Mo, 2015-03-30 16:00
Berlin (Oxfam)

Dritte Geberkonferenz zu Syrien: Internationale Regierungen dürfen syrische Flüchtlinge nicht im Stich lassen

Nothilfeaufrufe der UN und des Roten Kreuzes für Syrien und von der Krise betroffene Nachbarstaaten sind im ersten Quartal 2015 nur zu 9,8% finanziert. Viele europäische Staaten haben sich bisher zu weniger als 10% ihres „gerechten Anteils“ für die Aufnahme von besonders bedrohten Flüchtlingen verpflichtet. Deutschland, Norwegen, Kanada und die Schweiz stehen an der Spitze sowohl bei der Nothilfefinanzierung als auch bei der Flüchtlingsaufnahme

Die Anzahl der Menschen, die innerhalb und außerhalb Syriens auf Hilfe angewiesen sind, steigt dramatisch an, doch die Finanzierung hält nicht Schritt. Am kommenden Dienstag treffen sich internationale Geberstaaten in Kuwait, um über die weitere Bereitstellung von Mitteln zu beraten. Oxfam fordert, deutlich mehr Gelder als bei der letztjährigen Konferenz zu mobilisieren, als die Nothilfeaufrufe für 2014 nur zu 62,5% finanziert werden konnten. Andernfalls wären die Folgen für Millionen Syrerinnen und Syrer sowie für viele Menschen in den Nachbarländern verheerend. Oxfam schätzt, dass 2015 rund 8,7 Milliarden US-Dollar benötigt werden, um 18 Millionen Menschen in Syrien und in benachbarten Ländern mit lebensrettender Hilfe zu unterstützen.

„In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnten erst 9,8 Prozent der für 2015 benötigten Mittel aufgebracht werden. Dies ist angesichts von insgesamt 18 Millionen Menschen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind, viel zu wenig. In den letzten Monaten mussten lebensnotwendige Hilfsmaßnahmen wegen Geldmangel eingespart werden, und viele Flüchtlinge sahen sich in ihrer Verzweiflung gezwungen, ausbeuterische Arbeit anzunehmen oder ihre Kinder zu verheiraten. Hier muss dringend gehandelt werden“, sagt Oxfams Syrienreferent Robert Lindner.

Oxfam hat berechnet, dass im Jahr 2014 etwa die Hälfte der internationalen Geberstaaten nicht ihren „gerechten Anteil“ – gemessen anhand ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit –  an der Nothilfefinanzierung geleistet haben. Darunter sind Russland (7%), Australien (28%) und Japan (29%). Unter den Regierungen, die im vergangenen Jahr Mittel in angemessener Höhe oder mehr aufgewendet haben, sind Kuwait (1.107%), die Vereinigten Arabischen Emirate (391%), Norwegen (254%), Großbritannien (166%) und Deutschland (111%).

Angesichts der schleppenden internationalen Hilfe und der zunehmenden Abriegelung der Grenzen durch einige syrische Nachbarländer wird die Lage für syrische Flüchtlinge immer prekärer.

„Internationale Regierungen müssen in Kuwait alles daransetzen, die Krise zu wenden und den Flüchtlingen eine Perspektive zu geben. Mehr Geld für humanitäre Hilfe ist das eine, doch wohlhabende Länder wie Deutschland sollten dringend auch mehr Flüchtlinge aufnehmen. Die dramatischen Bilder von Flüchtlingen, die ihr Leben bei gefährlichen Überfahrten übers Mittelmeer aufs Spiel setzen, sollten die europäischen Staaten endlich aufrütteln“, sagt Lindner.

