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Di, 2015-09-01 15:45
Berlin/München (dpa)

Kritik an Minister Herrmann wegen Äußerung über «wunderbaren Neger»

«Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger.» Bayerns Innenminister Herrmann betont, sein Talkshow-Satz habe sich auf einen Einspieler bezogen. Doch die Kritik reißt nicht ab.

Berlin/München (dpa) - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den Sänger Roberto Blanco einen «wunderbaren Neger» genannt und damit eine heftige Debatte ausgelöst. In der ARD-Talkshow «Hart aber fair» diskutierten die Gäste am Montagabend über das Thema Flüchtlinge. Als «Focus»-Chefredakteur Ulrich Reitz Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann ergänzend: «Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.»

«Holla», reagierte Moderator Frank Plasberg darauf. Herrmann fügte noch hinzu, beim FC Bayern spielten auch Sportler mit schwarzer Hautfarbe, und das fänden die Fans des Vereins auch gut.

Im ZDF-«Morgenmagazin» versuchte der Minister sich am Dienstagmorgen an einer Erklärung und betonte, er habe das Wort «Neger» nur als Reaktion auf einen Einspieler benutzt, in dem das Wort vorher gefallen war. «Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht», sagte er. «Ich habe das nur als unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung gemacht. Wir haben auch wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern.» Ähnlich äußerte er sich auch bei N24.

An der scharfen Kritik an seiner Wortwahl änderte das nichts. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Jan Korte, forderte den Rücktritt des Ministers: «Der bayerische Innenminister muss die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Wer rassistische Sprachmuster bedient, ist eines politischen Amtes nicht würdig.» Jeder Ausländerfeind, der eine Flüchtlingsunterkunft angreife, werde von Herrmann bestärkt, sagte Korte. «Bei diesem CSU-Mann treffen politische Einfalt und eine manifeste Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge in einem besonderen Maße zusammen. Er ist in seinem Amt endgültig untragbar geworden.»

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner warf Herrmann laut «Bild»-Zeitung (Mittwoch) die «Sensibilität einer Planierraupe» vor. Von einer «ungeheuerlichen Entgleisung» sprach der SPD-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher: «Dafür sind schon Leute verurteilt worden.» Auch aus der Union gab es Kritik. Der Bundestagsabgeordnete Charles Huber (CDU) sagte dem «Tagesspiegel»: «Das hat unser Land nicht verdient.»

Roberto Blanco selbst hat kein Problem mit Herrmanns Wortwahl. «Der hat das nicht so gemeint», sagte der 78-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. «Ich fühle mich nicht negativ betroffen. Wenn er gesagt hätte «Ein wunderbarer Farbiger», hätte es nicht so viele Probleme gegeben.»

Im Internet brach ein Shitstorm über Herrmann herein. Einer twitterte unter dem Hashtag #Herrmann sogar: «Läuft das CSU Verbotsverfahren schon?» Ein User namens Patrick Daniel schrieb dort: «Das ist genau die Art von Rassismus, die einen am meisten sprachlos macht!» und fügte noch den Hashtag #widerlich hinzu. Der Berliner Politiker Christopher Lauer, der 2014 aus der Piratenpartei Deutschland austrat, twitterte: «Merkel so: Rassismus bekämpfen - Herrmann so: Neger.»

Di, 2015-09-01 15:22
Berlin/München (dpa)

Bayerns Innenminister hat «Neger» gesagt - Nun hat er Ärger Von Britta Schultejans, dpa

Ob Heinrich Lübke es wirklich getan hat, ist nicht ganz klar. Aber Bayerns Innenminister hat es getan: Joachim Herrmann hat «Neger» gesagt. Das Echo war erwartbar.

Berlin/München (dpa) - «Meine Damen und Herren, liebe Neger». So soll der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke 1962 eine Rede beim Besuch in Liberia begonnen haben. Ob das so wirklich stimmt, ist zwar umstritten. Unstrittig ist aber, dass ein deutscher Minister im Jahr 2015 das Wort «Neger» gesagt hat - vor laufenden Kameras im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. «Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat», sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montagabend in Frank Plasbergs ARD-Talkshow «Hart aber fair». «Holla», sagt Plasberg. Und der Weg war frei für einen heftigen Shitstorm im Internet, deftige Kritik und Rücktrittsforderungen.

«Die Bezeichnung Neger gilt im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend und wird deshalb meist vermieden», schreibt der Duden. Diskussionen gab es in der jüngeren Vergangenheit um die Verwendung des Wortes in Kinderbüchern wie «Pippi Langstrumpf» und «Jim Knopf» oder um die «Thomas Neger Metallsystem und -bedachungen GmbH» in Mainz, deren Logo, ein gezeichnetes dunkles Männchen mit wulstigen Lippen und großen Ringen in den Ohren, Proteststürme auslöste.

Eine «ungeheuerliche Entgleisung», nennt der Chef der oppositionellen SPD-Fraktion im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher, am Dienstag die Wortwahl des CSU-Politikers. «Herr Herrmann muss sich als Innenminister bewusst sein, dass die Bezeichnung «Neger» eine rassistische Provokation und Zeichen eines engstirnigen, fremdenfeindlichen Menschenbildes ist. Dafür sind schon Leute verurteilt worden.» Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Jan Korte, fordert Herrmanns Rücktritt, und der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner wirft ihm laut «Bild»-Zeitung (Mittwoch) die «Sensibilität einer Planierraupe» vor. Der Berliner Politiker Christopher Lauer twittert süffisant: «Merkel so: Rassismus bekämpfen - Herrmann so: Neger.»

Da hilft es auch nicht, dass Herrmann sich zu erklären versucht und betont, dass er dieses Wort eigentlich nie benutze, dass er es in der Talkshow nur nach dem Einspieler eines rassistischen Kommentars wiederholt habe - um den Gegensatz aufzuzeigen und zu betonen, dass es auch Menschen mit schwarzer Hautfarbe gibt, die gut integriert in Bayern leben. «Beim FC Bayern spielen auch ne ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit» - und die Bayern-Fans fänden das ganz in Ordnung. In seinen Rechtfertigungen benutzt er das N-Wort immer wieder.

