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Di, 2016-05-31 15:30
Berlin (WWF)

WWF kritisiert kraftlosen Entwurf zur Nachhaltigkeitsstrategie

Heute hat Bundekanzlerin Merkel den Regierungsentwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2016 vorgelegt. Der Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland, Christoph Heinrich, kritisiert das 250seitige Papier als ein mutloses Dokument, mit dem sich die Regierung vor wesentlichen Herausforderungen drücke.
 
„Der Entwurf klammert entscheidende Fragen aus und ist weit von einer international vorbildhaften Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) entfernt. In Bezug auf die Auswahl geeigneter Indikatoren und die Festlegung ambitionierter Ziele bleibt das Dokument die entscheidenden Antworten schuldig. Etliche Indikatoren sind untauglich, viele Zielsetzungen sucht man bislang vergeblich“, so Christoph Heinrich.
 
Der WWF befürchtet, die Regierung wolle weiter wursteln wie bisher. Das könne man sich nicht leisten und reiche bei Weitem nicht aus, um den globalen Nachhaltigkeitszielen gerecht zu werden. Die Regierung erfülle ihre eigenen Ansprüche nicht: In den Managementregeln heißt es, jede Generation müsse ihre Aufgaben selbst lösen, anstatt sie kommenden Generationen aufzubürden. Letzteres jedoch praktiziere die Kanzlerin mit diesem halbgaren Entwurf.
 
Der WWF fordert in der anstehenden Diskussion bis zur Beschlussfassung im Herbst eine deutliche Konkretisierung und Nachbesserung des Entwurfs.
 

Di, 2016-05-31 14:47
Berlin (dpa) 

Union: Armenien-Resolution setzt Türkei nicht auf Anklagebank

Berlin (dpa) - Die geplante Bundestagsresolution zu Massakern an den Armeniern soll aus Sicht der Union keine Konfrontation mit der Türkei auslösen. Es gehe nicht um eine Schädigung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei, sagte Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) am Dienstag in Berlin. «Ich hoffe, dass das auch so verstanden wird.» Niemand solle auf eine Anklagebank gesetzt werden, schon gar nicht die aktuelle türkische Regierung.

Die Türkei sei ein verlässlicher Nato-Partner, und das solle auch so bleiben, sagte Grosse-Brömer. Dennoch müsse es möglich sein, Ereignisse von vor über 100 Jahren aufzuarbeiten - auch als Grundlage einer Versöhnung zwischen der Türkei und den Armeniern. «Es geht darum, an eine historische Verantwortung zu erinnern, an der auch Deutschland ja einen gewissen Anteil hat.»

Der Bundestag will an diesem Donnerstag eine gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötung und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen dabei zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit ums Leben. Die Türkei bedauert das, lehnt die Einstufung als Völkermord aber ab.

Di, 2016-05-31 14:52
München (dpa)

Allianz sieht G20-Klimaziele in Gefahr - mehr Investitionen gefordert

München (dpa) - Der Versicherungsriese Allianz warnt vor einer wachsenden Investitionslücke bei erneuerbaren Energien. Ohne eine umfassende Strategie für die Energiewende und ausreichende Investitionen gefährdeten die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) ihre Klimaziele und ihre Wettbewerbsfähigkeit bei Technologien und Infrastrukturen, mahnte Karsten Löffler, Geschäftsführer von Allianz Climate Solutions, am Dienstag in München. «Warten führt zu Fehlinvestitionen und Folgekosten.»

Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur liege der jährliche Investitionsbedarf im Jahr 2020 weltweit bei 790 Milliarden Dollar (derzeit rund 710 Mrd Euro). 2015 seien aber lediglich 286 Milliarden Dollar an Investitionen geflossen. Deutschland und Großbritannien seien die bisher einzigen G20-Staaten mit konkreter Strategie für einen emissionsfreien Energiesektor einschließlich eines Umbaus der jeweiligen Stromnetze. Zugleich biete keines der G20-Länder ausreichend gute Voraussetzungen für Investoren.

Die Allianz selbst hat derzeit rund drei Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert und bereits einen kräftigen Ausbau dieses Volumens sowie einen Rückzug aus Kohle-Investitionen angekündigt. «Die Nachfrage privater Investoren ist deutlich größer als das Angebot», erklärte Axel Zehren, Finanzchef von Allianz Investment Management. Noch gebe es zu viele Hürden für das Engagement privater Investoren und es fehle an Rechtssicherheit. Zu den Hemmnissen gehörten etwa die Entflechtungsvorschriften der EU, wonach nicht in Energieerzeuger und Netze investiert werden darf.

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Di, 2016-05-31 14:34
Kiew/Moskau (dpa)

Von Moskau freigelassene Pilotin Sawtschenko nun Abgeordnete in Kiew

Kiew/Moskau (dpa) - Eine Woche nach Rückkehr aus russischer Haft ist die ukrainische Pilotin Nadeschda Sawtschenko im Parlament in Kiew als Abgeordnete vereidigt worden. Sie werde alles für die Rückkehr weiterer Ukrainer aus russischer Haft tun, sagte sie am Dienstag in einer Rede. Die 35-Jährige befestigte ein Plakat mit der Aufschrift «Freiheit für die Gefangenen des Kremls» und mit 31 Porträts im Plenarsaal. Sie war 2014 in Abwesenheit für die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ins Parlament gewählt worden.

Die Soldatin hatte in der Ostukraine gegen Separatisten gekämpft, war gefangen genommen, nach Russland verschleppt und dort zu 22 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden. Ihr Austausch gegen zwei in der Ukraine inhaftierte Russen gilt als Zeichen einer Entspannung im Konflikt der Nachbarländer.

In Moskau schloss Russlands Außenminister Sergej Lawrow eine Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete als eigenständige Staaten durch den Kreml vorerst aus. Dies würde den Druck von der Führung in Kiew nehmen, sich stärker für eine friedliche Lösung des Streits einzusetzen, sagte der Chefdiplomat. Die Forderung der ukrainischen Regierung nach einer bewaffneten Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Konfliktgebiet wies Lawrow mit Nachdruck zurück.

Di, 2016-05-31 14:13
Genf (dpa)

Rückkehrende Touristen sollen wegen Zika Kondome benutzen

Genf (dpa) - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag. In neuen Studien sei zu sehen, dass der Virus der Überträger-Mücke länger als zunächst gedacht in Körperflüssigkeiten nachweisbar sei. Die UN-Organisation hatte ursprünglich Reisenden geraten, vier Wochen lang mit Kondomen zu verhüten. Das sei nach den neuen Erkenntnissen aber zu kurz.

