Do, 2015-07-02 09:10
Berlin (dpa)

Bericht: CDU plant Rechtsanspruch auf schnelles Internet

Berlin (dpa) - Die CDU möchte einem Medienbericht zufolge einen Rechtsanspruch auf eine schnelle Internetverbindung einführen. Das wolle die zuständige Programmkommission der Partei vorschlagen, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». In dem Bericht der Kommission heiße es, die CDU werde «einen Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang einführen, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten».

Würde der Vorschlag umgesetzt, dann hätten alle Menschen und Unternehmen in Deutschland das Recht auf einen Internetanschluss mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Dieses Tempo wollen CDU, CSU und SPD bis 2018 in ganz Deutschland erreichen. Einen rechtlichen Anspruch darauf haben sie bislang allerdings nicht vereinbart. Gäbe es diesen Rechtsanspruch, könnten Verbraucher klagen, wenn sie nicht schnell genug surfen können.

Das größte Problem beim flächendeckenden Breitbandausbau sind die enormen Kosten. Im Bericht der CDU-Kommission heißt es: «Wir wissen, dass der flächendeckende Netzausbau ein ambitioniertes Ziel ist.»

Do, 2015-07-02 10:47
Berlin (dpa)

Greenpeace kritisiert Energiebeschlüsse der Koalition

Berlin (dpa) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat das von der Koalition beschlossene Energie-Paket kritisiert und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Unglaubwürdigkeit beim Klimaschutz vorgeworfen. «Merkel hat ihr Klimaversprechen von Elmau gebrochen. Statt wie beim G7-Gipfel angekündigt den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten, lässt die Kanzlerin alle Träume der Kraftwerksbetreiber wahr werden», sagte Energieexperte Tobias Münchmeyer am Donnerstag. Die Betreiber müssten weniger Kohlendioxid sparen und bekämen dafür «auch noch Milliarden zugesteckt», beklagte er in einer Mitteilung.

Von dem ursprünglichen Plan, 10 Gigawatt Kohlekapazitäten stillzulegen, seien nur noch 2,7 Gigawatt geblieben. Da eine Reihe alter Kohlekraftwerke in den kommenden Jahren ohnehin vom Netz gegangen wäre, bleibe von der zugesagten Reduktion unter dem Strich kaum noch etwas übrig, heißt es in der Greenpeace-Mitteilung weiter.

Do, 2015-07-02 09:45
Kiel/Berlin (dpa)

Grüner Umweltminister kritisiert Berliner Energie-Beschlüsse

Kiel/Berlin (dpa) - Die Vereinbarungen der großen Koalition in Berlin zur Energiepolitik sind aus Sicht des schleswig-holsteinischen Umweltministers Robert Habeck völlig unzureichend. «Der sogenannte Energiegipfel war in Wahrheit eine Talfahrt», sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Vor allem bei den Klimaschutzzielen zeigen Merkel, Seehofer und Gabriel, was eine große Koalition alles nicht zustande bringt.» Statt einer Belastung für schädliche CO2-Emissionen gebe es jetzt eine Belohnung.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) konnte sich mit der ursprünglich von ihm geplanten Strafabgabe für alte Kohle-Kraftwerke nicht durchsetzen. Stattdessen vereinbarten Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Horst Seehofer und Gabriel in der Nacht zu Donnerstag, zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele Braunkohle-Kraftwerke vom Netz zu nehmen und in eine Reserve für Ökoenergie-Engpässe zu schicken. Dafür erhalten die Stromkonzerne Prämien. Damit setzte sich eine breite Kohlelobby aus Gewerkschaften, Industrie, Braunkohle-Ländern, Union und Teilen der SPD gegen Gabriel durch.