«Das immer zu wiederholen, führt nicht zu einer Verbesserung der Diskussion», sagt der Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Tahir Della, in Berlin. «Diese Äußerung ist unerträglich für schwarze Menschen.» Herrmann zeige damit, «dass rassistischer Sprachgebrauch immer noch nicht wirklich ernst genommen wird und wie tief verwurzelt er ist». Es gehe um gesellschaftlich verankerten Rassismus in Deutschland - und das könne man nicht damit abtun, dass beim FC Bayern schwarze Fußballer spielten. «Das zeigt nochmal, wie wenig ihm bewusst ist, was er da sagt.»

Gar kein Problem hat der Mann, um den es in dem Zitat eigentlich geht: Roberto Blanco fühlt sich von Herrmann in keiner Weise beleidigt. «Der hat das nicht so gemeint», sagt der Sänger der Deutschen Presse-Agentur. Er, der einst zu CSU-Übervater Franz Josef Strauß sagte: «Wir Schwarzen müssen zusammenhalten.» Und so sagt Blanco jetzt: «Ich fühle mich nicht negativ betroffen. Wenn er gesagt hätte: Ein wunderbarer Farbiger, hätte es nicht so viele Probleme gegeben.» Er setzt sogar noch eins drauf: «Vielen herzlichen Dank, dass er mich als wunderbar bezeichnet.»

Der Sänger selbst hatte die ganze Debatte in der zweiten Staffel der ZDF-Sitcom «Lerchenberg» mit dem Titel «Hitlers Hundeführer» quasi vorweggenommen. Da wird allerdings keinem deutschen Politiker vorgeworfen, das N-Wort benutzt zu haben - sondern Sascha Hehn. «Er hat Neger gesagt», behauptet Blanco in der Serie über Hehn, der wegen einer unbedachten Äußerung dort ohnehin schon am Pranger steht. In einer Fernseh-Satire ist das irgendwie lustiger als in der Realität.

«Mir hat man auch schon mal Neger gesagt, das ist einfach so», sagte der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, der gemeinsam mit Herrmann bei Plasberg saß, und fügte in der Talkshow hoffnungsvoll hinzu: «Wahrscheinlich ist das ein Mangel an Differenzierung, der kommt aber mit der Zeit.»

Di, 2015-09-01 15:53
Anchorage (dpa)

Obama ruft zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen Klimawandel auf

Die Zeit beim Thema Klimawandel drängt. US-Präsident Obama platziert Thema weit oben auf seiner Agenda. Als erster Präsident reist er in die Arktis.

Anchorage (dpa) - Mit eindringlichen Worten hat US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Alaska zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. «Wir werden unsere Kinder zu einem Planeten verdammen, der jenseits ihrer Reparaturfähigkeiten liegt», sagte Obama bei einer Konferenz in Anchorage. Es drohten «versunkene Länder, verlassene Städte», ausbleibende Ernten, Lebensmittelknappheit, Flüchtlingsströme und Konflikte.

Die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris rief Obama auf, sich auf eine Vereinbarung zum Schutz der Erde zu einigen. «Wir handeln nicht schnell genug», sagte Obama. Die USA seien sich ihrer Verantwortung als weltgrößte Wirtschaftsmacht und zweitgrößter Schadstoffemittent bewusst. Der Klimawandel sei nicht mehr ein weit entfernt liegendes Problem, sondern vollziehe sich hier und jetzt.

Kurz zuvor hatten Außenminister und andere Vertreter aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Polen, Japan, Südkorea, Singapur sowie der Europäischen Union schnelle Maßnahmen versprochen. Sie wollten «sofort handeln, um das Tempo der Erwärmung in der Arktis zu stoppen», hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme der zehn Länder und der EU. Die Warnungen von Wissenschaftler würden ernst genommen.

«Diejenigen, die die Wissenschaft ignorieren wollen, stehen zunehmend allein da», sagte Obama. «Sie stehen auf ihrer eigenen schrumpfenden Insel.» Am Dienstag, dem zweiten Tag seiner dreitägigen Alaskareise, wollte er unter anderem die Stadt Seward besuchen, die auch als «Welthauptstadt des Lachses» gilt. Auch die Städte Dillingham und Kotzebue sowie ein Gletscher stehen auf dem Besuchsprogramm. Am Mittwoch will er als erster amtierender US-Präsident die Arktis besuchen und dort unter anderem Fischer und deren Familien treffen.

Seitdem das Weiße Haus vor kurzem dem Ölkonzern Shell eine Bohrerlaubnis für die Arktis erteilt hat, wird die Regierung scharf von Umweltschützern kritisiert. Die Öl- und Gasvorkommen in der Arktis sind sehr begehrt. Dieses Thema habe Obama bei seiner Rede ausgespart, bemerkten die Umweltschützer der Organisation Greenpeace.

Dem wachsenden Einfluss Russlands in den strategisch wichtigen arktischen Gewässern wollen die USA mit mehr Eisbrechern entegegentreten. Russland hat derzeit 40 Eisbrecher, elf weitere sind geplant oder im Bau. Für die USA sind derzeit nur zwei Eisbrecher im Einsatz. Die neuen Schiffe sollten US-Interessen und natürliche Ressourcen schützen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Di, 2015-09-01 15:01
Haag (dpa)

Kongolesischer Ex-Rebellenchef Ntaganda vor dem Strafgerichtshof

13 Jahre nach blutigen Verbrechen im Osten des Kongo muss sich einer der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen vor Gericht verantworten. Vor dem Weltstrafgericht in Den Haag beginnt ein vermutlich jahrelanger Prozess. Der Angeklagte leugnet, viele Opfer sind verzweifelt.

