Aktuell

widerstand / 04.Mai 2016

Vier Festnahmen im Mordfall Berta Cáceres

Die Ermordung der honduranischen Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres erschütterte die Weltöffentlichkeit. Nun hat die Regierung vier Verdächtige festgenommen. Cáceres protestierte zuletzt gegen ein Staudammprojekt, an dessen Bau die deutschen Firmen Siemens und Voith beteiligt sind.

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Mi, 2016-05-04 20:02
Berlin/Stuttgart (dpa)

Waffenruhe für Aleppo nach schweren Kämpfen

Eine von vielen Seiten geforderte Waffenruhe für die syrische Stadt Aleppo ist nur auf diplomatischen Umwegen über Moskau und Washington möglich. Vielleicht kann dadurch der Friedensprozess wieder auf Spur gebracht werden.

Washington/Aleppo/Berlin/Stuttgart (dpa) - Nach einem massiven Aufflammen der Kämpfe in der syrischen Stadt Aleppo haben Moskau und Washington für die nordsyrische Stadt eine Waffenruhe vermittelt. Wie das US-Außenministerium mitteilte, werde nach einer entsprechenden Vereinbarung mit Russland die in anderen Teilen Syriens geltende Waffenruhe auf das umkämpfte Aleppo ausgeweitet. Die Feuerpause solle um Mitternacht in Kraft treten. Aleppo ist der umkämpfteste Schauplatz in dem Bürgerkrieg.

«Wir setzen auf Russland als Ko-Vorsitzenden der internationalen Syrien-Unterstützergruppe, seinen Einfluss auf das Assad-Regime geltend zu machen. Die USA werden das ihre tun», heißt es in einem Statement des US-Außenministeriums. Die russische Führung äußerte sich vorerst nicht zu der Einigung.

Zuvor hatten sich in Berlin Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche bemüht und gleichzeitig eine Waffenruhe in Aleppo gefordert. «Wenn es für Aleppo unverzüglich in den nächsten Stunden keine Feuerpause gibt, bricht alles zusammen», sagte Steinmeier. Ohne Feuerpause werde es auch «keine Rückkehr nach Genf» zu den Friedensverhandlungen zwischen Regime und Opposition geben.

Der Führer der gemäßigten syrischen Opposition, Riad Hidschab, sah in Berlin jedoch keine großen Chancen für baldige neue Friedensverhandlungen in Genf. Die Gespräche seien «in einer Sackgasse angekommen», sagte Hidschab bei dem Syrien-Treffen. Als Grundbedingung für eine Friedenslösung nannte er den Rücktritt von Assad. Eine Regierung der nationalen Einheit lehnte er strikt ab.

Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt in den vergangenen Wochen hatte die syrische Opposition die Friedensgespräche in Genf verlassen. Insgesamt sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren nach UN-Angaben rund 400 000 Menschen ums Leben gekommen.

In Berlin soll auch ein neues Treffen der internationalen Syrien-Kontaktgruppe vorbereitet werden, die sich zuletzt im Februar in München getroffen hatte. Dazu findet am kommenden Montag in Paris ein weiteres Vorbereitungstreffen mit zehn Staaten statt, wie Ayrault mitteilte. Dabei werde Ayrault mit seinen Kollegen aus Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Emiraten und der Türkei über die Lage in Syrien beraten, kündigte Regierungssprecher Stéphane Le Foll an.

Nach Berichten von Menschenrechtsbeobachtern gab es in Aleppo bei den jüngsten Kämpfen auf beiden Seiten viele Opfer. Jets und Hubschrauber flogen demnach Angriffe auf Regimegegner. Rebellen hätten Dutzende Geschosse auf die Viertel unter Kontrolle des Regimes abgefeuert. Laut den Menschenrechtsbeobachtern starben in den vergangenen Tagen rund 280 Zivilisten in der Stadt.

Zu Kämpfen zwischen Regime und Opposition kam es am Mittwoch auch östlich der Hauptstadt Damaskus, wie die Menschenrechtsbeobachter weiter erklärten. Flugzeuge hätten mehr als 20 Angriffe geflogen.

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte, Moskau habe zusammen mit den USA am Dienstag (3. Mai) eine Waffenruhe für Aleppo ausrufen wollen. Andauernde Angriffe auf syrische Regierungstruppen hätten dies verhindert, sagte der Offizier. Er wies Berichte über den Bau einer zweiten russischen Luftwaffenbasis in Syrien zurück. Vom derzeitigen Stützpunkt Hamaimim könne Russlands Luftwaffe alle Ziele in Syrien erreichen.

Bei einem Treffen von elf Verteidigungsministern des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat drängten die USA ihre Partner zu einem stärkeren Kampf gegen den IS. «Die Koalition muss und kann mehr tun», sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch nach einem Treffen in Stuttgart. Er brachte auch einen Einsatz der Nato ins Spiel, die sich bisher heraushält.

Deutschland will sich weiter nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligen, aber die Ausbildung von Kämpfern, Waffenlieferungen und Aufklärungsflügen verstärkt fortsetzen. «Keiner kann alles machen», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Zur Anti-IS-Koalition gehören über 60 Staaten, die unterschiedliche Beiträge leisten. Das Bündnis hat nach eigenen Angaben fast 12 000 Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak geflogen.

Mi, 2016-05-04 19:49
Washington (dpa)

USA: Waffenruhe in Syrien wird auf Aleppo aufgeweitet

Washington (dpa) - Im syrischen Bürgerkrieg wird nach Angaben der USA eine Waffenruhe auf das umkämpfte Aleppo ausgeweitet. Das Außenministerium erklärte am Mittwoch in Washington, es gebe eine entsprechende Vereinbarung mit Russland. Die Waffenruhe solle um Mitternacht in Kraft treten.

Aleppo ist der umkämpfteste Schauplatz in dem Bürgerkrieg. Trotz einer eigentlich seit Ende Februar geltenden Waffenruhe war die Gewalt bereits zuvor eskaliert. Laut den Menschenrechtsbeobachtern starben in den vergangenen Tagen rund 280 Zivilisten in der Stadt.

«Wir setzen auf Russland als Ko-Vorsitzenden der internationalen Syrien-Unterstützergruppe, seinen Einfluss auf das Assad-Regime geltend zu machen. Die USA werden das ihre tun», heißt es in einem Statement des US-Außenministeriums. Die russische Führung äußerte sich vorerst nicht zu der Einigung.

Mi, 2016-05-04 19:39
Washington (dpa)

USA: Waffenruhe in Syrien wird auf Aleppo ausgeweitet

Washington (dpa) - Im syrischen Bürgerkrieg wird nach Angaben der USA eine Waffenruhe auf das umkämpfte Aleppo ausgeweitet. Das Außenministerium erklärte am Mittwoch in Washington, es gebe eine entsprechende Vereinbarung mit Russland.

Mi, 2016-05-04 19:09
Moskau (dpa)

Russischer Geheimdienst nimmt Terrorverdächtige fest

Moskau (dpa) - Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben in Moskau eine Gruppe Terrorverdächtiger festgenommen. Diese hätten eine Reihe von Anschlägen in der Hauptstadt während der Maifeiertage geplant, teilte der Geheimdienst nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die Mitglieder der Gruppe stammen demzufolge aus Zentralasien, wo sich nach Moskauer Darstellung viele Usbeken und Tadschiken der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben.

