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So, 2016-05-01 14:36
Plauen (dpa)

Auseinandersetzungen bei Demos von Linken und Rechten in Plauen

Plauen (dpa) - Bei Zusammenstößen von Rechtsextremen und Linken sind am Sonntag in Plauen mehrere Menschen verletzt worden. Die Polizei sprach in einem Tweet von einem «massiven Gewaltausbruch». Sowohl von Linken wie auch von Rechten habe es Angriffe gegen Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Zuvor waren gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen etwa 1000 linke Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer waren schwarz gekleidet, viele von ihnen vermummt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Laut Polizei versammelten sich etwa 500 Neonazis.

Die Polizei war am Nachmittag dabei, die linke Kundgebung aufzulösen. Die rechte Demonstration war zuvor bereits beendet worden.

Wiederholt haben Neonazis aus ganz Deutschland die vogtländische Stadt am Tag der Arbeit zum Ziel auserkoren. Bereits vor zwei Jahren waren hunderte Rechte durch Plauen marschiert. Schon seit Wochen war auf einschlägigen Internetseiten bundesweit für den 1. Mai in Plauen mobilisiert worden - sowohl von Linksautonomen wie auch von Rechten.

So, 2016-05-01 14:16
Stockholm (dpa)

Leute kompakt

Geburtstagsfest für Schwedens König: Familienglück und Feierlaune (Foto - aktuell vom 30.4. und 1.5.) =

Stockholm (dpa) - Mit blau-gelben Fähnchen und lauten «Hurra»-Rufen haben Tausende Schweden König Carl XVI. Gustaf zum 70. Geburtstag bejubelt. Im Innenhof des Stockholmer Schlosses nahm der König am Samstag Glückwünsche und Blumen von Kindern entgegen. Dann zeigte er sich mit seiner Familie auf einer Terrasse des Palasts, bevor eine Pferdekutsche den Monarchen und seine Frau Silvia zum Mittagessen ins Rathaus brachte. «Danke, dass ihr alle hierher gekommen seid, um diesen Tag zu verschönern», sagte er zuvor zu den vielen Zaungästen. Nach einem festlichen Bankett am Abend soll das Königspaar bei einer Party mit Freunden noch lange das Tanzbein geschwungen haben.

Till Brönner beginnt Obama schon jetzt zu vermissen (Foto - Archiv vom 30.4.) =

Washington (dpa) - Till Brönner (44), Jazztrompeter und einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands, wird US-Präsident Barack Obama sehr vermissen. «In Anbetracht des unsäglichen Donald Trump wird noch einmal sehr bewusst, was Amerika an einem Barack Obama hat», sagte Brönner der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Der Trompeter ist der einzige Deutsche, der anlässlich des International Jazz Day an einem All-Star-Konzert auf Einladung der Obamas im Weißen Haus teilgenommen hat. «Obama als Jazzfan, sein Charisma, der afroamerikanische Hintergrund - so einen Präsidenten will die Intelligenz in Amerika gerne behalten», sagte Brönner.

«Rosenball 2016»: Spendenrekord für Schlaganfall-Hilfe (Foto - aktuell vom 30.4.) =

Berlin (dpa) - Simply Red und Nena sangen ihre größten Hits, die Gäste tanzten mit Schrittzähler: Fast eine halbe Million Euro an Spenden für Kinderprojekte der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind beim «Rosenball 2016» in Berlin zusammengekommen. Bis zum Beginn der Charity-Gala mit 600 Gästen am Samstagabend waren es nach Angaben der Veranstalter mehr als 430 000 Euro. Schon das war mehr als bei den elf vorhergehenden «Rosenbällen». Der Unternehmer Carsten Maschmeyer spendete für jeden getanzten Schritt einen Euro, so kamen aufgerundet noch einmal 50 000 Euro hinzu.

Sängerin Cyndi Lauper: «Amerika ist frauenfeindlich» (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Die US-Sängerin Cyndi Lauper (62, «Girls just want to have fun») hält ihr Land für frauenfeindlich. Der gegenwärtige Wahlkampf zeige, dass Frauen nach wie vor mit enormen Widerständen zu kämpfen hätten, sagte Lauper der «Welt am Sonntag». «Ich habe nie verstanden, warum der Rest der Welt die USA für ein fortschrittliches Land hält.» Der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton werde vorgeworfen, dass sie zu wenig lächle, dass sie komisch dastehe, dass sie dies zu wenig tue und jenes zu viel. «Es sind Frauen wie Männer, die in ihr nicht die Politikerin sehen, sondern die Person. Amerika ist frauenfeindlich.»  

Udo Lindenberg: «geile Sache, 70 zu werden» (Foto - Archiv vom 30.4.) =

Köln (dpa) - Sänger Udo Lindenberg (69, «Sonderzug nach Pankow») findet es «eine geile Sache, 70 zu werden». Er werde die «wilden Siebziger» genießen, sagte er dem Magazin des «Kölner Stadt-Anzeigers». «Es ist in meinem Gewerbe ja schon vorgekommen, das nicht geschafft zu haben», merkte er an - und beschrieb, wie er selbst die Kurve bekam. «Ich habe die Mengenlehren-Sauferei aufgegeben. Und all die sonstigen Drogenexperimente.» Schnell habe er gemerkt, wie er sich dafür zurückbekomme - als «flinke Bühnenmaus, die wieder lecker aussieht». Lindenberg hat am 17. Mai Geburtstag.

Schlagersänger Karel Gott muss wohl länger pausieren (Foto - Archiv vom 30.4.) =

Prag/Berlin (dpa) - Der tschechische Sänger Karel Gott (76) glaubt nach seiner überstandenen Krebserkrankung nicht an ein schnelles Bühnen-Comeback. «Meine Genesung schreitet langsamer voran, als ich gedacht habe. Ich muss meinen Enthusiasmus wohl etwas bremsen», sagte er der «Bild» (Samstag). «Ich kann zwar schon wieder etwas schneller laufen, aber mit dem Atmen habe ich große Probleme. An Singen und ein Bühnen-Comeback ist noch lange nicht zu denken.» Im November 2015 hatten Ärzte Lymphdrüsenkrebs bei ihm festgestellt. Nach einer mehrmonatigen Chemotherapie sei die Tumorerkrankung aber «vollständig verschwunden», hatte seine Sprecherin Mitte März mitgeteilt. 

Frank Castorf findet Theater oft feige, belanglos, dilettantisch (Foto - Archiv vom 30.4. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

München (dpa) - Für Frank Castorf, Intendant der Berliner Volksbühne, ist das zeitgenössische Theater nur ein Schatten früherer Tage. «Theater ist feige geworden», sagte der 64-Jährige im Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag). Unter Regisseuren wie Peter Zadek oder Peter Stein habe das Theater Veränderung gewollt. «Heute habe ich das Gefühl, dass Theater nur noch ein Betrieb ist, eine Anstalt, in der fast überall belanglose und dilettantische Stücke gespielt werden.» Am Münchner Residenztheater ist derzeit Castorfs Inszenierung des Stücks «Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg» nach dem unvollendeten Roman von Jaroslav Hasek zu sehen. 

«The Voice of Germany»: Rea Garvey geht, Samu Haber kommt (Foto - Archiv vom 30.4.) =

Berlin (dpa) - Stühlerücken bei «The Voice of Germany»: Rea Garvey (42) verlässt die Castingshow, seinen Platz nimmt der Sunrise-Avenue-Sänger Samu Haber (40) ein, wie die Fernsehsender Sat.1 und ProSieben am Samstag mitteilten. Rea Garvey hatte bereits zuvor per Videobotschaft bei Facebook seinen Ausstieg als Coach verkündet. «Weil ich jetzt meine eigene Show auch mache, ist es vielleicht cool, ein bisschen Platz zu machen für jemand anderen», sagte der Ire. Er spielte damit auf seine neue Show «Musicshake by Rea Garvey» an, die am 26. Mai bei ProSieben startet. Haber und Garvey waren bereits mehrmals bei «The Voice of Germany» als Coaches dabei.

