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Do, 2016-02-11 18:00
Mainz (dpa)

Grünen-Fraktionschefs debattieren über Integration und Klimaschutz

Mainz (dpa) - Die Themen Integration und Klimaschutz stehen im Mittelpunkt eines zweitägigen Treffens grüner Fraktionschefs in Mainz. Die Konferenz beginnt am Freitag (9.00 Uhr) in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, wo am 13. März ein neuer Landtag gewählt wird. Mit dabei sind unter anderem der Chef der Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, sowie die Fraktionsvorsitzenden aus allen Bundesländern. Auch die Bundesvorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir sowie die Vorsitzende der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, kommen nach Mainz.

Do, 2016-02-11 17:26
Paris (dpa)

Ayrault neuer Außenminister Frankreichs - Regierung linker und grüner

Nach Dauerstreit mit linken Sozialisten gibt Frankreichs Präsident Hollande seiner Regierung einen neuen Touch. Die Ministerbank wird linker, auch die Grünen sind vor der Wahl zurück im Kabinett.

Paris (dpa) - Gut ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich holt Staatschef François Hollande linke Bündnispartner zurück in die Regierung. Zum Kabinett unter Premierminister Manuel Valls gehören künftig wieder mehrere Grünen-Politiker sowie Vertreter der Partei der Radikalen Linken. Ex-Regierungschef und Deutschland-Kenner Jean-Marc Ayrault wird neuer Außenminister der Landes. Der Vertraute Hollandes gilt als gemäßigter Linker. Auf einen tiefgreifenden Umbau der Regierung verzichtete Hollande allerdings, die übrigen großen Ressorts blieben unverändert.

Der 66 Jahre alte frühere Deutschlehrer Ayrault folgt als Chefdiplomat auf Laurent Fabius, wie der Élyséepalast am Donnerstag mitteilte. Ayrault war von 2012 bis 2014 Premierminister und musste nach Wahlniederlagen der Sozialisten Valls weichen. Hollande hatte Fabius am Mittwoch als Präsident des französischen Verfassungsrates nominiert werden, sein Abgang aus der Regierung war schon länger erwartet worden.

Ségolène Royal bleibt Umweltministerin mit einem neu zugeschnittenen Ressort. Die frühere Lebensgefährtin Hollandes galt lange Zeit als Favoritin für das Außenministerium.

Zudem holte Hollande mit Emmanuelle Cosse eine Grüne als Wohnungsbauministerin in die Regierung. Frankreichs grüne Partei war 2014 aus Protest gegen den neuen Premierminister Valls ferngeblieben, auch jetzt gab es Vorbehalte gegen eine Regierungsbeteiligung grüner Politiker. Per Twitter kündigte Cosse an, ihr ökologisches Engagement in der Regierung fortsetzen zu wollen. Auch auf Ebene der Staatssekretäre sind zwei Politiker dem Öko-Lager zuzurechnen.

Neue Kulturministerin wird Audrey Azoulay. Die bisherige Beraterin löst die glücklos agierende Fleur Pellerin ab. Die zur Linken zählenden Annick Girardin und Jean-Michel Baylet übernehmen die Ministerien für öffentlichen Dienst und für ländliche Entwicklung.

Unter dem Eindruck der Terroranschläge schafft Paris einen eigenen Staatssekretärs-Posten für die Opferhilfe, den Juliette Méandel übernimmt. Frankreich war im vergangenen Jahr Ziel einer ganzen Serie islamistischer Attentate mit rund 150 Todesopfern.

Hollande steht nach mehreren umstrittenen Reformen zunehmend in der Kritik des linken Flügels seiner regierenden Sozialisten. Zuletzt gab es heftigen Widerstand gegen die geplante Verfassungsänderung, mit denen verurteilten Terroristen die Staatsbürgerschaft aberkannt werden soll.

Do, 2016-02-11 17:56
Berlin (dpa)

Amnesty: Nato-Einsatz in der Ägäis weitere Eskalation

Berlin (dpa) - Als «weitere Eskalation der europäischen Abschottungspolitik» hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den Nato-Einsatz in der Ägäis kritisiert. «Der Nato-Einsatz gegen Schlepper in der Ägäis ist der falsche Weg», sagte Amnesty-Generalsekretärin Selmin Caliskan am Donnerstag in Berlin. «Wenn die Nato tatsächlich Schlepper bekämpfen will, dann müssen ihre Mitgliedstaaten Flüchtlingen sichere Zugangswege und menschenrechtskonforme Aufnahme vor Ort anbieten.» Nur so könne verhindert werden, dass sich Flüchtlinge aufs Meer wagen müssten.

Die Nato-Verteidigungsminister hatten zuvor in Brüssel beschlossen, dass sich die Allianz am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis beteiligt. Die Mission geht auf eine Initiative Deutschlands, der Türkei und Griechenlands zurück.

