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So, 2015-08-02 12:57
Oswiecim (dpa)

Warnung vor Hass auf Minderheiten bei Gedenken an Roma-Völkermord

Oswiecim (dpa) - Roma und Sinti aus mehreren Ländern Europas haben am Sonntag im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau der Opfer des Völkermords an den europäischen Roma und Sinti gedacht. Im Vordergrund stand neben dem Erinnern an die bis zu 500 000 von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti die Warnung vor dem Hass auf Fremde und Minderheiten in der Gegenwart.

«Es tut mir so leid, was Sie heute in Europa sehen und hören müssen», sagte die schwedische Europaabgeordnete Soraya Post an die Überlebenden gerichtet. Es gebe die gleiche Hasspropaganda wie in den 30er Jahren. Mangelnder politischer Wille «tötet Roma im heutigen Europa» und setze die Ausgrenzung fort, sagte Post laut Redemanuskript.

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, warnte vor Geschichtsvergessenheit und Holocaust-Leugnung. «In der Bundesrepublik, wo heute wieder Flüchtlingsheime in Flammen stehen, beobachten wir einen deutlichen Anstieg rechter Gewalttaten», sagte er dem Redemanuskript zufolge. «Dass die öffentliche Debatte um sogenannte Armutsmigration in der Bundesrepublik allein auf dem Rücken unserer Minderheit ausgetragen wird und man die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen dabei völlig ausblendet, ist ebenso verlogen wie vor dem Hintergrund der Geschichte zynisch.»

Am 2. August 1944 wurden die letzten etwa knapp 3000 Häftlinge des «Zigeunerlagers» von Auschwitz ermordet. Der 2. August ist der europaweite Gedenktag für die Opfer des Völkermords an den Roma und Sinti. 

So, 2015-08-02 13:34
Berlin (dpa)

Roth: Türkische Angriffe destabilisieren den Nordirak

Berlin (dpa) - Die Grünen-Abgeordnete Claudia Roth hat die Türkei zur sofortigen Einstellung ihrer Bombenangriffe auf die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) im Irak aufgerufen. «Sie destabilisieren den Nordirak, die noch stabilste Region im Krisengebiet, und scheinen sich jetzt auch auf kurdische Gebiete in Syrien auszuweiten», erklärte Roth am Sonntag.

Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan warf Roth vor, mit Luftangriffen auf die PKK in den türkisch-kurdischen Gebieten zudem Jugendliche in die Radikalisierung zu treiben. Erdogan eskaliere im Cäsarenwahn den Konflikt, um die Kurden in der gesamten Großregion zu schwächen. «Aber auch die PKK muss umgehend und ohne jedes Wenn und Aber auf jede Form der Gewalt und auf Anschläge in der Türkei verzichten», sagte sie.

So, 2015-08-02 13:30
Rangun (dpa)

Mindestens 50 Tote durch Überschwemmungen in Myanmar

Rangun (dpa) - Überschwemmungen durch heftige Monsunregen haben in Myanmar in Südostasien nach Medienberichten mindestens 50 Menschenleben gefordert. Die Ernte auf mehr als 200 000 Hektar Agrarland sei zerstört worden, berichteten Fernsehsender am Sonntag.

Die Unwetter zogen als Ausläufer von Zyklon «Komen» aus dem Golf von Bengalen über das Nachbarland von Bangladesch. Betroffen waren weite Teile des Landes, vom Irrawaddy-Delta über die große Hafenstadt Rangun im Süden bis in die mehr als 550 Kilometer weiter nördlich gelegene Sagaing-Region, berichtete die UN-Behörde für humanitäre Angelegenheiten (Ocha). Mehr als 150 000 Menschen seien betroffen. Einige Gebiete seien von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in einer Ortschaft in der Chin-Region seien mindestens 100 Häuser durch einen Erdrutsch zerstört worden.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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So, 2015-08-02 13:38
Istanbul (dpa)

Türkische Armee: Keine von Zivilisten besiedelten Gebiete bombardiert

Istanbul (dpa) - Die türkischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Nordirak keine von Zivilisten besiedelten Gebiete bombardiert. Bei dem Luftangriff am Samstag, bei dem Berichten zufolge acht Zivilisten starben, sei lediglich Logistik der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK beschossen worden, erklärten die Streitkräfte am Sonntag. Es sei auch kein Dorf angegriffen worden.

