Mi, 2015-07-01 18:10
Mogadischu (dpa)

Soldaten der Afrikanischen Union töten in Somalia 16 Zivilisten

Mogadischu (dpa) - Somalische Soldaten und Truppen der Afrikanischen Union sollen im Zentrum Somalias mindestens 16 Zivilisten getötet haben. Unter den Opfern seien auch fünf Lehrer einer Islamschule, sagte der Clan-Älteste Moalin Mohamud am Mittwoch. Augenzeugen berichteten, keines der Opfer sei Mitglied der islamistischen Terrorgruppe Al-Shabaab gewesen. Das Militär habe dies aber offenbar vermutet.

«Wir sammeln derzeit Informationen über diesen Zwischenfall», sagte der Gouverneur der Region Galguduud, Hussein Ali Wehliye. Es ist nicht das erste Mal, dass den somalischen Streitkräften und AU-Soldaten vorgeworfen wird, Zivilisten getötet zu haben. Vor wenigen Monaten sollen AU-Truppen in Beledwayne in Zentralsomalia wahllos in eine Menschenmenge geschossen und sieben Menschen getötet haben.

Die Afrikanische Union ist in dem Krisenland mit 20 000 Soldaten im Einsatz, die die Regierung bei ihrem Kampf gegen Al-Shabaab unterstützen. Die Extremisten wollen in Somalia einen sogenannten Gottesstaat aufbauen.

Do, 2015-07-02 14:26
Kairo (dpa)

Ägypten: Medien sollen zu Anschlag auf Generalstaatsanwalt schweigen

Kairo (dpa) - Die ägyptischen Medien sollen auf Anweisung der Regierung nicht mehr über Ermittlungen zum Bombenanschlag auf den Generalstaatsanwalt berichten. In- und ausländische Medien dürften nichts mehr zum Stand der Untersuchungen veröffentlichen, bis diese abgeschlossen seien, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Donnerstag mit. Es sei künftig nur noch erlaubt, offizielle Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft zu verbreiten. Die Maßnahme sei erhoben worden, um die Ermittlungen zu schützen.

Generalstaatsanwalt Hischam Barakat war am Montag bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden. Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hatte daraufhin angekündigt, Prozesse künftig beschleunigen zu wollen - als Teil seines Kampfes gegen die verbotene Muslimbruderschaft, die die Regierung für diesen und andere Anschläge verantwortlich macht. Die Bruderschaft bestreitet, an Gewalttaten beteiligt zu sein.

Do, 2015-07-02 13:53
Berlin (dpa)

Lindner: Koalition hat bei Energiewende einen «Ökofimmel»

Berlin (dpa) - FDP-Chef Christian Lindner warnt davor, dass mit den neuen Entscheidungen der Koalition die Energiewende immer teurer und komplizierter wird. «Alle auftretenden Gräben im Streit um die Energiewende schüttet die Koalition mit dem Geld der Stromkunden und Steuerzahler zu. Eine ideologiefreie Energiepolitik sieht anders aus», sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur.

Die Koalition sei im Irrglauben gefangen, sie könne das Weltklima zwischen Kiel und Konstanz retten. «Die Koalition muss endlich ihren Ökofimmel überwinden», meinte Lindner. Völlig unverständlich sei, dass Angela Merkel und Sigmar Gabriel bei den Stromtrassen CSU-Chef Horst Seehofer mit Erdkabeln und neuen Trassenverläufen weitreichende Zugeständnisse gemacht hätten. «Es ist in den restlichen 15 Bundesländern nicht vermittelbar, dass Bayern einseitig bevorzugt wird - nur weil der Ministerpräsident ein Stück aus dem Tollhaus aufführt.»

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Do, 2015-07-02 00:25
Berlin (dpa)

Energie-Gipfel im Kanzleramt - Ergebnisse offen

Berlin (dpa) - Lange Energie-Nacht im Kanzleramt: Die drei Parteichefs der Koalition wollen bei der Energiewende ihren monatelangen Streit überwinden. Die Beratungen über den weiteren Kurs in der Energiepolitik dauerten bis in die Nacht zum Donnerstag an.

Auch nach mehr als vier Stunden wurden keine Ergebnisse bekannt. Die Gespräche zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) dauerten an, hieß es aus Koalitionskreisen.

Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte daran teilgenommen. Neben den Energiethemen wie Stromtrassen, Kohle-Abgabe und Klimaschutz dürfte auch die Griechenland-Krise im Fokus gestanden haben.