Den Haag (dpa) - Wegen zahlreicher Kriegsverbrechen im Osten der Demokratischen Republik Kongo steht der ehemalige kongolesische Rebellenchef Bosco Ntaganda (41) von Mittwoch (9.30 Uhr) an vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag. Bei dem bisher größten Verfahren des Gerichts werden dem unter dem Namen «Terminator» bekannten Mann insgesamt 18 Delikte aus den Jahren 2002 und 2003 vorgeworfen.

Dazu zählen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und diverse Kriegsverbrechen wie unter anderem die Rekrutierung von Kindersoldaten, sexuelle Versklavung und systematische Vergewaltigung kleiner Mädchen.

Ntaganda, damals Kommandant der Rebellengruppe «Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos», weise alle Vorwürfe zurück, sagte sein Anwalt Stéphane Bourgon (Kanada) am Dienstag vor Journalisten.

«Es geht darum, wie Ntaganda von ethnischen Konflikten profitierte, um zu Macht und Geld zu kommen», sagte die Chefanklägerin des Gerichts,  Fatou Bensouda (Gambia). Ntaganda sei für die militärische Aktion der «Patriotischen Kräfte» in der kongolesischen Provinz Ituri verantwortlich gewesen. Opfer waren vor allem Angehörige des Volkes der Lendu.

Bei dem Verfahren werden 196 ehemalige Kindersoldaten sowie 1863 Zivilisten in ihrer Eigenschaft als Opfer durch Anwälte vertreten. «Das Verfahren ist für sie wichtig, denn ihre Kindheit wurde ihnen für immer gestohlen», sagte die Anwältin Sarah Pellet. Die Frauen würden «durch ihre Kinder ständig an die Verbrechen erinnert und sie sind sehr unzufrieden über die lange Dauer des Verfahrens».

Die Anklage will mit 8000 Seiten Dokumenten und mehr als 80 Zeugen beweisen, dass Ntaganda schwerste Verbrechen begangen hat. «Wir erwarten ein langes, schwieriges und komplexes Verfahren», sagte Verteidiger Bourgon.

Im Gegensatz zu ähnlichen Verfahren der Vergangenheit habe die Anklage gegen Ntaganda sehr viele Geschehnisse und Delikte aufgeführt, sagte Bourgon. Zudem seien seit Januar zahlreiche neue Dokumente und Aussagen in das Verfahren eingeführt worden: «Wir hatten nicht genug Zeit, um uns auf die Verhandlung vorzubereiten.» Das Gericht hat jedoch diesen Einwand zurückgewiesen.

Ntaganda stellte sich im März 2013 dem Strafgerichtshof, der schon 2006 einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. Ntaganda kämpfte sowohl in der ruandischen Armee als auch mit kongolesischen Truppen, gelegentlich schloss er sich mit Getreuen zu einer Miliz zusammen.

Zeitweilig soll er die Unterstützung des ruandischen Präsidenten Paul Kagame genossen haben. Die Rebellen, die zum Volksstamm der Hema gehörten, kämpften gegen den Stamm der Lendu um die Vorherrschaft in dem rohstoffreichen Gebiet. Der Strafgerichtshof hatte 2012 im ersten Urteil seiner Geschichte den ehemaligen Rebellenführer Thomas Lubanga für eine ähnliche Anklage zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.

 

 

Di, 2015-09-01 15:12
München (dpa)

Studie in Bayern: Viele Flüchtlingskinder psychisch belastet

Kinder leiden besonders stark an den Folgen von Flucht. Aber auch die schwierige Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland belastet viele, zeigt eine Studie in Bayern.

München (dpa) - Flüchtlingskinder sind einer Studie zufolge häufig psychisch belastet. Eine Untersuchung von 100 syrischen Kindern in der Bayernkaserne in München ergab, dass etwa ein Drittel betroffen war. Jedes fünfte Kind litt an einer posttraumatischen Belastungsstörung. «Dies ist die erste repräsentative Studie, die in dieser Größenordnung in Deutschland durchgeführt wurde», sagte Volker Mall, Professor für Sozialpädiatrie an der Technischen Universität München, am Dienstag.

Jedes Kind wurde demnach zweimal für jeweils drei Stunden von muttersprachlichen Ärzten und Psychologen untersucht. «Gerade die posttraumatische Belastungsstörung ist eine große Herausforderung für uns», erklärte Mall. Die Erlebnisse von Krieg und Folter in den Heimatländern und die oft monatelange Flucht nach Europa belasteten die Kinder in hohem Maße.

Aber auch die Situation in Deutschland trage zur psychischen Belastung bei. Viele Kinder erlebten soziale Isolation und Diskriminierung. «Hier fehlt es ganz klar an einer Willkommenskultur in Deutschland», betonte Mall. «Ein großes Problem ist der lange Aufenthalt in Erstaufnahmeeinrichtungen. Viele Kinder bleiben 200 Tage in diesen Unterkünften - und das muss sich ändern!»

Die Studie zeige zudem, dass Flüchtlingskinder stärker an körperlichen Krankheiten wie Karies und Atemwegserkrankungen leiden als andere Kinder in Deutschland. Zudem fehlten ihnen öfter wichtige Schutzimpfungen.

Der Mediziner plädierte dafür, den Flüchtlingskindern mehr Aufmerksamkeit zu widmen: «Kinder fallen an vielen Stellen durch die Netze. Wir fordern eine höhere Priorität der Versorgung von Familien mit Kindern.» Dabei gehe es nicht um eine intensive psychotherapeutische Betreuung der Kinder. Stattdessen müsse es ein leicht zugängliches Beratungsangebot für Familien geben, um sie darüber zu informieren, an wen sie sich bei Problemen wenden können.

Die medizinische Versorgung von Flüchtlingskindern ist auch Thema der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die am Mittwoch in München beginnt. 3000 Ärzte beraten dort über neue Forschungsergebnisse und Therapiemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.