Zika ist bisher in etwa 60 Ländern nachgewiesen worden. Besonders betroffen sind Länder in Mittel- und Südamerika. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass Zika Fehlbildungen bei Ungeborenen auslösen kann. Gesundheitsexperten und Sportler äußerten ihre Bedenken wegen des Infektionsrisikos bei den Olympischen Spielen in Rio im Sommer.

Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet. Die WHO wies aber darauf hin, dass immer mehr Nachweise zeigen würden, dass Zika auch sexuell übertragbar sei.

Frauen und Männer, die planen ein Kind zu zeugen, sollen damit mindestens sechs Monate nach ihrer Reise in ein Zika-Gebiet warten. Abstinenz oder Verhütung mit Kondomen wird auch denjenigen geraten, die Symptome wie Grippe während ihres Auslandsaufenthalts erleben.

Di, 2016-05-31 14:33
Geretsried (dpa)

Fleischfirma Sieber klagt wegen Produktionsverbots

Geretsried (dpa) - Die Fleischfirma Sieber geht nach dem Fund gesundheitsgefährdender Bakterien in Wurstwaren gerichtlich gegen ein behördlich angeordnetes Produktionsverbot vor. Es sei Klage gegen den Freistaat Bayern eingereicht worden, sagte Inhaber Dietmar Schach am Dienstag am Firmenstandort in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Die Rückrufaktion sämtlicher Ware und die Werksschließung seien politisch motiviert. Das bayerische Verbraucherschutzministerium wies die Vorwürfe zurück.

In Proben von Sieber-Wurstwaren waren gesundheitsgefährdende Listerien gefunden worden. Das Landratsamt in Bad Tölz hatte daraufhin am Freitag angeordnet, dass sämtliche Sieber-Produkte in ganz Deutschland aus den Ladentheken sowie in Flughäfen und Großkantinen zurückgerufen und vernichtet werden müssen. Das Unternehmen beliefert nach seinen Angaben die Ketten Lidl, Norma, Rewe und Penny. Außerdem verhängte die Behörde ein Betriebs- und Vertriebsverbot für die Großmetzgerei mit 120 Beschäftigten.

Eine Ansteckung mit Listerien kann bei Kleinkindern und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu starkem Durchfall und Fieber führen. Bei Gesunden verläuft die Listeriose genannte Krankheit meist harmlos.

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Di, 2016-05-31 14:37
Köln (dpa)

Ministerpräsidentin Kraft: Neudeck war immer starkes Vorbild

Köln (dpa) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat sich bestürzt über den Tod von Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck gezeigt. «Er war durch sein mutiges Engagement für Flüchtlinge immer ein starkes Vorbild», schrieb die Regierungschefin auf Twitter. Neudeck starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren, wie ein Sprecher der Organisation in Köln mitteilte. Neudeck hatte 1979 die Hilfsorganisation Cap Anamur und 2003 das Friedenskorps Grünhelme ins Leben gerufen.

Di, 2016-05-31 14:15
Offenbach (dpa)

Meteorologe: Unwetter deutliches Zeichen des Klimawandels

Deutschland erlebt derzeit die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Und die sind erst der Anfang. Sturzregen mit Schlammlawinen und verwüstete Ortschaften könnte es künftig häufiger geben als bisher.

Offenbach (dpa) - Die Unwetter in Süddeutschland sind aus Sicht eines Meteorologen Folgen des Klimawandels. Starkregen werde es in Zukunft häufiger geben, und die Heftigkeit werde noch zunehmen - «die Tendenz zu noch stärkeren Unwettern ist in den Klimamodellen erkennbar», sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Klimaforscher sagen seit langem eine Häufung von Extremwetter-Ereignissen als Folge der Erderwärmung voraus.

Steht nun ein Unwetter-Sommer bevor?

Eine Prognose für den bevorstehenden Sommer sei nicht möglich, sagte Friedrich. «Einen Tornado- oder Unwetter-Sommer vorherzusagen - das ist Humbug.» Genaue Vorhersagen seien nur einige Tage im Voraus möglich. Es steige aber die Wahrscheinlichkeit von Unwettern mit extremen Niederschlägen innerhalb weniger Stunden.

Gibt es besonders gefährdete Regionen?

«Im Prinzip kann das überall in Deutschland passieren», sagte Friedrich. Besonders heftig könne Starkregen in bergigen Gebieten ausfallen - etwa im Erzgebirge, an den Alpen oder im Schwarzwald. Dort stauten sich Regen- und Gewitterwolken, der Niederschlag falle noch intensiver aus als anderswo.

Welche Folgen sind zu befürchten?

In hügeligem Gelände drohten Schlammlawinen und Erdrutsche, im Flachland Überschwemmungen, wenn Hunderte Liter Wasser in wenigen Stunden herunterprasseln. Hagel könne in Städten und Dörfern die Kanalisation verstopfen. Das müssten Städteplaner berücksichtigen.

Waren die Regenmengen im Südwesten ein deutscher Rekord?

Nein. In der Unwetterregion sind zwar nach DWD-Angaben innerhalb von weniger als sechs Stunden örtlich mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - aber der bisherige Spitzenwert stammt vom 13. August 2002 zum Elbehochwasser. Damals fielen in Zinnwald im Erzgebirge innerhalb von 24 Stunden 312 Liter Regen pro Quadratmeter. Mengen von mehr als 150 Litern pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden werden nach Überzeugung von Friedrich künftig alle 10 bis 20 Jahre vorkommen.

Sind bestimmte Jahreszeiten besonders unwetterträchtig?

Gerade der Mai bietet nach Angaben der Meteorologen hohes Unwetterpotenzial. Wegen der starken Sonneneinstrahlung habe sich der Kontinent bereits erwärmt, die feuchte Luft über dem Meer sei aber noch recht kalt. Die Temperaturgegensätze und die Luftfeuchtigkeit lassen Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa entstehen.

Wie lange im Voraus kann gewarnt werden?

