Aktuell

widerstand / 04.Mai 2016

Vier Festnahmen im Mordfall Berta Cáceres

Die Ermordung der honduranischen Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres erschütterte die Weltöffentlichkeit. Nun hat die Regierung vier Verdächtige festgenommen. Cáceres protestierte zuletzt gegen ein Staudammprojekt, an dessen Bau die deutschen Firmen Siemens und Voith beteiligt sind.

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Mi, 2016-05-04 15:29
Frankfurt/Main (dpa)

Rekordbeteiligung bei Fleischwirtschaftsmesse IFFA

Frankfurt/Main (dpa) - Auch in Zeiten vegetarischer und veganer Ernährungstrends wächst die Frankfurter Fleischwirtschaftsmesse IFFA. Die Rekordzahl von 1027 Ausstellern (2013: 966) präsentiert vom 7. bis zum 12. Mai in den Messehallen neue Produkte rund um das Lebensmittel Fleisch. Fast zwei Drittel (62 Prozent) kämen aus dem Ausland, sagte Messechef Wolfgang Marzin am Mittwoch. Die Veranstalter erwarten wie bei der vorangegangenen IFFA 2013 wieder mehr als 60 000 Fachbesucher.

Der Fokus der Fleischmaschinen-Anbieter und der Industrie richtet sich dabei immer stärker auf den Export. Schon aus demografischen Gründen rechnet die rund 45 Milliarden Euro Jahresumsatz schwere Branche (Handwerk/Industrie/Schlachthöfe) im Inland mit einem stagnierenden Fleischverzehr, der im vergangenen Jahr bei rund 60,6 Kilogramm pro Person gelegen hatte.

Steigenden Fleischkonsum beobachte man mit wachsendem Wohlstand in Südamerika, Afrika und Asien. Das seien interessante Exportmärkte für die Hersteller von Fleischverarbeitungsmaschinen, erklärte der Vorsitzende der VDMA Fachabteilung, Klaus Schröter. Die rund 60 Maschinenbau-Unternehmen haben nach seinen Angaben ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro gesteigert und auch in den ersten Monaten dieses Jahres um 15 Prozent höhere Aufträge erhalten.

Mi, 2016-05-04 15:21
Berlin (dpa)

Bundeswehrverband: Obergrenze für Soldaten in Afghanistan zu niedrig

Berlin (dpa) - Der Bundeswehrverband hat sich dafür ausgesprochen, punktuell auch wieder mehr als 1000 deutsche Soldaten nach Afghanistan zu schicken. «Wenn wichtige Dienstposteninhaber, beziehungsweise Fachpersonal, aufgrund eines künstlich erzeugten Deckels nicht in den Einsatz können, obwohl man sie braucht, ist das unverantwortlich», sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes, André Wüstner, am Mittwoch nach einem Aufenthalt in Afghanistan.

Die Sicherheitslage habe sich seit dem Ende des Nato-geführten Kampfeinsatzes Ende 2014 verschlechtert. Wenn dann auch noch zu wenig zivile Projekte vorangebracht würden, sei mit Fortschritten kaum zu rechnen. Wüstner warnte: «Wenn die internationale Gemeinschaft nicht im jetzigen Format noch weit über 2017 hinaus bleibt, werden die afghanischen Sicherheitskräfte strategisch wichtige Räume nicht halten können. Dann dauert es nicht lange und die Region ist im freien Fall.»

Der Bundestag hatte Ende 2015 eine moderate Ausweitung des deutschen Beitrags zur Ausbildungs- und Unterstützungsmission «Resolute Support» beschlossen. Die Obergrenze für das Mandat wurde von 850 auf 980 Soldaten erhöht.

Mi, 2016-05-04 15:58
Berlin (dpa)

Tesla kritisiert Kaufprämien für E-Autos wegen Preisgrenze

Berlin (dpa) - Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat die in Deutschland geplante Kaufprämie für Stromfahrzeuge kritisiert, weil die beiden aktuellen Modelle der Firma wegen ihres Preises davon ausgeschlossen sind. Das Preislimit von 60 000 Euro für ein Basismodell sei willkürlich, hieß es in einem Blogeintrag am Mittwoch. «Dieser Teil des Programms ist offensichtlich gegen Tesla gerichtet», erklärte der US-Konzern und verwies darauf, dass der Plan gemeinsam mit den Chefs der deutschen Autohersteller entwickelt worden sei.

«Es ist wichtig zu erwähnen, dass Model S und Model X in ihrem Segment genau die Autos ersetzen, die den höchsten CO2-Ausstoß haben», schrieb Tesla weiter. Das Model S kostet mindestens 88 000 Euro und das neue Model X ab 96 000 Euro. Die beiden Tesla-Fahrzeuge gehören zu dem Marktsegment, in dem etwa BMW mit dem 7er oder Mercedes-Benz mit der S-Klasse unterwegs ist. In den USA sind Teslas Verkäufe inzwischen mindestens vergleichbar mit dem Absatz dieser Modelle, in Deutschland liegen die einheimischen Premium-Hersteller noch klar vor.