«Wenn es schon eine Nato-Operation in der Ägäis gibt, muss sie den klaren Auftrag und die eindeutige Priorität haben, Menschenleben zu retten», betonte Caliskan. Die internationalen Regeln der Seenotrettung schreiben vor, so Amnesty, dass ein aus Seenot geretteter Mensch in den nächsten sicheren Hafen gebracht werden müsse. Die Nato-Mission habe aber das Ziel, gerettete Bootsflüchtlinge in die Türkei zurückzubringen. «Das könnte eine kollektive Ausweisung sein und wäre dann ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.»

Do, 2016-02-11 17:39
München (dpa)

Syrische Opposition: Angriffe müssen aufhören

München (dpa) - Unmittelbar vor den Syrien-Verhandlungen in München hat die syrische Opposition die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad und deren Unterstützer eindringlich zu einem Ende der Gewalt aufgefordert. Die Angriffe auf Wohnviertel, Schulen und Krankenstationen müssten aufhören, sagte der Chef des Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner (HNC), Riad Hidschab, am Donnerstagabend in München. Mit Blick auf die russischen Bombardements in der Region Aleppo sprach er von einer «nie gekannten Eskalation».

Dass die Friedensverhandlungen von Genf gescheitert seien, liege daran, dass das Regime und seine Verbündeten - der Iran und Russland - die von ihnen geforderten Maßnahmen nicht umgesetzt hätten, sagte Hidschab. Die Blockade umzingelter Ortschaften müsse aufgehoben und die Arbeit von Hilfsorganisationen ermöglicht werden.

Hidschab traf sich in München nach eigenen Angaben unter anderem mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dessen US-Kollegen John Kerry. An den Syrien-Gesprächen selbst nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter aus 17 Staaten teil. Die Friedensgespräche zwischen dem syrischen Regime und der Opposition in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden - sie sollen nun möglichst am 25. Februar fortgesetzt werden.

Do, 2016-02-11 18:01
München/Moskau (dpa)

Hoffnung für Syrien? Lawrow und Kerry verhandeln über Waffenruhe

In Aleppo fallen seit Tagen Bomben, Machthaber Assad rückt mit Hilfe der Russen vor. Doch vor der Münchner Syrienkonferenz sendet Moskau plötzlich Friedenssignale. Ist eine Waffenruhe möglich?

München/Moskau (dpa) - Bei der Syrien-Konferenz in München haben Russland und die USA einen Neuanlauf für einen Waffenstillstand in dem Bürgerkriegsland gestartet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry hätten sich unter anderem über eine mögliche Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe unterhalten, hieß es am Donnerstag aus Moskau. Die diplomatischen Bemühungen waren von weiteren Kämpfen um die syrische Stadt Aleppo begleitet.

Zuvor hatte bereits der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin erklärt, man führe «sehr wichtige» Gespräche mit Washington über einen Waffenstillstand. Ob aber eine Einigung in greifbarer Nähe ist, war zunächst unklar. Westliche Länder werfen Russland vor, mit Bombardements in Syrien Zivilisten zu treffen und das Regime von Machthaber Baschar al-Assad zu stützen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hofft dennoch auf einen Durchbruch in München. «Wenn es uns nicht gelingt die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt zu durchbrechen, dann wird sich dieser furchtbare Bürgerkrieg weiter in die Länge ziehen und weitere Opfer verursachen.»

Im Syrienkrieg gab es bislang nur geografisch sehr begrenzte Feuerpausen in einigen Dörfern, aber keine Waffenruhe im ganzen Land. Mehr als 250 000 Menschen wurden in dem brutalen Konflikt getötet, Millionen in die Flucht geschlagen.

Am Abend begannen in München die Gespräche der sogenannten Syrien-Unterstützergruppe, der 17 Staaten angehören, die eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche ausloten wollten. An dem Treffen nahmen alle Länder teil, die für die Beendigung des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs eine Schlüsselrolle haben. Dazu zählen auch Saudi-Arabien und Iran. Die Friedensgespräche in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden.

Lawrow hatte der Agentur Tass zufolge vorher gesagt: «Wir haben unsere konkreten Vorschläge zur Einstellung des Feuers unterbreitet und warten auf die Antwort der USA, bevor die Vorschläge der internationalen Syrien-Gruppe vorgelegt werden.»

Am Abend meldete Tass, für einen Beginn der Waffenruhe seien der 15. Februar, der 23. Februar und der 1. März im Gespräch. Das US-Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu einem Termin. Aus dem Kreml hieß es, man stimme sich ab, von Einmütigkeit könne noch nicht die Rede sein.

Kurdische Truppen eroberten am Donnerstag mit Luftunterstützung nördlich von Aleppo einen Luftwaffenstützpunkt von islamistischen Rebellen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass die mindestens 30 Bombardements in dem Gebiet von russischen Maschinen ausgeführt wurden. «Es gibt eine inoffizielle russisch-kurdische Koordination in Syrien», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Anfang Februar rücken die Kämpfer des Machthabers Baschar al-Assad nördlich von Aleppo gegen Rebellen vor. Die massiven Kämpfe und Bombardements trieben Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei ihnen an der Grenze aber bislang die Einreise.