Do, 2015-07-02 05:00
Hamburg/Karlsruhe (dpa)

Prokon-Gläubiger stehen vor der Wahl - Verkauf oder Genossenschaft

Mehr als ein Jahr nach dem Insolvenzantrag treffen sich die Gläubiger der Windenergiefirma Prokon zum letzten Akt des Schauspiels. Sie müssen sich zwischen zwei Modellen entscheiden. Einen Großteil ihres Geldes haben sie in jedem Fall verloren.

Hamburg/Karlsruhe (dpa) - Über die Zukunft der insolventen Windenergiefirma Prokon fällt am Donnerstag in Hamburg die Entscheidung. Rund 100 000 Gläubiger stimmen in einem mehrstufigen Verfahren darüber ab, ob der Betrieb in eine Genossenschaft umgewandelt werden soll oder an den Energiekonzern EnBW geht. Der Karlsruher Energieversorger will Prokon für 550 Millionen Euro übernehmen.

Neben den 75 000 Anlegern, die über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro in der Firma in Itzehoe (Schleswig-Holstein) angelegt hatten, geben auch Banken, Lieferanten und Stromkunden ihr Votum ab. Über Prokon war 2014 wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Es wird erwartet, dass mehrere tausend Gläubiger an der nicht öffentlichen Versammlung in zwei Hamburger Messehallen teilnehmen werden. Etliche werden sich auch durch Rechtsanwälte vertreten lassen.

Der Ausgang der Versammlung ist offen. Bislang ist noch nicht einmal offiziell bekannt, ob die Befürworter des Genossenschaftsmodells genug Anlegerkapital auf ihre Seite ziehen konnten, damit überhaupt darüber abgestimmt werden kann. Es sprechen aber einige Indizien dafür. So hatten sich bis Freitag rund 36 000 Anleger bereiterklärt, ihre Prokon-Genussrechte in Genossenschaftsanteile zu tauschen. Ob damit auch das notwendige Eigenkapital von 660 Millionen Euro erreicht wird, ist nicht sicher, aber wahrscheinlich.

Die Anleger haben je nach Modell mindestens 40 Prozent ihres eingesetzten Kapitals verloren. Verbraucherschützer sind bei der Prüfung der verschiedenen Modelle zu dem Ergebnis gekommen, dass die Entscheidung von den Präferenzen des Anlegers abhängt: Wer schnell zu Bargeld kommen und das Kapitel Prokon abschließen will, sollte für den Verkauf an EnBW stimmen. Wer sich weiter für die Windenergie engagieren will und an eine gute Zukunft für Prokon glaubt, sollte für das Genossenschaftsmodell votieren.

EnBW hatte sich kurz vor der Gläubigerversammlung bei Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin beschwert. Es entstünde der Eindruck, dass EnBW im Insolvenzverfahren benachteiligt werde, hieß es in einem Schreiben der Anwälte des Energiekonzerns an den Insolvenzverwalter, über das zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Penzlin wies die Vorwürfe mit Nachdruck zurück.

Mi, 2015-07-01 19:00
Hamburg/Karlsruhe (dpa)

Prokon-Gläubiger entscheiden über Zukunft der Windenergiefirma

Hamburg/Karlsruhe (dpa) - Über die Zukunft der insolventen Windenergiefirma Prokon fällt am Donnerstag in Hamburg die Entscheidung. 100 000 Gläubiger können in einem mehrstufigen Verfahren darüber abstimmen, ob der Betrieb in eine Genossenschaft umgewandelt werden soll oder an den Energiekonzern EnBW geht. Der Karlsruher Energieversorger will Prokon für 550 Millionen Euro übernehmen.

Neben den 75 000 Anlegern, die über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro in der Firma in Itzehoe (Schleswig-Holstein) angelegt hatten, geben auch Banken, Lieferanten und Stromkunden ihr Votum ab. Über Prokon war 2014 wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Es wird erwartet, dass mehrere tausend Gläubiger an der nicht öffentlichen Versammlung in zwei Hamburger Messehallen teilnehmen werden. Etliche werden sich auch durch Rechtsanwälte vertreten lassen.