Eine große Menge von Waffen und Sprengstoff sei entdeckt worden, hieß es. Mitglieder der Gruppe hätten zugegeben, im Auftrag einer Terrororganisation in Syrien gehandelt zu haben. Die Anzahl der Verdächtigen war zunächst nicht bekannt.

Mi, 2016-05-04 18:52
Indianapolis (dpa)

Ring frei! - Indiana ebnet den Weg für Duell Clinton gegen Trump Von Michael Donhauser, dpa

Politveteranin gegen Quereinsteiger, Frau gegen Mann - nach dem Rückzug der Republikaner Ted Cruz und John Kasich ist dies das einzig logische Duell um die Nachfolge Barack Obamas im Weißen Haus. Es ist angerichtet - für einen langen und wohl auch schmutzigen Kampf um das Oval Office.

Indianapolis (dpa) - In Indiana beschäftigen sich die Menschen in dieser Zeit des Jahres normalerweise hauptsächlich mit zwei Dingen: dem Wetterbericht, der im Frühjahr häufig Tornados ankündigt, und dem weltberühmten Autorennen, den 500 Meilen von Indianapolis. Doch 2016 ist alles anders: Der Bundesstaat im Mittleren Westen hat am Dienstag politische Geschichte geschrieben.

Ted Cruz hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nach einer vernichtenden Niederlage in Indiana aufgegeben - die «Grand Old Party» wird, sollte nicht noch irgendeine nicht absehbare Sensation geschehen, mit dem Baulöwen Donald Trump an der Spitze in den Wahlkampf um die Nachfolge Barack Obamas ziehen und das Duell mit der Demokratin Hillary Clinton aufnehmen. Trump ist der erste Nicht-Politiker seit Dwight D. Eisenhower, der ins Weiße Haus will.

Der Vorwahlkampf in den USA ist praktisch beendet. Denn: Auch der letzte verbliebene Trump-Gegner bei den Republikanern, John Kasich, sollte am Mittwoch seinen Wahlkampf beenden. Weit, weit abgeschlagen lag er bei den Delegierten noch hinter Cruz und sogar Marco Rubio, der schon vor Wochen ausgestiegen ist. Das war es gewesen bei den Republikanern, Trump ist alleine auf weiter Flur. Kasich kam in Wirklichkeit über Ohio nie hinaus, dort ist er Gouverneur.

Bei den Demokraten hat Hillary Clinton mit Indiana zwar einen weiteren Staat an ihren hartnäckigen Widersacher Bernie Sanders verloren. Ob ihres riesigen Vorsprungs zweifelt jedoch kaum noch jemand ernsthaft an einer Kandidatur der Ex-Außenministerin.

Für Trumps Widersacher Ted Cruz war Indiana die Brandwand. Dort leben viele Bauern, gläubige Christen, Sozialkonservative - der Bundesstaat gehört zu den Regionen, wo einer wie Cruz auf fruchtbaren Boden trifft. «Hier müssen wir gewinnen», rief er wiederholt.

Doch die Brandwand ist eingestürzt. Und mit ihr das ganze Kartenhaus, das Cruz in den vergangenen Monaten aufgebaut hat. Gemeinsam mit einer Anti-Trump-Koalition der Republikaner hatte Cruz Unmengen Geld nach Indiana gepumpt, den Staat, in dem sich Kandidaten sonst kaum blicken lassen. Mit Hilfe von Computertechnik feilte er an Modellen, wie er die Delegierten auf dem Parteitag in einem zweiten Wahlgang auf seine Seite ziehen könnte. Indiana hat all das pulverisiert.

Cruz wollte die Alternative sein, zu der das Partei-Establishment greift, um Trump, den Ungeliebten, zu verhindern. «Das war ein Fehler», sagt Patrick Murray, einer der renommiertesten Meinungsforscher in den USA von der Monmouth University. Cruz sei zuletzt als Etablierter wahrgenommen worden, während die Sympathie für einen Nicht-Etablierten in den Umfragen im Laufe der Vorwahlen sprunghaft angestiegen sei.

Außerdem sprang der Funke nicht über, die grauen Eminenzen der Partei fanden keine Liebe für den Kandidaten Cruz. In einem wohl strategisch geplanten Verbalausfall beschimpfte der frühere Parlamentsvorsitzende John Boehner in der vergangenen Woche Cruz als Hurensohn, der den Teufel im Leib habe. Cruz hat sich als Senator bei den Republikanern in Washington den Ruf als Quertreiber erarbeitet, als jemand, dem keiner trauen kann. Der Hieb aus der Ecke, aus der eigentlich Hilfe kommen sollte - er saß.

Selbst Sprücheklopfer Donald Trump musste sich sehr mühen, um die verbale Breitseite aus Reihen des Establishments zu toppen. Am Wahltag schließlich gelang es ihm. Er zitierte einen Beitrag im Revolverblatt «National Enquirer» der den Vater des Texaners in die Nähe des John-F.-Kennedy-Attentats rückte. «Das hat ihm letztlich das Kreuz gebrochen», heißt es triumphierend aus dem Trump-Lager.

Nach Indiana mussten Cruz und Kasich - auch mit Blick auf die noch ausstehenden Staaten - einsehen: Es hat keinen Sinn mehr. Trumps absolute Mehrheit von 1237 Delegierten ist nicht mehr zu verhindern. In einem Luxushotel in Indianapolis nahm Cruz seine Frau Heidi, seinen Vater und seine beiden kleinen Töchter in den Arm, die Tränen flossen noch auf der Bühne. Wie der Ringrichter einen taumelnden Boxer wollte Cruz nach der erbitterten Schlammschlacht der vergangenen Tage wohl auch seine Familie vor weiterem Schaden schützen.

Nun also Trump. Der 69 Jahre alte Seiteneinsteiger, bisher nie in ein Amt gewählt, sieht sich an der Spitze nicht nur einer Partei, sondern einer «unglaublichen Bewegung», wie er selbst in einer ungewöhnlich sanften Siegesrede sagte. Militär und Wirtschaft stärken, den Blick streng nach innen gerichtet, Amerika soll wieder groß werden. Viel mehr verrät Trump auch auf Nachfrage nicht von seinem Programm.

Seinen Anhängern reicht das, sie versteigen sich in geradezu irrwitzigen Folgerungen. «Er wird mehr Frieden für die Welt bringen», sagt Julie Davies (58) aus Carmel bei Indianapolis. «Wenn wir stärker werden, wird auch der Rest der Welt stärker.»

«Republikanische Wähler lieben es, wenn ihre vorgefertigte Meinung bestätigt wird», sagt die Politikwissenschaftlerin Amanda Friesen von der Universität Indianapolis. Ein Bildungsproblem treffe auf ein Einkommensproblem, sagte sie der dpa.

Im Ausland wird Trumps mutmaßliche Kandidatur als großes Risiko für die friedliche Balance in der Welt gesehen - auch angesichts teils kruder außenpolitischer Thesen unter dem Dachmotiv «America First». «Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an den Realitäten vorbeigeht», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kürzlich mit wenig diplomatischer Zurückhaltung. CDU-Außenexperte Norbert Röttgen sprach von einem potenziellen Risiko.

Trumps Kampf gegen Clinton wird nach übereinstimmender Meinung der Demoskopen deutlich härter als der gegen ein Feld wenig überzeugender Mitbewerber bei den Republikanern. Seine Stärke war bisher auch eine personelle und programmatische Schwäche der konservativen Partei. Die meisten Schwarzen und viele Latinos wählen in den USA aber traditionell demokratisch, wahlberechtigte Frauen sind Trump gegenüber sehr zurückhaltend.