Anwohner hatten der Deutschen Presse-Agentur berichtet, dass bei dem Bombardement am Samstag mindestens acht Zivilisten getötet worden seien. Zudem seien sieben Menschen verletzt worden. Das türkische Außenministerium kündigte am selben Tag Ermittlungen an und erklärte, es werde alles unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden.

Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK begonnen und unter anderem das Hauptquartier der Organisation in den nordirakischen Kandil-Bergen beschossen. Den Friedensprozess mit der PKK hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am vergangenen Dienstag vorerst beendet.

Die PKK hat mehrfach Sicherheitskräfte in der Türkei angegriffen. Am Sonntag wurden bei zwei separaten Anschlägen in der Osttürkei zwei Gendarmen und ein Soldat getötet.

So, 2015-08-02 13:47
Berlin (dpa)

Streitigkeiten eskalieren in Flüchtlingsunterkünften

Gleich in mehreren Unterkünften geraten Asylbewerber in Streit. In Dresden und Suhl kommt es zu Massenschlägereien, in Bonn schießt die Polizei auf einen Flüchtling.

Berlin (dpa) - In mehreren Flüchtlingsunterkünften ist es am Wochenende zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. In einem Flüchtlingsheim in Bonn wurde aus einem Spezialeinsatzkommando der Polizei nach einem Streit auf einen Angreifer geschossen, der Mann wurde schwer verletzt. In einem Zeltlager in Dresden kam es zu einer Massenschlägerei, auch in Suhl in Thüringen gerieten bis zu 80 Menschen aneinander.

Die Kommunen suchen derzeit händeringend nach Unterkünften für Flüchtlinge. In Dresden leben zum Beispiel rund 1000 Menschen in einer Zeltstadt. Dort gerieten am Samstag jeweils etwa 50 Asylbewerber aus Syrien und Afghanistan aneinander, wie die Polizei berichtete. Sie bewarfen sich mit Pflastersteinen, Plastikstühlen und -tischen, Zeltstangen, Feldbettteilen und anderen Gegenständen.

Acht Menschen wurden verletzt, darunter eine Frau. Warum die Situation eskalierte, war zunächst unklar. 80 Beamte trennten die Streitparteien und hielten sie über Stunden auf Abstand. In der Nacht beruhigte sich die Lage.

In Bonn beendete die Polizei einen Streit mit Schüssen. Nach Angaben der Polizei hatte am Samstag ein 23-Jähriger aus Guinea einen Mitbewohner mit einem Messer attackiert und an Arm und Hand verletzt haben. Anschließend flüchtete der Mann ins Obergeschoss. Die Polizei sperrte daraufhin das ehemalige Seniorenheim ab, das als Flüchtlingsunterkunft rund 200 Menschen beherbergt.

Die Situation eskalierte, als der Flüchtling aus dem Fenster sprang und mit zwei Messern bewaffnet auf die Einsatzkräfte zulief. Ein Polizeisprecher sagte, die Beamten hätten zunächst versucht, ihn mit Pfefferspray aufzuhalten, um zu verhindern, dass andere Menschen in Gefahr gerieten. Dann seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Der Angreifer sei mehrfach in Arm und Schulter getroffen worden. Sein Zustand sei stabil, hieß es am Sonntag.

Die Staatsanwaltschaft prüfe nun unter anderem, ob die Schüsse ein Körperverletzungsdelikt seien. Wie viele Beamte geschossen haben, wollte ein Polizeisprecher nicht sagen.

In Suhl gerieten bis zu 80 Menschen in der überfüllten Landesaufnahmestelle aneinander. Acht Menschen wurden leicht verletzt, darunter zwei Mitarbeiter des Wachdienstes, berichtete die Polizei in der Nacht zum Sonntag. Anstoß für den Streit sei wahrscheinlich ein nichtiger Grund gewesen. Die Polizei nahm sieben Verdächtige vorübergehend in Gewahrsam.

Erst vor rund einer Woche war es in einer überfüllten Aufnahmestelle in Trier zu einer Massenschlägerei gekommen. Syrische und albanische Flüchtlinge waren während eines Fußballspiels in Streit geraten, ein Mensch war verletzt werden.

