Sa, 2015-04-18 14:49
Berlin/Frankfurt (dpa)

Tausende protestieren gegen Freihandelsabkommen

Kommende Woche gehen die Verhandlungen über das transatlantische Handelsabkommen TTIP weiter. Zuvor melden sich die Kritiker mit einem Aktionstag zu Wort.

Berlin/Frankfurt (dpa) - Tausende Gegner des Freihandelsabkommens TTIP haben bei einem internationalen Aktionstag auch in Deutschland ihren Protest auf die Straße getragen. «Wir wollen damit deutlich machen, dass der Widerstand weitergeht», sagte am Samstag Roland Süß vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac. Dieses hatte zahlreiche Veranstaltungen mitorganisiert. Laut Attac waren rund 700 Aktionen in etwa 45 Ländern geplant, davon alleine 200 in Deutschland. Der Protest richtete sich auch gegen das vorgesehene Abkommen mit Kanada (CETA) und ein geplantes Dienstleistungsabkommen mit den Vereinigten Staaten (TISA).

Hintergrund für den Aktionstag ist die mittlerweile neunte Verhandlungsrunde zum TTIP-Abkommen zwischen USA und EU, die an diesem  Montag in New York beginnt. Die Vereinbarung soll Hemmnisse im transatlantischen Handel abbauen und grenzüberschreitende Investitionen ankurbeln. Wirtschaftsverbände wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sehen darin Chancen für Wachstum und Beschäftigung.

Kritiker befürchten dagegen, dass europäische Standards etwa im Verbraucher- und Umweltschutz oder im sozialen Bereich gesenkt werden. «Es gibt ein ganz großes Risiko: TTIP wird unsere demokratischen Rechte einschränken. Denn in Zukunft werden die Konzerne noch mehr Einfluss darauf haben, wie die Gesetze geschrieben werden», warnte der Geschäftsführer von Foodwatch, Thilo Bode, im Sender NDR-Info.

Ähnlich äußerte sich Linke-Chef Bernd Riexinger, der am Samstag an einer Kundgebung in Kassel teilnahm: «Selbstverständliche Standards für Lebensmittel, Umwelt, Beschäftigung, öffentliche Dienste - mit TTIP wird die Welt auf den Kopf gestellt.»

Der Verband der Chemischen Industrie rief zu einer sachlicheren Diskussion auf. «Wir brauchen bei TTIP dringend einen gesellschaftlichen Austausch über die Inhalte des Abkommens», sagte Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann.

In Köln versammelten sich zum Aktionstag am Samstag einige hundert Menschen. Die TTIP-Gegner verlangten in umgedichteten Karnevalsliedern mehr Schutz für Umwelt, Arbeitnehmer, Konsumenten und deren Gesundheit. In Stuttgart zählte die Polizei rund 1000 Demonstranten.

Die Grünen im Bundestag forderten die Europäische Kommission und die Bundesregierung auf, die Proteste gegen das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP ernst zu nehmen. Die Allianz der Gegner reiche mittlerweile von Gewerkschaften und Kirchen über Mittelstandsvertreter und kommunale Verbände bis hin zu Umwelt- und Datenschützern, sagte die Grünen-Abgeordnete Katharina Dröge.

Sa, 2015-04-18 14:29
Berlin (dpa)

Oppermann für bessere Integration jugendlicher Flüchtlinge

Berlin (dpa) - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann will eine bessere Integration jugendlicher Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt erreichen. «Wer einen Ausbildungsvertrag hat, sollte während der Ausbildung auf keinen Fall abgeschoben werden», sagte er dem Magazin «Focus». Auf die Frage, was nach einer Ausbildung passieren solle, sagte Oppermann: «Erfolgreich ausgebildete Jugendliche dürfen erst recht nicht abgeschoben werden. Im Gegenteil: Sie sollten eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt bekommen.» Junge Flüchtlinge stellten ein großes Potenzial dar, ergänzte Oppermann.

Sa, 2015-04-18 14:39
Sydney (dpa)

Australiens Polizei vereitelt Anschlagspläne

Sydney (dpa) - Im australischen Melbourne sind am Samstag bei Anti-Terror-Razzien insgesamt fünf junge Männer festgenommen worden. Nach Polizeiangaben planten zwei von ihnen einen Anschlag am 25. April. An dem Tag wird der australischen und neuseeländischen Truppen (Anzac) gedacht, die 1915 an der Schlacht von Gallipoli in der heutigen Türkei teilnahmen.