Nach einer Berechnung der «Washington Post» braucht Clinton am 8. November nur jene 19 Staaten zu gewinnen, die die Demokraten in den zurückliegenden sechs Wahlen immer gewonnen haben - plus Florida. Dort führt sie in Umfragen mit 13 Punkten vor Trump. Der hat in diesem Wahlkampf allerdings schon mehrfach die Meinungsforscher eines Besseren belehrt.

Mi, 2016-05-04 18:08
Washington (dpa)

US-Medien: Auch John Kasich beendet seinen Wahlkampf - Trump alleine

Washington (dpa) - John Kasich, letzter verbliebener republikanischer Konkurrent Donald Trumps im US-Vorwahlkampf, beendet nach Angaben mehrerer US-Medien sein Rennen um die Kandidatur für das Weiße Haus. CNN sowie andere Sender und Zeitungen beriefen sich am Mittwoch auf das Wahlkampfteam des Gouverneurs von Ohio.

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Mi, 2016-05-04 18:44
Berlin (dpa)

Deutschland und Frankreich drängen zu Waffenruhe für Aleppo

Berlin (dpa) - Deutschland und Frankreich dringen auf einen sofortigen Waffenstillstand für die nordsyrische Stadt Aleppo und deren Umgebung. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte am Mittwoch nach einem Syrien-Krisentreffen in Berlin: «Wenn es für Aleppo unverzüglich in den nächsten Stunden keine Feuerpause gibt, bricht alles zusammen.» Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, ohne einen Waffenstillstand werde es auch «keine Rückkehr nach Genf» zu den Friedensverhandlungen zwischen Regime und Opposition geben.

Gegen den im Februar in München ausgehandelten Waffenstillstand für Syrien wird inzwischen immer wieder verstoßen. Insbesondere die nordsyrische Stadt Aleppo wird heftig bombardiert. Ayrault macht dafür das Regime von Machthaber Baschar al-Assad verantwortlich. Er forderte den sofortigen Stopp der Bombardierungen: «Unser vorrangiges Ziel ist ein Waffenstillstand in Aleppo. Die Zivilisten sind einmal mehr die Opfer dieser Tragödie.»

Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, schloss sich dem Appell der beiden Minister an. Er sagte: «Aleppo ist jetzt der Test.» Falls es dort keine Feuerpause gebe, wären die Auswirkungen «wirklich katastrophal».

Mi, 2016-05-04 18:52
Washington (dpa)

US-Vorwahlen: Stand der Delegierten und bisher gewonnener Staaten

Washington (dpa) - Die US-Vorwahlen in 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington DC und fünf Außengebieten sollen je einen Präsidentschaftskandidaten der beiden großen Parteien herausfiltern. dpa dokumentiert den Stand der Delegierten, die offiziell auf den Parteitagen über die Kandidaturen entscheiden werden. Dieser Stand kann sich durch Parteiregeln und Optionen im Wahlsystem ändern.

Stand: 4. Mai 2016

DEMOKRATEN:

- Hillary Clinton: 1700 Delegierte

- Bernie Sanders: 1410 Delegierte

Hinweis: Zu diesen Zahlen addieren sich sogenannte Superdelegierte, die für den Demokraten-Parteitag zugelassen sind. Clinton hat derzeit nach einer Umfrage in der NYT 520 Superdelegierte, Sanders 39. Sie können ihre Meinung jederzeit ändern.

Insgesamt auf dem Parteitag (Philadelphia): 4763 Delegierte

Notwendig zur Nominierung: 2383 Delegierte

REPUBLIKANER:

- Donald Trump: 1050 Delegierte (mind.)

- Ted Cruz: 546 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- John Kasich: 153 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Marco Rubio: 171 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Ben Carson: 8 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Jeb Bush: 4 Delegierte (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Carly Fiorina: 1 Delegierter (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Rand Paul: 1 Delegierter (aus dem Rennen ausgestiegen)

- Mike Huckabee: 1 Delegierter (aus dem Rennen ausgestiegen)

Aus dem Rennen ausgestiegene Kandidaten behalten ihre gebundenen Delegierten bis zum Parteitag.

Insgesamt auf dem Parteitag (Cleveland): 2472 Delegierte

Notwendig zur Nominierung: 1237 Delegierte

+++

WER HAT WELCHE WAHL GEWONNEN?

Eine Übersicht über den Stand der bisherig vollständigen Abstimmungen

REPUBLIKANER

DONALD TRUMP: Alabama, Arizona, Arkansas, Connecticut, Delaware, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois, Indiana, Kentucky, Louisiana, Marianen, Maryland, Massachusetts, Michigan, Mississippi, Missouri, Nevada, New Hampshire, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Tennessee, Vermont, Virginia

TED CRUZ (ausgeschieden): Alaska, Colorado, Kansas, Idaho, Iowa, Maine, Oklahoma, Texas, Utah, Wisconsin, Wyoming

JOHN KASICH (ausgeschieden): Ohio

MARCO RUBIO (ausgeschieden): Minnesota, Puerto Rico (US-Außengebiet), Washington DC

DEMOKRATEN

HILLARY CLINTON: Alabama, Arizona, Arkansas, Amerikanisch Samoa (US-Außengebiet), Connecticut, Delaware, Florida, Georgia, Illinois, Iowa, Louisiana, Marianen (US-Außengebiet), Maryland, Massachusetts, Missouri, Mississippi, Nevada, New York, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Samoa (US-Außengebiet), South Carolina, Tennessee, Texas, Virginia

BERNIE SANDERS: Alaska, Colorado, Hawaii, Kansas, Idaho, Indiana, Maine, Michigan, Minnesota, Nebraska, New Hampshire, Oklahoma, Rhode Island, Utah, Vermont, Washington, Wisconsin, Wyoming

Mi, 2016-05-04 18:30
Ascheberg (dpa)

Treckerfahrer schrottet absichtlich zehn Autos - auch Polizeiwagen

Ein Bauer rastet aus und rammt mit seinem Trecker zehn Autos. Erst Schüsse in die riesigen Reifen des Treckers stoppen den Mann.

Ascheberg (dpa) - Ein wütender Bauer hat in Schleswig-Holstein mit seinem Trecker absichtlich zehn Autos angefahren und teilweise zerstört, darunter fünf Polizeiwagen. Einsatzkräfte konnten den 53 Jahre alten Viehzüchter am Mittwoch in Ascheberg erst stoppen, nachdem sie die Reifen seines Traktors zerschossen hatten, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Kiel sagte.

Auf Fotos von NDR 1 Welle Nord ist zu sehen, wie ein Kastenwagen der Polizei auf dem Dach liegt, andere Autos sind zerdellt und aufgerissen. An der Schaufel des roten Treckers hängt eine Stoßstange.

Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord wollten Veterinäre, die von in Polizisten begleitet wurden, den Rindern auf dem Hof des Mannes Ohrmarken verpassen. Der 53 Jahre alte Bauer habe dies offenbar nicht akzeptieren wollen.

Insgesamt habe er fünf Polizeifahrzeuge, zwei Fahrzeuge von Veterinären, zwei Firmenfahrzeuge und einen Privatwagen zerstört. Bei der Festnahme wehrte sich der Bauer nach Angaben der Polizei heftig. Er und ein Polizist erlitten dabei Verletzungen. Beide wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt, sagte Polizeisprecher Oliver Pohl.

