Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

Nachrichten-
archiv

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Fr, 2016-02-05 22:27
Washington (dpa)

Kerry richtet schwere Vorwürfe gegen Russlands Syrien-Politik

Washington (dpa) - US-Außenminister John Kerry hat schwere Vorwürfe gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad und Russland gerichtet. Mit ihren Bombardements töteten sie Zivilisten «in großer Zahl», sagte Kerry am Freitag in Washington. «Das muss aufhören», forderte er.

Russland warf Kerry zudem vor, die am 18. Dezember verabschiedete UN-Resolution 2254 zu brechen, die den sofortigen Zugang zu humanitärer Hilfe für alle Syrer in allen Regionen des Landes vorsehe. «Weder Assad noch seine Unterstützer haben dies gewährleistet», sagte Kerry. Die Resolution sei mit der Stimme Russlands im UN-Sicherheitsrat verabschiedet worden.

Die nächsten Tagen müssten nun zeigen: «Meinen es die Leute ernst oder meinen sie es nicht ernst», betonte er. Ein Waffenstillstand sei nötig, es gebe diesbezüglich Bekenntnisse von russischer Seite. Russland habe auch «konstruktive Vorschläge« gemacht. «Wenn es aber nur Reden ist um des Redens willen und die Bombardements nicht aufhören, dann ist das nicht akzeptabel», fuhr Kerry fort.

Die Bundesregierung hatte sich zuvor ähnlich kritisch geäußert. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Regierungen, die für die Angriffe auf Aleppo verantwortlich seien, «scheinen ein Scheitern der Bemühungen um eine politische Lösung in Kauf zu nehmen».

Fr, 2016-02-05 22:01
Brüssel (dpa)

EU-Kommission besorgt wegen Massenflucht in Syrien

Brüssel (dpa) - Angesichts neuer Fluchtbewegungen im Bürgerkriegsland Syrien dringt Brüssel auf eine «politische »Lösung der Auseinandersetzung. «Wir appellieren an alle Konfliktparteien, Zurückhaltung zu zeigen und den Schutz des syrischen Volkes sicherzustellen», erklärte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, am Freitagabend in Brüssel. Er bezog sich auf schwere Gefechte rund um die nordsyrische Stadt Aleppo, die Zehntausende zur Flucht zwingen. Die Berichte aus der Region seien «extrem besorgniserregend», so Stylianides, die Zivilbevölkerung müsse geschützt werden.

Stylianides lobte die Hilfszusagen von deutlich mehr als neun Milliarden Euro (über zehn Milliarden Dollar), die die Weltgemeinschaft am Donnerstag in der britischen Hauptstadt gemacht hatte. «London war ein willkommener erster Schritt und ein sehr notwendiges Zeichen der Einheit», unterstrich er. Dies müsse sich nun auch im Verhalten der Akteure vor Ort widerspiegeln. «Das syrische Volk hat schon genug gelitten.»

Fr, 2016-02-05 20:03
Trenton (dpa)

New Jersey verklagt VW im Abgas-Skandal

Trenton (dpa) - Im Skandal um manipulierte Abgaswerte nimmt die Klagewelle gegen den Volkswagen-Konzern in den USA weiter Fahrt auf. Auch der Bundesstaat New Jersey hat ein Verfahren gegen den deutschen Autobauer eröffnet, wie der zuständige Generalbundesanwalt John J. Hoffmann am Freitag mitteilte. VW wird vorgeworfen, durch den Einbau von illegaler Manipulations-Software Verbraucher getäuscht und das Gesetz zur Luftreinhaltung verletzt zu haben.

«Im letzten Jahrzehnt hat sich Volkswagen in einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Automobilindustrie engagiert», heißt es in der Anklage. Der Konzern, auch die Töchter Audi und Porsche sind explizit genannt, habe von den Manipulationen profitiert, weil er Absatz, Marktanteil und Gewinne dadurch habe steigern können. VW hatte am 18. September auf Druck der US-Umweltbehörde EPA eingeräumt, seit 2009 in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben.

New Jersey folgt etlichen anderen ähnlich gelagerten Klagen von US-Landkreisen und -Bundesstaaten. Anfang Januar hatte auch das Justizministerium im Auftrag der EPA ein Zivilverfahren gegen den Wolfsburger Konzern eröffnet. VW drohen Strafen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zudem muss sich der Konzern mit den Vorwürfen zahlreicher privater Klägern zumeist wegen Vertragsbruchs und Betrugs auseinandersetzen. Mehr als 500 solcher Klagen sind bei einem Bezirksrichter in San Francisco gebündelt.

Fr, 2016-02-05 20:35
Washington (dpa)

Obama und Xi erörtern Reaktion auf Atomtest Nordkoreas

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping haben über eine Reaktion auf den Atomtest Nordkoreas gesprochen. Die beiden zeigten sich nach Angaben des Weißen Hauses am Freitag einig, dass der Test eine Verletzung mehrerer Resolutionen des UN-Sicherheitsrates darstelle. Er mache eine strenge und gemeinsame internationale Reaktion nötig.