«Das Unwetterpotenzial ist Tage vorher zu erkennen», sagte Friedrich. Aber wo genau mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, könne oft nur Minuten vorher gesagt werden. Feuerwehr und Katastrophenschutz seien direkt mit dem DWD vernetzt und erhielten über eigene, ausfallsichere Systeme ständig Informationen und könnten Warn-Meteorologen auf Hotlines erreichen. Wenn eine extreme Unwetterlage erkennbar sei, richte der DWD Extraschichten ein.
 

Di, 2016-05-31 14:39
Offenbach (dpa)

Luft bleibt unwettergeladen - Nach «Elvira» kommt «Friederike»

Offenbach (dpa) - Keine Entwarnung beim Wetter: Zu Beginn des meteorologischen Sommers am Mittwoch sind neue Unwetter in Sicht. «Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Dienstag steigt das Gewitterrisiko in den nächsten Tagen wieder an», sagte die Meteorologin Magdalena Bertelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Tief «Elvira», das am Wochenende die verheerenden Unwetter in Süddeutschland brachte, ziehe zwar nach Westen ab, aber schon am Mittwochfrüh komme von Polen her ein neues Tiefdruckgebiet ins Land. «Friederike» werde einige Tage bleiben und Starkregen und Hagel bringen. Diesmal sei vor allem die Mitte Deutschlands betroffen.

Am Mittwoch dominieren bis auf die Küsten überall Wolken, vielerorts gibt es Schauer. Gewitter können unwetterartig ausfallen. Direkt an der Küste kommt auch mal die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen meist 17 bis 23 Grad, im Nordosten ist bei bis zu 26 Grad ein Sommertag möglich.

Auch am Donnerstag kann es zu Gewittern mit heftigem Regen oder Hagel kommen. Die davon betroffenen Regionen waren aber am Dienstag noch nicht vorherzusehen. Wieder soll es bei Sonnenschein im Nordosten am wärmsten werden - dort sind sommerliche 27 Grad zu erwarten.

Das erste Juni-Wochenende soll wechselhaft bleiben. Es werde zwar auch trockene und sonnige Momente geben, aber: «Es muss weiterhin mit teils kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden», sagte Bertelmann.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-31 14:28
Jerusalem (dpa)

Netanjahu: Friedenswillen bekräftigt und Pariser Initiative ignoriert

Israels Regierungschef Netanjahu lobt einen angestaubten arabischen Friedensplan. Will er nur Kritik nach Ernennung des Rechtsaußen Lieberman zum Verteidigungsminister abwehren?

Jerusalem (dpa) - Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nach der Vereidigung eines ultra-rechten Verteidigungsministers seinen Friedenswillen bekräftigt. «Ich bleibe den Bemühungen um einen Frieden mit den Palästinensern und allen unseren Nachbarn verpflichtet», sagte Netanjahu am Montagabend, nachdem das Parlament die Ernennung Avigdor Liebermans gebilligt hatte.

Wenige Tage vor einer internationalen Friedenskonferenz in Paris ignorierte Netanjahu jedoch die jüngste französische Initiative für einen Neustart von Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern. Netanjahu sagte stattdessen, eine arabische Friedensinitiative aus dem Jahre 2002 enthalte «positive Elemente». Ziel seien weiterhin «zwei Staaten für zwei Völker».

Auf Initiative Saudi-Arabiens haben arabische Staaten im Jahr 2002 die Anerkennung Israels angeboten. Im Gegenzug verlangen sie unter anderem Israels Rückzug aus allen im Krieg von 1967 besetzten arabischen Gebieten, die Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt sowie eine gerechte Lösung der palästinensischen Flüchtlingsfrage. Israel hat bislang nicht signalisiert, unter anderem beim Streit um Ost-Jerusalem oder um Flüchtlinge Kompromisse eingehen zu wollen.

Netanjahu begrüßte auch eine Ansprache des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, der sich vor zwei Wochen für einen neuen Anlauf bei den Nahost-Friedensverhandlungen ausgesprochen hatte. Lieberman sagte, er stimme «jedem Wort» Netanjahus zu, einschließlich der Forderung nach einer Zwei-Staaten-Lösung in Nahost.

Der UN-Nahostgesandte Nickolay Mladenov begrüßte Netanjahus und Liebermans Worte. «Diese Gelegenheit sollte nicht verpasst werden», sagte er. Darauf müssten nun rasch konkrete Schritte folgen.

Ein Kommentator der «Times of Israel» schrieb aber am Dienstag, Netanjahu wolle lediglich «Kritik an der Ernennung des Rechtsaußen Avigdor Lieberman zum Verteidigungsminister abwehren».

Kernfragen des Jahrzehnte alten Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern sind Jerusalem, Siedlungen, Flüchtlinge, der künftige Grenzverlauf und Sicherheitsregelungen. Friedensverhandlungen unter US-Vermittlung waren 2014 gescheitert, weil beide Seiten nicht bereit waren, die notwendigen Kompromisse einzugehen. US-Außenminister John Kerry hatte signalisiert, dass er Israel als hauptverantwortlich für das Scheitern sieht.

Frankreich will am Freitag Vertreter von rund 20 Ländern zu einem Treffen ohne die Konfliktparteien empfangen, um darüber zu diskutieren, wie Israelis und Palästinenser wieder an einen Tisch zu bekommen sind. Paris will dabei neben den USA, Russland, der EU und den Vereinten Nationen auch arabische Staaten einbinden. Die eigentliche Friedenskonferenz mit Vertretern Israels und der Palästinenser ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Netanjahu hatte den französischen Vorstoß mehrmals abgelehnt. Stattdessen will er direkte und zeitlich unbefristete Verhandlungen mit den Palästinensern. Die Palästinenser unterstützen hingegen die Pariser Initiative, weil direkte Gespräche mit Israel bislang stets gescheitert seien.

Di, 2016-05-31 14:58
Johannesburg (dpa)

Ehemalige First Lady der Elfenbeinküste erneut vor Gericht

Johannesburg (dpa) - Die ehemalige First Lady der Elfenbeinküste, Simone Gbagbo, muss sich seit Dienstag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem Gericht in Abidjan verantworten. Gbagbo wird vorgeworfen, eine Rolle bei den tödlichen Unruhen nach der Präsidentenwahl zum Jahreswechsel 2010/2011 gespielt zu haben.

Damals kamen nach UN-Angaben mindestens 3000 Menschen ums Leben. Ihr Ehemann, Laurent Gbagbo, hatte sich geweigert, trotz seiner Abwahl den Weg für seinen Gegner und heutigen Staatschef Alassane Ouattara freizumachen. Laurent Gbagbo wird am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag der Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemacht.