Oxfam hat bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen internationalen Hilfsorganisationen an wohlhabende Staaten außerhalb der Region appelliert, bis Ende 2015 fünf Prozent der am meisten bedrohten Flüchtlinge in ihren eigenen Ländern aufzunehmen. Bislang gibt es nur Zusagen für weniger als zwei Prozent der 3,9 Millionen in Frage kommenden Flüchtlinge, noch dazu ohne einen klaren Zeitrahmen. Unter den Staaten, die weniger als 10 Prozent des von Oxfam errechneten gerechten Anteils für die Aufnahme von Flüchtlingen erfüllt haben, sind Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Polen. Deutschland hat zwar seinen Anteil mit 200 Prozent übererfüllt, doch hat das Land bereits während der Balkankriege in den Neunzigerjahren bewiesen, dass es in der Lage ist, wesentlich mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Oxfam fordert die in Kuwait versammelten Staaten außerdem auf, einen neuen Anlauf für eine friedliche Lösung der Krise zu unternehmen und einen neuen politischen Prozess auf der Basis des Genfer Kommuniqués von 2012 anzustoßen. Auch dürfen Regierungen die Gewalt nicht noch weiter anheizen und müssen sämtliche Lieferungen von Waffen und Munition nach Syrien unterlassen.
 

So, 2015-03-29 11:56
Magdeburg (dpa)

Haseloff: Ältere Menschen sollten Flüchtlingspaten werden

Magdeburg (dpa) - Zur schnelleren Integration von Flüchtlingen hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) den Einsatz älterer Menschen als Paten angeregt. Die Rentnergeneration besitze besonderes Potenzial, sich tagtäglich in die Gesellschaft einzubringen, sagte der CDU-Politiker der «Welt am Sonntag». Man müsse jetzt über Integrationsmaßnahmen nachdenken, die der außergewöhnlichen Situation gerecht werden. Zudem würden mehr Deutschlehrer, mehr Kita-Plätze und mehr dezentrale Unterkünfte gebraucht.

Die Politik könne die Rahmenbedingungen schaffen, aber damit sei noch keine Integration geleistet, betonte Haseloff. Er warb für ein gemeinsames Leben von Einheimischen mit Flüchtlingen. Man werde mögliche Vorbehalte sicher nicht abbauen, wenn Asylbewerber hinter Mauern abgeschottet lebten.

So, 2015-03-29 12:00
Abuja (dpa)

Nach Präsidentenwahl in Nigeria zeichnet sich knappes Rennen ab

Die Wahl in Nigeria verlief relativ friedlich. Die Terrorgruppe Boko Haram konnte die Abstimmung nur vereinzelt stören. Erste Ergebnisse deuten auf einen knappen Ausgang hin.

Abuja (dpa) - Einen Tag nach der Präsidentenwahl im westafrikanischen Nigeria deutete am Sonntag alles auf ein knappes Rennen hin. Erste Auszählungsergebnisse in einigen Wahlbezirken sahen den muslimischen Herausforderer Muhammadu Buhari leicht vor dem christlichen Amtsinhaber Goodluck Jonathan. Verlässliche Ergebnisse sollte es jedoch nach Auskunft der Wahlkommission nicht vor Montag geben. Rund 70 Millionen Nigerianer waren am Samstag im bevölkerungsreichsten Land des Kontinents aufgerufen, unter starken Sicherheitsvorkehrungen einen neuen Staatschef zu wählen.

Sollte der 72 Jahre alte früheren Militärdiktator Buhari den 57 Jahre alten Amtsinhaber Jonathan ablösen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit der Rückkehr des westafrikanischen Lands zur Demokratie 1999. 

Viele Wähler standen stundenlang an, um bis in die Nacht ihre Stimme abgeben zu können. Doch in etwa 300 der 150 000 Wahllokale gab es aufgrund technischer Probleme bei der Registrierung der Wähler so große Verzögerungen, dass die Abstimmung auf den Sonntag verlegt werden musste, teilte die Wahlkommission mit.     

Nigerianer wählen meist nach ethnischer Abstammung und Religionszugehörigkeit. Ungefähr die Hälfte der 178 Millionen Nigerianer sind Muslime und etwa 45 Prozent sind Christen, hauptsächlich im Süden des Landes. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass viele von Jonathans Amtsführung enttäuschte Christen für Buhari gestimmt habenn könnten.