Die USA haben China wiederholt aufgefordert, mehr Druck auf das isolierte kommunistische Nordkorea auszuüben.

Nordkorea hatte behauptet, am 6. Januar erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Nach übereinstimmender internationaler Ansicht handelte es sich dabei aber um einen Atomtest. Für die kommenden Tage hat Nordkorea außerdem angekündigt, eine Rakete ins All zu schießen, was als weitere Provokation aufgefasst würde.

Fr, 2016-02-05 19:13
(dpa)

Kolumbien: Drei Tote womöglich durch Zika-Virus

Bogotá (dpa) - In Kolumbien hat es nach Angaben der Regierung drei Todesfälle gegeben, die durch das Zika-Virus ausgelöst worden sein könnten. Gesundheitsminister Alejandro Gaviria sagte am Freitag in Bogotá, es gebe eine «Kausalbeziehung» zwischen den Todesfällen im Department Antioquia und auf den Karibikinseln San Andrés und Providencia und dem Zika-Virus, denn die drei Personen seien an der Lähmungskrankheit Guillain-Barré gestorben. Die Zahl möglicher Zika-Infektionen liege inzwischen bei 80 000 bis 100 000.

Im Zusammenhang mit dem Zika-Virus wurden auch in Rio de Janeiro mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barré bekannt. Wie die Zeitung «O Globo» am Freitag berichtete, habe das auf die Behandlung von Nervenkrankheiten spezialisierte Hospital Universitário Antônio Pedro seit Januar 16 Fälle behandelt. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. Normalerweise habe man fünf Fälle pro Jahr.

Schon ein Zika-Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien ging einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms. Typische Symptome dieser entzündlichen Erkrankung der Nerven sind Lähmungen, die meist an den Händen oder Füßen beginnen. Auch die Atemwege können lahmgelegt werden. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Der von Moskitos übertragene Zika-Erreger steht zudem im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren starke Schädelfehlbildungen bei deren Babys auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Geistige Behinderungen sind meist die Folge. Das Zika-Virus breitet sich schnell in Lateinamerika aus. Einen Beweis dafür, dass das Virus für Mikrozephalie oder das Guillain-Barré-Syndrom verantwortlich ist, gibt es aber noch nicht.

Fr, 2016-02-05 18:44
Brüssel (dpa)

Rückruf manipulierter VW-Wagen in Belgien ab März

Brüssel (dpa) - In Belgien beginnt der Rückruf manipulierter Autos aus dem VW-Konzern im März. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Berufung auf den Importeur D'Ieteren. Ungefähr 320 000 Fahrzeuge sind demnach in Belgien vom Skandal um geschönte Abgaswerte betroffen. Der Rückruf soll in mehreren Phasen verlaufen und mit Autos mit 2-Liter-Motoren beginnen, gefolgt von Modellen mit 1,2- und 1,6-Liter-Motoren.

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Fr, 2016-02-05 18:03
Athen (dpa)

Polizisten und Feuerwehr demonstrieren in Athen - Esel auch dabei

Athen (dpa) - Aus Protest gegen geplante Rentenkürzungen und Personalabbau haben rund 3000 Polizisten, Feuerwehrleute und Beamte der Küstenwache im Zentrum Athens demonstriert. Die Aktion verlief am Freitagabend friedlich. Allerdings kam es zu einem Verkehrschaos im Zentrum der griechischen Hauptstadt, wie das Fernsehen berichtete. Am Rande der Demonstration setzten Unbekannte einen Esel vor dem Parlament in Athen aus. «Unsere Geduld ist am Ende», hieß es auf einem auf dem Rücken des Esels befestigten Papier.

Auf dem Papier war auch ein Foto des Regierungschefs Alexis Tsipras und zweier seiner Minister abgedruckt, wie das Fernsehen und mehrere Nachrichtenportale berichteten. Das verängstigte Tier wurde von Feuerwehrleuten eingefangen und sollte einem Tierschutzverein übergeben werden. Sämtliche griechische Medien verurteilten die Aktion als Tierquälerei.  

Fr, 2016-02-05 18:19
Brüssel (dpa)

Belgien will 1000 neue Stellen im Anti-Terror-Kampf schaffen

Brüssel (dpa) - Im Kampf gegen den Terrorismus will Belgien im Sicherheitsapparat auf Bundesebene bis 2019 insgesamt 1000 neue Stellen schaffen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Freitag.

Der belgische Geheimdienst soll demnach um 103 Bedienstete aufgestockt werden, die Spezialeinheiten der Polizei um 70 Mitglieder wachsen. Für den Grenzschutz sind 115 neue Stellen vorgesehen. Unter anderem auch im Justizapparat und beim militärischen Geheimdienst soll das Personal verstärkt werden.

Die Regierung hat zudem über die Verwendung von etwa 300 Millionen Euro aus einem speziellen Topf von 400 Millionen Euro entschieden, der nach den islamistischen Attentaten von Paris im November eingerichtet worden war. Das Geld soll teilweise die neuen Stellen finanzieren, zur Anschaffung neuer Ausrüstungsgegenstände genutzt werden oder in Projekte zur Internetsicherheit oder zum Schutz nuklearer Anlagen fließen.

