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PRODUKT
der Woche

Beutel-Set

15,50 €
12,40 €

Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

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Do, 2015-07-30 07:23
Delhi (dpa)

Die Anschläge von Mumbai 1993

Neu Delhi (dpa) - Bei einer Serie von Sprengstoffanschlägen wurden im März 1993 in der indischen Finanzmetropole Mumbai (Bombay) 257 Menschen getötet. Mehr als 700 Menschen wurden verletzt. Zur Hauptgeschäftszeit detonierten in wichtigen Einrichtungen etwa ein Dutzend Sprengsätze, die überwiegend in Autos deponiert waren. Erstes Ziel der Bombenanschlagserie war das Hochhaus der Wertpapierbörse. Weitere Sprengsätze explodierten in rascher Folge unter anderem vor dem Wolkenkratzer der Fluggesellschaft Air India, vor zwei Krankenhäusern, der Universität, auf einem sehr belebten Markt und in Hotels.

Do, 2015-07-30 07:09
München (dpa)

Euroschwäche hilft Siemens - Aber weiter Probleme in Stromerzeugung

München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens kämpft trotz Rückenwinds durch die Euroschwäche weiter mit Problemen in seiner Stromerzeugungssparte. Im dritten Geschäftsquartal legte der Umsatz um acht Prozent auf 18,8 Milliarden Euro zu, und der Auftragseingang stieg um vier Prozent auf 19,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte ergab sich dagegen ein Minus von 3 Prozent beim Umsatz und fünf Prozent beim Bestelleingang. Unter dem Strich gab der Gewinn wegen der Umbaukosten und der Probleme im Stromerzeugungsgeschäft um zwei Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro nach. 

Den Ausblick bekräftigte Siemens: Das Ergebnis je Aktie soll im laufenden Geschäftsjahr (30. September) weiterhin um mindestens 15 Prozent steigen. Im industriellen Geschäft geht Siemens weiterhin von einer Ergebnismarge von 10 bis 11 Prozent aus. 

Do, 2015-07-30 07:27
Singapur (dpa)

Ölpreise erholen sich - Rückgang der US-Reserven stützt

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Donnerstag den Abwärtstrend der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt und leicht zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 53,63 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um sechs Cent auf 48,85 Dollar.

Nachdem die Ölpreise seit Anfang Juli mehr oder weniger stark gesunken waren, habe ein überraschender Rückgang der Ölreserven in den USA eine Erholung eingeleitet und die Preise am Morgen gestützt, hieß es aus dem Handel. Am Mittwochnachmittag waren die Ölpreise sogar kräftig gestiegen, nachdem die US-Regierung einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um 4,2 Millionen Barrel auf 459,7 Millionen Barrel gemeldet hatte. Volkswirte waren hingegen von einem Anstieg ausgegangen. Sinkende Lagerbestände können ein Hinweis für eine stärkere Nachfrage sein.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Do, 2015-07-30 07:00
Reis (dpa)

Atomkraft da Alemanha Von Georg Ismar, dpa

Im August kommt Angela Merkel nach Brasilien, da geht es auch um Werbung für die Energiewende. Doch am Atlantik wird die belächelt - und mit deutscher Hilfe die «Kopie» eines bayerischen Atommeilers gebaut. Doch nun gibt's Ärger: Wurde bei Angra 3 kräftig geschmiert?

Angra dos Reis (dpa) - Die Affen hier mögen die Atomkraft. So viele Stromleitungen, die sie entlang hangeln können. Der strahlend weiße Reaktor eingerahmt von drei Palmen. Gebirgige Inseln im Meer, eine Traumbucht, mitten in den Tropen. Doch Abkühlung verspricht hier nur das Abklingbecken. Im Leitstand geht es recht entspannt zu, Telefone, Knöpfe und Armaturen erinnern an die 80er Jahre. Willkommen im AKW Angra, Stolz der Brasilianer. In der Turbinenhalle hängt eine riesige Nationalflagge: «Saubere Energie für den Fortschritt», steht drunter.

An der Costa Verde, 190 Kilometer südwestlich von Rio de Janeiro, schlängelt sich die malerische Küstenstraße bergauf, bergab, bis unten in der Bucht vor türkisfarbenem Meer die weiße Reaktorkuppel zwischen dem Regenwald durchschimmert. Zigtausende Liter Kühlwasser werden jeden Tag aus dem Meer gepumpt. Ein Sicherheitskordon versucht Unliebsames wie Schildkröten abzuhalten. Es ist die Kopie eines alten deutschen Meilers: des Druckwasserreaktors Grafenrheinfeld in Bayern.

Der ist gerade stillgelegt worden. Hier bauen sie hingegen neben der Anlage Angra 2 (Leistung: 1350 Megawatt) nun auch den technisch ähnlichen Reaktor Angra 3 (1405 MW), teils mit 70er-Jahre Technik aus Deutschland, für mindestens vier Milliarden Euro. Der Nuklearexperte Francisco Corrêa kritisiert: «Angra 3 erfüllt noch nicht einmal alle Sicherheitsbestimmungen seines Referenzreaktors Grafenrheinfeld in Deutschland.» So werde der Sicherheitsbehälter nur halb so dick sein - ein großes Risiko bei Wasserstoffexplosionen oder Flugzeugabstürzen.

Bis zu 2500 Arbeiter wuseln auf der Baustelle für den dritten brasilianischen Atommeiler herum - es gibt hier neben Angra 2 noch Angra 1, einen kleinen Altreaktor mit US-Technik (640 MW). Teile der AKW-Belegschaft werden in Essen für Krisenfälle geschult. Knapp drei Prozent des Bedarfs werden erst mit Atomstrom gedeckt, Angra versorgt vor allem Rio. Die Ingenieure vertrauen der Technik «da Alemanha». Und setzen auf weitere Meiler, auch wenn das keine Erfolgsgeschichte bisher ist. Aber Brasilien verfügt über umfangreiche Uranvorkommen.