Der Einsatz auf dem Bauernhof begann laut Polizei gegen 7.40 Uhr. Die Fahnder seien vom Veterinäramt zur Unterstützung angefordert worden. Knapp viereinhalb Stunden später tauchte der Landwirt mit seinem Traktor auf und begann seine Amokfahrt.

Er sei sofort auf ein Polizeifahrzeug losgefahren und habe es zur Seite geschoben, sagte ein Polizeisprecher. Der Bauer habe auf seinem Frontlader einen Ballen geladen, mit dem er das Fahrzeug eindrückte. In dem Wagen saßen zwei Beamte, die «glücklicherweise unverletzt» blieben. Der Bauer habe später den Silageballen verloren, während er neun weitere Autos zum Teil schwer beschädigte.

Die Staatsanwaltschaft Kiel übernahm die Ermittlungen. Es werde geprüft, ob die Aktion rechtlich als versuchtes Tötungsdelikt gewertet werde. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mi, 2016-05-04 18:50
Indianapolis (dpa)

Trump alleine auf dem Weg zur Kandidatur - Konkurrenten steigen aus

Indiana gewonnen, die letzten Konkurrenten zum Aufgeben gezwungen: Trump ist als Kandidat der US-Republikaner wohl nicht mehr aufzuhalten. Bei den Demokraten liegt Clinton weiter mit Abstand vorn - aber sie strauchelt.

Indianapolis (dpa) - Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird 2016 aller Voraussicht nach Donald Trump heißen. Die letzten verbliebenen Rivalen des umstrittenen New Yorker Milliardärs gaben ihr Rennen auf. Direkt nach Trumps Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat Indiana beendete Ted Cruz seinen Wahlkampf, am Mittwoch folgte nach übereinstimmenden Medienberichten auch John Kasich. Bei den Demokraten unterlag Hillary Clinton gegen Bernie Sanders. Sie liegt aber bei der Zahl der Delegiertenstimmen immer noch weit in Führung.

Der republikanische Parteichef Reince Priebus schrieb auf Twitter, Trump sei der «anzunehmende Kandidat» für die Präsidentenwahl. Er rief seine Partei zur Einheit auf: «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen.»

Kasich hatte bis zuletzt an seiner Bewerbung festgehalten, obwohl er im monatelangen Vorwahlrennen nur einen einzigen Staat geholt hatte, seinen Heimatstaat Ohio. Bei der Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat Indiana landete er mit einer einstelligen Prozentzahl auf dem dritten Platz. Er hatte zuletzt auf eine Kampfabstimmung beim Parteitag in Cleveland gehofft und sich kurzzeitig auch mit Cruz verbündet.

Trump sagte noch in der Nacht zu Mittwoch, er wolle die Partei rasch vereinen. «Das müssen wir auch tun.» An die Adresse von Clinton sagte er: «Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen.»

Für die beispiellose Kandidatensuche der Republikaner galt Indiana als Scheidepunkt. Cruz, Senator von Texas, hätte unbedingt gewinnen müssen, um Trump als Kandidaten noch zu verhindern. Er landete aber mit 37 Prozent 16 Punkte hinter Trump. Überraschend beendete er daraufhin seinen Wahlkampf: «Wir haben alles gegeben, aber die Wähler haben einen anderen Weg gewählt.»

Die Monmouth-Universität analysierte, Cruz habe als Enfant Terrible und Außenseiter der Partei den Wahlkampf begonnen, sich aber schließlich als Konsenskandidat und Insider vermitteln wollen. Diese Umwandlung sei beim Wähler schlecht angekommen.

Trump, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun ohne große Mühe in den verbleibenden Vorwahlen seiner Partei die entscheidende Delegiertenmehrheit sichern. In Indiana holte er nach den vorliegenden Zahlen alle Delegierten und liegt nun bei rund 1050.

Gewählt wird trotzdem weiterhin, noch acht Wahltage stehen aus. Rechnerisch wird Trump die Schwelle von 1237 erst am letzten großen Vorwahltag überschreiten, dem 7. Juni. Dann wird unter anderem in Kalifornien gewählt, dem größten Vorwahlstaat überhaupt.

Die frühere Außenministerin Clinton verlor auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten in Indiana entgegen allen Umfragen mit etwa fünf Prozentpunkten Abstand auf Sanders. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das aber kaum Einfluss, denn die Delegierten in Indiana werden anteilig nach Stimmen vergeben. Sanders konnte insgesamt nur eine Handvoll aufholen.

Die frühere First Lady liegt weiter viele hundert Delegierte vor Sanders. Ihr Abschneiden macht aber einmal mehr deutlich, dass auch viele Anhänger der Demokraten sie nicht als überzeugende Kandidatin sehen. Clinton gilt vielen als zu etablierte Politikerin mit einem Mangel an neuen Ideen. Sanders, der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet, will möglicherweise auf dem Parteitag in Philadelphia eine Kampfabstimmung suchen.

Vor der Wahl in Indiana hatten Trump und Clinton bereits über den Staat hinaus geblickt. Beide stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf um das Weiße Haus ein. Trump begann bereits damit, Clinton persönlich anzugehen. Wäre sie ein Mann, hätte sie keine Chance. Trump wird voraussichtlich auch an die Affären ihres Mannes Bill erinnern.

Trump liegt in Umfragen für die Wahl am 8. November zum Teil zweistellig hinter Clinton. Noch deutlicher wäre in einer CNN-Erhebung der Abstand eines Kandidaten Sanders auf Trump. Clinton wiederum läge demnach in einer direkten Auseinandersetzung hinter Kasich.

Trump, der sich über Monate in einem 17-köpfigen Bewerberfeld der Republikaner durchsetzte, ist auch in der eigenen Partei hoch umstritten. Befürchtet wird dort, dass sein schlechtes Ansehen auch dazu führt, dass die Demokraten am 8. November die Mehrheit im Senat zurückerobern, möglicherweise sogar auch im Repräsentantenhaus.

Trump schneidet in vielen Wählergruppen miserabel ab, etwa bei Frauen, bei Latinos und bei Afroamerikanern. Es ist aber unklar, wie viele Erstwähler Trump mobilisieren kann.

Rein rechnerisch muss Clinton bei der Wahl zunächst die Staaten holen, die die Demokraten bei den letzten sechs Wahlen immer geholt haben. Wenn sie dann noch Florida gewinnt, folgt sie im Januar 2017 als erste US-Präsidentin Barack Obama nach.

Mi, 2016-05-04 18:27
Berlin (dpa)

Deutschland und Frankreich drängen zu Waffenruhe für Aleppo

Berlin (dpa) - Deutschland und Frankreich drängen zu einem sofortigen Waffenstillstand für die nordsyrische Stadt Aleppo und deren Umgebung. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte am Mittwoch nach einem Syrien-Krisentreffen in Berlin: «Wenn es für Aleppo unverzüglich in den nächsten Stunden keine Feuerpause gibt, bricht alles zusammen.» Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, ohne einen Waffenstillstand werde es auch «keine Rückkehr nach Genf» zu den Friedensverhandlungen zwischen Regime und Opposition geben.