Belgien gilt als terrorgefährdetes Land. Weil aus Behördensicht ein Anschlag drohte, wurde in der Hauptstadt Brüssel zum Jahreswechsel das Silvesterfeuerwerk gestrichen. Mehrere Verdächtige der Pariser Anschläge hatten Verbindungen nach Belgien.

Fr, 2016-02-05 18:04
Zwischenahn (dpa)

Rügenwalder Mühle ruft Teewurst zurück

Bad Zwischenahn (dpa) - Der Lebensmittelhersteller Rügenwalder Mühle hat das Produkt «Rügenwalder Teewurst grob» zurückgerufen. Hintergrund sei eine mögliche mikrobielle Verunreinigung, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Betroffen seien die 167-Gramm-Packungen im Darm mit der Chargennummer WE 630102, Mindesthaltbarkeitsdatum 3. bis 9. März 2016. Das Produkt werde an den Theken von Fleischereien und Supermärkten verkauft. Bei einer Kontrolle sei eine mögliche Verunreinigung mit Verotoxin-bildenden Escherichia coli (VTEC) nachgewiesen worden.

Das Unternehmen wies ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich kleinstückige, offene Thekenware im 167-Gramm-Darm zurückgerufen werde. Diese Wurst sei im ganzen Stück samt Angabe von Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer verkauft worden. Abgepackte Selbstbedienungsprodukte seien hingegen nicht betroffen.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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Fr, 2016-02-05 18:27
Aleppo (dpa)

Nach Kämpfen: Zehntausende Syrer flüchten Richtung türkische Grenze

Die türkische Regierung rechnet mit bis zu 70 000 Syrern, die wegen der Kämpfe bei Aleppo in das Nachbarland wollen. An der geschlossenen Grenze geht die Zahl der Flüchtlinge schon jetzt in die Zehntausende - und schwillt weiter an.

Aleppo (dpa) - Schwere Gefechte beim Vormarsch der Regimetruppen in Nordsyrien zwingen Zehntausende Bewohner der Region um die Großstadt Aleppo zur Flucht in Richtung Türkei. Bis zu 30 000 syrische Flüchtlinge harrten am Freitag nahe der geschlossenen Grenze am Übergang Bab al Salam sowie in der Stadt Asas nur wenige Kilometer vom türkischen Staatsgebiet entfernt aus, wie das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) in Amman am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ob und wann die Menschen in die Türkei eingelassen werden würden, war am Freitag zunächst unklar.

Die türkische Regierung rechnet mit bis zu 70 000 Flüchtlingen aus der Region um Aleppo, Menschenrechtler gehen von etwa 40 000 Vertriebenen in der Provinz aus. Die Türkei hat mit 2,5 Millionen Menschen die meisten Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen.

Die Bundesregierung und die Nato machten Syriens Verbündeten Russland wegen der massiven Luftschläge nördlich von Aleppo zugleich für das Stocken der Genfer Friedensgespräche mitverantwortlich.

Syrische Regimetruppen rückten in der Region am Freitag mit Hilfe russischer Luftschläge weiter vor: Zusammen mit verbündeten Kämpfern der Schiitenmiliz Hisbollah und iranischen Einheiten eroberten sie die Stadt Ratjan - insgesamt wurden auf beiden Seiten mehr als 120 Menschen getötet.

Die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatten zuletzt die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der Türkei gekappt und auch den Belagerungsring um zwei Dörfer der Regimeanhänger nach drei Jahren durchbrochen.

Während das Regime den Westen Aleppos kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden des Stadtgebietes. Mit der Offensive der Regierungseinheiten läuft das letzte große Stadtzentrum in Rebellenhand Gefahr, eingekesselt zu werden.

«Wir werden unsere Politik der offenen Tür fortsetzen», hatte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag in London bei der Syrien-Geberkonferenz gesagt. Die regierungsnahe türkische Zeitung «Yeni Safak» berichtete, Versorgungsgüter, unter anderem Zelte und Nahrung, würden aus der Türkei über die Grenze gebracht.

Die Bundesregierung appellierte an Russland, seiner Verantwortung für die Lösung des Syrien-Konflikts gerecht zu werden. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Regierungen, die für die Angriffe auf Aleppo verantwortlich seien, «scheinen ein Scheitern der Bemühungen um eine politische Lösung in Kauf zu nehmen».

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warf Russland vor, den Konflikt mit seinen Bombardements gegen Rebellen anzuheizen. Frankreichs UN-Botschafter François Delattre verurteilte die Offensive des syrischen Regimee. «Man kann von der Opposition nicht erwarten, dass sie mit einer Pistole an der Schläfe verhandelt», sagte Delattre am Freitag in New York.

Moskau wies die Schuldzuweisungen zurück. Russland setze sich für eine friedliche Lösung des Konflikts ein, unterstütze die syrische Regierung aber im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September die Offensive der syrischen Regierungstruppen mit Raketen- und Bombenangriffen.