Doch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 19. August mit einem Großteil ihres Kabinetts zu den ersten Regierungskonsultationen nach Brasilien kommt, dürfte sie eher für mehr Wind- und Solarstrom werben. Zumal die Grünen zu Hause ständig Ärger machen wegen Angra.

Denn die ganze Anlage gibt es nur wegen des deutsch-brasilianischen Atomabkommens von 1975 - das bis heute in Kraft ist. Unter Kanzler Helmut Schmidt (SPD) gab es die Absicht, der damals herrschenden Militärdiktatur beim Bau von acht Meilern zu helfen. Doch ständig gab es Planungs- und Finanzierungsprobleme. Angra 2 ging nach rund 20 Jahren Bauzeit 2000 ans Netz. Das AKW wurde von der Kraftwerksunion gebaut, einem nicht mehr existenten Siemens-/AEG-Unternehmen. In der Turbinenhalle prangen überall die Logos der Kraftwerksunion auf den Maschinen. Für Angra 3 wurde auch schon in den 80ern ein Großteil der Technik geliefert - sie lagert bis heute auf dem Gelände am Atlantik.

Fast drei Jahrzehnte nach Planungsstart entschloss sich die Regierung von Präsident Luiz Inácio da Silva 2007, das Milliardenprojekt doch noch zu vollenden. Immerhin soll es nun digitale Leittechnik geben, der französische Areva-Konzern schloss 2013 mit Eletronuclear einen Vertrag über 1,25 Milliarden Euro für die Fertigstellung ab, einige Komponenten werden in Deutschland gefertigt. Das Land ist stark von Wasserkraft abhängig (Strommix-Anteil 70 Prozent). Trockenheit sowie wachsender Strombedarf erhöhen den Druck, neue Kraftwerke zu bauen.

Aber: Nun gibt es auch einen Korruptionsskandal im Zusammenhang mit Angra-3-Bauaufträgen. Der bisherige Präsident des Staatsunternehmens Eletronuclear wurde am Dienstag festgenommen. Mehrere brasilianische Firmen sollen involviert sein. Hunderte Beamte der Bundespolizei ermitteln, ob auch hier wie im Skandal um den Ölkonzern Petrobras Politiker und Unternehmen für Bauaufträge geschmiert worden sind.

Baustellenchef José Eduardo Costa Mattos glaubt an die Fertigstellung von Angra 3 bis August 2018. Er kann Merkels Kehrtwende nach der Katastrophe von Fukushima 2011 nicht nachvollziehen: «Die Deutschen haben die besten Autos der Welt, die Tschechen hingegen bauen pannenanfälligere Autos.» Man erzähle sich hier gerne den Witz, dass das auch mit den Atomkraftwerken so sei. «Jetzt stellen die Deutschen ihre erstklassigen Autos in die Garage und kaufen schlechtere bei den Tschechen.» Will heißen: Atomstrom werde nun vom Nachbarn importiert.

Nun ist das die gängige These in der Atomszene. Doch an den meisten Tagen produziert Deutschland dank des Solar- und Windstromzuwachses mehr Strom als verbraucht wird, es gibt ständdig neue Exportrekorde.

«Das sind die sichersten und ökonomischsten Anlagen der Welt», beharrt Mattos. Er kann die Namen aller deutschen Atomkraftwerke runterrasseln. Ein Ingenieur echauffiert sich über den Einfluss der Grünen auf die deutsche Energiepolitik. Die haben Antrag um Antrag im Bundestag gestellt, um die deutsch-brasilianische Atomkooperation aufzukündigen. Unter den Prämissen des deutschen Ausstiegs erscheine das Abkommen «anachronistisch und inkonsequent zugleich», heißt es im letzten gescheiterten Antrag von 2014. Eine Aufkündigung sei «nicht zuletzt eine Frage der Glaubwürdigkeit der Atomausstiegspolitik».

Nach langem Hin und Her gibt es aber zumindest keine deutschen Kredit-Bürgschaften für den Bau. Die schwarz-rote Bundesregierung argumentiert sicher nicht ganz zu Unrecht, dass mit der Partnerschaft zur Verbesserung der Atomsicherheit in Brasilien beigetragen werde. Umweltschützer warnen vor der Gefahr durch Erdrutsche in der feuchten Region. Wenn man die Baustelle betrachtet, denkt man zudem sofort an Fukushima und die Tsunami-Gefahr, die Anlage liegt direkt am Meer.

«Das hier ist keine Erdbebenregion», fällt Costa Mattos einem bei der F-Frage ins Wort. Unmöglich so was hier. «Außerdem sind wir geschützt durch die vorgelagerten Inseln.» Und der hochradioaktive Müll? Wird erstmal auf dem Gelände gelagert. Und ein Endlager: «Das ist nicht unsere Verantwortung, das ist Sache der nationalen Behörden.» Noch gebe es keinen Ort. Aber: Da sei Deutschland ja auch nicht weiter.

Do, 2015-07-30 07:50
Berlin (dpa)

Grünen-Chefin in Asyldebatte gegen weitere «sichere Herkunftsländer»

Berlin (dpa) - Grünen-Chefin Simone Peter hat sich in der Debatte über steigende Asylbewerberzahlen gegen die Einstufung weiterer Länder als «sichere Herkunftsstaaten» ausgesprochen. Der Vorstoß der CDU sei eine «Scheindebatte, die vom Versagen der Bundesregierung in der Flüchtlings- und Asylpolitik ablenkt», kritisierte Peter.

Es sei längst der Nachweis erbracht, dass eine zügige Bearbeitung neuer und nicht abgearbeiteter Asylanträge, eine Beratung in Herkunftsstaaten sowie eine Rückführungsberatung in Erstaufnahmeeinrichtungen zu einem geringeren Zuzug führen könne.

Der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann von den Grünen ist dagegen grundsätzlich bereit, über die Einstufung weiterer Länder zu verhandeln - nach einer Bewertung der bisherigen Erfahrungen. Dies stößt auch bei Landespolitikern der Grünen auf Kritik.

