Mi, 2015-05-27 16:04
Wien/Teheran (dpa)

Iran fasst Verlängerung der Atomverhandlungen ins Auge

Wien/Teheran (dpa) - Der Iran erwägt eine Verlängerung der  Atomverhandlungen über den 30. Juni hinaus. «Für uns ist ein gutes Abkommen wichtig, auch wenn das länger dauern sollte als die gesetzte Frist», sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi iranischen Medien bei seiner Ankunft in Wien. «Die Diskussionen werden besonders in der Endphase immer komplizierter.»

Der Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland (5+1) wollen bis Ende Juni mit einem Abkommen den zwölfjährigen Streit um das kontroverse iranische Atomprogramm beenden.

In Teheran gab es in den letzten Woche hitzige Diskussionen um die Inspektion militärischer Anlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Präsident Hassan Ruhani zeigte sich offen für eine «koordinierte» Inspektion der Anlagen, das Parlament ist jedoch strikt dagegen.

Das letzte Wort in der Angelegenheit hat Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei. Der ist zwar auch gegen eine Inspektion, will aber deswegen die Atomverhandlungen nicht scheitern lassen. «Unsere Brüder (im Atomteam) arbeiten hart und tun ihr Bestes», sagte er am Mittwoch laut Nachrichtenagentur IRNA. Gleichzeitig sollten sie die nationalen Interessen stets im Auge behalten.

Mi, 2015-05-27 16:15
Berlin (dpa)

No-Spy-Abkommen: Bundesregierung weist Vorwurf der Unwahrheit zurück

Wollten die USA je ein Anti-Spionage-Abkommen mit Deutschland? Es hat Verhandlungen gegeben, sagt der Regierungssprecher. Aber wohl nie eine Zusage. Hat die Kanzlerin Lügen verbreiten lassen?

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat alle Vorwürfe zurückgewiesen, im Zusammenhang mit einem möglichen No-Spy-Abkommen mit den USA die Unwahrheit gesagt zu haben. Neue Veröffentlichungen belegten die Darstellung der Regierung, sagte deren Sprecher Steffen Seibert am Mittwoch. «Wir fühlen uns bestätigt», betonte er. Unverändert gelte, dass sich die Bundesregierung nach bestem Wissen und Gewissen geäußert habe.

Washington und Berlin hätten im Herbst 2013 «Verhandlungen über einen Text im Sinne eines sogenannten No-Spy-Abkommens geführt». Die grundsätzliche Bereitschaft zu solchen Verhandlungen sei zuvor von den USA angezeigt worden.

Im Sommer 2013 waren die Aktivitäten des US-Geheimdienstes NSA durch die Enthüllungen des Informanten Edward Snowden bekanntgeworden. Ein Abkommen mit den USA hätte die Aktionen der NSA in Deutschland einschränken sollen.

Der damalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hatte im August 2013 gesagt: «Die US-Seite hat uns den Abschluss eines No-Spy-Abkommens angeboten.» Wie NDR, WDR und «Süddeutsche Zeitung» berichteten, wussten Kanzlerin Angela Merkel und der damalige Außenminister Guido Westerwelle aber zu diesem Zeitpunkt, dass die US-Regierung die Bitte nach einem solchen Abkommen lediglich zu prüfen bereit war. Eine Zusage habe es nicht gegeben.

Seibert betonte, Merkel stehe nach wie vor zu ihrer Äußerung «Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht.» Der Satz bleibe gültig. «Er beschreibt ein klares politisches Ziel».

Der Vorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, sagte am Montag, die US-Regierung habe offenbar nie ernsthaft ein No-Spy-Abkommen mit Deutschland angestrebt. Entweder habe die Kanzlerin einen Monat vor den Bundestagswahlen «bewusst öffentlich Lügen verbreiten lassen». Oder sie habe an das «Märchen eines No-Spy-Abkommens» geglaubt - «was abgrundtiefe politische Naivität bedeuten würde.»

Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sagte, Merkel sei «für die Manipulation im Bundestagswahlkampf 2013 bezüglich der Wahrheit» selbst verantwortlich. Die Öffentlichkeit sollte beruhigt werden, obwohl es keine Aussicht auf ein solches Abkommen gegeben habe.