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Do, 2015-07-02 10:36
Kairo (dpa)

Muslimbrüder: Ägyptische Polizei hat Mitglieder kaltblütig ermordet

Kairo (dpa) - Die Muslimbrüder haben die ägyptischen Sicherheitskräfte beschuldigt, neun zum Teil führende Mitglieder der Organisation ermordet zu haben. Die Angehörigen der islamistischen Organisation seien zunächst in einem Haus nahe Kairo verhaftet und dann kaltblütig getötet worden, teilte die Bruderschaft am Mittwochabend mit. Unter den Opfern sei auch der ehemalige Parlamentsabgeordnete Nasser al-Hafi. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte hatte den Vorfall am Mittwoch so dargestellt, dass Polizisten bei der versuchten Festnahme der «gesuchten Terroristen» unter Beschuss gerieten und das Feuer erwiderten.

Ägypten wird seit einigen Tagen vermehrt von Terror und Bombenexplosionen erschüttert. Fast 120 Menschen waren am Mittwoch bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Posten der Armee und anschließenden Gefechten auf der Sinai-Halbinsel getötet worden. Die Regierung macht Islamisten für die Gewalt im Land verantwortlich.

Do, 2015-07-02 04:00
Berlin (dpa)

Verbraucherzentralen: Elektromüll-Rückgabe viel zu kompliziert

Berlin (dpa) - Geplante Regeln für die leichtere Entsorgung von ausrangierten Elektrogeräten wie Handys, Toastern oder Fernsehern sind aus Sicht von Verbraucherschützern viel zu kompliziert. «Die Verbraucher haben wenig Lust, sich mit tausend unterschiedlichen Regelungen zu befassen», sagte Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn man es so kompliziert macht, muss man sich nachher nicht wundern, wenn die Sachen dann doch in der normalen Abfalltonne landen.»

Die Bundesregierung will Händler, die Elektrogeräte verkaufen, dazu verpflichten, alte Geräte unter bestimmten Bedingungen kostenlos anzunehmen. Die Regelungen gelten allerdings nur für Geschäfte, deren Elektro-Sortiment sich über mindestens 400 Quadratmeter erstreckt. Außerdem können nur kleine Geräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 Zentimetern ohne weiteres abgegeben werden. Was größer ist, muss nur beim Kauf eines gleichwertigen neuen Geräts angenommen werden. Der Bundestag stimmt an diesem Donnerstag über die Pläne ab.

Die Verbraucherzentralen kritisieren vor allem die Beschränkung der Pflicht auf die großen Händler. Wünschenswert wäre gewesen, dass zumindest jemand, der ein neues Gerät kauft, das alte in jedem Fall im Tausch abgeben kann, sagte Jungbluth. Außerdem sei bisher nicht eindeutig geregelt, wie der Verbraucher überhaupt erkennen soll, ob ein Geschäft die 400-Quadratmeter-Grenze überschreitet.

Bisher nehmen Händler Altgeräte nur auf freiwilliger Basis zurück. Andernfalls müssen sie zu kommunalen Sammelstellen gebracht werden.

Do, 2015-07-02 12:23
Radolfzell (dpa)

Bestseller-Autor Franzen für Kampf gegen Vogeljagd ausgezeichnet

Radolfzell (dpa) - Für seinen Einsatz gegen die Jagd auf Vögel erhält der US-Bestseller-Autor Jonathan Franzen (55) den EuroNatur-Preis 2015. Mit der undotierten Auszeichnung werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. «Jonathan Franzen trägt wesentlich dazu bei, die starke Bedrohung der europäischen Wildvögel durch legale Jagd, Wilderei und Lebensraumverlust ins Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit zu rücken», teilte die Präsidentin der Naturschutzstiftung EuroNatur, Christel Schroeder, am Donnerstag mit. Franzen gilt als leidenschaftlicher Vogelbeobachter. Am 14. Oktober soll er auf der Bodenseeinsel Mainau ausgezeichnet werden. Zu den bisherigen Trägern des EuroNatur-Preises gehören unter anderem der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU), Prinz Charles und Michail Gorbatschow.

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Do, 2015-07-02 12:05
Berlin (dpa)

Seehofer: Sämtliche «Monstertrassen» in Bayern vom Tisch

Berlin (dpa) - CSU-Chef Horst Seehofer hat nach eigener Einschätzung beim Energie-Gipfel im Kanzleramt alle Kernanliegen Bayerns durchgesetzt. Er sei mit den Ergebnissen «rundum zufrieden». Zur Einigung beim umstrittenen Bau neuer Nord-Süd-Stromleitungen sagte Seehofer am Donnerstag in Berlin mit Blick auf sein Bundesland: «Da kann ich sagen, dass sämtliche Monstertrassen vom Tisch sind. Das ist ein Riesenerfolg.» 