«Beide Männer trafen anscheinend Vorbereitungen für einen Terroranschlag bei einer Veranstaltung zum Anzac-Tag in Melbourne», sagte der Kommandeur der Bundespolizei, Neil Gaughan. Nach Aussage des stellvertretenden Polizeichefs des Bundesstaates Victoria, Shane Patton, waren die Terrorpläne von der islamistischen Terrormiliz IS inspiriert.

Ein weiterer junger Mann sei wegen Waffenbesitzes in Haft genommen worden, hieße es. Zwei andere Männer seien in Gewahrsam und würden der Polizei bei den Ermittlungen helfen. Bei den Razzien seien etwa 200 Beamte eingesetzt worden.

Australiens Polizei hat seit September nach eigenen Angaben mehrfach Anschläge verhindert, darunter Enthauptungen auf australischem Boden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.

Im Dezember terrorisierte ein gebürtiger Iraner mehr als ein Dutzend Geiseln stundenlang in einem Café in Sydney. Er behauptete, im Namen der Terrormiliz IS zu handeln. Bei der Stürmung des Cafés kamen zwei Geiseln und der Geiselnehmer um.

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Sa, 2015-04-18 13:50
Miami (dpa)

Brutsaison in Wakodahatchee Wetlands lockt Naturfreunde an

Miami (dpa) - Es ist ein Naturparadies zwischen Palm Beach und Miami: Die Wakodahatchee Wetlands locken in diesen Tagen wieder jeden Tag Hunderte Naturfreunde an, die die Brutsaison der Vögel verfolgen wollen. Mehr als 150 Vogelarten nisten in dem Nationalpark an der Ostküste Floridas, von unauffälligen Bodenbrütern bis zu schneeweißen Schmuckreihern mit spektakulärem Federkleid. Der Park ist Teil des sogenannten Great Florida Birding Trail, eines 3200 Kilometer langen Vogelschutzgebietes im Sonnenstaat. In Wakodahatchee gibt es aber auch Alligatoren, Schildkröten und andere «Nichtvögel».

Sa, 2015-04-18 13:55
Magdeburg (dpa)

Mutmaßlicher Absender von Morddrohungen gegen OB Trümper ermittelt

Magdeburg (dpa) - Bei der Fahndung nach den Urhebern mehrerer Morddrohungen gegen Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Eine Sprecherin der Magdeburger Polizei bestätigte am Samstag entsprechende Informationen der «Magdeburger Volksstimme» vom selben Tag. Einzelheiten konnte sie zunächst nicht nennen. Dem Zeitungsbericht zufolge handelt es sich um einen 51-Jährigen aus dem Landkreis Harz. Dieser soll entgegen den Äußerungen in den drei teils mit SS-Runen gekennzeichneten Drohschreiben kein Rechtsextremer sein. Trümper stand wegen der Drohungen zeitweise unter Polizeischutz.

Sa, 2015-04-18 13:53
Wolfsburg (dpa)

VW-Chef Winterkorn bleibt - seine Baustellen auch Von Max Borgmann, dpa-AFX, Andreas Hoenig und Heiko Lossie, dpa

Der vorläufige Sieger im VW-Machtkampf heißt Martin Winterkorn. Die Führungskrise aber lenkte zugleich den Blick auf die offenen Flanken im VW-Imperium. Die konnte der Konzernchef bislang nicht schließen.

Wolfsburg (dpa) - Eine Woche lang tobte ein Machtkampf in der VW-Führungsspitze. Das vorläufige Ergebnis: VW-Chef Martin Winterkorn bleibt im Amt, sein bis Ende 2016 laufender Vertrag soll verlängert werden - obwohl Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch von ihm abgerückt war. Nun muss Winterkorn liefern. Man lege «großen Wert darauf», teilte das zentrale Präsidium des VW-Aufsichtsrats mit, dass der 67-Jährige «seine Funktion als Vorsitzender des Vorstands auch weiterhin so aktiv und erfolgreich wie bisher verfolgt». Das kann man als Arbeitsauftrag lesen. Diese Baustellen muss Winterkorn angehen:

KERNMARKE VW: Bei der Marke VW rund um die Modelle Golf und Passat schlägt das Herz von Volkswagen. Doch der Motor stottert beträchtlich, die Marke fährt gemessen am Umsatz nur schmale Gewinne ein - gerade im Vergleich zum größten Rivalen Toyota.