Di, 2015-09-01 14:56
Istanbul (dpa)

Haftbefehl gegen zwei britische Journalisten in der Türkei erlassen

Istanbul (dpa) - Gegen zwei britische Journalisten und ihren Übersetzer ist in der türkischen Kurdenmetropole Diyarbakir Haftbefehl erlassen worden. Es sei unklar, was den Journalisten Jake Hanrahan und Philip Pendlebury genau vorgeworfen werde, sagte der Vorsitzende der Anwaltskammer in Diyarbakir, Tahir Elci, der Nachrichtenagentur DHA am Dienstag. In den Akten sei sowohl von Tätigkeit für die Terrormiliz IS als auch die verbotene Arbeiterpartei PKK und deren Jugendorganisation die Rede. Dafür gebe es jedoch keinerlei Beweise.

Die Nachrichtenorganisation Vice, für die Hanrahan und Pendlebury im Kurdengebiet recherchierten, hatte zuvor erklärt, den Journalisten werde vorgeworfen, für eine Terrororganisation zu arbeiten. Die Journalisten waren mir ihrem irakischem Übersetzer und einem Fahrer am vergangenen Freitag festgenommen worden. Der Fahrer ist nach Angaben von DHA inzwischen wieder auf freiem Fuß. Vice verurteilte die Verhaftungen via Twitter als «Versuch der türkischen Regierung, unsere Reporter zum Schweigen zu bringen».

Im Südosten der Türkei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen von Sicherheitskräften und PKK-Kämpfern. In Teilen der Region wurden aufgrund der Unruhen Ausgangssperren verhängt.

Di, 2015-09-01 14:59
Duisburg (dpa)

Zoo unter Schock: Menschenaffe war «Sensibelchen» und Tüftler Von Ulrike Hofsähs, dpa

Orang-Utans sind die Panzerknacker unter den Affen: Einer türmt in Duisburg durch eine nicht gesicherte Tür und ein Oberlicht. Doch bevor er in Freiheit kommt, trifft ihn eine tödliche Kugel.

Duisburg (dpa) - Der Zoodirektor muss schlucken. «Nieas ist als kleiner Wurm zu uns gekommen und war daher schon ein Familienmitglied», sagt Achim Winkler über den Duisburger Orang-Utan. Der 26 Jahre alte Affe ist am Montagabend durch ein Oberlicht aus dem Affenhaus ausgebrochen und hat den großen Zoo mit über 2000 Tieren in Aufruhr versetzt. Einige Besucher waren noch auf dem Gelände, sie wurden rasch hinausgebracht, die Polizei rückte an.

In der einsetzenden Dämmerung suchte etwa ein Dutzend Mitarbeiter nach dem unberechenbaren und starken Ausbrecher. Dann wurde der Affe entdeckt: Er war schon am Außenzaun und im Begriff darüberzuklettern. «Es blieb keine andere Wahl, als den flüchtenden Affen zu erschießen», berichtet der Zoodirektor mit belegter Stimme.

Klar ist wohl auch: Der Fehler eines Menschen hat den Ausbruch erst ermöglicht. Ein Pfleger hat die Tür zum Gehege nicht korrekt geschlossen. Der über hundert Kilo schwere Menschenaffe befreite sich und gelangte in den Bereich der Pfleger. Dort entdeckte er ein getrennt gehaltenes Orang-Utan-Männchen, den zwölf Jahre alten Bayu, allerdings hinter einer verriegelten Gittertür.

Doch Orang-Utans sind die Tüftler unter den Affen: Nieas muss es irgendwie geschafft haben, die Verriegelung zur Tür des Rivalen zu öffnen. Zeugen gibt es nicht. Aber Zoodirektor Winkler ist sicher dass die Beiden sich kabbelten und einer Reißaus genommen hat. Das war der Ältere, der Zucht-Orang Nieas. Er türmte durch ein offenes Oberlicht in mehreren Metern Höhe. Für die Zoomitarbeiter war sofort klar, dass Lebensgefahr bestand durch das in Panik herumlaufende Tier.

Wer aus der Belegschaft den Affen erschossen hat, das will der Zoodirektor nicht sagen. Nur soviel, dass der zuständige Diensthabende dies tun musste. Und er sagt auch, dass der Mitarbeiter, der die Tür zum Orang-Utan-Bereich nicht richtig verschlossen hat, gestraft genug sei. «Der Pfleger ist traumatisiert», sagt Winkler. Er sei eine alterfahrene Kraft und nicht neu in dem Job.

Alle im Zoo seien geschockt. «Da sind Tränen geflossen bis zum Geht-nicht-mehr», berichtet der Direktor. Eine Betäubung hätte den gestressten, gefährlichen Affen nicht stoppen können: Die Spritze hätte allenfalls zehn Minuten später gewirkt, doch der Affe war schon im Begriff, über den Zaun zur Autobahn 3 zu klettern, die den Duisburger Zoo zerschneidet.

Der dreifache Affenvater Nieas sei das «Sensibelchen» gewesen, ein Tier mit vorbildlichem Charakter, berichtet der Zoodirektor. Schimpansen hätten den Ruf, die «Hooligans der Tierwelt» zu sein, Gorillas seien eher bedächtig, die Orang-Utans auch. Doch sie, mit ihren büscheligen rotbraunen Haaren, seien vor allem Tüftler, drehen an allen Schrauben: «Panzerknacker par excellence».

Mit Nieas hat der Zoo einen wichtiges Tier für das Erhaltungszuchtprogramm für Borneo-Orang-Utans verloren. Der wissenschaftliche Leiter Jochen Reiter verweist auf beachtliche Erfolge: Über 50 Affen sind im Duisburger Zoo auf die Welt gekommen. Nun leben fünf Orang-Utans in zwei Gruppen - in einer fehlt das Oberhaupt. Mit anderen Fachleuten des Erhaltungsprogramms soll entschieden werden, wie es weitergeht.