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hat unterdessen die SPD davor gewarnt, in der NSA-Spähaffäre nur parteitaktisch zu agieren. «Die SPD weiß, dass Kanzlerin Angela Merkel in der Bevölkerung ein überragendes Vertrauen genießt, und glaubt, einen Vorteil zu haben, wenn sie dieses Vertrauen erschüttert», sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses der Deutschen Presse-Agentur.

Mi, 2015-05-27 16:33
Karlsruhe (dpa)

EnBW wirbt bei Prokon-Gläubigern für Übernahme-Plan

Karlsruhe (dpa) - EnBW will Windbraut werden: Der Chef des Energiekonzerns, Frank Mastiaux, hat sich am Mittwoch direkt an die Gläubiger der insolventen Windenergiefirma Prokon gewandt. «Prokon und die EnBW können in Deutschland zu einem führenden Marktteilnehmer im Bereich Windkraft werden», schrieb Mastiaux in einem offenen Brief an die rund 100 000 Gläubiger und Inhaber von Genussrechten. Zusammen mit EnBW könne Prokon seine Erfolgsgeschichte als Pionier der Windenergie fortsetzen. «Dies möchte ich zu meiner persönlichen Angelegenheit machen.»

Die Gläubiger haben die Wahl zwischen der Übernahme durch EnBW mit einem angebotenen Kaufpreis von 550 Millionen Euro und dem Genossenschaftsmodell des Vereins «Freunde von Prokon». Der Gläubigerausschuss des Unternehmens in Itzehoe (Schleswig-Holstein) hat EnBW zwar schon als «bevorzugten Investor» ausgewählt. Die endgültige Entscheidung, ob der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW auch neuer Prokon-Inhaber wird, fällt jedoch erst auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli in Hamburg.

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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der Woche
Mi, 2015-05-27 16:00
Cuxhaven (dpa)

«Purple Beach»-Unglück: Droht der Nordsee eine Umweltkatastrophe? Von Sönke Möhl, dpa

Vor Helgoland liegt ein havarierter Frachter mit 6000 Tonnen Düngemittel. Noch ist unklar, ob die Gefahr einer Explosion wirklich schon gebannt ist. Die Besatzung hat das Schiff verlassen.

Cuxhaven (dpa) - Die riesigen Rauchschwaden sind auch aus großer Entfernung noch gut zu sehen: 30 Kilometer westlich von Helgoland ist auf der Nordsee ein Düngemittel-Frachter in Not geraten. Von der Besatzung ist niemand mehr an Bord, weil die Lage zu gefährlich geworden ist. Am Mittwoch haben Spezialboote die «Purple Beach» erreicht. Sie versuchen, das Schiff mit Wasser zu kühlen und die potenzielle Gefahr einer Explosion zu bannen.

Was genau im Laderaum des 192 Meter langen Frachters passiert ist, das ist zwei Tage nach dem ersten Alarm immer noch unklar. Auch wie brenzlig die Lage ist und wie groß die Gefahr, dass das Schiff explodiert, all das ist nur schwer in Erfahrung zu bringen. Klar ist nur: Es entstehen giftige Dämpfe und es ist heiß - so heiß, dass der Chef des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, seine Leute von Bord erst einmal wieder abgezogen hat.

Das Havariekommando in Cuxhaven hat wie immer in solchen Fällen die Koordination des Einsatzes übernommen. «Es ist nicht klar, was in dem Laderaum passiert», sagte der Sprecher des Kommandos, Michael Friedrich. Im Laufe des Tages wird immerhin klar, was der Frachter geladen hat: 6000 Tonnen Dünger.

Die «Purple Beach», ein 192 Meter langer Frachter, war mit dem Düngemittel an Bord auf dem Weg zur Wesermündung. Das Schiff gehört der Hamburger Reederei MACS. Dort nimmt am Mittwoch immer nur eine Sekretärin das Telefon ab. Auskünfte gibt sie nicht, auch sonst mag dort keiner reden.

