Aktuell

gentechnikfrei / 28.Apr 2016

Danone steigt in den USA aus der Gentechnik aus

Die US-Tochter von Danone will künftig auf gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe in ihren Produkten verzichten. Andere Unternehmen kündigen immerhin eine landesweite Kennzeichnung von Gen-Food an, nachdem der US-Staat Vermont diese Information für Verbraucher vorschreibt. 

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Fr, 2016-04-29 11:00
Abottabad (dpa)

Osama bin Laden - ein Leben für den Terrorismus

Abottabad (dpa) - Der Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden war der meistgesuchte Terrorist der Welt. Der Sohn eines Bauunternehmers aus dem saudi-arabischen Dschidda studierte in den 1970er-Jahren Bauingenieurwesen. Dann bestimmten Krieg und Terror sein Leben:

1979: Nach dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan kämpft er mit islamischen Dschihadisten gegen die Besatzer.

1988: Von Bin Laden befehligte Gotteskrieger bilden das Terrornetzwerk Al-Kaida («Die Basis»), dessen Angriffe später auf die USA und Westeuro zielen.

1993: Bei einem Sprengstoffanschlag auf das World Trade Center in New York sterben sechs Menschen. US-Behörden machen Bin Laden für diese Tat und viele nachfolgende verantwortlich.

1994: Der mittlerweile von den USA Gesuchte verliert seine saudische Staatsbürgerschaft. Das Königshaus friert seine Konten im Land ein.

1996: Er flieht nach Afghanistan und wird Verbündeter der Taliban.

1998: Bei Anschlägen auf US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 224 Menschen. Der Drahtzieher: Bin Laden. Die USA setzen ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar aus.

1999: Das FBI setzt ihn auf die Liste der zehn Meistgesuchten.

11. September 2001: Al-Kaida-Terroristen greifen die USA an - darunter das World Trade Center in New York. Rund 3000 Menschen sterben. Bin Laden wird «Staatsfeind Nummer 1» der USA. Washington erhöht das Kopfgeld auf 25 Millionen Dollar.

Nach 2001: Nach dem Sturz der Taliban in Kabul taucht Bin Laden unter und meldet sich nur noch mit Botschaften aus dem Untergrund. Er wird in der pakistanisch-afghanischen Grenzregion vermutet

2007: Der US-Senat verdoppelt das Kopfgeld auf 50 Millionen Dollar.

2010: Der US-Sender CNN meldet unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Vertreter, der Terrorchef lebe im Nordwesten Pakistans.

2. Mai 2011 - US-Spezialkräfte töten Osama bin Laden in dessen Haus im pakistanischen Abbottabad.

Fr, 2016-04-29 10:22
Düsseldorf (dpa)

Kölner OB Reker: «Konfrontation mit dem Attentäter kein Problem»

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich vor dem ersten Zusammentreffen mit ihrem Attentäter vor Gericht gefasst gezeigt. Im vergangenen Oktober war sie von dem Mann bei einem Wahlkampftermin niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. «Die Konfrontation mit dem Attentäter im Gerichtssaal ist für mich kein Problem», erklärte Reker am Freitag vor ihrer Zeugenaussage vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Aus Respekt vor dem Gericht werde sie sich erst im Saal zur Tat äußern. Der angeklagte Attentäter hat den Messerangriff bereits gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht.

Fr, 2016-04-29 10:43
London (dpa)

Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit Mitte März

London (dpa) - Der Goldpreis hat am Freitag den höchsten Stand seit Mitte März erreicht. Am Morgen stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) in der Spitze um etwas mehr als ein Prozent auf 1280,98 US-Dollar. Mitte März war das Edelmetall mit 1284,64 Dollar gehandelt worden und war damit damals so wertvoll wie seit Anfang 2015 nicht mehr.

Händler erklärten den jüngsten Anstieg des Goldpreises unter anderem mit enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft so schwach gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Sorge vor einer Konjunkturflaute in der größten Volkswirtschaft der Welt hat Marktbeobachtern zufolge den Goldpreis gestützt. Gold gilt als sicheres Anlageobjekt.

Außerdem spielt die aktuelle Dollarschwäche eine Rolle. Eine schwache US-Währung macht das in US-Dollar gehandelte Gold außerhalb des Dollarraums günstiger und stärkt so die Nachfrage.

Fr, 2016-04-29 11:00
Abottabad (dpa)

Osamas Erben - Al-Kaida nach dem Tod Bin Ladens

Abottabad (dpa) - Am 2. Mai 2011 erschossen US-Elitesoldaten den meistgesuchten Terroristen der Welt, Osama bin Laden, in dessen Haus im pakistanischen Abbottabad. Sein Tod schwächte Al-Kaida, das Terrornetzwerk konnte ihren charismatischen Gründer nicht adäquat ersetzen.

Gut sechs Wochen nach Bin-Ladens Tod übernahm der Ägypter Aiman al-Sawahiri als bisherige Nummer Zwei der Al-Kaida die Führung. Wie sein Vorgänger lebt Al-Sawahiri im Untergrund. Als sein zweiter Mann gilt Nasser al-Wahischi. Der aus dem Jemen stammende Extremist stieg in den 1990er Jahren als Privatsekretär Bin Ladens in der Organisation auf.

Bereits in den Jahren vor Bin Ladens Tod hatte sich Al-Kaida strukturell gewandelt und zunehmend auf Regionalisierung gesetzt. Aus der einst straff organisierten Terrororganisation wurde ein «diffuses globales Netzwerk», wie es in einer Analyse des wissenschaftlichen Dienstes im US-Kongress heißt. Es gehe um eine über die Welt verstreute ideologische Bewegung - mehr oder minder unabhängig von der einstigen Kommandozentrale im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Diese blieb zwar der ideologische Kopf, Anschläge werden aber zunehmend von regionalen Ablegern organisiert und ausgeführt. Dazu gehören «Al-Kaida im islamischen Maghreb» (AQMI) und «Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel» (AQAP).