Menschenrechtsorganisation zweifeln an, dass der Prozess gegen die ehemalige First Lady in der Elfenbeinküste fair ist. Das Land weigert sich allerdings Gbagbo nach Den Haag auszuliefern.

Simone Gbagbo ist im vergangenen Jahr bereits von einem ivorischen Gericht zu 20 Jahren Haft wegen Vergehen gegen die Sicherheit des Staates verurteilt worden.

Di, 2016-05-31 14:45
Braunsbach (dpa)

Ein Dorf räumt auf - Braunsbach nach der Gerölllawine

«Braunsbach war einmal», sagten sie am Tag direkt nach der Katastrophe. Am Tag zwei nach der unglaublichen Gerölllawine packen alle an, um die Idylle im Kochertal wieder aufzubauen.

Braunsbach (dpa) - «Ich helfe, bis ich nicht mehr kann, dann gehe ich duschen und ins Bett.» Manuel Taffner schaufelt Schlamm und Geröll aus der Gaststätte «Löwen» am Markt. Jetzt gönnt er sich eine kleine Pause mit Würstchen und Wasser, irgendjemand hat das vorbeigebracht. Taffner hat sich Urlaub genommen, obwohl sein Haus am Hang von der Schlamm- und Gerölllawine verschont blieb, die in der Nacht zum Montag seinen Heimatort Braunsbach im eigentlich idyllischen Kochertal in eine Schlammwüste verwandelt hat.

Taffner und sein Schwager Dimi Karagiannis (41) helfen - egal wo. «Wenn mir sowas passiert wäre, bräuchte ich auch Hilfe», sagt er schlammverschmiert und sichtlich erschöpft. Ist im «Löwen» nichts mehr zu tun, wollen beide «die Straße rauflaufen und irgendwo anders helfen». Braunsbacher hielten zusammen.

Dass hier in der Nacht zum Montag niemand zu Tode kam, erscheint wie ein Wunder. Ganze Hauswände sind rausgerissen. Oben am Markt liegen die Schuttberge, durchsetzt mit Baumstämmen, mannshohen Steinbrocken, zerquetschten Autos und mitgeschwemmtem Hausrat so hoch, dass man gar nicht darüber kommt. Laut dröhnende Bagger und Schaufelradlader tragen sie ab. Lastwagen für Lastwagen wird Geröll aus dem Ort gefahren. Autowracks werden auf einen provisorischen Schrottplatz gezogen.

Auf den Straßen steht der Schlamm knöcheltief. Der Schlossbach, einer der beiden Zuflüsse zum Kocher, die am Sonntagabend gemeinsam eine unglaubliche Gewalt entwickelten, läuft noch mehr oder weniger unkontrolliert durch den Ort. Für gewöhnlich läuft er nur oben am Schloss offen ins Tal, weiter unten eigentlich im Kanal. Doch der ist am Mittag noch verschüttet.

Hier und da riecht es nach Benzin oder Öl, vermutlich aus leckgeschlagenen Autos, die überall demoliert am Straßenrand stehen. Mit einem gesprühten X sind die markiert, die auf Verschüttete kontrolliert sind. Es gebe nach wie vor keine Vermisstenmeldungen, versichert Gerhard Bauer, Landrat des Kreises Schwäbisch Hall, bei einem Besuch am Mittag.

Klaus Wolf (74) schiebt eine Schubkarre über den Markt. Er hilft seinem Zwillingsbruder, dessen Sanitätsgeschäft zerstört wurde. «Wir sind noch immer im Keller, ich muss weiter.» Gemeinderätin Brigitte Ehrmann (47) schaufelt Schlamm aus dem Rathaus. Die Bank, bei der sie für gewöhnlich arbeitet, hat ihr freigegeben. «Gestern Abend um zehn war die Vertretung organisiert, das ist super.» Am Montag hat sie mit ihrer Schaufel in der Festhalle geholfen, heute wieder schlammverschmiert im Rathaus des 900-Seelen-Dorfes. «Ich mache, wo ich mit meinen Händen helfen kann.»

Bürgermeister Frank Harsch wirkt noch erschöpfter als am Vortag. Doch er ist vermutlich auch ein Stück weit stolz. «Es ist ein Wahnsinn: Alle haben Kumpels oder Verwandte organisiert, die mithelfen.» Die Stromversorgung solle so schnell wie irgend möglich wieder hergestellt werden, die Wasserversorgung natürlich auch. Der Weg zurück zum alten Braunsbach könne Monate dauern. Und was denkt er, wenn für Mittwoch neue Gewitter vorhergesagt werden? «Daran kann ich eh nichts ändern.»

«Das Telefon bei uns steht nicht still», berichtet Landrat Bauer. «Die Hilfsbereitschaft ist wirklich enorm.» Sogar so groß, dass die Polizei am Mittag dazu aufruft, Hilfslieferungen einzustellen. Abgestellte Fahrzeuge und deren Hilfsgüter blockierten Zufahrtswege, so dass es zu Verzögerungen bei den Aufräumarbeiten komme. Derweil hofft Bauer auf Zuschüsse von Land und Bund. «Eine eher finanzschwache Gemeinde wie Braunsbach kann dann nicht alles tragen.»

In der Infozentrale der Gemeinde in der Grundschule auf dem Berg gibt es Kosmetikartikel wie Zahnbürsten - kostenlos steht auf einer Tafel am Markt. Schule und Kindergarten bleiben die ganze Woche geschlossen, lautet eine weitere Ansage dort. Daneben schieben die 12-jährige Carolin und ihr Bruder Florian (8) mit Besen Schlamm aus dem Geschäft, in dem für gewöhnlich ihr Vater arbeitet. Er helfe mit, damit die Läden bald wieder öffnen könnten, sagt Florian abgeklärt. «Es wird jeden Tag besser.» Auch seine Schwester muss heute nicht in den Nachbarort in die Schule. «Ich könnte mich da auch gar nicht konzentrieren, wenn ich weiß, dass die Leute hier Hilfe brauchen, weil es ihnen nicht gut geht.»
 

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-31 14:03
Köln (dpa)

Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck gestorben

Das Schicksal von Flüchtlingen war sein Lebensthema. Rupert Neudeck gründete 1979 die Hilfsorganisation Cap Anamur und rettete Tausende von vietnamesischen Flüchtlingen. Nun ist der engagierte Journalist gestorben.