So wie jedes Schiffsunglück, so könnte auch dieses eine Umweltkatastrophe nach sich ziehen. Als Konsequenz aus der katastrophalen Havarie des Holzfrachters «Pallas» wurde deswegen das Havariekommando gegründet. Vor Amrum hatte die «Pallas» 1998 brennend auf der Nordsee getrieben, schließlich strandete sie im flachen Wasser. Unklare Zuständigkeiten begünstigten das Unglück, deswegen arbeiten nun im Maritimen Lagezentrum des Havariekommandos erfahrene Nautiker rund um die Uhr - sie sind für jeden Krisenfall gerüstet.

Zu den schwierigsten Einsätzen der vergangenen Jahre gehörte der Brand der «Lisco Gloria» 2010 in der Ostsee - in einer nächtlichen Aktion mussten 235 Menschen von dem in Flammen stehenden Fährschiff gerettet werden. Besonders langwierig war auch die Bergung des ausgebrannten Containerschiffs «Flaminia» im Sommer 2012, das wochenlang vor der englischen Küste auf der Nordsee trieb, bis es endlich Wilhelmshaven anlaufen durfte.

Wie schlimm es diesmal ist, dazu mag sich beim Havariekommando noch niemand äußern - zu unklar ist die Lage noch. Nachdem am Morgen die Menschen etwa im Kreis Friesland noch dazu aufgefordert werden, wegen der Rauchwolke Fenster und Türen geschlossen zu halten, kann die Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven nach Messungen der Luft am Mittag Entwarnung geben: Gefahrstoffe in der Luft werden dort nicht festgestellt.

Mi, 2015-05-27 15:58
Bagdad (dpa)

Iraks Militär verbucht Rückschlag bei Offensive gegen IS

Der Feldzug Bagdads gegen die Terrormiliz IS in der Provinz Anbar hat noch nicht richtig begonnen, da schlägt diese brutal zurück. Über einem weiteren Bürgermeisteramt weht nun die schwarze Fahne der Dschihadisten.

Bagdad (dpa) - Das irakische Militär hat bei seinem Aufmarsch gegen die Terrormiliz Islamischer  Staat (IS) im Westen von Bagdad einen Rückschlag erlitten. Nach schweren Gefechten setzten sich die sunnitischen Dschihadisten im Dorf Al-Karma östlich von Falludscha fest, bestätigten Militärkreise am Mittwoch in Bagdad. Die schiitisch dominierte Armee hatte am Vortag einen Einsatz begonnen, um die Provinzhauptstadt Ramadi zurückzuerobern.

Auf dem Bürgermeisteramt von Al-Karma hätten die IS-Milizionäre ihre schwarze Flagge gehisst, teilten die Quellen in Bagdad weiter mit. Die Sunniten-Hochburg Falludscha, 70 Kilometer westlich von Bagdad,  wird schon seit längerem vom IS kontrolliert. Ramadi, die Hauptstadt von Anbar, war in der Vorwoche an den IS gefallen.

Zum Terraingewinn des IS am Mittwoch in Al-Karma trugen auch mehrere Selbstmordattentäter bei, wie der arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete. Sie sollen ihre mit Sprengstoff voll gepackten Fahrzeuge in einen riesigen Militärkonvoi gesteuert und sich in Luft gesprengt haben. Dabei sollen 55 irakische Soldaten getötet worden sein, sagte ein Al-Dschasira-Reporter in Bagdad unter Berufung auf einen Militärsprecher.

Angriffe mit Selbstmordattentätern in sprengstoffbeladenen Last- und Tankwagen gehören zum ebenso furchterregenden wie wirksamen taktischen Arsenal des IS. Auch die Eroberung Ramadis in der Vorwoche war mit derartigen Angriffen auf die vom irakischen Militär gesicherten Gebäude der Provinzregierung eingeleitet worden.

Am Mittwochvormittag hatte die Armee in Bagdad mitgeteilt, dass sie Nachschubwege des IS im Süden von Ramadi abgeschnitten habe. Dabei drängte sie die Dschihadisten aus den Ortschaften Al-Tasch und Al-Hamira zurück, bestätigte ein Sprecher des Polizeikommandos der Provinz Anbar.