Moderatorin Sonja Zietlow liebt die bayerische Direktheit (Foto - Archiv vom 30.4.) =

München (dpa) - «Dschungelcamp»-Moderatorin Sonja Zietlow liebt die direkte Art der Leute in Bayern. «Der Bayer sagt immer, was er denkt. Das mag ich. Da läuft nix hintenrum. Nix Falsches», sagte die 47-Jährige im Interview der Münchner Zeitung «tz» (Samstag). «Er sagt so was wie: «Frau Zietlow, i mog Sie ja eigentlich ned, aber...» Das ist doch herrlich.» Die gebürtige Rheinländerin lebt seit zwölf Jahren südlich von München. Auch sie selbst wäre inzwischen gern Bayerin. «Daran arbeite ich jeden Tag», sagte sie mit einem Augenzwinkern.

«Metro»-Autor Glukhovsky sieht Russland in «chaotischer Lage» (Foto - aktuell vom 30.4. - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Stuttgart (dpa) - Der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky sieht sein Land in einer «chaotischen Lage». Russland, das vor mehr als 70 Jahren den Zweiten Weltkrieg gewann, gehe heute mit seiner antiwestlichen Propaganda von vielen unbemerkt einen Weg, der «faschistische Züge» trage, sagte der Autor am Rande einer Lesung in Stuttgart. Er stellte «Metro 2035» vor, den letzten Band seiner Endzeit-Trilogie. Der Dark-Fantasy-Roman ist voller Andeutungen auf das heutige Moskau von Kremlchef Wladimir Putin. Die Geschichte spielt wie in «Metro 2033» und «Metro 2034» im Netz der Moskauer U-Bahn nach einem Atomkrieg.

Wiener Philharmoniker bringen Zubin Mehta ein Geburtstagsständchen (Die Medlung lief auch im Ressort Kultur) =

Wien (dpa) - Die Wiener Philharmoniker haben ihrem langjährigen Weggefährten Zubin Mehta zum 80. Geburtstag am Freitagabend ein Festkonzert geschenkt. Der Auftritt im Großen Saal des Musikvereins mit einem reinen Beethoven-Programm löste Bravo-Rufe und viel Beifall aus. Immer wieder verneigte sich der Dirigent vor dem Publikum. Als Solist wirkte Mehtas Freund Daniel Barenboim mit, der das 3. Klavierkonzert spielte und dafür ebenfalls stürmischen Applaus erhielt. Die «Leonore»-Ouvertüre und die 7. Symphony komplettierten den Abend. Der Reinerlös des Konzertes, das in Kooperation mit der Gesellschaft der Musikfreunde Wien entstand, kommt Stiftungen von Mehta und Barenboim sowie Amnesty International zugute.

Herzogin Kate auf dem Cover der «Vogue» =

London (dpa) - Herzogin Kate, Ehefrau von Prinz William, ziert das Juni-Cover der britischen «Vogue». Die Titelseite der Modezeitschrift, die 100 Jahre alt wird, zeigt die 34-Jährige entspannt lächelnd, sie trägt einen dunklen Fedora-Hut und einen braunen Mantel. Fotograf ist der Brite Josh Olins, weitere neue Fotos der Herzogin, die am Freitag ihren fünften Hochzeitstag feierte, sind auch in der National Portrait Gallery in London zu sehen. Die Herzogin sei begeistert, zum Jubiläum der Zeitschrift beizutragen, sagte ein Sprecher im Kensington Palast. «Die Herzogin hat noch nie zuvor an einem Shooting dieser Art teilgenommen», ergänzte er.

Andrea Kiewel wünscht sich Udo Lindenberg in den «Fernsehgarten» (Foto - Handout) =

Mainz (dpa) - Andrea Kiewel (50), ZDF-«Fernsehgarten»-Moderatorin, möchte gern mal Udo Lindenberg in ihrer Show haben. «Ich bin großer Udo-Lindenberg-Fan, und ich weiß, dass er sonntags, wenn er aufwacht, oftmals auch beim «Fernsehgarten» hängenbleibt», sagte Kiewel der Deutschen Presse-Agentur. Als sie DDR-Leistungsschwimmerin war, habe sie im sowjetischen Trainingslager exzessiv Lindenberg gehört. «Es ist mir noch nie gelungen, ihn zu überreden herzukommen. Es ist einfach zu früh.» Kiewel hält den Sänger für «cool»: «Der verbiegt sich nicht, der erfindet sich ein bisschen neu, bleibt sich aber treu.» Das ist für sie auch das Geheimnis des «Fernsehgartens».

So, 2016-05-01 14:39
Berlin (dpa)

DGB warnt zum 1. Mai vor Fremdenfeindlichkeit - Vereinzelte Krawalle

Solidarität zum Tag der Arbeit - das schließt für die Gewerkschaften am 1. Mai auch die Hilfe für Asylbewerber ein. In Sachsen kommt es zu Ausschreitungen von Rechtsextremen und linken Demonstranten.

Berlin (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat bei seinen Kundgebungen am Tag der Arbeit zum Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus aufgerufen. «Was die Rechtspopulisten fordern, das hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit sozialem Zusammenhalt, nichts mit sozialer Gerechtigkeit, nichts mit fairer Globalisierung und schon gar nichts mit Solidarität», sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann am Sonntag bei der zentralen Veranstaltung zum 1. Mai in Stuttgart. Hoffmann übte scharfe Kritik an der AfD, die zeitgleich in Stuttgart ihren Parteitag abhielt.

In Zwickau störte eine Gruppe Rechter den Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen. Die Rednerbühne musste am Sonntag von der Polizei geschützt werden. Die Meldungen aus Zwickau über die rechten Störer sorgten beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland für Jubel. In Plauen kam es am Nachmittag zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von Rechtsextremen und Linken. Wiederholt haben Neonazis aus ganz Deutschland die vogtländische Stadt am Tag der Arbeit zum Ziel auserkoren.

DGB-Chef Hoffmann warf der AfD vor, deren Politik sei Sozialabbau pur. Die Partei versuche, den Keil der Spaltung noch tiefer in die Gesellschaft zu treiben. Zudem hetze die Partei gegen Flüchtlinge. Der DGB stellte den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter das Motto «Zeit für mehr Solidarität». Nach Gewerkschaftsangaben kamen rund 6000 Menschen zu der Kundgebung nach Stuttgart. Die Polizei zählte 1600 Teilnehmer. Bundesweit beteiligten sich nach DGB-Angaben 390 000 Menschen an den insgesamt mehr als 500 Veranstaltungen.

In Bayern forderte der DGB ein Recht der Arbeitnehmer auf freie Zeit. «Wir wollen gute Arbeit, aber auch Freizeit, die diesen Namen verdient. Familie, Freundschaften und soziales Engagement brauchen diese verlässliche freie Zeit», sagte DGB-Landeschef Matthias Jena in Ingolstadt. «Wir wehren uns deshalb gegen noch längere Arbeits- und Öffnungszeiten auch an Sonntagen.»

Bei einer Kundgebung in Krefeld sprach sich der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, für einen «schnellen und deutlichen Kurswechsel» in der Rentenpolitik aus. «Nach jahrzehntelanger Arbeit haben alle Menschen das Recht, ein anständiges Leben in Würde führen zu können», sagte er. Deshalb müsse die gesetzliche Rente «wieder das Erfolgsmodell der Alterssicherung für die Menschen in Deutschland werden».

Rund 1800 Anhänger der linken Szene hatten in Hamburg am Samstagabend zu Beginn des 1.-Mai-Wochenendes demonstriert. Im Anschluss kam es nach Angaben der Polizei zu kleineren Zusammenstößen. Ein 24-jähriger Mann wurde festgenommen. Er steht im Verdacht, ein Fahrzeug der Bundeswehr in Brand gesetzt zu haben. Im Schanzenviertel wurden Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen.

