Fr, 2015-05-22 09:20
Riga (dpa)

EU-Partnerschaftsgipfel in Riga begonnen

Riga (dpa) - Im Schatten des Ukraine-Konflikts hat die Europäische Union beim EU-Partnerschaftsgipfel in Riga ihre Fachgespräche begonnen. In der Nationalbibliothek der lettischen Hauptstadt kamen am Freitag Spitzenpolitiker der 28 EU-Staaten und der Europäischen Union mit ihren Kollegen aus sechs früheren Sowjetrepubliken zusammen.

Es werde ein guter Tag für Europa und die Partnerländer Ukraine, Georgien, Moldau sowie Armenien, Aserbaidschan und Weißrussland, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Riga. Die Partnerschaft mit allen Ländern sei vertieft worden.

Der Gipfel hatte am Donnerstagabend mit einem offiziellen Essen begonnen. Zum Abschluss des Treffens wollen die Partnerschaftsländer die Erklärung von Riga annehmen. Ein Schwerpunkt darin ist der Schutz der territorialen Unversehrtheit der sechs Partnerländer. Sie haben mit Ausnahme von Weißrussland alle jeweils Gebietskonflikte.

Vor dem Tagungsgelände gab es einzelne Demonstranten mit ukrainischen und georgischen Flaggen, die gegen den «Aggressor» Russland protestierten und Visafreiheit für EU-Reisen forderten.

Fr, 2015-05-22 09:12
Riga (dpa)

EU-Partnerschaftsgipfel in Riga begonnen

Riga (dpa) - Im Schatten des Ukraine-Konflikts hat die Europäische Union beim EU-Partnerschaftsgipfel in Riga ihre Fachgespräche begonnen. In der Nationalbibliothek der lettischen Hauptstadt kamen am Freitag Spitzenpolitiker der 28 EU-Staaten und der Europäischen Union mit ihren Kollegen aus sechs früheren Sowjetrepubliken zusammen.

Es werde ein guter Tag für Europa und die Partnerländer Ukraine, Georgien, Moldau sowie Armenien, Aserbaidschan und Georgien, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Riga. Die Partnerschaft mit allen Ländern sei vertieft worden.

Der Gipfel hatte am Donnerstagabend mit einem offiziellen Essen begonnen. Zum Abschluss des Treffens wollen die Partnerschaftsländer die Erklärung von Riga annehmen. Ein Schwerpunkt darin ist der Schutz der territorialen Unversehrtheit der sechs Partnerländer. Sie haben mit Ausnahme von Weißrussland alle jeweils Gebietskonflikte.

Vor dem Tagungsgelände gab es einzelne Demonstranten mit ukrainischen und georgischen Flaggen, die gegen den «Aggressor» Russland protestierten und Visafreiheit für EU-Reisen forderten.

Fr, 2015-05-22 09:15
Hamburg (Greenpeace e.V.)

Greenpeace-Nachhaltigkeitsstudie: Schule bremst Jugend aus

Schule befähigt Jugendliche nicht, sich für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften zu engagieren und alternative Wirtschafts- und Lebensmodelle zu finden. Dies zeigt eine Vorab-Veröffentlichung aus dem zweiten „Nachhaltigkeitsbarometer“, eine repräsentative Studie der Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag von Greenpeace. Zwar haben 71 Prozent der Jugendlichen im Unterricht von Nachhaltigkeit gehört, das Thema nachhaltige Entwicklung wird aber nicht systematisch eingebunden. Schule vermittelt den Schülerinnen und Schülern somit nicht die zugrundeliegenden Ideen einer zukunftsfähigen Welt. „Zu oft hängt es vom Engagement einzelner Personen und Institutionen ab, ob Jugendliche lernen, nachhaltig zu denken und zu handeln. Die Lehrenden und Fachkräfte werden mit den Herausforderungen alleine gelassen“, sagt Thomas Hohn, Bildungs-Experte von Greenpeace. „Es ist daher an der Zeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung im gesamten Bildungssystem zu verankern.“1511 Personen zwischen 15 und 24 Jahren wurden im Sommer 2014 zu den Unterrichtsbedingungen für nachhaltiges Lernen befragt. Untersucht wurde, ob im Unterricht ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Aspekte vernetzt und Zusammenhänge sichtbar gemacht werden. Nur 19 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Unterrichtsfächer miteinander verknüpft werden. Mit anderen Kulturen oder Generationen haben sich nur 15 Prozent ausgetauscht. Insgesamt werden notwendige Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung nicht ausreichend gefördert. „Schule sollte Jugendlichen vermitteln, die komplexen Probleme der globalisierten Welt besser zu durchschauen und daraus Konsequenzen für das eigene Handeln abzuleiten. Nur dann können sie Zukunft nachhaltig gestalten“, so Hohn. „Die Vereinten Nationen fordern das seit Jahren, doch bei uns kommt diese Erkenntnis nicht an.“

Die Ergebnisse des Nachhaltigkeitsbarometers stützen die Forderungen des  „Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung“, das die UNESCO zum Abschluss der UN-Bildungsdekade im Herbst 2014 verabschiedet hat. Es soll eine Trendwende von einzelnen Projekten zu einer Struktur einleiten und die Qualität des Lehrens und Lernens von nachhaltiger Entwicklung fördern. Dafür muss Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gesamten Bildungslandschaft national wie international etabliert werden.