Die syrische Opposition forderte die Assad-Regierung und deren Unterstützer eindringlich zu einem Ende der Gewalt auf. Die Angriffe auf Wohnviertel, Schulen und Krankenstationen müssten aufhören, sagte der Chef des Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner (HNC), Riad Hidschab, am Abend in München. Mit Blick auf die russischen Bombardements auf Aleppo sprach er von einer «nie gekannten Eskalation».

Do, 2016-02-11 18:00
Dortmund (dpa)

Beste Hirschrufer Deutschlands röhren in Dortmund

Dortmund (dpa) - Die besten Hirschrufer Deutschlands röhren am Freitag (12.00 Uhr) um die Deutsche Meisterschaft. In den Dortmunder Westfalenhallen wird in drei Disziplinen gekämpft. Dabei gibt es auch die Aufgabe den «Kampfruf eines im Zweikampf siegreichen Hirsches» möglichst genau nachzuahmen. Mit Häusern von Meeresschnecken, bearbeiteten Rinderhörnern oder Glaszylindern imitieren die Teilnehmer das Röhren von Hirschen. Derzeitiger Meister ist Andreas Töpfer aus Niedersachsen. Einer seiner Herausforderer ist der 13-jährige Nils Aßmus, der den Platzhirschen auch in diesem Jahr das Revier streitig machen will. Das Nachahmen der Hirschrufe gehöre seit Jahrhunderten zum Handwerk der Jäger, betonen die Veranstalter. Die Meisterschaft wird seit 1998 jährlich während der Messe «Jagd & Hund» ausgetragen.

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Do, 2016-02-11 17:08
Olsberg (dpa)

Wieder Känguru im Sauerland gesichtet

Olsberg (dpa) - Erneut springt offenbar ein Känguru durchs Sauerland. Das Beuteltier wurde Ende Januar erstmals gesichtet und am Donnerstagmorgen im Olsberger Ortsteil Elpe gefilmt. Mit seinem Sohn sei er im Auto unterwegs gewesen, als sie das Tier am Straßenrand entdeckten, berichtete Helmut Kreutzmann dem Nachrichtenportal «Der Westen». Er habe den Wagen gedreht und das Känguru kurz verfolgt, während sein Sohn mit dem Mobiltelefon filmte. Nach einigen Metern und etwa 20 Sekunden Video brach Kreutzmann die Verfolgung ab. «Wir wollten es ja nicht unnötig stressen», sagte er. Das Tier sei dann vermutlich in den umliegenden Gärten verschwunden. Die Herkunft des Tiers ist unklar. Bereits im vergangenen Sommer hatte ein umherlaufendes Känguru im Sauerland für Schlagzeilen gesorgt. Es war aber eingefangen worden und ist noch in der Obhut eines Züchters.

Do, 2016-02-11 18:00
Wiesbaden (dpa)

Bundesamt legt Konjunkturzahlen für das vierte Quartal vor

Wiesbaden (dpa) - Die Kauflust der Verbraucher dürfte die deutsche Wirtschaft auch zum Jahresende 2015 auf Kurs gehalten haben. Wie stark das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal zugelegt hat, darüber informiert am Freitag (08.00 Uhr) das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember gingen die Statistiker zuletzt von ungefähr einem Viertel Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorquartal aus. Im Gesamtjahr hatte die deutsche Wirtschaft nach ersten Berechnungen der Behörde um 1,7 Prozent zugelegt.

Getragen wurde das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr vor allem von konsumfreudigen Verbrauchern. Ihnen sitzt das Geld locker, weil Sparen kaum noch belohnt wird und die gesunkenen Energiepreise die Haushalte zusätzlich entlasten. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt historisch günstig. Auch der staatliche Konsum trug 2015 kräftig zum Wachstum bei - unter anderem, weil der Staat für die Versorgung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge viel Geld in die Hand nehmen muss.

Do, 2016-02-11 18:00
Detmold (dpa)

Gericht hört im Detmolder Auschwitz-Prozess weitere Zeugen

Detmold (dpa) - Am zweiten Tag des Prozesses gegen einen ehemaligen SS-Wachmann aus dem Konzentrationslager Auschwitz sollen im Detmolder Landgericht weitere Zeugen zu Wort kommen. In der Verhandlung am Freitag (10.00 Uhr) werden die Aussagen mehrerer Überlebender des NS-Vernichtungslagers erwartet.

Angeklagt ist der 94-jährige Reinhold Hanning. Ihm wird Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen vorgeworfen. Er soll 1943 und 1944 als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns Auschwitz im Stammlager Wachmann gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mit seinem Einsatz als Wachmann zum Funktionieren der Maschinerie beigetragen zu haben.