In den vergangen Jahren rief Al-Kaida in Internet-Botschaften wiederholt zu «Einsamer-Wolf»-Attacken auf, die keine große Organisation erfordern. Dezentral geplante Taten von Einzeltätern oder kleinen Gruppen sollen von Polizei und Geheimdiensten schwer vereitelt werden können. Seit einigen Jahren sieht sich das Terrornetzwerk zunehmend in Konkurrenz zum «Islamischen Staat» (IS). Die Terrormiliz ging aus einem Al-Kaida-Ableger hervor und ging 2013 auf Expansionskurs.

Es entwickelte sich ein makaberer Konkurrenzkampf. In Januar 2015 bekannte sich «Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel» zum Angriff auf das Satiremagazins «Charlie Hebdo» in Paris. Einer der Attentäter von Paris bekannte sich vor seinem Tod allerdings zur Terrormiliz Islamischer Staat. Während IS-Terroristen im November 2015 erneut in Paris und im April 2016 in Brüssel zuschlugen, griff der Al-Kaida Ableger AQMI in Afrika Hotels in Mali, Burkina Faso und zuletzt in der Elfenbeinküste an.

Fr, 2016-04-29 10:20
Brüssel (dpa)

Europäer kaufen mehr Elektroautos

Brüssel (dpa) - Elektroautos erfreuen sich in der Europäischen Union wachsender Beliebtheit. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 35 730 Neuzulassungen registriert. Das waren rund 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der europäische Branchenverband Acea am Freitag mitteilte.

Am meisten Elektrofahrzeuge kamen im ersten Quartal in Großbritannien neu auf die Straße. Dort ließen Zulassungsstellen 10 639 Wagen zu (plus 23 Prozent). Deutschland lag mit 5849 Neuzulassungen (plus 28,6 Prozent) auf Rang drei hinter Frankreich (8117, plus 117,2 Prozent).

Trotz des Zuwachses bleibt der Anteil der Elektroautos am Pkw-Markt insgesamt noch sehr niedrig. Alles in allem wurden in der EU im ersten Quartal nämlich 3,8 Millionen Neuzulassungen registriert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Plus von 8,2 Prozent.

Noch höhere Zuwachsraten als die reinen Elektroautos hatten zuletzt Hybridfahrzeuge, die den Stromantrieb mit einem Verbrennungsmotor kombinieren. Die Zahl der Zulassungen stieg im ersten Quartal um rund 30 Prozent auf 69 530.

Fr, 2016-04-29 10:02
Iggensbach (dpa)

Gefräßiger Fischotter: Berater soll Teichwirte unterstützen Von André Jahnke, dpa

Der streng geschützte Fischotter hat Hunger. Tausende Forellenteiche sind ein reich gedeckter Tisch. Das bringt Teichbesitzer in Rage. Bayern schickt nun Schlichter.

Iggensbach (dpa) - Mit traurigem Blick steht Josef Zitzelsberger an seinen drei Fischteichen. Im Herbst waren die künstlich angelegten Gewässer im niederbayerischen Iggensbach (Landkreis Deggendorf) noch voll mit Karpfen und Forellen. Nun sind zwei Teiche komplett leer - es fehlen etwa 700 Fische. Zitzelsberger ist überzeugt, dass Fischotter am Werk waren.

Deshalb hat der Landwirt Martin Maschke zu sich gebeten, den ersten Fischotterberater Bayerns. Der gelernte Fischwirtschaftsmeister ist seit zwei Monaten im Dienst und nimmt die Schäden durch den Otter unter die Lupe.

An den Teichen von Josef Zitzelsberger geht Maschke in die Knie. Er findet am Gewässerrand Schuppen eines Karpfens - die kargen Reste eines Festmahls. Am Rand der Teiche entdeckt sein geschultes Auge auch schmale Wegspuren. «Der Otter kommt hier die Böschung hinunter, gräbt sich unter dem Zaun durch und ist im Teich», erläutert der Fischotterberater. Er ist überzeugt: Eine Otterfähe - wie der weibliche Otter auch genannt wird - mit ihren Jungen ist für die Verluste von Landwirt Zitzelsberger verantwortlich. «Eine Familie kann einen Forellenteich innerhalb eines Monats leerjagen.» Bis zu einem Kilogramm Fisch vertilge ein Otter am Tag.

«Die Natur geht den Weg des geringsten Widerstandes. Die Schäden für die Betriebe sind enorm und oftmals existenzgefährdend», sagt Ronald Menzel, Vizepräsident des Verbandes der deutschen Binnenfischerei und Aquakultur. Er geht davon aus, dass die Population des Fischotters deutlich angestiegen ist. Dort, wo die Tiere große Schäden anrichten, sollte man über einen Abschuss nachdenken. «Alles andere hilft ja nichts.»

Bislang ist der Fischotter in Deutschland streng geschützt. Früher wurde er intensiv bejagt, heute gibt es laut Deutschem Jagdverband nur noch wenige Hundert Exemplare. Es gebe kaum noch geeignete Lebensräume, beispielsweise wegen der Kanalisierung von Flüssen. Einige Otter verenden in Fischreusen oder werden überfahren.

In Bayern richteten Fischotter vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz in den Teichen der Tausenden, meist kleinen Forellenbetriebe schweren Schaden an. Seit 2013 gibt es daher in Bayern einen Fischottermanagementplan, an dem Tierschützer mitgearbeitet haben. Wichtiger Baustein dabei ist der Fischotterberater. Er soll den Betrieben erklären, wie sie ihre Teiche durch den Bau von Schutzzäunen sichern können. Dafür winken Zuschüsse. Außerdem soll der Berater Schäden dokumentieren.

Es sei zu einfach, den Fischotter als Schädling hinzustellen, sagt Kai Frobel, Artenschutzreferent beim Bund Naturschutz in Bayern. «Das Problem ist auch die extrem intensive Forellenzucht. Das ist Massentierhaltung unter Wasser», betont Frobel. Die Züchter legten ihre Teiche oftmals an die Oberläufe von Bächen, griffen so in wichtige Biotope ein und belasteten das Ökosystem. «Und dann kommt der natürliche Feind der Fische eben an einen gedeckten Tisch.»

Landwirt Josef Zitzelsberger ist untröstlich. Er habe die Teiche nicht in erster Linie aus wirtschaftlichen Aspekten angelegt, beteuert er. Er verkaufe nur an Weihnachten und Karfreitag die Fische. «Ich komme jeden Tag zu den Teichen und beobachte die Fische. Das beruhigt mich.» Sein Problem ist nun, dass er derzeit im Umkreis keine neuen Fische bekommt. «Das Angebot ist einfach zu gering.»