Ein 2014 auf Initiative von Greenpeace entstandenes Bündnis engagiert sich für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms und dessen politische Verankerung in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Das „Bündnis Zukunftsbildung“ ist ein Zusammenschluss von deutschen Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Jugend, Bildung, Umwelt, Entwicklung und Menschenrechte. Es vertritt die Interessen von mehr als 2,5 Millionen Mitgliedern und Förderern. Mehr dazu unter hier.

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À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2015-05-22 08:16
Paris (dpa)

«Libération»: Syrische Armee hat beherrschende Macht verloren

Paris (dpa) - Die französische Tageszeitung «Libération» kommentiert am Freitag die Einnahme der historischen Stadt Palmyra durch die Terrorgruppe Islamischer Staats in Syrien:

«Die Einnahme von Palmyra zeigt, (...) dass die syrische Armee ihre beherrschende Macht verloren hat. Die Hypothese lässt sich nicht ausschließen, dass der Schlächter von Damaskus (Syriens Machthaber Baschar al-Assad) den Machterhalt mit allen Mitteln so weit getrieben hat, seine Truppen von den historischen Stätten zurückzuziehen und die Dschihadisten die Kontrolle übernehmen zu lassen an diesem Schatz der weltweiten Archäologie, um die Welt dazu zu bringen, ihn gegenüber den Angreifern zu unterstützen.»

Fr, 2015-05-22 08:09
Singapur (dpa)

Ölpreise leicht im Minus

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben am Freitag leicht nachgeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 66,35 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 14 Cent auf 60,60 Dollar nach.

Am Donnerstag waren die Ölpreise deutlich gestiegen. Der gesunkene Dollarkurs hatte sie laut Händlern beflügelt. Ein schwächerer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Leichte Unterstützung erhielten die Ölpreise zudem von den zuletzt in den USA gesunkenen Rohöl-Lagerbeständen. Allerdings bleiben die Vorräte im längeren Vergleich sehr gut gefüllt.

Fr, 2015-05-22 07:01
Berlin (dpa)

Ost- und Westschrippe - Berliner Ausstellung gegen Schubladen-Denken Von Jutta Schütz, dpa

Kaufhalle, Supermarkt. Nach dem Ende der DDR fielen auch bei der Sprache die Unterschiede zwischen Ost und West ins Auge. Eine neue Ausstellung in Berlin beleuchtet die Umbrüche nach der Wende.

Berlin (dpa) - Hinter Glas liegt die dicke, glänzende Westschrippe neben der kleineren, blassen aus dem Osten. Ein Fach darunter fällt eine Holzbank mit vier rosa Kinder-Nachttöpfchen nebeneinander in den Blick. Die neue Ausstellung «Alltag Einheit. Porträt einer Übergangsgesellschaft» greife auch Klischees, Stereotype und Schubladen-Denken auf, sagt Kurator Jürgen Danyel. Die Schau ist vom 27. Mai an (bis 3. Januar 2016) im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen.

Im Jahr 25 nach der Einheit würdigt die Ausstellung die historische Leistung der Ostdeutschen - sie hätten nach der Wende nicht nur einen gesellschaftlichen Wandel bewältigt, sondern auch tiefe Einschnitte ihres persönlichen Lebens, bekräftigen die Ausstellungsmacher. Das Museum und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) haben den Rückblick auf die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung zusammen erarbeitet - auf eine Zeit, als die erste Euphorie über die Wiedervereinigung verflogen war.

Dass in DDR-Krippen Jungen und Mädchen gemeinschaftlich auf dem Topf saßen, war 1999 Auslöser einer heftigen Debatte. Der westdeutsche Kriminologe Christian Pfeiffer meinte damals, die «Gruppenerziehung Ost» zu «Ordnung, Disziplin und Sauberkeit» und ein «unglaubliches Training» schon von Kleinkindern habe den Boden für Ausländerhass geliefert. Das hatte einen Sturm der Empörung im Osten ausgelöst. Die Töpfe für die Ausstellung seien extra angefertigt worden, sagt Danyel vom ZZF. Originale seien nicht mehr aufzutreiben gewesen.

Die Ausstellung auf 400 Quadratmetern geht nicht chronologisch vor, sie präsentiert Themeninseln wie Sprache, Medien, Arbeitswelt, Konsum und Geld sowie eine Station mit Biografien und Zeitzeugeninterviews. Ein Kapitel ist auch dem Nationalgefühl gewidmet. Rund 280 Exponate wurden zusammengetragen. Darunter ist das ausgeliehene Bild des Malers Jörg Immendorff «Söhne der Sonne», das an den Einheitstag am 3. Oktober 1990 erinnert.

Präsentiert wird auch ein Karteikarten-Paternoster aus dem früheren Ministerium für Staatssicherheit. Das klobige Stück steht laut Danyel für das «Gaucken» - die massenhaften Überprüfungen auf frühere Stasi-Mitarbeit - so genannt nach dem ersten Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Joachim Gauck, dem heutigen Bundespräsidenten. In einem alten Sparbuch prangt der Stempel von der Umstellung auf die ersehnte D-Mark.