Als Reaktion senkte Tesla den günstigsten Leasing-Preis für das Model S von 527 auf 495 Euro im Monat. Das jüngst angekündigte günstigere Model 3, das 2017 auf den Markt kommen soll, dürfte mit einem US-Preis von 35 000 Dollar mühelos in die Obergrenzen der Kaufprämie passen.

In Deutschland soll es Kaufzuschüsse von 4000 Euro für reine Elektroautos geben. Die Prämien sollen spätestens 2019 auslaufen - oder wenn das Fördervolumen von 1,2 Milliarden Euro ausgeschöpft ist.

Mi, 2016-05-04 15:05
Berlin (dpa)

Neue Kampagne: «Liebesleben» statt «Gib Aids keine Chance»

«Dein Ex juckt Dich noch immer? Ab zum Arzt» - Solche Sprüche und Comic-Plakatmotive gehören zur neuen bundesweiten Präventionskampagne «Liebesleben» zum Schutz vor HIV und Co.

Berlin (dpa) - Mit der neuen Kampagne «Liebesleben» setzen Deutschlands Gesundheitsbehörden weiter auf den offenen Umgang mit Sexualität. Zudem geht es darum, sexuell übertragbare Krankheiten zu enttabuisieren. Cartoons als Plakatmotive lösen ab Mitte Mai die Präventionskampagne «Gib Aids keine Chance» ab, teilte am Mittwoch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit. Auf mehr als 65 000 Plakatflächen sind dann Botschaften wie «Egal worauf ihr steht, benutzt Kondome» oder «Dein Ex juckt Dich noch immer? Ab zum Arzt» zu lesen. Die Kampagne kostet rund vier Millionen Euro.

Die Comic-Motive sollen die bunte Vielfalt von Sexualität widerspiegeln. Sie zielen auch darauf, ohne erhobenen Zeigefinger die Ansteckungsgefahr mit HIV, Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten im Bewusstsein zu halten. «Liebesleben» ist auch auf Twitter und Facebook präsent.

Auch eine Art Neuauflage des Kino- und TV-Spot-Klassikers «Tina, wat kosten die Kondome?» von 1989 ist im Programm. Diesmal ist Schauspieler Ingolf Lück dafür mit seinem Film-Sohn im Supermarkt einkaufen und erlebt den Kondomkauf aus neuer Perspektive.

«Gib Aids keine Chance» habe in 30 Jahren bei vielen Menschen mehr Bewusstsein im Umgang mit HIV und geschaffen, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin. Diese Anstrengungen dürften auch mit Blick auf andere sexuell übertragbare Krankheiten nicht nachlassen.

Laut BZgA-Umfragen kennen nur rund die Hälfte der Interviewten das Ansteckungsrisiko bei Syphilis und Tripper (Gonorrhöe), bei Hepatitis sind es 13 Prozent, bei Chlamydien 10 Prozent.

Mi, 2016-05-04 15:18
Berlin (dpa)

Syrien-Gespräche in Berlin begonnen

Berlin (dpa) - Mit einem Syrien-Treffen in Berlin will Deutschland neuen Schwung in die stockenden Friedensgespräche bringen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) empfing am Mittwoch den syrischen Oppositionsführer Riad Hidschab in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amtes in Berlin. Weitere Teilnehmer des Treffens sind der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura sowie Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault.

Bei dem Treffen geht es auch darum, Differenzen zwischen Hidschab und de Mistura auszuräumen. Der Oppositionsführer hatte den UN-Sondergesandten, unter dessen Leitung die Friedensgespräche in Genf stattfinden, kürzlich für die jüngsten Rückschläge mitverantwortlich gemacht. Zudem soll ein neues Treffen der internationalen Syrien-Kontaktgrupppe vorbereitet werden, das in Paris stattfinden soll.

Trotz Waffenruhe hatte die Gewalt in Syrien zuletzt wieder massiv zugenommen, vor allem im nordsyrischen Aleppo. Die Opposition macht dafür das Regime von Machthaber Baschar al-Assad verantwortlich. Aus Protest gegen die Eskalation waren die Regimegegner in der vorvergangenen Woche von den Genfer Friedensgesprächen abgereist.

Mi, 2016-05-04 15:54
Berlin/Stuttgart (dpa)

Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen AfD-Daten-Leak

Berlin/Stuttgart (dpa) - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen der ins Internet gestellten Daten von AfD-Mitgliedern. Es seien mehrere Strafanzeigen aus den Reihen der Alternative für Deutschland (AfD) eingegangen, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart. Untersucht werde als mögliches Delikt die Ausspähung von Daten.

Die Daten waren am vergangenen Wochenende während des Bundesparteitages der Rechtskonservativen in Stuttgart auf eine linke Internetseite gestellt worden. Dabei handelte es sich um Privatadressen und Telefonnummern von mehr als 2000 AfD-Mitgliedern.

«Nach der Veröffentlichung der Daten hat es bereits Drohanrufe bei einzelnen Mitgliedern gegeben, vor ein Privathaus wurde der Spruch «Rassisten raus» gesprüht», sagte AfD-Bundesvorstandsmitglied Paul Hampel der dpa. Nach seinen Angaben erstatteten mehrere Hundert betroffene Mitglieder Anzeige.