Nach Angaben von Peter sind sich die Grünen im Bund und in den Ländern «völlig einig» in den Forderungen, mehr Personal beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einzustellen. Asylverfahren müssten zudem endlich zügig bearbeitet sowie Länder und Kommunen bei Unterbringungs- und Gesundheitskosten entlastet werden. Auch ein modernes Einwanderungsgesetz müsse kommen.

Zugleich lobte Peter den baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Kretschmann habe auf dem Stuttgarter Flüchtlingsgipfel ein Maßnahmenpaket geschnürt, das Flüchtlingen und Kommunen helfe: «Mit der beschlossenen Verdopplung der Aufnahmeplätze, mehr Geld für die Kommunen und Hilfen für eine bessere Integration übernimmt Baden-Württemberg die Verantwortung für Flüchtlinge, die gerade der Bund vermissen lässt.»

Do, 2015-07-30 07:00
Wolfsburg (dpa)

«Falscher Prediger» wirbt Wolfsburger für den Dschihad Von Valentin Frimmer und Michael Evers, dpa

Einmal Dschihad und zurück: Zwei Wolfsburger, die sich dem IS-Terror anschlossen, kommen nun in Niedersachsen vor Gericht. Was brachte sie in der florierenden Autobauer-Stadt mit der mustergültigen Integration vieler Ausländer in die Fänge der Extremisten?

Wolfsburg (dpa) - Die Gräuel der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) spielen sich weit weg ab, in Syrien und im Irak. Auf im Internet kursierenden Fotos von Kämpfern in Heldenpose mit schweren Waffen aber tauchen auch hierzulande bekannte Gesichter auf. Inzwischen mehr als 700 Dschihadisten haben sich aus Deutschland auf den Weg ins Kampfgebiet gemacht, die Tendenz ist laut Verfassungsschutz steigend. Mindestens 20 davon kommen aus Wolfsburg, seit langem ein Zentrum radikaler Islamisten in Niedersachsen. Nach der Rückkehr nach Wolfsburg im Sommer 2014 wird zweien von ihnen von Montag an wegen der Unterstützung des IS der Prozess gemacht. Ihnen drohen einige Jahre Haft.

Warum ausgerechnet die VW-Stadt, die mit ihrer internationalen Bevölkerung bekannt ist für die gelungene Integration tausender Arbeiter aus dem Ausland? Die Frage stellt sich neben der generellen Frage, was junge Leute in die Fänge der Extremisten treibt.

Wolfsburg ist anders als andere Städte wohlhabend. Der Autobauer hat hier seinen Sitz. Die Stadt bietet für seine rund 125 000 Einwohner überdurchschnittlich viel. Es gibt ein renommiertes Kunst- und ein Wissenschaftsmuseum sowie die Autostadt, eine Art Freizeitpark von Volkswagen. Die Festnahme eines der zwei mutmaßlichen Dschihadisten erfolgt denn auch nicht dem Klischee entsprechend in einem tristen Vororthochhaus, sondern in einer Straße mit Einfamilienhäuschen im Stadtteil Reislingen.

Als Gebetshaus für türkisch- und tunesischstämmige Muslime, meist der älteren Generation von VW-Arbeitern, beschreibt der Landesvorsitzende der Türkisch-Islamischen Union (Ditib), Yilmaz Kilic, die Moschee beim Bahnhof. Dort soll laut Bundesanwaltschaft ein IS-Mitglied die beiden Männer rekrutiert haben, die nun vor Gericht kommen. «Die Radikalen klappern meist bestehende Moscheen ab - mit dem Versuch, sich dort zu festigen.» So sei es auch bei der radikalen Clique gewesen, die zunächst in der arabischen und später der Ditib-Moschee Hausverbot bekam. Eine ganz normale Moschee, sagt auch der Verfassungsschutz, der das Gotteshaus nicht unter Beobachtung hatte.

«Dem äußeren Anschein nach war dies ein ganz normaler jugendlicher Freundeskreis. Sie kamen zum Gebet und unterhielten sich untereinander», so Kilic. Erst nach Hinweisen gab es ein Hausverbot. Der Annahme, dass sich die Radikalisierung quasi unbemerkt in dem ansonsten unspektakulären Wolfsburg abspielte, widerspricht Kilic. «Der letzte Stand der Dinge ist, dass schon vor Bekanntwerden der Terrorzelle diesbezüglich Gespräche mit der Stadt, dem Bürgermeister, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz geführt wurden.»

Das Landeskriminalamt widersprach Medienberichten, nach denen sich Angehörige wegen der drohenden Abreise eines der Männer an das LKA gewandt haben, die Behörden die Ausreise aber nicht verhindert hätten. Laut LKA gab es lediglich einen mündlichen Hinweis auf eine mögliche Ausreise. Da der Hinweisgeber den Kontakt abbrach, hätten die Behörden zu wenig für einen Passentzug in der Hand gehabt.

Was aber ist das Profil der Islamisten «made in Germany», die in Krisengebiete aufbrechen, aus denen die örtliche Bevölkerung zu Hunderttausenden flieht? Besonders anfällig für islamischen Extremismus seien junge Muslime, denen ein männliches Leitbild fehle, sagte kürzlich der Geschäftsführer des Landespräventionsrates, Erich Marks. Für den Geschäftsführer des Islamischen Kulturzentrums Wolfsburg, Mohamed Ibrahim, könnten die Gründe für eine Radikalisierung unter anderem Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung und Langeweile sein. «Aber eine genaue Begründung dazu kann ich Ihnen nicht liefern», sagte er nach den Berichten zur Terrorzelle.

«Wir hatten mit Religion nichts zu tun», beteuerte einer der Angeklagten in einem in der Untersuchungshaft geführten Interview mit NDR, WDR und «Süddeutscher Zeitung». Ein «falscher Prediger» sei gekommen und habe Druck aufgebaut. «Wie kannst Du in Ruhe schlafen, also in der Wärme mit Heizung, wo junge Muslime gerade verhungern oder Frauen vergewaltigt werden?», soll er gefragt haben. Der Mann machte demnach auch Versprechungen: Von teuren Autos und vier Frauen gleichzeitig sei die Rede gewesen.