Mi, 2016-05-04 18:43
Washington (dpa)

John Kasich: Gouverneur von Ohio, erfahrener Konservativer

Washington (dpa) - Also doch: John Kasich, beliebter Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio, wirft hin. Im einst 17 Köpfe starken Bewerberfeld der Republikaner für die Kandidatur als Präsidentschaftskandidat war er einer der erfahrensten Politiker. Es hat ihm nichts genützt.

Kasich kam jung in den Senat von Ohio, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington. Der 63-jährige gilt als sehr konservativ.

John Richard Kasichs politische Heimat Ohio ist ein wichtiger sogenannter «swing state», wo der Ausgang der Abstimmung nicht von vornherein klar ist. Bevor Donald Trump den Wahlkampf dominierte, wurde Kasich auch wegen dieser Herkunft, die bei der Präsidentschaftswahl im Herbst noch wichtig werden könnte, als Geheimtipp gehandelt.

Jahre lang saß Kasich im Kongress in Washington. Dort machte er sich als Vorsitzender des Haushaltsausschusses einen Namen, etwa als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte.

Im Wahlkampf 2016 versuchte Kasich mehr und mehr, sich als nüchterne und rationale Stimme der Vernunft und als Mann der Mitte zu präsentieren. Seine Strategie war, das Rennen bis zum Ende offenzuhalten und keinem Gegner eine Mehrheit zu ermöglichen, um dann vielleicht bei einer Kampfabstimmung als Kompromisskandidat durchzukommen. Das misslang gründlich.

Kasich weigerte sich, in den Chor derjenigen Republikaner einzustimmen, die die USA im achten Jahr der Präsidentschaft Barack Obamas dem Untergang geweiht sehen. Das hielt ihn zumindest im Rennen, wenn er auch außer seinem Heimatstaat keinen einzigen anderen Staat für sich entscheiden konnte. Zum Schluss war der Druck des schier übermächtigen Trump bei den Republikanern zu stark.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-05-04 18:18
Washington (dpa)

US-Medien: Auch John Kasich beendet seinen Wahlkampf - Trump alleine

Washington (dpa) - John Kasich, letzter verbliebener republikanischer Konkurrent Donald Trumps im US-Vorwahlkampf, beendet nach Angaben mehrerer US-Medien sein Rennen um die Kandidatur für das Weiße Haus. CNN sowie andere Sender und Zeitungen beriefen sich am Mittwoch auf das Wahlkampfteam des Gouverneurs von Ohio.

Kasich hatte bis zuletzt an seiner Bewerbung festgehalten, obwohl er im monatelangen Vorwahlrennen nur einen einzigen Staat geholt hatte, seinen Heimatstaat Ohio. Bei der Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat Indiana landete er mit einer einstelligen Prozentzahl auf dem dritten Platz.

Nach der Wahl in Indiana hatte bereits Ted Cruz, Senator von Texas, seinen Wahlkampf beendet. Der New Yorker Milliardär Trump hat damit bei den Republikanern keinen Konkurrenten mehr, der ihm seine Kandidatur streitig machen könnte.

Formal muss Trump dennoch die Schwelle von 1237 Delegierten überschreiten, um offizieller Kandidat der Republikaner zu werden.

Mi, 2016-05-04 17:24
Berlin (dpa)

Oppositionsführer sieht Syrien-Gespräche in Sackgasse

Berlin (dpa) - Der Führer der gemäßigten syrischen Opposition, Riad Hidschab, sieht keine großen Chancen für baldige neue Friedensverhandlungen in Genf. Die Gespräche seien «in einer Sackgasse angekommen», sagte Hidschab am Mittwoch bei einem Syrien-Treffen in Berlin. Als Grundbedingung für eine Friedenslösung nannte er den Rücktritt von Machthaber Baschar al-Assad. Eine Regierung der nationalen Einheit lehnte er strikt ab.

«Wir sehen überhaupt keine Möglichkeit einer politischen Lösung, solange Assad noch in Syrien präsent ist», sagte Hidschab. «Der Terror und der Extremismus werden kein Ende finden, solange er und seine Bande mit ihren blutverschmierten Händen an der Macht sind.» Zugleich verlangte er von der internationalen Gemeinschaft «neue Initiativen» für die Gespräche in Genf. «Wir brauchen klare Initiativen, eine sehr klare Agenda und einen sehr klaren Zeitplan.»

Trotz Waffenruhe hatte die Gewalt in Syrien zuletzt wieder massiv zugenommen. Aus Protest gegen die Eskalation war ein Großteil der Opposition in der vorvergangenen Woche von den Friedensgesprächen abgereist.

Mi, 2016-05-04 17:35
Harare (dpa)

Simbabwe will wegen Dürre Tiere aus Nationalparks verkaufen

Harare (dpa) - Simbabwe plant den Verkauf von Tieren aus seinen bei Safari-Touristen beliebten Nationalparks. Grund dafür ist eine anhaltende Dürre. Wegen der Dürre fingen Löwen zum Beispiel an, außerhalb der Parks Rinder zu wildern, sagte Umweltministerin Oppah Muchinguri-Kashiri am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Im südöstlichen Masvingo etwa hätten Bauern dadurch bereits mehr als 1000 Kühe verloren. Ein Verkauf von Tieren entlaste auch die finanziell schwache Nationalparkverwaltung, sagte die Ministerin.

Zunächst blieb jedoch unklar, welche Tiere verkauft werden sollen. Den Behörden zufolge gibt es in Simbabwe zum Beispiel zu viele Elefanten. Die geschätzten 80 000 Tiere seien etwa vier mal so viele wie als nachhaltig betrachtet werde. Die Ministerin sagte, Simbabwe habe von Kauf-Interessenten bereits «eine gute Anzahl» an Angeboten bekommen. Käufer könnten aus Simbabwe oder dem Ausland kommen.

Simbabwe leidet unter einer heftigen Dürre, die Experten zufolge vom globalen Klimaphänomen El Niño verursacht wird. Rund ein Viertel der Bevölkerung von rund 14 Millionen Menschen ist laut Behörden wegen der Dürre dieses Jahr akut von Hunger bedroht.

Mi, 2016-05-04 17:20
Ascheberg (dpa)

Treckerfahrer schrottet absichtlich zehn Autos - auch Polizeiwagen

Ascheberg (dpa) - Ein Bauer hat in Schleswig-Holstein mit seinem Trecker absichtlich zehn Autos angefahren und teilweise zerstört, darunter fünf Polizeiwagen. Einsatzkräfte der Polizei konnten den 53 Jahre alten Viehzüchter am Mittwoch in Ascheberg erst stoppen, nachdem sie die Reifen seines Traktors zerschossen hatten, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Kiel sagte.

Zuvor habe der Mann mit seiner Trecker 20 Minuten lang Autos zur Seite geschoben, aufs Dach gekippt und «völlig aufgerissen» liegen lassen. Insgesamt habe er fünf Polizeifahrzeuge, zwei Fahrzeuge von Veterinären, zwei Firmenfahrzeuge und einen Privatwagen zerstört. Bei der Festnahme wehrte sich der Bauer nach Angaben der Polizei heftig. Er und ein Polizist erlitten dabei Verletzungen. Das Motiv des Mannes war noch unbekannt.