Einen Tag vor dem Start der Münchner Sicherheitskonferenz sollen die Friedensgespräche für Syrien - über deren Stocken UN-Sondervermittler Staffan de Mistura den Sicherheitsrat am Freitag informierte - wieder in Gang gebracht werden. In der bayerischen Landeshauptstadt ist eine Syrien-Verhandlungsrunde mit Vertretern aus fast 20 Staaten geplant. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass auch die Außenminister Saudi-Arabiens und des Irans teilnehmen werden. Es wäre die erste Begegnung von Regierungsvertretern der beiden Rivalen seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Anfang Januar.

Fr, 2016-02-05 18:13
Aleppo/Kilis (dpa)

«Wir fühlen uns verlassen» - Zehntausende fliehen aus Aleppo Von Shabtai Gold und Weedah Hamzah, dpa

Droht Aleppo das gleiche Schicksal wie Madaja? Während syrische Truppen mit Hilfe ihrer Verbündeten dort vorrücken, geht in der Stadt die Angst vor einer Belagerung um. Viele sind zu arm, um zu fliehen.

Aleppo/Kilis (dpa) - Der Vormarsch der syrischen Regierungstruppen auf Aleppo treibt Abertausende Menschen in die Flucht. Männer, Frauen und Kinder verlassen in Scharen die einstige Handelsmetropole in der Hoffnung, Schutz in der benachbarten Türkei zu finden - auch wenn die Grenze dort geschlossen ist. «Hunderte Geschosse gingen über unseren Köpfen nieder. Wir können kaum glauben, dass wir es da herausgeschafft haben», erzählt Abu Haitham, der wie so viele andere in den vergangenen Tagen aus Aleppo in Richtung Grenze geflohen ist. «Es ist schlimm zurzeit, aber Gott wird uns helfen», fügt er hoffnungsvoll via Skype hinzu.

Unterstützt durch russische Luftschläge ist Syriens Armee in den vergangenen Tagen nördlich der Großstadt vorgerückt, die teilweise in der Hand von Rebellengruppen ist. Nun haben die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad die wichtigste Nachschubroute der Aufständischen von Aleppo zur türkischen Grenze abgeschnitten. Nur eine Straße dorthin ist noch offen.

Bis zu 30 000 Flüchtlinge harren nach UN-Angaben inzwischen nahe der Grenze zur Türkei aus. Allein am geschlossenen Grenzübergang Bab al Salam warteten bis zu 20 000 Menschen, zwischen 5000 und 10 000 weitere Vertriebene in der Grenzstadt Asas nur wenige Kilometer vom türkischen Staatsgebiet entfernt. In die syrische Stadt Afrin etwas weiter im Landesinnern hätten sich weitere etwa 10 000 Menschen geflüchtet, teilte das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) in Amman am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte schon am Donnerstag erklärt, 70 000 Menschen seien aus Lagern in Nordsyrien auf der Flucht Richtung Türkei - das bereits 2,5 Millionen Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen hat.

Die Rebellen sind jetzt sowohl von den Regierungstruppen als auch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) umzingelt. Zudem hat die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger von Al-Kaida, in den vergangenen Wochen Hunderte - wenn nicht Tausende - schwerbewaffnete Kämpfer von der Nachbarprovinz Idlib nach Aleppo verlegt.

«Wir fühlen uns verlassen. Die Menschen, die im Osten Aleppos geblieben sind, können sich eine Flucht schlichtweg nicht leisten», beklagt Aktivist Omar Halabi in Aleppo via Skype. Und Ismail Abdullah beschreibt über Facebook, was Einwohnern wie ihm am meisten Angst macht: «Die Menschen fürchten, belagert zu werden.» Krankenhäuser seien schwer beschädigt, Bäckereien gingen die Vorräte aus, die Angst vor dem Verhungern gehe um - die Nachrichten von Hungertoten in belagerten Städten wie Madaja haben die Einwohner aufgeschreckt.

«Die Lage ist extrem instabil. Wir rechnen mit schweren humanitären Folgen», sagt Pablo Marco von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). «Wir beobachten bereits große Menschenmassen, die sich auf der Suche nach Schutz Richtung türkische Grenze bewegen.» Seine Organisation wolle die dort gestrandeten Flüchtlinge mit dem Nötigsten versorgen. Unter ihnen ist auch eine Frau, die verzweifelt in eine TV-Kamera schreit: «Da sind die russischen Flugzeuge, der Islamische Staat und die Iraner. Wie sollen wir uns Ihrer Meinung nach selbst retten?»

Fr, 2016-02-05 17:29
Janeiro/Hamburg (dpa)

Experte: Bislang 15 Zika-Infizierte in Deutschland

Das Zika-Virus bleibt mysteriös. Hat es auch mit einer bestimmten Lähmungserkrankung zu tun? Bislang wiesen Ärzte das Virus bei 15 Menschen in Deutschland nach, die zuvor in Lateinamerika waren.

Rio de Janeiro/Hamburg (dpa) - In Deutschland haben bereits 15 Menschen das Zika-Virus aus Lateinamerika eingeschleppt. Das sagte der Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Jonas Schmidt-Chanasit, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. In Mittel- und Südamerika hat sich das Virus in den vergangenen Monaten explosionsartig verbreitet. Das Institut in Hamburg ist das Zika-Referenzlabor in Deutschland.

