich Dinge darin, die mit Integration wenig zu tun haben.

Berlin/Meseberg (dpa) - Was denn nun? Die Koalition spricht euphorisch von einem Meilenstein, ja, einem Paradigmenwechsel. Oppositionspolitiker, Hilfsorganisationen und Sozialverbände halten das neue Integrationsgesetz dagegen für eine Mogelpackung, werfen der Regierung Etikettenschwindel und Populismus vor. Was die einen «fördern und fordern» nennen, empfinden die anderen als «Zuckerbrot und Peitsche». Ob das gerade vom Kabinett beschlossene Vorhaben tatsächlich bei der Integration der Hunderttausenden Flüchtlinge hilft, die im vergangenen Jahr ins Land kamen, muss sich zeigen.

Was soll sich beim Zugang zum Arbeitsmarkt ändern?

Der Bund will 100 000 «Arbeitsgelegenheiten» für Flüchtlinge schaffen. Diese sind angelehnt an Ein-Euro-Jobs. Es handelt sich also um einfache und gemeinnützige Hilfstätigkeiten, zum Beispiel Parkpflege. Wer eine Lehre beginnt, soll während der gesamten Dauer in Deutschland bleiben dürfen - und danach weitere sechs Monate für die Jobsuche. Wer nach der Ausbildung übernommen wird oder anderswo eine Stelle findet, bekommt eine Aufenthaltserlaubnis für zwei weitere Jahre. Die Wirtschaft hatte dies seit langem gefordert, um mehr Planungssicherheit zu haben, wenn Betriebe Asylbewerber als Azubis einstellen. Eine Altersgrenze gibt es für diese Fälle nicht mehr. Auch soll es mehr Zugang zu Ausbildungsförderung geben.

Und was ist mit der großen Job-Hürde namens «Vorrangprüfung»?

Wenn sich ein Asylbewerber auf eine Stelle bewirbt, wird bislang immer erst ermittelt, ob sich nicht auch ein geeigneter Kandidat mit deutschem oder EU-Pass für den Job findet. Erst nach 15 Monaten fällt diese «Vorrangprüfung» weg. Fachleute klagen seit langem, in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit sei es dadurch für Flüchtlinge so gut wie gar nicht möglich, einen Job zu finden. Die Regelung soll nun befristet für drei Jahre ausgesetzt werden. Wo überall - das können die Länder je nach Arbeitsmarksituation entscheiden. Acht Länder haben laut Bundesarbeitsministerium schon angekündigt, dass sie im ganzen Land auf die Prüfung verzichten wollen.

Wie geht es mit den Integrationskursen weiter?

Das Angebot soll ausgeweitet, die Zahl der Stunden aufgestockt werden. Die Lehrpläne sollen sich verändern und mehr «Wertevermittlung» - etwa zur Gleichberechtigung - enthalten. Wer allerdings nicht teilnimmt oder einen Kurs vorzeitig abbricht, dem droht eine empfindliche Kürzung von Sozialleistungen. Das gilt auch bei einer «Verweigerung» anderer Integrationsmaßnahmen und «Mitwirkungspflichten» gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Und: Die Behörden sollen mehr Möglichkeiten bekommen, Flüchtlinge zur Teilnahme am Integrationskurs zu verpflichten - zum Beispiel auch dann, wenn sie schon einfache Deutschkenntnisse haben.

Wie funktioniert die geplante «Wohnsitzzuweisung»?

Flüchtlinge müssen künftig drei Jahre nach ihrer Anerkennung in dem Bundesland leben, in dem sie ihr Asylverfahren durchlaufen haben. Das Bundesland kann ihnen in der Zeit unter bestimmten Umständen diktieren, wo genau sie wohnen müssen oder an welchem Ort sie gerade nicht leben dürfen («Zuzugssperre»). Die Regierung will so die Entstehung von «sozialen Brennpunkten» verhindern. Die Regelung gilt rückwirkend für alle, die ab dem 1. Januar 2016 eine Aufenthaltserlaubnis bekommen haben. Ausgenommen sind jene, die einen Job oder eine Ausbildungsstelle gefunden haben. Vorausgesetzt sie arbeiten mindestens 15 Stunden pro Woche und und verdienen mindestens 712 Euro im Monat. Die Wohnsitzregelung ist insgesamt befristet auf drei Jahre.

Wann können Flüchtlinge künftig ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland bekommen?