Ein Grund: Die Produktion bei VW ist aufwendig und teuer - das Unternehmen stellt verhältnismäßig viele Bauteile selbst her und braucht rechnerisch mehr Mitarbeiter für jedes produzierte Auto als die asiatische Konkurrenz. Trotzdem kann VW keine Preise wie bei Oberklasse-Autos von Mercedes, Audi oder BMW aufrufen.

Zwar betont der Konzernbetriebsrat, dass sich die Komponentenwerke - also die Fabriken für die Teile - vor dem Wettbewerb mit Zulieferern nicht verstecken bräuchten. Doch Winterkorn selber sagte vergangenen Sommer laut dpa-Informationen bei einem internen Managementtreff, es müsse dringend gesprochen werden über die heutige Fertigungstiefe der Komponente.

Winterkorn lenkte zwar schon gegen und brachte ein milliardenschweres Sparprogramm auf den Weg - wann aber die Marke in die Spur kommt, ist ungewiss. Und die weitere Umsetzung liegt nur noch bedingt in seiner Hand: Im Sommer ist Schluss mit Winterkorns Personalunion als Konzern- und Markenchef, dann übernimmt der frühere BMW-Vorstand Herbert Diess die Führung des größten Absatz- und Umsatzbringer der Wolfsburger.

US-GESCHÄFT: Auf dem wichtigen US-Markt - er ist nach China der zweitgrößte der Welt - kommt der Konzern nicht voran, seit Jahren schon. In den USA fehlen die passenden VW-Modelle, sie sollen frühestens in eineinhalb Jahren auf den Markt kommen. Neben den Platzhirschen wie General Motors oder Ford sind vor allem die asiatischen Hersteller VW voraus.

Betriebsratschef Bernd Osterloh nannte den US-Markt für VW schon eine «Katastrophenveranstaltung», und Piëch sagte vor eineinhalb Jahren: «Wir verstehen Europa, wir verstehen China, und wir verstehen Brasilien, aber wir verstehen die USA bislang nur in einem begrenzten Maße.»

Die Folge? Verluste. «In den letzten zehn Jahren sind die Ergebnisse der Pkw-Kernmarke in den USA in der großen Mehrheit in den roten Zahlen gewesen», sagte NordLB-Analyst Frank Schwope der dpa. Der Konzern selbst veröffentlicht seit dem Antritt Winterkorns als Vorstandsboss 2007 keine Gewinnzahlen zu einzelnen Märkten mehr.

BUDGET-CAR: Ein «Budget Car», ein billiges Fahrzeug vor allem für Schwellenländer, ist bei VW zwar schon lange in Planung. Nach wie vor aber gibt es keinen Termin, wann es zu den Händlern kommen soll. VW hinkt hier der Konkurrenz hinterher. Das fehlende Einstiegsmodell sorgt zunehmend für Probleme - etwa auf dem wichtigen chinesischen Markt. Erst vor kurzem hatte VW-China-Chef Jochem Heizmann gesagt, in China hätten vor allem diejenigen Segmente größere Chancen, in denen die Wolfsburger nicht präsent seien: neben kompakten SUV-Geländewagen seien dies Autos im Billigsegment. Resultat: Die Verkäufe von VW Pkw lagen in den ersten drei Monaten unter dem Absatz von vor einem Jahr.

ZUKUNFTSTHEMEN: Die digitale Vernetzung des Autos und alternative Antriebe - das sind die beiden großen Zukunftsthemen in der Autowelt. Wie kaum zuvor steht die Branche vor fundamentalen Veränderungen. Ganze Geschäftsmodelle wandeln sich, das Auto verliert gerade in Großstädten seinen Status. Und neue große Player wie Google und Apple könnten die Platzhirsche herausfordern. Während sich aber etwa BMW mit dem völlig neuen Elektroauto i3 positionierte, war bei VW von Elektro-Euphorie lange Zeit wenig zu spüren.

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Sa, 2015-04-18 13:19
Teheran (dpa)

Außenminister Sarif: Teheran mischt sich nicht im Irak ein

Teheran (dpa) - Die iranische Führung hat Vorwürfe zurückgewiesen, sich im benachbarten Irak militärisch einzumischen. Die Beteiligung am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei mit Bagdad abgesprochen und daher keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes, sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Samstag. «Was immer der Iran im Irak tut, ist mit der irakischen Regierung im Voraus koordiniert», erklärte er auf einer Pressekonferenz in Teheran.