Kuratorin Doris Müller-Toovey vom Deutschen Historischen Museum verweist auf die damalige Aufbruchstimmung in der Kultur. «Da ist in der Nachwende-Zeit viel Freiraum entstanden, gerade Berlin war wie ein Durchlauferhitzer», so die 52-Jährige.

Zu sehen sind etliche berührende Fotos in Schwarz-Weiß. Eine Serie zeigt den Wandel eines Arbeiters, der nach dem Mauerfall noch Trabis repariert. Auf dem letzten Bild kümmert sich der Mann als Pfleger um Alte. Drei Jahre nach dem Ende der DDR habe jeder dritte Ostdeutsche nicht mehr seinen alten Arbeitsplatz gehabt, heißt es im Vorwort zur Ausstellung.

Die Macher betonen, dass der historisch einmalige Wandel auch die Westdeutschen und die alte Bundesrepublik veränderte - wenn auch nicht mit solcher Wucht wie im Osten. Historiker Danyel kann sich gut vorstellen, dass die Ausstellung auch in einer westdeutschen Stadt auf Interesse stößt. Vielleicht finde sich ein Interessent, hieß es.

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Fr, 2015-05-22 06:00
Ruttel-Zetel (dpa)

Arbeiten unterm Rüttelschuh - Windmüller in Niedersachsen Von Berit Böhme, dpa

Sie strahlen Gemütlichkeit aus und kommen erst ab Windstärke vier richtig in Gang. Die letzten gewerblichen Windmühlen Niedersachsens werden meist als Familienbetriebe geführt.

Ruttel-Zetel (dpa) - Peter Egenhoff steht auf der Galerie und blickt prüfend zur Windrose hinauf. Dann greift er zur Kette und löst die Bremse. Langsam nehmen die Flügel seines 150 Jahre alten Holländers Fahrt auf. Der Müllermeister aus Zetel (Kreis Friesland) gehört zu den letzten gewerblichen Windmüllern Niedersachsens. Mit Windkraft mahlt, quetscht und schrotet er Getreide oder treibt das Sägewerk an.

«Wir brauchen drei bis vier Windstärken. Ab Windstärke acht stellen wir ab. Dann spielt der Wind mit der Mühle», sagt der 56-jährige Egenhoff. «Wenn sich die Windstärke verdoppelt, quadriert sich die Kraft der Mühle.» Früher lief alles mit Windkraft. Heute geht es nicht ohne Elektromotor. Der kommt beispielsweise bei den Förderanlagen zum Einsatz - und bei Windflauten. «Ohne Strom zu arbeiten, würde heute in dieser schnelllebigen Zeit nicht funktionieren», meint Eckhard Meyer, Windmüller aus Bardowick (Kreis Lüneburg).

Familie Egenhoff übernahm die Mühle 1932, mittlerweile arbeitet dort die dritte Generation. Mehl und Backschrot gehen im hauseigenen Laden über die Theke und werden im Mühlencafé zu Spezialitäten wie Buchweizentorte verarbeitet.

Weiter westlich, im ostfriesischen Großefehn (Kreis Aurich), steht die Windmühle Spetzerfehn der Familie Steenblock. «Wir decken 80 bis 85 Prozent mit Windkraft ab», sagt Hajo Steenblock. Der Betrieb hat sich auf die Herstellung von Futtermitteln spezialisiert. Sie werden im angegliederten Landhandel verkauft. «Wir verarbeiten im Moment mehr Getreide als vor 20 Jahren. Derzeit sind es 500 bis 600 Tonnen im Jahr.»

Unter den Kunden sind zunehmend private Tierhalter. Sie kaufen Geflügel- und Pferdefutter. Gerade junge Familien schaffen sich wieder Hühner an, so die Beobachtung. Ein Wettbewerbsvorteil ist die nostalgische Herstellungsart nach Steenblocks Meinung nicht. «Die Kundschaft findet das Windmüllern zwar nicht schlecht, aber Preis und Qualität müssen stimmen.» Außerdem gucken die Behörden bei den Windmüllern ganz genau hin. «Je mehr ich mahle, umso mehr Auflagen muss ich erfüllen, wegen der alten Technik, zwecks Risikovermeidung. Da habe ich viel Papierkram», seufzt Egenhoff.

«So eine Mühle hat ja noch was Menschliches, strahlt Wärme aus», schwärmt Eckhard Meyer, der die Familienmühle in Bardowick im Landkreis Lüneburg 1996 übernahm. «Die Leute sind begeistert, weil es nach Mehl riecht, und weil es rattert und klappert.» Er blickt optimistisch in die Zukunft. «Der Trend zur Regionalität kommt uns zugute», meint der Chef von über 20 Mitarbeitern.

Der Müllermeister ermuntert die «Freiwilligen Müller», öfter mal zu mahlen. «Dann würde man auch als Museumsmüller mehr Wertschätzung bekommen», ist seine Überzeugung. Freiwillige Müller kümmern sich nach Absolvierung eines 160 Stunden umfassenden Theorie- und Praxiskurses ehrenamtlich um historische Wind- und Wassermühlen. Damit sie nicht verrotten, müssen die Industriedenkmäler «gehen».

