Di, 2015-03-31 15:58
Frankfurt/Main (dpa)

Aufwärtstrend bei erneuerbaren Energien - Wenig Zuwachs in Europa

Weltweit werden erneuerbare Energien gefördert, vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer nehmen dafür viel Geld in die Hand. An Europa geht der Aufwärtstrend etwas vorbei.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Markt für erneuerbare Energien hat sich einer Studie zufolge von seiner Flaute erholt. Weltweit flossen 2014 insgesamt 270 Milliarden US-Dollar (251 Mrd. Euro) in Solarenergie, Windkraft und Biogasanlagen - rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr und nur 3 Prozent weniger als im Rekordjahr 2011.

«Wir haben das, was wir verloren haben, in den letzten zwei Jahren fast wieder ganz aufgeholt. Es geht mal wieder bergauf», sagte Forscherin Silvia Kreibiehl am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung des Berichts des UN-Umweltprogramms UNEP und der Frankfurt School of Finance & Management.

Deutlichen Zuwachs gab es in Schwellen- und Entwicklungsländern, auf die knapp die Hälfte des gesamten Investitionsvolumens entfällt. Erneut ist China Spitzenreiter: 83,3 Milliarden US-Dollar steckte das Land im vergangenen Jahr in erneuerbare Energien, fast ein Drittel mehr als 2013. Während die Chinesen lange in Großprojekte investierten, floss den Experten zufolge nun erstmals mehr Geld in kleinere Solaranlagen. Unter den Top 10 der Investitionsländer sind außerdem Brasilien, Indien und Südafrika.

Europa ist an dem Aufwärtstrend vergleichsweise gering beteiligt: 2014 wurden dort zwar mit rund 58 Milliarden US-Dollar 10 Milliarden mehr investiert als im Vorjahr. Der Anteil Europas an den Gesamtinvestitionen sank aber von einem Viertel auf etwas mehr als ein Fünftel. Gerettet haben die europäische Bilanz nach Aussagen Kreibiehls vor allem milliardenschwere Windparkprojekte auf hoher See.

Deutschland belegt mit 11 Milliarden US-Dollar nach Großbritannien den zweiten Platz in Europa. Schwankende Preise an der Strombörse und Unklarheit über staatliche Rahmenbedingungen bremsten Investoren, begründete Kreibiehl den Investitionsrückgang in Europa.

Di, 2015-03-31 15:55
Berlin (dpa)

Gedenkstätte Hohenschönhausen wegen Sturms geschlossen

Berlin (dpa) - Wegen des Sturms «Niklas» ist die Berliner Stasi-Opfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen am Dienstagnachmittag geschlossen worden. Kleinere Dachteile des früheren Stasi-Dienstsitzes seien durch die Luft geflogen, sagte eine Sprecherin. Verletzt worden sei niemand. Die Feuerwehr wurde in der Hauptstadt seit dem Mittag verstärkt zu wetterbedingten Einsätzen gerufen, wie eine Sprecherin sagte. Mehrmals seien Notrufe wegen umgestürzter Bäume eingegangen. Der Deutsche Wetterdienst gab für Berlin und Teile Brandenburgs eine Unwetterwarnung heraus, die zunächst bis 22.00 Uhr gelten sollte.

Di, 2015-03-31 15:51
Kiew (dpa)

Europarat kritisiert schleppende Ermittlungen zu Maidan-Toten

Kiew (dpa) - Mehr als ein Jahr nach den blutigen Maidan-Protesten in der Ukraine hat der Europarat die Langsamkeit der Ermittlungen zum Tod der mehr als 100 Menschen kritisiert. Weder die jetzige prowestliche noch die vorherige prorussische Führung hätten sich um eine Aufklärung der Gewalt gekümmert, bemerkten Experten des Europarats am Dienstag in Kiew in einem Bericht. Die blutigen Proteste im Winter 2013/2014 hatten zum Sturz des moskaufreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt.

Das Innenministerium in Kiew wies die Vorwürfe als «unbegründet» zurück. Der Europarat hatte nach dem prowestlichen Umsturz in der Ukraine eine Beobachtergruppe eingesetzt, um die Ermittlungen zu überwachen.