Köln (dpa) - Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren, wie ein Sprecher der Organisation mitteilte.

Neudeck hatte 1979 Cap Anamur und 2003 das Friedenskorps Grünhelme ins Leben gerufen. Mehr als 11 000 vietnamesische Boat People retteten die Aktivisten von Cap Anamur in den 80er Jahren aus dem Chinesischen Meer.

Über Jahrzehnte hinweg setzte sich der Journalist für Notleidende und Flüchtlinge ein. In der aktuellen Flüchtlingsdebatte forderte er 2015 den Einsatz der deutschen Marine und eine langfristige Seenotrettung im Mittelmeer.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) twitterte am Dienstag: «Rupert Neudeck hat vielleicht das Größte geleistet, was ein Mensch überhaupt tun kann: Menschenleben retten.»

Sein Freund und Weggefährte Günter Wallraff sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Er war ein Heiliger unserer Tage. Bei Rupert Neudeck war Reden und Handeln eine Einheit. Es gibt für ihn keinen Ersatz.»

Die Grünhelme gründete Neudeck auch als Reaktion auf den 11. September 2001 - «damit wir nicht in Frontstellung gegen Muslime kommen». Christen und Muslime arbeiten in der Organisation zusammen, errichten gemeinsam Schulen, auch in muslimischen Ländern wie Afghanistan.

«Wir werden zeitlebens nicht loskommen von der schönen Bürde, Eltern von Cap Anamur und den Grünhelmen zu sein», hatte er 2014 zu seinem 75. Geburtstag der dpa gesagt. Mit seiner Frau Christel lebte Neudeck bescheiden in Troisdorf bei Bonn.

Bis zuletzt blieb Neudeck aktiv, warb für seine Initiativen und sammelte Spenden. Sein Engagement wurzelte in seinem christlichen Glauben - und in der eigenen Vergangenheit: Gegen Kriegsende war er mit seiner Familie von Danzig nach Westfalen geflohen, also selbst ein Flüchtling in Not gewesen.

Viele Auszeichnungen hat der dreifache Vater und mehrfache Großvater für sein beherztes Engagement erhalten. Darunter waren der europäische Sozialpreis (2006) und der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (2007).

Di, 2016-05-31 14:57
Berlin (dpa)

Seehofer und Merkel sprechen über Unionskrise - Koalition rutscht ab

Wenn die Chefs sich nicht einigen, haben es die Mitarbeiter schwer. Gerade driften so die Schwesterparteien CDU und CSU auseinander. Ein persönliches Gespräch von Kanzlerin und CSU-Chef soll es richten.

Berlin (dpa) - Die Union sucht nach einem Ausweg aus ihrem tiefen Zerwürfnis über die Flüchtlingspolitik. Führende Politiker von CDU und CSU forderten am Dienstag ein Ende der Streitereien. Am Abend wollten sich Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer in Berlin zu einem persönlichen Gespräch treffen. Das Verhältnis der CDU-Chefin und des bayerischen Ministerpräsidenten gilt als zerrüttet. Ende Juni wollen die Spitzen beider Parteien langfristige Themen festlegen. Allerdings birgt schon die Wahl des Ortes Konfliktstoff.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: «Jetzt ist ein Zustand erreicht, der der Union im Ganzen schadet.» Meinungsunterschiede sollten nicht immer wieder öffentlich angefeuert werden. Auch weil die Zahl der Flüchtlinge zurückgegangen sei, «könnte die Dezibelstärke der Interviews ebenfalls zurückgeführt werden».

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer warf der CDU in der «Bild»-Zeitung vor, sie habe kein Profil. «Wenn sich CDU und SPD immer mehr angleichen, schadet es allen.» Außerdem schreibt «Bild», Seehofer vermute ein Komplott im Kanzleramt. «Bis hinein ins Kanzleramt» gebe es Kräfte, die die CSU als «Fehlkonstruktion» betrachteten und beseitigen wollten.

Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) sagte: «Ich bin der festen Überzeugung, dass diese fast wöchentliche Kritik aus München der Union insgesamt schadet.»

Die CSU hält Merkel vor, mit ihrer Flüchtlingspolitik verantwortlich zu sein für die sinkenden Umfragewerte der Union. Aus der CDU verlautet, durch die ständigen Attacken von Seehofer auf Merkel kehrten Anhänger der Union den Rücken.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mahnte aber: «Ich habe nicht den Eindruck, und das sollten wir auch nicht den Menschen einreden, dass das Vertrauen der Bürger in die Kanzlerin nicht mehr vorhanden wäre.» Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, forderte eine starke und geschlossene Union für die Bundestagswahl 2017 - «und nicht eine, die sich gegenseitig nur Vorwürfe macht».

Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa für die «Bild»-Zeitung verliert die große Koalition an Zustimmung und ist erstmals unter die Marke von 50 Prozent gerutscht. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU demnach auf 30 Prozent - ein halber Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD verliert demnach ebenfalls einen halben Punkt und liegt nur noch bei 19 Prozent.

Di, 2016-05-31 14:00
Erstfeld/Berlin (dpa)

Gotthard-Tunnel ist noch kein Durchbruch für Europas Bahnverkehr

Der neue Gotthard-Bahntunnel steht vor der Eröffnung. Er macht im Alpentransit mehr Güterverkehr auf der Schiene möglich. Doch die Tunnelstrecke kann noch lange nicht voll ausgelastet werden.

Erstfeld/Berlin (dpa) - Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst ist es zweifellos. Mit je 57 Kilometern sind die beiden Röhren durch die Schweizer Alpen der längste Eisenbahntunnel der Welt. An diesem Mittwoch soll der Gotthard-Basistunnel feierlich eröffnet werden, nach vielen Testfahrten soll der reguläre Zugverkehr mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember aufgenommen werden. Fraglich ist jedoch, ob der große Durchbruch durch den Berg auch ökonomisch zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Beim Güterverkehr hängt viel von Deutschland ab. Die Transporteure beklagen Versäumnisse beim deutschen Schienennetz. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) spricht gar von einer Blamage der Verkehrspolitik. Die Deutsche Bahn hält die neue Tunnelstrecke zwar für einen «Meilenstein» des europäischen Schienenverkehrs, sie sei «aber nur der erste Schritt».

