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Beutel-Set

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Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

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Fr, 2015-07-31 10:32
Berlin (dpa)

Kurdenpräsident Barsani: PKK überschätzt sich

Berlin (dpa) - Der Präsident des autonomen Gebiets Kurdistan im Nordirak, Massud Barsani, hat die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK mitverantwortlich für das Ende des Aussöhnungsprozesses in der Türkei gemacht. «Dass der Friedensprozess zwischen Türken und Kurden bedroht ist, liegt nicht nur am türkischen Präsidenten Erdogan, sondern auch an Hardlinern bei der PKK, die keinen Frieden wollen», sagte er dem Münchener Magazin «Focus».

Die PKK ist in der Türkei verboten und wird von westlichen Staaten als terroristisch eingestuft. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte kürzlich einen Friedensprozess mit der PKK abgebrochen und seine Luftwaffe schwere Angriffe auf PKK-Einrichtungen im Nordirak fliegen lassen. Gleichzeitig räumte er den USA das lange verweigerte Recht ein, von der Türkei aus die sunnitische Terrormiliz IS zu bombardieren, die im Irak und in Syrien große Gebiete erobert hat.

«Die PKK überschätzt sich selbst», sagte Barzani. Das Abkommen der Türkei mit den USA werde «eine enorme Wirkung in der Region entfalten». Er befürchte aber, dass bei weiteren Kämpfen der Nordirak zum Schlachtfeld werde.

Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter versicherte, Barsanis Kurdentruppen könnten weiter mit deutscher Militärhilfe rechnen. Er kritisierte aber Ankara: «Mit der Beendigung des Friedensprozesses setzt Erdogan auf unverantwortliche Weise die Aussöhnung mit den Kurden aufs Spiel», sagte Kiesewetter dem «Focus». Deutschland und die Nato-Staaten dürften sich von der Türkei nicht für einen innenpolitischen Konflikt instrumentalisieren lassen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour, kritisierte dagegen die deutsche Waffenhilfe für die Kurden. «Da die Bundesregierung nie ausschließen konnte, dass die Waffen an die Peschmerga nicht auch an die PKK weitergegeben werden können, muss sie sofort weitere Waffenlieferungen an die Kurden unterlassen», sagte er. «Das gilt aber auch für die Türkei, die gerade in einen Bürgerkrieg schlittert.»

Fr, 2015-07-31 10:09
Abuja (dpa)

Fünf Tote bei Bombenanschlag auf Markt in Nigeria

Abuja (dpa) - Bei einem Bombenanschlag mutmaßlicher Islamisten auf einen Markt sind am Freitag im Nordosten Nigerias mindestens fünf Menschen getötet worden. Drei weitere Menschen seien schwer verletzt worden, sagte der Anführer einer Bürgerwehr, der anonym bleiben wollte. Unter den Opfern sei auch der Selbstmordattentäter. Es gebe Vermutungen, dass die Bombe frühzeitig explodiert sei, da der normalerweise belebte Gamboru-Markt am Morgen noch recht leer gewesen sei. Sonst hätte es wahrscheinlich mehr Tote gegeben.

Es ist nicht der erste Anschlag auf den Markt: Bereits im Mai hatte ein Islamist dort vier Menschen in den Tod gerissen. Für die Taten soll die Terrorgruppe Boko Haram verantwortlich sein, die seit 2009 bereits mindestens 14 000 Menschen getötet hat. Seit einiger Zeit verübt sie auch immer wieder Anschläge in den Nachbarländern Niger, Kamerun und Tschad.

Fr, 2015-07-31 10:50
Paris/Saarbrücken (dpa)

Frankreichs Endlager-Pläne sorgen für Ärger in Deutschland Von Jörg Fischer und Sebastian Kunigkeit, dpa

Wohin mit dem Atommüll? In Frankreich läuft alles auf Bure im Nordosten des Landes hinaus - nur gut 120 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das Pariser Vorpreschen bei dem Projekt sorgt in Deutschland für Ärger.

Paris/Saarbrücken (dpa) - Keine Debatte, keine Abstimmung: In letzter Minute hat Frankreichs Regierung vor einigen Wochen zwei Seiten Text in ein ohnehin umstrittenes Wirtschaftsgesetz eingefügt. Der Passus hat es in sich, denn er forciert das geplante Atommüll-Endlager in Lothringen, nur etwas mehr als 120 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Dank eines Verfassungskniffs ging das Gesetz ohne Abstimmung durchs Pariser Parlament - seitdem köchelt es in den deutschen Grenzregionen.