Hanning hat eine Beteiligung an Tötungshandlungen bereits vor dem Prozess bestritten. Zum Verhandlungsauftakt am Donnerstag wollte er sich nicht äußern. In dem bei Krakau gelegenen Lager im von Nazi-Deutschland besetzten Polen wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen ermordet, zumeist Juden. Ein ehemaliger Gefangener hatte am Donnerstag vom unendlichen Leid in dem Lager berichtet.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Do, 2016-02-11 17:18
Hamburg (dpa)

Hunderte protestieren in Hamburg gegen Flüchtlings-Großunterkünfte

Hamburg (dpa) - Mehrere hundert Menschen haben in Hamburg gegen ihrer Ansicht nach zu große Flüchtlingsunterkünfte protestiert. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten am Donnerstag auf gut 500, Teilnehmer sprachen von rund 750. Zu dem Protestzug unter dem Motto «Integration JA, Olaf-Scholz-Ghettos NEIN» aufgerufen hatte ein Dachverband von sieben Bürgerinitiativen. Die Menge zog zum Kongresszentrum CCH, wo der Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft über das Thema beraten wollte.

Der Hamburger Senat will in diesem Jahr knapp 40 000 weitere Plätze für Flüchtlinge schaffen. Zum Teil sollen mehrere hundert Wohnungen an einem Ort entstehen. Ein Sprecher des Dachverbandes sagte: «Es geht uns um Integration, nicht um Unterbringung.» Die Initiativen wollten eine dezentrale Unterbringung und eine faire Verteilung. Der Dachverband distanzierte sich von jeder Art der Fremdenfeindlichkeit.

Do, 2016-02-11 16:35
München (dpa)

Steinmeier hofft auf Durchbruch bei Syrien-Verhandlungen

München (dpa) - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hofft auf einen Durchbruch bei den Syrien-Verhandlungen in München. «Wenn es uns nicht gelingt die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt zu durchbrechen, dann wird sich dieser furchtbre Bürgerkrieg weiter in die Länge ziehen und weitere Opfer verursachen», sagte Steinmeier am Donnerstag vor Beginn der Gespräche der Syrien-Unterstützergruppe, der 17 Staaten angehören. «Wir brauchen hier so etwas wie einen Durchbruch.» An den Gesprächen in München nehmen alle Länder teil, die für die Beendigung des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs eine Schlüsselrolle haben. Dazu zählen die USA, Russland, Saudi-Arabien und Iran.

Do, 2016-02-11 16:19
Wismar/Schwerin (dpa)

Zukunft von German Pellets unklar - Insolvenzverwalterin eingesetzt

Trotz des Insolvenzantrags von German Pellets geht bei dem Wismarer Brennstoff-Hersteller die Arbeit weiter. Das Geld für die Beschäftigten ist für die nächsten drei Monate sicher. Die Gläubiger bangen dagegen um ihre Anlagen in dreistelliger Millionenhöhe.

Wismar/Schwerin (dpa) - Nach dem Insolvenzantrag von German Pellets ist die Zukunft des Brennstoff-Herstellers unklar. Am Donnerstag verschaffte sich die vorläufige Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde einen ersten Überblick über den Zustand des Wismarer Unternehmens. Eine Einschätzung traf die Anwältin zunächst nicht. Wie ihr Sprecher Wolfgang Weber-Thedy sagte, läuft der Geschäftsbetrieb in Wismar momentan normal. Derzeit werde ein Termin gesucht, um die Belegschaft über die weiteren Schritte zu informieren.  

Die German Pellets GmbH war vorerst mit ihrem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Schwerin vorerst gescheitert. Das Gericht will über die Art des Insolvenzverfahrens erst nach dem Votum eines vorläufigen Gläubigerausschusses entscheiden. Direktorin Monika Köster-Flachsmeyer begründete dies damit, dass die Anlegerstruktur von German Pellets sehr unübersichtlich sei. Der Gläubigerausschuss müsse entsprechend der Anlegerstruktur zusammengesetzt sein. Das Unternehmen hatte einen Gläubigerausschuss präsentiert, der eine Insolvenz in Eigenverantwortung befürwortete - dieser aber wurde vom Gericht vorerst nicht akzeptiert.

Die Anlegerseite begrüßte die Einbestellung der vorläufigen Insolvenzverwalterin. Es gebe ein großes Informationsdefizit, kritisierte Anlegervertreter Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding+Barth. Ihm zufolge kann die German Pellets GmbH jetzt nicht mehr über das Vermögen des Unternehmens frei verfügen. Nieding forderte, die privaten Anleihegläubiger und Genussrechtsinhaber müssten nun auch einen Vertreter im vorläufigen Gläubigerausschuss bekommen.