Bislang winkt dies für anerkannte Flüchtlinge in der Regel nach drei Jahren. Künftig soll eine unbefristete Niederlassungserlaubnis an «Integrationsleistungen» geknüpft - und in der Regel erst nach fünf Jahren vergeben werden. Nämlich dann, wenn jemand «hinreichende Deutschkenntnisse» vorweisen und seinen Lebensunterhalt «überwiegend» selbst sichern kann. Nur wer die deutsche Sprache wirklich «beherrscht» und «weit überwiegend» für sich sorgen kann, hat schon nach drei Jahren Aussicht darauf.

Was steht noch in dem Gesetz?

Enthalten sind auch Änderungen im Asylgesetz. Es gehe um «effizientere Prozesse» beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, heißt es im Gesetzentwurf. Unter anderem werden neue Möglichkeiten geschaffen, einen Asylantrag für unzulässig zu erklären. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl beklagt, die Regierung habe auf den letzten Metern gravierende Änderungen bei Asylverfahren in das Gesetz geschmuggelt. «Was hat das in einem Integrationsgesetz zu suchen?», klagt Geschäftsführer Günter Burkhardt. «Das ist eine Täuschung der Öffentlichkeit.»

Mi, 2016-05-25 16:17
Blantyre (dpa)

Dürre: Rund 8,5 Millionen Malawier auf Lebensmittelhilfe angewiesen

Blantyre (dpa) - Mehr als die Hälfte der Bevölkerung im südafrikanischen Malawi ist wegen der Dürre voraussichtlich auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Rund 8,5 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, erklärte Malawis Landwirtschaftsminister George Chaponda am Mittwoch. Nach neuen statistischen Erhebungen braucht das Land rund 1,3 Millionen Tonnen Mais, ein Grundnahrungsmittel, um den drohenden Hunger abzuwenden.

Lange Trockenperioden und wenig Regen beeinträchtigen die Ernten erheblich. Erst im April hatte Malawis Präsident Peter Mutharika aufgrund einer Hungerkrise einen Notstand ausgerufen und die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten. Wegen der vom globalen Klimaphänomen El Niño ausgelösten Dürre sind in den Ländern im Süden und Osten Afrikas nach UN-Angaben mindestens 50 Millionen Menschen von Hunger bedroht.

Mi, 2016-05-25 16:38
Kiew (dpa)

«Heldin» Sawtschenko ist daheim: Ukraine jubelt in der Dauerkrise Von Benedikt von Imhoff und Wolfgang Jung, dpa

Als Volksheldin wird Nadija Sawtschenko in der Ukraine empfangen. Die Kampfpilotin gilt schon lange als Symbol für den Krieg im Osten. Doch in den Jubel über die Freilassung aus russischer Haft mischen sich Trotz und Härte: Frieden ist lange nicht in Sicht.

Kiew (dpa) - Für die Ukraine ist es schon jetzt der emotionale Höhepunkt des Jahres: In einer Nacht- und Nebel-Aktion wie in einem Agententhriller holt Kiew die Nationalheldin Nadija Sawtschenko aus russischer Haft heim. Auf den Tag genau zwei Jahre nach seiner Wahl zum ukrainischen Präsidenten inszeniert Staatschef Petro Poroschenko die Freilassung der Kampfpilotin aus russischer Haft als persönlichen Triumph. Ihm ist es vorbehalten, die frohe Nachricht zu verkünden. «Die Präsidentenmaschine mit der ukrainischen Heldin Nadija Sawtschenko ist gelandet», teilt Poroschenko über Twitter mit.

Für den Staatschef ist die Freilassung der 35-Jährigen ein wichtiger innenpolitischer Erfolg in der Dauerkrise. Auch deshalb feiert die Regierung in Kiew die Heimkehr als Etappensieg in der knallharten Propagandaschlacht mit Russland. Noch im Jubel kündigt die Führung an, weitere Gefangene heimzuholen, etwa den Filmemacher Oleg Senzow.

Am Kiewer Flughafen schreit Sawtschenko ihre Freude heraus, als sie sich mit einem Dreizack - dem ukrainischen Wappen - auf dem T-Shirt nach ihrer Ankunft zeigt. «Ich bin in Freiheit», ruft sie den wartenden Journalisten zu, wie Fernsehbilder zeigen. Fast die gesamte Politprominenz ist zur Begrüßung zum Flughafen geeilt, oft mit Blumen in den Händen, um Sawtschenkos Mutter sowie Schwester zu begleiten.