«Der Tunnel funktioniert nur, wenn die nachgelagerten Schienennetze deutlich ausgebaut werden», sagt Frank Rösch vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. «Da wird Deutschland deutlich zulegen müssen.» Andererseits sei damit zu rechnen, dass der Tunnel «eine Katalysatorwirkung haben wird» - also auf deutscher Seite schneller gebaut wird. Dazu gehörten auch Güterbahnhöfe, auf denen extralange Züge bis 740 Meter für den Alpentransit zusammengestellt werden könnten.

Noch fehlen leistungsfähige Zubringerstrecken, nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz und in Italien. Als wichtiges Verbindungsstück nach Süden ist auf Schweizer Gebiet der 15 Kilometer lange Ceneri-Tunnel im Bau. Er soll 2020 betriebsbereit sein.

Deutlich länger wird es dauern, bis die 182 Kilometer lange deutsche Zubringerstrecke Karlsruhe-Basel komplett ausgebaut ist, über die fast der gesamte Güterverkehr aus dem Norden in die Schweiz kommt. Frühestens 2035 wird der Abschnitt viergleisig befahrbar sein. «In Deutschland sind die Planungen nicht erreicht worden, wir sind mit dem eigenen Zeitplan in Verzug», stellt der Ministerialdirigent im Bundesverkehrsministerium, Hugo Gratza, fest.

Die Bundesregierung habe es in den 17 Jahren Bauzeit des Gotthard-Tunnels geschafft, «das Ziel der Verlagerung auf die Schiene zu vernachlässigen», kritisiert der VCD. Dabei sei innerhalb weniger Jahre die Autobahn von Baden-Baden nach Offenburg für den Lkw-Verkehr sechsspurig ausgebaut worden, «nachdem zuvor die Planungsmittel für den Ausbau der Rheintalbahn gestrichen wurden», sagt der baden-württembergische VCD-Landeschef Matthias Lieb.

Auf dem Schienenkorridor von Rotterdam an der Nordsee bis Genua am Mittelmeer sind pro Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen Fracht unterwegs. Prognosen rechnen mit einer Verdoppelung bis zum Jahr 2030, wenn die Kapazität vorhanden ist. Gratza sagt, die Bundesregierung wolle bei wachsendem Volumen den Anteil der Schienentransporte am gesamten Güterverkehr von derzeit 17 Prozent zumindest halten. Rund 9000 Züge der deutschen Güterbahn DB Cargo fuhren im vergangenen Jahr über die Gotthard-Route - Tendenz steigend.

Am Gotthard werden bereits 69 Prozent der Gütermenge per Bahn befördert und nur noch 31 Prozent per Lastwagen. Die Zahl der Lkw-Fahrten sank von 1,4 Millionen (2000) auf 1,0 Millionen (2014) und soll nach den Plänen der Regierung bis 2018 auf 650 000 gedrückt werden - mit Hilfe des neuen Bahntunnels und einer höheren Lkw-Maut.

Für die Schweizer ist es das übergeordnete Ziel, ihre Täler von Abgasen zu entlasten. Zwei Volksabstimmungen für das Gesamtprojekt «Neue Eisenbahn-Alpentransversale» (NEAT) und seine Finanzierung legten die Grundlage dafür. Dazu gehören auch der 2007 eröffnete Lötschbergtunnel im Westen und der Ceneri-Tunnel.

Hinter dem Umweltschutz reiht sich die Frage ein, ob sich die 13 Milliarden Schweizer Franken (11,7 Mrd Euro) teure Gotthard-Strecke auch rechnet. «Volkswirtschaftlich wohl ein Nullsummenspiel» sei der neue Tunnel, vermutet der Vizedirektor des Schweizerischen Bundesamts für Verkehr, Gery Balmer, angesichts der enormen Investitionen.

Erst einmal soll der Tunnel einen Zeitgewinn von bis zu 45 Minuten bringen. Die Strecke ist rund 30 Kilometer kürzer als die alte, die auf 1150 Meter hinauf durch den Tunnel aus dem Jahr 1882 führt. Der neue Tunnel liegt auf nur rund 550 Metern Höhe, die Strecke verläuft ohne starke Anstiege. Dadurch entsteht von Rotterdam bis Genua eine «Flachbahn», wie Eisenbahner das nennen.

Das ist der größte Vorteil des neuen Tunnels: Güterzüge brauchen nur noch eine statt zwei Lokomotiven für die Alpendurchquerung oder zwei statt drei für die ganz schweren Züge mit bis zu 2000 Tonnen Gewicht. Statt maximal 180 Güterzügen pro Tag auf der historischen Bergstrecke können es künftig damit bis zu 260 sein.
 

Di, 2016-05-31 13:51
München (dpa)

Weitere Schlappe für Stolperstein-Befürworter in München

München (dpa) - Die Befürworter von Stolpersteinen in München haben vor Gericht eine weitere Schlappe erlitten. Das Verwaltungsgericht wies am Dienstag die Klage dreier Männer ab, die mit den kleinen Messingtafeln in Gehwegen an ihre von den Nationalsozialisten ermordeten Vorfahren erinnern wollten. Sie wehrten sich gegen ein Verbot der Stadt, die Stolpersteine zu verlegen und pochten auf ein Sondernutzungsrecht.

Die Kammer war aber der Überzeugung, dass privatrechtliche Regelungen wie Verträge zwischen den Klägern und der Stadt hier greifen müssten. Das Verwaltungsgericht sei darum für die ganze Sache gar nicht zuständig. Außerdem liegt es nach Auffassung des Vorsitzenden Richters Thomas Eidam durchaus im Ermessen der Stadt, welche Form des Gedenkens sie zulässt.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1099 Orten Deutschlands und in 20 Ländern Europas. Die Stadt München hat sich offiziell gegen die Verlegung von Stolpersteinen entschieden. Begründung: Die Namen von Nazi-Opfern sollen nicht mit Füßen getreten werden.

Di, 2016-05-31 13:45
Berlin (dpa)

Die Versandapotheker auf der Suche nach dem Online-Patienten

Nach anfänglichem Geschrei haben sich die deutschen Apotheker mit dem Versandhandel arrangiert. Doch mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen bekommt das Thema wieder mehr Brisanz.