Hiesige Umweltpolitiker sehen im «Loi Macron» eine Vorfestlegung auf den Standort im kleinen Dorf Bure westlich von Nancy. Grünen-Chefin Simone Peter sprach von einem «Affront». «Die Entscheidung zum Atommüllendlager in einem Gesetz für mehr Wirtschaftswachstum zu verstecken, widerspricht allen Regeln der Transparenz und der gut nachbarschaftlichen Beziehungen», wetterte der SPD-Europaabgeordnete und einstige Saar-Umweltminister Jo Leinen. Der saarländische Landtag sprach sich sogar pauschal und einstimmig gegen die Einrichtung eines Endlagers in Bure aus.

Auch die Bundesregierung will nun Aufklärung von Paris. Das Umweltministerium wolle das Thema in der deutsch-französischen Kommission für Fragen der Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen aufgreifen, sagte eine Sprecherin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Anders als in Deutschland, wo die Frage nach dem Standort für den Atommüll seit zwei Jahren wieder völlig offen ist, läuft in Frankreich alles auf Bure hinaus. Es könnte das erste atomare Endlager im Herzen Europas werden. Vor Ort gibt es vergleichsweise wenig Protest, in einem Labor 500 Meter unter der Erde erforschen Wissenschaftler schon seit Jahren die Bedingungen für die Lagerung von mittel- und hochradioaktiven Abfällen.

Die Pariser Regierung betonte denn auch, dass sich mit dem neuen Gesetz gar nichts Grundsätzliches geändert habe. «Das Prinzip (der Einrichtung des Endlagers) wurde schon vor mehreren Jahren vereinbart», sagte Umweltministerin Ségolène Royal, die dem Prinzip der Tiefenlagerung selbst eigentlich kritisch gegenübersteht. In der Tat legt ein Gesetz aus dem Jahr 2006 die Basis für das Vorhaben der Betreibergesellschaft Andra.

Sie will 2017 den Genehmigungsantrag stellen und drei Jahre später mit dem Bau beginnen. 2025 sollen dann erste strahlende Abfälle eingelagert werden, zunächst versuchsweise. Gedacht ist das Endlager für 10 000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle sowie 70 000 Kubikmeter langlebigen mittelradioaktiven Abfall. Der Atommüll soll im Fall der Fälle wieder zurückgeholt werden können. Die Kosten wurden 2009 auf 36 Milliarden Euro geschätzt, der Endbetrag ist nach einem Bericht der Zeitung «Le Monde» noch nicht absehbar.

Das neue Gesetz von Mitte Juli schreibt die Pilotphase fest - für die Atomkraftgegner von «Burestop» nichts anderes als das versteckte grüne Licht für das Projekt. Zudem wird das Prinzip der Rückholbarkeit festgeschrieben. «Der Änderungsantrag sieht also vor, dass künftige Generationen die Lagerung in tiefen Gesteinsschichten falls es wichtige technologische Fortschritte gibt, nicht nur stoppen können, sondern die eingelagerten Abfälle auch zurückholen können, um sie anders zu behandeln», sagte Premierminister Manuel Valls. Der Anti-AKW-Verband Sortir du Nucléaire bemängelte dagegen, just dieser Passus sei viel zu vage gehalten. Die französischen Grünen gingen auf die Barrikaden und sprachen wegen des Umgehens der Abstimmung im Parlament von einer «Kriegserklärung» der Regierung.

Die rheinland-pfälzischen Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) räumte ein, zwar bedeute das französische Gesetz keine endgültige Entscheidung. Die Änderungen im französischen Umweltrecht «sprichwörtlich in letzter Minute durchzubringen», sei jedoch ein «legaler, aber heikler Trick im Gesetzgebungsverfahren». Das Bundesumweltministerium äußert sich diplomatisch: Es zeigt «großes Verständnis» für die Sorgen in den angrenzenden Bundesländern, verweist aber zugleich darauf, dass Frankreich souverän entscheide.

Umweltschützer in der Region kritisieren, Berlin verfolge das Thema nicht mit dem nötigen Nachdruck. Saar-Grünen-Chef Hubert Ulrich hofft jetzt auf die beiden Saarländer im Kabinett - Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD): «Wir müssen (Kanzlerin Angela) Merkel auf den Zug nach Paris setzen.»