Tausende Geldgeber fürchten um ihre Anlagen in dreistelliger Millionenhöhe. Zum 1. April ist eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro fällig. Zudem ist German Pellets bei Anlegern über zwei weitere, ebenfalls mit 7,25 Prozent verzinste Anleihen mit weiteren 172 Millionen Euro in der Schuld. Deren Laufzeit endet aber erst 2018 beziehungsweise 2019. Die Anleihen verloren zuletzt dramatisch an Wert.

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) rechnet trotz der Insolvenz des Unternehmens nicht mit einem Versorgungsengpass in Deutschland. Die Kapazität der deutschen Pelletwerke betrage mehr als drei Millionen Tonnen im Jahr, bei einem Verbrauch von zwei Millionen Tonnen. Der DEPV-Vorsitzende Andreas Lingner betonte zugleich, die Pleite sei «ein Fingerzeig an die Politik, am Heizungsmarkt mehr für die Energiewende in Deutschland zu tun».

Die Pleite könnte auch Deutschlands größten Energiekonzern Eon beziehungsweise dessen Kraftwerksabspaltung Uniper treffen. German Pellets hat noch kurz vor der Insolvenz nahe Genk in Belgien das 550-Megawatt-Steinkohlekraftwerk Langerlo von Eon/Uniper gekauft, wie ein Uniper-Sprecher bestätigte. Damit sei das Wismarer Unternehmen auch Arbeitgeber der rund 100 Kraftwerksbeschäftigten. Zum Kaufpreis und zu der Frage, ob German Pellets vor der Insolvenz noch gezahlt hat, machte der Sprecher keine Angaben.

Mit 650 Mitarbeitern, davon 150 in Wismar, ist German Pellets nach eigenen Angaben der weltgrößte Pelletproduzent und -händler.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Do, 2016-02-11 17:00
München (dpa)

Steinmeier hofft auf Durchbruch bei Syrien-Verhandlungen

München (dpa) - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hofft auf einen Durchbruch bei den Syrien-Verhandlungen in München. «Wenn es uns nicht gelingt die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt zu durchbrechen, dann wird sich dieser furchtbare Bürgerkrieg weiter in die Länge ziehen und weitere Opfer verursachen», sagte er am Donnerstag unmittelbar vor Beginn der Gespräche der Syrien-Unterstützergruppe, der 17 Staaten angehören. «Wir brauchen hier so etwas wie einen Durchbruch.»

An den Gesprächen in München nehmen alle Länder teil, die bei den Bemühungen um ein Ende des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs eine Schlüsselrolle haben. Dazu zählen die USA, Russland, Saudi-Arabien und Iran. Ziel der Verhandlungen ist es, die humanitäre Situation in belagerten Gebieten zu verbessern und Wege zu einem Waffenstillstand zu finden.  

Die USA und Russland berieten kurz vorher über das weitere Vorgehen. Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow hätten sich unter anderem über eine mögliche Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe unterhalten, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, dem Moskauer Fernsehsender NTV. Details nannte sie nicht.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini appellierte an alle Beteiligten: «Es geht hier nicht nur um Diplomatie, es geht um Menschenleben. Das wird kein leichtes Treffen, aber es wird ein wichtiges für die Zukunft Syriens sein, die nun in unseren Händen liegt.»

Do, 2016-02-11 16:19
Istanbul (dpa)

Türkei erklärt Militäreinsatz gegen PKK in Cizre für beendet

Fast täglich Kämpfe und Tote - zwei Monate lang ist die türkische Armee gegen kurdische Milizen in der Stadt Cizre vorgegangen. Nun ist der Einsatz vorbei und die Zerstörung groß.

Istanbul (dpa) - Der türkische Innenminister Efkan Ala hat den fast zwei Monate andauernden Militäreinsatz in der südosttürkischen Stadt Cizre für beendet erklärt. Die Operationen gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK seien auf «erfolgreiche Art und Weise» zum Abschluss gebracht worden, sagte Ala nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag in Istanbul.

In anderen Bezirken des Südostens gingen die Kämpfe jedoch weiter. In der Provinz Hakkari sei ein 22-Jähriger bei Gefechten zwischen Sicherheitskräften und PKK-Anhängern getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur DHA.

Die Armee geht sei Dezember in einer Militäroffensive gegen die PKK im Südosten des Landes vor. In den Städten Silopi, Cizre und in dem Viertel Sur der Kurdenmetropole Diyarbakir gelten seitdem Ausgangssperren.

Ala sagte weiter, die Ausgangssperre in Cizre werde zunächst nicht aufgehoben. Wie auch in Silopi würden Durchsuchungen weitergehen. Den Einsatz in Silopi hatte die Regierung schon Ende Januar als «weitestgehend» beendet erklärt. Die Ausgangssperre wurde dort gelockert und gilt zurzeit nur noch nachts.

Der Abgeordnete der pro-kurdischen Partei HDP, Faysal Sariyildiz, der sich in Cizre aufhält, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Telefon, die Sicherheitskräfte hätten die Erklärung Alas mit Gewehrsalven gefeiert.