«Im Müllerberuf wird das Arbeiten mit Wind und Wasser nicht mehr gelehrt», bedauert Eckhard Meyer. «Unsere Mühle ist über 200 Jahre alt, man muss eins werden mit der alten Dame.» Die Müller vertrauen auch auf ihr Gehör. «Wenn sich der Klang verändert, stimmt etwas nicht. Man muss immer ein Ohr am Rüttelschuh haben», sagt Egenhoff. Der Rüttelschuh ist eine pendelnde Holzlade, die das Getreide zum Mahlstein leitet. An ihrem klappernden Rhythmus erkennt Egenhoff, wie schnell seine Mühle läuft und ob er den Mahldruck durch Zusammen- oder Auseinanderfahren der Mühlsteine verändern muss. «Das ist unsere Musik.»

Fr, 2015-05-22 06:00
Hamburg (dpa)

Benzinpreis vor Pfingsten stabil - Billigphase war nur kurz Von Eckart Gienke, dpa

Nach ihrem Tiefstand im Januar sind die Benzin- und Dieselpreise langsam aber stetig wieder gestiegen. Seit einigen Wochen präsentiert sich der Markt relativ stabil.

Hamburg (dpa) - Vor den Pfingsttagen sieht der ADAC keinen Grund, dass die Preise für Benzin und Diesel einen Sprung nach oben machen könnten. «Wir empfehlen generell, den Tank frühzeitig zu füllen, wenn man über Pfingsten verreisen will», sagte ADAC-Sprecher Andreas Hoelzel. Der Streik der Lokführer bei der Bahn, der über Pfingsten zusätzlichen Verkehr auf die Straße hätte bringen können, wurde abgebrochen.

Die Autofahrer in Deutschland haben sich an das hektische Auf und Ab an den Tankstellen gewöhnt. Die Preise für Benzin und Diesel schwanken an ein und derselben Station um bis zu 20 Cent je Liter, je nach Tageszeit. «Die Preissprünge sind gewaltig, aber sie sind auch berechenbar», sagte Hoelzel. Ungefähr die Hälfte der deutschen Autofahrer reagiert sensibel auf die Preise, schaut auf eine der zahlreichen Preis-Apps mit den Daten der Markttransparenzstelle und fährt dementsprechend in den frühen Abendstunden zur Tanke. Dann ist Sprit am billigsten. Der anderen Hälfte der Autofahrer ist der Preis egal; sie fährt immer zu ihrer Stammtankstelle.

Die Autofahrer können billiger tanken als vor einem Jahr. Verglichen mit dem Preisniveau vom Jahresbeginn ist Benzin aber wieder deutlich teurer geworden. Im Tiefpreismonat Januar war Super E10 zeitweise für weniger als 1,25 Euro je Liter zu haben. In den vergangenen drei bis vier Wochen lag der Preis dagegen bei 1,45 Euro. Ähnlich sieht es bei Diesel aus, das im Januar auf einen Durchschnittspreis von 1,10 Euro je Liter zurückgefallen war und nun wieder 1,24 Euro kostet.

Der Rohölpreis ist hauptsächlich verantwortlich, dass die Autofahrer für den Sprit wieder tiefer in die Tasche greifen müssen. Gegenwärtig sind für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent ungefähr 65 Dollar zu bezahlen. Der Ölpreis ist ungefähr dort, wo er auch vor sechs Jahren 2009 war, nach seinem Absturz aus absoluter Rekordhöhe. Von seinem Tiefstand im Januar bei 46 Euro hat sich der Brent-Preis also wieder kräftig erholt.

Dazu schadet der Kursverfall des Euro gegenüber dem Dollar den Autofahrern in Deutschland. Trotz der Erholungstendenzen in den vergangenen Wochen ist der Euro immer noch fast 19 Prozent billiger als vor einem Jahr. Es gehört zu den Tücken der Mathematik, dass der Dollar damit umgekehrt 23 Prozent teurer geworden ist. Anders gesagt: Die europäischen Einkäufer auf den internationalen Ölmärkten müssen 23 Prozent mehr ausgeben. Das kommt in Form höherer Preise auch bei den Autofahrern an. Mit dem Rohölpreis und dem Eurokurs ist ein Großteil des Preisanstiegs von rund 20 Cent je Liter bei Super E10 seit Mitte Januar zu erklären; dazu kommen noch Steuern.

Spannend ist die Frage, wie es in den nächsten Wochen weitergeht mit dem Ölpreis. Seit dem vergangenen Sommer, als der Preisrutsch begann, hat sich im Grundsatz nicht viel verändert: Einem großen Angebot steht ein eher verhaltenes Wachstum der Nachfrage entgegen. Die US-Öllager sind immer noch üppig gefüllt und die Förderung in den USA läuft weiter auf Hochtouren, wenn auch mit weniger Bohrtürmen. Auch die Opec hat ihre Produktion nicht eingeschränkt; insgesamt stieg die weltweite Ölförderung im vergangenen Jahr um vier Prozent. Das sollte nicht viel Luft lassen für Preissteigerungen. Der Blick richtet sich nun schon auf die nächste Opec-Konferenz am 5. Juni in Wien.