Der iranische Chefdiplomat fügte hinzu, dass es nicht ausreiche, Stützpunkte und Stellungen des IS aus der Luft zu bombardieren. Damit lasse sich das Problem des Terrorismus nicht aus der Welt schaffen. «Um die Gräueltaten des IS zu beenden, brauchen wir eine große globale Kampagne ohne politische Präferenzen», sagte Sarif.

Im Irak kämpfen Truppen und Milizen der schiitischen Regierung in Bagdad und kurdische Guerillas gegen den IS, der sich aus der sunnitischen Bevölkerung rekrutiert. Der schiitische Iran unterstützt laut westlichen Geheimdiensten Bagdad mit Elite-Soldaten, Waffen und Beratern.

Bisher räumte Teheran lediglich ein, Berater für den Kampf gegen den IS nach Bagdad geschickt zu haben. Doch ist es ein offenes Geheimnis, dass die Al-Kuds-Eliteeinheit der Revolutionsgarden unter dem Kommando von General Ghassem Sulejmani an Kämpfen im kurdischen Norden des Landes teilnahm.

Sa, 2015-04-18 13:47
Kabul (dpa)

Parlament in Kabul bestätigt 16 Minister - Verteidiungsressort offen

Kabul (dpa) - Knapp sieben Monate nach dem Amtsantritt von Präsident Aschraf Ghani in Afghanistan ist sein Kabinett noch immer nicht vollständig. Zwar bestätigte das Parlament in Kabul am Samstag weitere 16 nominierte Minister für ihre Posten. Für das Verteidigungsministerium - ein Schlüsselressort im Kampf gegen die Taliban - ist derzeit aber kein Kandidat in Aussicht. Die Armee kämpft an vorderster Front gegen die radikalislamischen Aufständischen. Die Gewalt ist in den vergangenen Monaten eskaliert. Auch für die Posten des Obersten Richters am Verfassungsgericht und des Generalstaatsanwalts ist niemand nominiert.

Sa, 2015-04-18 13:08
Dortmund/Berlin (dpa)

Bahnchef Grube fordert Maut für Fernbusse

Die Fernbusse sind für die Deutsche Bahn eine harte Konkurrenz, und Bahn-Chef Grube beklagt ungleichen Wettbewerb. Das sehen die Busbetreiber anders: Die Bahn sei schließlich hoch subventioniert.

Dortmund/Berlin (dpa) - Bahnchef Rüdiger Grube hat die Einführung einer Maut für Fernbusse gefordert. «Wir müssen pro Person und Kilometer im Bahn-Fernverkehr mit Trassenbenutzungsgebühren von sechs Cent rechnen. Die Fernbusse zahlen für die Nutzung der Straßen keinen Cent Maut», sagte Grube den «Ruhr Nachrichten» (Samstag). Die Bahn werde bei EEG-Umlage, Stromsteuer und Klimaabgabe mit über 300 Millionen Euro jährlich zur Kasse gebeten. «Bus-Anbieter zahlen auch da keinen Cent. Hier ist der Gesetzgeber gefragt», so der Bahnchef. «Faire Wettbewerbsbedingungen erfordern auch eine Maut für den Fernbus.»

Beim Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) stießen Grubes Äußerungen auf Unverständnis. Denn der Verband sieht die Wettbewerbsvorteile klar auf Bahnseite. «Die Bahn erhält jährlich Milliarden-Subventionen vom Staat. Damit finanziert sie auch die Gebühren für Trassenpreise», sagte Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard am Samstag. Der Bus fahre ohne jeglichen Zuschuss komplett eigenwirtschaftlich, durch die Mineralölsteuer kämen die Anbieter für alle Infrastrukturkosten auf. «Wer faire Wettbewerbsbedingungen will, der muss die Subventionen für die Bahn abschaffen», sagte Leonard.

Die Bahn leidet massiv unter der Konkurrenz der preisgünstigen Fernbusse. Im Fernverkehr mit ICE und Intercity hatte der Konzern 2014 bei den Fahrten ein Minus von 1,5 Prozent zum Vorjahr verzeichnet. Grube kritisierte auch die «Kampfpreise» der Fernbus-Konkurrenz: «Die meisten Fernbusse fahren mit Verlust, obwohl sie in Sachen Steuern und Abgaben im Vergleich zur Bahn massiv bevorzugt werden.»