Der Amtsinhaber und seine regierende Demokratischen Volkspartei (PDP) versprachen den Wählern Kontinuität, Buhari und sein Oppositionsbündnis Partei der Fortschrittlichen (APC) warben mit der Bekämpfung der grassierenden Korruption und einem Sieg über den islamischen Terrorismus der Boko Haram. 

Die Wahl war ursprünglich bereits für den 14. Februar angesetzt, wurde aber wegen des Terrorfeldzugs von Boko Haram im Nordosten des Landes verschoben. Auch am Samstag wurden bei Anschlägen etwa 30 Menschen getötet. Seit 2009 töteten die sunnitischen Extremisten mindestens 14 000 Menschen.

Rund um die Wahl waren etwa 360 000 Polizisten im Einsatz, um Zusammenstöße zwischen Anhängern der großen politischen Lager zu verhindern. Bei der letzten Wahl 2011 kamen dabei Schätzungen zufolge rund 1000 Menschen ums Leben. 

Um die Präsidentenwahl zu gewinnen, muss ein Kandidat neben einer absoluten Stimmenmehrheit auch mindestens 25 Prozent der Stimmen in zwei Dritteln der 36 Bundesstaaten des Landes gewinnen. Zur Wahl stehen zwar 14 Kandidaten. Sollte keiner die nötige Mehrheit erreichen, wäre in zwei Wochen eine Stichwahl fällig. Am Samstag wurde auch ein neues Parlament gewählt. 
 

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So, 2015-03-29 11:55
Hamburg/Kiel (dpa)

Albig warnt vor Flüchtlingsghettos wie in Jordanien

Hamburg/Kiel (dpa) - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hat angesichts steigender Flüchtlingszahlen vor Massenunterkünften gewarnt. «Wir müssen aufpassen, dass wir keine riesigen Flüchtlingsghettos wie in Jordanien schaffen», sagte der SPD-Politiker der «Welt am Sonntag». Es dürfe keine Gesellschaft neben der Gesellschaft entstehen. «Wir müssen möglichst schnell genügend Wohnraum in der Mitte der Gemeinden bereitstellen.»

Albig verlangte erneut, dass der Bund die Asylverfahren beschleunigt. «Wir haben aktuell 180 000 offene Fälle. Berlin muss endlich die notwendigen Stellen in dem zuständigen Bundesamt besetzen.» Notfalls müssten auch Beamte aus anderen Verwaltungen abgeordnet werden. «Denn es nützt gar nichts, wenn der Bund zwar die Stellen schafft, aber auf den Stellen keine Menschen sitzen.»

Albig nahm auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich in die Pflicht. «Ich erwarte von Bundeskanzlerin Merkel, dass sie ihrem Kabinett sagt: «Wenn wir nicht wollen, dass nach den nächsten Kommunalwahlen in jedem Kommunalparlament zehn Nazis sitzen, dann ist es hohe Zeit, den Ländern und Kommunen zu helfen.»

So, 2015-03-29 11:54
London (dpa)

Großbritannien führt Standardimpfung gegen Meningokokken B ein

London (dpa) - Als wohl erstes Land der Welt führt Großbritannien eine flächendeckende Impfung von Babys gegen Meningokokken B ein. Noch in diesem Jahr solle der Impfstoff Bexsero gegen den Auslöser von Hirnhautentzündung (Meningitis) in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, kündigte das Gesundheitsministerium in London am Sonntag an. Seinen Angaben zufolge impft bisher kein anderes Land standardmäßig gegen diesen Meningokokken-Typ. Hirnhautentzündungen können tödlich sein.

Nach Angaben der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) schützt der derzeit verfügbare Impfstoff allerdings nicht gegen alle Meningitis-B-Stämme. Den deutschen Experten reichen die bislang vorliegenden Studienergebnisse nicht aus, um sich für oder gegen eine allgemeine Impfempfehlung auszusprechen, wie das RKI im September in seinem «Epidemiologische Bulletin» mitteilte. Die Kommission empfiehlt aber eine Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder.