Die prowestliche Führung macht Ex-Staatschef Janukowitsch für die Gewalt auf dem Maidan verantwortlich. Dagegen betont die frühere ukrainische Regierung, die damalige Opposition habe die Eskalation eingeleitet, um den Machtwechsel herbeizuführen. Janukowitsch floh vor den Protesten aus Kiew ins russische Exil.

Di, 2015-03-31 15:50
Berlin (dpa)

Merkel stellt sich auf harte Iran-Verhandlungen ein

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich auf weiterhin harte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ein. «Wir wünschen uns einen erfolgreichen Abschluss, aber er ist noch nicht geschafft», sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten François Hollande in Berlin. Die CDU-Politikerin bekräftigte, dass ein Abkommen garantieren müsse, dass der Iran sich nicht atomar bewaffnen könne. «Das ist das, was für uns zählt.»

Di, 2015-03-31 15:36
311536 Mrz 15)

Linke Gruppe nimmt Staatsanwalt in Istanbul als Geisel

Istanbul (dpa) - Eine linksextremistische Untergrundgruppe hat in der türkischen Metropole Istanbul einen Staatsanwalt als Geisel genommen und mit seiner Ermordung gedroht. Zu der Tat am Dienstag im zentralen Justizgebäude bekannte sich die verbotene DHKP-C. Bei dem Staatsanwalt handelt es sich um den Ankläger im Fall des Jugendlichen Berkin Elvan, der bei den Gezi-Protesten 2013 von einer Tränengaskartusche der Polizei tödlich verletzt worden war.

Die DHKP-C forderte auf ihrer Facebook-Seite unter anderem, die Polizisten, die für den Tod Berkin Elvans verantwortlich seien, müssten ein öffentliches Geständnis ablegen. Ermittlungen gegen Demonstranten, die wegen des Todes Berkin Elvans protestiert hatten, müssten eingestellt werden. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, werde der Staatsanwalt getötet.

Über das Schicksal der Geisel war nach Ablauf des von der DHKP-C gestellten Ultimatums am Nachmittag zunächst nichts bekannt. Der Vater Berkin Elvans, Sami Elvan, teilte über Twitter mit, er wolle nicht, dass jemand zu Schaden komme. «Ich will nur einen gerechten Prozess», schrieb er. Auf der Facebookseite der DHKP-C war zu sehen, wie dem geknebelten Staatsanwalt eine Pistole an den Kopf gehalten wurde.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete vor Ablauf des Ultimatums, ein Spezialkommando der Polizei sei in das Gebäude eingedrungen. Schüsse seien zu hören gewesen. Berkin Elvan war im Sommer 2013 ins Koma gefallen und im März vergangenen Jahres im Alter von 15 Jahren gestorben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Die Ermittlungen in dem Fall haben bislang keine Fortschritte gemacht.

Di, 2015-03-31 15:33
Abuja (dpa)

Neue Ergebnisse zeigen knappes Rennen bei Präsidentenwahl in Nigeria

In Nigeria zeichnet sich bei der Präsidentenwahl ein Kopf-an-Kopf Rennen ab. Amtsinhaber Goodluck Jonathan holt auf. Damit ist offen, ob es im bevölkerungsreichsten Land Afrikas zum ersten Machtwechsel seit der Rückkehr zur Demokratie kommt.

Abuja (dpa) - Neue Auszählungsergebnisse der Präsidentenwahl in Nigeria deuten auf ein sehr knappes Rennen hin. Herausforderer Muhammadu Buhari lag am Dienstag mit gut 51 Prozent der bislang ausgezählten Stimmen nur noch knapp vor Amtsinhaber Goodluck Jonathan mit knapp 49 Prozent. Der 72-Jährige frühere Militärdiktator gewann 13 der 36 Bundesstaaten des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika, der 57 Jahre alte Jonathan konnte sich 12 Staaten und die Hauptstadt Abuja sichern, wie die Wahlkommission mitteilte. 

Weitere Ergebnisse der Abstimmung vom Samstag wurden noch im Laufe des Dienstags erwartet. Es blieb jedoch unklar, ob am Dienstag auch schon ein Endergebnis der Wahl bekanntgegeben würde. 

Beobachter gingen davon aus, dass Buhari nach wie vor große Chancen auf einen Sieg hat, da die meisten der noch nicht ausgezählten Staaten aus religiösen und ethnischen Gründen vermutlich mehrheitlich für ihn gestimmt haben. Der Oppositionskandidat ist vor allem im muslimischen Norden erfolgreich, Jonathan im christlichen Süden.