Die AfD hatte in der baden-württembergischen Landeshauptstadt ein Parteiprogramm verabschiedet, in dem sie eine sehr restriktive Asylpolitik fordert und feststellt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.

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Mi, 2016-05-04 15:35
Kuwait-Stadt (dpa)

Jemen-Friedensgespräche in Kuwait gehen nach Aussetzung weiter

Kuwait-Stadt (dpa) - Die Konfliktparteien im jemenitischen Bürgerkrieg haben die in Kuwait unter UN-Initiative geführten Friedensverhandlungen wieder aufgenommen. «Die gemeinsame Sitzung der Friedensgespräche hat begonnen und die vereinbarte Agenda wird befolgt», teilte der UN-Vermittler für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, am Mittwoch auf Twitter mit.

Am Sonntag hatte die Regierung des Jemen ihre Beteiligung an den Verhandlungen ausgesetzt. Als Grund nannte Außenminister Abdel Malak al-Mekhlafi die Einnahme eines wichtigen Militärstützpunktes nördlich der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Rebellen.

Seit mehr als drei Wochen gilt in dem Bürgerkriegsland eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch gegenseitig vor, diese mehrmals gebrochen zu haben. Die Friedensgespräche hatten nach einer Verzögerung vor knapp zwei Wochen begonnen. Im vergangenen Jahr waren sie bereits nach drei Runden gescheitert.

Die schiitischen Huthis kämpfen im armen Jemen seit über einem Jahr gemeinsam mit Verbündeten gegen die Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und haben große Teile des Landes überrannt. Im März 2015 begann ein Bündnis aus arabischen Ländern unter Führung Saudi-Arabiens, Stellungen der Rebellen zu bombardieren.

Mi, 2016-05-04 15:14
Kallstadt (dpa)

Pfälzisches Dorf drückt Trump die Daumen

Kallstadt (dpa) - In der pfälzischen Heimat seiner Vorfahren wünscht man Donald Trump (69) viel Erfolg bei der anstehenden US-Wahl. «Wir hätten nicht gedacht, dass er so weit kommt», sagte der Bürgermeister von Kallstadt, Thomas Jaworek (CDU), dem Radiosender SWR info. «Und jetzt drücken wir ihm natürlich die Daumen für die Präsidentschaftskandidatur.» Die gesamte Gemeinde habe die Vorwahlerfolge von Trump gespannt verfolgt.

Die Ahnen des Republikaners stammen aus dem Weinort in Rheinland-Pfalz. Der New Yorker Milliardär gewann am Dienstag die Vorwahl im Bundesstaat Indiana. Sein Konkurrent Ted Cruz stieg danach aus dem Rennen aus. Damit wird der Präsidentschaftskandidat der Republikaner aller Voraussicht nach Donald Trump heißen.

Mi, 2016-05-04 15:37
Stuttgart (dpa)

USA drängen Bündnispartner zu stärkerem Kampf gegen den IS

12 000 Luftangriffe in eineinhalb Jahren, und trotzdem ist die Terrormiliz IS noch lange nicht besiegt. Die USA wollen die Anti-IS-Allianz nun zu mehr Engagement bewegen. Deutschland zieht mit - aber nicht in den Kampf.

Stuttgart (dpa) - Die USA drängen die Bündnispartner zu einem stärkeren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. «Die Koalition muss und kann mehr tun», sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch nach einem Treffen mit zehn Verteidigungsministern der Anti-IS-Allianz in Stuttgart. Er brachte auch einen Einsatz der Nato ins Spiel, die sich bisher heraushält.

Deutschland will sich weiter nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligen, aber die Ausbildung von Kämpfern, Waffenlieferungen und Aufklärungsflügen verstärkt fortsetzen. «Keiner kann alles machen», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Deutschland solle «nicht über den Rahmen hinausgehen, den wir uns selber gesteckt haben».

Der Anti-IS-Koalition gehören mehr als 60 Staaten an, die sehr unterschiedliche Beiträge leisten. Die Allianz hat nach eigenen Angaben fast 12 000 Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak geflogen. Für 9000 davon war die US-Luftwaffe verantwortlich. Aber auch Jets aus Frankreich, Großbritannien, Saudi-Arabien, Jordanien, den Emiraten, der Türkei und anderen Staaten bombardierten den IS.

Die Bundeswehr hat den Kurden im Nordirak seit September 2014 insgesamt 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung geliefert. In den nächsten Wochen soll es Nachschub geben. 130 deutsche Soldaten bilden im Nordirak kurdische Kämpfer aus. Zudem unterstützen sechs «Tornado»-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug die Luftangriffe der internationalen Allianz gegen den IS. Der irakischen Regierung sagte von der Leyen Hilfe beim Räumen von Minen zu und stellte einen Kredit für den Wiederaufbau in Aussicht.

Carter stellte die internationale Allianz auf eine lange Auseinandersetzung ein. «Dieser Kampf ist weit von einem Ende entfernt und es gibt große Risiken», sagte er. Am Dienstag war ein US-Soldat in der Nähe des nordirakischen Mossul im Gefecht mit dem IS getötet worden. Auf die Frage, was die Nato tun könne, erwähnte Carter den möglichen Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mi, 2016-05-04 15:49
Berlin (dpa)

Polizei ermittelt nach Ballonfahrt in Sturmböen

Sie wollten eigentlich nur die Aussicht genießen. Ein Aufstieg mit dem Ballon im Herzen Berlins endete für 19 Passagiere und den Ballonführer jedoch mit großem Schrecken. Wie gefährlich war die Situation?