Fr, 2015-05-22 05:00
Zetel (dpa)

Windmühlen öffnen am Pfingstmontag zum «Deutschen Mühlentag»

Zetel (dpa) - Zum «Deutschen Mühlentag» öffnen am Pfingstmontag (25. Mai) in Niedersachsen und Bremen rund 250 Wind- und Wassermühlen ihre Pforten. Unter den Teilnehmern ist auch Peter Egenhoff aus Zetel im Kreis Friesland. Der Müllermeister betreibt eine der letzten gewerblichen Windmühlen im Nordwesten. Die Flügel seines 150 Jahre alten Galerieholländers drehen sich fast täglich. Mit Windkraft wird dort Getreide geschrotet, gequetscht oder gemahlen. «Wir brauchen drei bis vier Windstärken. Ab Windstärke acht stellen wir ab. Dann spielt der Wind mit der Mühle», sagt Egenhoff. Trotz aller Tradition - ohne Elektromotor geht es nicht. Der wird beispielsweise bei Windflauten oder zum Betrieb der Fördermaschinen angeworfen.

Fr, 2015-05-22 05:00
Essen (dpa)

Adveniat-Chef: Mit Seligsprechung Romeros kann Versöhnung weitergehen Interview: Andrea Löbbecke, dpa

Die Seligsprechung von Erzbischof Romero könnte die Versöhnung in El Salvador voranbringen. Das hofft der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Bernd Klaschka kannte Óscar Romero persönlich und wird zu der Feier reisen.

Essen (dpa) - Zwischen dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und El Salvador besteht eine lange Verbindung. Seit mehr als 50 Jahren unterstützen die deutschen katholischen Bischöfe das Land. Zur Seligsprechung des vor 35 Jahren ermordeten Erzbischofs Óscar Romero am 23. Mai wird auch Adveniat-Hauptgeschäftsführer Prälat Bernd Klaschka nach San Salvador reisen. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zeigt er sich überzeugt, dass Romero auch heute noch vielen Menschen die Kraft gibt, sich gegen Menschenrechtsverletzungen und Ungerechtigkeit einzusetzen.

Frage: Der Seligsprechungsprozess für Romero begann bereits 1997, aber geriet immer wieder ins Stocken. Jetzt ging alles auf einmal ganz schnell. Musste mit Papst Franziskus erst ein Lateinamerikaner den Heiligen Stuhl besteigen, um Romero seligzusprechen?

Antwort: Als Kardinal Bergoglio zum Papst gewählt wurde, den Namen Franziskus annahm und als erster Lateinamerikaner Bischof von Rom und Papst geworden ist, haben sich auch Sichtweisen in Rom verändert. Die lateinamerikanische Sicht und die lateinamerikanische Erfahrung in Bezug auf Kirche und Gesellschaft kommen stärker zum Tragen. Papst Franziskus hat diese Sicht in Rom eingebracht und damit auch Türen geöffnet für das Verständnis des Wirkens von Erzbischof Oscar Romero. Dadurch ist der Seligsprechungsprozess sehr beschleunigt worden.

Frage: Was bedeutet die Seligsprechung von Romero für das politisch noch immer tief gespaltene El Salvador und den Versöhnungsprozess zwischen Linken und Rechten?

Antwort: Die Seligsprechung ist eine Anerkennung des großen Leides der Salvadoreños, aber auch ihres beständigen Kampfes für Gerechtigkeit und Frieden. Sie bedeutet, dass die Menschen in El Salvador eine Person haben, auf die sie schauen können und die ihnen Vorbild ist. So können die verschiedenen Gruppierungen innerhalb des Landes miteinander ins Gespräch kommen und der Prozess der Versöhnung, der zurzeit - trotz aller Gewalt, trotz aller Gegensätze - in El Salvador stattfindet, kann weitergehen. Einige politischen Eliten haben auch heute noch ihre Vorbehalte gegen die Seligsprechung. Aber dadurch, dass die Kirche, die eine sehr hohe moralische Autorität im Lande besitzt, Romero selig spricht, werden Türen geöffnet und eine neue Mentalität geschaffen. Ich glaube, so können sich die Menschen in El Salvador um Romero versammeln. Ob links oder rechts, die Salvadoreños haben einen Gemeinsamen, der aus ihrer Mitte ist: der selige Oscar Romero. Romero gibt auch heute noch vielen Menschen die Kraft, sich gegen Menschenrechtsverletzungen und Ungerechtigkeit einzusetzen.

Frage: Romero war ein politischer Bischof, der sich als Anwalt der sozial Benachteiligten verstand. Während die katholische Kirche in anderen lateinamerikanischen Ländern häufig mit den Militär-Juntas kollaborierte, kritisierte sie in El Salvador das Regime offen. Wie beurteilen Sie die Rolle der Kirche im politischen Diskurs in Lateinamerika heute?