Die Welt besser machen.
Wie? Steht im Greenpeace Magazin!

6 Ausgaben im Jahr
gedruckt oder als App
ab 29,50 Euro

Produkt der Woche Button

Gartenmesser

31,50 €
25,20 €

Dieses handwerklich gefertigte Gartenmesser wurde in einem Traditionsbetrieb im Frankenwald, der für seine Qualitätswerkzeuge bekannt ist, gefertigt.

Jetzt bestellen
Fr, 2016-04-29 10:57
Hannover (dpa)

Conti-Chef Degenhart sieht Durchbruch für E-Autos erst ab 2025 kommen

Hannover (dpa) - Continental-Chef Elmar Degenhart zweifelt an einer Erfolgsfahrt des Elektrofahrzeugs vor dem Jahr 2025. «Es muss erschwinglich sein. Heute ist es noch viel zu teuer», sagte der Chef des Autozulieferers am Freitag bei der Hauptversammlung des Konzerns in Hannover. Für den Durchbruch müssten sich die Batterien technisch noch erheblich verbessern. «Zu groß, zu schwer, zu teuer - und damit nicht tauglich für den heutigen Alltag», sagte Degenhart zum jetzigen Stand. Verglichen mit heute müssten die Batterien halb so groß und halb so schwer werden und «deutlich weniger als halbe Kosten» haben. «Aber nach derzeitiger Kenntnis sind sie erst etwa 2025 serienreif.»

Zudem sieht Degenhart weitere Hemmschuhe für die E-Mobilität, die Befürworter schon heute für eine angeblich sehr grüne Umweltbilanz loben. «Durch den heutigen Strommix in Deutschland verbessern die Elektrofahrzeuge die Kohlendioxid-Bilanz nicht. Sie liegen damit etwa auf dem Niveau von Benzinern und Dieseln. Nicht schlechter, aber eben auch nicht besser», stellte er klar. «Denn entscheidend für das Klima ist und bleibt, was hinten rauskommt: sowohl aus den Autos als auch aus den Kraftwerken.» Degenharts kritische Stimme fällt in eine Gemengelage, in der die Bundesregierung kürzlich eine Kaufprämie zur Förderung der schleppend anlaufenden E-Mobilität auf den Weg brachte.

Degenhart schlussfolgerte: «Der Verbrennungsmotor wird noch weit über 2020 hinaus die wichtigste Antriebsart im Fahrzeug sein.» Wichtig sei daher, alle Chancen für sparsamere herkömmliche Antriebe zu nutzen - etwa über spritsparende Direkteinspritzung, die Zwangsbeatmung über Turbolader oder die Abgasnachbehandlung, die Schadstoffe einfängt.

Doch Degenhart warnte auch, es gebe kaum noch niedrig hängende Früchte. «Denn für saubere Antriebe agieren unsere Entwickler bereits im technologischen Grenzbereich.» Wichtig sei daher auch Leichtbau.

Fr, 2016-04-29 10:27
Berlin (dpa)

Atomreaktoren laufen weiter: Hendricks kritisiert Belgien

Berlin (dpa) - Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die Entscheidung Belgiens kritisiert, die umstrittenen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 trotz deutscher Bedenken weiterlaufen zu lassen. «Ich bedaure sehr, dass dieser dringenden Bitte von der belgischen Seite bislang nicht entsprochen wurde», sagte Hendricks am Freitag im Bundestag. Sie erwarte, dass die deutschen Nachbarn die Sorgen der Menschen in Grenzgebieten ernst nähmen und für höchstmögliche Sicherheit sorgten.

Hendricks hatte Brüssel vergangene Woche ersucht, die beiden Reaktoren bis zur Klärung von Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. Deutsche Experten sind nicht überzeugt, dass die Meiler auch bei Störfällen sicher wären. Grund sind Tausende feine Risse in den Druckbehältern. Das rund 70 Kilometer von Aachen entfernte AKW Tihange und die Anlage Doel bei Antwerpen machen immer wieder mit Problemen Schlagzeilen.

Jüngst hatte Belgien die deutschen Bedenken mit der Ankündigung verstärkt, im nächsten Jahr vorsorglich Jod-Tabletten zum Schutz vor radioaktiver Strahlung an die Bevölkerung auszuteilen. Der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer wertete das als Zeichen dafür, welche Zweifel auch Brüssel an der Sicherheit der eigenen Anlagen habe. Die richtige Antwort sei aber Abschalten, nicht Tabletten zu verteilen.

Fr, 2016-04-29 10:44
Berlin (dpa)

Nahost-Experte sieht Hoffnung im Syrien-Konfikt

Berlin (dpa) - Trotz Gewalt und brüchiger Waffenruhe in Syrien sieht Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Anlass zu Optimismus. Wenn sich die USA und Russland wieder zusammensetzten und auf ihre Verbündeten einwirkten, gebe es zumindest die Möglichkeit für eine Beruhigung des Konflikts, sagte Steinberg am Freitag im «ZDF»-Morgenmagazin.

Bei Luftangriffen auf ein Krankenhaus im umkämpften Aleppo waren am Mittwochabend mindestens 30 Menschen getötet worden, unter ihnen Patienten und Ärzte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte auf Zivilisten gerichtete Angriffe eine unentschuldbare Verletzung der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts. Für diese Verbrechen müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Ban am Donnerstagabend in New York.

Aus Sicht von Steinberg besteht das Problem darin, dass die Akteure vor Ort den Krieg unbedingt führen wollten. «Sie haben noch nicht begriffen, dass der nicht zu gewinnen ist.» Er befürchte, dass die gegenwärtige Offensive von den Russen mitgetragen werde. Allerdings habe Russland auch ein Interesse zu zeigen, dass es einen Waffenstillstand durchsetzen könne. Deutlich radikaler seien die iranischen Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad: «Die Iraner, die setzen voll auf einen Sieg in diesem Konflikt.».