«Das Strickmuster in der Energiepolitik der großen Koalition ist immer mehr: einen links, einen rechts, zwei fallen lassen», kommentierte die Kieler Energieminister Habeck.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Do, 2015-07-02 14:18
Lüneburg (dpa)

Atomkraftgegner scheitern mit Gorleben-Eilanträgen

Lüneburg (dpa) - Atomkraftgegner haben in zwei Eilverfahren vor Gericht nicht verhindern können, dass der Bund den Salzstock Gorleben für die Nutzung als Atommüll-Endlager offenhält. Der 7. Senat des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts wies die Anträge Ende Juni als unzulässig ab, wie eine Sprecherin am Donnerstag mitteilte. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte Beschwerde beim OVG eingelegt, nachdem die Eilanträge Mitte April bereits vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg gescheitert waren. (Az.: 7 ME 28/15 und 7 ME 29/15)

Greenpeace und ein Forstbesitzer wollten klären lassen, ob die sogenannte Veränderungssperre für unwirksam erklärt werden kann. Diese verbietet den Grundstückseigentümern, den Salzstock unterhalb von 50 Metern Tiefe zu verändern. Die Verlängerung dieser Regelung bedeutet aus Sicht der Kläger eine Vorfestlegung auf Gorleben als möglichen Endlager-Standort. Die Bundesregierung hatte die Verordnung 2005 erlassen. Im Juni hat der Bundesrat gebilligt, dass die Regelung bis zum 31. März 2017 verlängert wird.

Do, 2015-07-02 05:30
Köln (dpa)

Ärzte: Nachwuchs sollte im Ramadan nicht fasten

Köln (dpa) - Mediziner warnen auch angesichts der hohen Temperaturen vor einem Mitfasten muslimischer Kinder im Ramadan. Tagsüber auf Essen und vor allem auf Flüssigkeit zu verzichten, schade der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und könne zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder auch Kreislaufkollaps führen. Darauf wies der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln hin.

Der Ramadan fällt in diesem Jahr auf den 18. Juni bis 16. Juli und damit auf lange Sommertage. Von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang sollen Muslime auf Essen und Trinken verzichten. In den kommenden Tagen sollen die schweißtreibenden Temperaturen über 30 Grad anhalten, was den Verzicht auf Flüssigkeit erschwert.

Islam-Verbänden zufolge gilt das Fastengebot nicht für Kinder, aber für Heranwachsende ab der Pubertät. Grundsätzlich solle das Fasten bei gesundheitlichen Risiken oder Problemen ausgesetzt werden.

Do, 2015-07-02 13:51
Athen (dpa)

So positionieren sich die griechischen Medien politisch

Athen (dpa) - Der Kampf um die am Sonntag (5. Juli) in Griechenland geplante Volksabstimmung wird auch in den griechischen Medien vehement ausgetragen. Die Zeitungen beziehen klar Stellung und lassen sich dabei größtenteils schon seit Jahrzehnten einem der politischen Lager zuordnen. Ein Überblick:

«Ta Nea»: Das Traditionsblatt ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Griechenland. Politisch lässt es sich eher der Mitte zuordnen. In der Krise ist ihre Auflage stark gesunken, auf zuletzt rund 24 000 landesweit. Viele Menschen lesen ihre Schlagzeilen und Angebote - wie auch die anderer Zeitungen - nur noch im Internet sowie an den zahlreichen Zeitungskiosks, die es vor allem in der Hauptstadt Athen gibt. «Ta Nea» gehört zum größten Verlag in Griechenland, Lambrakis.

«Kathimerini»: Die Tageszeitung ist seit etwa 100 Jahren das Organ der Konservativen. Wie auch andere Blätter in Griechenland leidet sie seit der Krise unter Verlusten bei den Werbeeinnahmen. Sie gehört der Reederfamilie Alafouzos und wird von dieser finanziert. In ihren Kommentaren bezieht sie teils eindeutig Position gegen Ministerpräsident Alexis Tsipras.

«Avgi»: Als Sprachrohr des regierenden Syriza-Linksbündnisses gilt die Tageszeitung «Avgi». In ihren Kommentaren wettert sie in teils drastischen Worten gegen die Sparmaßnahmen. Am Donnerstag titelte sie «Nein zu Schäuble und der Inlands-Troika» und zeigte Fotos der Oppositionsführer der konservativen Nea Demokratia, der sozialistischen Pasok und der pro-europäischen Partei «To Potami» («Der Fluss»).

«Efimerida ton Syntakton»: Die linksgerichtete Tageszeitung «Efimerida ton Syntakton» (Zeitung der Redakteure) steht inhaltlich ebenfalls dem regierenden Linksbündnis nahe. Sie wurde während der Finanzkrise von Redakteuren gegründet, die zuvor großteils für die wegen finanzieller Probleme geschlossene links-liberale Zeitung «Eleftherotypia» gearbeitet hatten.