Der Busverband wertete den Vorstoß des Bahnchefs als Ablenkungsmanöver. «Grube will mit seiner Fernbusmaut-Forderung nur von dem schlechten Verhandlungsergebnis mit der GDL ablenken, neue Streiks stehen bevor und werden sich auf das Ergebnis der Bahn auswirken», sagte Leonard.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Sa, 2015-04-18 13:11
Kabul (dpa)

Viele Tote bei Bombenserie in Afghanistan - Schiiten enthauptet

Ein Selbstmordattentäter richtet in Ostafghanistan ein Blutbad unter Zivilisten an - für das die Taliban diesmal nicht verantwortlich sein wollen. Die UN sprechen von möglichen Kriegsverbrechen.

Kabul (dpa) - Beim schwersten Anschlag in Afghanistan seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes sind Dutzende Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter riss am Samstag im belebten Zentrum der ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad mindestens 33 Menschen mit in den Tod, wie der Sprecher der Regierung der Provinz Nangarhar, Ahmad Sia Abdulsai, sagte. 96 weitere Menschen seien verletzt worden, Die Taliban verurteilten den Anschlag und wiesen jede Verantwortung dafür zurück. Der Nato-Kampfeinsatz lief zum Jahreswechsel aus.

Abdulsai sagte: «Der Attentäter sprengte sich während der Hauptgeschäftszeit in der Stadtmitte in die Luft.» Am Anschlagsort seien mehrere Läden, eine Bankfiliale und Behörden. «Die meisten der Toten und Verletzten sind unschuldige Zivilisten.» Möglicherweise seien auch Polizisten eines Checkpoints unter den Opfern.

Nach Polizeiangaben detonierte am Anschlagsort einige Minuten später eine an einem Motorrad versteckte zweite Bombe, die aber keine Opfer forderte. Kurz darauf wurden bei einem Sprengstoffanschlag in dem an Dschalalabad angrenzenden Distrikt Behsud ein Zivilist getötet und drei weitere verletzt, wie Abdulsai sagte. Der Sprengsatz sei magnetisch an einem Auto angebracht gewesen.

Die Vereinten Nationen teilten mit: «Die andauernden Selbstmordanschläge in dicht besiedelten Gegenden, die mit Sicherheit eine große Anzahl afghanischer Zivilisten töten und verstümmeln, könnten auf ein Kriegsverbrechen hinauslaufen.» Präsident Aschraf Ghani sprach von einem «feigen Terrorakt, der auf unschuldige Zivilisten abzielte». Das pakistanische Außenministerium erklärte, Angriffe auf Unbeteiligte könnten durch nichts gerechtfertigt werden. Unklar blieb, wer für die Tat verantwortlich war.

In der südostafghanischen Provinz Ghasni enthaupteten Unbekannte vier schiitische Zivilisten. Der Sprecher der Provinzregierung, Nang Safi, sagte, die Angehörigen der religiösen Minderheit seien vor einigen Tagen entführt worden. Ihre Leichen seien am Samstag entdeckt worden.

Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Der Nato-Kampfeinsatz wurde zum Jahreswechsel von einer kleineren Mission namens «Resolute Support» zur Ausbildung und Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte abgelöst.

Sa, 2015-04-18 12:00
Berlin (dpa)

IS-Strategiepapiere enthüllen Aufbau und Methoden der Miliz

Berlin (dpa) - Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat ihren Siegeszug in Syrien mit den Methoden eines hochkomplexen Geheimdienststaates angetreten. Dies enthüllten Strategie- und Organisationspläne aus der innersten IS-Führung, berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Es habe mit flächendeckender Ausspionierung, Überwachung und mit Morden begonnen. Unter dem Deckmantel islamischer Missionierungsbüros seien in Städten und Dörfern Nordsyriens als Prediger getarnte Spione ausgebildet worden. Sie sollten Machtverhältnisse und Schwachstellen der jeweiligen Orte in Erfahrung bringen.

In einem nächsten Schritt sollten charismatische Führungsfiguren und Rebellenführer von speziell etablierten Einheiten für «Ermordungen» und «Entführungen» beseitigt werden, um potenziellen Widerstand frühzeitig zu ersticken. Erst dann sollten militärische Angriffe erfolgen, unterstützt von «Schläferzellen» mit Waffen und Kämpfern. Die Pläne seien exakt umgesetzt worden.