Mi, 2016-05-04 17:16
Angeles (dpa)

Leute kompakt

David Hasselhoff ist verlobt (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - «Baywatch»-Star David Hasselhoff (63) hat sich mit seiner Freundin Hayley Roberts verlobt. Auf seinem Twitterkanal bedankte sich der US-Schauspieler am Dienstag für alle Glückwünsche und schrieb: «Das ist die beste Woche überhaupt!» Kurz zuvor hatte er seine Hochzeitspläne im Magazin «Hello!» bekanntgegeben. «Ich habe ihr schon früher Anträge gemacht, aber das war immer nur Spaß», sagte Hasselhoff dem Blatt. «Dieses Mal war es etwas Besonderes und es kam von Herzen.» Er habe lange gewartet, weil er glaubte, zu alt für seine fast drei Jahrzehnte jüngere Freundin zu sein, so der Schauspieler. Hasselhoff war schon zwei Mal verheiratet.

Hannelore Kraft würde gern mal ins All fliegen (Foto - aktuell) =

Köln (dpa) - Hannelore Kraft (54) würde wie so viele Menschen gern mal ins All fliegen. «Das wäre natürlich ein Traum», sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin am Mittwoch bei einem Besuch des Europäischen Astronautenzentrums in Köln. Dabei sei ihr bewusst, dass dies aller Wahrscheinlichkeit nach ein schöner Traum bleiben werde. Kraft sprach in Köln unter anderem mit dem Astronauten Alexander Gerst und ließ sich von ihm das Leben auf der Internationalen Raumstation ISS erklären.

Selbstgestricktes für die Ministerinnen-Tochter (Foto - aktuell - Die Meldung lief auch im Ressort Politik) =

Berlin (dpa) - Knapp zwei Monate nach der Geburt ihrer Tochter Julia ist Familienministerin Manuela Schwesig am Mittwoch ins Kabinett zurückgekehrt. Blumen und Glückwunsche der Ministerkollegen gab es schon, als Schwesig noch zu Hause war - doch Umweltministerin Barbara Hendricks hatte noch ein besonderes Geschenk parat: eine selbst gestrickte Babyjacke. «Allerdings hat nicht sie gestrickt, sondern ihre Schwester», räumte Schwesig ein. Die Farbgebung der Jacke sei aber «gendermäßig korrekt mit grün, rosa, braun, blau ... da war alles drin». 

Pfälzisches Dorf drückt Trump die Daumen (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Politik) =

Kallstadt (dpa) - In der pfälzischen Heimat seiner Vorfahren wünscht man Donald Trump (69) viel Erfolg bei der anstehenden US-Wahl. «Wir hätten nicht gedacht, dass er so weit kommt», sagte der Bürgermeister von Kallstadt, Thomas Jaworek (CDU), dem Radiosender SWR info. «Und jetzt drücken wir ihm natürlich die Daumen für die Präsidentschaftskandidatur.» Die gesamte Gemeinde habe die Vorwahlerfolge von Trump gespannt verfolgt. Der New Yorker Milliardär gewann am Dienstag die Vorwahl im Bundesstaat Indiana. Sein Konkurrent Ted Cruz stieg danach aus dem Rennen aus.  

Ingolf Lück kauft wieder Kondome (Foto - aktuell) =

Berlin (dpa) - Den Schauspieler Ingolf Lück (58) holt beim Thema Verhütung die Vergangenheit ein. Mehr als 25 Jahre nach dem Erfolg des Kino- und TV-Spots «Tina, wat kosten die Kondome?» hat Lück für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nachgelegt: Für die neue Präventionskampagne «Liebesleben» spielt er in Sakko und Seidenschal einen Vater, der mit seinem Film-Sohn den Kondomkauf im Supermarkt aus anderer Perspektive erlebt. 1989 war Lück für die damalige Kampagne «Gib' Aids keine Chance» mit Stirnband und runder Brille zu sehen gewesen.

Ex-Rennfahrer David Coulthard sitzt privat auf dem Beifahrersitz (Foto - aktuell) =

Rust (dpa) - Der frühere Formel-1-Rennfahrer David Coulthard (45) sitzt privat lieber auf dem Beifahrersitz. «Meine Lebensgefährtin fährt besser als ich», sagte der Brite in Rust bei Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. «Im normalen Straßenverkehr ist sie viel konzentrierter.» Er dagegen liebe das Spitzentempo und die Rennstrecke. Für längere Reisen nutze er lieber das Flugzeug. «Das ist praktischer.» Coulthard, der frühere Rennfahrer Jean Alesi (51) und andere sind europaweit mit der Freizeitfahrveranstaltung «Gumball 3000» auf Tour. Sie machte Station im Europa-Park in Rust.

Baz Barne folgt Liselotta: Frederick Lau wird wieder Vater (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Der Schauspieler Frederick Lau (26, «Victoria») ist zum zweiten Mal Vater geworden. Seine Frau Annika habe ihren Sohn Baz Barne am Dienstagmorgen zur Welt gebracht, sagte er «Bild.de» am Dienstag. «Wir sind überglücklich und alle sind wohlauf», so Lau. Am Abend erschien der Schauspieler zur Premiere seines neuen Films «Wie Männer über Frauen reden» im Berliner Zoo Palast. «Ich habe den ganzen Tag über alle Termine abgesagt», sagte Lau. «Aber hier musste ich einfach herkommen. Ich lasse ja meine Freunde nicht hängen.» Das Ehepaar Lau hat bereits eine 2014 geborene Tochter namens Liselotta.

Jörg Hartmann: Mädchen sollen nicht nur in Schminkecken stehen (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Der Schauspieler Jörg Hartmann (46, «Tatort») will seine beiden Töchter zu selbstbewussten Frauen erziehen. Er wolle ihnen zeigen, dass es «als Mädel nicht nur darum gehen sollte, sich aufzubrezeln und in den Schminkecken der Drogerien herumzustehen, während Jungs in die Welt hinausziehen und sich mit anderen Inhalten beschäftigen», sagte Hartmann dem Magazin «Myway» (Juni-Ausgabe). Er kritisierte, dass «die alten Frauen- und Männerbilder» derzeit wieder erstarken.

TV-Talker Heiner Bremer macht Schluss (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Heiner Bremer, 23 Jahre lang Nachrichtenmoderator und Talker bei RTL und n-tv, beendet seine Fernsehkarriere. Der Journalist und Politik-Experte nehme seinen 75. Geburtstag am 11. Juli zum Anlass, um in Zukunft beruflich kürzer zu treten, teilte n-tv am Mittwoch mit. Am 6. Juni um 17.10 Uhr werde er zum letzten Mal in der Sendung «Das Duell bei n-tv» mit seinen Gästen die wichtigsten politischen Themen der Woche diskutieren. Bei Großereignissen will er dem Nachrichtensender aber weiterhin als Politikexperte zur Verfügung stehen.

Chanel veranstaltet erstmals Mode-Show in sozialistischem Havanna (Foto - aktuell) =

Havanna (dpa) - Glamour zwischen Ruinen: Das französische Modehaus Chanel hat erstmals eine Fashion Show im sozialistischen Kuba ausgerichtet. Designer-Ikone Karl Lagerfeld präsentierte am Dienstagabend (Ortszeit) seine neue Cruise-Kollektion 2016/2017 vor imposanter Kulisse auf der berühmten Promenade Paseo del Prado in Kubas Hauptstadt Havanna. Für die Schau war die Promenade unter freiem Himmel zwischen den teilweise schwer ramponierten Kolonialbauten in der Altstadt der Karibikmetropole zum Catwalk umfunktioniert worden.