Mi, 2015-05-27 16:10
Köln (dpa)

Trotz Niederlage vor Gericht wollen US-Drohnenopfer weiter kämpfen Von Petra Albers, dpa

Muss die Bundesregierung den USA verbieten, Daten für Drohnenangriffe im Jemen über den US-Militärstützpunkt Ramstein zu leiten? Auf diese knifflige Frage musste das Kölner Verwaltungsgericht Antwort geben.

Köln (dpa) - Faisal bin Ali Jaber saß gerade beim Abendessen in seinem Heimatdorf im Jemen, als ein lautes Krachen das Haus erschütterte. Ganz in der Nähe war eine US-Kampfdrohne eingeschlagen. Unter den Toten des Angriffs von 2012 waren Faisals Schwager und sein Neffe. Das Leben seiner Familie sei ein ständiger Alptraum, weil jederzeit die nächste Drohne kommen könne, gab die Menschenrechtsorganisation ECCHR die Schilderungen Faisals wieder. Die Daten für die Angriffe würden über den US-Stützpunkt im pfälzischen Ramstein geleitet. Deshalb haben Faisal und zwei seiner Familienangehörigen gegen die Bundesrepublik Deutschland geklagt - und verloren.

Laut Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts, das die Klage am Mittwoch abwies, ist die Bundesregierung nicht verpflichtet, den USA die Nutzung von Ramstein für Drohnenangriffe im Jemen zu verbieten (Aktenzeichen 3 K 5625/14). Die Kläger, die Drohnenangriffe für völker- und menschenrechtswidrig halten, beriefen sich auf das deutsche Grundgesetz, wonach der Staat zum Schutz von Leib und Leben verpflichtet ist.

In der Tat gelte die Schutzpflicht des Staates auch für im Ausland lebende Ausländer, wenn die Gefährdung von deutschem Hoheitsgebiet ausgehe, erklärte die Vorsitzende Richterin Hildegund Caspari-Wierzoch in der Urteilsbegründung. Jedoch leite sich daraus nicht zwingend eine Handlungspflicht der Bundesregierung ab. Vielmehr habe sie gerade bei außenpolitischen Angelegenheiten einen großen Ermessensspielraum, was die Erfüllung ihrer Schutzpflicht angehe. Und ein Gericht dürfe diesen Spielraum wegen der Gewaltenteilung nur eingeschränkt überprüfen.

Der Vertreter des Verteidigungsministeriums erklärte im Prozess, die USA hätten der Bundesregierung noch kürzlich erneut versichert, dass von amerikanischen Stützpunkten in Deutschland aus Drohnenangriffe weder geflogen noch gesteuert würden. Der US-Regierung zufolge stehe alles, was in Ramstein geschieht, im Einklang mit dem deutschen Recht. «Wir sehen keinen Anlass, da weiterzubohren.»

Die Menschenrechtsorganisationen Reprieve und ECCHR (European Center for Constitutional and Human Rights), die die Klage der Jemeniten unterstützen, sehen die Bundesregierung dagegen in der Verantwortung. «Mit dieser Haltung macht sich Deutschland mitschuldig am Tod von Zivilisten im US-Drohnenkrieg», sagt ECCHR-Generalsekretär Wolfgang Kaleck. «Das heutige Urteil erlaubt der Bundesregierung, weiter die Rolle der Ahnungslosen einzunehmen.»

In der Vergangenheit gab es mehrfach Medienberichte, wonach US-Stützpunkte in Deutschland an Drohneneinsätzen im Kampf gegen Terror beteiligt seien. Dabei soll Ramstein eine wichtige Rolle spielen, weil das Funksignal über die dortige Satelliten-Relaisstation geleitet werden müsse, um die große Entfernung zwischen den USA und dem Zielort zu überbrücken. «Ohne Deutschland wäre der gesamte Drohnenkrieg des US-Militärs nicht möglich», sagte der ehemalige Drohnenpilot Brandon Bryant vor einem Jahr NDR, WDR und «Süddeutscher Zeitung».

Die juristische Auseinandersetzung zwischen der Bundesregierung und den jemenitischen Klägern ist mit dem Kölner Urteil wohl noch nicht zu Ende. Faisal bin Ali Jaber und seine beiden Mitstreiter wollen nach Angaben ihres Anwalts voraussichtlich in Berufung gehen.