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Fr, 2015-07-31 10:44
Aleppo (dpa)

Elf Tote bei Kämpfen zwischen Al-Kaida und US-Verbündeten in Syrien

Aleppo (dpa) - Bei Kämpfen zwischen Al-Kaida-Anhängern und von den USA ausgebildeten syrischen Rebellen sind mindestens elf Kämpfer ums Leben gekommen. Die Gefechte seien am Freitagmorgen nahe der nordsyrischen Stadt Asas ausgebrochen, erklärte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sechs Opfer gehörten demnach zu einer Rebellenbrigade, die in der Türkei von US-Soldaten ausgebildet worden war.

Bereits am Donnerstag hatten Anhänger der Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, laut den Menschenrechtlern acht Kämpfer dieser Einheit an einem Kontrollpunkt in der Nähe von Asas verschleppt. Die USA wollen nach eigenen Angaben jährlich rund 5000 syrische Rebellen ausbilden, die am Boden gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen sollen. Bislang sind aber laut Medienberichten erst 54 Kämpfer trainiert worden.

Fr, 2015-07-31 10:17
Freital (dpa)

Versammlungsverbot um Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Freital

Freital (dpa) - Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat für diesen Freitagabend ein Demonstrationsverbot im Umkreis der Flüchtlingsunterkunft in Freital verhängt. Von 16.00 Uhr bis Mitternacht sind alle öffentlichen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel untersagt, wie die Behörde in Pirna mitteilte. Die Kleinstadt Freital hatte in den vergangenen Wochen mit ausländerfeindlichen Protesten vor einem als Asylbewerberheim genutzten Hotel für bundesweites Aufsehen gesorgt.

Angesichts der jüngsten Konfrontationen dort und wegen aktuell in sozialen Netzwerken angekündigten Aktionen seien erneute gewalttätige Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen, hieß es zur Begründung. Nur so könne die Sicherheit von Anwohnern und Heimbewohnern gewährleistet werden.

In der Nacht zum Montag war das Auto eines Linken-Stadtrats, der Veranstaltungen gegen Rassismus mitorganisiert hatte, explodiert. Unbekannte hatten einen verbotenen Böller ins Innere des Wagens geworfen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte in den vergangenen Tagen vorgeschlagen, Flüchtlingsheime mit Bannmeilen vor gewaltbereiten Demonstranten zu beschützen. Sachsens Landesregierung sieht dafür aber keine Notwendigkeit.

Fr, 2015-07-31 10:40
Kabul (dpa)

Mullah Achdar Mansur: Neuer Taliban-Chef auf Zeit?

Kabul (dpa) - Mullah Achdar Mohammad Mansur, nach dem Tod von Mullah Omar neuer Chef der radikalislamischen Taliban, ist innerhalb der Organisation nicht unumstritten. Ob er sich gegen interne Gegner und auch die Terrormiliz IS durchsetzen kann, ist nicht klar.

Sein Leben ist eng mit den Taliban verbunden - er stammt aus Band-e-Timor, einem Dorf in der Provinz Kandahar, dem Geburtsort der Taliban. Mansur, der Ende Vierzig ist, kämpfte in den 1980ern an der Seite Mullah Omars gegen die sowjetischen Besatzer. Während der Taliban-Herrschaft in den 1990ern befehligte er sowohl die Luftwaffe als auch das zivile Luftfahrtministerium.

Nach dem Sturz der Taliban-Regierung mit Hilfe der USA Ende 2001 floh Mansur nach Pakistan. Dort wurde er 2010 zum Vize-Chef der Taliban gekürt. Gegner werfen ihm vor, bis heute eng mit pakistanischen Militärkreisen verbunden zu sein.

Mansur wird als Pragmatiker beschrieben, ohne das geheimnisumwitterte Image seines Vorgängers. Er soll Verhandlungen mit der Regierung in Kabul offen gegenüberstehen, aber auch militärische Vorteile genau kalkulieren. Einer seiner Hauptrivalen in der Führungsriege der Extremisten ist Taliban-Kennern zufolge Abdul Kajjum Sakir, Chef des Militärrates und ehemaliger Guantánamo-Insasse.

Fr, 2015-07-31 10:33
Gladbach (dpa)

Studie: Toyota bleibt Patent-Spitzenreiter - VW-Konzern holt auf

Bergisch Gladbach (dpa) - Trotz des schleppenden Starts bei den alternativen Antrieben treiben die großen Autohersteller das Thema in ihren Entwicklungsabteilungen mit Hochdruck voran. Vergangenes Jahr entfielen bei den Patenten für Autoantriebe bereits 85 Prozent auf alternative Systeme wie die Elektromobilität oder Hybridformen, die die herkömmlichen Diesel und Benziner mit Batteriekraft vereinen. Die Zahl der Patente für konventionelle Verbrennungsmotoren stagniert dagegen. Das geht aus einer Auswertung der Patente bei den globalen Automobilherstellern hervor, die das Center of Automotive Management (CAM) an der Hochschule Bergisch Gladbach am Freitag präsentierte.