Der Wirbel um die Wolfsburger Zelle und die gefassten mutmaßlichen Terrorhelfer hinterlässt in der Stadt Spuren: «Man schaut sich mehr um», sagt eine 15-Jährige, die mit Freundinnen am Pizzastand ansteht. Obwohl ihr natürlich klar sei, dass nicht jeder bärtige Mann extrem ist. Die Islamistenszene sei Thema im Freundeskreis. «Es verunsichert natürlich, wenn man merkt, das kommt näher.» Bis vor kurzem hätten sie nichts davon geahnt.

Eine ältere Dame, eine frühere Lehrerin, drückt es nüchterner aus: «Es ist nicht schön.» Sie hofft, dass keiner ihrer früheren Schützlinge unter den Islamisten ist. «Ich habe keine Angst. Aber es tut mir leid um diese jungen Leute.»

Do, 2015-07-30 07:06
Wolfsburg (dpa)

Die Wolfsburger Zelle

Wolfsburg (dpa) - Als ein Zentrum radikaler Islamisten haben die niedersächsischen Behörden seit langem Wolfsburg im Visier. Nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich dort in den vergangenen Jahren ein besonderer Schwerpunkt der salafistischen Szene gebildet. Die Gruppe habe aber keine hierarchischen Strukturen.

Von den bis zu 60 Islamisten aus Niedersachsen, die in Richtung Syrien und Irak ausgereist sind, stammen nach Angaben des Verfassungsschutzes 20 aus dem Raum Wolfsburg. Die erste Ausreise fand im September 2013 statt, 2014 folgten 17 Ausreisen und zwei in diesem Jahr. Rund 20 ausgereiste Islamisten aus Niedersachsen sind inzwischen zurückgekehrt, gut zehn sind in Syrien oder dem Irak gestorben, darunter mehrere Wolfsburger.

In Wolfsburg sind den Sicherheitsbehörden etwa 30 bis 40 Personen mit Bezug zum Kampfgeschehen in Syrien und dem Irak bekannt. Menschen, die nach dorthin ausreisen wollen, dies bereits getan haben oder dafür werben oder dies logistisch unterstützen.

Neben den beiden nun angeklagten mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geriet Ende vergangenen Jahres ein weiterer mutmaßlicher Dschihadist aus Wolfsburg ins Visier der Justiz. Dem 29-Jährigen wurde am Flughafen Hannover die Ausreise in die Türkei verweigert. Der Mann soll neben einer großen Menge Bargeld auch eine Drohne im Gepäck gehabt haben. Die Behörden vermuten, dass der Mann sich in Syrien dem IS anschließen wollte.

Schon 2007 fiel ein deutsch-tunesischer Jugendlicher aus Wolfsburg den Fahndern auf, weil er für die «Sauerland-Gruppe» Zünder aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben sollte.

Do, 2015-07-30 06:00
Berlin (dpa)

So funktioniert Social Freezing

Berlin (dpa) - Beim sogenannten Social Freezing werden Eizellen einer gesunden Frau entnommen und eingefroren, um sie später im Labor zu befruchten und wieder einzusetzen. Dazu bekommt die Frau zunächst Hormonspritzen, damit ihre Eierstöcke möglichst viele Eizellen reifen lassen. Diese werden unter Vollnarkose entnommen und vorzugsweise im sogenannten Vitrifikationsverfahren (Verglasungsverfahren) schockgefroren. Anschließend werden die Eizellen in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius gelagert - solange, bis sie zur Befruchtung irgendwann wieder aufgetaut werden. Um Nachwuchs möglichst wahrscheinlich zu machen, sollten nach einer Entnahme mindestens zehn, besser mehr als 15 Eizellen konserviert werden.

Do, 2015-07-30 06:00
Tokio/Washington (dpa)

Der Mythos der Bomben - Beendeten Hiroshima und Nagasaki den Krieg? Von Lars Nicolaysen, Johannes Schmitt-Tegge und Pat Reber, dpa

Vor 70 Jahren wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki Ziel der ersten in einem Krieg eingesetzten Atombomben. Nach amerikanischer Lesart waren sie nötig, um den Krieg gegen das japanische Kaiserreich zu beenden. Doch Historiker widersprechen.

Tokio/Washington (dpa) - Hunderttausende Menschenleben hat das nukleare Inferno von Hiroshima und Nagasaki auf einen Schlag ausgelöscht. Warum geschah das? Heute, 70 Jahre danach, glauben noch immer viele in den USA der offiziellen Lesart: Dass die Atombombe am 6. August 1945 auf Hiroshima und eine weitere drei Tage später auf Nagasaki eine Invasion Japans überflüssig gemacht habe - und dadurch Hunderttausenden von amerikanischen Soldaten, und Zehntausenden von japanischen Zivilisten, das Leben gerettet habe. Doch stimmt das? Tatsache ist, dass Japan bereits am Boden lag, als die Bomben fielen.

Für namhafte Historiker wie Tsuyoshi Hasegawa von der University of California ist es denn auch nicht Hiroshima gewesen, sondern vielmehr die Kriegserklärung der Sowjetunion an Japan am 8. August 1945, die Kaiser Hirohito und sein Militär am 15. August kapitulieren ließ.

Tatsächlich scheint die japanische Führung von den Zerstörungen in Hiroshima nicht sonderlich beeindruckt gewesen sein. «Es gab keine Krisensitzung (des Obersten Kriegsrats in Japan) nach Hiroshima», erklärt der US-Friedensforscher Ward Wilson der Deutschen Presse-Agentur. Für Japans Führung sei es bloß eine weitere Zerstörung einer Stadt mit Brandbomben gewesen. Schon in den Wochen vor Hiroshima hatte das US-Militär mehr als 60 Städte, darunter Tokio, mit den heftigsten Bombardements der Kriegsgeschichte überzogen.