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Mi, 2015-05-27 16:31
Damaskus (dpa)

Provinz-Chef: IS hat in Palmyra-Museum Statuen zerstört

Seit die Terrormiliz IS die historische Oasenstadt Palmyra in Syrien erobert hat, wird mit der Zerstörung der Unesco-Welterbestätte gerechnet. Nun wurden erste Kulturgüter zertrümmert.

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben eines syrischen Provinz-Gouverneurs antike Statuen in einem Museum der Welterbestätte Palmyra zerstört. Einige der Skulpturen in der Ausstellung seien von Extremisten zerschmettert worden, sagte der Chef der Provinz Homs, Talal Barazzi, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Er fügte hinzu: «Wir haben unbestätigte Berichte erhalten, dass auch einige Statuen im Baal-Tempel zerstört worden sind.»

Der IS hatte die historische Oasenstadt in Zentralsyrien vor knapp einer Woche von Regimetruppen erobert. Die gleichnamige Ruinenstätte gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und gilt als eine der bedeutendsten Kulturstätten im Nahen Osten. Über Beschädigungen der Bauten wurde zunächst nichts bekannt. Im Nordirak hatten IS-Anhänger bereits im Frühjahr Kulturstätten vernichtet, etwa die Ruinen der Jahrtausende alten Stadt Nimrud.

Kurz vor dem Einfall der Dschihadisten waren laut Unesco allerdings etwa 400 Statuen in Sicherheit gebracht worden. Nach einer radikalen Islam-Interpretation sind Bilder und figürliche Darstellungen von Menschen verboten.

Während der IS in Zentralsyrien zuletzt Erfolge verzeichnen konnte, mussten er am Mittwoch im Norden des Landes zurückweichen: Kurdische Kämpfer eroberten den Ort Mabrukeh nahe der Stadt Ras al-Ain an der türkischen Grenze, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mabrukeh sei als regionales Verwaltungszentrum des Islamischen Staates wichtig für die Dschihadisten. Nun sei der Weg geebnet, um in Richtung des IS-Hauptquartiers in Tel Abbajid vorzustoßen.

Mi, 2015-05-27 15:30
Chisinau (dpa) 

Moldau entzieht russischem Staatssender die Sendelizenz

Chisinau (dpa) - Wegen «voreingenommener Berichterstattung» im Ukraine-Konflikt darf der russische TV-Kanal Rossija 24 nicht mehr in der Ex-Sowjetrepublik Moldau senden. «Der Kanal informiert nicht, sondern betreibt Propaganda», kritisierte die Medienaufsicht in der Hauptstadt Chisinau Berichten zufolge am Mittwoch. Weitere russische Sender wurden nach einer Programmkontrolle mit Geldstrafen belegt.

Moldau strebt einen EU-Beitritt an. Eine große russischsprachige Minderheit orientiert sich aber nach Moskau und informiert sich in russischen Medien. Bereits 2014 hatten die Behörden des Nachbarlandes von EU-Mitglied Rumänien Rossija 24 aus demselben Grund für ein halbes Jahr die Sendelizenz entzogen. Seitdem habe sich die Qualität des Programms aber verschlechtert, betonte die Medienaufsicht.

Mi, 2015-05-27 15:22
Berlin (dpa)

Quecksilber: Vom Kraftwerk auf den Teller Von Tim Braune, dpa

Die Kohle-Abgabe von Wirtschaftsminister Gabriel erhitzt die Gemüter. Viel wird über drohenden Job-Abbau und Strukturwandel geredet - Umweltschützer warnen nun: Alte Meiler stoßen auch gefährliches Quecksilber aus, das am Ende auf den Tellern der Verbraucher landet.

Berlin (dpa) - Die Greenpeace-Aktivisten rücken im Morgengrauen mit ihren Beamern an. Auf die riesigen Kühltürme von sieben Kraftwerken projizieren sie Totenkopf-Bilder und den Spruch «Kohle tötet». Mit dieser Lichtshow wollten die Umweltschützer vor ein paar Wochen darauf aufmerksam machen, dass bei der Stromproduktion vor allem aus Braunkohle nicht nur schädliche Treibhausgase freigesetzt werden, sondern auch das giftige Schwermetall Quecksilber.