So, 2015-03-29 11:54
Jerusalem (dpa)

Netanjahu: Iran-Abkommen bestätigt alle Befürchtungen Israels

Jerusalem (dpa) - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat erneut eindringlich vor einem Atomabkommen mit dem Iran gewarnt. «Diese sich abzeichnende Einigung bestätigt alle unsere Befürchtungen - und noch darüber hinaus», sagte Netanjahu am Sonntag während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Er habe dies auch in Telefongesprächen mit republikanischen und demokratischen Mitgliedern im US-Kongress ausgedrückt.

Im schweizerischen Lausanne sind Vertreter des Irans sowie der UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) und Deutschlands in eine entscheidende Phase der Verhandlungen eingetreten. Bis zum Ende des Monats wollen sie die Eckpunkte eines Abkommens aushandeln. Bis Juni soll dann eine umfassende Lösung den zwölf Jahre langen Atomstreit beenden. Der Westen will verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. Die Führung in Teheran bestreitet diese Absicht. Der Iran fordert die Aufhebung der lähmenden Wirtschaftssanktionen.

Netanjahu warf «Handlangern des Irans» vor, parallel zu den Verhandlungen in Lausanne weite Teile des Jemens und für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Punkte zu erobern. Der Iran versuche gegenwärtig, die Kontrolle über den gesamten Nahen Osten zu erlangen. «Die Achse Iran-Lausanne-Jemen ist sehr gefährlich für die Menschheit und muss gestoppt werden», sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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So, 2015-03-29 11:45
Hamburg (dpa)

Greenpeace-Studie: Jugendliche denken grün, kaufen aber konventionell

Hamburg (dpa) - Jugendliche achten laut einer Greenpeace-Umfrage beim Kleiderkauf auf Design, Preis und Marken, jedoch kaum auf die Herstellungsbedingungen. Dabei seien Chemikalieneinsatz und Ausbeutung von Textilarbeitern bekannt. Dies werde aber beim Kauf ausgeblendet, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten und von der Umweltorganisation in Auftrag gegebenen Untersuchung des Instituts nuggets.

Herstellungsbedingungen oder Textilsiegel sind demnach nur für gut zehn Prozent der Jugendlichen wichtig. Nur wenige junge Leute kennen überhaupt bekannte grüne Labels. Grund für den geringen nachhaltigen Kleiderkonsum sind laut Greenpeace Vorurteile: Grüne Mode sei zu teuer, nicht modisch genug und die Auswahl zu gering. Ein weiterer Grund sei, dass Läden und Siegel für ökologisch hergestellte Kleidung nicht bekannt genug seien.

Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen kaufen ihre Kleidung laut der Studie bei großen Modeketten. Etwas mehr als die Hälfte bestellt sich die Mode online nach Hause. Die Meinungsforscher befragten nach eigenen Angaben vom 13. bis 19. Januar 500 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren.
 

So, 2015-03-29 11:41
Berlin (dpa)

Blogger Badawi: Ich lebe mit 30 Verbrechern auf 20 Quadratmetern

Berlin (dpa) - Der in Saudi-Arabien inhaftierte liberale Blogger Raif Badawi hat in bewegenden Worten seinen Gefängnisalltag geschildert. In dem Vorwort zu dem Buch «1000 Peitschenhiebe», das das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» in seiner aktuellen Ausgabe abdruckt, schildert der junge Familienvater, dass er seine 20 Quadratmeter große Zelle mit 30 Verbrechern teilt - Mördern, Dieben, Drogenhändlern und Kinderschändern.

Früher habe er aus Angst vor Verbrechern zu Hause immer alle Türen und Fenster verriegelt, «und jetzt lebe ich mitten unter ihnen». Mit Erstaunen entdeckte Badawi bei einigen Zellengenossen ein «zartes, grandioses menschliches Feingefühl». Besonders habe ihn eine Schmiererei in einer der verdreckten Toiletten der Haftanstalt berührt. Zwischen Obszönitäten entdeckte er den Satz: «Der Säkularismus ist die Lösung!»