Der Erreger wird von bestimmten Stechmücken übertragen. Er steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren Fehlbildungen bei Babys im Mutterleib auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Normalerweise verursacht das Virus grippeähnliche Symptome. Nicht jeder Infizierte erkrankt. Besonders stark betroffen vom aktuellen Ausbruch ist Brasilien.

Im Zusammenhang mit dem Zika-Virus sind in Rio de Janeiro auch mehrere schwere Fälle der Lähmungskrankheit Guillain-Barré bekannt geworden. Wie die Zeitung «O Globo» berichtete, behandelte das Hospital Universitário Antônio Pedro seit Januar 16 Fälle. Zwei Patienten, die sich mit Zika infiziert hatten, befänden sich in sehr ernstem Zustand. Normalerweise habe man fünf Fälle pro Jahr.

Schon ein Zika-Ausbruch 2013/2014 in Französisch-Polynesien ging einher mit einem Anstieg des Guillain-Barré-Syndroms. Typische Symptome dieser entzündlichen Erkrankung der Nerven sind Lähmungen, die meist an den Händen oder Füßen beginnen. Auch die Atemwege können lahmgelegt werden. Die Ursache für die Erkrankung ist unklar. Häufig tritt das Guillain-Barré-Syndrom nach einer Infektion auf. Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome zurück.

Einige Behörden hatten in Lateinamerika Frauen geraten, jetzt nicht schwanger zu werden. Dies stieß auf Kritik bei UN-Menschenrechtlern. Es sei nun besonders wichtig, dass Frauen über Schwangerschaften entscheiden könnten, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad Al-Hussein, in Genf. In mehreren betroffenen Ländern sei sexuelle Gewalt gegen Frauen ein weit verbreitetes Problem. Da genüge der Ratschlag nicht, Schwangerschaften zu vermeiden.

Im Kampf gegen die Mückenart Aedes aegypti, die das Zika-Virus überträgt, sollen allein im Bundesstaat Rio de Janeiro 71 000 Soldaten zum Einsatz kommen. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, werden die Soldaten am 13. Februar vor allem an Bewohner der Olympiastadt Informationsmaterial zum Schutz gegen die Moskitos verteilen. Insgesamt sollen bei dem Aktionstag nach Karneval 220 000 Soldaten landesweit im Einsatz sein. Ziel ist es, drei Millionen Menschen in 356 Städten und Gemeinden zu erreichen. In einer zweiten Etappe sollen 50 000 Militärs in besonders betroffenen Gegenden in Häusern mit Insektiziden Moskitos und Eiablageplätze zerstören.

Zika war auch Thema bei einem Treffen von US-Präsident Barack Obama mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Juan Manuel Santos. Das Weiße Haus kündigte am Donnerstagabend an, beide Länder würden ihren Kampf gegen das Virus verstärken. Gemeinsame Forschung an einem Impfstoff solle ebenso vorangetrieben werden wie der Austausch von Daten.

Das Zika-Virus kann möglicherweise auch durch Speichel übertragen werden. Wie das Institut Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz) mitteilte, habe man das Virus in Speichel- und Urinproben nachgewiesen. Nach Angaben von Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin ist der Nachweis von Erbsubstanz in Urin und Speichel schon bekannt. «Nur wenn das Virus angezüchtet werden kann, wäre das eine Neuigkeit.» Dann wäre das ein Beleg für neue Übertragungswege.

Im Kampf gegen Zika will Brasilien auf neue Diagnosetests aus Deutschland setzen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde Anvisa wird man landesweit Antikörper-Tests des Unternehmens Euroimmun aus Lübeck zulassen. Es hat nach eigenen Angaben das «weltweit erste Komplett-Paket für den serologischen Nachweis von Zika-Virus-Infektionen entwickelt». Damit sollen auch das Dengue- und das Chikungunya-Fieber schneller festgestellt werden können.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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Fr, 2016-02-05 18:00
Kabul/Islamabad (dpa)

Dritte Planungsrunde zum Frieden mit den Taliban beginnt Samstag

Kabul/Islamabad (dpa) - Ein drittes Treffen der neuen Friedensallianz für Afghanistan findet am Samstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad statt. Im Dezember hatten die Regierungen Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA beschlossen, noch einmal zu versuchen, die Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen. Zwei Planungstreffen der Gruppe im Januar - ohne Vertreter der Taliban - brachten bislang aber kaum konkrete Ergebnisse. Ein Sprecher des afghanischen Außenministeriums, Chairullah Asis, sagte am Freitag, er erwarte, dass der Friedensfahrplan am Samstag fertig werde. Es sei nicht mehr viel Zeit bis zur Frühjahrsoffensive der Taliban.

Die Aufständischen haben sich gegen den Prozess ausgesprochen. Seit Monaten bedrängen sie die afghanischen Sicherheitskräfte schwer. Zuletzt waren Gesprächsversuche im Juli gescheitert, nachdem der Tod des langjährigen Taliban-Führers Mullah Mansur bekannt geworden war. Das hatte die Taliban in interne Machtkämpfe gestürzt.