«Ethnos»: Die Boulevardzeitung «Ethnos» gehört einem der größten Bauunternehmer in Griechenland. Politisch lässt sie sich grob der Mitte zuordnen.

«Eleftheros Typos»: Das konservative Blatt war einst ein Flaggschiff der konservativen Partei Nea Dimokratia. In den 1980er Jahren hatte sie eine Auflage von rund 300 000. Mittlerweile hat sie deutlich an Auflage und Bedeutung verloren.

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Do, 2015-07-02 14:12
Kabul (dpa)

Afghanisches Gericht kippt Todesstrafe für Lynchmord an 27-Jähriger

Kabul (dpa) - Nach dem Lynchmord an einer jungen Frau wegen angeblicher Blasphemie hat ein afghanisches Gericht die zuvor verhängte Todesstrafe gegen vier Beschuldigte gekippt. Die Strafe sei im Berufungsverfahren auf 20 Jahre Haft reduziert worden, berichtete der lokale Nachrichtensender Tolonews am Donnerstag. Die vier Männer waren vor rund einem Monat wegen des Mordes an der 27-jährigen Farkhunda zum Tode verurteilt worden. Das Berufungsgericht sprach nach Angaben von Tolonews zudem einen weiteren Beschuldigten frei. Er war zuvor zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Mob hatte Farkhunda am 19. März vor einer Moschee in Kabul erschlagen und die Leiche verbrannt. Die Täter hatten der Frau, einer Absolventin der Islamwissenschaften, vorgeworfen, eine Koran-Ausgabe verbrannt zu haben. Die Familie der 27-Jährigen widersprach der Darstellung. Vor der Moschee hatte sich die junge Frau mit Mullahs über den Verkauf von Glücksamuletten gestritten. Der Lynchmord fand am helllichten Tag vor den Augen der Polizei statt.

Neben den Todesstrafen hatte das Gericht im Juni langjährige Haftstrafen gegen acht weiter Männer verhängt, darunter Polizisten.

Mi, 2015-07-01 18:06
München (dpa)

NSU-Prozess: Turbulente Vernehmung von «Piattos» V-Mann-Führer

Mit «Piatto» hatte der brandenburgische Verfassungsschutz einen hochkarätigen Informanten in der Unterstützerszene des NSU. Die Vernehmung seines V-Mann-Führers verläuft turbulent - und am Ende müssen sogar die Zuhörer den Saal verlassen.

München (dpa) - Die Vernehmung eines brandenburgischen Verfassungsschützers im Münchner NSU-Prozess ist am Mittwoch streckenweise lautstark und turbulent verlaufen. Der Beamte war V-Mann-Führer des Informanten «Piatto». Auf die meisten Fragen antwortete er nicht und berief sich auf Gedächtnislücken. Die nahmen ihm mehrere Prozessbeteiligte nicht ab. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl hielt ihm vor, es gehöre «zur Pflicht eines Beamten, sich vorzubereiten, sich auseinanderzusetzen und sich Gedanken zu machen». Erstmals im NSU-Prozess schloss das Gericht dann kurz vor Verhandlungsschluss die Öffentlichkeit aus.

V-Mann «Piatto» war 1998 auf die Unterstützerszene des NSU in Chemnitz angesetzt. Dort hatten sich Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach ihrem Abtauchen versteckt. Unterschlupf fanden sie zunächst bei Gleichgesinnten. «Piatto» war auch selber schon als Zeuge im Prozess und hatte ausgesagt, von Fluchtplänen nach Südafrika und die Beschaffung von Waffen gewusst zu haben. Zwei Jahre später begann die Serie von zehn Morden, für die sich Beate Zschäpe im NSU-Prozess als mutmaßliche Mittäterin verantworten muss.

«Piattos» V-Mann-Führer hatte sich bei seiner Aussage am Mittwoch mit einer über den Kopf gezogenen Kapuze verhüllt. Einzelheiten zur Zusammenarbeit mit seinem Informanten seien ihm «in Vergessenheit geraten», sagte er mehrfach. Einige Fragen beantwortete er widersprüchlich, etwa die, ob er wisse, für welchen Zweck die Unterstützer Waffen für das Trio beschaffen wollten.