Die Terrormiliz IS sei zwar deutlich schwächer geworden, aber durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen in Aleppo gewinne die Terrormiliz neue Handlungsmöglichkeiten, sagte Steinberg.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

weiterlesen

Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

Außerdem Interessant

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

weiterlesen

Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

Außerdem Interessant

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

1 2 3
Fr, 2016-04-29 10:00
Stuttgart (dpa)

VW-Dachgesellschaft Porsche SE peilt nach Abgaskrise wieder Gewinn an

Stuttgart (dpa) - Nach einem herben Verlustjahr rechnet die VW-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) wieder mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Für das Geschäftsjahr 2016 werde mit einem Gewinn von 1,4 bis 2,4 Milliarden Euro gerechnet, teilte die Firma am Freitag in Stuttgart mit. Man sei überzeugt von dem langfristigen «Wertsteigerungspotenzial» von VW, an dem die PSE die Mehrheit der Stimmrechte hält.

2015 hatte die Firma wegen des VW-Dieselskandals einen Verlust von 273 Millionen Euro verbucht, zuvor hatte sie jahrelang hohe Gewinne eingefahren. Die Porsche SE ist eine Holding ohne Autoproduktion, ihr Vorstandsvorsitzender ist VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

Fr, 2016-04-29 09:52
Mannheim/Ludwigshafen (dpa)

BASF dank geringer Steuerlast mit Gewinnsprung - Ziele bestätigt

Mit einem kräftigen Gewinnzuwachs ist der Chemiegigant BASF ins Jahr gestartet. Das hat aber steuerliche Gründe. Das operative Ergebnis ist rückläufig.

Mannheim/Ludwigshafen (dpa) - Ein wegen des Ölpreisverfalls reduzierter Steueraufwand hat dem Chemieriesen BASF zu Jahresbeginn einen Gewinnsprung verschafft. Im ersten Quartal 2016 stieg der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro, wie die BASF SE am Freitag mitteilte. Demnach wirkte sich der gesunkene Ölpreis günstig auf die hohe Steuerlast für die Öl- und Gasproduktion in Norwegen aus.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen ging dagegen um 8 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro zurück. Neben dem Verlust des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts, das BASF im Zuge eines Tauschs an den russischen Energieriesen Gazprom abgetreten hatte, wirkte sich auch hier der gesunkene Ölpreis aus. Er drückte erneut auf die Preise, unter anderem im Segment Chemicals. Der Konzernumsatz schrumpfte um 29 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.

Auch 2016 werde kein einfaches Jahr, sagte Vorstandschef Kurt Bock vor Beginn der Hauptversammlung in Mannheim. Er bestätigte die Ziele für 2016. Der Umsatz (2015: 70,5 Milliarden Euro) soll wegen der Abgabe des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts sowie der gesunkenen Öl- und Gaspreise deutlich zurückgehen. Das Ergebnis Ebit vor Sondereinflüssen wird demnach bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahreswert (6,74 Milliarden Euro) liegen. «Dies ist im derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein anspruchsvolles Ziel und insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises abhängig», sagte Bock.

Die BASF geht davon aus, dass der Preis für ein Barrel der Sorte Brent im Jahresschnitt bei 40 US-Dollar liegen wird. Die weltweite Industrieproduktion wird nach Einschätzung des Konzerns um 2,0 Prozent wachsen, die Chemieproduktion um 3,4 Prozent.

Die Ludwigshafener sind von den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreisen doppelt betroffen. Niedrige Preise belasten neben der Öl- und Gastochter Wintershall auch das Geschäft mit Chemikalien. Vor allem die Margen bei Petrochemikalien stehen in dem Geschäftsfeld deutlich unter Druck. Die Grundstoffe für die Herstellung etwa von Kunststoffen, Arzneimitteln, Farbstoffen und Waschmitteln können zwar billiger hergestellt werden, da Erdöl und Erdgas wichtige Rohstoffe und derzeit billig zu haben sind. Aber die niedrigeren Einkaufpreise müssen Chemieunternehmen bei starkem Wettbewerb in der Regel an die Kunden weitergeben.

Im ersten Quartal brach der Umsatz im Segment Chemicals um 19 Prozent auf 3,14 Milliarden Euro ein. Das Ebit vor Sondereinflüssen sank um um 36 Prozent auf 465 Millionen Euro. In der Öl- und Gassparte ging der Umsatz wegen des Tauschs um 88 Prozent auf 611 Millionen Euro zurück, das Ebit vor Sondereinflüssen sank um 85 Prozent auf 66 Millionen Euro.

Fr, 2016-04-29 08:54
Berlin (dpa)

Nahost-Experte sieht Hoffnung im Syrien-Konfikt

Berlin (dpa) - Trotz Gewalt und brüchiger Waffenruhe in Syrien sieht Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) Anlass zu Optimismus. Wenn sich die USA und Russland wieder zusammensetzten und auf ihre Verbündeten einwirkten, gebe es zumindest die Möglichkeit für eine Beruhigung des Konflikts, sagte Steinberg am Freitag im «ZDF»-Morgenmagazin.

Bei Luftangriffen auf ein Krankenhaus im umkämpften Aleppo waren am Donnerstag mindestens 30 Menschen getötet worden, unter ihnen Patienten und Ärzte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte auf Zivilisten gerichtete Angriffe eine unentschuldbare Verletzung der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts. Für diese Verbrechen müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Ban am Donnerstagabend in New York.

Aus Sicht von Steinberg besteht das Problem darin, dass die Akteure vor Ort den Krieg unbedingt führen wollten. «Sie haben noch nicht begriffen, dass der nicht zu gewinnen ist.» Er befürchte, dass die gegenwärtige Offensive von den Russen mitgetragen werde. Allerdings habe Russland auch ein Interesse zu zeigen, dass es einen Waffenstillstand durchsetzen könne. Deutlich radikaler seien die iranischen Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad: «Die Iraner, die setzen voll auf einen Sieg in diesem Konflikt.».