Di, 2015-09-01 14:28
Berlin (dpa)

Nahles: Bis zu 3,3 Milliarden zusätzlich für Flüchtlinge nötig

Nicht nur die Kommunen brauchen Milliarden für die Versorgung der Flüchtlinge - auch Sozial- und Vermittlungskosten steigen stark. Die Arbeitsministerin will möglichst viele möglichst rasch in einen Job bringen.

Berlin (dpa) - Für Lebensunterhalt, Spracherwerb und Qualifizierung von Flüchtlingen hält Bundessozialministerin Andrea Nahles im kommenden Jahr 1,8 bis 3,3 Milliarden Euro zusätzlich für nötig. Diese Kosten würden auf rund 7 Milliarden Euro im Jahr 2019 steigen, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin. Viele der immer zahlreicheren Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen kämen im kommenden Jahr in die Arbeitsvermittlung.

Mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe sie sich bereits ausgetauscht. «Das sind meine Bedarfsanmeldungen», sagte Nahles. Der Finanzminister sei nicht aus allen Wolken gefallen. Grundsätzlich bestehe in der Bundesregierung Einigkeit über die Größe der Aufgabe und den Leistungsbedarf. In den anstehenden Haushaltsberatungen würden nun die Weichen gestellt.

Zwischen 240 000 und 460 000 zusätzliche Leistungsberechtigte im Bereich des Sozialgesetzbuches II werde es 2016 geben - also in Deutschland anerkannte Menschen, die noch keine Arbeit gefunden haben oder nicht dazu in der Lage sind. 175 000 bis 335 000 davon dürften laut der Prognose erwerbsfähig sein.

Für 2019 geht Nahles von einer Million Menschen aus, die Leistungen bekommen könnten. Abhängig sei die Entwicklung unter anderem davon, wieviele Familienmitglieder nachkommen und wie groß der Vermittlungserfolg der Bundesagentur für Arbeit (BA) sei. Die Prognose beruht auf der Annahme von jährlich 800 000 ankommenden Flüchtlingen und Anerkennungsquoten von 35 bis 45 Prozent.

Auch die BA rechnet mit einem Ansturm von Flüchtlingen auf die Job-Beratungsstellen im kommenden Jahr, wie sie in Nürnberg mitteilte. Im Juli seien 161 000 Menschen aus den zehn wichtigsten Asylzugangsländern der letzten zehn Jahren arbeitslos gewesen.

«Wir werden davon auch etwas haben», betonte Nahles. «Denn wir sind auf Zuwanderung angewiesen.» Schon gebe es vielerorts einen spürbaren Mangel an Fachkräften. «Die Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, sollen schnell Nachbarn und Kollegen werden.»

Nahles forderte schnelle Klarheit über mehr Mittel für die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt, so dass die BA ihre Anstrengungen flächendeckend ausbauen kann. So brächten die Integrationskurse für anerkannte Asylbewerber bei weitem nicht genügend Deutschkenntnisse. Sprachkurse müssten stark ausgeweitet und perspektivisch vollständig aus Bundesmitteln finanziert werden. Bisher fließen dafür auch Gelder des Europäischen Sozialfonds. Bereits ab der ersten Aufnahme der Betroffenen in Deutschland seien viele Maßnahmen zur Aktivierung und Qualifizierung nötig.

«Bei weitem nicht alle arbeitsfähigen Flüchtlinge sind ausgebildete Fachkräfte», sagte Nahles, «aber sie sind alle voller Leistungs- und Tatendrang. Aus dieser Tatkraft und diesem Leistungswillen wollen wir etwas machen.»

Nahles sprach sich zudem dafür aus, Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien mehr Chancen zu eröffnen, in Deutschland zu arbeiten. «Wir müssen das Asylverfahren entlasten», begründete sie den Vorstoß. Zudem bekräftigte sie die Forderungen, jungen Menschen, die in Deutschland erfolgreich eine Ausbildung durchlaufen, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu geben.

Di, 2015-09-01 14:36
Kiew (dpa)

Ukraine-Krise: Radikale Partei verlässt Regierungskoalition

Kiew (dpa) - Nach der von blutigen Protesten überschatteten Abstimmung über eine neue Verfassung in der Ukraine hat die rechte Radikale Partei die prowestliche Regierungskoalition verlassen. Die Parlamentsfraktion mit ihren 21 Abgeordneten trete zur Opposition über, teilte Parteichef Oleg Ljaschko am Dienstag in Kiew mit. Die Ultranationalisten hatten am Vortag gegen die Reform der Verfassung gestimmt, die unter anderem eine Dezentralisierung der Machtbefugnisse vorsieht. Vor der Obersten Rada waren bei der Explosion eines Sprengsatzes mehr als 100 Menschen verletzt worden. Zwei Angehörige der Nationalgarde starben.

Der Austritt der Radikalen Partei, die ihren einzigen Ministerposten im Kabinett von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk aufgab, schwächt die in die EU und in die Nato strebende Führung in Kiew. In der Koalition sind formal noch 274 Abgeordnete. Für eine endgültige Annahme der Verfassungsreform sind insgesamt 300 Stimmen nötig.

Zur Koalition gehören neben dem Block von Präsident Petro Poroschenko und Jazenjuks Volksfront noch die Vereinigung Selbsthilfe sowie die Vaterlandspartei der früheren Regierungschefin Julia Timoschenko. Einzelne Abgeordnete hatten am Montag ebenfalls ihren Austritt aus der Koalition erklärt oder waren ausgeschlossen worden.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2015-09-01 14:48
Berlin (dpa)

Leute kompakt

Pilawa tritt bewusst kürzer (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Der TV-Moderator Jörg Pilawa will seine Bildschirmpräsenz allmählich verringern. «Ich mache sukzessive weniger als vor zehn Jahren», sagte der gebürtige Hamburger, der am kommenden Montag 50 Jahre alt wird, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist auch der Grund, warum ich vor zwei Jahren vom ZDF weggegangen bin, wo ich 30 Abendtermine im Jahr hatte. Und ich wache lieber 100 Mal mehr im Jahr zu Hause neben meiner Frau auf als in irgendeinem Hotel.» In diesem Herbst moderiert er 40 Mal am ARD-Vorabend sein «Quizduell» und einen Show-Dreiteiler mit dem Titel «Spiel für Dein Land».