Durch den Vorrang von Erdkabeln und die Nutzung bestehender Trassen bei den neuen Stromleitungen würden Mensch und Natur geschont. «Das ist ein Riesenfortschritt, auch was die Akzeptanz in der Bevölkerung angeht», meinte Seehofer. Die politischen Ziele der Parteichefs bei den Netzen seien «keine weiße Salbe», sondern würden der Bundesnetzagentur klare juristische Vorgaben machen. Der Südost-Link ende nicht mehr in Gundremmingen, sondern im Raum Landshut. 

Sehr erfreulich sei, dass das modernste Gaskraftwerk der Welt in Irsching auch nach dem Frühjahr 2016 in Betrieb bleiben werde. Zusätzlich würden ab 2021 zwei neue Reservekraftwerke in Bayern betrieben. Dabei ist je eine Gasturbine mit einer Leistung von 600 Megawatt in Leipheim und in Haiming geplant.

Im Streit um die Zwischenlagerung von 26 Atommüll-Castoren pocht Seehofer auf neue Gespräche der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Ihm gehe es nicht um Blockade oder ein Schwarze-Peter-Spiel. Die Bayern wollen Atommüll aus dem Forschungsreaktor Garching im nordrhein-westfälischen Ahaus zwischenlagern. Das löste bei anderen Ländern Proteste aus. Die Bundesregierung will aufbereiteten deutschen Atommüll aus Frankreich und England zurückbringen und auf vier Bundesländer verteilen.

Do, 2015-07-02 10:53
Haag (dpa)

Niederlande holen Touristen aus Tunesien zurück

Den Haag (dpa) - Aus Sorge vor weiteren Terroranschlägen in Tunesien werden die niederländischen Touristen aus dem Urlaubsland ausgeflogen. Die Reiseveranstalter reagierten damit auf eine dringende Reisewarnung des niederländischen Außenministeriums, sagte ein Sprecher der Reiseorganisation Thomas Cook der niederländischen Nachrichtenagentur ANP am Donnerstag.

Das Außenministerium hatte zuvor von Reisen nach Tunesien abgeraten. «Es kann neue Anschläge geben, auch gegen Touristen und Bürger des Westens.» 275 niederländische Urlauber sollten am Abend mit einer Maschine der deutschen Fluggesellschaft Condor in Amsterdam landen. Bei einem Terroranschlag am Strand des Badeortes Sousse waren in der vergangenen Woche 38 Menschen getötet worden.

Do, 2015-07-02 10:50
Kiew (dpa)

Ukrainische Rettungskräfte dämmen Waldbrand bei Tschernobyl ein

Kiew (dpa) - Beim Waldbrand in der Umgebung des 1986 explodierten Atomkraftwerks Tschernobyl haben die ukrainischen Behörden die Flammen nach eigenen Angaben weitgehend unter Kontrolle gebracht. Es seien aber noch mehr als 120 Helfer mit rund 20 Löschfahrzeugen im Einsatz, teilte der Zivilschutz in der Hauptstadt Kiew am Donnerstag örtlichen Medien zufolge mit. «Die Strahlung entspricht der Norm.» Es bestehe keine unmittelbare Gefahr des Übergreifens auf die Kraftwerksruine, in der sich noch hoch radioaktives Uran befindet.

Die Behörden im benachbarten Russland teilten mit, etwa 200 lokale Messstellen hätten keine erhöhte Radioaktivität festgestellt. Das Feuer auf einer Fläche von 130 Hektar war am vergangenen Montag nahe der Sperrzone im Radius von 30 Kilometern um die Anlage ausgebrochen. Umweltschützer warnten, der Brand könne radioaktive Teile aufwirbeln.

Am 26. April 1986 war der vierte Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl explodiert. Große Flächen sind bis heute verseucht. Derzeit wird für die Anlage ein neuer Sarkophag zum Schutz vor Strahlung gebaut. Das von zahlreichen Staaten, darunter auch Deutschland, finanzierte Milliardenprojekt soll 2017 fertig sein.

Mi, 2015-07-01 18:14
Kairo (dpa)

Heftige Gewalt im Sinai: Dutzende Tote durch Angriffe des IS

Es sind die wohl blutigsten Gefechte auf dem Sinai seit zwei Jahren: Mehr als 70 Menschen sollen bei Angriffen von Extremisten auf ägyptische Soldaten gestorben sein. Der Zeitpunkt ist kein Zufall.