Studienleiter Stefan Bratzel beschrieb den Trend als «umbruchartig». Vor allem Hybride - also zum Beispiel Autos, die lange Strecken mit dem Dieselmotor fahren und kürzere Routen mittels aufladbarem Akku - stehen im Fokus der veröffentlichten Patente. Denn fast 6000 der 13 300 geschützten Erfindungen kreisen um Hybride. Gut 4000 sind es aus dem Bereich der reinen E-Mobilität. Die Brennstoffzelle, die Wasserstoff in Energie wandelt, rangiert noch hinter konventionellen Antrieben. Dieses Bild passt zu den Einschätzungen aus der Branche, wonach künftig zunächst vor allem Hybride an Fahrt gewinnen dürften.

Bei den Patenten insgesamt bleibt Toyota der König. Mit 26 Prozent Anteil entfällt jede vierte geschützte Innovation auf die Japaner, die zusammen mit dem VW-Konzern und vor General Motors (GM) derzeit am meisten Fahrzeuge absetzen. Mit einem enormen Plus von 35 Prozent rückt Volkswagen auf Rang vier vor und verdrängt Hyundai auf Rang fünf. Honda und GM schaffen es hinter Toyota aufs Treppchen. Auch Daimler (Platz acht) und BMW (Rang zehn) steigerten ihre Patente im Vergleich zum Jahr 2013. Rückgänge auf hohem Niveau gab es für GM, aber auch die französische PSA-Gruppe (Platz neun) ließ nach.

Fr, 2015-07-31 10:35
Athen (dpa)

Tsipras vor Herkules-Aufgabe in der gespaltenen Syriza Von Takis Tsafos, dpa

Tsipras hat sich in seiner Partei durchgesetzt. Vorerst. Der linke Flügel der Syriza-Partei läuft wegen der harten Sparmaßnahmen Sturm und bereitet sich auf einen Showdown im September vor. Eine echte Herkules-Aufgabe.

Athen (dpa) - Ein tiefer Riss spaltet die griechische Regierungspartei Syriza. «Der nächste Schritt ist die Scheidung. Es geht nichts daran vorbei», sagt ein hoher Funktionär und Abgeordneter der Partei am Freitagmorgen. Dies sei das Fazit der mehr als zehnstündigen dramatischen Sitzung des Zentralkomitees der Syriza am Vortag. Der «innere Zusammenhalt» der Partei des Regierungschefs Alexis Tsipras sei gerissen. Grund sind die harten Sparmaßnahmen, denen Tsipras zugestimmt hat, damit Griechenland ein neues Hilfspaket der Geldgeber erhält und nicht finanziell zusammenbricht.

Die innerparteiliche Linke sieht das als Abweichung von den Zielen der Partei. Einige Mitglieder des Zentralkomitees sprechen von «Verrat» an den Ideen und den Wählern der Partei. Tsipras sollte «jetzt sofort» die Verhandlungen mit den Gläubigern abbrechen. Die Rückkehr zur alten Währung, der Drachme, sei die beste Lösung.  

Der endgültige Bruch wurde am Donnerstagabend vorerst abgewendet. Nun soll es nach dem Beschluss des Zentralkomitees im September bei einem Sonderparteitag zum «Showdown» kommen. «Scheidung in Raten», meinte dazu die Athener Boulevardzeitung «Ethnos» am Freitag. 

Der linke Flügel läuft Sturm. Sein Anführer Panagiotis Lafazanis «ist gestern durchgedreht», berichteten Augenzeugen von der Tagung des Zentralkomitees der Deutschen Presse-Agentur. «Heute gibt es in Griechenland keine Demokratie. Es herrscht die Diktatur des Euro», wetterte Lafazanis. Für Tsipras und seine Fraktion sei der Euro eine Art «religiöses Dogma» geworden, schimpfte er weiter. «Ja, ja, und Du wünschst Dir wohl die Diktatur des Proletariats», höhnte eine Stimme aus den Reihen der Tsipras-treuen-Fraktion. Der Bruch habe nach Ansicht von Insidern mittlerweile nicht nur politische sondern auch persönliche Dimensionen angenommen.