Japan war klar, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Es galt nur noch, ihn zu den bestmöglichen Bedingungen zu beenden. «Für die japanische Regierung war das Beharren auf bedingungsloser Kapitulation das größte Problem, da der Erhalt der mit der japanischen Nation gleichgesetzten Monarchie dadurch infrage gestellt war», schreibt der Japan-Experte Florian Coulmas. Tatsächlich habe es auf japanischer Seite Bemühungen um einen Verhandlungsfrieden gegeben. Seit Mai führte Tokio Gespräche mit der neutralen Sowjetunion. Man hoffte auf Moskau als Vermittler.

Eine weitere Option war, den Krieg gegen die Alliierten bis zum letzten Blutstropfen weiterzuführen. Auch als die Bombe auf Hiroshima fiel, standen Japan weiter beide Optionen offen. Erst als sowjetische Truppen in die Mandschurei einmarschierten, wurde der japanischen Führung die Aussichtlosigkeit der Lage klar. Erst jetzt, am Morgen des 9. August, begann Japans Oberster Kriegsrat, die bedingungslose Kapitulation zu diskutieren.

Am selben Tag warfen die Amerikaner eine zweite Atombombe auf Nagasaki. Doch zu dem Zeitpunkt tagte der Kriegsrat bereits. «Der Eintritt der Sowjets in den Krieg spielte in der Tat eine größere Rolle als die Atombomben dabei, Japan zur Kapitulation zu veranlassen», schlussfolgert denn auch Professor Hasegawa.

Für US-Präsident Harry Truman dürfte es die schwierigste Entscheidung seines Lebens gewesen sein. Denn es gab genügend Gründe, die gegen einen Abwurf der Atombombe sprachen: Bereits Mitte des Jahres 1944 wurde in den USA deutlich, dass die Kapitulation der Japaner nur noch eine Frage der Zeit war. Mit der für Oktober 1945 geplanten Operation «Downfall» hofften die Amerikaner, Japan zu überwältigen und letztlich in die Knie zu zwingen. Die Invasion, die mit einem Angriff auf die Insel Kyushu beginnen sollte, blieb bis wenige Wochen vor dem Abwurf über Hiroshima der amerikanische Plan der Wahl.

Doch letztlich hatte für den erst im April 1945 angetretenen Truman vor allem Eines Priorität: dem Krieg so schnell wie möglich, mit so wenigen amerikanischen Opfern und so geringen Kosten wie möglich ein Ende zu bereiten. Dies sei «allumfassender» Zweck gewesen, als die Atombombe fertiggestellt war, schreibt Nathan Donohue beim Center for Strategic and International Studies (CSIS). Zudem musste Truman die immensen Kosten des Nuklearwaffen-Programms rechtfertigen: Bis Ende 1945 hatte es satte 1,9 Milliarden Dollar verschlungen - was heute knapp 25 Milliarden Dollar (22,3 Mrd Euro) entsprechen würde.

Nach Einschätzung von Historiker Samuel Walker entschieden die USA sich auch für den Abwurf, um den Sowjets ihre Stärke unter Beweis zu stellen. Hiroshima wurde angesichts der sowjetischen Kontrolle Osteuropas und des nahenden Kriegsendes eine wichtige Kampfansage an Moskau.

Zudem hatte sich die Bombardierung von Zivilisten 1945 tragischerweise als gängige Praxis durchgesetzt. Und nicht zuletzt suchte Washington nach einer passenden Antwort auf die japanische Attacke auf Pearl Harbor von 1941. Als ein General den Einsatz der Atombombe infrage stellte, antwortete ihm Truman: «Wenn Du mit einem Biest fertig werden musst, musst Du es wie ein Biest behandeln.»

In Japan ist die Geschichte der Atombomben unvermeidlich durch die Opferperspektive bestimmt. Dass Hiroshima eine «gerechte Strafe» für Japans Aggressionskrieg gewesen sei, akzeptieren nur wenige. Japan habe zwar Unrecht begangen. Trotzdem seien die Atombomben Verbrechen an unschuldigen Zivilisten gewesen. Hätte Japan sie vermeiden können?

Historiker werfen der von den Militärs dominierten Regierung vor, dass sie der eigenen Bevölkerung den Krieg mit ihrer unnachgiebigen Position, eine bedingungslose Kapitulation nicht zu akzeptieren, so lange zugemutet habe. Dem Historiker Herbert Blix zufolge war Kaiser Hirohito, den die Japaner als Gott verehrten, daran maßgeblich beteiligt. «Gemeinsam mit den militaristischen Falken in seiner Regierung ist er für die Toten von Hiroshima und Nagasaki mitverantwortlich», schlussfolgert denn auch Japan-Experte Coulmas.

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Do, 2015-07-30 06:00
Dresden (dpa)

Ausländerfeindliche Hetze nimmt im Internet zu

Dresden (dpa) - Der sächsische Verfassungsschutz registriert einen deutliche Zunahme von ausländerfeindlichen und rassistischen Äußerungen im Internet. Vor allem bei Facebook outen sich demnach Menschen oft anonym als Rassisten. «Dabei steht insbesondere die Asylpolitik im Vordergrund», erklärte ein Behördensprecher. Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz stuft inzwischen 53 Facebook-Seiten als rechtsextremistisch ein. Mit der quantitativen Zunahme an rechtsextremistischer Agitation im Internet gehe auch eine «spürbare Intensivierung verbalradikaler Äußerungen» einher. In zunehmendem Maße komme es zu strafrechtlich relevanten Kommentaren.

Do, 2015-07-30 06:00
Hiroshima (dpa)

Die Großstädte Hiroshima und Nagasaki

Hiroshima (dpa) - Die Namen Hiroshima und Nagasaki rufen schreckliche Erinnerungen wach: Am 6. und 9. August 1945 warfen die USA Atombomben auf die japanischen Städte. Weit mehr als 100 000 Menschen starben sofort.