Roberto Blanco fühlt sich durch «Neger»-Äußerung nicht beleidigt (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Politik) =

München (dpa) - Der Schlagersänger Roberto Blanco (78) fühlt sich von der «Neger»-Äußerung des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann über ihn nicht beleidigt. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat», sagte Blanco zu «Focus online». «Schlauer wäre hingegen gewesen, wenn er nicht das Wort Neger genutzt hätte, sondern Farbiger.» Der CSU-Politiker Herrmann hatte Blanco in der ARD-Talkshow «Hart aber fair» einen «wunderbaren Neger» genannt und damit eine Welle der Empörung in den sozialen Netzwerken ausgelöst.

Matthias Reim wegen Herzmuskelentzündung im Krankenhaus (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Schlagersänger Matthias Reim («Verdammt, ich lieb Dich») wird wegen einer Entzündung des Herzmuskels im Krankenhaus behandelt. Der 57-Jährige muss eine längere Auszeit nehmen, wie sein Management am Dienstag mitteilte. Jede weitere Anstrengung könne lebensbedrohlich sein. Mindestens bis Ende November müssen alle Konzerte abgesagt werden. Sein neues Album, das eigentlich am 23. Oktober auf den Markt kommen sollte, ist vorerst gestoppt. Offenbar habe eine verschleppte Grippe das Herz angegriffen, so sein Management. Die behandelnden Ärzte hätten dem Sänger strengste Bettruhe verordnet. «Wir müssen alles tun, dass Matthias wieder gesund wird», so sein Manager Dieter Weidenfeld. Das sei jetzt das Allerwichtigste.

Hip-Hop-Band Fettes Brot sorgt sich um Generation Schlager (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

München/Hamburg (dpa) - Die Hamburger Hip-Hopper von Fettes Brot machen sich Sorgen um die Generation Schlager. «Wir machen uns Gedanken über unsere Gesellschaft, wenn sich in einer Zeit, wo es an allen Ecken und Enden brennt und viele verrückte Dinge passieren, ein Großteil dieser Gesellschaft darauf einigt, Schlagermusik wieder gut zu finden mit Texten, die keinerlei Stellung zu irgendwas beziehen und im schlimmsten Fall ein sehr veraltetes Weltbild propagieren», sagte Boris Lauterbach alias König Boris im Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. «Es gibt ja auch ganz tolle Chansons oder Sachen von Udo Jürgens. Da gibt es großartige Musik. Aber der das Madl und den Buam besingende Retro-Schlager im modernen Sound-Kostüm ist wirklich eine komische Musik», sagte sein Bandkollege Martin Vandreier alias Dokter Renz.

Queen Elizabeth wird für Thron-Rekord mit Gedenkmünze geehrt (Foto - Archiv) =

London (dpa) - Die königliche Münzanstalt in Großbritannien ehrt Königin Elizabeth II. (89) mit einer eigenen Gedenkmünze, wenn sie am 9. September die am längsten regierende Monarchin Großbritanniens wird. Die Queen, die seit mehr als 63 Jahren regiert, überholt an diesem Tag ihre Ur-Urgroßmutter Königin Victoria. Aus diesem Anlass soll eine 20-Pfund-Münze aus Silber geprägt werden. Auf dem Geldstück sollen alle fünf Porträts Elizabeths vereint sein, die bisher auf britischen Münzen zu sehen waren. «Ich wollte, dass mein Design zeigt, wie Queen Elizabeth auch als Gesicht einer Münze über die Jahre gereift ist», sagte Designer Stephen Taylor am Montag.

Sido: «Ich kann nicht singen!» (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Berlin (dpa) - Der Rapper Sido (34) macht heute Hip-Hop, weil ihm für andere Musikrichtungen die Gesangsstimme fehlt. «Warum ich Rapper geworden bin? Weil ich nicht singen kann. Ich wollte aber Musik machen», sagte der Berliner der Deutschen Presse-Agentur. «Vielleicht gibt es auch die ein oder andere Musikrichtung, wo man nicht singen können muss.» Für das Singen in beispielsweise einer Punkband hätten ihm aber die Möglichkeiten gefehlt. Zuerst sei er zum Rap gekommen. Für die gesangsintensiveren Stücke holt sich Sido deshalb Unterstützung: «Es gibt Lieder, da reicht mein 08/15-Sing-Sang, und es gibt Lieder, da braucht man eine gute Stimme. Ich habe mittlerweile die Möglichkeit und den Namen, einfach mal jeden anzufragen, den ich gut finde.»

Nena läuft gerne mal Treppen auf allen Vieren hoch (Foto - Archiv) =

Hamburg (dpa) - Popstar Nena (55) hat sich ihre kindliche Neugier auch als dreifache Großmutter bewahrt. «Ich möchte mein Leben so spielerisch wie möglich gestalten und laufe deshalb auch gerne mal Treppen auf allen Vieren hoch oder gehe rückwärts durch den Wald. Kinder machen so etwas ständig», sagte die Sängerin dem Magazin «Myway». Ihr Tipp: «Jung bleiben die Menschen, die staunen und sich begeistern können.» Auch Lachen sei ein «genialer Glücklich-Macher». Stereotype Vorstellungen, wie sich eine dreifache Großmutter zu verhalten habe, lehne sie ab: «Eine Großmutter kann heutzutage alles sein. Es lebe die Vielfalt!»