Fr, 2016-02-05 17:38
Berlin (dpa)

Berliner wegen Hetze auf Facebook zu 3500 Euro Geldstrafe verurteilt

Berlin (dpa) - Weil er fremdenfeindliche Hetze auf Facebook verbreitet hat, muss ein Berliner eine Geldstrafe von 3500 Euro zahlen. Der 45-Jährige sei der Volksverhetzung schuldig, befand ein Amtsgericht am Freitag. Der Familienvater habe ein Video mit einem «abscheulichen, menschenverachtenden» Liedtext über Facebook für andere Internet-Nutzer wahrnehmbar veröffentlicht. Der Angeklagte hatte erklärt, er habe das Video zufällig im Internet entdeckt und angeklickt. Er habe sich «nichts dabei gedacht und auch nicht gegen Ausländer hetzen wollen». Er bereue sein Verhalten. Ermittler hatten das Video entdeckt und den Angeklagten im August 2015 in dessen Wohnung aufgesucht.

Fr, 2016-02-05 17:18
Aleppo (dpa)

Zehntausende Syrer fliehen wegen Kämpfen bei Aleppo Richtung Türkei

Die türkische Regierung rechnet mit bis zu 70 000 Syrern, die wegen heftiger Kämpfe bei Aleppo in das Nachbarland flüchten wollen. An der geschlossenen Grenze wird die Masse der Flüchtlinge immer größer.

Aleppo (dpa) - Schwere Gefechte beim Vormarsch der Regimetruppen in Nordsyrien zwingen Zehntausende Bewohner der Region um die Großstadt Aleppo zur Flucht in Richtung Türkei. Etwa 40 000 Flüchtlinge waren am Freitag nach Schätzungen von Menschenrechtlern auf dem Weg zur türkischen Grenze oder warteten dort auf Einlass. Mindestens 10 000 Menschen waren Hilfsorganisationen zufolge in der Nähe der geschlossenen Grenzübergänge. Ob und wann sie eingelassen werden würden, war zunächst unklar. Die Bundesregierung und die Nato machten Syriens Verbündeten Russland wegen der massiven Luftschläge nördlich von Aleppo für das Stocken der Genfer Friedensgespräche mitverantwortlich.

Syrische Regimetruppen rückten in der Region am Freitag mit Hilfe russischer Luftschläge weiter vor: Zusammen mit verbündeten Kämpfern der Schiitenmiliz Hisbollah und iranischen Einheiten eroberten sie die Stadt Ratjan - insgesamt wurden auf beiden Seiten mehr als 120 Menschen getötet. Die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatten zuletzt die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der Türkei gekappt und auch den Belagerungsring um zwei Dörfer der Regimeanhänger nach drei Jahren durchbrochen.

Während das Regime den Westen Aleppos kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden des Stadtgebietes. Mit der Offensive der Regierungseinheiten läuft das letzte große Stadtzentrum in Rebellenhand Gefahr, eingekesselt zu werden.

Die türkische Regierung fürchtet bis zu 70 000 Flüchtlinge aus der Region um Aleppo. Das Land hat mit 2,5 Millionen Menschen die meisten Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen. «Wir werden unsere Politik der offenen Tür fortsetzen», hatte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag in London bei der Syrien-Geberkonferenz gesagt. Nach einem Bericht der regierungsnahen türkischen Zeitung «Yeni Safak» würden Versorgungsgüter, unter anderem Zelte und Nahrung, aus der Türkei über die Grenze gebracht.

Die Bundesregierung appellierte an Russland, seiner Verantwortung für die Lösung des Syrien-Konflikts gerecht zu werden. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Regierungen, die für die Angriffe auf Aleppo verantwortlich seien, «die scheinen ein Scheitern der Bemühungen um eine politische Lösung in Kauf zu nehmen».

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warf Russland vor, den Konflikt mit seinen Bombardements gegen Rebellen anzuheizen. Frankreichs UN-Botschafter François Delattre verurteilte das syrische Regime für ihre Offensive. «Man kann von der Opposition nicht erwarten, dass sie mit einer Pistole an der Schläfe verhandelt», sagte Delattre am Freitag in New York.

Moskau wies die Schuldzuweisungen zurück. Russland setze sich für eine friedliche Lösung des Konflikts ein, unterstütze die syrische Regierung aber im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die russische Luftwaffe unterstützt seit Ende September eine Offensive der syrischen Regierungstruppen mit Raketen- und Bombenangriffen.

Einen Tag vor dem Start der Münchner Sicherheitskonferenz sollen die Friedensgespräche - über deren Stocken UN-Sondervermittler Staffan de Mistura den Sicherheitsrat am Freitag informierte - wieder in Gang gebracht werden. In der bayerischen Landeshauptstadt ist eine Syrien-Verhandlungsrunde im sogenannten «Wiener Format» mit Vertretern aus fast 20 Staaten geplant. Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass auch die Außenminister Saudi-Arabiens und des Irans teilnehmen werden. Es wäre die erste Begegnung von Regierungsvertretern der beiden Rivalen seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen Anfang Januar.