Dies ergaben monatelange Recherchen in verschiedenen Provinzen Nordsyriens sowie ein zweiter Aktenfund aus dem Anfang 2014 verlassenen IS-Hauptquartier in Aleppo, berichtet der «Spiegel». Darin fänden sich auf Hunderten Seiten die Protokolle, wie die eroberten Gebiete ausspioniert, überwacht und unterworfen wurden.

Sa, 2015-04-18 11:58
Kabul (dpa)

Viele Tote bei Bombenserie in Afghanistan - Schiiten enthauptet

Kabul (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat im belebten Zentrum der ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad mindestens 33 Menschen mit in den Tod gerissen. 96 weitere Menschen seien bei dem Anschlag am Samstag verletzt worden, sagte der Sprecher der Regierung der Provinz Nangarhar, Ahmad Sia Abdulsai. Die Taliban verurteilten die Tat und wiesen jede Verantwortung dafür zurück.

Abdulsai sagte: «Der Attentäter sprengte sich während der Hauptgeschäftszeit in der Stadtmitte in die Luft.» Am Anschlagsort seien mehrere Läden, eine Bankfiliale und Behörden. «Die meisten der Toten und Verletzten sind unschuldige Zivilisten.» Möglicherweise seien auch Polizisten eines nahen Checkpoints unter den Opfern.

Nach Polizeiangaben detonierte am Anschlagsort einige Minuten später eine an einem Motorrad versteckte zweite Bombe, die aber keine Opfer forderte. Kurz darauf wurden bei einem Sprengstoffanschlag in dem an Dschalalabad angrenzenden Distrikt Behsud ein Zivilist getötet und drei weitere verletzt, wie Abdulsai sagte. Der Sprengsatz sei magnetisch an einem Auto angebracht gewesen.

In der südostafghanischen Provinz Ghasni enthaupteten Unbekannte vier schiitische Zivilisten. Der Sprecher der Provinzregierung, Nang Safi, sagte, die Angehörigen der religiösen Minderheit seien vor einigen Tagen entführt worden. Ihre Leichen seien am Samstag entdeckt worden.

Sa, 2015-04-18 12:44
Athen (dpa)

Athen hofft auf Finanzspritzen aus China und Russland

Die griechische Staatskasse ist so gut wie leer, Hilfsdarlehen der internationalen Geldgeber flossen seit Monaten nicht mehr. Über Reformen wird weiter zäh gerungen. Athen ist unter Zeitdruck und auf der verzweifelten Suche nach anderen Geldquellen.

Athen (dpa) - Angesichts der dramatischen Finanzlage versucht Athen offenbar mit aller Macht, Geldquellen in China und Russland zu finden. Es gehe um bis zu 15 Milliarden Euro, berichteten die griechischen Wochenzeitungen «Agorá» und «Karfí» am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise.

Zehn Milliarden Euro sollen demnach aus China kommen. Peking könnte diese Gelder als eine Art Vorauszahlung für die Nutzung des Hafens von Piräus und einen Einstieg bei der griechischen Eisenbahn leisten, berichtete das Blatt «Karfí».

Athen hoffe zudem auf drei bis fünf Milliarden Euro aus Russland. Dieses Geld könnte nach einem Bericht der Zeitung «Agora» als eine Art Vorschuss für künftige Gebühren für die geplante Erdgas-Pipeline Turkish Stream fließen.

Die Pipeline soll russisches Erdgas bis an die griechisch-türkische Grenze bringen soll. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatte bei seiner jüngsten Reise nach Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin die Verlängerung der Pipeline in Griechenland und von dort nach Mitteleuropa vereinbart.

Nach Informationen von «Spiegel Online» könnte das Abkommen mit Russland bereits kommenden Dienstag unterzeichnet werden. Die Mittel aus Russland stellten eine Vorauszahlung auf künftige Einnahmen Griechenlands durch die Transitgebühren dar und sollten später verrechnet werden. Ein hochrangiger Beamter der griechischen Regierungspartei Syriza, der mit dem Vorgang vertraut sei, habe gesagt: Der Deal könne für Griechenland «das Blatt wenden».

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis hatte in den vergangenen Tagen wiederholt angekündigt, eine Absichtserklärung solle bereits in der kommenden Woche unterzeichnet werden. Von einer Vorauszahlung sprach er nicht. Das Projekt der Verlängerung der russischen Pipeline nach Griechenland muss von der EU genehmigt werden und soll 2019 fertig sein. Finanzexperten griechischer Banken sagten der Deutschen Presse-Agentur, sie könnten sich «schwer vorstellen», wie Gelder für ein Projekt fließen könnten, das noch gar nicht genehmigt ist.