Antwort: Die Kirche ist in Lateinamerika die Instanz mit der höchsten Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft. Deshalb findet sie auch in der Politik Gehör und setzt sich insbesondere für die Einhaltung der Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und die Friedensarbeit ein. (...) Der politische Diskurs der Kirche in Lateinamerika richtet sich natürlich nach der jeweiligen Situation des Landes. Diese ist in Kolumbien anders als in Brasilien, Peru, Guatemala oder Venezuela. In Venezuela tritt die Kirche zum Beispiel ganz entschieden für die Einhaltung der Menschenrechte ein, insbesondere für die Meinungsfreiheit und die politische Vielfalt, weil dort die Gefahr besteht, dass ein Regime sich festsetzt, das diese Rechte bereits beeinträchtigt hat. In Kolumbien spielt die Kirche eine Schlüsselrolle im Versöhnungsprozess zwischen Guerilla, Paramilitärs und Regierung und ist immer wieder vermittelnd tätig.

ZUR PERSON: Bernd Klaschka ist seit 2004 Geschäftsführer der Adveniat-Geschäftsstelle. 2005 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum päpstlichen Ehrenprälaten. Der 68-Jährige wurde in Rheinberg geboren und 1973 im Bistum Münster zum Priester geweiht. Er arbeitete viele Jahre in Mexiko und baute unter anderem die Verwaltung der von Armut geprägten Pfarrei Orizabita im Bistum Tula auf.

Fr, 2015-05-22 05:45
Kiew (dpa)

Präsident zwischen Krieg und Frieden - Ein Jahr nach Poroschenko-Wahl Von Andreas Stein und Wolfgang Jung, dpa

Der vom Westen unterstützte «Schoko-Zar» Poroschenko gewann Ende Mai 2014 die Präsidentenwahl in der Ukraine. Von den Reformversprechen ist wegen des Kriegs gegen prorussische Separatisten wenig geblieben. Schafft der Staatschef die Wende in dem krisengeschüttelten Land?

Kiew (dpa) - Inmitten blutiger Kämpfe war es ein ersehntes Signal der Hoffnung in der Ukraine. Bereits in der ersten Runde gewann der Süßwaren-Unternehmer Petro Poroschenko vor einem Jahr (25. Mai 2014) die Präsidentenwahl in dem krisengeschüttelten Land. Der Westen unterstützte den neuen Mann von Beginn - demonstrativ reiste etwa Bundespräsident Joachim Gauck zur Vereidigung nach Kiew. Und auch die Wähler bauten nach dem klaren Sieg des proeuropäischen Politikers auf einen Impuls für baldigen Frieden. Zwölf Monate später scheint viel von der Euphorie verflogen. Der Krieg gegen prorussische Separatisten zehrt Europas zweitgrößten Flächenstaat weiter aus.

«Ich bin der Präsident des Friedens - nicht des Krieges», betont Poroschenko immer wieder. Er stehe für «europäische Werte» wie etwa Pressefreiheit. Doch seine Gegner werfen dem 49-Jährigen vor, dünnhäutig geworden zu sein für Kritik. So reagiere der oft in militärischem Tarnfleck auftretende Staatschef barsch, wenn er an seine Wahlversprechen erinnert werde. Weder können die Ukrainer - wie Poroschenko angekündigt hatte - visafrei in die EU reisen. Noch ist im Unruhegebiet Ostukraine Frieden in Sicht. Länger als ein Jahr dauert die «Anti-Terror-Operation» gegen Aufständische - und nicht, wie er beim Wahlsieg in Aussicht stellte, «noch ein paar Stunden».

Allerdings hielt Poroschenko sein Versprechen von vorgezogenen Parlamentswahlen im vergangenen Oktober. Die prowestlichen Kräfte siegten klar. Doch es war ein Votum in einem geteilten Land: Die Separatistengebiete Donezk und Luhansk boykottierten die Abstimmung ebenso wie die von Russland einverleibte Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

Poroschenkos härteste Kritiker werfen ihm vor, es fehle weiter an vorzeigbaren Reformen. Die neue prowestliche Koalition aus fünf Parteien ächzt unter internen Querelen, mehrere Hoffnungsträger warfen das Handtuch. Zudem warnen Finanzexperten vor einem Staatsbankrott. Das Wirtschaftswachstum sank im ersten Quartal um fast 18 Prozent, der Wert der Landeswährung Griwna halbierte sich. Nachdem der russische Markt nahezu weggebrochen ist, fehlt es an Erlösen aus der Schwerindustrie im Osten. In weite Ferne gerückt sind die für 2020 angestrebten Voraussetzungen für einen EU-Beitritt.

Poroschenko betont immer wieder, dass «auch Rom nicht an einem Tag erbaut» worden sei. Ein Jahr Amtszeit sei zu wenig, um eine seriöse Bilanz zu ziehen. Doch manch früherer Unterstützer hat sich von dem 49-Jährigen abgewandt. Sie werfen dem Präsidenten vor, dass die «europäischen Werte» im politischen Alltag Lippenbekenntnisse seien.

So beklagen regierungskritische Medien wie die Zeitung Westi, der Nachrichtensender 112 oder das Internetportal Timer in Odessa erheblichen Druck vonseiten der Behörden. Zudem nähren das Abgeordnetenmandat für Poroschenkos ältesten Sohn Alexej sowie die Vergabe von einflussreichen Posten an loyale Geschäftspartner den Verdacht von Vetternwirtschaft. Poroschenko weist dies mit Nachdruck zurück. «Alles ist transparent», betont das Staatsoberhaupt.