So, 2015-08-02 13:04
Kairo (dpa) 

Kerry in Kairo: Ägypten muss Sicherheit vor Terror gewährleisten

Kairo (dpa) - US-Außenminister John Kerry sieht Ägypten beim Kampf gegen Terroristen in der Pflicht. Es sei die Aufgabe der Regierung, die Sicherheit des ägyptischen Volkes vor Angriffen etwa von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu schützen, sagte Kerry bei seinem Treffen mit Ägyptens Außenminister Samih Schukri am Sonntag in Kairo nach Angaben der staatlichen Zeitung «Al-Ahram».

Zuletzt hatte sich der IS zu blutigen Anschlägen auf der Halbinsel Sinai und in Kairo bekannt. Vor einigen Tagen hatten die USA angekündigt, das Land mit der Lieferung von acht F-16 Kampfjets militärisch zu unterstützen. Ein Treffen Kerrys mit Staatspräsident Abdel Fattah Al-Sisi war für den Nachmittag geplant.

So, 2015-08-02 12:59
Berlin/Essen (dpa)

Experte: Billiger Diesel beschleunigt Boom bei Geländewagen

Dieselkraftstoff ist so billig wie seit langem nicht. Das hat Auswirkungen auch auf die Neuzulassungs-Statistik bei Autos, glaubt ein Branchenexperte.

Berlin/Essen (dpa) - Billiger Dieselkraftstoff, mehr SUV: Der niedrige Dieselpreis beschleunigt aus Sicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer den Absatzboom bei sportlichen Geländewagen (SUV). Bis zum Jahr 2020 rechnet Dudenhöffer sogar mit einer Million neuzugelassenen SUV in Deutschland - das wären fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Der SUV-Marktanteil könne von derzeit rund 20 Prozent auf ein Drittel steigen, heißt es in einer Analyse Dudenhöffers, die der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlag.

Bei SUV-Fahrzeugen liege der Diesel-Anteil bei knapp zwei Drittel, im Gesamtmarkt bei knapp 50 Prozent. Dieselkraftstoff ist derzeit so billig wie seit langem nicht. Für einen Liter Diesel müssen die Autofahrer derzeit im Schnitt 1,15 Euro ausgeben, für einen Liter Super E10 etwa 1,45 Euro. Das sind beim Benzin 10 Cent und beim Diesel 20 Cent weniger als vor einem Jahr, wie Christian Küchen, Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am vergangenen Wochenende gesagt hatte.

Die Schere zwischen Benzin- und Dieselpreis ist derzeit hoch. Neben dem niedrigen Rohölpreis mache sich bei Diesel die weltweit geringere Nachfrage bemerkbar, erläuterte Dudenhöffer.

SUV steht für den englischen Begriff Sport Utility Vehicle, gemeint ist eine Mischung aus Geländewagen und Limousine. Die Nachfrage nach SUV steigt in Deutschland seit Jahren, die Autokonzerne haben immer mehr Modelle auf den Markt gebracht.

Umweltschützer sehen den SUV-Boom allerdings kritisch. «SUV und Klimaschutz - der Widerspruch kann nicht größer sein», hatte etwa Anfang Juli der Verkehrsclub Deutschland kritisiert. Die bulligen Autos mit der hohen Sitzposition seien unnötig stark motorisiert und schluckten entsprechend mehr Treibstoff.

So, 2015-08-02 12:56
/Rüsselsheim (dpa)

Drei Tiger ziehen in neue Großkatzen-Station

Eine neue Großkatzen-Station hat geöffnet. Tierschützer wollen sich dort um Tiere kümmern, die bisher in einem Zirkus oder bei anderen privaten Besitzern lebten.

Maßweiler/Rüsselsheim (dpa) - Drei Tiger sind die ersten Bewohner einer neuen Großkatzen-Station. Am Samstag brachten Tierschützer die Tigerdame «Cara» nach Maßweiler in Rheinland-Pfalz. Das zwei Jahre alte Tier stammt ursprünglich aus Italien und hatte das vergangene Jahr im Tierheim in Rüsselsheim verbracht. Am Tag zuvor waren die Geschwister «Bela» und «Shahrukh» angekommen. Die beiden ein Jahr alten Tiger lebten zuvor bei einem Züchter in Baden-Württemberg, wie die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» mitteilte.

Die neue Großkatzen-Station liegt auf einem 14 Hektar großen Gelände eines früheren US-Depots. Der Verein «Tierart» will hier besonders Großkatzen aus dem Zirkus oder von Privatleuten unterbringen. Den Umbau finanzierte der Hamburger Verein «Vier Pfoten» mit. Platz soll für insgesamt sechs bis acht Großkatzen sein.