Zusammenstöße wurden am Sonntagabend rund um das Straßenfest «Myfest» in Berlin befürchtet, nachdem Linksautonomen gerichtlich untersagt worden war, mit ihrer «Revolutionären 1. Mai Demonstration» durch das Fest zu ziehen. Die Linken wollen aber trotz des Verbots auf ihrer geplanten Strecke durch «Myfest» festhalten. Bis zu 20 000 Teilnehmer werden zu dem Zug erwartet. Von diesem Protest war in den vergangenen Jahren wiederholt Gewalt ausgegangen, die jedoch in den letzten Jahren abnahm. Die Polizei hatte in Berlin rund 6500 Beamte für einen sicheren Feiertag aufgeboten.

So, 2016-05-01 14:54
Aleppo (dpa) 

Neue Gespräche nähren Hoffnung auf Waffenruhe für Aleppo

Die frühere Handelsmetropole Aleppo gilt als wichtigstes Schlachtfeld im syrischen Bürgerkrieg. Während die Gewalt Tag für Tag eskaliert und Zivilisten sterben, streiten die Großmächte Russland und USA.

Aleppo (dpa) - Nach einer Eskalation der Gewalt in der nordsyrischen Stadt Aleppo laufen nach Angaben aus Moskau neue Verhandlungen über eine Feuerpause. Der russische Generalleutnant Sergej Kuralenko nannte am Sonntag der Agentur Interfax zufolge jedoch keine Details. Zuvor hatte US-Außenminister John Kerry eine dauerhafte und landesweit geltende Waffenruhe gefordert.

Allerdings sind sich die USA und Russland, ein enger Verbündeter des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad, über das weitere Vorgehen in der Region Aleppo uneins. Russland lehnt dort bislang eine Waffenruhe ab. Der Kampf gegen dortige Terrorgruppen sollte fortgesetzt werden, sagte Vizeaußenminister Gennadi Gatilow. Russland werde keinen Druck auf die syrische Führung ausüben.

Die frühere Handelsmetropole gilt als das wichtigste Schlachtfeld in Syriens Bürgerkrieg. Die Regierung kontrolliert den Westen der Stadt, Regimegegner den Osten. Seit Monaten versucht die Armee, die letzte Versorgungsroute der Rebellen zu kappen.

In Aleppo und seinem Umland ist neben moderateren Rebellengruppen auch die Al-Nusra-Front präsent, ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Diese ist wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von der eigentlich seit Ende Februar geltenden Waffenruhe ausgenommen.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge starben in Aleppo in den vergangenen Tagen fast 250 Zivilisten bei Bombardements des Regimes sowie Rebellangriffen.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow sagte, vor einer Waffenruhe in Aleppo müsse der Westen in Syrien seine Unterstützung für bewaffnete Kräfte einstellen, die Präsident Assad stürzen wollen. «Dann wäre eine Feuerpause realistisch», sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates.

Papst Franziskus rief die Konfliktparteien eindringlich zur Einhaltung der Ende Februar vereinbarten Waffenruhe auf. «Mit tiefem Schmerz» verfolge er die dramatischen Nachrichten über die «Spirale der Gewalt, die die bereits verzweifelte humanitäre Situation in dem Land noch verschlimmert, besonders in der Stadt Aleppo», sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag in Rom.

Syriens Armeeführung hatte am Freitag eine neue zeitlich begrenzte Waffenruhe für Teile des Landes erklärt, Aleppo aber ausgenommen. Aus Protest gegen die Gewalt vor allem im Norden des Landes war Syriens Opposition von den Genfer Friedensgesprächen abgereist.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) will jetzt die Blockade bei den Friedensgespräche überwinden. «Ich habe in dieser Woche bei dem syrischen Oppositionsführer Riyad Farid Hidschab dafür geworben, nach Genf zurückzukehren», sagte Steinmeier der «Welt am Sonntag». Er fügte hinzu: «Hidschab und der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura kommen am Mittwoch nach Berlin, um gemeinsam mit uns Ideen für eine Fortsetzung der Genfer Friedensgespräche zu entwickeln.» Von einer Lösung des Konfliktes sei man aber noch «weit entfernt».

Eine kurzfristige Zukunft Syriens ohne Machthaber Assad kann Steinmeier nicht erkennen. In den Genfer Verhandlungen zwischen syrischer Regierung und Opposition gehe es jetzt «noch nicht darum, Baschar-al Assad sofort und unmittelbar als Präsident abzulösen, sondern eine effektive Übergangsregierung - mit Vertretern der Opposition und des Regimes - mit exekutiven Aufgaben zu bilden».

So, 2016-05-01 14:26
Plauen (dpa)

Auseinandersetzungen bei Demos von Linken und Rechten in Plauen

Plauen (dpa) - Rechtsextreme und Linke haben sich am Sonntag in Plauen gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei sprach in einem Tweet von einem «massiven Gewaltausbruch». Sowohl von Linken wie auch von Rechten habe es Angriffe gegen Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Zuvor waren gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen etwa 1000 linke Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Teilnehmer waren schwarz gekleidet, viele von ihnen vermummt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Laut Polizei versammelten sich etwa 500 Neonazis.

Wiederholt haben Neonazis aus ganz Deutschland die vogtländische Stadt am Tag der Arbeit zum Ziel auserkoren. Bereits vor zwei Jahren waren hunderte Rechte durch Plauen marschiert.

So, 2016-05-01 14:46
Bagdad (dpa)

Dutzende Tote bei Doppelanschlag im Irak - IS bekennt sich

Bagdad (dpa) - Bei einem Doppelanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der irakischen Stadt Samawa haben zwei Selbstmordattentäter mindestens 30 Menschen mit in den Tod gerissen. 55 Menschen wurden in dem vor allem von Schiiten bewohnten Ort rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad verletzt, wie Vize-Provinzgouverneur Sami al-Hasani am Sonntag mitteilte.

Der IS bekannte sich im Internet zu den Anschlägen und erklärte, zwei Attentäter hätten sich nacheinander mit Autobomben in die Luft gesprengt. Die sunnitische Terrormiliz verübt immer wieder Anschläge auf Schiiten. Erst am Samstag waren östlich von Bagdad bei einem Attentat mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen.

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So, 2016-05-01 14:49
Caracas (dpa)

Kampf gegen Kollaps: Neue Uhrzeit und mehr Mindestlohn in Venezuela

In Venezuela gehen die Lichter aus: Eine beispiellose Energiekrise führt zu Zwei-Tage-Wochen und Stromabschaltungen. Nun soll das Drehen an der Uhr helfen, noch mehr Strom zu sparen. Und parallel wird der Mindestlohn deutlich erhöht, um die Bürger etwas zu besänftigen.

Caracas (dpa) - Im Kampf gegen den Kollaps der Stromversorgung hat das sozialistische Venezuela am Sonntag die Uhren um eine halbe Stunde vorgestellt. So soll nach Angaben von Staatspräsident Nicolás Maduro mehr natürliches Tageslicht genutzt werden können. Neben der dramatischen Stromkrise fehlen überall Lebensmittel und Medikamente, zudem leidet das Land unter der höchsten Inflation weltweit. Um den Kaufkraftverlust auszugleichen, verkündete Maduro eine Erhöhung des Mindestlohns um 30 Prozent vom 1. Mai an. Er beträgt nun 15 051 Bolívares, was einem Schwarzmarktkurs von rund 17,50 Euro entspricht.

Mit der Zeitumstellung liegt Venezuela nun wieder sechs Stunden hinter der mitteleuropäischen Sommerzeit zurück. Unter Präsident Hugo Chávez waren die Uhren 2007 um eine halbe Stunde zurückgestellt worden, begründet wurde das damit, dass die Schulkinder dann nicht so früh aufstehen müssten. Energieexperten erwarten aber keinen großen Effekt zur Reduzierung des Strombedarfs. Als weitere Zwangsmaßnahmen müssen Einkaufszentren und Fabriken Strom sparen. In vielen Städten kommt es zu längeren Abschaltungen, was zu Protesten geführt hat.