Fr, 2016-02-05 17:31
Berlin (dpa)

Berliner Druck auf Türken und Griechen - Asylantrag-Stau in Nürnberg Von Werner Herpell, dpa

Rund eine Million Asyl-Anträge könnten dieses Jahr auf den Schreibtischen der zuständigen Nürnberger Bundesbehörde landen. Der Druck auf die deutsche Politik in der Flüchtlingskrise ist also enorm. Ankara und Athen sind wichtige Ansprechpartner.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung erhöht wegen des unverminderten Andrangs von Flüchtlingen den Druck auf die Türkei und Griechenland, Hilfszusagen in der Krise einzuhalten und ihre Grenzen besser zu kontrollieren. Deswegen will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag erneut nach Ankara reisen, um mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu sprechen.

Dabei geht es um die Umsetzung des Ende 2015 vereinbarten EU-Türkei-Aktionsplans, für den die Europäische Union (EU) Ankara drei Milliarden Euro zugesagt hat, wie Merkel am Freitag in Berlin sagte. Ziel sei unter anderem, den Schutz der EU-Außengrenzen zu verbessern, um auch die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu reduzieren. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es sei erkennbar, dass das Schlepper-Unwesen vor der türkischen Küste noch immer existiere.

Am 18. und 19. Februar befasst sich wieder ein EU-Gipfel mit der Krise. Angesprochen auf die sinkende Zustimmung für ihre Flüchtlingspolitik in Deutschland, sagte Merkel: «Es gibt eine sehr große Zahl in Deutschland, die der Meinung ist, dass wir Menschen in Not helfen müssen. (...) Wir wollen die Fluchtursachen bekämpfen.»

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte die Türkei auf, mit der Umsetzung des Abkommens zu beginnen. Es komme jetzt darauf an, dass die Türkei ihre Verpflichtungen erfülle und dafür sorge, dass die Grenzen tatsächlich kontrolliert werden, sagte er bei einem EU-Ministertreffen in Amsterdam. «Wir müssen dafür sorgen, dass der Strom der Flüchtlinge über die Ägäis im kommenden Frühjahr nicht ähnlich hoch wird wie in den vergangenen Jahren.»

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach sich in Athen dafür aus, Flüchtlinge in Griechenland umfassend zu registrieren, ihre Umverteilung zu organisieren und den Andrang mit Grenzkontrollen einzudämmen. Bei einem Treffen mit den Innenministern Griechenlands und Frankreichs sicherte de Maizière zugleich deutsche Unterstützung mit weiteren 100 Polizisten und zwei Schnellbooten zu. Es gelte nun, vereint und schnell zu handeln. «Sonst bricht innerhalb eines Jahres alles zusammen, was Europa sich innerhalb von Jahrzehnten mühsam erarbeitet hat.» De Maizière lobte aber auch Fortschritte bei der Errichtung der Registrierungszentren, der sogenannten Hotspots.

Die nächste Fluchtbewegung Richtung Europa ist bereits absehbar: Schwere Gefechte in Nordsyrien zwingen Zehntausende Bewohner der Region um die Großstadt Aleppo zur Flucht in Richtung Türkei - etwa 40 000 Flüchtlinge waren am Freitag nach Schätzungen von Menschenrechtlern auf dem Weg zur Grenze oder warteten dort auf Einlass. Ankara befürchtet, dass bis zu 70 000 Flüchtlinge aus der Region um Aleppo kommen. Die Türkei hat mit 2,5 Millionen Menschen die meisten Menschen aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen.

Auch der Druck auf Deutschland in der Flüchtlingskrise ist unverändert hoch: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schiebt derzeit bis zu 770 000 offene Asyl-Fälle vor sich her - trotz aller Bemühungen, die Lage in den Griff zu kriegen. Es gebe gut 370 000 unerledigte Asylanträge, sagte BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise am Freitag in Berlin. Hinzu kämen 300 000 bis 400 000 Menschen, die eingereist seien, aber noch keinen Asylantrag gestellt hätten.

Das BAMF will nun neue «Ankunftszentren» in allen Bundesländern einrichten, um den enormen Rückstand mit 48-Stunden-Schnellverfahren abzubauen. Geplant sind etwa 20 solcher Zentren. Mit Blick auf den weiteren Zugang von Flüchtlingen sagt Weise, das BAMF müsse 2016 mit einem «Arbeitsvolumen» von mehr als einer Million Anträgen rechnen. Diese Zahl sei mit dem bisher eingeplanten Personal zu bewältigen. Wenn es mehr würden, müssten weitere Mitarbeiter her. Schon 2015 wurden mehr als eine Million Asylbewerber in Deutschland registriert - so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Auch im Januar erfassten die Behörden wieder mehr als 90 000 Asylsuchende.

Bundespräsident Joachim Gauck forderte eine offene Diskussion über die Begrenzung des Flüchtlingszuzugs. Begrenzungsstrategien könnten «moralisch und politisch geboten» sein, sagte Gauck im WDR-Rundfunk. Gerade in dem Bemühen, möglichst vielen Menschen helfend zur Seite zu stehen, könne es begründet sein, «dass man nicht allen hilft».