Jetzt legt Greenpeace mit einer neuen Studie nach. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Während in Deutschland gerade eine heftige Lobbyschlacht um die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Klimaschutz-Strafabgabe für die Braunkohle tobt, versammeln sich Anfang Juni im spanischen Sevilla europäische Experten, um über künftige EU-Schadstoffgrenzen auch für Kohle-Kraftwerke ab dem Jahr 2020 zu beraten. Für Quecksilber gibt es bislang europaweit gar keine einheitliche Obergrenze.

Greenpeace fürchtet, dass die EU nicht den Mut hat, der durch den Vormarsch von Wind- und Sonnenstrom ohnehin gebeutelten Kohle-Industrie ähnlich strenge Vorgaben wie die USA vor die Nase zu setzen. Dort dürfen bestehende Braunkohle-Kraftwerke nicht mehr als 4,8 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Abluft ausstoßen, bei der Steinkohle sind es 1,5 Mikrogramm. In der EU ist ein Jahresgrenzwert von 10 Mikrogramm für Braunkohle-Meiler im Gespräch, der in Deutschland bereits ab 2019 gelten wird.

Greenpeace fordert, den Ehrgeiz zu verzehnfachen - auf 1 Mikrogramm: «Mit schon heute verfügbaren Technik kann der Quecksilberausstoß in Kohlekraftwerken um 80 Prozent reduziert werden», meint Energie-Experte Andree Böhling. Einige deutsche und ausländische Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke würden schon seit Jahren weniger als 3 Mikrogramm schaffen, weil sie hochmoderne Filter einsetzten. Die Kosten für eine Nachrüstung aller Kraftwerke seien überschaubar.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist die Quecksilber-Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt sehr bewusst. Deshalb will sich die SPD-Politikerin aus dem Kohle-Land Nordrhein-Westfalen von Greenpeace nicht nachsagen lassen, die Regierung trete in Brüssel für zu lasche Vorgaben ein. Wichtig sei, erstmals überhaupt einen Quecksilber-Grenzwert zu etablieren, der ambitioniert, aber auch realistisch für alle 28 EU-Staaten sei, sagt ein Sprecher der Ministerin. Der Greenpeace-Vergleich mit den USA hinke. Dort würden reine Quecksilber-Abscheider in Kraftwerken eingesetzt, während in Europa die Filter weitere Schadstoffe aus der Abluft holten. Ungeklärt sei die Frage, wo und wie das in den Vereinigten Staaten anfallende Quecksilber überhaupt gelagert werden soll.

Unbestritten ist die Gesundheitsgefahr, die von dem Schwermetall ausgeht. Die Mediziner und Toxikologen Peter Jennrich und Fritz Kalberlah haben für Greenpeace ein Gutachten erstellt und sind besorgt. Die Quecksilber-Belastung in Deutschland, dem größten Emittenten in Europa, sei deutlich zu hoch. «Jedes dritte in der EU geborene Baby kommt heute mit zu hohen Quecksilberwerten zur Welt», meint Kalberlah. Die Emissionen müssten drastisch verringert werden.

Aufpassen müssen vor allem Verbraucher, die gern und viel Fisch essen, weil das industriell ausgestoßene Quecksilber sich in den Weltmeeren ablagert und in die Nahrungskette gelangt. Die Deutschen zählen in Europa eher zu den Fischmuffeln, konsumieren weniger Meeresfrüchte als der EU-Durchschnitt. Das spiegelt sich bei der Quecksilber-Belastung wider, wie das Umweltbundesamt (UBA) schon Mitte 2014 erläuterte. Für eine Pilotstudie waren in 17 EU-Ländern Haarproben von jeweils 120 Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren sowie von deren Müttern untersucht worden.