Hauptgrund für den Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk bis zu 70 Prozent der Energie in Venezuela liefert. Die Regierung macht das Klimaphänomen El Niño für einen Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel stark hat sinken lassen, die Opposition moniert dagegen fehlende Investitionen in neue, moderne Kraftwerke. Statt normalerweise 10 000 Megawatt ist die Leistung in dem Kraftwerk um über die Hälfte gefallen. In wenigen Tagen könnte der Wasserpegel unter den kritischen Punkt von 240 Meter fallen, dann müssten viele Turbinen ganz abgeschaltet werden.

In der vergangenen Woche waren Bedienstete des öffentlichen Dienstes aufgefordert worden, wegen der Energiekrise nur an zwei Tagen arbeiten zu gehen. Der Freitag war zuletzt zum schulfreien Tag erklärt worden. Die Opposition hat erste Schritte für ein Referendum eingeleitet, mit dem Maduro noch dieses Jahr abgesetzt werden soll - es wurden bereits rund 1,5 Millionen Unterschriften dafür gesammelt.

Selbst das Bier könnte in wenigen Tagen vielerorts zu Neige gehen: Der mit einer Marktabdeckung von fast 80 Prozent größte Bierbrauer Venezuelas hat wegen Gersten-Mangels seine Produktion vorläufig eingestellt. Die Vorräte würden noch maximal für zwei Wochen zum Verkauf reichen, sagte die Direktorin der Polar-Brauerei, Marisa Guinand, dem Sender Globovision. Schuld sei die Devisenpolitik der Regierung, die es unmöglich mache, weitere Gerste einzuführen.

So, 2016-05-01 15:00
Bagdad (dpa)

Sturm auf Iraks Parlament: Demonstranten verschärfen Krise Von Jan Kuhlmann, dpa

Seit Wochen streiten sich die Iraks Parteien um Reformen. Weil diese nicht vorankommen, stürmen Demonstranten das Parlament in Bagdad - ein neuer Rückschlag für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz.

Bagdad (dpa) - Aufgebrachte irakische Demonstranten haben das Parlament in Bagdads Hochsicherheitszone gestürmt und damit die politische Krise im Land weiter verschärft. Anhänger des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr brachten am Samstag über Stunden das Abgeordnetenhaus unter Kontrolle und stimmten dort Sprechchöre an. Parlamentarier verließen das Gebäude fluchtartig, während die Demonstranten wie bei einem Volksfest feierten. Am Sonntag zogen sie sich zwar wieder zurück, setzten aber ihren Protest für ein Ende der Korruption in der Nähe des Parlaments fort.

Die neue Eskalation der Lage in Bagdad erschwert den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die noch immer große Teile im Norden und Westen des Iraks kontrolliert. Die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi und das Parlament sind seit Wochen gelähmt. Im Zentrum steht ein heftiger Konflikt um Reformen und ein Ende des Proporz- und Klientelsystems, das als Hauptursache für die im Land weit verbreitete Korruption gilt.

Bei einer Kundgebung für politische Reformen drangen am Samstag zunächst Tausende Anhänger Al-Sadrs in die hoch gesicherte Grüne Zone im Zentrum Bagdads ein, wo neben dem Parlament auch Ministerien und Botschaften liegen. TV-Bilder zeigten, wie die Demonstranten meterhohe Betonschutzwände umstürzten oder darüber kletterten. Hunderte Demonstranten zogen danach weiter Richtung Parlament.

Sie protestierten damit gegen die erneute Verschiebung einer Abstimmung über ein Kabinett, das nicht mehr mit Parteigängern besetzt sein soll, sondern mit Fachleuten. Allerdings gibt es dagegen massiven Widerstand mehrerer Parteien, die um ihren Einfluss fürchten. Al-Abadi war bisher zu schwach, um das von ihm versprochene Technokratenkabinett und andere Reformen durchsetzen zu können.

Der Regierungschef versicherte, die Sicherheitskräfte hätten die Lage in Bagdad unter Kontrolle. Zugleich ordnete er an, alle zu verfolgen, die das Abgeordnetenhaus und andere Ziele angegriffen hätten. Die Armee verstärkte nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen in Bagdad und sperrte alle Zufahrtsstraßen in die Hauptstadt ab.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich beunruhigt und warnte, die Demonstrationen könnten die ohnehin schon angespannte Lage eskalieren lassen. «Es handelt sich offenbar um die absichtliche Unterbrechung des demokratischen Prozesses», erklärte sie.

Seit Monaten kommt es in vielen irakischen Städten immer wieder zu Demonstrationen für Reformen. An die Spitze der Protestbewegung hat sich der Schiitenprediger Al-Sadr gesetzt, der seine Anhänger vor allem in den armen Viertel Bagdads findet. Er war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 bekannt geworden, als seine Mahdi-Armee die US-Truppen mit Gewalt bekämpfte. Al-Sadr will den Protest fortsetzen, bis die Reformen umgesetzt sind.

Zugleich erschütterten erneut Terroranschläge das Land. Östlich von Bagdad starben am Samstag mindestens 24 Menschen, als in dem Ort Al-Nahrawan eine Autobombe explodierte. Die sunnitische IS-Terrormiliz bekannte sich zu der Tat. Am Sonntag rissen in der vor allem von Schiiten bewohnten Stadt Samawa südlich von Bagdad zwei IS-Selbstmordattentäter mindestens 30 Menschen mit in den Tod.

So, 2016-05-01 14:31
Berlin (dpa)

DGB warnt zum 1. Mai vor Fremdenfeindlichkeit - Vereinzelte Krawalle

Solidarität zum Tag der Arbeit - das schließt für die Gewerkschaften am 1. Mai auch die Hilfe für Asylbewerber ein. In Sachsen kommt es zu Ausschreitungen zwischen Rechtsextremen und linken Demonstranten.

Berlin (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat bei seinen Kundgebungen am Tag der Arbeit zum Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus aufgerufen. «Was die Rechtspopulisten fordern, das hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit sozialem Zusammenhalt, nichts mit sozialer Gerechtigkeit, nichts mit fairer Globalisierung und schon gar nichts mit Solidarität», sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann am Sonntag bei der zentralen Veranstaltung zum 1. Mai in Stuttgart. Hoffmann übte scharfe Kritik an der AfD, die zeitgleich in Stuttgart ihren Parteitag abhielt.

In Zwickau störte eine Gruppe Rechter den Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen. Die Rednerbühne musste am Sonntag von der Polizei geschützt werden. Die Meldungen aus Zwickau über die rechten Störer sorgten beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland für Jubel. In Plauen kam es am Nachmittag zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und Linken. Wiederholt haben Neonazis aus ganz Deutschland die vogtländische Stadt am Tag der Arbeit zum Ziel auserkoren.

DGB-Chef Hoffmann warf der AfD vor, deren Politik sei Sozialabbau pur. Die Partei versuche, den Keil der Spaltung noch tiefer in die Gesellschaft zu treiben. Zudem hetze die Partei gegen Flüchtlinge. Der DGB stellte den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter das Motto «Zeit für mehr Solidarität». Nach Gewerkschaftsangaben kamen rund 6000 Menschen zu der Kundgebung nach Stuttgart. Die Polizei zählte 1600 Teilnehmer. Bundesweit beteiligten sich nach DGB-Angaben 390 000 Menschen an den insgesamt mehr als 500 Veranstaltungen.

In Bayern forderte der DGB ein Recht der Arbeitnehmer auf freie Zeit. «Wir wollen gute Arbeit, aber auch Freizeit, die diesen Namen verdient. Familie, Freundschaften und soziales Engagement brauchen diese verlässliche freie Zeit», sagte DGB-Landeschef Matthias Jena in Ingolstadt. «Wir wehren uns deshalb gegen noch längere Arbeits- und Öffnungszeiten auch an Sonntagen.»

Bei einer Kundgebung in Krefeld sprach sich der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, für einen «schnellen und deutlichen Kurswechsel» in der Rentenpolitik aus. «Nach jahrzehntelanger Arbeit haben alle Menschen das Recht, ein anständiges Leben in Würde führen zu können», sagte er. Deshalb müsse die gesetzliche Rente «wieder das Erfolgsmodell der Alterssicherung für die Menschen in Deutschland werden».