Sariyildiz warf der islamisch-konservativen Regierung vor, die Ausgangssperren nicht aufzuheben, weil sie in Cizre «die Spuren eines Massakers vertuschen» wolle. Die Regierung sei für den Tod von mindestens 60 Zivilisten in eingestürzten Häusern verantwortlich. Noch immer seien Menschen in Kellnern eingeschlossen, die zum «Sarg» für die Bewohner würden, sagte er weiter. Er verglich Cizre mit der syrisch-kurdischen Stadt Kobane - Cizre sei zu 50 Prozent zerstört.

Die türkischen Streitkräfte teilten am Donnerstag mit, sie hätten während des Einsatzes in Cizre rund 600 PKK-Kämpfer getötet. Nach Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP kamen seitdem mindestens hundert Zivilisten ums Leben. Zudem starben zahlreiche Sicherheitskräfte. Die Angaben zu den Opferzahlen lassen sich in Gebieten unter Ausgangssperre nicht unabhängig überprüfen.

Do, 2016-02-11 16:45
Lingen (dpa)

Undichte Leitung in Brennelementefabrik

Lingen (dpa) - Wegen eines Lecks in einer Gasleitung ist ein Teilbereich der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen abgeschaltet worden. Die Panne sei als meldepflichtiges Ereignis der untersten Stufe einzuordnen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover am Donnerstag. Anwohner müssten sich keine Sorgen machen. «Es ist nicht mit weiteren Konsequenzen verbunden, außer dass wir als Atomaufsicht jetzt den Vorgang untersuchen», sagte der Sprecher des Ministeriums, Rudi Zimmeck. Die Panne wurde vom Betreiber der Anlage, in der Brennelemente für Atomkraftwerke hergestellt werden, am 3. Februar gemeldet.

Do, 2016-02-11 16:31
Wolfsburg (dpa)

VW schreibt alle betroffenen 2,5 Millionen Diesel-Halter an

Wolfsburg (dpa) - Die hierzulande vom VW-Abgas-Skandal betroffenen zweieinhalb Millionen Dieselfahrer erhalten alle in den nächsten Tagen Post. Das sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich hatte der Autobauer eine erste Welle mit Briefen an alle 2,5 Millionen Halter schon Ende des vergangenen Jahres geplant, jedoch habe es Verzögerungen gegeben.

Die Schreiben, die den ganz überwiegenden Teil der Halter spätestens Ende Februar erreichen sollen, informieren generell über den Fakt, dass das jeweilige Auto von dem Rückruf betroffen ist. Details zu einem möglichen Termin in der Werkstatt folgen in einem zweiten Brief je nach Motorgröße und Modell. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt die jeweiligen technischen Lösungen dieses Jahr nach und nach frei.

Der grobe Zeitplan regelt, dass die Diesel mit 2,0 Liter den Anfang machen, jüngst geschehen mit dem Modell Amarok. Es folgen später im Jahr die 1,2-Liter-Maschinen und von Herbst an sind die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum an der Reihe. Halter, die schon vor dem Eintreffen der Briefe Gewissheit haben wollen, können das online unter http://info.volkswagen.de mit ihrem Fahrzeugschein überprüfen.

Do, 2016-02-11 16:35
Tallinn (dpa)

Baltenstaaten begrüßen Nato-Pläne für weitere Aufrüstung im Osten

Tallinn (dpa) - Die Verteidigungsminister der baltischen Staaten haben die Planungen der Nato für eine weitere Aufrüstung im Osten des Bündnisgebiets begrüßt. Für die Sicherheit von Estland sei wichtig, dass die Alliierten die Präsenz ihrer Streitkräfte in der Region erhöhten, sagte der estnische Verteidigungsminister Hannes Hanso. «Wir erwarten sowohl zusätzliche Einheiten als auch die Verlagerung von Ausrüstung», sagte er der Agentur BNS zufolge am Donnerstag. Sein litauischer Amtskollege Juozas Olekas sprach von «sehr guten Nachrichten», der lettische Ressortchef Raimonds Bergmanis von einem «sehr klaren Signal». 

Die Nato will ihre Präsenz an der Ostflanke erhöhen. Die Planungen dafür sollen bis zum Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau abgeschlossen sein. «Es ist inzwischen klar, dass eine Trendwende in der Haltung unserer größten Alliierten stattgefunden hat und die Gewährleistung der Sicherheit unserer Region eine der Hauptprioritäten für das Bündnis geworden ist», sagte Hanso. Estland, Lettland und Litauen gehören zusammen mit Polen zu den direkten Nato-Nachbarn Russlands. Die drei Ex-Sowjetrepubliken sind wegen der Haltung Moskaus im Ukraine-Konflikt besorgt um die eigene Sicherheit.