Buhari gelang es aber auch, den heiß umkämpften südlichen Staat Lagos zu gewinnen. Er kam nach Angaben der Wahlkommission auf 10,4 Millionen Stimmen, Jonathan auf 9,9 Millionen. Sollte Buhari die Wahl gewinnen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit der Rückkehr des westafrikanischen Landes zur Demokratie 1999. 

Der Gewinner muss neben einer absoluten Stimmenmehrheit auch mindestens 25 Prozent der Stimmen in zwei Dritteln der Bundesstaaten gewinnen. Gelingt dies keinem Kandidaten, wäre eine Stichwahl nötig. 

Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahl verlief nach Ansicht von Beobachtern im Großen und Ganzen ordnungsgemäß, es wurde jedoch vor möglichen Manipulationen bei der Auszählung gewarnt. Aus Angst vor Protesten gegen die Wahlergebnisse wurde im südlichen Bundesstaat Rivers eine zunächst zeitlich unbegrenzte Ausgangssperre verhängt. 

Der Amtsinhaber und seine regierende Demokratische Volkspartei (PDP) hatten die Wähler mit der Aussicht auf Kontinuität umworben; Buhari und sein Oppositionsbündnis Partei der Fortschrittlichen (APC) versprachen die Bekämpfung der grassierenden Korruption und einen Sieg über den islamistischen Terrorismus der Boko Haram. Seit 2009 haben die sunnitischen Extremisten im Nordosten Nigerias mindestens 14 000 Menschen getötet.

Nigeria ist mit fast 180 Millionen Einwohnern das mit weitem Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es ist der größte Ölexporteur des Kontinents und auch die größte Volkswirtschaft. Die Mehrheit der Nigerianer lebt jedoch immer noch in großer Armut. 

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Di, 2015-03-31 15:19
Hannover (dpa)

Sturm legt S-Bahn-Verkehr im Raum Hannover lahm

Hannover (dpa) - Orkan «Niklas» hat auch die S-Bahn im Raum Hannover lahmgelegt. Zur Sicherheit der Fahrgäste sei der S-Bahn-Verkehr am Dienstagnachmittag komplett eingestellt worden, teilte die Deutsche Bahn mit. Darüber hinaus sei im Regionalverkehr mit Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen. Auf der Strecke zwischen Hannover und Bremen kam es wegen einer Oberleitungsstörung bei Nienburg zu erheblichen Verspätungen. Die Bahn richtete einen Ersatzverkehr ein.

Di, 2015-03-31 15:16
Stalsund (dpa)

Tiefsee-Ausstellung in Stralsund eröffnet

Stalsund (dpa) - Die weitgehend unerforschte Tiefsee ist Thema einer neuen Schau im Stralsunder Meeresmuseum und dem dazugehörigen Ozeaneum. Mit der Eröffnung des neuen Ausstellungsbereichs startete des Museum am Dienstag in sein Themenjahr «Expedition Tiefsee». Die Schau, die das Museum mit der Umweltorganisation WWF entwickelte, soll Besuchern diese geheimnisvolle Region der Ozeane näherbringen. «Sogar der Mond ist besser erforscht als die lichtlosen Tiefen ab 1000 Meter», sagte Museumsdirektor Harald Benke bei der Eröffnung. Dabei mache die Tiefsee rund 60 Prozent der Erdoberfläche aus.

Die Schau zeigt unter anderem das Modell einer Scholle, die von den beiden Tiefsee-Pionieren Donald Walsh und Jaques Piccard im Jahr 1960 in rund 11 000 Metern Tiefe beobachtet wurde. Außerdem ist die Nachbildung eines «Höllenvampirs» zu sehen, eines rund ein Meter großen Tintenfischs, dessen Hautlappen und Leuchtorgane das Tier nach Museumsangaben wie einen Vampir aussehen lassen. Zudem werden Kaltwasserkorallen präsentiert, die in völliger Dunkelheit in der Tiefsee existieren. Den Mitarbeitern des Museums gelang in den vergangenen Jahren die Nachzucht dieser Arten.

Di, 2015-03-31 15:12
311512 Mrz 15)

Schwerer Stromausfall in der Türkei - auch Metropolen betroffen

In weiten Teilen der Türkei fällt der Strom aus, in Istanbul und Ankara bleiben U-Bahnen stecken. Die Ursache ist unbekannt - der Energieminister schließt einen Cyber-Angriff nicht aus.