Doch bis zur Landung in Kiew waren lange Geheimverhandlungen nötig. Denn Sawtschenko ist während ihrer Haft sowohl für die Ukraine als auch für Russland zu einem Symbol geworden. In ihrer Heimat wird Sawtschenko 2014 in Abwesenheit sogar als Spitzenkandidatin für die Vaterlandspartei der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ins Parlament gewählt. In Russland indes verurteilt ein Gericht sie als Mörderin zu 22 Jahren Haft, Sawtschenko soll tödliches Artilleriefeuer auf russische Journalisten gelenkt haben. Wiederholt fordern EU und USA die Freilassung Sawtschenkos.

Den Ausschlag sollen letztlich Gespräche auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande mit Poroschenko und Kremlchef Wladimir Putin gegeben haben, wie die Moskauer Tageszeitung «Kommersant» berichtet.

Offiziell ist es eine Begnadigung, angeordnet von Putin. Damit habe der Präsident dem Wunsch von Angehörigen der russischen Reporter entsprochen, wegen deren Tod Sawtschenko verurteilt worden war, betont Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Und klar ist: Die Ukraine muss ebenfalls liefern. Zwei mutmaßliche russische Soldaten, die wegen ihres angeblichen Einsatzes für die Separatisten zu je 14 Jahren Haft verurteilt worden waren, landen im Gegenzug in Moskau. Blumen wie für Sawtschenko gibt es für die Männer nicht, die lediglich von ihren Lebensgefährtinnen empfangen werden. Die russische Führung, so meinen Beobachter, wolle mit dem Fall nichts zu tun haben - schließlich dementiert der Kreml stets entschieden, dass jemals reguläre russische Soldaten auf Befehl Moskaus in der Ostukraine gekämpft hätten.

Mit der im Westen scharf kritisierten Haft Sawtschenkos blieb Russland stets dem Vorwurf ausgesetzt, es mit dem Friedensprozess in der Ostukraine nicht ernst zu meinen - das wirkte wie ein Stachel im Fleisch. Zudem warnten Experten angesichts wiederholter Hungerstreiks der Soldatin, die Frau könne in der Zelle sterben - und Moskau wäre international an einen Folterpranger gestellt.

Mit der Freilassung setzt Putin nach Ansicht von Beobachtern vor allem aber auf einen Meinungswandel im Westen. Der Kremlchef ziele darauf ab, die Front der Sanktionen gegen Russland aufzuweichen. Es klingt paradox - aber Sawtschenko bringt Putin in Kiew demnach mehr als in einer Zelle in der russischen Großstadt Rostow am Don.

Im Donbass bleibt die Lage kritisch. Zahlreiche Kämpfer und auch Zivilisten sitzen noch auf beiden Seiten in Kerkern. Die vereinbarte Waffenruhe hält kaum. Die Gegner werfen sich täglich Verstöße vor. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien zwei ukrainische Soldaten verletzt und zwei weitere gefangen genommen worden, teilt die Führung in Kiew mit. Da sitzt Sawtschenko noch im Flugzeug.

Und statt versöhnlicher Worte bleibt der Ton scharf: «Ich bringe nicht die Toten zurück, aber ich bin weiter dazu bereit, der Ukraine mein Leben auf dem Schlachtfeld zu opfern», ruft Sawtschenko. Und Präsident Poroschenko betont: «So wie wir Nadeschda zurückgeholt haben, werden wir auch den Donbass und die Krim zurückholen.» Der tiefe Riss zwischen den Nachbarstaaten ist lange nicht gekittet.

Mi, 2016-05-25 17:02
Berlin (dpa)

Boateng als Milchbubi: Wirbel um «typisch deutsche» Kinderschokolade Von Stefan Voß, dpa

Der kleine Jérôme auf der Kinderschokolade: Eine Sonderedition des Süßigkeiten-Klassikers sorgt im Netz für Aufregung. Doch selbst die Pegida-Führung will mit dieser Hetze gegen Migranten nichts zu tun haben. Die katholische Kirche bringt sogar den Papst in Stellung.