Die Terrormiliz IS sei zwar deutlich schwächer geworden, aber durch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen in Aleppo gewinne die Terrormiliz neue Handlungsmöglichkeiten, sagte Steinberg.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

weiterlesen

„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

weiterlesen

 

„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
Fr, 2016-04-29 09:02
Nairobi (dpa)

Kenia verbrennt 100 Tonnen Elfenbein zum Schutz von Elefanten Von Anna Kerber, dpa

Mehr als 105 Tonnen Elfenbein sollen in Flammen aufgehen. Kenia will ein Zeichen setzen, denn im vergangenen Jahr töteten Wilderer rund

35 000 Elefanten in Afrika.

Nairobi (dpa) - Türme aus Elefantenstoßzähnen und mehr als eine Tonne Nashorn-Hörner: Rund 105 Tonnen Elfenbein und Horn sollen am Samstag in Kenia verbrannt werden, vor den Augen von Stars wie Leonardo DiCaprio und Elton John. Es ist ein Medienspektakel als Bekenntnis zum Naturschutz. Kenia will im weltweiten Kampf gegen Elfenbeinhandel die Weichen neu stellen.

Rund 35 000 Elefanten wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Organisation African Wildlife Foundation (AWF) in Afrika getötet. Insgesamt gebe es nur etwa 400 000 bis 500 000 Elefanten, erklärten Naturschützer. Seit 1960 wurden der AWF zufolge zudem knapp 98 Prozent der Spitzmaulnashörner getötet. Der Preis für ein Kilogramm Elfenbein auf dem Schwarzmarkt liegt der Organisation Pro Wildlife zufolge bei rund 1000 Euro, ein Kilogramm Nashorn-Horn werde für mehr als 50 000 Euro gehandelt. Der größte Markt dafür: China.

Zahlreiche Naturschutzorganisationen befürworten die Vernichtung der Bestände. «Die Aufbewahrung beschlagnahmter Stoßzähne ist aufwendig und teuer», sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife. Gleichzeitig stellten sie ein großes Risiko dar, denn arme Länder könnten sich mit dem illegalen Handel konfiszierter Stoßzähne bereichern.

Kenias Regierung drängt die internationale Gemeinschaft zur Unterzeichnung eines weltweiten Handelsverbots, das bei einer Artenschutzkonferenz in Südafrika im Herbst diskutiert werden soll. Bereits in den 1980ern hatten die meisten Länder den Handel mit Elfenbein verboten, jedoch mit Ausnahmen. Eine Lockerung von Bestimmungen erlaube etwa China und Japan Lagerbestände aufzukaufen, erklärt Freyer.

Mit dem Hashtag #worthmorealive (etwa: lebendig mehr wert) hatte die kenianische Naturschutzbehörde online für das Event in Kenia geworben. Und Mehrwert haben lebende Elefanten und Nashörner für Kenia allemal: Nach Angaben der Welttourismusorganisation verdiente Kenia 2015 an Touristen rund zwei Milliarden Euro - knapp vier Prozent seines Bruttoinlandprodukts. Mehr als neun Prozent der rund 46 Millionen Kenianer arbeiten demnach in der Industrie, Tendenz steigend. Neben Sandstränden sind es vor allem Safaris, die die Touristen anziehen.

Um das Elfenbein so zu zerstören, dass es für den Schwarzmarkt unbrauchbar sei, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, wie Gavin Shire von der amerikanischen Naturschutzbehörde (FWS) sagt. «Man muss es zerkleinern und dann bei hohen Temperaturen verbrennen.» Im Jahr 2008 hatte der FWS Testverbrennungen durchgeführt. Bei Temperaturen von rund 1000 Grad Celsius seien in einer Stunde nur wenige Gramm Elfenbein verbrannt worden, erklärt Shire. Ein Stoßzahn eines männlichen Elefanten wiege rund 45 Kilogramm. Demnach dauere es mehr als vier Tage, bis ein solcher Stoßzahn vernichtet sei.

Paula Kahumbu von der Naturschutzorganisation Kenia Wildlife Direct nennt Korruption als das größte Problem im Kampf gegen den illegalen Handel. «In Fällen von den großen illegalen Händlern und Regierungsbeamten hat es nicht eine einzige erfolgreiche strafrechtliche Verfolgung gegeben», sagt Kahumbu.

Wie die Verbrennungen den Markt beeinflussen, sei ungewiss, sagt Analyst Mike Norton-Griffiths. «Wir haben keine Beweise dafür, dass frühere Verbrennungen Auswirkungen auf den Preis von Elfenbein und das Konsumverhalten hatten», sagt er. Die 105 Tonnen, die jetzt in Kenia verbrannt werden sollen, entsprächen rund fünf Prozent des weltweiten Elfenbeinbestands, sagt er.

All diese Bedenken will die britische Organisation Stop Ivory aus dem Weg räumen. Stop Ivory habe die kenianischen Behörden begleitet und beraten, sagt Projektleiterin Jasmine Williamson. Sie ist sicher: Die gleiche Menge Elfenbein, die im August vergangenen Jahres gezählt und codiert und von mehreren Lagerstätten in die Hauptstadt Nairobi gebracht wurde, liegt nun dort zur Vernichtung bereit.

Eines bewirkt die Verbrennung in jedem Fall: Aufmerksamkeit. Freyer von Pro Wildlife hofft auf eine Signalwirkung. «Wir denken, dass das Wichtigste der politische Aspekt ist», sagt sie. «Es muss ein Teil eines Gesamtkonzeptes sein.»

Fr, 2016-04-29 09:15
Bremen (Sea Shepherd)

Sea Shepherd zeigt an einem Pool, was die Menschen in den Ozeanen anrichten

Die Verschmutzung durch Plastikmüll wird als großes, globales Umweltproblem angesehen, welches jedes Jahr für den Tod von über einer Million Meerestiere verantwortlich ist.

Plastikverschmutzung stellt eine Gefahr für sämtliche Meeresbewohner dar, darunter Meeresvögel, Haie, Schildkröten und Meeressäuger. Diese können sich am Plastikmüll verletzen und ertrinken, wenn sie sich darin verheddern oder sie verhungern, nachdem sie ihn gefressen haben. Auch für Menschen ist Plastik eine Lebensgefahr.

Am 22. April 2016 fand der jährliche Earth Day statt. Sea Shepherd Global nahm dies zum Anlass, sich mit der Kreativagentur Fred & Farid aus Shanghai zusammenzuschließen, um auf die massiven Probleme aufmerksam zu machen, die Plastikmüll in unseren Ozeanen verursacht.