Das Vorwort zu dem Buch «1000 Peitschenhiebe» (Ullstein), das an diesem Mittwoch erscheint, hatte Badawi seiner Frau laut Verlag in mehreren Telefongesprächen aus dem Gefängnis diktiert. Badawi war 2012 wegen seiner liberalen Ansichten verhaftet worden. Er hatte auch Kritik an der saudischen Religionspolizei geübt. Ein Gericht verurteilte ihn wegen «Beleidigung des Islams» zu 1000 Hieben, zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe. Nach den ersten 50 Stockschlägen wurde die Vollstreckung aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt.

So, 2015-03-29 11:00
Sanaa (dpa)

Die wichtigsten Akteure in der Jemen-Krise

Sanaa (dpa) - Schiitische Huthi-Rebellen haben den Jemen überrannt, Saudi-Arabien greift mit Luftschlägen von außen ein. Ein Überblick der wichtigsten Akteure im Machtkampf:

DIE HUTHIS sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Benachteiligung sowie Korruption und Vetternwirtschaft der Regierung lösten ihre Rebellion aus. Den Huthis geht es eher um Macht und Einfluss im Land als um Ideologie. Im September 2014 eroberten rund 30 000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

PRÄSIDENT HADI gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Hadi (69) hat jetzt Asyl in Riad gefunden. Bei einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga nannte er die Huthis «Handlanger und Spielzeug des Irans» und forderte einen Kampf bis zu deren Aufgabe.

SAUDI-ARABIEN will verhindern, dass eine Schiitenmiliz, die mit dem schiitischen Iran verbandelt sein soll, das bettelarme Nachbarland kontrolliert und aus dem Einflussbereich der Sunniten reißt. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Stellungen der Huthis und deren Verbündete. Der neue König Salman (79) steht vor seiner ersten großen internationalen Bewährungsprobe. Der Militäreinsatz im Jemen dauert nach seinen Worten solange, bis dort wieder Frieden und Stabilität herrschen. Den Huthis warf der Monarch einen Putsch vor. Ohne den Iran namentlich zu nennen, sprach Salman von Regionalmächten, die aus dem Jemen eine Ausgangsbasis für ihren Einfluss in der Region machen wollten.

Der IRAN versucht als stärkster Rivale Saudi-Arabiens in der Region, via Jemen einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und fordert einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens. Aus Sicht des Irans steckt der Jemen in einer internen Krise, die nur durch Verhandlungen der zerstrittenen Parteien gelöst werden kann. Unbewiesene Vorwürfe lauten dagegen: Der Iran soll die Huthis finanzieren und die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz aus dem Libanon soll Militärberater entsandt haben.

EX-PRÄSIDENT ALI ABDULLAH SALIH schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben. Der Langzeitherrscher trat zwar Anfang 2012 nach Protesten zurück, zieht aber im Hintergrund weiter Strippen. Wichtige Einheiten der Armee und Sicherheitskräfte, die Luftwaffe und die Republikanische Garde schlugen sich mit Salih auf die Seite der Huthis. Nach dem Eingreifen Saudi-Arabiens rief der 73-Jährige in einer Fernsehansprache zu Waffenruhe, Dialog und Präsidentenwahl auf. Salih versprach, niemand aus seiner Familie werde kandidieren. Sein Sohn Ahmed, ein ehemaliger einflussreicher General, soll wieder Truppen im Land befehligen.

AL-KAIDA AUF DER ARABISCHEN HALBINSEL (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.
 

So, 2015-03-29 10:45
Hamburg (Greenpeace)

Greenpeace-Studie: Jugendliche denken grün, kaufen aber konventionell

Hamburg (dpa/lno) - Jugendliche achten laut einer Greenpeace-Umfrage beim Kleiderkauf auf Design, Preis und Marken, jedoch kaum auf die Herstellungsbedingungen. Sie wüssten zwar über die Ausbeutung von Textilarbeitern und den Chemikalieneinsatz in der Textilindustrie Bescheid, blendeten dies aber beim Kauf aus, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten und von der Umweltorganisation in Auftrag gegebenen Untersuchung des Instituts nuggets. Die Meinungsforscher befragten nach eigenen Angaben vom 13. bis 19. Januar 500 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren.

Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen kaufen ihre Kleidung laut der Studie bei großen Modeketten. Etwas mehr als die Hälfte bestellt sich die Mode online nach Hause. Die Herstellungsbedingungen oder Textilsiegel seien nur für gut zehn Prozent der Jugendlichen wichtig. Nur wenige junge Leute kennen bekannte grüne Labels.

Grund für den geringen nachhaltigen Kleiderkonsum sind laut Greenpeace Vorurteile: Grüne Mode sei zu teuer, nicht modisch genug und die Auswahl zu gering. Ein weiterer Grund sei, dass Läden und Siegel für ökologisch hergestellte Kleidung nicht bekannt genug seien. Fast 70 Prozent der Jugendlichen mag Secondhand-Kleidung nicht, weil sie als «nicht sauber» gilt.
 

So, 2015-03-29 09:52
San Francisco (dpa)

Klage wegen Diskriminierung im Silicon Valley erfolglos

Frauen sind im Silicon Valley in der Minderheit. Die Klage einer Frau, die dem Internet-Finanzierer KPCB Diskriminierung vorwarf, erregte viel Aufsehen. Sie konnte die Geschworenen jedoch nicht davon überzeugen, dass ihre Probleme mit ihrem Geschlecht zu tun hatten.

San Francisco (dpa) - Eine Ex-Mitarbeiterin der namhaften US-Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers ist mit einer Diskriminierungsklage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber gescheitert. Geschworene in San Francisco entschieden am Freitag, dass die Firma sie nicht schlechter behandelt habe, weil sie eine Frau ist.

Ellen Pao, eine langjährige KPCB-Mitarbeiterin und heute Interimschefin der Internet-Plattform Reddit, hatte 16 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert - unter anderem weil sie als Frau bei Beförderungen übergangen worden sei. Die Anwälte der Firma hielten entgegen, Paos Karriere-Probleme hätten mit ihren beruflichen Fähigkeiten zu tun gehabt. Diese Einschätzung setzte sich schließlich auch bei der Mehrheit der zwölf Geschworenen durch.

Pao zeigte sich nach der Entscheidung der Geschworenen zwar enttäuscht über den Ausgang des rund drei Jahre langen Verfahrens. Zugleich betonte sie aber in einer Reihe von Nachrichten beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass durch ihren Fall die weltweite Aufmerksamkeit auf Ungerechtigkeiten in der Branche gelenkt worden sei.

In dem Prozess gelangten viele Interna der Firma, die als eine Institution im Silicon Valley gilt, an die Öffentlichkeit. Dazu gehörten neben Gehaltsangaben und Informationen darüber, wie Entscheidungen getroffen und Mitarbeiter bewertet werden, auch einige peinliche Momente. Etwa eine Unterhaltung über Porno-Stars in einem Privatjet oder die Geschichte von einem KPCB-Partner, der nur im Bademantel im Hotelzimmer einer anderen Mitarbeiterin auftauchte. Pao hatte mit dem Partner eine kurze Affäre gehabt, die vor den Geschworenen mit vielen Details von E-Mails bis hin zu heimlichen Küssen auf dem Parkplatz ausgebreitet wurde. Der Mann wurde schließlich von Kleiner Perkins gefeuert.

Wagniskapitalgeber im Silicon Valley beteiligen sich früh an Internet-Firmen in der Hoffnung auf einen Geldregen bei einem Börsengang oder Verkauf. Zu dem Geschäft gehört aber auch, dass viele Investitionen ins Leere laufen. So machte Kleiner Perkins viel Geld mit frühen Beteiligungen bei Google und Amazon. Danach erwies sich ein Fokus auf erneuerbare Energien als Verlustbringer. Zuletzt konnte KPCB aber beim Verkauf des Thermostate-Anbieters Nest für 3,2 Milliarden Dollar an Google wieder groß abräumen.