Die internationalen Geldgeber Athens haben noch fällige Hilfen aus den Hilfsprogrammen von 7,2 Milliarden Euro auf Eis gelegt. Die Mittel sollen erst freigegeben werden, wenn Athen eine konkrete Liste von Reformen vorlegt und diese auch umsetzt.

Die Verhandlungen über Griechenlands Reformpaket gehen derweil weiter. Experten der sogenannten «Brüssel-Gruppe» wollten am Wochenende in Brüssel zusammenkommen. In dieser Formation treffen sich Vertreter Athens mit Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB), des Rettungsschirms ESM sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet nicht mit einer raschen Einigung. Beim Treffen der Euro-Gruppe Ende kommender Woche in Riga sei keine Lösung zu erwarten, sagte er am Freitag zu Beginn der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. «Es gibt nichts Neues. Und ich bin nicht sicher, dass wir kommende Woche in Riga schon was Neues haben.»

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis warb am Rande des Wirtschaftsgipfels um Verständnis. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus traf er auch US-Präsident Barack Obama. Nach Obamas Ansicht muss Griechenland «harte Entscheidungen» treffen und sein wackliges Finanzsystem mit Reformen stabilisieren. «Sie müssen Steuern eintreiben. Sie müssen ihre Bürokratie abbauen», sagte Obama am Freitag. Zwar müsse die Regierung den Griechen die Hoffnung auf Wachstum machen, das Land brauche Spielräume für Investitionen. Den Kreditgebern müsse Athen aber zugleich beweisen, dass das Land beginnt, sich selbst zu helfen.

Sa, 2015-04-18 12:47
Düsseldorf (dpa)

Lindner bei Parteitag in NRW: Mit der FDP ist weiter zu rechnen

Düsseldorf (dpa) - FDP-Chef Christian Lindner sieht seine Partei nach einer Niederlagenserie wieder im Aufwind. «Es ist natürlich nicht so, dass das Comeback der Freien Demokraten abgeschlossen wäre», sagte der Landes- und Bundesvorsitzende beim Parteitag der nordrhein-westfälischen FDP am Samstag in Siegburg bei Bonn. Der Wahlerfolg im Hamburg im Februar sei aber «keine einmalige Episode» gewesen. Er werde sich im Mai in Bremen und «in den nächsten Jahren bis zur Bundestagswahl» wiederholen lassen. «Mit den Freien Demokraten ist in Deutschland weiter zu rechnen.»

Seitdem die FDP im September 2013 aus dem Bundestag flog, hat sich die Partei einem Erneuerungsprozess unterzogen. Sie sei dabei ihren politischen Grundüberzeugungen und ihrer Tradition treugeblieben, betonte Lindner. «Das macht die neue Glaubwürdigkeit (...) aus, dass wir auch in der Phase der Bewährung nicht den einfachsten Weg gehen, sondern den liberalen Weg suchen.» In den vergangenen Monaten sei die FDP auch durch einen «neuen Mannschaftsgeist» wieder erstarkt.

Sa, 2015-04-18 11:16
Riad (dpa)

Saudi-Arabien sagt 274 Millionen Dollar für Hilfe an Jemen zu

Riad (dpa) - Saudi-Arabien hat den Vereinten Nationen 274 Millionen Dollar (254 Millionen Euro) für dringend benötigte Nothilfe im kriegserschütterten Jemen zugesagt. Das islamische Königreich reagierte damit auf einen Aufruf des UN-Büros zur Nothilfe-Koordinierung (OCHA). Es komme damit seinen «Verpflichtungen gegenüber den Brüdern im Jemen» nach, hieß es in einer Verlautbarung des königlichen Hofs, die am späten Freitagabend im staatlichen Fernsehen verlesen wurde. 

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit Wochen Stellungen und Waffenlager der Huthis. Nach UN-Angaben wurden bei den Kämpfen zwischen Mitte März und Mitte April 731 Menschen getötet und mehr als 2750 verletzt. 

OCHA hatte am Freitag in Genf an die Weltgemeinschaft appelliert, mehr Geld für Rettungsaktionen im Jemen bereitzustellen. Dabei wurde die Summe von 274 Millionen Dollar als unmittelbarer Bedarf genannt.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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