Mehrmals schwieg er einfach längere Zeit. Ein Nebenkläger erkundigte sich, ob seine Gedächtnisschwäche gesundheitlich bedingt sei. Rechtsanwältin Nicole Schneiders, die den wegen Beihilfe mitangeklagten Ralf Wohlleben verteidigt, kritisierte, die Antworten des Zeugen seien «durch die Maskerade» nur schwer zu verstehen.

Die Wohlleben-Verteidigung beantragte am Ende den Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Gericht schickte daraufhin zum ersten Mal nach mehr als zweieinhalb Jahren Prozessdauer am 215. Verhandlungstag Zuschauer und Journalisten vor die Tür. Wenig später unterbrach der Senat die Vernehmung des Geheimdienstlers und vertagte sie auf einen späteren Termin. Ob die Öffentlichkeit dann zugelassen sein wird, blieb zunächst offen.

Mi, 2015-07-01 19:39
Oroville (dpa)

Geburt in der Wildnis - Mutter und Baby aus Notlage gerettet

Oroville (dpa) - Eine 35-jährige Amerikanerin macht mit einer unglaublichen Überlebensgeschichte Schlagzeilen. Demnach war die hochschwangere Frau in einem Waldgebiet in Nordkalifornien mit ihrem Auto unterwegs, als die Wehen einsetzten. Sie habe das Baby alleine zur Welt gebracht und dann drei Tage auf Rettung gewartet, erzählte die Frau dem TV-Sender KCRA. Ohne Benzin und Handynetz und nur mit wenigen Lebensmitteln habe sie auf einer einsamen Waldstraße festgesessen. Sie dachte, dass sie und ihr Töchterchen sterben würden, sagte die Frau.

In ihrer Verzweiflung habe sie ein Feuer angezündet, um mögliche Suchteams zu alarmieren. Wie die «Los Angeles Times» am Donnerstag berichtete, wurde die Forstbehörde tatsächlich auf das um sich greifende Feuer aufmerksam. Helfer entdeckten die Frau und das Baby, beide wurden zur Beobachtung in Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben einer Sprecherin des UC Davis Medical Center sei das Neugeborene in guter Verfassung, berichtete die Zeitung.

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Do, 2015-07-02 08:29
Angeles (dpa) 

Wasserverbrauch geht in Kalifornien zurück - Sparmaßnahmen wirken

Los Angeles (dpa) - Die strengen Maßnahmen zum Wassersparen zeigen Wirkung: Im dürregeplagten Kalifornien ist der Wasserverbrauch in privaten Haushalten im Mai um 28,9 Prozent zurückgegangen. Das gab die Wasserbehörde des US-Bundesstaats am Mittwoch in Sacramento bekannt. Die Monatswerte wurden mit denen vom Mai 2013 verglichen. Im April hatte man bereits einen Rückgang von 13,6 Prozent verzeichnet. «Immer mehr Kalifornier engagieren sich nun, um die Wasserversorgung ihrer Gemeinden sicherzustellen», schrieb die Leiterin der Behörde, Felicia Marcus, in der Mitteilung.

Kaliforniens Gouverneur hatte ab Juni eine Reduzierung des Wasserverbrauchs um 25 Prozent angeordnet. Zuvor waren Einsparungen lediglich eine Empfehlung. Kalifornien leidet seit mehreren Jahren unter Trockenheit. Nach Ausbleiben der Winterregenfälle sind die Wasservorräte in Flüssen und Sammelbecken auf einen Tiefstand gesunken.

Do, 2015-07-02 01:21
Berlin (dpa)

Koalition einig bei Kohle-Kraftwerken und Netzausbau

Berlin (dpa) - Die Spitzen der großen Koalition haben ihren monatelangen Streit in der Energiepolitik grundsätzlich beigelegt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie CSU-Chef Horst Seehofer verständigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Donnerstag auf eine Paketlösung. Danach sollen Braunkohlekraftwerke mit einer Kapazität von 2,7 Gigawatt Strom stillgelegt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele bis 2020 einhält.