Tsipras dagegen blieb auf dem Boden der Tatsachen. Griechenland habe keine andere Wahl als den neuen Reform- und Sparmaßnahmen zuzustimmen, argumentierte er. Der andere Weg führe nur in die Katastrophe. Wer eine bessere Lösung hat, der soll es sagen», meinte Tsipras. «Zauberformeln» gebe es nicht.

Die Sitzung des ZK der Syriza ging kurz vor Mitternacht unter einem schlechten Stern zu Ende. Die Stimmung sei miserabel gewesen, sagen Augenzeugen. 17 Mitglieder des Syriza-Zentralkomitees - von insgesamt 201 - traten noch am späten Donnerstagabend zurück. 

«Wie soll es jetzt weitergehen?», fragten sich Kommentatoren im griechischen Rundfunk am Freitagmorgen. Der linke Syriza-Flügel hatte im Juli im Parlament in Athen zweimal gegen Reform- und Sparmaßnahmen gestimmt. Das könne so nicht weitergehen, meinte Tsipras, es sei «surreal», wenn Abgeordnete des linken Parteiflügels im Parlament gegen die Regierungspolitik stimmten, zugleich aber erklärten, sie würden die Regierung unterstützen. Die notwendigen Gesetze für weitere Hilfen für Griechenland wurden dann mit den Stimmen der meisten Oppositionsparteien gebilligt. So dürfte es weitergehen, bis alle Gesetze und das neue Hilfsprogramm gebilligt sind.

Offenbar will Tsipras im September den Augias-Stall ausmisten. Wenn sich dann der linke Flügel abspaltet, dann dürfte das Volk das Wort mit Neuwahlen haben. Tsipras hofft, sich dann endgültig von den Abweichlern zu distanzieren. Umfragen zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung ihm noch vertraut. Allerdings ist die genaue Stärke des Linksflügels, falls er sich alleine aufstellen sollte, demoskopisch noch nicht erfasst. Nicht ausgeschlossen ist die Kooperation der Tsipras-Fraktion im Parlament mit anderen Parteien, die sich für den Verbleib im Euroland aussprechen. 

Analysten in Athen rechneten auf jeden Fall mit einem turbulenten Herbst. «Wir sehen uns im September für die Abrechnung», titelte die Athener Zeitung der politischen Mitte, «Ta Nea», am Freitag. 

Fr, 2015-07-31 10:30
Berlin (dpa)

Berlin will von Paris mehr Informationen zu Atomendlager-Plänen

Berlin (dpa) - Das Bundesumweltministerium will von Paris Aufklärung über die französischen Pläne zu einem möglichen Endlager für Atommüll im lothringischen Bure. Das Ministerium gehe davon aus, dass das Mitte Juli vom Parlament in Paris beschlossene Wirtschaftsförderungsgesetz keine Vorfestlegung bedeute, sagte eine Sprecherin in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Doch werde in Frankreich derzeit Bure als einziger Standort erkundet. Daher sei davon auszugehen, dass der für 2017 geplante Genehmigungsantrag für den Standort Bure gestellt werden solle.

In das Wirtschaftsförderungsgesetz war in letzter Minute ein Passus eingefügt worden, der die Pläne der Betreibergesellschaft Andra untermauert. Sie will 2020 mit dem Bau eines Endlagers in Bure beginnen. Von 2025 an sollen erste hoch- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden. Dies hatte Sorgen im Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg geschürt. Der Saar-Landtag forderte die Bundesregierung, namentlich Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), auf, sich in Paris gegen den Standort einzusetzen.

Die Sprecherin des Bundesumweltministeriums betonte, die französische Regierung entscheide «souverän». Sie verwies aber darauf, dass das Land nach EU-Recht die Anrainer an einer Prüfung der Umweltverträglichkeit beteiligen muss. Ihr Ministerium wolle das Thema auch in der Deutsch-Französischen Kommission für Fragen der Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen aufgreifen.

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Fr, 2015-07-31 10:00
Berlin (dpa)

Hannes Jaenicke: Cecil-Jäger Palmer gehört ins Gefängnis

Berlin (dpa) - Nach dem Abschuss des Löwen Cecil hat sich Schauspieler Hannes Jaenicke (55) entschieden gegen Großwildjagden ausgesprochen. «Diese Jagd gehört grundsätzlich komplett verboten in Afrika», sagte der engagierte Tierschützer der «Berliner Zeitung» (Freitag). Aber es sei Praxis, dass reiche Leute sehr viel Geld dafür auf den Tisch legen. Regierungen würden geschmiert, sagte Jaenicke, der auch Dokumentationen über gefährdete Tierarten gedreht hat.