Istanbul (dpa) - Der schwerste Stromausfall in der Türkei seit Jahren hat die größten Städte und zahlreiche Provinzen des Landes über Stunden hinweg lahmgelegt. In der Wirtschaftsmetropole Istanbul, der Hauptstadt Ankara und der Küstenmetropole Izmir fiel am Dienstagvormittag der Strom aus. In Istanbul und Ankara stoppten die U-Bahnen. Energieminister Taner Yildiz sagte kurz nach Beginn des Stromausfalls nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA: «Ich kann derzeit nicht sagen, ob es ein Cyber-Angriff ist oder nicht.» Die Ursache werde untersucht.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu schloss auch einen Terroranschlag nicht aus. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte er laut DHA. Er vermute aber ein technisches Problem in den Stromnetzen. Die Regierung in Ankara richtete ein Krisenzentrum ein.

Nach Berichten des Nachrichtensenders CNN Türk waren 30 der 81 Provinzen des Landes betroffen, darunter solche im Westen, Norden, Süden und Osten. Zentralanatolien schien weitgehend verschont geblieben zu sein. Teile Istanbuls auch im Zentrum der größten Stadt des Landes waren selbst nach mehr als fünf Stunden noch ohne Strom.

In den U-Bahnen in Istanbul wurden Passagiere nach Angaben von Sicherheitspersonal zu den nächsten Bahnhöfen geleitet. DHA meldete, am westtürkischen Industriestandort Kocaeli hätten Fabriken den Betrieb wegen des Stromausfalls vorübergehend einstellen müssen. Unter anderem sei die Produktion von Autos und Chemikalien behindert worden.

Für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP kommt der massive Stromausfall zur Unzeit: In gut zwei Monaten wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Di, 2015-03-31 15:11
Lausanne (dpa)

Nervenkitzel in Lausanne - Atomverhandlungen mit Iran vor Fristende

Zwölf Jahre dauert der Atomstreit mit dem Iran bereits. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie der Iran Atomkraft zivil nutzen, aber keine Atomwaffen erlangen kann. Doch auch am vorerst letzten Tag der Marathonverhandlungen blieb bis zuletzt alles offen.

Lausanne (dpa) - Am vorerst letzten Tag der Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm haben die Beteiligten in Lausanne intensiv um eine Einigung gerungen. Die Gespräche am Genfer See befänden sich in einer kritischen und schwierigen Phase, hieß es von deutscher Seite am Dienstag. Darüber hinaus drang aus den Delegationen wenig nach außen. Bis Mitternacht wollten die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland und der Iran eine Grundsatzeinigung in dem zwölf Jahre währenden Streit erzielen. Ein umfassendes Abkommen ist bis Anfang Juli angepeilt.

Im Kern des Konflikts geht es um die Frage, wie der Iran Atomkraft zivil nutzen, aber keine Atomwaffen erlangen kann. Der Westen fordert verlässliche Garantien. Teheran will die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Eine Einigung würde den Iran aus der internationalen Isolation holen und könnte unter anderem das Verhältnis zwischen den USA und der Islamischen Republik entspannen. Auch die deutsche Wirtschaft erhofft sich Vorteile.

Strittig war zuletzt vor allem, wie der Iran nach einer Phase, in der höherwertige Atomforschung untersagt sei, weiter verfahren dürfe. Teheran will nach Ablauf einer solchen Frist sein Atomprogramm wieder uneingeschränkt betreiben dürfen. Der Westen fordert weitere Restriktionen. Zudem ging es um den Zeitrahmen für die Aufhebung von UN-Sanktionen, die den Transfer von Atomtechnologie in den Iran verbieten.

Wegen der laufenden Verhandlungen fanden die deutsch-französischen Regierungskonsultationen in Berlin ohne die Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius statt. Ihre Anwesenheit in Lausanne sei notwendig, hieß es zur Begründung.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wurde am Dienstag ebenfalls wieder in Lausanne erwartet. Er war am Vortag zurück nach Moskau gereist. Die Chancen auf eine Einigung bezeichnete Lawrow als «groß». «Entscheidend ist, dass keiner der Teilnehmer überhöhte Forderungen stellt - das Gleichgewicht muss gewahrt sein», sagte der Außenminister der Agentur Interfax zufolge.