Zeitung: 50 Cent entschuldigt sich für Läster-Video (Foto - Archiv) =

New York (dpa) - Der US-Rapper 50 Cent hat sich einem Bericht der «New York Post» zufolge für ein Video entschuldigt, in dem er sich über einen autistischen Flughafenmitarbeiter lustig machte. «Es tut mir sehr leid, dass ich den jungen Mann angegriffen habe», zitierte die Zeitung am Dienstag eine Mitteilung des 39 Jahre alten Musikers («Get Rich Or Die Tryin'»). 50 Cent hatte dem apathisch wirkenden Mitarbeiter am Cincinatti/Northern Kentucky Airport unterstellt, Drogen konsumiert zu haben und dessen Arbeit im Clip fies kommentiert («Er ist high wie ein Motherfucker»). Gegenüber der «New York Post» bezeichnete er den Vorfall als «Missverständnis». Er habe sich persönlich bei dem Mann entschuldigt.

Volker Schlöndorff dreht neuen Film in New York (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

New York (dpa) - Der deutsche Star-Regisseur Volker Schlöndorff (77) dreht seinen neuen Film «Return to Montauk» in New York und auf Long Island. Seit Ende April liefen die Dreharbeiten unter anderem mit den Schauspielern Stellan Skarsgård und Nina Hoss, teilten die Produzenten am Dienstag (Ortszeit) mit. Die Geschichte handelt von einem Schriftsteller, der zu einer Buchvorstellung nach New York kommt und dort eine frühere Geliebte wiedertrifft. Die beiden beschließen, in Montauk auf der Halbinsel Long Island vor der Millionenmetropole noch einmal ein Wochenende zusammen zu verbringen. Das Drehbuch hat Schlöndorff gemeinsam mit dem «Brooklyn»-Autor Colm Tóibín geschrieben.

Mi, 2016-05-04 17:52
Berlin (dpa)

re:publica endet mit Besucherrekord - Macher blicken nach Irland

Zum Geburtstag gibt es einen Besucherrekord: Mehr als 8000 Menschen strömen zur zehnten Ausgabe der re:publica. Im Oktober expandiert die Internetkonferenz nach Dublin.

Berlin (dpa) - Die Internet-Konferenz re:publica hat in diesem Jahr einen Besucherrekord verzeichnet. Mehr als 8000 Netzaktivisten, Blogger, Journalisten, Wissenschaftler, YouTuber, Politiker, Künstler und weitere Besucher waren zur zehnten Ausgabe der Internetkonferenz in die Berliner Station gekommen. «Wir sind total glücklich, dass bei dieser Größe alles soweit geklappt hat», sagte Mitgründer Markus Beckedahl am Mittwoch.

Gleich zum Start am Montag gab es einen Paukenschlag: Nach der spektakulären Veröffentlichung geheimer Papiere aus dem umstrittenen Handelsvertrag TTIP durch Greenpeace stellten sich zwei Vertreter der Umweltschutzorganisation den Fragen der Besucher. Insgesamt standen an drei Tagen mehr als 770 Sprecher auf 17 Bühnen.

Szene-Star Sascha Lobo kehrte nach einer Auszeit im vergangen Jahr zurück auf die re:publica und stellte sich in seinem recht optimistischen Vortrag «The Age Of Trotzdem» gegen die Nörgler. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sprach mit dem Publikum über die radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt. Whistleblower Edward Snowden, der aus seinem Exil in Moskau zugeschaltet wurde, machte sich für einen besseren Schutz der Privatsphäre im Netz stark.

Zum Abschluss am Mittwoch gab es ein umfangreiches Programm zum Thema Digitalisierung und Gesundheit. Es reichte von 3D-Prothesen und Games für die Demenzforschung bis hin zu Zyklus-Apps und Vorträgen zu Depressionen und digitalem Stress.

Neben dem Bereich re:health gab es noch den Schwerpunkt re:learn zur Zukunft der Bildung. Außerdem tat sich die re:publica in diesem Jahr mit dem neuen Fachverband für Virtuelle Realität EDFVR zusammen und bot dazu eine ganze Ausstellung.

Für den 20. Oktober planen die Organisatoren einen ersten eintägigen Ableger der re:publica im irischen Dublin. «Dublin ist ein Experiment, ob unsere Herangehensweise an eine Konferenz, die in Berlin super klappt, auch in einem anderen europäischen Land funktionieren kann», erklärte Beckedahl. «Wir sind gespannt. Wenn es gut läuft, überlegen wir auch, uns auszuweiten.»

Die erste re:publica war 2007 als reine Blogger-Konferenz an den Start gegangen und seitdem stetig gewachsen. Ob denn manch ein Besucher der ersten Stunde genervt sei, von der Größe, die die Veranstaltung inzwischen angenommen hat? «Von den 700 Teilnehmern der ersten re:publica sind garantiert 600 in diesem Jahr wieder hier», sagte der Netzaktivist. «Tatsächlich sind wir ja selbst überrascht, dass das so funktioniert und sich immer noch alle so wohl fühlen.»

Mi, 2016-05-04 17:41
Kairo (dpa)

Ägyptischer Journalistenverband fordert Rücktritt des Innenministers

Kairo (dpa) - Nach einer Polizeirazzia gegen Reporter wachsen in Ägypten die Spannungen zwischen Regierung und Journalistenverband. Eine Vollversammlung der Organisation forderte am Mittwoch in Kairo den Rücktritt von Innenminister Magdi Abdel Ghaffar, wie die Nachrichtenseite Al-Masry Al-Youm meldete. Zudem verlangt sie eine Entschuldigung des Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi und die Freilassung aller inhaftierten Journalisten.

Laut dem Journalistenverband war die Polizei am Sonntagabend in dessen Gebäude in Kairo eingedrungen und hatte die Journalisten Amr Badr und Mahmud al-Saka festgenommen. Es sei der erste Vorfall dieser Art seit Gründung der Organisation vor 75 Jahren gewesen. Der Journalistenverband hält Abdel Ghaffar für den Hauptverantwortlichen. Die Vollversammlung beschloss, seinen Namen künftig nicht mehr in den Medien zu veröffentlichen. Das Innenministerium bestreitet die Vorwürfe und erklärte, die Reporter hätten sich friedlich gestellt.

Den beiden Journalisten wird vorgeworfen, illegale Proteste angezettelt und die nationale Sicherheit bedroht zu haben. Dem Journalistenverband zufolge stehen die Anschuldigungen in Verbindung mit Protesten in der vergangenen Woche, bei denen etliche Demonstranten und Journalisten festgenommen worden waren.

Mi, 2016-05-04 17:34
Berlin/Stuttgart (dpa)

Heftige Kämpfe im Westen Aleppos - Syrien-Spitzengespräche in Berlin

Die Rufe nach Frieden in Syrien verhallen im Kampflärm in Aleppo. Deutschland will die Friedensgespräche retten, dazu soll einmal mehr die Syrien-Kontaktgruppe zusammenkommen.

Aleppo/Berlin/Stuttgart (dpa) - Inmitten diplomatischer Bemühungen um eine Rückkehr zur Waffenruhe in Syrien wird der Gefechtslärm in der Stadt Aleppo immer lauter. Im Westen der nordsyrischen Metropole leisteten sich Regime und Rebellen die schwersten Kämpfe seit rund einem Jahr, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch meldete. In Berlin bemühte sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche.