Berlin (dpa) - Nach dem turbulenten Flug des Berliner Aussichtsballons nahe dem Checkpoint Charlie ermittelt das Landeskriminalamt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die 19 Passagiere an Bord hätten einen Schock erlitten, deshalb wurde das Verfahren eingeleitet, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Ob auch Betroffene Strafanzeige gestellt hätten, könne er noch nicht sagen. Ermittelt werde nun, ob menschliches Versagen vorliege und inwieweit dem Piloten die Wetterlage bekannt war.

Die Polizei will den Ballonführer, Zeugen und Betroffene befragen. Sie hatte bereits nach dem Vorfall am Dienstagabend den Betrieb des Ballons bis auf Weiteres untersagt. Die Behörden müssten zunächst untersuchen, wie es zu dem Notfall gekommen ist, hieß es.

Der im Stadtbild bekannte Aussichtsballon mit dem «Welt»-Logo war am Dienstagnachmittag in heftige Turbulenzen geraten. Er trudelte bei heftigem Wind in der Luft umher und driftete immer wieder in Richtung eines benachbarten Hauses ab. Erst nach einigen Minuten gelang es, den Ballon wieder zu landen. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere sollten sich während der Turbulenzen hinsetzen.

Für einige Tage wird es keine Aussichtsfahrten geben. «Wir hoffen, dass wir in zehn Tagen wieder mit unseren Gästen über Berlin fahren können», sagte Betreiber Frank Hellberg von Air Service Berlin am Mittwoch. Wegen der starken Windbelastung während des Flugs müssten Messungen gemacht sowie Teile geprüft und ausgetauscht werden. 

Die Situation sei «sehr spektakulär» gewesen, so Hellberg. Gefahr für Leib und Leben habe seiner Ansicht nach nicht bestanden, auch herausfallen könnten Insassen nicht. «Menschen können so eine Situation nicht als lässig ansehen, das ist ganz normal», sagte Hellberg zu Aussagen von Passagieren, wonach sie Todesängste ausgestanden hätten. Er sei froh, dass niemand verletzt worden sei. Der Fahrpreis sei den Insassen erstattet worden.

Der Ballon hob laut Hellberg bei einer Windgeschwindigkeit von drei Meter pro Sekunde ab. Das gilt als leichter Wind. Zugelassen sei der Ballon für Wind bis 13 Meter pro Sekunde. «Wir orientieren uns am Flugwetterdienst», sagte Hellberg. Starke Böen seien dort erst für den späteren Abend vorhergesagt gewesen. Hellberg legte der Deutschen Presse-Agentur eine Auswertung von Daten der eigenen Wetterstation vor, wonach der Wind schlagartig zugenommen habe.

Nach Feuerwehrangaben von Dienstagabend geriet der Ballon in eine Unwetterfront. Zur genauen Wetterlage wird laut Polizei nun ermittelt.

Ein kanadischer Tourist berichtete der Deutschen Presse-Agentur nach dem Vorfall, die Passagiere hätten die Situation erst nach einiger Zeit erfasst. Zunächst habe der Ballonführer auf Nachfragen nicht reagiert und dann zum Abwarten angehalten. Schließlich habe aber auch der Pilot zugegeben, eine solche Situation noch nie erlebt zu haben. Der Tourist sprach von einem Gefühl der Machtlosigkeit, er habe nur warten und beten können, dass der Ballon gut nach unten kommen möge.

An dem Ballon wurden durch den starken Wind laut Hellberg bestimmte Teile verbogen, die die Seile auf Distanz von der Gondel halten. Sie müssten getauscht werden. Der Betreiber rechnet mit einer Inspektion der Landesluftfahrtbehörde, auch der Hersteller werde nach Berlin kommen.

Den Ballon betreibt Air Service Berlin nach eigenen Angaben seit rund 16 Jahren, mit unterschiedlichen Werbe-Logos. Damit geflogen sind demnach bislang zwei Millionen Passagiere.

Mi, 2016-05-04 15:41
Istanbul (dpa)

Berichte: Davutoglu erwägt Rücktritt als türkischer Regierungschef

Schlechte Stimmung in Ankara. Medien berichten über ein Zerwürfnis zwischen Ministerpräsident Davutoglu und Staatspräsident Erdogan. Davutoglu denkt nun über Konsequenzen nach.

Istanbul (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erwägt nach Medienberichten seinen Rücktritt. Er habe seine Entscheidung diesbezüglich noch nicht getroffen, sagte Davutoglu nach Berichten der Zeitungen «Hürriyet» und «Cumhuriyet» (Mittwoch) nach einem Treffen mit Parteimitgliedern in Ankara. Hintergrund sei ein Machtkampf zwischen Davutoglu und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Davutoglu hatte das Amt des Ministerpräsidenten und den Parteivorsitz der islamisch-konservativen AKP von Erdogan übernommen, nachdem dieser im Sommer 2014 vom Volk zum Staatspräsident gewählt worden war.