Berlin (dpa) - Die Apotheker hatten schon Untergangsszenarien an die Wand gemalt: 2004 wurde ihr Markt für den Versandhandel geöffnet - auf Druck des europäischen Auslandes. Es kam zur sogenannten Lex DocMorris, benannt nach einem für deutsche Verhältnisse besonders aggressiven Versandhändler aus Holland. Die Aufregung der Apotheker hat sich inzwischen gelegt. Wohl auch, weil die Patienten sehr pragmatisch Vor- und Nachteile des Versandhandels erkennen. Von Mittwoch an will der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) zwei Tage Bilanz ziehen und die Frage nach der Apotheke der Zukunft stellen. Die Bilanz fällt wohl eher durchwachsen aus.

Wer kann eine Versandapotheke betreiben?

In Deutschland nur, wer eine Apotheken-Niederlassung hat. Derzeit gibt es hierzulande rund 20 200 Apotheken, 2900 mit Versandhandelserlaubnis. Wie es bei der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) heißt, ist die Zahl der erteilten Versandhandelslizenzen rückläufig. 2013 waren es noch rund 3000 Lizenzen. Nur rund 150 Apotheker nutzen diese Erlaubnis auch tatsächlich und sind ständig im Netz anzutreffen. Das sind weniger als ein Prozent der Apotheken. Viele Inhaber fürchten laut ABDA den hohen Aufwand, zusätzlich eine Versandapotheke aufzubauen.

Was schätzen die Patienten an der Versandapotheke?

Nach einer Umfrage des YouGov-Instituts im Auftrag des Versandapothekenverbandes nutzen heute insgesamt mehr als 40 Prozent der Bundesbürger Online- oder Versandapotheken. Unter den 35- bis 44-Jährigen sind es 49 Prozent. Befragte in der Vorstadt oder auf dem Land kaufen häufiger online ein als Menschen in Stadtzentren. Das könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass die Apotheke quasi mit dem Landarzt mehr und mehr aus der Fläche verschwindet.

Nach Angaben von Verbandschef Christian Buse ist der Versandhandel auch für Menschen etwa mit HIV interessant, da hier - anders als in einer Apotheke - Diskretion garantiert ist. Auch chronisch Kranke, die einmal im Monat oder Quartal ihr Rezept beim Arzt holen, haben genügend Vorlauf, um zwei, drei Tage auf die Lieferung des Versandhandels warten zu können.

Wo sind die Nachteile des Versandhandels?

Gerade diese zwei, drei Tage Lieferdauer ist laut Umfrage ein wesentliches Manko des Versandhandels. Die Präsenzapotheke ist mit ihrem effektiven Großhandelssystem im Rücken deutlich schneller als die Online-Apotheke. Laut ABDA setzen auch chronisch Kranke, die auf Dauer bestimmte Medikamente brauchen oder gar mehrere gleichzeitig, zu 88 Prozent auf ihre Stammapotheke. Die Patienten bevorzugten den persönlichen Kontakt, heißt es, in der Überzeugung: «Mein Apotheker weiß, was ich sonst noch so nehme.»

Welche Medikamente laufen über den Versandhandel gut?

Bei rezeptfreien Medikamenten sei seit 2014 der Trend zu erkennen, dass die Leute ihre Hausapotheken im Versandhandel kaufen, sagte Buse der dpa. Wer etwa Allergiker sei, wisse, jedes Jahr ist Allergiezeit «und dann kauft der eben im Versandhandel seine Medikamente».

Diese Marktanteile der Versandapotheken würden heute hingenommen, heißt es bei der ABDA. Bei den rezeptpflichtigen Medikamenten würden sie aber nicht als echte Konkurrenz wahrgenommen. Dieses Geschäft findet zu gut 99 Prozent in Apotheken vor Ort statt. Das Wachstum der Versandapotheken in den ersten zehn Jahren hatte die etablierten Apotheker sehr nervös machte. In den letzten zwei Jahren scheint der Umsatz in Euro und der Absatz in Packungen weitgehend zu stagnieren.

Wo steht die Apotheke 2030?

Das Konsumverhalten der Menschen in einer digitalisierten Welt ändert sich. Das betrifft auch die Apotheken. Die Hoffnungen des Online-Handels konzentrieren sich auf das elektronische Rezept. Doch auch die Präsenzapotheken sehen das Potenzial. Heute schon würden Patienten etwa mit Apps aus der Apotheke heraus bei der richtigen Verabreichung von Medikamenten betreut. Mehr Betreuung und mehr Service seien Stichworte der Zukunft, heißt es bei der ABDA.
 

Di, 2016-05-31 13:23
Köln (dpa)

Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck gestorben

Köln (dpa) - Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren, wie ein Sprecher der Organisation in Köln mitteilte.

Neudeck hatte 1979 Cap Anamur und 2003 die Grünhelme ins Leben gerufen. Mehr als 11 000 vietnamesische Boat People fischten die Aktivisten von Cap Anamur in den 80er Jahren aus dem Chinesischen Meer. Über Jahrzehnte hinweg setzte sich der Journalist für Notleidende und Flüchtlinge ein.

Mit seiner Frau Christel lebte er bescheiden in Troisdorf bei Bonn. Die Familie äußerte sich zunächst nicht.

Di, 2016-05-31 13:56
Bagdad (dpa)

NRC: Kaum Zivilisten können aus irakischem Falludscha fliehen

Bagdad (dpa) - In der von irakischen Streitkräften angegriffenen IS-Hochburg Falludscha im Westen des Landes entfaltet sich nach Angaben von Helfern eine humanitäre Katastrophe. Die Zivilisten stünden im Kreuzfeuer der Konfliktparteien und es gebe für sie keine sicheren Fluchrouten aus der Stadt heraus, sagte der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Jan Egeland, am Dienstag.

Nach NRC-Angaben sind rund 50 000 Menschen in der von dem Islamischen Staat (IS) kontrollierten Stadt eingeschlossen. Nur 554 Familien hätten seit Beginn der Militäroffensive aus der Umgebung der Stadt fliehen können. Der NRC wüsste nur von einer Familie, die aus der Stadt selber entkommen sei, so Egeland. Zivilisten berichteten von extremer Hungersnot in Falludscha, teilte der NRC-Leiter im Irak, Nasr Muflahi, mit. «Ein Mangel an Essen, Medizin, sicherem Trinkwasser und Strom drängt Familien an den Rand der Verzweiflung.»