Tigerin «Cara» habe den mehrstündigen Transport in die Südwestpfalz gut überstanden, sagte «Tierart»-Vorsitzende Roswitha Bour. «Sie ist munter und knurrt viel.» «Cara» war im Dezember 2013 bei Neapel von den Behörden in einem Käfig bei einem Bauernhaus beschlagnahmt worden. Ihre Herkunft ist nach Angaben der Tierschützer unklar. Die Geschwister «Bela» und «Shahrukh» stammen aus einer privaten Zucht in Baden-Württemberg. Der Halter noch weiterer Raubkatzen habe die amtlichen Auflagen für noch mehr Tiere nicht länger erfüllen können.

So, 2015-08-02 12:58
Berlin/Essen (dpa)

Experte: Billiger Diesel beschleunigt Boom bei Geländewagen

Berlin/Essen (dpa) - Billiger Dieselkraftstoff, mehr SUV: Der niedrige Dieselpreis beschleunigt aus Sicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer den Absatzboom bei sportlichen Geländewagen (SUV). Bis zum Jahr 2020 rechnet Dudenhöffer sogar mit einer Million neuzugelassenen SUV in Deutschland - das wären fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Der SUV-Marktanteil könne von derzeit rund 20 Prozent auf ein Drittel steigen, heißt es in einer Analyse Dudenhöffers, die der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlag. Die weitaus meisten SUV haben einen Dieselmotor.

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So, 2015-08-02 12:12
Istanbul (dpa)

PKK, YPG und Peschmerga - Organisationen der Kurden

Istanbul (dpa) - Die Kurden leben im Nahen Osten über mehrere Länder verteilt. In der Türkei, in Syrien und im Norden des Iraks haben sie bewaffneten Einheiten. Sie alle kämpfen gegen die radikalsunnitische Miliz Islamischer Staat (IS), die in Syrien und im Irak ein Kalifat ausgerufen hat.

PKK: Die türkisch-kurdische Arbeiterpartei Kurdistans ist in der Türkei verboten und steht dort sowie in der EU und den USA auf der Terrorliste. Ihr Hauptquartier liegt in den Kandil-Bergen im Nordirak. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. PKK-Chef Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 in Haft.

Inzwischen ist die PKK von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt und verlangt Autonomie. Die islamisch-konservative AKP-Regierung und die PKK bemühten sich um einen Friedensprozess. Im März 2013 erklärte die PKK eine Waffenruhe. Dieser Prozess wurde kürzlich beendet. Die Türkei bombardiert wieder PKK-Einrichtungen im Nordirak und die PKK verübt Mordanschläge auf türkische Polizisten.

YPG: Die kurdischen Volksschutzeinheiten im Norden Syriens sind eng mit der PKK verbunden. Sie haben sich zum erbitterten Gegner des IS entwickelt und sind in Syrien der wichtigste Partner des von den USA geführten Bündnisses gegen den IS. Mittlerweile beherrscht die YPG die größten Teile der Grenze zur Türkei. Dort haben die Kurden in drei Kantonen Selbstverwaltungen errichtet. Das stößt auf Unwillen der Türkei, die einen Kurdenstaat an ihrer Grenze verhindern will. 

Peschmerga: Die Peschmerga sind die Militäreinheiten der irakischen Kurden. Sie waren vor allem bekannt als Widerstandskämpfer in den Bergen, verwandeln sich aber seit dem IS-Vormarsch mehr und mehr in reguläre Streitkräfte der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak.

Die Peschmerga erhalten Waffen aus Deutschland und anderen Ländern. Die Bundeswehr und verbündete Armeen bilden ihre Kämpfer aus. Das Verhältnis der Peschmerga zur PKK und zur YPG ist traditionell angespannt. Trotzdem unterstützten nordirakische Kurden die YPG-Kämpfer im Kampf gegen den IS um die syrische Grenzstadt Kobane.