Fred & Farid hat mit Sea Shepherd einen Kurzfilm produziert, der die Reaktionen von Schwimmern an einem öffentlichen Pool zeigt, der mit Plastikmüll gefüllt wurde.

„Wenn sie vor die Wahl gestellt werden, in einem Pool mit Plastikmüll zu schwimmen, dann würden sich die meisten Menschen dagegen entscheiden. Diese Möglichkeit haben viele Meeresbewohner jedoch nicht. Sie sind gezwungen, jeden Tag mit dieser Verschmutzung zu leben“, so Captain Alex Cornelissen, Leitender Direktor von Sea Shepherd Global.

„Wir hoffen sehr, dass dieses Video die Menschen zu Diskussionen und öffentlichen Debatten über das weltweite Problem mit Plastikmüll anregt. Es muss Druck auf Regierungen und große Unternehmen ausgeübt werden, damit diese Änderungen in ihrer Politik vornehmen, um dieses anhaltende Desaster einzudämmen und ihren Fokus mehr auf ökologisch nachhaltige Unternehmenspraktiken legen“, fügte er abschließend hinzu.

Fr, 2016-04-29 07:27
Mannheim/Ludwigshafen (dpa)

Niedrige Ölpreise belasten BASF

Mannheim/Ludwigshafen (dpa) - Der Chemiekonzern BASF stellt sich wegen der niedrigen Öl- und Gaspreise weiterhin auf einen Gewinnrückgang ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen soll 2016 bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahreswert von 6,74 Milliarden Euro liegen, wie BASF am Freitag vor der Hauptversammlung mitteilte. Das Ziel hänge insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises ab.

Im ersten Quartal entwickelte sich auch das Geschäft mit Chemikalien schlechter, nicht zuletzt wegen niedriger Verkaufspreise infolge des Ölpreisabfalls. Der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten sank um 8 Prozent auf fast 1,9 Milliarden Euro. Damit übertraf die im Dax notierte Gesellschaft aber die Erwartungen der Analysten. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn legte dank geringerer Steuern um 18 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zu.

Der Umsatz schrumpfte um 29 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Hier machte sich neben gesunkenen Verkaufspreisen vor allem der Verkauf des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts bemerkbar, das BASF im Zuge eines Tauschs an den russischen Energieriesen Gazprom abtrat. Für das laufende Jahr wird ein deutlicher Umsatzrückgang (2015: 70,5 Milliarden Euro) erwartet.

Fr, 2016-04-29 07:30
Seoul (dpa)

Bericht: Nordkorea verurteilt weiteren US-Bürger zu Zwangsarbeit

Seoul (dpa) - Das Oberste Gericht Nordkoreas hat nach Medienberichten einen weiteren US-Bürger wegen angeblicher Umsturzversuche zu mehrjähriger Zwangsarbeit verurteilt. Der in Südkorea geborene Kim Dong Chul sei zudem der Spionage für schuldig befunden worden, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag aus Pjöngjang. Das Urteil laute auf zehn Jahre Haft mit «harter Arbeit». 

Erst im März hatte die Verurteilung eines amerikanischen Studenten in Nordkorea wegen angeblicher Umsturzversuche für neue Probleme in den angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern gesorgt. Otto Warmbier, der ein Transparent in einem Hotel in Pjöngjang gestohlen haben soll, war zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. 

Das kommunistische Regime hatte den 62-jährigen Kim Dong Chul vor etwa einem Monat einigen Medienvertretern in Pjöngjang vorgeführt. Dabei hatte er sich selber der Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst bezichtigt. Er wurde Berichten der nordkoreanischen Staatsmedien zufolge bereits im Oktober 2015 festgenommen. 

Nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem ebenfalls umstrittenen Raketenstart haben die Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington deutlich zugenommen. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang Anfang März verschärft. 

Fr, 2016-04-29 06:12
Berlin (dpa)

Höherer Mindestlohn im Gerüstbau - Schockbilder für Raucher

Höhere Löhne, weniger Qualm und mehr Gesundheit - der Gesetzgeber hat neue Regelungen erlassen, die im Mai in Kraft treten.

Berlin (dpa) - Ein höherer Mindestlohn für Gerüstbauer, Schockbilder auf Zigarettenpackungen und neue Meldepflichten für gefährliche Krankheitserreger - für Arbeitnehmer und Verbraucher treten in Kürze einige gesetzliche Änderungen in Kraft:

MINDESTLOHN: Die rund 21 0000 Beschäftigten im Gerüstbauerhandwerk erhalten einen höheren Mindestlohn. Er steigt am 1. Mai auf 10,70 Euro die Stunde. Die nächste Anhebung erfolgt nach Angaben der Bundesregierung ein Jahr später zum Mai 2017 auf 11,00 Euro. Bis Ende März 2016 galt ein allgemeinverbindlicher Mindeststundenlohn von 10,50 Euro pro Stunde. Im März hatten die Tarifparteien beantragt, den 2015 vereinbarten Mindestlohn für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Der Mindestlohn für das Gerüstbauhandwerk gilt auch für Beschäftigte, die aus dem Ausland entsendet werden. Er liegt über dem allgemeinen gesetzlichen Mindeststundenlohn von 8,50 Euro brutto und geht diesem vor.

In Deutschland gilt seit 1. Januar 2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Stunde. Mindestlöhne unterhalb dieser Lohnuntergrenze sind bis 31. Dezember 2016 erlaubt. Aktuell gelten in 16 Branchen Mindestlöhne. Im Mai stehen weitere Änderungen an:

SCHOCKBILDER/TABAK: Ab Ende Mai müssen sich Raucher auf «Gruselfotos» und größere Warnhinweise auf Zigarettenschachteln einstellen. Denn am 20. Mai tritt das Gesetz zur Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie in Kraft. Alte Verpackungen können noch ein Jahr lang abverkauft werden. Zudem sind Tabakwaren zum Selbstdrehen verboten, wenn sie Zusatzstoffe enthalten. Neuartige Tabakerzeugnisse können ohne Zulassung nicht mehr auf den Markt gebracht werden.