Die beiden sind laut Medienberichten unter anderem wegen einer geplanten Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems unterschiedlicher Meinung. Die Änderung würde Erdogan mehr Macht verleihen. Um ein Verfassungsreferendum über das Präsidialsystem abzuhalten, benötigt die AKP eine Zweidrittelmehrheit. Dazu fehlen der Partei zurzeit 13 Sitze im Parlament.

Türkische Medien spekulieren schon länger über ein Zerwürfnis zwischen Erdogan und Davutoglu. In der vergangenen Woche hatte die AKP-Parteiführung die Befugnisse Davutoglus eingeschränkt, was türkische Kolumnisten als Schlag gegen den Parteichef werteten.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hatte Davutoglu am Dienstag angedeutet, dass er nicht um jeden Preis an seinem Amt festhalten werde. Er werde eher sein «Ego mit Füßen treten», als dem Wohle der Partei zuwiderhandeln, sagte er demnach bei einer Rede in Ankara.

Laut «Cumhuriyet» werden als mögliche Nachfolger Verkehrsminister Binali Yildirim und der Schwiegersohn Erdogans - Energieminister Berat Albayrak - gehandelt. Davutoglu und Erdogan wollten sich am Mittwochabend treffen.

Mi, 2016-05-04 15:41
Berlin (dpa)

Selbstgestricktes für die Ministerinnen-Tochter

Berlin (dpa) - Knapp zwei Monate nach der Geburt ihrer Tochter Julia ist Familienministerin Manuela Schwesig am Mittwoch ins Kabinett zurückgekehrt. Blumen und Glückwunsche der Ministerkollegen gab es schon, als Schwesig noch zu Hause war - doch Umweltministerin Barbara Hendricks hatte noch ein besonderes Geschenk parat: eine selbst gestrickte Babyjacke. «Allerdings hat nicht sie gestrickt, sondern ihre Schwester», räumte Schwesig ein. Die Farbgebung der Jacke sei aber «gendermäßig korrekt mit grün, rosa, braun, blau ... da war alles drin.»

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-05-04 14:06
Berlin (dpa)

Polizei schließt gläsernen TTIP-Leseraum von Greenpeace

Berlin (dpa) - Zwei Tage lang konnte jeder Bürger bisher geheime Dokumente zum europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommen TTIP in Berlin einsehen - jetzt hat die Polizei den Greenpeace-Leseraum geschlossen. Das bestätigte das Bezirksamt Mitte am Mittwoch.

Die Umweltschutzorganisation will nun eine fehlende Erlaubnis beantragen, um den Transporter mit gläsernem Container kommende Woche wieder vor das Brandenburger Tor zu stellen, wie Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven sagte. «Viele Leute haben lange darin gelesen, die Nachfrage bei Abgeordneten war hoch.» Im Internet sind die von Greenpeace veröffentlichten Papiere weiter einsehbar.

Das Handelsabkommen wird hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Bundestagsabgeordnete konnten die Unterlagen bisher nur unter strengen Auflagen in einem Leseraum im Bundeswirtschaftsministerium einsehen. Sie dürfen mit niemandem über die Inhalte reden.

Mi, 2016-05-04 14:36
Aleppo (dpa)

Heftige Kämpfe im Westen Aleppos - Syrien-Spitzengespräche in Berlin

Keine andere Stadt in Syrien ist so umkämpft wie Aleppo. Ohne ein Ende der Gewalt werden neue Verhandlungen über eine politische Lösung kaum möglich sein. Deutschland will die Friedensgespräche retten.

Aleppo (dpa) - Inmitten diplomatischer Bemühungen um eine Rückkehr zur Waffenruhe in Syrien werden die Gefechte in der umkämpften Stadt Aleppo immer heftiger. Im Westen der nordsyrischen Metropole leisteten sich Regime und Rebellen die schwersten Kämpfe seit rund einem Jahr, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch meldete. In Berlin bemühte sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche.

Den Menschenrechtsbeobachter zufolge gab es in Aleppo auf beiden Seiten viele Opfer. Jets und Hubschrauber flogen demnach Angriffe auf Regimegegner. Rebellen hätten Dutzende Geschosse auf die Viertel unter Kontrolle des Regimes abgefeuert. Dabei seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Der staatliche Nachrichtenagentur Sana zufolge handelte es sich um Zivilisten.

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte, Moskau habe zusammen mit den USA am Dienstag (3. Mai) eine Waffenruhe für Aleppo ausrufen wollen. Andauernde Angriffe auf syrische Regierungstruppen hätten dies verhindert, sagte der Offizier der Agentur Tass zufolge.

Aleppo ist der umkämpfteste Schauplatz im syrischen Bürgerkrieg. Trotz einer eigentlich seit Ende Februar geltenden Waffenruhe war die Gewalt bereits zuvor eskaliert. Laut den Menschenrechtsbeobachtern starben in den vergangenen Tagen rund 280 Zivilisten in der Stadt. Mehrfach wurden Krankenhäuser Ziel der Gewalt.

Zu Kämpfen zwischen Regime und Opposition kam es am Mittwoch auch östlich der Hauptstadt Damaskus, wie die Menschenrechtsbeobachter weiter erklärten. Flugzeuge hätten mehr als 20 Angriffe geflogen.

Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt in den vergangenen Wochen hatte die syrische Opposition die Friedensgespräche in Genf verlassen. Insgesamt sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren nach UN-Angaben rund 400 000 Menschen ums Leben gekommen.

In die Bemühungen um eine Wiederbelebung der Verhandlungen über eine politische Lösung für den Konflikt ist auch Deutschland eingeschaltet. Auf Einladung von Steinmeier kamen am Mittwoch der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura und Oppositionsführer Riad Hidschab nach Berlin.

Bei dem Treffen in der Villa Borsig - dem Gästehaus des Auswärtigen Amtes am Tegeler See - sollte es auch darum gehen, die jüngsten Differenzen zwischen Hidschab und de Mistura auszuräumen. Der Oppositionsführer hatte den UN-Diplomaten für die jüngsten Kämpfe mitverantwortlich gemacht. Auch der UN-Sicherheitsrat wollte sich am Mittwoch mit der Gewalt in Syrien befassen.

Mi, 2016-05-04 14:46
Indianapolis (dpa)

Trump auf dem Weg zur Kandidatur

Indiana gewonnen, Cruz ausgestiegen: Trump scheint als Kandidat der US-Republikaner nicht mehr aufzuhalten. Bei den Demokraten liegt Clinton weiter mit Abstand vorn - aber sie strauchelt.

Indianapolis (dpa) - Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird 2016 aller Voraussicht nach Donald Trump heißen. Der New Yorker Milliardär siegte bei der Vorwahl im Bundesstaat Indiana haushoch. Sein Rivale Ted Cruz gab danach das Rennen auf. Bei den Demokraten unterlag Hillary Clinton gegen Bernie Sanders. Sie liegt aber bei der Zahl der Delegiertenstimmen immer noch weit in Führung.

Der republikanische Parteichef Reince Priebus schrieb auf Twitter, Trump sei der «anzunehmende Kandidat» für die Präsidentenwahl. Er rief seine Partei zur Einheit auf: «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen.»

Trump sagte noch in der Nacht zu Mittwoch, er wolle die Partei rasch vereinen. «Das müssen wir auch tun.» An die Adresse von Clinton sagte er: «Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen.»

Für die beispiellose Kandidatensuche der Republikaner galt Indiana als Scheidepunkt. Cruz, Senator von Texas, hätte unbedingt gewinnen müssen, um Trump als Kandidaten noch zu verhindern. Er landete aber mit 37 Prozent 16 Punkte hinter Trump. Überraschend beendete er daraufhin seinen Wahlkampf: «Wir haben alles gegeben, aber die Wähler haben einen anderen Weg gewählt.»

Die Monmouth-Universität analysierte, Cruz habe als Enfant Terrible und Außenseiter der Partei den Wahlkampf begonnen, sich aber schließlich als Konsenskandidat und Insider vermitteln wollen. Diese Umwandlung sei beim Wähler schlecht angekommen.

Trump, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun ohne große Mühe in den verbleibenden Vorwahlen seiner Partei die entscheidende Delegiertenmehrheit sichern. In Indiana holte er nach den vorliegenden Zahlen alle Delegierten und liegt nun bei rund 1050.

Rechnerisch wird Trump die Schwelle von 1237 erst am letzten großen Vorwahltag überschreiten, dem 7. Juni. Dann wird unter anderem in Kalifornien gewählt, dem größten Vorwahlstaat überhaupt.

John Kasich, Gouverneur von Ohio, holte in Indiana als letzter noch verbleibender Trump-Konkurrent im Rennen nur etwa rund 8 Prozent. Er dürfte zwar kaum noch eine Rolle spielen, will aber weitermachen, bis ein Kandidat feststeht. Nach wie vor setze er darauf, die Nominierung auf dem Parteitag der Republikaner im Juli per Kampfabstimmung zu gewinnen, erklärte Kasichs Chefstratege.

Die frühere Außenministerin Clinton verlor auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten in Indiana entgegen aller Umfragen mit etwa fünf Prozentpunkten Abstand auf Sanders. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das aber kaum Einfluss, denn die Delegierten in Indiana werden anteilig nach Stimmen vergeben. Sanders konnte insgesamt nur eine Handvoll aufholen.

Die frühere First Lady liegt weiter viele hundert Delegierte vor Sanders. Ihr Abschneiden macht aber einmal mehr deutlich, dass auch viele Anhänger der Demokraten sie nicht als überzeugende Kandidatin sehen. Clinton gilt vielen als zu etablierte Politikerin mit einem Mangel an neuen Ideen. Sanders, der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet, will möglicherweise auf dem Parteitag in Philadelphia eine Kampfabstimmung suchen.

Vor der Wahl in Indiana hatten Trump und Clinton bereits über den Staat hinaus geblickt. Beide stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf um das Weiße Haus ein. Trump begann bereits damit, Clinton persönlich anzugehen. Sei sie ein Mann, habe sie keine Chance. Trump wird voraussichtlich auch an die Affären ihres Mannes Bill erinnern.