Die irakische Armee und Milizen hatten Anfang vergangener Woche mit Unterstützung von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt rund 70 Kilometer westlich von Bagdad zu vertreiben. Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren die Stadt seit Januar 2014.

Di, 2016-05-31 13:54
Berlin (dpa)

Weiter Kritik an Armenien-Resolution des Bundestags

Berlin (dpa) - Vor der geplanten Armenien-Resolution des Bundestags gibt es weiter Kritik an der fraktionsübergreifenden Initiative. Der frühere Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), sagte dem Berliner «Tagespiegel» (Mittwoch): «Wir sollten uns auf die drängenden Probleme konzentrieren und das Verhältnis zur Türkei nicht weiter verschlechtern.»

Die sachlichen Inhalte der Resolution, in der der Türkei Völkermord an den Armeniern vorgeworfen werde, seien zwar unstrittig, sagte Löning. Die Türkei sei ein unverzichtbarer Partner sowohl in der Flüchtlingsfrage als auch bei der Lösung des Syrienkonflikts. Die Resolution sei nicht hilfreich, um bei diesen wichtigen politischen Fragen voranzukommen.

Der Bundestag will am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massaker und Deportationen an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen kamen dabei vor rund 100 Jahren bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei bedauert das, lehnt die Einstufung als Völkermord aber strikt ab.

Zuvor hatte auch Integrationsministerin Aydan Özoguz (SPD) die Resolution kritisiert: Es sei «zu erwarten, dass durch diese Abstimmung Türen eher zugeschlagen und die geschichtliche Aufarbeitung zwischen der Türkei und Armenien sogar verhindert wird», sagte sie.

Di, 2016-05-31 14:01
Berlin/Rostock (dpa)

Kampf gegen Antibiotikaresistenz: «Wir müssen alle Pfade beschreiten» Von Joachim Mangler, dpa

Die Experten sind sich einig: Die Zahl der Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, nimmt zu. Wie könnte die Reaktion darauf aussehen? Einen einfachen Weg gibt es nicht.

Berlin/Rostock (dpa) - Die Vorstellung ist gruselig: Eine eigentlich harmlose Infektion wird zum großen Problem, weil herkömmliche Antibiotika nicht mehr anschlagen. Besonders in Krankenhäusern kommen sogenannte multiresistente Keime vor. «Wir sehen eine Tendenz, die sehr beunruhigend ist», sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, bei einem von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und der Unimedizin Rostock ausgerichteten parlamentarischen Abend am Montag in Berlin. «Wir müssen alle Pfade beschreiten, um die Herausforderungen annehmen und bewältigen zu können.»

Erst jüngst schreckte die Nachricht auf, dass in den USA Bakterien aufgetaucht sind, die auch gegen das Notfall-Antibiotikum Colistin resistent sind. Dabei dient Colistin als «letzte Therapieoption». Aber diese resistenten Bakterien sind auch in Deutschland bekannt. Getragen von spektakulären Fällen wie etwa dem Tod von Frühchen in Kliniken sprechen einige schon vom Post-Antibiotika-Zeitalter. Doch so weit sei es noch lange nicht, entgegnen Experten.

Für Michael Kresken von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft ist es eines der großen Probleme, dass es seit der Einführung der Breitbandantibiotika in den 1970er Jahren keine neuartigen Substanzgruppen mehr gibt. «Viele Antibiotika werden bei banalen Erkrankungen eingesetzt. Aber wir brauchen sie bei lebensbedrohlichen Infektionen auf Intensivstationen.» Denn dort gebe es eventuell nur einen Therapieversuch.

Deshalb ist es nach Ansicht der Experten höchst bedenklich, dass in den vergangenen 25 Jahren der Anteil der verschriebenen Reserve- und Breitband-Antibiotika dramatisch gestiegen ist. Gleichzeitig betrage die Rate der multiresistenten Stämme etwa gegen moderne Cephalosporine bereits 15 Prozent. Die Situation habe sich insgesamt verschlechtert. Aber die Datenlage sei noch unzureichend, die Zahl der Laborproben müsse dringend ausgeweitet werden.

Der Rostocker Infektiologe und Präsident der Paul-Ehrlich Gesellschaft, Emil Reisinger, sieht zwar die Tendenz, dass die Resistenzen zunehmen. Aber es gebe keinen Grund zur Panik.

Der evolutionäre Wettlauf mit den Bakterien sei nicht zu gewinnen - die Erreger passen sich in der Regel auch an neue Antibiotika mit der Zeit an. Aber: «Wir müssen lernen, die Resistenzen zu reduzieren», sagt Reisinger.

Im internationalen Vergleich stehe Deutschland den Statistiken zufolge bei resistenten Bakterien recht gut da. Aber es müsse global gedacht werden: Der unkontrollierte Verkauf von Antibiotika vor allem in Südostasien führe dazu, dass manche der Medikamente bei nahezu 100 Prozent der Bevölkerung keine Wirkung mehr zeigen. Auch in manchen südeuropäischen Ländern gebe es die Mittel im freien Handel.

Reisingers wichtigste Botschaft: «Wir müssen den Antibiotikaverbrauch bei Mensch und Tier weltweit deutlich reduzieren.» Grund zum Handeln sieht er insbesondere in der Tiermedizin. In Deutschland liege der Antibiotikaverbrauch in der Tiermast deutlich höher als in vielen anderen Ländern. Über Ausscheidungen und das Fleisch kommen die resistenten Bakterien zum Menschen. Das sei dann nicht mehr zu kontrollieren.

Ärzte sollten zudem strenge Regeln bei der Antibiotika-Gabe umsetzen, bei dem die Medikamente im zeitlichen Rhythmus gewechselt werden. So könne die Resistenzentwicklung reduziert werden.

Kresken von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft nimmt auch die Krankenkassen und niedergelassenen Ärzte in die Pflicht. Er beobachte, dass nach Ablauf des Patentschutzes, wenn der Preis auf 10 bis 20 Prozent des Ursprungspreises fällt, die Verschreibungen stark ansteigen. «Die vermeintlichen Sparmaßnahmen geben den Impuls dafür, dass weitere Resistenzen entstehen». Zudem neigten viele Patienten zur vorsichtigen Einnahme von Antibiotika: «Da werden manchmal homöopathische Dosen eingenommen». Dabei gelte der Grundsatz: «Eher eine kurze Zeit, aber hoch einsteigen.»

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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