Rund 1800 Anhänger der linken Szene hatten in Hamburg am Samstagabend zu Beginn des 1.-Mai-Wochenendes demonstriert. Im Anschluss kam es nach Angaben der Polizei zu kleineren Zusammenstößen. Ein 24-jähriger Mann wurde festgenommen. Er steht im Verdacht, ein Fahrzeug der Bundeswehr in Brand gesetzt zu haben. Im Schanzenviertel wurden Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen.

Zusammenstöße wurden am Sonntagabend rund um das Straßenfest «Myfest» in Berlin befürchtet, nachdem Linksautonomen gerichtlich untersagt worden war, mit ihrer «Revolutionären 1. Mai Demonstration» durch das Fest zu ziehen. Die Linken wollen aber trotz des Verbots auf ihrer geplanten Strecke durch «Myfest» festhalten. Bis zu 20 000 Teilnehmer werden zu dem Zug erwartet. Von diesem Protest war in den vergangenen Jahren wiederholt Gewalt ausgegangen, die jedoch in den letzten Jahren abnahm. Die Polizei hatte in Berlin rund 6500 Beamte für einen sicheren Feiertag aufgeboten.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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So, 2016-05-01 14:00
Wolfsburg (dpa)

Weiter Kritik an Vorstands-Boni bei VW - Winterkorn Rentenkönig

Der Abgasskandal wird VW viele Milliarden kosten. Dass die Vorstände in dieser Situation nicht zu einem spürbaren Verzicht bereit sind, bringt den Managern jede Menge Kritik ein. Nun will der Betriebsrat auch die Bezahlung der Aufsichtsräte zum Thema machen.

Wolfsburg (dpa) - Die Kritik an der trotz des teuren Abgasskandals üppigen Bezahlung des VW-Vorstands reißt nicht ab. Finanzminister Wolfgang Schäuble griff die Konzernspitze scharf an, vor allem für das Beharren der Vorstände auf den Großteil ihrer Bonus-Zahlungen. «Ich habe kein Verständnis dafür, wenn man ein großes Dax-Unternehmen erst in eine existenzbedrohende Krise führt und dann in einer öffentlichen Debatte die eigenen Boni verteidigt», sagte der CDU-Politiker der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Das zeigt, dass etwas nicht funktioniert», sagte Schäuble dem Blatt.

Nach langem Ringen hatte sich die Führungsspitze von VW darauf geeinigt, dass 30 Prozent der variablen Bezüge einbehalten und so behandelt werden, als wären es Aktien. Nach Ablauf von drei Jahren wird geprüft, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat. Liegt der um ein Viertel über dem jüngsten Niveau, soll das Geld ausbezahlt werden, liegt er darüber, gibt es sogar mehr Geld - das Modell könnte sich angesichts der niedrigen Zinsen als Geldanlage erweisen. Quer durch die Politik und bei Gewerkschaften stößt das auf Unverständnis.

Dabei bekommen die Vorstände im VW-Konzern neben ihren Millionen-Gehältern auch stattliche Zusatzleistungen für den Ruhestand. Das gilt allerdings auch für Top-Manager anderer Unternehmen. Während die jährlichen Zahlungen aus der aktiven Zeit der Vorstände oft in der öffentlichen Kritik stehen, stehen die Pensionsleistungen der Top-Manager dagegen aber kaum im Fokus. Doch auch die haben es in sich: Der VW-Konzern hat für ausgeschiedene Mitglieder des Vorstandes mit Stand 2015 fast eine Viertelmilliarde Euro zurückgestellt (243 Mio. Euro), wie die jüngste Bilanz ausweist.

Allein die Pension für den wegen des Diesel-Skandals zurückgetretenen Konzernboss Martin Winterkorn hatte Ende 2015 einen Barwert von 28,6 Millionen Euro. Für Horst Neumann, den Ende November ausgeschiedenen Personalvorstand, weist die Bilanz einen Pensionsbarwert von 23,7 Millionen Euro aus. Dicht dahinter liegt der Winterkorn-Nachfolger Matthias Müller mit einer 22,6 Millionen Euro schweren Pension.

Das Gehaltsgebaren für den Vorstand des Autobauers steht seit Jahren immer wieder in der Kritik. Nachdem Winterkorn für 2011 rund 17,5 Millionen Euro kassiert hatte, zurrte der VW-Aufsichtsrat Anfang 2013 eine Neuregelung der umstrittenen Bonuszahlungen fest. Sie senkte auch Winterkorns Vergütung. Für 2012 bekam er 14,5 Millionen Euro. 2013 waren es gut 15 Millionen Euro und 2014 fast 16 Millionen Euro. Für 2015, in dem Winterkorn Ende September in der Diesel-Affäre zurücktrat, nennt der Geschäftsbericht 7,3 Millionen Euro Vergütung.

Am Donnerstag hatte Konzernchef Matthias Müller bei der Bilanzvorlage die öffentlich ausgetragene Debatte über die millionenschweren Vorstands-Boni kritisiert. «Ich verstehe die öffentliche Diskussion, ich verstehe nicht, dass die Diskussion in die Öffentlichkeit getragen wurde.» Und die Diskussion um die Bezahlung der Spitzen des Konzerns dürfte Müller noch eine Weile erhalten bleiben.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh will künftig auch die Bezahlung der Aufsichtsräte verändern. «Langfristig müssen wir im Aufsichtsrat über dieses Thema unserer Auffassung nach sprechen», sagte Osterloh der «Welt am Sonntag». Ein Wechsel zu einer fixen Bezahlung - und so eine Streichung der variablen Teile der Bezahlung der Aufsichtsräte - sei derzeit das falsche Signal. «Wenn wir wieder einen normalen Geschäftsverlauf haben, sollten wir hier über eine Veränderung des Systems nachdenken», sagte Osterloh, der selbst Aufsichtsrat ist.

«Bei der Aufsichtsratsvergütung von Volkswagen ist es ganz einfach: Die orientiert sich an der Dividende.» Da diese angesichts der milliardenschweren Kosten für den Abgas-Skandal auf nur noch 11 Cent je Stammaktie sinken soll, fällt auch die Bezahlung der Aufseher ohnehin deutlich schmaler aus, da die variablen Zulagen in guten Zeiten mit hoher Dividende einen großen Teil der Vergütung ausmachen.

So, 2016-05-01 13:15
Rom (dpa)

Papst ruft zum Frieden in Syrien auf

Rom (dpa) - Papst Franziskus hat die Konfliktparteien in Syrien eindringlich zur Einhaltung der vereinbarten Waffenruhe aufgerufen. «Mit tiefem Schmerz» verfolge er die dramatischen Nachrichten über die «Spirale der Gewalt, die die bereits verzweifelte humanitäre Situation in dem Land noch verschlimmert, besonders in der Stadt Aleppo», sagte das Kirchenoberhaupt am Sonntag am Ende des Angelus-Gebets vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Die Gewalt träfe vor allem unschuldige Zivilisten, darunter auch viele Kinder, Kranke und Hilfskräfte, «die sich unter großen Opfern darum bemühen, ihren Nächsten Hilfe zu leisten», so Franziskus. Er rufe alle an dem Konflikt beteiligten Parteien dazu auf, den Dialog zu suchen, «die einzige Straße, die zum Frieden führt». Nach Schätzungen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind in Aleppo in den vergangenen acht Tagen mindestens 244 Zivilisten bei Bombardements des Regimes sowie Rebellangriffen gestorben.

So, 2016-05-01 13:57
Moskau (dpa)

Russland schließt Feuerpause für syrische Region Aleppo nicht aus

Moskau (dpa) - Syriens enger Partner Russland hat eine Feuerpause für die heftig umkämpfte syrische Region Aleppo nicht ausgeschlossen. Der russische Generalleutnant Sergej Kuralenko sprach am Sonntag von «aktiven Gesprächen» - ohne jedoch Details zu nennen. Der Offizier lobte aber die vereinbarte Waffenruhe für Latakia und Damaskus.