Do, 2016-02-11 16:19
Dortmund (dpa)

Razzia in rechter Szene: Polizei beschlagnahmt Computer bei Neonazis

In der Silvesternacht griffen Rechtsextreme die Polizei in Dortmund mit Feuerwerkskörpern und Flaschen an. Jetzt reagieren die Ermittler mit Razzien.

Dortmund (dpa) - Mit einer Razzia in Dortmund und zwei Orten in Niedersachsen ist die Polizei am Donnerstag gegen Rechtsextremisten vorgegangen. In Dortmund wurden sechs Wohnungen durchsucht, auch in Niedersachsen gab es Razzien, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Dabei seien eine Schreckschusswaffe und zahlreiche Computer, Handys sowie eine Videokamera beschlagnahmt worden. Die Geräte werden jetzt vom Landeskriminalamt untersucht, um Verdächtige zu identifizieren. Dabei haben die Ermittler unter anderem Foto- und Videomaterial, Kurznachrichten und Emails im Blick.

Mit den Durchsuchungen reagierten die Ermittler auf die Ereignisse in der Silvesternacht in Dortmund: Eine Gruppe von rund 25 Rechtsextremisten hatte Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Silvesterraketen, Steinen und Flaschen angriffen. Mehrere Beamte wurden verletzt, 18 Personen festgenommen. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und schwerem Landfriedensbruch.

Eine der Durchsuchungen in Dortmund stand nicht im Zusammenhang mit den Silvestervorfällen und hat anscheinend keinen politischen Hintergrund. Bei dem Einsatz stürmte ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung eines zur rechten Szene gehörenden Mannes und erschoss einen Kampfhund, wie es in Sicherheitskreisen hieß.

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange kündigte ein scharfes Vorgehen gegen rechte Gewalttäter an. «Die gefährliche Entwicklung des gewaltbereiten Rechtsextremismus in Deutschland bedroht zunehmend Zuwanderer, Bürger mit Migrationshintergrund, Politiker, Journalisten sowie Polizeibeamte und richtet sich gegen unsere Demokratie.»

Dortmund gilt als eine Hochburg von Rechtsextremisten. Im Jahr 2012 hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Neonazi-Organisation «Nationaler Widerstand Dortmund» verboten. Heute sitzt der Landesverband der Partei «Die Rechte» in Dortmund, der personell und ideologisch der verbotenen Vereinigung nahesteht.

Do, 2016-02-11 15:37
Kopenhagen (dpa)

Parlament stiftet Preis zu Ehren von Kopenhagener Terroropfern

Kopenhagen (dpa) - Im Gedenken an die beiden Todesopfer der Terrorattacken in Kopenhagen vor rund einem Jahr stiftet das dänische Parlament einen neuen Preis. Die mit 200 000 dänischen Kronen (knapp 27 000 Euro) dotierte Auszeichnung sei als offizielle Anerkennung des Heldenmuts der beiden Männer während der Terrorangriffe vom 14. und 15. Februar 2015 gedacht, hieß es in einer Mitteilung.

Der Filmemacher Finn Nørgaard war bei der ersten Attacke auf ein Kulturcafé erschossen worden. Er soll versucht haben, den Attentäter zu stoppen. Das zweite Opfer, Dan Uzan, hielt vor einer Synagoge freiwillig Wache. Ihn erschoss der Terrorist aus nächster Nähe.

Der Preis soll nicht jährlich, sondern nur aus gegebenem Anlass zu Ehren von Menschen vergeben werden, die bei dem Versuch, andere während eines terroristischen Angriffs zu beschützen, ums Leben gekommen sind. Das Preisgeld soll einem guten Zweck zugute kommen.

Zu den Geburtstagen der beiden Terroropfer im Mai und Juni könnte die Auszeichnung erstmals verliehen werden, hieß es. «Gleichzeitig hoffe ich, dass dies das erste und einzige Mal sein wird, dass der Preis vergeben wird, weil ich hoffe, dass Dänemark nicht noch einmal von ähnlichen Ereignissen getroffen wird», erklärte die Parlamentspräsidentin, Rechtspopulistin Pia Kjærsgaard.

Do, 2016-02-11 15:03
München (dpa)

Sicherheitskonferenz wird zur Syrien-Konferenz Von Michael Fischer, dpa

Die Münchner Sicherheitskonferenz beschäftigt sich mit allen großen Krisen dieser Welt. Eine wird diesmal aber klar im Mittelpunkt stehen: Syrien. Gelingt es, den unterbrochenen Friedensprozess zu retten?

München (dpa) - Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs stehen in diesem Jahr auf der Gästeliste der Münchner Sicherheitskonferenz. Einer, den Konferenzchef Wolfgang Ischinger gerne dabei gehabt hätte, fehlt aber: Wladimir Putin. Der russische Präsident war vor neun Jahren mit einer gegen die Nato und die USA gerichteten Brandrede in die Annalen des weltweit wichtigsten sicherheitspolitischen Forums eingegangen.