Gary Barlow singt für treuen Fan auf Hochzeit (Foto - Archiv) =

Leicester (dpa) - Take-That-Star Gary Barlow (44) ist als Überraschungsgast auf der Hochzeit eines seiner größten weiblichen Fans aufgetreten. Als bei der Hochzeit der Engländerin Katie Hardy und ihres Mannes Stephen am Wochenende in Leicestershire die Take-That-Revival-Band zu spielen aufhörte und Gary Barlow im Original auf die Bühne gesprungen sei, sei sie komplett von den Socken gewesen, sagte Katie Hardy der britischen Nachrichtenagentur PA. «Ich konnte es nicht glauben.» Freunde der 33 Jahre alten Braut hatten sich an einem Wettbewerb beteiligt, den Barlow für seine Fans in Sozialen Medien im Januar ausgeschrieben hatte. Er werde auf der Hochzeit seines treuesten Anhängers singen, kündigte er an. Katie Hardys Freunde brachten innerhalb kürzester Zeit neun Millionen Tweets zustande und gewannen so den Wettbewerb.

Rihanna würde Kanye West als Präsident wollen (Foto - Archiv) =

New York (dpa) - Zumindest eine Stimme hätte Kanye West sicher: Rihanna (27) würde den Hip-Hoper zum Präsidenten wählen. «Es gibt sogar Menschen, die für Donald Trump stimmen. Wer würde dann nicht Kanye wählen?», sagte die Sängerin «Entertainment Online». West hatte am Sonntagabend (Ortszeit) bei den MTV Video Awards eine seltsame, zusammenhanglose Rede gehalten, an deren Ende er sagte, er wolle 2020 für das Amt des Präsidenten der USA kandidieren. «Ich habe mich total über seine Ansprache gefreut», sagte Rihanna. «Die Rede war großartig.» West hatte dabei auch eingeräumt, dass er sich «zur Entspannung eine gedreht» und «etwas geraucht» habe.

Natalie Portman: Schlechte Erfahrungen in gute umwandeln (Foto - Archiv) =

Berlin (dpa) - Schauspielerin Natalie Portman (34, «Black Swan») versucht, auch den Widrigkeiten des Lebens etwas abzugewinnen. «Ich neige dazu, positiv zu sein, also ich sehe im Nachhinein die meisten meiner Entscheidungen als richtig an», sagte sie der Deutschen Presseagentur. «Alles bringt einen weiter, selbst wenn es manchmal schwierig ist.» Ein gesunder Mensch wandele «eine schlechte Erfahrung um in eine gute», sagte die israelisch-US-amerikanische Schauspielerin. In ihrem neuen Film «Knight of Cups» spielt die 34-Jährige eine junge Frau, die eine Affäre mit einem Drehbuchautor (gespielt von Christian Bale) hat. Der Film von Regisseur Terrence Malick läuft am 10. September in den deutschen Kinos an.

Marie-Luise Marjan erzieht ihre TV-Kinder (Foto - aktuell) =

Köln (dpa) - Marie-Luise Marjan, bekannt als «Mutter Beimer» in der ARD-Serie «Lindenstraße», hat ihre TV-Kinder nach eigenen Angaben auch erzogen. «Als Schauspielerin muss man erzieherisch auf Kinder einwirken», sagte die 75-Jährige am Dienstag in Köln. Das habe sie bei ihren drei «Lindenstraße»-Zöglingen auch getan. Bei Dreharbeiten mit Kindern sei es wichtig, sich ganz auf diese einzulassen, meinte Marjan, die selbst keinen Nachwuchs hat. «Man muss sie fordern - aber nicht zu sehr, sonst brechen sie in Tränen aus.» Entscheidend sei es, Kinder als Persönlichkeit ernst zu nehmen. Die Schauspielerin engagiert sich seit Jahren für die Kinderhilfswerke Unicef und Plan International.

Neue Guinness-Rekorde: «Game of Thrones» und One Direction (Foto - Archiv) =

London (dpa) - Die Fantasy-Serie «Game of Thrones» ist jetzt auch im neuen Guinness-Buch der Rekorde verewigt. Die Folge 2 der fünften Staffel der Serie wurde in 173 Ländern der Welt simultan gezeigt - ein Weltrekord. Im neuen Buch der Rekorde sind auch Prominente wie die Musiker Taylor Swift (25) und Ed Sheeran (24) für skurrile Rekorde eingetragen. Sheerans Single «Thinking Out Loud» verbrachte die Rekordzeit von 19 Wochen in den britischen Charts, ehe sie Nummer eins wurde, wie die Guinness-Redaktion mitteilte. Taylor Swift wurde für die meisten Wochen in den US-Album-Charts mit Millionen-Verkäufen aufgenommen. Die Gruppe One Direction erhielt sogar sechs Einträge - unter anderem für die meisten Follower auf Twitter. Das neue Guinness-Buch erscheint am 10. September.

Yahoo-Chefin Mayer bekommt Zwillinge (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Wirtschaft) =

Sunnyvale (dpa) - Yahoo-Chefin Marissa Mayer (40) ist erneut schwanger. Sie erwarte eineiige Zwillinge, der voraussichtliche Geburtstermin der Mädchen ist Dezember, gab die Top-Managerin am Dienstag bekannt. Da die Schwangerschaft bisher ohne Komplikationen verlaufe und der Umbau des Internet-Konzerns in einer wichtigen Phase sei, wolle sie weitgehend durcharbeiten. Ähnlich ging Mayer schon bei der Geburt ihres ersten Kindes vor drei Jahren vor. Sie nahm damals den Chefposten bei Yahoo während der Schwangerschaft an. Nachdem ihr Sohn auf der Welt war, wurde ein Kinderzimmer neben dem Chefbüro eingerichtet.