«Die Waffenruhe hält. Wegen der erreichten positiven Ergebnisse ist sie für Damaskus in Absprache mit den syrischen Behörden und den amerikanischen Partnern um einen Tag, bis 24 Uhr am 1. Mai, verlängert worden», sagte Kuralenko der Agentur Interfax zufolge.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow sagte in Moskau, vor einer Waffenruhe in Aleppo müsse der Westen in Syrien seine Unterstützung für bewaffnete Kräfte einstellen, die Präsident Baschar al-Assad stürzen wollen. «Dann wäre eine Feuerpause realistisch», sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates.

Ähnlich äußerte sich der Abgeordnete Franz Klinzewitsch. Er sprach sich zudem für eine Verlängerung der Waffenruhe in Latakia und Damaskus aus. «Dort gibt es viele, die den Krieg beenden wollen», sagte der Vizechef des Verteidigungsausschusses. Gegen Terroristen, die dies ablehnen würden, helfe aber nur eine «Kugel in die Stirn».

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2016-05-01 13:28
Lima/Johannesburg (dpa)

Fliegende Löwen: 33 Zirkustiere wieder in Afrika Von Denis Düttmann und Stuart Graham, dpa

In südamerikanischen Zirkussen ist es den 33 Löwen schlecht ergangen. Nun sind sie ins Land ihrer Vorväter heimgekehrt. Im afrikanischen Busch sollen die Großkatzen zu ihren Wurzeln finden.

Lima/Johannesburg (dpa) - «Zeus» und «Shakira», «Junior» und «Barbie» sind durch die Hölle gegangen - jetzt sind sie im Paradies angekommen. Die Löwen aus Zirkussen in Südamerika wurden zum Teil schwer misshandelt, in Afrika sollen sie nun ihren Lebensabend genießen können. Die Tierschutzorganisation Animal Defenders International (ADI) hat mit einem Charterflug insgesamt 33 Löwen von Peru nach Südafrika gebracht. Nach einer zweitägigen Reise haben sie am Sonntag ihre neue Heimat erreicht.

Die Tiere werden nun im Reservat Emoya Big Cat Sanctuary leben. «Die Löwen kehren dorthin zurück, wo sie hingehören. Das ist ihr Geburtsrecht», sagt die Gründerin des Tierschutzparks, Savannah Heuser. «Afrikanische Sonne, afrikanischer Nachthimmel, der afrikanische Busch, Geräusche, Sommergewitter - dort können sie sich daran erinnern, wer sie sind.»

24 Löwen wurden bei verschiedenen Razzien in Peru befreit, die übrigen neun von ihren Besitzern in Kolumbien freiwillig abgegeben. Die Tiere hätten die Hölle auf Erden erlebt, sagt ADI-Chefin Jan Creamer. Fast allen seien die Krallen entfernt worden, ein Tier habe ein Auge verloren, ein anderes sei fast blind. Viele hätten kaputte Zähne und könnten in freier Wildbahn nicht überleben.

«Sie sind geschlagen worden, sie haben gehungert», sagt Creamer bei der Ankunft der Großkatzen am Flughafen von Johannesburg. «Jetzt, so glaube ich, haben wir sie zurück ins Paradies gebracht, wo sie hingehören.»

Das 5000 Hektar große Emoya-Reservat liegt in naturbelassenem Buschland; es gibt Wasserstellen, Plattformen und Spielzeug. Dort würden die Löwen in sozialen Gruppen oder Familien ausgesiedelt, sagt ADI-Tierärztin Anés Nole. In den kommenden Monaten soll ihr Lebensraum Stück für Stück ausgedehnt werden, damit sie sich langsam an die neue Situation und aneinander gewöhnen können.

ADI hat die lange Reise der Großkatzen bei Facebook dokumentiert. Fotos zeigen schlafende Löwen in Kisten beim Abflug in Lima. Während eines Halts in Brasilien, der wegen Computerproblemen länger dauert als geplant, sieht man, wie Creamer den Löwen mit einer Gießkanne durch die vergitterten Fenster ihrer Container Wasser gibt.

Nach Angaben von ADI ist der Flug der Löwen von Lima über São Paulo nach Johannesburg einer der größten Tier-Transporte dieser Art gewesen. Die One-Way-Tickets zu je 10 000 US-Dollar wurden über Spenden finanziert.

Möglich wurde die aufwendige Tierrettungsaktion durch Gesetzesänderungen in Peru und Kolumbien. Zuletzt wurde dort der Einsatz von Wildtieren in Zirkussen verboten. In der Europäischen Union gibt es bereits in 17 Ländern ein Verbot oder eine starke Einschränkung von Wildtieren im Zirkus. Auch in Deutschland wird über ein solches Verbot diskutiert. Weil die Tiere in Zirkussen nicht artgerecht gehalten werden könnten, rief der Bundesrat kürzlich die Bundesregierung zum Handeln auf.

Die 33 Zirkus-Löwen aus Südamerika haben das Schlimmste nun wohl hinter sich. «Die Vorväter dieser Löwen wurden aus Afrika verschleppt, in die USA gebracht und an Zirkusse in Lateinamerika verkauft», sagt ADI-Präsidentin Creamer. «Jetzt kehren diese Tiere, die ihr ganzen Leben in Gefangenschaft verbracht haben, nach Hause zurück.»

So, 2016-05-01 13:15
Dresden (dpa)

Nach Kritik der Türkei - Konzertprojekt «Aghet» in Dresden gefeiert

Mit Kritik reagiert die Türkei auf das Konzertprojekt «Aghet» zum Massaker an den Armeniern 1915. Bei einer Aufführung in ihrer Heimatstadt sind die Dresdner Sinfoniker nun gefeiert worden.

Dresden (dpa) - Erstmals seit der Intervention der Türkei gegen das Musikprojekt «Aghet» ist das Werk wieder aufgeführt worden. Das Projekt war zum 100. Jahrestag des Massakers an den Armeniern initiiert worden. Die Dresdner Sinfoniker und Gastmusiker bekamen am Samstagabend im ausverkauften Festspielhaus Hellerau in Dresden stehende Ovationen.

Die um Musiker aus der Türkei, Armenien und Mitglieder des No Borders Orchestra aus Staaten des früheren Jugoslawien verstärkten Sinfoniker hatten «Aghet» Ende November 2015 in Berlin uraufgeführt. Sie wollen damit ein Zeichen der Versöhnung setzen. Die Idee dazu stammt von dem deutsch-türkischen Gitarristen Marc Sinan. «Aghet» ist dessen Großmutter gewidmet, die die Gräueltaten als Kind überlebte. Das Hauptstück ist geschrieben für Orchester, Frauenchor und Sprechstimme.

Jüngst war bekannt geworden, dass türkische Vertreter auf EU-Ebene wegen «Aghet» interveniert hatte. Bei den Massakern an den Armeniern im Jahr 1915 kamen Schätzungen zufolge zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich - dem Vorläuferstaat der heutigen Türkei - ums Leben. Die Türkei sieht im Begriff «Völkermord» eine ungerechtfertigte Anschuldigung der damaligen Taten.

Im aktuellen Fall verwies die Türkei darauf, dass sie das EU-Kulturprogramm mitfinanziert habe. Daher habe sie auch das Recht, die aus ihrer Sicht «einseitigen Interpretationen und Vorwürfe gegen die Türkei» auf der betreffenden Homepage zu beanstanden. Die Kritik hatte vielfach Empörung ausgelöst.

Die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) stellte sich demonstrativ hinter das Projekt. «Es hat mich überhaupt nicht gewundert, dass die Türkei gegen das Musikprojekt protestiert, nachdem was wir in den letzten Monaten an Intervenierungen von türkischer Seite gegen satirische Äußerungen und freie Berichterstattung erlebt haben», hatte sie am Samstag erklärt. «Ich empfinde es als Unverschämtheit und als erschreckend, mit welcher Beharrlichkeit die türkische Regierung versucht, sich in die Kunst- und Meinungsfreiheit der Bundesrepublik einzumischen. Wir werden dem nicht nachgeben.»