Bereits zuvor hatten sich die USA die Möglichkeit zur Verlängerung der Gespräche offen gehalten. Die selbst gesetzte Frist solle vor allem den Entscheidungsdruck auf die Beteiligten erhöhen, hieß es aus Delegationskreisen.

Di, 2015-03-31 15:02
Düsseldorf (dpa)

Pendlerland Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf (dpa) - Etwa 1,3 Millionen Reisende nutzen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen täglich die Busse und Bahnen der Deutschen Bahn. Mehr als 3700 S-Bahnen und Personenzüge sind jeden Tag für die DB zwischen 700 Bahnhöfen unterwegs. Hinzu kommen rund 2000 Züge anderer Verkehrsbetriebe.

Das Schienennetz in Nordrhein-Westfalen ist ein Dreh- und Angelpunkt für Deutschland und Europa: Es umfasst laut Landesverkehrsministerium eine Länge von rund 6000 Kilometern.

Fast die Hälfte der etwa 8,7 Millionen Erwerbstätigen pendelten 2013 in Nordrhein-Westfalen täglich über die Grenzen ihres Wohnorts zu ihrer Arbeitsstelle - allein die Städte Köln, Düsseldorf und Essen kommen zusammen auf fast eine Dreiviertelmillion Pendler, wie das Statistische Landesamt mitteilte.

Di, 2015-03-31 15:00
Frankfurt/Main (dpa)

Weltweit mehr Investitionen in erneuerbare Energien

Frankfurt/Main (dpa) - Der Markt für erneuerbare Energien hat sich einer Studie zufolge von seiner Flaute erholt. Weltweit flossen 2014 insgesamt 270 Milliarden US-Dollar (251 Mrd. Euro) in Solarenergie, Windkraft und Biogasanlagen - rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr und nur 3 Prozent weniger als im Rekordjahr 2011. Das geht aus dem Dienstag in Frankfurt vorgelegten Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP und der Frankfurt School of Finance & Management hervor. Einen deutlichen Zuwachs gab es in Schwellen- und Entwicklungsländern. Vor allem beim erneuten Spitzenreiter China sowie in Brasilien stiegen die Investitionen. In Europa stagnierten die Investitionen nach Einschätzung der Autoren wegen Unklarheit über staatliche Rahmenbedingungen.

Di, 2015-03-31 15:00
Köln (dpa)

«Es fährt nichts, komplett nichts» - Bahnfahrer stranden in NRW 

Sie kamen an - und sie kamen nicht mehr weg: Für viele Reisende in Nordrhein-Westfalen endete die Zugfahrt an einem Bahnhof fernab vom eigentlichen Ziel. Der Grund: «Niklas», das Sturmtief.

Köln (dpa) - Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof. Hunderte Menschen drängen sich in der Eingangshalle, von Minute zu Minute werden es mehr. Bange Blicke auf die Anzeigetafeln. Neben den Abfahrtzeiten rollen weißen Balken mit Warnhinweisen über die Bildschirme. Keine gute Zeichen für die Reisenden: «Zug endet hier», «Zug fährt später», «Zug fällt aus», heißt es da monoton und gleichmütig.

Sturmtief «Niklas» zog am Dienstag über Nordrhein-Westfalen hinweg, es beschädigte Gleise und Oberleitungen, brachte die Fahrpläne der Bahn durcheinander und die Hotline zum Glühen. Schließlich kapitulierte die Deutsche Bahn und stellte den Nahverkehr im Pendlerland Nordrhein-Westfalen für den kompletten Tag ein. Glück hatten nur Fahrgäste einzelner Fernverbindungen und Reisende in den privat betriebenen Zügen. Die anderen konnten nur mit Taxis, Mietwagen oder Bussen an ihr Ziel gelangen.

Gelassen gibt sich eine 57-jährige Frau am Kölner Hauptbahnhof. Dem Unwetter begegnet sie mit Sarkasmus: «Ich habe ein NRW-SchönerTagTicket gebucht, es sollte eigentlich ein schöner Tag werden», sagt sie und nippt an ihrer Tasse. Ihre Fahrt nach Gütersloh falle nun wohl ins Wasser. «Immerhin habe ich keinen Geschäftstermin. Nur der tibetische Masseur, der geht uns jetzt durch die Lappen.» Ihre 56 Jahre alte Begleiterin entscheidet: Die beiden Frauen aus Köln kehren um, zurück nach Hause. «Einen Bus würde ich bei dem Wetter nicht empfehlen», sagt sie.