In den USA war das öffentliche Interesse an dem Prozess groß. Die Klagen von Frauen, die Unternehmen der Tech-Branche Diskriminierung vorwerfen, nahmen zuletzt zu. So wurden in den vergangenen Wochen Facebook und Twitter verklagt. Bei Internet-Firmen sind Frauen in der Minderheit. Meist machen sie etwa 30 Prozent der Belegschaft aus, in technischen Bereichen ist der Anteil noch niedriger. In den Führungsetagen sind Frauen besonders unterrepräsentiert, es gibt nur wenige weibliche Firmenchefs wie Marissa Mayer bei Yahoo oder Meg Whitman bei Hewlett-Packard.

So, 2015-03-29 09:45
Dortmund (dpa)

Rund 2000 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch

Auf der einen Seite die Neonazis, auf der anderen die Gegendemonstranten. Die Polizei in Dortmund hält beide Lager auf Abstand. Der BVB reagiert auf seine Weise.

Dortmund (dpa) - Rund 2000 Menschen haben am Samstag gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Dortmund demonstriert. Ein Großaufgebot von Polizisten aus mehreren Bundesländern war im Einsatz. Die Kundgebungen verliefen nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich, allerdings gab es einzelne Zwischenfälle. So seien mehrere Polizisten verletzt worden, Beamte stellten Messer und Baseballschläger sicher. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung ein.

Unter den etwa 500 Rechtsextremisten waren auch Mitglieder der Gruppe «Hooligans gegen Salafisten». Die Polizei trennte die beiden Lager. Eine Gruppe Linksautonomer habe immer wieder versucht, die Absperrungen zu durchbrechen. Später seien Flaschen und Böller geflogen. 

Zum Abschluss eines Demonstrationsmarsches von Linken, bei denen ebenfalls Böller gezündet wurden, griff die Polizei mit Schlagstöcken ein und zog mindestens fünf Teilnehmer aus dem Verkehr. Bei der Abreise am Abend gab es nach Angaben der Bundespolizei in einem Regionalexpress eine Rangelei zwischen Rechten und einer Gruppe Punks, bei der mehrere Menschen leicht verletzt wurden.

Zu den Demonstrationen kamen weniger Teilnehmer als erwartet. Die Polizei hatte vorher mit mehreren tausend, teils gewaltbereiten Demonstranten auf beiden Seiten gerechnet und einen der schwierigsten Einsätze seit Jahren befürchtet. Ein Aufmarschverbot der Polizei hatten Gerichte zuvor aufgehoben. Anlass der Kundgebungen war ein Jahrestag: Vor genau zehn Jahren hatte ein Dortmunder Rechtsextremist einen Punker in einer U-Bahnstation erstochen.

Den Schlusspunkt der Demonstrationen setzte ein Rechtsrockkonzert in der Nähe des Signal-Iduna-Parks von Borussia Dortmund, das ebenfalls von der Polizei abgeschirmt wurde. Aus Protest gegen das Konzert schaltete der BVB die sonst weithin sichtbare Stadionbeleuchtung aus. Der Verein wolle Neonazis keine Kulisse bieten, hieß es in einer Mitteilung.
 

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“

Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

IrRWEege befahren

RWE Dreck-Strom – Volltanken für Vollidioten

www.rwe-autostrom.de
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In 16 Stunden um die Welt.
Das schaffen nur die Skrupellosesten.


METRO Group - The Spirit of Commerce

Wir haben nicht nur die letzten Fische aus der geplünderten Nordsee im Angebot, sondern auch kostbare Exoten - und sind auch noch stolz darauf! "Erdbeerfische" aus dem Korallenmeer im Pazifik befördern wir im Nu in unsere Servicetheken. So ermöglichen wir unseren Kunden, beim Fischkauf zugleich an der Ausbeutung tropischer Meere und am Klimachaos mitzuwirken. Schließlich werden beim Flug um die halbe Welt pro Fisch drei Liter Kerosin verheizt. Entdecken Sie den "Spirit of Commerce" - den Geist der skrupellosen Geschäftemacherei!

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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