Der US-amerikanische Jäger, der Cecil im Hwange-Nationalpark in Simbabwe erschoss, gehöre ins Gefängnis, sagte Jaenicke. Jeder Großwildjäger, darunter Spaniens Ex-König Juan Carlos, habe solch einen Shitstorm verdient. 

Der Zahnarzt Walter Palmer hatte den 13 Jahre alten Löwen, der als ein Wahrzeichen des Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, Anfang Juli offenbar mit einem perfiden Trick aus dem Park gelockt und getötet. Die Aktion löste unter Tierschützern und im Internet einen Sturm der Entrüstung aus. Palmer, der sich zu der Tat bekannte und entschuldigte, wurde etwa in Bewertungen seiner Zahnarztpraxis auf dem Portal Yelp als Mörder beschimpft.

Fr, 2015-07-31 09:33
Bagdad (dpa)

Die wichtigsten Daten zum Zweiten Golfkrieg

Bagdad (dpa) - Rund zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Golfkrieges (1980-1988) mündete ein Konflikt zwischen dem Irak und Kuwait um Erdölförderung und die gemeinsame Grenze in den Zweiten Golfkrieg. Ein Rückblick:

2. August 1990: Die Streitkräfte des irakischen Diktators Saddam Hussein fallen in Kuwait ein.

29. November 1990: Der UN-Sicherheitsrat setzt Bagdad für die Räumung Kuwaits eine letzte Frist bis zum 15. Januar 1991.

17. Januar 1991: Nach Ablauf des Ultimatums beginnt die in Saudi-Arabien konzentrierte alliierte Streitmacht unter Führung der USA mit massiven Luftangriffen die «Operation Wüstensturm».

18. Januar 1991: Der Irak schießt erste Scud-Raketen Richtung Israel und Saudi-Arabien.

22. Januar 1991: Irak setzt kuwaitische Ölanlagen in Brand und leitet später riesige Ölmengen in den Persischen Golf.

13. Februar 1991: Bei einem Bombenangriff sterben in einem Bunker in Bagdad Hunderte von irakischen Zivilisten.

24. Februar 1991: Der Bodenkrieg beginnt. Zuvor hatten die Alliierten rund 110 000 Angriffe auf den Irak und seine Stellungen in Kuwait geflogen und eine Bombenlast von 85 000 Tonnen abgeworfen.

28. Februar 1991: Schon vier Tage nach dem Beginn des Bodenkriegs müssen Saddams Truppen kapitulieren.

3. April 1991: Der UN-Sicherheitsrat formuliert die Bedingungen für einen Waffenstillstand. Eine entsprechende Resolution verpflichtet den Irak zu weitreichenden Zugeständnissen.

12. April 1991: Der Waffenstillstand tritt formell in Kraft.

Fr, 2015-07-31 09:33
Kuwait-Stadt (dpa)

Das Golf-Emirat Kuwait im Steckbrief

Kuwait-Stadt (dpa) - Zahlen und Fakten zu Kuwait:

- Fläche: 17 818 qkm - etwas kleiner als Sachsen

- Einwohner: 2,8 Millionen, davon gut zwei Drittel Ausländer

- Hauptstadt: Kuwait-Stadt (2,7 Millionen Einwohner, 2014)

- Staatsoberhaupt: Scheich Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah

- Religion: Muslime 77 Prozent, Christen 17 Prozent

- Ölreserven: 14 Milliarden Tonnen, 6 Prozent der weltweiten Vorräte

- Bruttoinlandsprodukt pro Kopf: 2015 geschätzt rund 40 220 Euro

- Wirtschaftswachstum: 2015 geschätzt 1,8 Prozent

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Fr, 2015-07-31 09:32
Berlin (dpa)

Mindestlohn für Friseure und EU-Erbrecht - Neues im August

Berlin (dpa) - Trennungskinder bekommen mehr Geld, für Friseure gilt der Mindestlohn und in der katholischen Kirche tritt ein liberaleres Arbeitsrecht in Kraft - im August treten wieder eine Reihe neuer Gesetze, Regelungen und Verordnungen in Kraft. Eine Auswahl gesetzlicher Änderungen:

UNTERHALT: Trennungskinder bekommen zum 1. August höheren Unterhalt. In der neuen «Düsseldorfer Tabelle» des Düsseldorfer Oberlandesgerichts werden die Bedarfssätze von Millionen unterhaltsberechtigten Kindern zum ersten Mal seit 2010 wieder erhöht. Zuvor waren zweimal die Selbstbehalte der Unterhaltszahler, das sind in der Regel die Väter, erhöht worden. Im Durchschnitt gibt es etwa 3,3 Prozent mehr Geld.