Berlin (dpa) - Helle Haut, blaue Augen und strahlend weiße Zähne: Seit Jahrzehnten wirbt Kinderschokolade mit einem lächelnden Jungen auf der Packung. Für viele dürften die süßen Riegel mit dem Milchbubi auf der Verpackung zu den Erinnerungen zählen, die untrennbar mit der eigenen Kindheit verbunden sind. Die Kinderschokolade - eine gefühlt typisch deutsche Süßigkeit.

Kurz vor der Fußball-Europameisterschaft sorgt nun eine Sonderedition des Herstellers Ferrero für Wirbel in den sozialen Netzwerken. Auslöser sind Jugendfotos deutscher Nationalspieler auf der Kinderschokolade. Während die Grinse-Porträts von Mario Götze und Lukas Podolski durchaus in das klassische Schema passen, lassen die Aufnahmen von anderen Mitspielern stutzen. Da fällt der dunkelhäutige Jérôme Boateng mit ernstem Jungen-Blick ebenso aus dem Rahmen wie der kleine Ilkay Gündogan, Sohn türkischer Eltern aus Gelsenkirchen.

Gehässige Bemerkungen mutmaßlicher Pegida-Anhänger bei Facebook haben eine Welle ins Rollen gebracht. «Vor Nichts wird Halt gemacht», beschwert sich eine Gruppe «Pegida BW - Bodensee» dort. Ein Sympathisant bedauert in der Kommentarspalte das «arme Deutschland» und ruft zum Boykott des Produkts auf. Die Facebook-Seite war allerdings am Mittwochnachmittag nicht mehr verfügbar.

Insgesamt bleiben die rechten Pöbeleien im Netz überschaubar. Zwei Jahre nach dem Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft - errungen mit zahlreichen Migranten in den eigenen Reihen - lässt sich mit rassistischen Kommentaren offensichtlich kaum noch Stimmung machen.

Dafür sind die Gegenreaktionen im Netz umso kreativer. So kontert die Fußball-Zeitschrift «Elf Freunde» bei Twitter mit einer «Sonderedition für Rassisten». Die Montage zeigt einen lachenden Nationalspieler Stefan Effenberg mit gestrecktem Mittelfinger auf der Kinderschokolade. Deutlich friedvoller kommt Papst Franziskus daher, der mit segnender Armbewegung auf einer Packung «Kirchenschokolade» zu sehen ist. «Auch wir machen vor nichts Halt», schreibt das Internetportal der katholischen Kirche unter seiner Fotomontage.

Die Pegida-Führung will mit dieser Art von Hetze gegen Migranten nichts zu tun haben. Die Äußerungen über die Kinderschokolade-Sonderedition seien «derart unsinnig und mit Verlaub dumm», zitiert «web.de» Pegida-Chef Lutz Bachmann. Die Gruppe «Pegida BW-Bodensee» sei seit Juni 2015 kein offizieller Ableger von Pegida, sondern nutze widerrechtlich den Namen.

Die Polizei in Konstanz hat die Gruppe vom Bodensee seit längerem im Blick. «Hin und wieder schlägt was bei Facebook auf», sagt ein Polizeisprecher. «Aber wer dahinter steckt und wo die verortet sind, ist eigentlich nicht bekannt.» Es sei gut möglich, dass die Gruppe nicht vom Bodensee, sondern von irgendwo anders gesteuert werde.

Auch die Vorsitzende der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, bekommt im Netz auf einer Tafel «Panzerschokolade» ihr Fett weg. Dabei geht die Spitze der AfD seit neuestem auf Distanz zu Pegida. Laut Vorstandsbeschluss von vergangener Woche dürfen AfD-Mitglieder weder als Redner noch mit Parteisymbolen bei Pegida-Veranstaltungen auftreten.

Noch vor zehn Jahren hielt es die NPD für eine gute Idee, mit rassistischen Sprüchen gegen Migranten in der Nationalelf zu hetzen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 2006 hatte die rechtsextreme Partei einen Spielplan mit ausländerfeindlichen Sprüchen verteilt. Der DFB ließ den WM-Planer damals - auch im Namen des dunkelhäutigen Nationalspielers Patrick Owomoyela - per Gerichtsbeschluss verbieten.

Mi, 2016-05-25 16:29
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Sawtschenko weiter bereit, ihr Leben zu opfern

«Ich bringe nicht die Toten zurück, aber ich bin weiter dazu bereit, der Ukraine mein Leben auf dem Schlachtfeld zu opfern.»

(Die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko am Mittwoch in Kiew nach ihrer Rückkehr aus russischer Haft.)

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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