Besonderer Druck kommt aus Russland. Mehrfach hat Moskau Aufklärung gefordert, wie Dutzende Menschen bei den Massenprotesten auf dem Maidan (Unabhängigkeitsplatz) in Kiew Anfang 2014 ums Leben gekommen sind. Auch ein Massaker in Odessa ist weiter ungeklärt. Poroschenko war damals noch nicht im Amt - und er unterstreicht immer wieder: Für den Konflikt im Osten wünscht er sich eine politische Lösung.

Kopfschütteln auch im Westen löst der Präsident mit dem Festhalten an seinem Süßwarenimperium aus. Alles bis auf den Nachrichtensender Fünfter Kanal werde er verkaufen, versprach Poroschenko nach seinem Wahlsieg. Heute wird der «Schoko-Zar» nur ungern darauf angesprochen. Er habe die Firmenleitung abgegeben und ein Investmentunternehmen mit der Suche nach einem Käufer beauftragt, wiederholt er schmallippig.

Für Russland gilt Poroschenko trotz eines zerrütteten bilateralen Verhältnisses als Ansprechpartner in dem Konflikt im Donbass. Und ungeachtet einer wohl eher mageren innenpolitischen Bilanz: Umfragen zeigen, dass Millionen Ukrainer ihn als Symbol für eine Chance auf Stabilität sehen. Zum Härtetest dürfte die Kommunalwahl im Herbst werden, zu der auch Poroschenkos Partei antritt. Die Abstimmung wird damit auch zum Teil ein Votum über den Kurs des Präsidenten.

Fr, 2015-05-22 04:00
Washington (dpa)

IS-Erfolge in Nahost: USA rechnen mit jahrelangen Kampf Von Peer Meinert, dpa

Noch kürzlich prahlten US-Militärs mit Erfolgen gegen die Terrormiliz IS. Nach dem Fall von Ramadi und Palmyra sieht das plötzlich ganz anders aus. Obama spielt die Niederlage zwar herunter - doch er rechnet mit einem jahrelangen Kampf.

Washington (dpa) - Josh Earnest, der Sprecher im Weißen Haus, geriet unter schweren verbalen Beschuss. Nach den Erfolgen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak bombardierten die Journalisten ihn mit Fragen, auf die er nur schwer eine Antwort finden konnte. Doch eines machte er unmissverständlich klar: «Dies wird eine Herausforderung, die der nächste Präsident bewältigen muss». Mindestens drei Jahre werde der Krieg gegen die Dschihadisten noch dauern - und das sei nur die erste Phase des Kampfes.

Während sein Sprecher Tacheles redet, versucht sich der «Commander in Chief» im Schönreden: Im «Atlantic Magazine» spricht Barack Obama lediglich von einem «taktischen Rückschlag». Trotzig hält er am Prinzip Hoffnung fest: «Nein, ich glaube nicht, dass wir verlieren.» Wörtlich: «Wir befinden uns seit acht Monaten in einem Kampf, von dem wir immer gesagt haben, dass es sich um eine mehrjährige Kampagne handeln wird.»

Das Pentagon ist durch den Fall der irakischen Stadt Ramadi und der antiken Ruinenstadt Palmyra in Syrien alarmiert. Man werde 2000 weitere Panzerabwehrraketen liefern, erklärte eine Pentagonsprecherin am Donnerstag. Die Waffen könnten schon in kommende Woche eintreffen. Außerdem seien bereits mehr als 20 Millionen Schuss für kleine Waffen und 12 000 Mörsergranaten an die irakische Armee unterwegs.

Dabei sah es noch vor Wochen so aus, als befände sich die sunnitische Terrormiliz eher in der Defensive. Im Januar meldeten Kurden nach erbitterten Kämpfen die Befreiung von Kobane nahe der türkischen Grenze. Im März nahmen irakische Regierungstruppen nach mehreren gescheiterten Anläufen Tikrit ein, die Heimatstadt des früheren sunnitischen Diktators Saddam Hussein. Fast täglichen meldeten US-Militärs Erfolge ihrer Luftschläge gegen die IS - der Einsatz amerikanischer Bodentruppen ist dagegen für Obama tabu.

«Degrade and Destroy» - Schwächen und Zerstören - nennen US-Militärs die Langzeitstrategie gegen die anstürmenden islamischen Milizen. Ausdrücklich verwies Obama-Sprecher Earnest auf Äußerungen seines Chefs, dass allein die erste Phase 36 Monate dauern dürfe. 

Doch Kritik am zögerlichen Vorgehen Obamas wird immer lauter. «Ganz egal, wie sehr Pentagon und Weißes Haus das herunterspielen, der Fall von Ramadi zeigt, dass die Strategie von Präsident Obama versagt», kommentiert das «Wall Street Journal». Der Plan, irakische Regierungstruppen zu stärken und Stammeskämpfer gegen die IS einzusetzen, klinge zwar gut - habe aber nicht funktioniert.

Das Blatt schlägt den Einsatz von 10 000 US-Truppen vor. Kombiniert mit einem massiven Luftkrieg, dem Einsatz von irakischer Regierungstruppen sowie und kurdischer Verbände könnte der Kampf erfolgreich sein. «Aber mit jedem Monat wird diese Aufgabe schwieriger und die Kosten werden höher.»  