ANTIBIOTIKA: Wenn antibiotika-resistente Erreger nachgewiesen werden, muss dies nach Angaben der Bundesregierung ab dem 1. Mai umgehend gemeldet werden. Bisher seien die Erreger erst beim Krankheitsausbruch angezeigt worden. Mit der neuen Regelung sollen die Gesundheitsämter Zeit gewinnen, um zielgerichtet vorgehen zu können. Außerdem gebe es eine neue Meldepflicht für sogenannte Arbo-Viren. Das sind Krankheitserreger, die vor allem durch Mücken und Zecken übertragen werden wie das Zika-Virus.

Fr, 2016-04-29 05:05
Berlin (dpa)

Neuer AfD-Richtungsstreit zwischen Petry und Höcke

Die AfD will am Wochenende Teile ihres Programms beschließen. Vor dem Parteitag bricht ein alter Streit wieder auf.

Berlin (dpa) - Vor dem AfD-Bundesparteitag an diesem Wochenende ist der Richtungsstreit zwischen Parteichefin Frauke Petry und dem Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke neu ausgebrochen. Petry hatte dem Magazin «Stern» gesagt: «Die AfD wird sich entscheiden müssen, wo sie hin will. Will sie eine konservativ-liberale oder eine nationalkonservativ-soziale Partei sein?» Höcke entgegnete nun: «Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit für die AfD, sich grundsätzlich für einen bestimmten Kurs zu entscheiden.» In der «Thüringer Allgemeinen» (Freitag) erklärte er weiter: «Im Gegenteil: Die Partei muss sich möglichst breit aufstellen und das Beste aus konservativen, liberalen und sozialen Traditionen in einem neuen Patriotismus verbinden.»

Die Partei will auf ihrem Parteitag am Samstag und Sonntag in Stuttgart ihren Kurs neu justieren und dazu zumindest Teile eines Grundsatzprogramms beschließen.

Gegen Höcke war ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet worden, weil er behauptet hatte, dass nicht alle NPD-Mitglieder als rechtsextrem einzuschätzen seien - es ist inzwischen wieder eingestellt. Während sich seine Stellung in der Partei gefestigt hat, ist Petry im Vorstand zunehmend isoliert.

Höcke plädierte dafür, die AfD zur «Partei der sozialen Gerechtigkeit» zu machen. «Gerade in Ostdeutschland gibt es besonders viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse und gebrochene Erwerbsbiografien», erklärte er. Die müsse die Partei in den Mittelpunkt stellen. Er tritt damit zur Linkspartei direkt in Konkurrenz.

Vor dem Parteitag hatten AfD-Politiker sich unter anderem gegen den Islam gewandt, weil er weniger reine Religion sei als vielmehr einen politischen Machtanspruch vertrete. Der Zentralrat der Muslime hatte der AfD vorgeworfen, erstmals seit der Nazizeit wieder eine ganze Religionsgemeinschaft in Deutschland existenziell zu bedrohen

Petry machte nun ihrerseits die Verbände der Muslime für Integrationsprobleme verantwortlich. Mit Blick auf den Vorsitzenden des Zentralrats sagte sie der «Rheinischen Post» (Freitag): «Herr (Aiman) Mazyek täte gut daran, mal in den eigenen Reihen nach den Ursachen von Antisemitismus zu forschen und die Frage nach dem Existenzrecht Israels zu klären.» Viele Muslime stünden dem Existenzrecht Israels negativ gegenüber. «Auch das erschwert den Diskurs der Religionen in Deutschland. Gerade die Verbände der Muslime stehen der Integration im Weg.»

Der Zentralrat der Muslime seinerseits lud Petry zur nächsten Vorstandssitzung ein. «Wir wollen wissen: Warum hassen Sie uns Muslime?», sagte Mazyek der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag).

Zur Bundespräsidenten-Wahl im Februar 2017 will die AfD einen Kandidaten aufstellen. «Wir haben auch jemanden ausgeguckt», sagte Parteivize dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dem Bericht zufolge soll es sich um den Vizeparteichef und Leiter der AfD-Programmkommission, Albrecht Glaser, handeln. Er dürfte wegen der Mehrheitsverhältnisse chancenlos sein.

Führende AfD-Politiker eröffneten zudem eine Diskussion übe die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl 2017 und stellten so indirekt den Anspruch der Parteivorsitzenden Petry in Frage. Der «Bild»-Zeitung sagte der stellvertretende Vorsitzende Alexander Gauland, wer Spitzenkandidat werde, sei noch «völlig offen» und müsse von einem Parteitag entschieden werden. Es sei aber «wahrscheinlich, dass derjenige, der dann Parteichef ist, die besten Chancen hat». Nach Informationen des Blatts aus Parteikreisen gibt es AfD-intnern Überlegungen, die Wahl des Spitzenkandidaten mit der 2017 turnusgemäß anstehenden Neuwahl des Vorstands zu verbinden.

Fr, 2016-04-29 06:00
Darmstadt (dpa)

Der künftige Merck-Chef Stefan Oschmann

Darmstadt (dpa) - Seit Januar 2015 ist Stefan Oschmann Vize-Chef des Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmens Merck. Nun übernimmt der 58-Jährige als Nachfolger von Karl-Ludwig Kley (64) den Vorsitz der Geschäftsleitung. Gekommen war Oschmann im Januar 2011 vom US-Namensvetter und Konkurrenten Merck & Co. Das Unternehmen firmiert weltweit außer in den USA und Kanada als MSD.

In Darmstadt ist Oschmann von 2011 bis 2014 als Mitglied der Geschäftsleitung für das Pharmageschäft verantwortlich gewesen, das im Zuge eines Umbauprogramms neu strukturiert wurde.

Beim US-Unternehmen Merck & Co war der Manager zuletzt für das Geschäft in den Schwellenländern verantwortlich. Davor hatte er sich auch um Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Kanada gekümmert.

Vor seiner Zeit bei Merck & Co war Oschmann von 1985 bis 1987 Mitarbeiter der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA. Von 1987 bis 1989 arbeitete er beim Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), der zum Verband der Chemischen Industrie VCI gehört.