70 Jahre danach präsentieren sich beide als moderne Großstädte: Hiroshima, die Hafenstadt im Südwesten der Hauptinsel Honshu, ist heute eine quirlige Metropole mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern. Hiroshima wurde als erste von einer Atombombe verwüstete Stadt weltweit als Symbol für den Frieden bekannt. Über eine Million Touristen jährlich besuchen das Friedensmuseum im Friedenspark. Der Hafen, die Fischverarbeitung und die benachbarten Mazda-Autowerke geben vielen Menschen Arbeit.

Nagasaki wurde von einer noch stärkeren Bombe verwüstet. Die Stadt an der Westküste der Insel Kiushu hat heute gut 430 000 Einwohner. Sie lockt deutlich weniger «Friedenstouristen» als Hiroshima an, wohl aber viele Besucher von farbenfrohen Veranstaltungen wie dem Laternenfest. Kirchen erinnern an die Christianisierungsversuche im 16. Jahrhundert. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind der traditionelle Seehandel mit Asien und Europa, die Kreuzschifffahrt, der Schiffbau und die Elektroindustrie.

Do, 2015-07-30 06:00
Hiroshima (dpa)

Manhattan Project - der Weg zur Atombombe

Hiroshima (dpa) - Unter dem Decknamen «Manhattan Project» forcierten die USA in den 1940er Jahren die geheime Entwicklung einer eigenen Atombombe. Damit wollten die Amerikaner Nazi-Deutschland zuvorkommen und den Zweiten Weltkrieg so rasch wie möglich siegreich beenden. Den Beschluss zum Bau der Bombe fasste Präsident Franklin D. Roosevelt im Dezember 1941. Damit kam das Waffenprojekt richtig in Gang.

Wichtige Vorleistungen waren bereits an der Columbia University im New Yorker Stadtteil Manhattan und anderswo erbracht worden. Im November 1942 wurde das Zentrum der Forschungen nach Los Alamos im US-Wüstenstaat New Mexico verlegt, wo Tausende Wissenschaftler und Techniker arbeiteten. Militärischer Chef war General Leslie R. Groves. Als «Vater der Atombombe» gilt J. Robert Oppenheimer, Physiker und Forschungsdirektor von Los Alamos.

Am 16. Juli 1945 detonierte die erste Testbombe auf einem stählernen Turm in der Wüste. Drei Wochen danach warfen US-Flugzeuge Bomben auf japanische Städte - «Little Boy» auf Hiroshima und «Fat Man» auf Nagasaki. Unter dem Eindruck der Zerstörungen distanzierte Oppenheimer sich von Atomwaffen.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Do, 2015-07-30 06:00
Hiroshima/Nagasaki (dpa)

Japans Atombombenopfer fürchten wieder Krieg - 70 Jahre Hiroshima Von Lars Nicolaysen, dpa

Der Blitz der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe verwandelte Hiroshima vor 70 Jahren in eine lodernde Hölle. Heute fürchten manche der immer weniger werdenden Überlebenden, dass sich die Geschichte wiederholen könnte - und kritisieren die Politik ihres Landes.

Hiroshima/Nagasaki (dpa) - Shozo Muneto lauscht vom Fenster seines Elternhauses dem Dröhnen des B29-Bombers am strahlend blauen Himmel. Kurz zuvor gab es Entwarnung, die Angst vor Luftangriffen schien unberechtigt. Doch plötzlich blitzt es vor den Augen des 18-Jährigen ungeheuerlich auf. Im nächsten Moment reißt die Wucht einer gewaltigen Explosion das Elternhaus des jungen Japaners nieder und begräbt ihn unter den Trümmerbergen.

Es ist 08.15 Uhr. Nur 1300 Meter entfernt wirft der US-Bomber «Enola Gay», dem Muneto gerade noch nichtsahnend hinterhergeschaut hatte, die Atombombe «Little Boy» über Hiroshima ab.

«Als ich erwachte, blickte ich fassungslos auf schwarze Atomwolken», erinnert sich der heute 88-Jährige. Durch die Trümmer irren Überlebende «wie Gespenster» mit herabhängenden Hautfetzen umher. Blutüberströmt bringt Shozo Munetos Mutter ihn in ein völlig überfülltes Krankenhaus. Dort: «Überall Schreie. Die Zimmer füllten sich in der Sommerhitze mit dem Gestank all der Leichen, an denen Maden klebten.»

Durch die radioaktive Verstrahlung bekam Muneto später Leukämie, dennoch überlebte er die Folgen des atomaren Infernos. Noch heute stecken in seinem Arm Scherben; immer wieder treten an seinem Körper bei Anstrengung dunkelblaue Flecken auf. Jetzt, 70 Jahre nach dem Abwurf der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe, sitzt der alte Mann in einer kleinen christlichen Kirche seiner Heimatstadt und spricht mit leiser, trauriger Stimme über den Wahnsinn des Krieges.

Nach dem Ende des für Japan verlorenen Zweiten Weltkrieges studierte Muneto Theologie, ging nach Amerika und wurde schließlich Pastor. Seither wird er nicht müde, den nachfolgenden Generationen über das Grauen von damals zu erzählen, damit es nie wieder zum Krieg kommen möge.

Doch zum ersten Mal in all den vergangenen Jahrzehnten beschleicht ihn wie auch andere Überlebende der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki angesichts der Politik des heutigen rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe die Furcht, dass es genau dazu eines Tages wieder kommen könnte.

«Es ist wie vor dem Krieg», beschreibt Muneto die politische Atmosphäre seit Abes Amtsantritt Ende 2012. Nur wenige Tage vor dem 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima stimmte das mächtige Unterhaus des nationalen Parlaments trotz massiver öffentlicher Proteste für eine Sicherheitsreform. Erstmals seit Ende des zweiten Weltkriegs will Japan damit wieder Soldaten zu Kampfeinsätzen ins Ausland schicken.