«Entweder wir bringen die Friedensverhandlungen in die Spur zurück oder wir riskieren den Rückfall in Explosionen der Gewalt», sagte Steinmeier bei einem Syrien-Treffen. Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault forderte Russland auf, seinen Einfluss auf Machthaber Baschar al-Assad stärker geltend zu machen.

Der Führer der gemäßigten syrischen Opposition, Riad Hidschab, sah in Berlin keine großen Chancen für baldige neue Friedensverhandlungen in Genf. Die Gespräche seien «in einer Sackgasse angekommen», sagte Hidschab bei dem Syrien-Treffen. Als Grundbedingung für eine Friedenslösung nannte er den Rücktritt von Assad. Eine Regierung der nationalen Einheit lehnte er strikt ab.

Die beiden Außenminister äußerten sich sehr besorgt über die anhaltenden Kämpfe rund um die nordsyrische Stadt Aleppo. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass für Aleppo eine Waffenruhe vereinbart wird, womit dann auch die Friedensgespräche wieder beginnen könnten. Ayrault sprach von einem «Tragödie», die sich gerade in Aleppo ereigne. Das Assad-Regime trage dafür die «volle Verantwortung». Mit Blick auf Russland sagte er: «Diejenigen, die ihren Einfluss auf das Assad-Regime geltend machen können, müssen das nun schnell tun.»

In Berlin soll auch ein neues Treffen der internationalen Syrien-Kontaktgruppe vorbereitet werden, die sich zuletzt im Februar in München getroffen hatte. Dazu findet am kommenden Montag in Paris ein weiteres Vorbereitungstreffen mit zehn Staaten statt, wie Ayrault mitteilte. Dabei werde Ayrault mit seinen Kollegen aus Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Emiraten und der Türkei über die Lage in Syrien beraten, kündigte Regierungssprecher Stéphane Le Foll an.

Nach Berichten von Menschenrechtsbeobachtern gab es in Aleppo auf beiden Seiten viele Opfer. Jets und Hubschrauber flogen demnach Angriffe auf Regimegegner. Rebellen hätten Dutzende Geschosse auf die Viertel unter Kontrolle des Regimes abgefeuert. Dabei seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Der staatliche Nachrichtenagentur Sana zufolge handelte es sich um Zivilisten.

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte, Moskau habe zusammen mit den USA am Dienstag (3. Mai) eine Waffenruhe für Aleppo ausrufen wollen. Andauernde Angriffe auf syrische Regierungstruppen hätten dies verhindert, sagte der Offizier. Er wies Berichte über den Bau einer zweiten russischen Luftwaffenbasis in Syrien zurück. Vom derzeitigen Stützpunkt Hamaimim könne Russlands Luftwaffe alle Ziele in Syrien erreichen.

Aleppo ist der umkämpfteste Schauplatz im syrischen Bürgerkrieg. Trotz einer eigentlich seit Ende Februar geltenden Waffenruhe war die Gewalt bereits zuvor eskaliert. Laut den Menschenrechtsbeobachtern starben in den vergangenen Tagen rund 280 Zivilisten in der Stadt.

Zu Kämpfen zwischen Regime und Opposition kam es am Mittwoch auch östlich der Hauptstadt Damaskus, wie die Menschenrechtsbeobachter weiter erklärten. Flugzeuge hätten mehr als 20 Angriffe geflogen.

Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt in den vergangenen Wochen hatte die syrische Opposition die Friedensgespräche in Genf verlassen. Insgesamt sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren nach UN-Angaben rund 400 000 Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem Treffen von elf Verteidigungsministern des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat drängten die USA ihre Partner zu einem stärkeren Kampf gegen den IS. «Die Koalition muss und kann mehr tun», sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch nach einem Treffen in Stuttgart. Er brachte auch einen Einsatz der Nato ins Spiel, die sich bisher heraushält.

Deutschland will sich weiter nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligen, aber die Ausbildung von Kämpfern, Waffenlieferungen und Aufklärungsflügen verstärkt fortsetzen. «Keiner kann alles machen», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Zur Anti-IS-Koalition gehören über 60 Staaten, die unterschiedliche Beiträge leisten. Das Bündnis hat nach eigenen Angaben fast 12 000 Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak geflogen.

Mi, 2016-05-04 17:40
Tegucigalpa/Heidenheim (dpa)

Deutsche Firma beendet Engagement in Honduras nach Aktivisten-Mord

Wegen der Beteiligung am Bau eines umstrittenen Wasserkraftwerks in Mittelamerika stand Voith in der Kritik. Möglicherweise war der örtliche Bauträger in den Anschlag auf eine Umweltschützerin verwickelt. Jetzt hat das Unternehmen Konsequenzen gezogen.

Tegucigalpa/Heidenheim (dpa) - Nach dem Mord an der prominenten honduranischen Umweltschützerin Berta Cáceres hat das deutsche Unternehmen Voith seine Lieferungen für das umstrittene Wasserkraftprojekt Agua Zarca eingestellt. Medienberichten zufolge war mindestens ein Mitarbeiter des örtlichen Bauträgers Desa in den Anschlag auf die Aktivistin verwickelt.

«Wir haben unseren Kunden Desa informiert, (...) dass wir bis auf Weiteres alle Lieferungen für das Projekt einstellen», teilte Voith am Mittwoch mit. Über ein Joint Venture sollten Voith und Siemens Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik im Wert von rund acht Millionen Euro an Desa liefern.

Bislang wurden etwa 20 Prozent der Turbinen geliefert. Zahlungen von Desa an Voith waren bis Ende 2017 geplant. «Abhängig vom weiteren Verlauf und den Ergebnissen der Ermittlungen werden wir entscheiden, ob die Lieferungen wieder aufgenommen werden», teilte die Firma aus dem baden-württembergischen Heidenheim mit.

Siemens unterstützte die Entscheidung des Partners. «Die Entscheidung von Voith, die Lieferungen nach Honduras zu stoppen, war notwendig und ist richtig», teilte das Unternehmen mit. «Wir begrüßen dies ausdrücklich - genauso wie die Schritte der Behörden, vor Ort für Aufklärung der Verbrechen zu sorgen. Wir beobachten die Ermittlungen und mögliche Gerichtsprozesse mit höchster Aufmerksamkeit und verurteilen jegliche Form von Gewalt aufs Schärfste.»

Cáceres war Anfang März in ihrem Haus erschossen worden. Die Aktivistin setzte sich seit Jahren für die Rechte der Lenca-Indianer ein und kämpfte gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca. Am Montag waren vier Verdächtige festgenommen worden. Bei einem der Männer soll es sich Medienberichten zufolge um einen Desa-Manager handeln, ein weiterer war demnach früher Sicherheitschef der Firma.

Zuletzt hatte die Nichtregierungsorganisation Oxfam Voith und Siemens vorgeworfen, nicht genug gegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit ihren Auslandsaktivitäten zu tun. Die Unternehmen würden auf ihre Rolle als bloße Zulieferer verweisen und kämen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nicht nach, kritisierte Oxfam.

Voith wies die Vorwürfe zurück und erklärte, es setze sich gemeinsam mit Naturschutz- und Nichtregierungsorganisationen für hohe Standards bei der Umsetzung von Wasserkraftprojekten ein. Das Unternehmen sei davon überzeugt, dass eine nachhaltige Energieversorgung der Schlüssel für eine erfolgreiche Entwicklung von Ländern wie Honduras sei.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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