Kairo (dpa) - Bei einem der heftigsten Gewaltausbrüche im Sinai seit Jahren sind Dutzende Menschen getötet worden. Angriffe islamistischer Extremisten auf Posten der ägyptischen Armee und anschließende Gefechte forderten ägyptischen Medien zufolge am Mittwoch mehr als 70 Menschenleben. Eine offizielle Opferzahl gab es zunächst nicht.

Zu den Angriffen bekannte sich der ägyptische Ableger der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die «Löwen des Kalifats in der Provinz Sinai» hätten am frühen Morgen mehr als 15 Posten der ägyptischen Armee überfallen, teilten die Extremisten in einer Internetbotschaft mit. Dabei seien schwere Waffen und drei Selbstmordattentäter eingesetzt worden.

Über die genaue Zahl der Opfer gab es zunächst keine Klarheit. Ein Sprecher der Armee sagte, 10 Soldaten und 22 «Terroristen» seien ums Leben gekommen. Das Militär setzte nach eigenen Angaben Kampfflugzeuge und -hubschrauber ein.

Radikale Gruppen greifen im Norden des Sinai seit Jahren immer wieder die ägyptische Armee an. Die arme Region ist eine Hochburg der Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis, die Ende des vergangenen Jahres dem IS die Treue geschworen hatte. Der Angriff am Mittwoch war der heftigste Gewaltausbruch im Sinai, seit die Armee Ägyptens ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 stürzte.

Terrorangriffe hatten sich in den vergangenen Tagen in Ägypten gehäuft. Am Montag war Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden. Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hatte daraufhin angekündigt, Prozesse künftig beschleunigen zu wollen - dies ist Teil seines Kampfes gegen die verbotene Muslimbruderschaft, die die Regierung für eine Reihe von Attentaten verantwortlich macht. Die Bruderschaft bestreit, Gewalttaten zu verüben.

Muslimbrüder waren nach Informationen der privaten Zeitung «Al-Masry Al-Youm» auch unter neun getöteten Islamisten bei einer Razzia nahe Kairo. «Es gab eine Schießerei mit den gesuchten Terroristen, als die Polizei sie festnehmen wollte», zitierte die staatliche Zeitung «Al-Ahram» einen Sprecher der Sicherheitskräfte.

In diesen Tagen jährt sich die Amtsübernahme des ehemaligen Präsidenten und Muslimbruders Mursi zum dritten Mal. Genau ein Jahr später war es in Kairo zu Massenprotesten gegen ihn gekommen. Am 3. Juli 2013 war Mursi trotz heftiger Proteste seiner Anhänger von der Armee gestürzt worden. Zudem war Anfang der Woche der erste Jahrestag der Ausrufung des Kalifats durch den IS. Die Gruppe hatte dazu aufgerufen, auch während des laufenden Fastenmonats Ramadan Attentate auf «Feinde» des Islams zu verüben.

Mi, 2015-07-01 19:09
Offenbach/Stendal (dpa)

Heiße Tage, tropische Nächte: Mit der Hitze steigt die Feuergefahr

Hoch «Amelie» überzieht Deutschland mit heißer Wüstenluft aus Afrika. Mit den Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. In Sachsen-Anhalt stirbt eine Frau beim Baden. Benannt ist das Hoch nach einer 90 Jahre alten Frau aus Konstanz.

Offenbach/Stendal (dpa) - Mit trockener Luft aus Afrika treibt das Hitzehoch «Annelie» die Temperaturen in Deutschland Richtung 40 Grad. Die Sonne brennt bis zu 17 Stunden vom wolkenlosen Himmel, und es wird jeden Tag ein bisschen heißer. Nach Erwartungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist am Samstag der Höhepunkt mit bis zu 39 Gread erreicht. «An einzelnen Stationen im äußersten Südwesten werden womöglich auch mal die 40 Grad geknackt», sagte Meteorologe Sebastian Schappert. In Sachsen-Anhalt starb am Mittwoch eine Rentnerin beim Baden. In Teilen Niedersachsens erreichte die Waldbrandgefahr die höchste Warnstufe.