Festspielhaus-Intendant Dieter Jaenicke sagte bei der Vorführung am Samstagabend: «Eigentlich müssten wir Erdogan dankbar sein.» Er betonte: «Durch die türkische Intervention bei der EU-Kommission ist der Genozid an den Armeniern ja eigentlich erst so recht wieder ins Bewusstsein der Deutschen gerückt». Der Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt, gab sich zuversichtlich, dass das «Aghet«-Projekt wie geplant im November 2016 nicht nur in der armenischen Hauptstadt Jerewan, sondern anschließend auch in Istanbul zur Aufführung kommen wird.

So, 2016-05-01 12:09
Bagdad (dpa)

Kontroverser Prediger: der irakische Schiitenführer Muktada al-Sadr

Bagdad (dpa) - Für den Sturm auf das irakische Parlament sind Anhänger des berühmt-berüchtigten Schiitenpredigers Muktada al-Sadr verantwortlich. Der 42-Jährige erschien nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein 2003 auf der politischen Bühne und gilt bis heute als kontroverse Figur.

Um Einfluss zu gewinnen, nutzte er damals die Netzwerke seines Vaters, eines oppositionellen Geistlichen, der von Saddams Geheimdienst getötet worden war. Muktada al-Sadrs Mahdi-Armee bekämpfte mit Gewalt die US-Truppen im Land.

Auch nach dem US-Abzug blieb Al-Sadr eine der einflussreichsten Figuren in der irakischen Politik. Sein Al-Ahrar-Block hat zwar nur etwa 35 Sitze im Parlament, doch Al-Sadr kann wie nur wenige die Massen mobilisieren. Seine Anhänger kommen aus den armen schiitischen Vierteln, etwa aus der «Sadr-City» im Osten Bagdads. Dort leben diejenigen, die vom Ölreichtum des Landes nichts abbekommen.

In den vergangenen Monaten setzte sich Al-Sadr an die Spitze einer Bewegung, die regelmäßig auf die Straße zieht und Reformen gegen die Korruption fordert. Mehrfach drohte der Prediger damit, dass seine Anhänger die hoch gesicherte Grüne Zone stürmen. Dort ist nicht nur das Parlament beheimatet, sondern auch Ministerien und Botschaften.

Den Protest will er fortsetzen, bis das Kabinett nicht mehr mit Parteigängern, sondern mit Fachleuten besetzt ist - das aber würde den Einfluss der mit Al-Sadr konkurrierenden schiitischen Parteien beschneiden.

So, 2016-05-01 13:02
Dresden (dpa)

Nach Kritik der Türkei: Konzertprojekt «Aghet» in Dresden aufgeführt

Dresden (dpa) - Erstmals seit der Intervention der Türkei gegen das Musikprojekt «Aghet» ist das Werk wieder aufgeführt worden. Das Projekt war zum 100. Jahrestag des Massakers an den Armeniern initiiert worden. Die Dresdner Sinfoniker und Gastmusiker bekamen am Samstagabend im ausverkauften Festspielhaus Hellerau in Dresden stehende Ovationen.

Die um Musiker aus der Türkei, Armenien und Mitglieder des No Borders Orchestra aus Staaten des früheren Jugoslawien verstärkten Sinfoniker hatten «Aghet» Ende November 2015 in Berlin uraufgeführt. Sie wollen damit ein Zeichen der Versöhnung setzen.

Jüngst war bekannt geworden, dass türkische Vertreter auf EU-Ebene wegen «Aghet» interveniert hatte. Die Kritik hatte vielfach Empörung ausgelöst.

So, 2016-05-01 11:16
Neuruppin (dpa)

Zigarettenschmuggel in großem Stil: Ermittlungen gegen AfD-Politiker

In Brandenburg sorgt ein Kreisvorsitzender der AfD für Wirbel. Der Mann aus der Uckermark soll am Zigarettenschmuggel mitgewirkt haben. Nicht nur deshalb will ihn die Parteiführung loswerden.

Neuruppin (dpa) - Ein Brandenburger AfD-Politiker steht im Verdacht, Zigarettenschmuggel im großen Stil organisiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin bestätigte am Wochenende einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus». Die Zigaretten seien ins westeuropäische Ausland geschmuggelt worden, sagte Oberstaatsanwalt Detlef Hommes. Weitere Einzelheiten wollte er mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen. Der Verdächtige, der Kreisvorsitzende der AfD in der Uckermark, Jan-Ulrich Weiß, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nach dem «Focus»-Bericht soll Weiß einen illegalen Transport von drei Millionen Zigaretten nach England organisiert haben. Bei dem Ermittlungsverfahren gehe es um den Verdacht der Steuerhinterziehung in Höhe von einer halben Million Euro. Der ertappte Kurierfahrer habe im Verhör beteuert, dass Weiß der Auftraggeber der Schmuggeltour gewesen sein soll.

Weiß ist in der eigenen Partei seit längerem höchst umstritten. Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland hatte versucht, den 41-Jährigen aus der Partei auszuschließen, weil dieser im Herbst 2014 im Internet eine antisemitische Karikatur veröffentlicht hatte. Damit war Gauland jedoch bis zum Bundesschiedsgericht gescheitert. Die Staatsanwaltschaft Cottbus erließ einen Strafbefehl gegen Weiß in Höhe von 5000 Euro wegen Volksverhetzung.

So, 2016-05-01 11:45
Stuttgart (dpa)

Die AfD will weg vom 68er-Deutschland - Islamkritik als Markenkern Von Julia Giertz und Anne-Béatrice Clasmann, dpa

Die Wahlerfolge geben der AfD Rückenwind. Doch ob das reichen wird, um sie bis in den Bundestag zu tragen? Mit ihrem neuen Programm bewegt sich die AfD noch etwas weiter weg vom Rest der Parteienlandschaft.

Stuttgart (dpa) - Burschenschaftler sitzen neben Männern mit Pferdeschwanz und Ziegenbärtchen. Tätowierte Atheisten streiten mit frommen Christen und Verschwörungstheoretikern. Der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland in Stuttgart hat gezeigt, dass es vor allem zwei Dinge sind, die diese von Männern dominierte Truppe zusammenhält: Die Ablehnung fremder Kulturen und das Gefühl, gemeinsam gegen ein finsteres Kartell von Parteien, linken Demonstranten und Medien anzukämpfen. Dass linke AfD-Gegner in der Nacht zum Sonntag die Namen und Privatadressen der Teilnehmer im Internet veröffentlichen, bestärkt sie in diesem Gefühl. 

«Mut. Wahrheit. Deutschland», steht auf den rot-blauen Bannern, die rechts und links vom Podium hängen. Während christliche Parteimitglieder am Sonntagmorgen in einem Nebenraum gemeinsam beten, verteilt ein Mann drinnen im Saal ein Flugblatt mit der Überschrift «Suren, die jeder kennen muss». Aufgelistet findet man dort ausschließlich Textstellen aus dem Koran, in denen es um die Legitimierung von Gewalt geht. Es sind Suren, die auch von militanten Salafisten gerne zitiert werden.

So wie die «Dschihadisten», so blenden auch die Islam-Gegner der AfD alles aus, was mit Toleranz und Versöhnung zu tun hat. Damit wollen sie den Boden für die anstehende Debatte zum Schutz der deutschen «Kultur, Sprache und Identität» bereiten, in dem es um den Satz «Der Islam gehört nicht zu Deutschland» geht und um ein Verbot der Vollverschleierung. Die Kritik am Islam nimmt auf diesem Parteitag mehr Raum ein als jedes andere Thema.

Begonnen hat die Veranstaltung für die AfD-ler am Samstag mit einem Spießrutenlauf. Vorbei an laut schreienden linken Demonstranten mit Nazis-raus-Plakaten. «Mensch, sind die aggressiv, ich habe eben richtig Herzrasen gekriegt», sagt ein weibliches Parteimitglied. Dann reiht sich die blonde Frau in die Warteschlange am Einlass ein.

Auch im Saal und auf dem Podium läuft nicht alles rund. Während einige Mitglieder des Bundesvorstandes miteinander scherzen und plaudern, schweigen andere eisig vor sich hin. Die Parteivorsitzende Frauke Petry stolpert, verliert einen hochhackigen Schuh. Dann nimmt sie Platz, ganz am Rand. Später sagt sie: «Der Start war ein bisschen schwerfällig.» 