«Die Regierung will die Geschichte vergessen machen», beklagt die Friedensaktivistin Haruko Moritaki, die sich weltweit für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzt. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Hiroshima beklagt sie, wie die Abe-Regierung patriotische Erziehung an den Schulen betreibe, Japans kriegerische Vergangenheit in den Schulbüchern weiß wasche und starken Druck auf die Medien ausübe.

Einerseits sei er als Überlebender der Atombombe ein Opfer, sagt Muneto. «Aber der Hintergrund, was dazu geführt hat, dass auf Japan Atombomben abgeworfen wurden, war Japans Militarismus und Kolonialherrschaft.» 20 Millionen Menschen habe Japan in Asien getötet. «Wir sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter.»

Doch Abe gebe nicht zu, dass Japan einen Invasionskrieg geführt habe, sagt Hirotami Yamada. Der Japaner überlebte die zweite Atombombe, die die Amerikaner drei Tage nach Hiroshima über Nagasaki abwarfen. Auch er sehe mit Sorge, wie Abe dabei sei, die pazifistische Nachkriegsverfassung so umzuinterpretieren, dass sein Land an der Seite des heutigen Verbündeten USA wieder Krieg führen könne, sagt Yamada. Er ist Leiter des Verbands der Atombombenopfer in Nagasaki.

«Das macht mir Angst», sagt auch Hiroshi Shimizu in Hiroshima. Auch er leitet dort eine Gruppe von Hibakusha, wie die Überlebenden der Atombomben genannt werden. Abe betreibe eine intensive Kampagne, China als Bedrohung darzustellen, um seine Sicherheitsdoktrin zu untermauern, beklagt Shimizu, der den Atombombenabwurf als damals Dreijähriger überlebte. «Japans Medien sind nicht kritisch. Und die jungen Leute wachsen damit auf», warnt Shimizu. Selbst unter den Atombombenopfern gebe es einige, die Abes Kurs befürworteten.

Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui, der Abes Partei angehört, ließ kürzlich wissen, dass er in seiner Erklärung zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs nicht plane, die umstrittenen neuen Sicherheitsgesetze zu erwähnen. Und das, obwohl sie nach Ansicht von Kritikern eine Abkehr vom Pazifismus der Nachkriegszeit bedeuten.

«Wir müssen uns noch mehr Mühe geben, den jüngeren Menschen unsere Erlebnisse weiterzugeben», sagt Pastor Muneto. Doch die Bedeutung Hiroshimas lässt nach. Fassungslos müssen Opfer wie er heute mit ansehen, wie an einem Fluss in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte für den Atombombenabwurf ein neues Austern-Restaurant gebaut wird.

«In diesen Fluss sind die Menschen gesprungen, weil sie verbrannt waren und es vor Hitze nicht aushielten. So viele sind ertrunken», schildert Moritaki. Es sei ihr unbegreiflich, dass man ausgerechnet hier künftig Champagner schlürfen kann. «Warum jetzt, nach 70 Jahren?», klagt die Friedensaktivistin und fügt hinzu: «Es ist eine Atmosphäre entstanden, die negative Geschichte vergessen zu wollen».

Do, 2015-07-30 06:30
Dresden (dpa)

Anonyme und offene Hetze gegen Ausländer im Netz wächst Von Jörg Schurig, dpa

In der Anonymität des Internets zeigen Rassisten ihr wahres Gesicht. Seitdem mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, verschärft sich der Ton. Verfassungsschützer schlagen Alarm.

Dresden (dpa) - Viele Kommentare auf Anti-Asyl-Seiten im Netz erfüllen längst Straftatbestände. «Da wird immer mehr gehetzt und gepöbelt. Ich spreche schon gar nicht mehr von sozialen, sondern von unsozialen Medien», sagt der Sprecher des sächsischen Verfassungsschutzes, Martin Döring. Die Tonlage habe sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Unter der «komfortablen Anonymität» des Internets tausche man längst mehr als nur Stammtischparolen aus - «ohne Rücksicht auf irgendjemand».

Nicht selten stammten solche menschenverachtenden Posts und Tweets aber auch von knallharten Extremisten. Vor allem bei Facebook outeten sich Menschen oft anonym als Rassisten. «Dabei steht insbesondere die Asylpolitik im Vordergrund», erklärte Döring. Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz stuft inzwischen 53 Facebook-Seiten als rechtsextremistisch ein. Mit der quantitativen Zunahme an rechtsextremistischer Agitation im Internet gehe auch eine «spürbare Intensivierung verbalradikaler Äußerungen» einher.

«In Foren finden sich immer mehr Leute mit rassistischen Äußerungen», bestätigt der Medienpsychologe Clemens Schwender, Professor an der Hochschule der populären Künste in Berlin. Die sogenannte «Schweigespirale» verliere ihre Gültigkeit. Nach der Theorie halten sich Menschen mit Äußerungen zurück, wenn sie nicht der Hauptmeinung entsprechen: «Je weniger eine bestimmte Meinung präsent ist, desto mehr wächst die Hemmung, sie zu äußern.» Das Internet verändere diese Situation aber. Im Schutz der Anonymität kämen Minderheiten immer mehr zu Wort.

Sein Kollege Frank Schwab von der Uni Würzburg spricht von «verbalen Randalierern». In der Anfangszeit des Internets seien vorrangig gebildete Schichten dort aktiv gewesen: «Mittlerweile hat jeder einen Zugang, jetzt sind alle Bevölkerungsgruppen vertreten, auch solche, die sich nicht reflektiert äußern.» Wenn Betroffene den Eindruck hätten, eine Gruppennorm zu erfüllen, verhielten sie sich gruppenkonform: «Man kann regelrecht Punkte sammeln, wenn man draufhaut und Abweichler abstraft», sagt der Professor.