Auch beim Thema Netzausbau wurde nach Angaben aus Regierungskreisen ein Durchbruch erzielt. Bestehende Netzengpässe sollten beseitigt und dauerhaft eine einheitliche Strompreiszone erhalten bleiben. Noch stärker als bisher sollen bestehende Trassen beim Bau der geplanten großen Nord-Süd-Stromleitungen genutzt werden. Auch sollen Erdkabel bei den neuen Gleichstromtrassen wie dem Suedlink Vorrang erhalten.

Außerdem will die Bundesregierung die Energiekonzerne beim Rückbau der Atomkraftwerke und der Lagerung des Atommülls in die Pflicht nehmen. «Die Bundesregierung wird dafür sorgen, dass keine Verkleinerung des Haftungsvermögens erfolgt», hieß es. Für mehr Energieeffizienz sollen Fördermittel für Verbraucher und Kommunen bis 2020 um bis zu 1,2 Milliarden Euro pro Jahr aufgestockt werden.

Do, 2015-07-02 12:15
Bimini (dpa)

«Wie Therapie»: Andy Casagrande gilt als bester Hai-Filmer der Welt Von Christina Horsten, dpa

Auf der Jagd nach den besten Aufnahmen kommt Andy Casagrande so nah an riesige Haie heran, wie nur wenige andere Menschen. Der 37-Jährige gilt als einer der besten Hai-Filmer der Welt. Bei den Raubfischen fühlt er sich sicher - Angst machen ihm ganz andere Dinge.

South Bimini (dpa) - Der türkisblaue Atlantik vor der Bahamas-Insel South Bimini funkelt in der Sonne, als plötzlich wenige Meter vor dem Boot graue Schatten und dreieckige Rückenflossen auftauchen. Haie. «Los geht's», sagt Andy Casagrande, zieht sich eine Taucherbrille und Schimmflossen über, krempelt die Ärmel seines Hemds hoch und springt in das kristallklare Wasser. Vom Nachbarboot aus wirft ein Wissenschaftler Köder ins Meer, um noch mehr der Fische anzulocken. Einige Schaulustige krallen sich an einem Seil im Wasser fest und versuchen strampelnd, möglichst weit weg von den teils mehr als drei Meter langen Zitronenhaien zu bleiben. Casagrande aber schwimmt mitten in den Schwarm hinein.

Der 37-Jährige ist Hai-Filmer und gilt als «einer der besten der Welt», wie der TV-Sender ABC jüngst lobte. Für seine Aufnahmen steigt Casagrande regelmäßig nachts vor den Küsten Südafrikas oder Neuseelands im eiskalten Wasser in Käfige und hält die Kamera auf riesige weiße Haie. Was sind da schon ein paar harmlose, satte Zitronenhaie an einem sonnigen Vormittag im lauwarmen Bahamas-Wasser? «Kindergarten», sagt der in New York geborene und inzwischen in Florida lebende Casagrande. «Oder allerhöchstens Vorschule.» 

Vor kurzem erst ist er aus Neuseeland zurückgekehrt, demnächst geht es schon wieder weiter nach Kapstadt - immer auf der Suche nach den besten Hai-Aufnahmen. «Der heilige Gral für mich wäre es, eine Kamera auf der Flosse eines weißen Hais zu befestigen, und die Fische dann beim Paaren zu filmen. Das wollen alle Hai-Filmer schaffen, aber die Tiere schotten sich da sehr ab, verständlicherweise.» Casagrande ist meistens im Auftrag des TV-Senders Discovery unterwegs, der jedes Jahr zahlreiche neue Hai-Dokumentationen für seine in den USA extrem beliebte «Shark Week» (Hai-Woche) in Auftrag gibt. Die diesjährige Ausgabe des seit Ende der 80er Jahre jährlich ausgestrahlten TV-Spektakels ist ab dem kommenden Sonntag (5. Juli) auch in Deutschland bei dem Bezahlsender zu sehen.

«Die Menschen sind einfach fasziniert von Haien, vor allem aus Angst vor einem Meeresmonster, das sie essen will», sagt der braun gebrannte Casagrande. Auch Filme wie «Der Weiße Hai» hätten zu dem schlechten Image der Tiere beigetragen. «Natürlich sind Haie Raubfische und wilde Tiere und natürlich sind sie theoretisch auch gefährlich, aber sie sind nicht bösartig. Menschen sind viel gefährlicher. Haie töten, um zu überleben, sie können ja nicht einfach zu McDonald's oder Starbucks gehen.»