KIRCHLICHES ARBEITSRECHT: In der katholischen Kirche tritt im August ein liberaleres Arbeitsrecht in Kraft. Scheidung und erneute standesamtliche Heirat sind nun für Mitarbeiter etwa in katholischen Krankenhäusern, Kindergärten oder Schulen nur noch in Ausnahmefällen Kündigungsgrund. Auch eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist nicht mehr automatisch ein Hindernis für einen Job in einer Einrichtung unter kirchlicher Trägerschaft. Allerdings gelten die Regelungen, die die Bischöfe im Frühjahr mehrheitlich beschlossen hatten, nicht bundesweit. Zunächst machen nur 23 der 27 Diözesen mit.

KfW-PROGRAMM: Die Förderbank KfW ändert zum 1. August die Konditionen für das Programm «Energieeffizient Sanieren» (151/152). Unterstützt werden nach Angaben der staatlichen Förderbank ab dem Stichtag energieeffiziente Maßnahmen an Wohngebäuden, für die der Bauantrag beziehungsweise die Bauanzeige vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde. Bisher gilt hier noch der 1. Januar 1995 als Grenze. Außerdem wird der Förderhöchstbetrag pro Wohneinheit bei einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus erhöht: Er steigt von 75 000 Euro auf 100 000 Euro.

EU-ERBRECHT: Ab dem 17. August gilt in Deutschland das neue EU-Erbrecht. Es regelt, welches nationale Recht angewendet wird, wenn Vermögen im EU-Ausland vererbt wird. Mit dem neuen Erbrecht wird auch ein neues Dokument eingeführt: das europäische Nachlasszeugnis. «Das Nachlasszeugnis ist vergleichbar mit dem in Deutschland bekannten Erbschein», erklärt Rechtsanwalt Hubertus Rohlfing aus Hamm. Es soll helfen, grenzüberschreitende Erbfälle leichter anzuerkennen.

MINDESTLOHN: Ab dem 1. August wird es für Arbeitgeber beim Mindestlohn leichter. So brauchen sie keine Arbeitszeitaufzeichnungen mehr zu machen, wenn der regelmäßige Lohn des Arbeitnehmers mehr als 2000 Euro brutto beträgt und das Nettogehalt für die jeweils letzten zwölf Monate ausgezahlt wurde. Seit 1. Januar 2015 entfallen die Aufzeichnungen bei einem Monatslohn von 2958 Euro brutto.

FRISEUR-MINDESTLOHN: Am 1. Januar 2015 wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt - doch es gab Ausnahmen wie zum Beispiel im Friseurhandwerk (ab Jahresbeginn 7,50 Euro im Osten und 8 Euro im Westen). Ab 1. August steigt der hier schon 2013 vereinbarte Mindestlohn auf 8,50 Euro. Auch bei Geld- und Wertdiensten gelten für Arbeitnehmer ab 1. August 2015 erstmals bundesweit Mindestlöhne.

BAFÖG-FÖRDERUNG: Studenten können ab August bereits dann Bafög bekommen, wenn sie nur eine vorläufige Zulassung zum Masterstudium haben - bisher ging das nicht. Voraussetzung ist allerdings, dass sie dann innerhalb eines Jahres eine endgültige Zulassung erhalten. Ist das nicht der Fall, müssen sie das Geld zurückzahlen. Bisher hatten Studierende nach dem Bachelorabschluss und vor der Aufnahme des Masterstudiums häufig mit einer Finanzierungslücke zu kämpfen.

RECHTSEXTREMISMUS: Als eine Konsequenz aus der NSU-Mordserie sollen Gerichte künftig fremdenfeindliche Motive stärker berücksichtigen. Der Generalbundesanwalt wird den Angaben der Bundesregierung zufolge frühzeitig in Ermittlungen eingebunden. Das Gesetz zur Umsetzung von Empfehlungen des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages tritt am 1. August 2015 in Kraft.