Trump liegt in Umfragen für die Wahl am 8. November zum Teil zweistellig hinter Clinton. Noch deutlicher wäre in einer CNN-Erhebung der Abstand eines Kandidaten Sanders auf Trump. Clinton wiederum läge demnach in einer direkten Auseinandersetzung hinter Kasich.

Trump, der sich über Monate in einem 17-köpfigen Bewerberfeld der Republikaner durchsetzte, ist auch in der eigenen Partei hoch umstritten. Befürchtet wird dort, dass sein schlechtes Ansehen auch dazu führt, dass die Demokraten am 8. November die Mehrheit im Senat zurückerobern, möglicherweise sogar auch im Repräsentantenhaus.

Trump schneidet in vielen Wählergruppen miserabel ab, etwa bei Frauen, bei Latinos und bei Afroamerikanern. Es ist aber unklar, wie viele Erstwähler Trump mobilisieren kann.

Rein rechnerisch muss Clinton bei der Wahl zunächst die Staaten holen, die die Demokraten bei den letzten sechs Wahlen immer geholt haben. Wenn sie dann noch Florida gewinnt, folgt sie im Januar 2017 als erste US-Präsidentin Barack Obama nach.

Mi, 2016-05-04 14:48
Berlin (dpa)

Ingolf Lück kauft wieder Kondome

Berlin (dpa) - Den Schauspieler Ingolf Lück (58) holt beim Thema Verhütung die Vergangenheit ein. Mehr als 25 Jahre nach dem Erfolg des Kino- und TV-Spots «Tina, wat kosten die Kondome?» hat Lück für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nachgelegt: Für die neue Präventionskampagne «Liebesleben» spielt er in Sakko und Seidenschal einen Vater, der mit seinem Film-Sohn den Kondomkauf im Supermarkt aus anderer Perspektive erlebt. 1989 war Lück für die damalige Kampagne «Gib' Aids keine Chance» mit Stirnband und runder Brille zu sehen. An der Supermarktkasse schob er verschämt ein Päckchen bunter Kondome unter Baguette und Lauch. Die in den Markt gebrüllte Frage der Kassiererin - gespielt von Hella von Sinnen - nach dem Preis der Kondome berührte ihn kurz peinlich. Die anderen Leute an der Kasse nahmen die Sache aber ganz locker.

Mi, 2016-05-04 14:50
Brüssel (dpa)

Brüsseler Flughafen lockert Sicherheitschecks vor Abflughalle

Brüssel (dpa) - Nach Protesten lockert der Brüsseler Flughafen neu eingeführte Sicherheitschecks vor dem Gebäude. Es gebe zwar weiter Kontrollen, aber nicht mehr alle Passagiere seien betroffen, sondern nur «verdächtige Personen», teilte ein Sprecher des Flughafens der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit.

Das Problem langer Warteschlangen, die an den Vortagen für massive Entrüstung unter Reisenden gesorgt hatten, sei dadurch weitgehend gelöst, berichteten belgische Medien. Bisher waren alle Flugreisenden kontrolliert worden.

Der Airport empfahl Passagieren mit Zielen innerhalb des grenzkontrollfreien Schengen-Raums, zwei Stunden vor Abflug zu erscheinen, bei Flügen in Nicht-Schengen-Länder seien weiter drei Stunden nötig.

Rund sechs Wochen nach den Terroranschlägen war die große Abflughalle am Sonntag wiedereröffnet worden. Bei den Attacken islamistischer Gewalttäter waren in Brüssel auf dem Flughafen und in der U-Bahn zusammen 32 unschuldige Menschen ums Leben gekommen.

Mi, 2016-05-04 14:15
Berlin (dpa)

Berlin zieht positive Zwischenbilanz der Waffenruhe in der Ostukraine

Berlin (dpa) - Eine halbe Woche nach Beginn der Waffenruhe in der Ostukraine hat die Bundesregierung eine positive Zwischenbilanz gezogen. Der Waffenstillstand «hat zu einer deutlichen Verringerung der Kampfhandlungen geführt», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Die Konfliktparteien hatten in der vergangenen Woche vereinbart, die Kämpfe bis zum 9. Mai auszusetzen - dem Tag des sowjetischen Siegs über Hitler-Deutschland. Für den 11. Mai hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seine Amtskollegen aus Kiew, Moskau und Paris zu einem Ukraine-Treffen nach Berlin eingeladen.

Mi, 2016-05-04 14:56
Luxemburg (dpa)

Die EU-Tabakrichtlinie

Luxemburg (dpa) - Mit der Richtlinie für Tabakprodukte will die EU die Raucherquote von Jugendlichen senken. Auch sollen «Fälle der vorzeitigen Sterblichkeit» verringert werden. Nach der 2014 mühsam ausgehandelte Richtlinie müssen zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigarettenschachteln und Drehtabakverpackungen für Schockbilder und aufklärende Warnhinweise reserviert sein. Zudem müssen Aromen vom Markt verschwinden, die Geruch, Geschmack oder Rauchintensität überdecken oder verändern. Die Stoffe stehen im Verdacht, den Einstieg in den Tabakkonsum zu erleichtern. Für Mentholzigaretten gilt eine Übergangsfrist. Kleine Verpackungsgrößen sind für bestimmte Tabakwaren verboten, auch «irreführende Elemente auf Verpackungen». Nach dem Bundestag billigte im März 2016 auch der Bundesrat das Gesetz zur Umsetzung der EU-Tabakrichtlinie in Deutschland.