So, 2015-08-02 12:09
Berlin (dpa)

«Spiegel»: Merkel will offenbar zu vierter Amtszeit antreten

Kanzlerin Merkel will bei der Bundestagswahl 2017 angeblich wieder kandidieren - alles andere wäre eine Überraschung: eine böse für die Union und eine schöne für die SPD.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach Darstellung des «Spiegels» offenbar entschieden, 2017 für eine vierte Amtszeit zu kandidieren. Nach einem aktuellen Umfragetrend der «Bild am Sonntag» (BamS) käme die Union derzeit auf 43 Prozent, genau so viel wie die anderen im Bundestag vertretenen Parteien zusammen: SPD 24 Prozent, Linke 9 und Grüne 10 Prozent. Nicht ins Parlament kämen FDP (4 Prozent) und AfD (3).

Intern habe Merkel erklärt, sie werde die Entscheidung über eine Kandidatur bei der nächsten Bundestagswahl offiziell erst Anfang 2016 bekanntgeben, berichtete der «Spiegel». In der CDU-Zentrale hieß es dazu: «Nicht jede Meldung im Sommerloch ist es wert, kommentiert zu werden.»

Allgemein wird damit gerechnet, dass Merkel 2017 wieder antritt. Die Stärke der Union, da seien sich Meinungs- und Parteienforscher einig, liege fast ausschließlich an der Person Angela Merkel, schreibt die «BamS». Spannend bleibt die Frage, ob sie die ganze Legislaturperiode im Amt bleiben will.

Nach Angaben des «Spiegels» besprach die CDU-Chefin bei einem Strategietreffen mit Generalsekretär Peter Tauber und CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler bereits, wer für die Kampagne der Union im Wahlkampf in gut eineinhalb Jahren zuständig sein soll. Es seien schon erste Helfer angesprochen worden.

Auch mit CSU-Chef Horst Seehofer habe die CDU-Vorsitzende vor einigen Wochen strategische Fragen des Wahlkampfs erörtert, so der «Spiegel». Seehofer sei dafür, dass die Union eine absolute Mehrheit als Wahlziel ausgebe. Merkel habe sich skeptisch gezeigt.

Bei einer CSU-Vorstandssitzung Ende Juni hatte Seehofer nach Angaben von Teilnehmern eindringlich unterstrichen, dass Merkel Erfolgsgarantin für die Bundestags- und Landtagswahlen 2017 und 2018 sei. Die Union dürfte also dann ein Problem haben, wenn Merkel nicht antreten würde.

Dies machte vor kurzem indirekt auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) deutlich, als er angesichts der Popularität Merkels offen einen Sieg seiner Partei 2017 infrage stellte. «Ich glaube, es ist schwer gegen diese Bundeskanzlerin zu gewinnen», sagte Albig dem NDR.

So, 2015-08-02 11:57
Aviv (dpa)

Tausende demonstrieren in Israel gegen Hassverbrechen

Der Anschlag auf eine palästinensische Familie hat Israel erschüttert. Er ereignete sich einen Tag nach der Attacke auf eine Gay-Pride-Parade. Am Wochenende gab es Demonstrationen für ein tolerantes Israel. Auch der Staatspräsident war dabei.

Tel Aviv (dpa) - Tausende Israelis haben nach den Anschlägen auf eine palästinensische Familie und auf eine Schwulenparade gegen Hass und Gewalt demonstriert. In Tel Aviv, Jerusalem und anderen Städten gingen die Menschen am Samstagabend auf die Straße. Präsident Reuven Rivlin sagte, dass er sich schäme und dass das Land einen «Weckruf» brauche.

«Jede Gesellschaft hat extremistische Ränder, aber heute müssen wir uns fragen: Was ist es, was hier in der Luft liegt, das es Extremismus und Extremisten erlaubt, unbesorgt im hellen Tageslicht zu wandeln?», sagte Rivlin bei der Jerusalemer Kundgebung und drängte auf harte Maßnahmen gegen radikale Juden.

Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon sagte, dass er Verwaltungshaft gegen radikale Juden anordnen werde, eine gegen militante Palästinenser gängige Maßnahme. Das heißt, dass als Sicherheitsrisiko eingestufte Personen schon festgenommen werden können, bevor sie eine Tat begangen haben. Oberrabbiner David Lau telefonierte mit dem palästinensischen Gouverneur von Nablus, Akram Rajoub, und verurteilte den Anschlag vom Freitag als «abscheulichen Mord».