Fr, 2016-02-05 18:00
Dresden (dpa)

Pegida-Aktionstag in mehreren europäischen Städten

Dresden (dpa) - Die deutsche Pegida-Bewegung und weitere fremdenfeindliche Zusammenschlüsse in anderen europäischen Staaten planen am Samstag einen gemeinsamen Aktionstag. Demonstrationen sind in Dresden und anderen Städten geplant, darunter Prag, Warschau,  Amsterdam und Birmingham. In Dresden werden bis zu 15 000 Pegida-Anhänger sowie 10 000 Gegendemonstranten erwartet. Rund um den Aufzug der islam- und fremdenfeindlichen Bewegung soll es Meetings, Mahnwachen und Friedensgebete geben. Die Polizei befürchtet Zusammenstöße zwischen Pegida-Anhängern und Gegnern und ist mit rund 1000 Polizisten in der Elbestadt im Einsatz.

Fr, 2016-02-05 17:32
Washington (dpa)

Bayer gerät in Konflikt mit US-Umweltbehörde

Washington (dpa) - Der Chemiekonzern Bayer stemmt sich gegen eine Aufforderung der US-Umweltbehörde EPA, den Einsatz des Schädlingsbekämpfers Flubendiamid in den USA zu stoppen. Der Wirkstoff kommt im Bayer-Insektizid Belt zum Einsatz und ist seit 2014 auch in der Europäischen Union zugelassen.

Die US-Umweltbehörde befürchtet, dass der Wirkstoff Wasserorganismen schaden könnte, die in der Nähe von Feldern leben. Bayer hält dagegen, dass das Produkt bereits seit mehr als sieben Jahren ohne Hinweise auf Schäden eingesetzt wird. Außerdem basiere die Einschätzung der Behörde auf theoretischen Modellen, die Risiken überbewerten würden.

Der Konzern lässt es auf eine rechtliche Überprüfung der Zulassung durch die Behörde ankommen. Während der Prüfung darf das Insektizid in den USA weiterhin verkauft und eingesetzt werden.

Fr, 2016-02-05 17:48
Aleppo (dpa) 

UN: Bis zu 30 000 syrische Flüchtlinge an türkischer Grenze

Aleppo (dpa) - Wegen der heftigen Kämpfe um die nordsyrische Großstadt Aleppo haben sich UN-Angaben zufolge bis zu 30 000 syrische Flüchtlinge nahe der Grenze zur Türkei versammelt. Allein am geschlossenen Grenzübergang Bab al Salam warteten bis zu 20 000 Menschen auf Einlass in das Land, wie das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) in Amman am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zusätzlich harrten zwischen 5000 und 10 000 Vertriebene in der Grenzstadt Asas nur wenige Kilometer vom türkischen Staatsgebiet entfernt aus. In die syrische Stadt Afrin etwas weiter im Landesinnern hätten sich weitere etwa 10 000 Menschen geflüchtet.

Fr, 2016-02-05 17:29
York (dpa)

Frankreich zu Syrien-Gesprächen: «Wir werden nicht aufgeben»

New York (dpa) - Trotz Aussetzen der Syrien-Gespräche hält Frankreich an der Hoffnung auf eine Lösung des festgefahrenen Konflikts fest. «Wir werden nicht aufgeben», sagte Frankreichs UN-Botschafter François Delattre vor einem Briefing mit Sondervermittler Staffan de Mistura am Freitag in New York. «Wir haben keine Zeit, wir können nicht warten.» Zugleich verurteilte er die von Russland unterstütze syrische Offensive auf die schwer umkämpfte Metropole Aleppo. «Man kann von der Opposition nicht erwarten, dass sie mit einer Pistole an der Schläfe verhandelt», sagte Delattre.

«Wir müssen es weiter versuchen, Gespräche oder keine Gespräche», sagte Russlands Botschafter Witali Tschurkin. Er wies die Schuldzuweisungen des Westens wegen der stockenden Gespräche zurück. Russland habe die Lage nicht eskalieren lassen, sondern Syrien habe seinen Kampf gegen Terroristen verstärkt, sagte Tschurkin. «Dies ist keine gute Zeit für gegenseitige Beschuldigungen.»

Vor einer Wiederaufnahme der Gespräche müsse im höchsten UN-Gremium Vertrauen aufgebaut werden, damit die Opposition an den Verhandlungstisch kommen könne, sagte Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft.

Fr, 2016-02-05 17:41
Berlin/Hamburg (dpa)

Experte: Bislang 15 Zika-Infizierte in Deutschland

Berlin/Hamburg (dpa) - In Deutschland haben bereits 15 Menschen das Zika-Virus aus Lateinamerika eingeschleppt. Das sagte der Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Jonas Schmidt-Chanasit, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. In Mittel- und Südamerika hat sich das Virus in den vergangenen Monaten explosionsartig verbreitet. Das Institut in Hamburg ist das Zika-Referenzlabor in Deutschland.

Der Erreger steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren starke Schädelfehlbildungen bei deren Babys auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Geistige Behinderungen sind meist die Folge.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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