US-Schauspielerin Emmy Rossum hat sich verlobt (Foto - Archiv) =

Los Angeles (dpa) - Die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Emmy Rossum (28, «The Day after Tomorrow», «Das Phantom der Oper») will zum zweiten Mal heiraten. Wie die US-Zeitschrift «Us Weekly» am Montag berichtete, hat Rossums Sprecher die Verlobung der Schauspielerin mit dem Drehbuchautor und Regisseur Sam Esmail (37) bestätigt. Das Paar ist seit zwei Jahren zusammen. Rossum war in Esmails erstem Spielfilm «Comet» aufgetreten. Die Schauspielerin hatte sich 2010 nach zweijähriger Ehe von dem Musikproduzenten Justin Siegel scheiden lassen. 

Forest Whitaker: Politiker müssen mehr auf junge Menschen eingehen (Foto - Archiv) =

New York (dpa) - Oscar-Preisträger Forest Whitaker (54, «Der letzte König von Schottland») hat Politiker aufgerufen, mehr auf die junge Generation zu hören. «Sie müssen deutlich machen, dass es auf jeden Menschen ankommt und jeder in einer Demokratie Rechte hat», sagte der US-Schauspieler am Montag auf einer Konferenz vor den Vereinten Nationen. Whitaker sagte, nach seiner Beobachtung fühlten sich junge Leute oft an den Rand gedrängt. Das dürfe nicht passieren, da sonst «das Unkraut der Gewalt, des Extremismus, der Intoleranz und des Rassismus wachse». Der 54-Jährige ist Goodwill-Botschafter der UNESCO, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen.

Für Jenny Erpenbeck zählt vor allem der Mut des Einzelnen (Foto - Archiv - Die Meldung lief auch im Ressort Kultur) =

Berlin (dpa) - Auch die Geschichte der Familie der Schriftstellerin Jenny Erpenbeck ist eine Geschichte von Flucht, politischer Verfolgung, Vertreibung. «Sowohl auf der Seite meines Vaters wie auf der meiner Mutter. Die einen waren während der Nazizeit als Antifaschisten in der Emigration, die anderen mussten am Ende des Krieges ihr Haus in Ostpreußen verlassen», erzählt die Berliner Schriftstellerin (48) der Deutschen Presse-Agentur. Jetzt hat sie einen Roman über Flüchtlinge («Gehen, ging, gegangen») der Gegenwart geschrieben. Eine wichtige Erfahrung für Erpenbeck: «Es kommt auf die Solidarität und den Mut Einzelner an, wenn man in Not ist und Hilfe braucht.»

Projekt für muslimische Frauen: Junge Deutsche gewinnt UN-Preis (Foto - aktuell) =

New York (dpa) - Die Situation muslimischer Frauen in Deutschland hat eine junge Stuttgarterin zu einem Projekt angeregt, das jetzt einen UN-Preis gewonnen hat. Mit dem Preisgeld von 20 000 Euro kann Lara-Zuzan Golesorkhi (27) nun ihr «With or Without»-Projekt (Mit oder Ohne) umsetzen. Damit sollen muslimische Frauen in Deutschland mit Kursen auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet werden. Außerdem sollen sich deutsche Firmen und Unternehmen dazu verpflichten, Frauen mit Kopftüchern nicht zu diskriminieren, sondern sie rein auf Basis ihrer Qualifikationen einzustellen, egal ob mit oder ohne Kopftuch. Die Vereinten Nationen (UN) hatten Ideen zur Bekämpfung von Intoleranz und Diskriminierung per Wettbewerb gesucht.

Di, 2015-09-01 14:08
Moskau (dpa)

Gazprom steigert Halbjahresgewinn um 50 Prozent

Moskau (dpa) - Wegen wachsender Nachfrage und der Rubelschwäche hat der russische Gasmonopolist Gazprom im ersten Halbjahr 2015 einen Überschuss von 675,9 Milliarden Rubel (9,15 Mrd Euro) erzielt. Das seien nach internationaler Rechnungslegung (IFRS) etwa 50 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2014, wie der Konzern am Dienstag in Moskau mitteilte. Am stärksten stieg der Erlös aus dem Gasgeschäft demnach in Europa, und zwar um sieben Prozent. Da Lieferverträge in US-Dollar abgeschlossen werden, profitiert Gazprom vom seit Monaten anhaltenden schwachen Wechselkurs der Landeswährung Rubel zum Dollar.

Analysten hatten mit einem leicht höheren Gewinn von 682,4 Milliarden Rubel gerechnet. Der durch die Mehrwertsteuer, Zollgebühren und sonstige Pflichtzahlungen bereinigte Umsatz wuchs den Angaben zufolge um 1 Prozent auf 2,9 Billionen Rubel. Der Vorsteuergewinn legte von Januar bis Juni um 35 Prozent auf 857 Milliarden Rubel zu.

Di, 2015-09-01 14:16
Berlin (dpa)

Merkel trifft Schröder - Kanzlerin stellt Biografie vor

Berlin (dpa) - Zehn Jahre nach dem Machtwechsel stellt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Biografie über ihren Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) vor. Einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung bestätigte das Bundespresseamt am Dienstag auf Anfrage. Zu der Buchpräsentation am 22. September komme auch Schröder, schreibt das Blatt.

Merkel und Schröder sind nach dem Regierungswechsel 2005 nur noch selten aufeinandergetroffen. Am Abend der Bundestagswahl am 18. September 2005 hatte Schröder bei einem denkwürdigen Fernsehauftritt in einer Gesprächsrunde mit den Parteivorsitzenden zu den Moderatoren über Merkel gesagt: «Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, indem sie sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden? Ich meine, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.»

Die Union lag aber mit 35,2 Prozent knapp vor der SPD, die auf 34,2 Prozent gekommen war. Schröder sagte über Merkel: «Sie wird keine Koalition unter ihrer Führung mit meiner sozialdemokratischen Partei hinkriegen. Das ist eindeutig, machen Sie sich da gar nichts vor.»

Merkel schmiedete danach eine große Koalition mit der SPD, 2009 mit der FDP und 2013 wieder mit der SPD. Heute liegt die Union konstant bei über 40 Prozent und die SPD bei 25 Prozent.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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