Am Freitagmorgen hatten mutmaßlich militante Siedler ein palästinensisches Haus im Westjordanland angezündet. Ein 18 Monate altes Kind starb an seinen Brandverletzungen, weitere Familienmitglieder wurden lebensgefährlich verletzt. Am Donnerstagabend hatte ein ultraorthodoxer Jude bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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So, 2015-08-02 12:46
Berlin/Essen (dpa)

Experte: Billiges Diesel beschleunigt Boom bei Geländewagen

Dieselkraftstoff ist so billig wie seit langem nicht. Das hat Auswirkungen auch auf die Neuzulassungs-Statistik bei Autos, glaubt ein Branchenexperte.

Berlin/Essen (dpa) - Billiges Diesel, mehr SUV: Der niedrige Dieselpreis beschleunigt aus Sicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer den Absatzboom bei sportlichen Geländewagen (SUV). Bis zum Jahr 2020 rechnet Dudenhöffer sogar mit einer Million neuzugelassenen SUV in Deutschland - das wären fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Der SUV-Marktanteil könne von derzeit rund 20 Prozent auf ein Drittel steigen, heißt es in einer Analyse Dudenhöffers, die der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlag.

Bei SUV-Fahrzeugen liege der Diesel-Anteil bei knapp zwei Drittel, im Gesamtmarkt bei knapp 50 Prozent. Dieselkraftstoff ist derzeit so billig wie seit langem nicht. Für einen Liter Diesel müssen die Autofahrer derzeit im Schnitt 1,15 Euro ausgeben, für einen Liter Super E10 etwa 1,45 Euro. Das sind beim Benzin 10 Cent und beim Diesel 20 Cent weniger als vor einem Jahr, wie Christian Küchen, Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am vergangenen Wochenende gesagt hatte.

Die Schere zwischen Benzin- und Dieselpreis ist derzeit hoch. Neben dem niedrigen Rohölpreis mache sich bei Diesel die weltweit geringere Nachfrage bemerkbar, erläuterte Dudenhöffer.

SUV steht für den englischen Begriff Sport Utility Vehicle, gemeint ist eine Mischung aus Geländewagen und Limousine. Die Nachfrage nach SUV steigt in Deutschland seit Jahren, die Autokonzerne haben immer mehr Modelle auf den Markt gebracht.

Umweltschützer sehen den SUV-Boom allerdings kritisch. «SUV und Klimaschutz - der Widerspruch kann nicht größer sein», hatte etwa Anfang Juli der Verkehrsclub Deutschland kritisiert. Die bulligen Autos mit der hohen Sitzposition seien unnötig stark motorisiert und schluckten entsprechend mehr Treibstoff.

So, 2015-08-02 12:36
Rom (dpa)

Verletzte und Schäden nach Unwetter in Florenz

Rom (dpa) - Ein heftiges Unwetter hat die italienische Stadt Florenz heimgesucht und erhebliche Schäden angerichtet. Rund 20 Menschen wurden dabei am Samstagabend in der Tourismushochburg verletzt. Ein 19-Jähriger musste ins Krankenhaus, nachdem herabfallende Äste ihn am Kopf getroffen hatten. Am südlichen Stadtrand seien in nur 45 Minuten 35 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen, teilte die Stadtverwaltung mit. Straßen, Tunnel und Unterführungen in der Hauptstadt der Toskana standen bis zu einen Meter tief unter Wasser.

Wind knickte Bäume um, ließ Fenster zerspringen und deckte einige Dächer ab. Strom- und Telefonleitungen sowie Wasserversorgung waren zeitweilig lahmgelegt. Die Zugstrecke von Mailand nach Rom war etwa 12 Stunden - von Samstagabend bis Sonntagfrüh um sieben - unterbrochen. Rund 3000 Passagiere saßen fest.

So, 2015-08-02 12:39
Berlin/Essen (dpa)

Experte: Billiges Diesel beschleunigt Boom bei Geländewagen

Berlin/Essen (dpa) - Billiges Diesel, mehr SUV: Der niedrige Dieselpreis beschleunigt aus Sicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer den Absatzboom bei sportlichen Geländewagen (SUV). Bis zum Jahr 2020 rechnet Dudenhöffer sogar mit einer Million neuzugelassenen SUV in Deutschland - das wären fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Der SUV-Marktanteil könne von derzeit rund 20 Prozent auf ein Drittel steigen, heißt es in einer Analyse Dudenhöffers, die der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlag. Die weitaus meisten SUV haben einen Dieselmotor.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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