Doch manche Rassisten im Internet werden inzwischen mit ihren eigenen Waffen bekämpft und bloßgestellt. Im sächsischen Freital entstand unter dem Slogan «Perlen aus Freital» ein Internet-Pranger gegen Rassismus. Die Akteure, die verdeckt arbeiten und via Netz bereits Morddrohungen erhielten, gehen Nutzerkommentaren wie «Gaskammer statt Dönerfleisch» nach. Grenzen kennen die Hetzer kaum, manche rufen zu direkter Gewalt gegen Flüchtlinge oder gar Flüchtlingskinder auf.

Oft sei der Grat zwischen extremen, aber noch zulässigen Äußerungen und dem verdeckten oder offenen Aufruf zu einer Straftat fließend, berichtet einer der Perlen-Fahnder: «Gefühlt trauen sich mittlerweile mehr rassistische User heraus aus den geschlossenen Gruppen in die Netzöffentlichkeit.» Die steigenden Flüchtlingszahlen machten auch Bürger aus der Mitte der Gesellschaft empfänglicher für derartige Botschaften. Neu sei aber, dass man nun sogar offen zu Brandstiftungen, schweren Körperverletzungen oder gar Mord aufrufe.

Der Berliner Journalist Matthias Meisner («Tagesspiegel») filtert seit Wochen das Netz nach fremdenfeindlichen Aktivitäten: «Die Radikalisierung findet vornehmlich auf Anti-Asyl-Seiten bei Facebook statt», sagt er. Dort würden menschenverachtende Meinungen verbreitet, ohne dass Facebook oder die Seitenbetreiber reagierten. Meisner spricht von einer erschreckenden Entwicklung, manche Kommentatoren meldeten sich auch unter Klarnamen zu Wort und fürchten offenbar nicht mal Strafverfolgung.

Dass aus den Worten auch direkt Taten folgen können, lässt die zunehmende Zahl von Anschlägen auf Asylbewerberunterkünfte in Deutschland vermuten. Im ersten Halbjahr 2015 gab es bundesweit bereits mehr als im gesamten Jahr 2014. Experten gehen davon aus, dass sich Neonazis und Hooligans durch Hetze zum Handeln ermuntert fühlen. «Das Internet ist das eine. Es dient aber auch Leuten zur Ermutigung, sich im realen Leben in übler Weise über Asylsuchende zu äußern und gegen sie vorgehen», schließt Meisner aus der Netzrecherche.

Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes haben Straftaten der politisch motivierten Kriminalität im Internet in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. 2012 wurden 77 entsprechende Fälle erfasst, 2014 bereits 182. Mitte Juli dieses Jahres stand man bereits bei 169. «Der thematische Schwerpunkt liegt hier allerdings bei der Verherrlichung des Nationalsozialismus. Erst 2015 macht sich eine Verlagerung zu fremdenfeindlichen Inhalten bemerkbar. Auch die Asylthematik rückte mehr in den Vordergrund», sagt Behördensprecherin Kathlen Zink.

Eine Statistik zur Hetze im Netz führt die Justiz bisher nicht. Der Tatort Internet wird nicht separat ausgewiesen. Dennoch nimmt der Dresdner Oberstaatsanwalt Claus Bogner subjektiv eine Zunahme wahr. «Es gibt auch schon Verfahren». Allerdings seien die Ermittlungen gerade bei anonymen Äußerungen schwierig und zeitaufwendig. Das hänge nicht nur mit dem «flüchtigen Medium» Internet zusammen, sondern mit Zuständigkeiten: «Manchmal steht der Server im Ausland, dann geht es nur über Rechtshilfeersuchen.»

Do, 2015-07-30 06:00
Hiroshima (dpa)

Das atomare Wettrüsten der Supermächte

Hiroshima (dpa) - Die Erfindung der Atombombe löste ein beispielloses Wettrüsten der beiden Supermächte USA und Sowjetunion im Kalten Krieg aus. Allein das US-Programm verschlang bis in die 1990er Jahre mehrere Billionen US-Dollar.

Juli 1945: Erster erfolgreicher Test einer US-Atombombe. Im August werden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen.

August 1949: Die Sowjetunion zündet ihre erste Atombombe.

November 1952: Erste Explosion einer US-Wasserstoffbombe im Pazifik. Ein Jahr später ziehen die Sowjets gleich.

Januar 1953: Die Produktion von atomaren US-Kurzstreckenraketen läuft an. Wie Atomkanonen werden sie auch in Europa stationiert.

September 1954: Die Amerikaner stellen ihr erstes Atom-U-Boot in Dienst, die Sowjets vier Jahre später. Mit Nuklearraketen bestückte Schiffe verschärfen die gegenseitige Bedrohung.

Oktober 1957: Mit dem Transport des sowjetischen Erdtrabanten «Sputnik» beginnt ein Wettlauf in der Raumfahrt und um Interkontinentalraketen.

Oktober 1961: Im Norden Russlands zünden die Sowjets die «Zar»-Wasserstoffbombe. Der Sprengsatz ist bis zu 4000 mal stärker als die Hiroshima-Bombe.

Oktober 1962: In der Kuba-Krise droht US-Präsident John F. Kennedy den Russen mit einem Atomschlag, falls sie ihre auf der Insel stationierten Mittelstreckenraketen nicht abzögen. Moskau gibt nach.

März 1983: US-Präsident Ronald Reagan plant einen weltraumgestützten Schutzschild gegen Atomraketen. Das immens teure «Star Wars»-Programm wird in den 1990er Jahren eingestellt.

Dezember 1983: Als Antwort auf die Drohungen Moskaus stationieren auch die USA atomare Mittelstreckenraketen - vor allem in Deutschland. 1987 wird deren Vernichtung vereinbart.

1986: Auf dem Gipfel des Wettrüstens liegen in den US-Arsenalen etwa 23 300 atomare Sprengsätze, die Gegenseite hat mehr als 40 100.

Juli 1991: Der sogenannte Start-I-Vertrag sieht erstmals den Abbau strategischer Atomwaffen vor.

Dezember 1991: Mit dem Untergang der Sowjetunion endet auch das Wettrüsten im Kalten Krieg.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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