Mi, 2016-05-04 14:56
Stuttgart (dpa)

Ausbildung statt Kampf: Deutschland bleibt bei Anti-IS-Strategie 

Stuttgart (dpa) - Deutschland will den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiter mit der Ausbildung von Kämpfern, mit Waffenlieferungen und mit Aufklärungsflügen unterstützen. Ein Kampfeinsatz deutscher Soldaten - etwa die Entsendung von Jagdbombern - ist aber kein Thema.

«Keiner kann alles machen», sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch nach einem Treffen der internationalen Anti-IS-Koalition in Stuttgart. «Deshalb sollten wir auf den Gebieten, auf denen wir inzwischen gut sind und helfen können, unsere Hilfe auch weiter ausdehnen, also intensivieren und nicht über den Rahmen hinausgehen, den wir uns selber gesteckt haben.»

Die Bundeswehr hat den Kurden im Nordirak seit September 2014 insgesamt 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung geliefert. Dazu zählen 20 000 Gewehre und 1000 Panzerabwehrraketen. In den nächsten Wochen soll Nachschub geliefert werden. Rund 130 deutsche Soldaten bilden die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak aus.

Zudem unterstützen sechs «Tornado»-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug die Luftangriffe der internationalen Allianz gegen den IS. Die «Tornado»-Jets starten vom türkischen Incirlik aus. Derzeit sind 230 Soldaten bei der Operation im Einsatz. Von der Leyen sicherte dem Irak zudem weitere Hilfe bei der Minenräumung und beim Wiederaufbau zu.

Mi, 2016-05-04 14:01
Berlin (dpa)

Aussichtsballon in Turbulenzen - Landeskriminalamt ermittelt

Sie wollten eigentlich nur die Aussicht genießen. Ein Aufstieg mit dem Ballon im Herzen Berlins endete für 19 Passagiere und den Ballonführer jedoch mit großem Schrecken. Wie gefährlich war die Situation?

Berlin (dpa) - Nach dem turbulenten Flug des Berliner Aussichtsballons nahe dem Checkpoint Charlie ermittelt das Landeskriminalamt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die 19 Passagiere an Bord hätten einen Schock erlitten, deshalb wurde das Verfahren eingeleitet, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Ob auch Betroffene Strafanzeige gestellt hätten, könne er noch nicht sagen. Ermittelt werde nun, ob menschliches Versagen vorliege und inwieweit dem Piloten die Wetterlage bekannt war.

Die Polizei will den Ballonführer, Zeugen und Betroffene befragen. Sie hatte bereits nach dem Vorfall am Dienstagabend den Betrieb des Ballons bis auf Weiteres untersagt. Die Behörden müssten zunächst untersuchen, wie es zu dem Notfall gekommen ist, hieß es.

Der im Stadtbild bekannte Aussichtsballon mit dem «Welt»-Logo war am Dienstagnachmittag in heftige Turbulenzen geraten. Er trudelte bei heftigem Wind in der Luft umher und driftete immer wieder in Richtung eines benachbarten Hauses ab. Erst nach einigen Minuten gelang es, den Ballon zurück zum Boden zu bringen. Verletzt wurde niemand.

Für einige Tage wird es keine Aussichtsfahrten geben. «Wir hoffen, dass wir in zehn Tagen wieder mit unseren Gästen über Berlin fahren können», sagte Betreiber Frank Hellberg von Air Service Berlin am Mittwoch. Wegen der starken Windbelastung während des Flugs müssten Messungen gemacht sowie Teile geprüft und ausgetauscht werden. 

Die Situation sei «sehr spektakulär» gewesen, so Hellberg. Gefahr für Leib und Leben habe seiner Ansicht nach nicht bestanden. «Menschen können so eine Situation nicht als lässig ansehen, das ist ganz normal», sagte Hellberg zu Aussagen von Passagieren, wonach sie Todesängste ausgestanden hätten.

Der Ballon hob laut Hellberg bei einer Windgeschwindigkeit von drei Meter pro Sekunde ab. Das gilt als leichter Wind. Als der Ballon in einen Fallwind geraten sei, habe der Ballonführer richtig gehandelt. Er musste laut Hellberg abwarten, bis der Wind nachgelassen hatte und er wieder sicher landen konnte. Passagiere sollten sich solange hinsetzen, so Hellberg.

Nach Feuerwehrangaben von Dienstagabend geriet der Ballon in eine Unwetterfront. Zur genauen Wetterlage wird laut Polizei nun ermittelt.

Ein kanadischer Tourist berichtete der Deutschen Presse-Agentur nach dem Vorfall, die Passagiere hätten die Situation erst nach einiger Zeit erfasst. Zunächst habe der Ballonführer auf Nachfragen nicht reagiert und dann zum Abwarten angehalten. Schließlich habe aber auch der Pilot zugegeben, eine solche Situation noch nie erlebt zu haben. Der Tourist sprach von einem Gefühl der Machtlosigkeit, er habe nur warten und beten können, dass der Ballon gut nach unten kommen möge.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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