Am Samstag klettern die Temperaturen laut DWD auf 32 Grad im Nordosten und bis 39 Grad an Rhein, Mosel und Saar. Für den größten Teil Deutschlands galt eine amtliche Hitzewarnung. Ob der deutsche Hitzerekord von 40,2 Grad, gemessen in den Jahren 2003 und 1983, eingestellt wird, sei noch nicht sicher. «Es wird aber knapp», sagte Schappert.

Die heiße Luft kommt aus der Sahara. Hoch «Annelie» leitet sie über Frankreich nach Deutschland und lässt die Temperaturen jeden Tag ein wenig höher steigen. Auch nachts sinken sie mancherorts nicht unter 20 Grad, die Meteorologen sprechen dann von Tropennächten. Gleichzeitig wird es immer schwüler, und am Donnerstagabend könnte es erste Gewitter geben.

Nach dem Höhepunkt der Hitze am Samstag wird es nicht mehr ganz so warm, aber der Sommer bleibt bis weit in die nächste Woche. Anfang der Woche seien im Norden und Westen 25 bis 27 Grad zu erwarten, im Süden werde es bis Mitte der Woche Werte um 30 Grad geben, sagte Schappert.

Wegen erhöhter UV-Werte empfehlen Meteorologen, Sonnencreme aufzutragen, sich möglichst im Schatten aufzuhalten oder Hüte und Kappen zu tragen.

In Sachsen-Anhalt starb eine Rentnerin beim Baden. Die 76 Jahre alte Frau sei am Mittwochvormittag in einem Teich in Unterkamps in der Altmark entdeckt worden, teilte die Polizei in Stendal mit. Woran die Rentnerin starb, war zunächst unklar. Sie sei allein schwimmen gewesen, hieß es.

In Teilen Niedersachsens erreichte die Waldbrandgefahr die höchste Warnstufe. «Die Forstleute sind bereits alarmiert», sagte Reiner Baumgart von den Landesforsten. Größte Gefahr besteht demnach in Nadelholzwäldern wie in der Lüneburger-Heide. Dort hat der Deutsche Wetterdienst die höchste Warnstufe 5 ausgerufen. Im emsländischen Lünne rückten die Feuerwehrleute am Mittwochabend zu einem Waldbrand aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Nähere Details waren zunächst nicht bekannt.

Hoch «Annelie» verdankt seinen Namen einer 90 Jahre alten Dame aus Konstanz am Bodensee. «Das war ein Geburtstagsgeschenk von meinen drei Kindern», sagte Annelie Dehnert-Hilscher. Die Freie Universität (FU) Berlin vergibt die Patenschaften: 299 Euro kostet ein Hoch, 199 Euro ein Tief. In diesem Jahr tragen die Hochdruckgebiete in Europa weibliche Namen, die Tiefs männliche.

Auch England stöhnt unter der Hitze: Der dritte Tag des Wimbledon-Turniers 2015 wird als bislang heißester in die Geschichte der traditionsreichen Tennisveranstaltung eingehen. Am späten Mittwochnachmittag vermeldeten die Organisatoren, dass die Temperatur auf 35,7 Grad Celsius gestiegen sei. Der bisherige Höchstwert lag bei 34,6 Grad während der Hitzewelle im Sommer 1976. Mindestens ein Balljunge und eine Zuschauerin mussten medizinisch versorgt werden.

Do, 2015-07-02 14:33
Hamburg (dpa)

«Ah!» und «Oh!» - Walross-Baby begeistert Tierparkbesucher

Hamburg (dpa) - Ein 75 Kilo schweres Walross-Baby begeistert die Besucher im Hamburger Tierpark Hagenbeck. Knapp vier Wochen nach seiner Geburt absolvierte das Walross-Mädchen seine Präsentation am Donnerstag souverän. Immer an der Seite von Mutter Polosa (19) wagte der Nachwuchs mit dezentem Damenbart schon ein paar Runden im Außenbecken. «Ohhhhh, ist die Kleine süüüüß», riefen Kinder. Es ist nach Angaben des Tierparks erst das zweite Walross-Baby, das in Deutschland geboren wurde. Halbbruder Thor war 2014 ebenfalls bei Hagenbeck auf die Welt gekommen.

Die Babys wiegen bei der Geburt etwa 60 Kilo. Ausgewachsene Walross-Männchen kommen auf bis zu 1,9 Tonnen und werden 3,6 Meter lang. Pro Tag vertilgen sie etwa 30 Kilo Fisch. Einen Namen hat das Walross-Baby noch nicht. Es soll in einem Namenswettbewerb ermittelt werden.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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