Der am 25. Juli 1957 in Würzburg geborene Oschmann studierte von 1977 bis 1982 Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er promovierte 1985. Der 58-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Fr, 2016-04-29 05:44
Stuttgart (dpa)

Polizei erwartet Ausschreitungen bei AfD-Parteitag

Stuttgart (dpa) - Vor dem AfD-Bundesparteitag am Wochenende im Stuttgarter Vorort Leinfelden-Echterdingen rüstet sich die Polizei für gewalttätige Auseinandersetzungen mit Gegnern der Veranstaltung. Ein Sprecher des Verfassungsschutzes sagte, die Wahlerfolge bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hätten gewaltbereite Linksextremisten noch emotionalisiert. «Die Mobilisierung gegen den Parteitag der AfD wird bundesweit beworben und ist intensiver als bei regionalen Veranstaltungen.»

Insgesamt sind drei Demonstrationen gegen das Parteitreffen angemeldet. Bei einer werden rund 1000 Teilnehmer erwartet, bei den beiden anderen zusammen 2000. Die Polizei hält 1000 Einsatzkräfte und vor dem Tagungslokal auch Wasserwerfer bereit, wie sie ankündigte.

Fr, 2016-04-29 05:55
Hannover (dpa)

Väter in Elternzeit sind Exoten und Pioniere Von Christina Sticht, dpa

Wer als Mann länger als ein paar Monate die Familienarbeit übernimmt, sieht sich oft mit seltsamen Reaktionen konfrontiert. «Hast du keinen Job?», wurde Carsten Brede-Benning etwa gefragt, als er mit seinem kleinen Sohn morgens unterwegs war.

Hannover (dpa) - Windeln wechseln ist heute eine Selbstverständlichkeit für junge Väter. Inzwischen geht jeder dritte Vater in Elternzeit, allerdings steigen die meisten nur für zwei Monate aus dem Job aus. «Wer es länger als ein halbes Jahr macht, isoliert sich zunehmend», hat Carsten Brede-Benning erfahren. Der 40-Jährige aus Großburgwedel bei Hannover ist seit fast drei Jahren in Elternzeit und kümmert sich um Sohn Jonah (3) und Tochter Ida (11 Monate). Weil er nicht ständig allein unter Müttern sein wollte, hat der Zwei-Meter-Mann einen Vätertreffpunkt ins Leben gerufen und eine Workshop-Reihe für Väter in Elternzeit initiiert.

Im Alltag stößt der gelernte Elektromeister immer wieder auf Vorurteile, etwa wenn ihn ein Rentner auf dem Wochenmarkt fragt: «Ist die Alte weggelaufen oder was machst du hier alleine mit dem Kind?» Dass ein Mann trotz fester Stelle freiwillig die Familienarbeit übernimmt, konnte der Rentner nicht verstehen. «Ich bin ein Exot», sagt Brede-Benning, der vor der Geburt von Jonah wie seine Frau im Vertrieb tätig war. Weil seine Partnerin kurz vor der Schwangerschaft zur Bereichsleiterin Norddeutschland aufgestiegen war, fiel beim ersten Kind die Entscheidung, dass er zu Hause bleibt.

Kochen, putzen, waschen, trösten, Arztbesuche, Kleinkinderturnen, Musikgarten und Mutter-Kind-Treff stehen seither auf dem Programm. «Wenn Mütter sich in der Krabbelgruppe über Schmerzen beim Stillen unterhalten, ist es auch für sie nicht gerade angenehm, wenn ein Mann daneben sitzt», sagt Brede-Benning. «Ich würde mich dagegen gern mit anderen Männern darüber austauschen, wie es für sie ist, dass die Frau das Geld verdient.»

Beim Workshop für Väter der Region Hannover hat der 40-Jährige Mathias Hocke kennengelernt. Der Ingenieur hat zwei Jahre Elternzeit eingereicht, seine Freundin startet gerade in die Selbstständigkeit. Tochter Emmi ist vier Monate alt. «Ich wollte kein Weekend-Daddy sein und möchte eine intensive Beziehung zu meiner Tochter aufbauen», sagt der 34-Jährige. Eins musste er sich aber schnell abschminken: «Ich hatte auf mehr Zeit für mich gehofft, aber Hausarbeit und Baby sind ein Fulltime-Job.»

Seine Auszeit und den Wiedereinstieg über Teilzeit hat Hocke zuerst mit seiner Freundin und dann mit seinem Arbeitgeber geplant. Ansprechpartner waren dort die zuständige Personal-Mitarbeiterin, die Elternzeitbeauftragte und sein Chef. Die Väter gGmbH mit Sitz in Hamburg berät und begleitet Unternehmen in Sachen väterbewusste Personalpolitik und fördert interne Väternetzwerke. Männer wie Hocke seien Pioniere, die interne Lobbyarbeit für mobiles Arbeiten und Homeoffice machten, sagt der Geschäftsführer der Väter gGmbH, Volker Baisch.

Dass die meisten Männer sich nur für die zwei zusätzlichen Partnermonate entscheiden, hat vielfältige Gründe. Ein häufiger ist die finanzielle Situation des Paares: Auf das volle Einkommen des Mannes kann oft nicht länger als zwei Monate verzichtet werden. Vielfach seien aber auch die Frauen nicht bereit, Verantwortung und damit mehr als zwei Elternzeitmonate abzugeben, analysiert Unternehmensberater Baisch.

Die zum Beispiel im Vergleich zu Schweden immer noch starren Rollenbilder haben nach Baischs Überzeugung auch mit der deutschen Geschichte zu tun. Da wirke noch die Mutterideologie der Nazis nach sowie die Einstellung der Väter während des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Viele hätten ihren Selbstwert allein aus der Arbeit und ihrer Karriere gezogen.

Doch seit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau von Krippenplätzen ist in Deutschland vieles in Bewegung. Mütter und Väter haben weit mehr Möglichkeiten, sich die Familienarbeit aufzuteilen. Das am 1. Juli 2015 eingeführte Elterngeld Plus soll junge Väter ermutigen, eine längere Phase in Teilzeit zu arbeiten. Nach einer aktuellen Umfrage äußern sogar 60 Prozent der Väter mit unter sechsjährigen Kindern den Wunsch, mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung zu übernehmen - aber die wenigsten realisieren es.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Seiten