Vor dem Infoschalter schiebt sich die lange Warteschlange nur langsam voran: Koffer-Kolonnen, Smartphone-Tipper, Telefonierer mit sorgenvollem Blick. Ganz hinten, direkt vor den Eingangstüren, fragen sich drei Teenager-Mädchen: «Ist das das Ende der Schlange?» Andere drehen frustriert ab. Zwei junge Männer wollen nicht selbst für die Kosten einer Extrafahrt aufkommen: «Alter, ich habe keinen Bock in Vorleistung zu gehen.»

Persönliches Pech mit der Bahn attestiert sich eine 52-Jährige aus Süddeutschland: «Irgendwas ist immer, wenn ich Bahn fahre, entweder Personenschaden oder es bleibt ein Güterzug liegen», sagt die Frau. Nach ein paar Tagen zu Besuch im Rheinland will sie zurück nach Stuttgart. «Heute aber habe ich vollstes Verständnis.»

Ähnliche Szenen in Bielefeld, in Dortmund, Essen und in Düsseldorf: Menschenleere Gleise, Gedränge unter den Anzeigetafeln an den Haupteingängen. Einige fotografieren mit ihrem Smartphone die leeren Anzeigen. Etwas abseits steht ein Mann neben zwei Koffern. Er wartet auf seine Mutter, sie wollten zusammen nach Hamburg. «Meine Mutter musste erstmal auf die Toilette, das war jetzt das Wichtigste.» Wie sie jetzt aus Düsseldorf wegkommen, weiß er nicht. «Wir müssen jetzt einfach mal gucken», sagt er, dann zuckt er mit den Schultern.

Einige Bahn-Mitarbeiter haben sich in der Wartehalle am Kölner Hauptbahnhof kurzerhand zur menschlichen Informationssäule umfunktioniert. Ein Südländer diskutiert hitzig mit einem Schaffner. An einer anderen Stelle steht eine 20-Jährige mit roter Weste, roter DB-Umhängetasche um die Schultern, Stift, Block, Tablet-Computer. Sichtlich bemüht jongliert sie die Anfragen, auf Deutsch, auf Englisch. Frage um Frage, und sie kann doch nur das eine sagen: «Es fährt nichts, komplett nichts».
 

Di, 2015-03-31 14:54
311454 Mrz 15)

NSU-Ausschuss bekommt weitere Gegenstände zum Fall Florian H.

Stuttgart (dpa) - Der NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtages hat weiteres Beweismaterial zum Fall des toten Neonazis Florian H. bekommen. Die Familie des Verstorbenen habe dem Landtagsgremium unter anderem einen Computer, zwei Handys sowie einen Speicherstick übergeben, sagte Ausschusschef Wolfgang Drexler (SPD) am Dienstag in Stuttgart. Das Gremium will die Gegenstände von einem unabhängigen Sachverständigen untersuchen lassen. Die Übergabe eines Laptops und eines Camcorders steht noch aus. Sie lagen in dem Wagen, in dem Florian H. im September 2013 verbrannt war.

Die Polizei geht davon aus, dass der Neonazi sich selbst das Leben nahm. Die Familie bezweifelt das. Sie wirft den Beamten schlampige Arbeit vor. Florian H. soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat. Der Mord wird den Rechtsterroristen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zugerechnet.

Di, 2015-03-31 14:45
Osnabrück (dpa)

Bäume stürzen auf Intercity bei Osnabrück - Keine Verletzten

Osnabrück (dpa) - Drei umstürzende Bäume haben einen mit rund 350 Passagieren besetzten Intercity bei Osnabrück gestoppt. Die Bäume stürzten am Dienstag auf den letzten Waggon des Zuges, wie die Bundespolizei mitteilte. Es sei niemand verletzt worden. Der Zug, der auf der Fahrt von Köln nach Bremen gewesen sei, sei nicht aus dem Gleis gesprungen. Der IC sollte am Nachmittag zurück in den Osnabrücker Hauptbahnhof gezogen werden, wo die Reisenden in andere Züge umsteigen sollten.

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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