Seitdem ist er der Konferenz ferngeblieben. Auch in diesem Jahr schickt er nur den zweiten Mann im Staat, Regierungschef Dmitri Medwedew. Darin könnte aber auch eine Chance liegen. Medwedew komme ausdrücklich als Vertreter Putins zu der an diesem Freitag beginnenden Konferenz, sagt Ischinger. Im Gegensatz zum Präsidenten ist der Regierungschef nicht für scharfe Reden bekannt. «Die Entscheidung, Medwedew zu schicken, könnte man als Friedensangebot Putins verstehen», heißt es in Diplomatenkreisen.

Die Rede Medwedews am Samstag wird also einer der Höhepunkte der Sicherheitskonferenz sein. Es wird vor allem darum gehen, was er zu Syrien sagt. Den Ton dafür gibt die Konferenz der Syrien-Unterstützergruppe vor, die für Donnerstagabend angesetzt war. Zu den 20 Mitgliedern der Gruppe gehören alle Staaten mit einer Schlüsselrolle in dem Konflikt. Neben Russland sind das vor allem die USA, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei.

Die Außenminister dieser fünf Länder werden ihre Diskussionen am Wochenende auf offener Bühne im Luxushotel Bayerischer Hof weiterführen. Die zwei entscheidenden Fragen sind: Wie kann die humanitäre Lage für die Menschen in belagerten Gebieten verbessert werden? Und welche Wege gibt es zu einem Waffenstillstand? An Fortschritten in diesen Punkten hängt die Fortsetzung der Genfer Friedensgespräche zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und den Oppositionsgruppen ab, die Anfang Februar nach nur wenigen Tagen abgebrochen wurden.

Die schockierenden Nachrichten über die russischen Bombardements der Region Aleppo und Zehntausende Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei lassen nichts Gutes erahnen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier setzt dennoch darauf, dass die Gewalt zumindest gebremst wird. «Wie soll es möglich sein, am Verhandlungstisch nach Kompromissen zu suchen, während gleichzeitig bei Aleppo und anderswo mit immer größerer Brutalität Krieg geführt wird?»

Syrien wird also das alles beherrschende Thema in München sein. Aber was ist mit den zahlreichen anderen Krisen? Im vergangenen Jahr stand die Ukraine ganz oben auf der Agenda. In München wurden die Weichen für den Krisengipfel in Minsk gestellt, bei dem sich Russland und die Ukraine unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs auf ein Friedensabkommen verständigten.

Es jährt sich am Freitag pünktlich zum Auftakt der Sicherheitskonferenz zum ersten Mal. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wird in München eine Bilanz ziehen, die ernüchternd ausfallen dürfte. In der Ostukraine konnten die erbitterten Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen immer noch nicht beendet werden.

Ischinger hofft, dass man in München auch an dieser Stelle weiterkommt. Syrien werde sich wie ein roter Faden durch die Konferenz ziehen, sagt er. «Ich möchte aber vermeiden, dass die anderen wichtigen Fragen - von der Ukraine über die Terrorismus-Bekämpfung bis zur Nuklearpolitik Nordkoreas - unter den Tisch fallen.» Die Sicherheitskonferenz könne zwar keine Beschlüsse fassen. «Was sie aber sehr gut kann, ist Impulse setzen, weil sie nicht damit befrachtet ist, stundenlang Communiqués zu verfassen.»

Do, 2016-02-11 15:30
Istanbul (dpa)

Innenminister: Militäreinsatz in südosttürkischer Stadt Cizre beendet

Istanbul (dpa) - Der türkische Innenminister Efkan Ala hat den fast zwei Monate andauernden Militäreinsatz in der südosttürkischen Stadt Cizre für beendet erklärt. Die Operationen seien auf «erfolgreiche Art und Weise» zum Abschluss gebracht worden, sagte Ala nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag in Istanbul.

Die Armee geht seit Dezember in einer Militäroffensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Südosten des Landes vor. In den Städten Silopi, Cizre und in dem Viertel Sur der Kurdenmetropole Diyarbakir gelten seitdem Ausgangssperren.

Ala sagte weiter, die Ausgangssperre in Cizre werde zunächst nicht aufgehoben. Wie auch in Silopi würden Durchsuchungen weitergehen. Den Einsatz in Silopi hatte die Regierung schon Ende Januar als «weitestgehend» beendet erklärt. Die Ausgangssperre wurde dort gelockert und gilt zurzeit nur noch nachts.

Die türkischen Streitkräfte teilten am Donnerstag mit, sie hätten während des Einsatzes in Cizre rund 600 PKK-Kämpfer getötet. Nach Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP kamen 79 Zivilisten ums Leben. Zudem starben zahlreiche Sicherheitskräfte. Die Angaben zu den Opferzahlen lassen sich in Gebieten unter Ausgangssperre nicht unabhängig überprüfen.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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