Schon als kleiner Junge war Casagrande von Haien fasziniert. «Zum ersten Mal habe ich sie im Fernsehen gesehen und fand sie so cool, dass ich dachte, sie könnten gar nicht echt sein. Von da an waren Haie alles, woran ich noch denken konnte.» Seinen ersten, einen Weißspitzen-Riffhai, erspäht er als junger Rucksack-Tourist bei einem Tauchgang am Great Barrier Reef vor Australien. Casagrande studierte Biologie und Psychologie, um Meeresbiologe zu werden. «Aber dann fiel mir auf, dass ich keine Lust darauf hatte, wissenschaftliche Artikel zu schreiben und Zeit im Labor zu verbringen.» Er zieht nach Kapstadt und filmt und fotografiert für einen befreundeten Wissenschaftler die Rückenflossen von weißen Haien. «Jede ist anders, wie ein Fingerabdruck.» Schon bald bieten ihm erste Produktionsfirmen Jobs an.

«Für die meisten Menschen sehen Haie gruselig aus, aber mit all diesen schönen Zähnen wirken sie auf mich, als ob sie immer lächeln und glücklich sind», sagt Casagrande, der inzwischen schon rund 50 Filme gedreht hat und auch vor der Kamera steht. «Sie anzuschauen ist für mich fast wie Therapie.»

Bis heute filmt Casagrande am liebsten vor Kapstadt, wo die weißen Haie besonders aktiv sind. Mit seiner Ausrüstung kann er für einen Dreh mehr als fünf Stunden am Stück unter Wasser bleiben. Er dreht auch andere Tiere, aber die Haie bringen das meiste Geld. Angst hat er bei seiner Arbeit selten. «Nur manchmal, wenn ich merke, dass etwas schief läuft, oder die Haie sehr aggressiv werden. Dann ist es schwierig, zum Boot zurückzukommen, denn wenn etwas von ihnen wegschwimmt, reizt sie das, hinterherzuschwimmen und noch nicht einmal Michael Phelps schwimmt schneller als ein weißer Hai. Meine Strategie ist dann, ihnen meine Kamera zu füttern und abzuhauen.»

Wirklich lebensgefährlich wurde es nur einmal, als ein Tigerhai Casagrandes Frau Emma, die er vor sieben Jahren beim Dreh einer Löwen-Dokumentation in der Serengeti kennenlernte, fast den Kopf abbiss. «Ich habe geschrien und sie konnte den Hai gerade noch mit der Kamera wegschubsen. Das ganze haben wir auch aufgenommen, es sieht wirklich gruselig aus. Aber wir gehen immer noch zusammen tauchen. Fliegen, verrückte Taxifahrer und Bootfahren fühlen sich für mich viel gefährlicher an. Im Wasser mit den Haien fühle ich mich da fast sicherer.»

Haie seien einfach beeindruckende Tiere mit ganz verschiedenen Persönlichkeiten. «Manche kommen nah an dich ran, manche bleiben weg und wieder andere verhalten sich wie ein bekiffter Bob Marley. Manche versuchen natürlich auch, mich zu beißen, aber ich bin nun einmal genauso groß wie ihre Nahrung und schwimme in ihrem Esszimmer.» Trotzdem sei er in den letzten Jahren etwas vorsichtiger geworden. «Ich habe jetzt eine Frau, ein kleines Kind und ein zweites ist auf dem Weg. Da muss ich noch ein paar Jahre am Leben bleiben.»

Do, 2015-07-02 11:08
Hamburg/Karlsruhe (dpa)

Entscheidende Prokon-Gläubigerversammlung begonnen

Hamburg/Karlsruhe (dpa) - Die entscheidende Gläubigerversammlung über die Zukunft der insolventen Windenergiefirma Prokon hat am Donnerstag in Hamburg begonnen. Insgesamt können rund 100 000 Gläubiger in einem mehrstufigen Verfahren darüber abstimmen, ob Prokon in eine Genossenschaft umgewandelt werden soll oder an den Energiekonzern EnBW geht. Wegen der großen Zahl der Gläubiger wird die Versammlung in einer Hamburger Messehalle abgehalten, in der 9200 Teilnehmer Platz finden. Eine halbe Stunde vor Beginn war die Halle ungefähr zur Hälfte gefüllt. Die Versammlung ist nicht öffentlich.