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Fr, 2015-05-22 04:34
Damaskus (dpa)

Terrormiliz IS in Syrien weiter auf dem Vormarsch

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die historische Oasenstadt Palmyra in Zentralsyrien vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Schon werden die ersten Bewohner hingerichtet. Zugleich erobert der IS den letzten noch offenen Grenzübergang zum Irak.

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat ist in Syrien weiter auf dem Vormarsch. Nach der Eroberung der historischen Wüstenstadt Palmyra in Zentralsyrien nahmen die Dschihadisten am Donnerstag den letzten noch von Regierungstruppen kontrollierten Grenzübergang zum Irak ein. Nach ersten Exekutionen von Regimeanhängern in Palmyra wächst die Sorge um das Unesco-Welterbe. Eine Zerstörung der archäologischen Stätten Palmyras wäre nach Einschätzung von Unesco-Chefin Irina Bokowa ein «enormer Verlust für die Menschheit».

«Syrien hat seinen letzten Übergang nach Irak verloren, nachdem sich Regierungstruppen aus dem Gebiet zurückgezogen hatten», sagte Rami Abdel Rahman, Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mit der Einnahme des Übergangs Al Walid Tanef haben die Dschihadisten einen Großteil der Grenzlinie zwischen Syrien und dem Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Ein Teil der Grenze im Nordosten wird von kurdischen Einheiten kontrolliert. Die Extremisten kontrollieren nach den Geländegewinnen in Zentralsyrien jetzt mehr als 50 Prozent der Landesfläche.

Nach ersten Berichten aus der eroberten Oasenstadt richteten die IS-Milizen am Donnerstag mindestens 17 Menschen hin. Die Opfer waren Soldaten und Unterstützer des Regimes in Bagdad, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrecht am Abend mit. Sie seien enthauptet worden. Damit sei die Zahl der Hinrichtungen in der Region seit Beginn der IS-Offensive vor wenigen Tagen auf insgesamt 66 gestiegen.

Die IS-Terrormiliz hatte Palmyra am Mittwochabend vollständig unter ihre Kontrolle gebracht und auch die archäologischen Stätten im Südwesten der Stadt eingenommen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrecht bestätigte. Auch der IS meldete über seinen Radiosender Al-Bajan die Einnahme der Stadt. Die einzigartigen Ruinen Palmyras aus den ersten Jahrhunderten nach Christus gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Die einstige Handelsmetropole gilt als einer der bedeutendsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten.

Im Nordirak hatten IS-Anhänger im Frühjahr bereits einmalige Kulturstätten zerstört, darunter die Ruinen der Jahrtausende alte Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive. Die altorientalischen Überreste stellen nach der radikalen Islam-Interpretation der Dschihadisten Kultstätten «Ungläubiger» dar. Nach dieser Lesart sind auch Bilder und figürliche Darstellungen von Menschen verboten.

Aktivisten aus der Stadt erklärten, bislang habe es keine Zerstörungen gegeben. Der Leiter der syrischen Museums- und Altertumsbehörde, Mamun Abdul-Karim, sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, Hunderte Statuen seien vor dem IS-Einmarsch an einen sicheren Ort gebracht worden.

Fr, 2015-05-22 04:35
(dpa)

Mindestens 18 Farc-Rebellen bei Luftangriff in Kolumbien getötet

Bogotá (dpa) - Mindestens 18 Farc-Rebellen sind in Kolumbien bei einem Luftangriff der Regierung umgekommen. Weitere zwei Guerilla-Kämpfer seien am Donnerstag bei dem Bombardement in der Umgebung von Guapi im südwestlichen Departement Cauca verletzt worden, wie die Zeitung «El Tiempo» berichtete. Es handelte sich um das erste größere Bombardement, seit Staatschef Juan Manuel Santos am 15. April die Wiederaufnahme der Luftangriffe gegen die linksgerichteten Farc-Rebellen angeordnet hatte.

Die Regierung hatte im März die Bombardements eingestellt, solange die Rebellen ihre einseitig ausgerufene Waffenruhe einhielten. Ein nächtlicher Angriff der Farc auf Heerestruppen, bei dem elf Soldaten getötet wurden, war der Anlass zur Wiederaufnahme der Luftangriffe. Beide Seiten führen seit Ende 2012 Friedensgespräche in Havanna, ohne jedoch einen Waffenstillstand vereinbart zu haben.

Fr, 2015-05-22 03:09
(dpa)

Beisetzung von Flut-Opfern in Kolumbien - 85 Tote und 50 Vermisste

Bogotá (dpa) - Die ersten 33 der bislang 85 Todesopfer der Flutkatastrophe in Kolumbien sind nach lokalen Medienangaben bestattet worden. Die Beisetzung fand am Donnerstag in der Stadt Salgar statt. Die nahe Ortschaft La Margarita im nordwestlichen Departement Antioquia war am Montag größtenteils zerstört worden, als der Liboriana-Fluss nach starken Regenfällen über die Ufer trat. Der Fluss verläuft in einer engen Schlucht. Es wurden weiterhin etwa 50 Menschen vermisst.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
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Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
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Erschienen in Ausgabe 2.14

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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