Es geht los - mit einer Stunde Verspätung. Wie immer, wenn die Mitglieder der jungen Partei zusammenkommen, hagelt es erst einmal Anträge zur Tages- und Geschäftsordnung. Ein Sympathisant des saarländischen Landesverbandes will, dass die Entscheidung des Bundesvorstandes, den Verband wegen Kontakten ins rechtsextreme Milieu aufzulösen, gekippt wird. Als Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang dagegenhält, ertönen aus einer Ecke laute Buh-Rufe.

«Das war eine etwas schwere Geburt bis hierin», sagt der Parteivorsitzende Jörg Meuthen, als er nach langer Verzögerung sein Grußwort vortragen darf. Er bemüht sich, ein Auseinanderdriften der verschiedenen Flügel der Partei zu verhindern. Er sagt, die AfD sei «modern konservativ», «freiheitlich» und «patriotisch». Und er weiß, wie man die Parteiseele am besten streichelt. Mit Blick auf die Migrationsdebatte sagt er, es sei nicht hinnehmbar, «dass wir unser Land in wenigen Jahren nicht mehr wiedererkennen werden». Der Ruf des Muezzins solle in Deutschland nie gleichberechtigt neben dem Glockengeläut der Kirchen zu hören sein, «weil wir das in großer Mehrheit nicht wollen in diesem Land». 

Dass einige führende AfD-Politiker inzwischen ein Problem mit Parteichefin Petry haben, lässt sich nicht übersehen. Von allen Vorstandsmitgliedern begrüßt sie einzig Partei-Vize Albrecht Glaser mit echter Herzlichkeit.

Als Meuthen sagt, die AfD wolle «weg vom links-rot-grün verseuchten 68er-Deutschland», tobt der Saal. Nach ihm spricht Petry. Sie sagt: «Die erlaubten Meinungskorridore werden immer enger.» Petry spricht über den Euro, über Grenzschutz und über die «Kanzlerin der Alternativlosigkeit». Ausgerechnet als Petry vorne spricht, gibt ihr Widersacher, der rechtsnationale Thüringer AfD-Chef Björn Höcke im hinteren Teil des Saales kurz hintereinander drei Interviews. Ein Zufall? 

So, 2016-05-01 11:23
Istanbul (dpa) 

Autobomben-Anschlag auf Polizei in südosttürkischem Gaziantep

Istanbul (dpa) - Gut eine Woche nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist auf das dortige Polizei-Hauptquartier ein Autobomben-Anschlag verübt worden. Das Amt des Gouverneurs teilte mit, ein Polizist sei bei der Detonation am Morgen des Maifeiertages vor dem Gebäude getötet worden. 19 Polizisten und vier Zivilisten seien bei dem «heimtückischen Angriff» am Sonntag verletzt worden.

Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen an der Einfahrt zu dem Polizei-Hauptquartier zu sehen, Trümmer lagen auf der Straße. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In der Türkei gelten am Sonntag wegen des Maifeiertages verschärfte Sicherheitsvorkehrungen.

In Istanbul haben die Behörden 1.-Mai-Demonstrationen auf dem zentralen Taksim-Platz verboten. Gewerkschaften riefen in diesem Jahr deswegen und aus Sicherheitsgründen zu einer Versammlung außerhalb des Zentrums auf. Anadolu meldete, in Istanbul stünden 15 000 Polizisten und 120 Wasserwerfer bereit. Hubschrauber kreisten über der Stadt, der Taksim-Platz wurde abgeriegelt.

Ein dpa-Reporter berichtete, die Polizei habe Tränengas und Wasserwerfer gegen kleinere Gruppen von Demonstranten eingesetzt, die zum Taksim-Platz vordringen wollten. Demonstranten skandierten «Nieder mit Faschismus» und «Lang lebe der 1. Mai». Mehrere Menschen wurden festgenommen.

So, 2016-05-01 11:41
Stuttgart (dpa)

Tag der Arbeit - DGB setzt Zeichen gegen Fremdenhass

Stuttgart (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat bei seiner zentralen Kundgebung zum 1. Mai ein Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus gesetzt. «Was die Rechtspopulisten fordern, das hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit sozialem Zusammenhalt, nichts mit sozialer Gerechtigkeit, nichts mit fairer Globalisierung und schon gar nichts mit Solidarität», sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann am Sonntag in Stuttgart. Er verwies auf den zeitgleich in Stuttgart stattfindenden AfD-Bundesparteitag. Da werde gegen Flüchtlinge gehetzt, kritisierte Hoffmann. Der DGB stellte den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter das Motto «Zeit für mehr Solidarität». Zugleich gingen die Gewerkschafter gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen auf die Straße.

So, 2016-05-01 11:47
Istanbul (dpa) 

Autobomben-Anschlag auf Polizei in südosttürkischem Gaziantep

Der Maifeiertag in der Türkei wird vom Terror überschattet. In Gaziantep - wo Kanzlerin Merkel vor gut einer Woche war - detoniert eine Autobombe. Auch in den Kurdengebieten gibt es Tote.

Istanbul (dpa) - Gut eine Woche nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist auf das dortige Polizei-Hauptquartier ein Autobomben-Anschlag verübt worden. Das Amt des Gouverneurs teilte mit, ein Polizist sei bei der Detonation am Morgen des Maifeiertages vor dem Gebäude getötet worden. 19 Polizisten und vier Zivilisten seien bei dem «heimtückischen Angriff» am Sonntag verletzt worden.

Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen an der Einfahrt zu dem Polizei-Hauptquartier zu sehen, Trümmer lagen auf der Straße. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In der Türkei gelten am Sonntag wegen des Maifeiertages verschärfte Sicherheitsvorkehrungen.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, in der südosttürkischen Stadt Adana seien die Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit wegen Warnungen vor einem Selbstmordanschlag abgesagt worden. In den vergangenen Monaten haben sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in türkischen Städten Selbstmordanschläge verübt.

In Istanbul hatten die Behörden 1.-Mai-Demonstrationen auf dem zentralen Taksim-Platz verboten. Gewerkschaften riefen in diesem Jahr deswegen und aus Sicherheitsgründen zu einer Versammlung außerhalb des Zentrums auf. Anadolu meldete, in Istanbul seien 15 000 Polizisten und 120 Wasserwerfer in Bereitschaft gewesen. Hubschrauber kreisten über der Stadt, der Taksim-Platz wurde abgeriegelt.

Ein dpa-Reporter berichtete, die Polizei habe wie am Maifeiertag in den vergangenen Jahren Tränengas und Wasserwerfer gegen Gruppen von Demonstranten eingesetzt, die zum Taksim-Platz vordringen wollten. Demonstranten skandierten «Nieder mit Faschismus» und «Lang lebe der 1. Mai». Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Samstag vor einer Woche die Stadt Gaziantep und ein Flüchtlingscamp in der gleichnamigen Provinz besucht. Die Provinz Gaziantep grenzt an Syrien an. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien und zum Irak dringend ab und nennt dabei auch Gaziantep.

In der Region agiert der IS, der in Gaziantep-Stadt vor drei Wochen einen IS-kritischen syrischen Journalisten tötete. In der Südosttürkei ist außerdem die PKK aktiv. Gegen die PKK geht die türkische Armee seit Mitte Dezember mit groß angelegten Operationen vor, die allerdings nicht die Stadt Gaziantep betreffen.

Bei diesen Operationen wurden am Sonntag im Distrikt Nusaybin an der syrischen Grenze mindestens drei Soldaten getötet. 14 Soldaten seien bei dem «bewaffneten Angriff» der PKK verletzt worden, teilte die Armee mit. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, die Sicherheitskräfte seien in eine Sprengfalle geraten. In Nusaybin liegt ein Schwerpunkt der Militäroperationen gegen die PKK. Anadolu meldete, in der Grenzstadt Kilis seien am Sonntag erneut Raketen aus Syrien eingeschlagen. Vier Menschen seien verletzt worden.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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