Neben den 75 000 Anlegern, die über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro in der Firma in Itzehoe (Schleswig-Holstein) angelegt hatten, sollen auch Banken, Lieferanten und Stromkunden ihr Votum abgeben. Über Prokon war 2014 wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Do, 2015-07-02 11:45
Berlin (dpa)

Rücknahmepflicht für Elektromüll in der Kritik - «zu kompliziert»

Wohin mit dem alten Toaster? Damit er nicht im Hausmüll landet, will die Bundesregierung die Händler zur Rücknahme verpflichten. Vorher muss der Verbraucher allerdings den Zollstock zur Hand nehmen.

Berlin (dpa) - Geplante Regeln für die leichtere Rückgabe ausrangierter Elektrogeräte wie Handys, Toaster oder Fernseher sind aus Sicht von Verbraucherschützern und Umweltverbänden viel zu kompliziert. Die Bundesregierung will Händler verpflichten, kleinere Geräte in jedem Fall und größere beim Kauf eines gleichwertigen neuen Geräts kostenlos zurückzunehmen - allerdings nur, wenn sich deren Elektro-Sortiment über mehr als 400 Quadratmeter erstreckt. Der Bundestag stimmt darüber am Donnerstagabend ab. Gelten sollen die Regeln laut Umweltministerium ab Anfang 2016.

Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, nannte es im Deutschlandradio Kultur absurd, «dass der Verbraucher mit einem Maßband ins Geschäft gehen muss, erstmal messen muss, ob dort die Elektrogeräte zusammen eine Verkaufsfläche von über 400 Quadratmeter haben - und dann kann er sich überlegen, dort sein altes Elektrogerät zurückzubringen».

Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn man es so kompliziert macht, muss man sich nachher nicht wundern, wenn die Sachen dann doch in der normalen Abfalltonne landen.»

Bisher nehmen Händler Altgeräte nur auf freiwilliger Basis zurück. Andernfalls müssen sie zu kommunalen Sammelstellen gebracht werden. In Zukunft sollen die größeren Geschäfte Geräte mit bis zu 25 Zentimetern Kantenlänge in jedem Fall annehmen müssen. Den alten Kassenbon braucht man für die Abgabe nicht.

Die Pflicht gilt auch für Online-Händler, die mehr als 400 Quadratmeter Lagerfläche haben. Wenn das alte Gerät nicht bei der Lieferung des neuen gleich mit abgeholt wird, müssen die Händler sicherstellen, dass jeder Verbraucher in zumutbarer Entfernung eine Rücknahmestelle oder Versandmöglichkeit findet.

Mit der Reform des Elektrogerätegesetzes setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie um. Ziel ist es, das Sammeln und Recycling von Elektromüll in den nächsten Jahren deutlich zu steigern. Landet er in der Abfalltonne, schadet das nicht nur der Umwelt. Es gehen auch wertvolle Metalle wie seltene Erden verloren.

Mi, 2015-07-01 19:00
Berlin (dpa)

Rücknahmepflicht für Elektromüll - Bundestag stimmt über Reform ab

Berlin (dpa) - Der Bundestag stimmt am Donnerstag (ab ca. 17.00 Uhr) über neue Regeln für die Entsorgung von Elektromüll ab. Verbraucher sollen mit der Gesetzesreform mehr Möglichkeiten bekommen, ausrangierte Geräte wie Handys, Toaster oder Fernseher beim Händler zurückzugeben. Bisher landen sie oft in der Mülltonne - das schadet nicht nur der Umwelt, es gehen auch wertvolle Rohstoffe verloren.

Geschäfte, deren Elektro-Sortiment sich über mehr als 400 Quadratmeter erstreckt, sollen nun dazu verpflichtet werden, kleinere Geräte kostenlos und größere beim Kauf eines gleichwertigen neuen Geräts zurückzunehmen. Das gilt auch für Online-Händler. Als klein gelten Geräte mit bis zu 25 Zentimeter Kantenlänge.

Bisher nehmen Händler Altgeräte nur auf freiwilliger Basis zurück. Andernfalls müssen sie zu kommunalen Sammelstellen gebracht werden.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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