MIETPREISBREMSE: Nach Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen gilt vom 1. August an auch in 144 bayerischen Städten und Gemeinden die Mietpreisbremse. Bei Neuvermietungen darf damit die Miete höchstens noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

NEUE BAHNCARDS: Mit neuen Varianten ihrer Bahncard will die Deutsche Bahn mehr Kunden an sich binden. Ab 1. August gibt es die Rabattkarten auch mit einer kürzeren Gültigkeitsdauer von drei Monaten. Für Jugendliche und Erwachsene bis zum Alter von 26 Jahren wird außerdem die My BahnCard 50 eingeführt. Sie kostet 69 Euro in der 2. Klasse und gilt ein Jahr.

Fr, 2015-07-31 09:33
Bagdad (dpa)

Wer war am Zweiten Golfkrieg beteiligt?

Bagdad (dpa) - Im Zweiten Golfkrieg zur Befreiung des Öl-Emirats Kuwait von der irakischen Besatzung hatte sich eine von den USA angeführte Allianz aus mehr als 30 Staaten formiert. Die USA stellten mit mehr als 500 000 Soldaten das weitaus größte Kontingent. Auch Großbritannien und andere westliche Nato-Verbündete wie Frankreich, Italien und Kanada schickten Truppen nach Saudi-Arabien, das sich an der «Operation Desert Storm» im Januar/Februar 1991 beteiligte - ebenso wie Ägypten, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Oman, Katar oder Pakistan. Deutschland leistete logistischen Beistand und übernahm einen Teil der Kriegskosten.

Fr, 2015-07-31 09:20
Helsinki (dpa)

Die KSZE-Schlussakte - Anfang vom Ende der Teilung Europas Von Friedhelm Schachtschneider, dpa

Helsinki (dpa) - Die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte vor 40 Jahren in Helsinki wurde zu einem Meilenstein der Entspannungspolitik. Fast 20 Jahre lang war die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa das einzige von Ost und West gemeinsam getragene politische Forum.

Bereits 1966 hatte der Ostblock in seiner «Bukarester Erklärung» eine «Konferenz über Fragen der Europäischen Sicherheit» angeregt. Im Zeichen der Entspannungspolitik wurde die Konferenz schließlich im Juli 1973 mit Beratungen der Außenminister in Helsinki eröffnet. Bis Juli 1975 arbeiteten Delegationen die endgültigen Dokumente aus. Am 1. August 1975 unterzeichneten dann 35 Staats- und Regierungschefs die KSZE-Schlussakte.

Alle Staaten Europas - mit Ausnahme des blockfreien kommunistischen Albaniens - sowie die USA und Kanada betonten darin den Willen, «im Interesse der Völker ihre Beziehungen zu verbessern, in Europa zum Frieden, zur Sicherheit, zur Gerechtigkeit und zur Zusammenarbeit sowie zur Annäherung zwischen ihnen und zu den anderen Staaten der Welt beizutragen».

Die Konferenzergebnisse wurden unterteilt. «Korb eins» galt der Sicherheit. Darin wurden der Verzicht auf Gewalt, Unverletzlichkeit der Grenzen, Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten und der Wille zur friedlichen Lösung von Konflikten betont. Hier war auch von Achtung der Gewissens- und Religionsfreiheiten die Rede. «Korb zwei» gab Empfehlungen zur besseren Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Umweltschutz.

Besondere Bedeutung bekam «Korb drei», der menschliche Kontakte umfasste. Reisen ins Ausland sollten erleichtert und Familienzusammenführungen «in positivem und humanitärem Geist» zügiger abgewickelt werden. Zudem wurde ein besserer Informationsaustausch in Aussicht gestellt, wie etwa der leichtere Zugang zu ausländischen Zeitungen.

Diese Forderungen gab den Dissidenten in der Osthälfte Europas entscheidenden Auftrieb. Bürgerrechtsbewegungen wie verschiedene Helsinki-Komitees oder die Charta 77 in der CSSR beschleunigten den Prozess der Auflösung der kommunistischen Regimes.

Nach mehreren Folgekonferenzen besiegelte schließlich ein KSZE-Sondergipfel im November 1990 das Ende des Ost-West-Konflikts. In der dort unterzeichneten «Charta von Paris für ein neues Europa» verpflichteten sich die Staaten zu Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Außerdem wurden die für eine Organisation erforderlichen Strukturen und Institutionen geschaffen. 1994 erfolgte die Umbenennung in Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Zu den heute 57 OSZE-Staaten gehören alle Länder Europas, die USA, Kanada, die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und die Mongolei. Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind die OSZE-Hauptziele. Sie fördert die humanitäre, wirtschaftliche, ökologische und technische Kooperation und entsendet Wahlbeobachter. Die OSZE unterhält gegenwärtig 18 Feldmissionen, darunter in der Ukraine.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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