Im Mittel wiesen die 1836 Kinder aus den beteiligten Ländern 0,145 Mikrogramm Quecksilber pro Gramm Haar auf - die deutschen Kinder aber nur 0,055 Mikrogramm. Auch die deutschen Mütter hatten entsprechend geringere Werte. «Vor allem führte steigender Fischkonsum bei Kindern

und Müttern zu einem Anstieg des Quecksilbergehaltes», so das UBA-Fazit. Amalgam-Zahnfüllungen, kompakte Leuchtstofflampen oder Haarfärben hatten keinen Einfluss auf den Quecksilbergehalt der Haare. Das gilt auch für zerbrochene Fieberthermometer.

Mi, 2015-05-27 15:29
Kabul (dpa)

Sicherheitskräfte schlagen Taliban-Angriff auf Gästehaus nieder

Wieder greifen die Taliban ein Gästehaus in Kabul an. Für die Angreifer endet die Attacke tödlich. Das Gebäude gehört einer der mächtigsten Familien Afghanistans.

Kabul (dpa) - Afghanische Sicherheitskräfte haben einen Angriff der Taliban auf ein Gästehaus im Diplomatenviertel in Kabul niedergeschlagen. Alle vier Angreifer seien bei den sechsstündigen Gefechten in der Nacht zu Mittwoch getötet worden, sagte Kabuls Polizeisprecher Ebadullah Karimi. Der Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Abdul Rahman Rahimi, sagte: «Nur ein Polizist wurde bei der Operation leicht verwundet.» Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff auf das frühere Hotel Heetal Plaza, das nach Angaben der Polizei inzwischen einer Sicherheitsfirma als Gästehaus dient.

In der vorvergangenen Woche waren bei einem Taliban-Angriff auf ein auch von Ausländern besuchtes Gästehaus in Kabul nach UN-Angaben 14 Zivilisten getötet worden. Auch die drei Angreifer starben.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani lobte die Sicherheitskräfte am Mittwoch für ihren erfolgreichen Einsatz. Das Heetal Plaza war bereits 2009 Ziel eines Angriffs.

Das Gebäude gehört der mächtigen Rabbani-Familie. Salahuddin Rabbani ist afghanischer Außenminister. Sein Vater, Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani, wurde 2011 bei einem Selbstmordanschlag ermordet. Als Hotel wurde das Heetal Plaza viel von deutschen Journalisten frequentiert. In der Umgebung im Viertel Wasir Akbar Khan liegen zahlreiche Botschaften und internationale Organisationen.

Die Gewalt in Afghanistan eskaliert, seit die Nato ihren Kampfeinsatz zum Jahreswechsel beendet hat. Die Taliban haben im vergangenen Monat ihre jährliche Frühjahrsoffensive begonnen. In den vergangenen Jahren haben die Taliban häufig Gästehäuser und Hotels in Kabul angegriffen, darunter auch das einzige Luxushotel des Landes, das Serena-Hotel.

Mi, 2015-05-27 15:12
Athen (dpa)

Athen kratzt die letzten Mittel zusammen Von Hubert Kahl und Takis Tsafos, dpa

«Es lebe der Wahnsinn!» Manche Griechen flüchten sich angesichts der dramatischen Finanzlage ihres Landes in Galgenhumor oder Spott über die eigene Regierung. Diese sucht händeringend nach Geld für die Begleichung fälliger Schulden. Lässt sich die Pleite noch abwenden?

Athen (dpa) - Griechenland steht finanziell am Rande des Abgrunds. Stürzt das Land ab in den Staatsbankrott? Bis zum 5. Juni muss Athen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Schuldentranche von etwa 300 Millionen Euro begleichen. Aber niemand weiß, woher der Staat das Geld nehmen soll - denn die Kassen sind praktisch leer.

In ihrer Not kratzt die Regierung des linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras die letzten Mittel zusammen. Sie forderte staatliche Betriebe und öffentliche Institutionen auf, Geldreserven an die Zentralbank zu überweisen. Betroffen sind mehr als 1000 Einrichtungen wie Museen, archäologische Stätten oder TÜV-Stellen. «Es geht sogar um Beträge unter 100 Euro, die staatliche Unternehmen irgendwo vergessen haben», sagte ein Mitarbeiter einer griechischen Bank.

Finanzminister Gianis Varoufakis will zudem Inhaber von Schwarzgeldkonten mit einem Strafnachlass locken. Unversteuerte Gelder im Ausland sollen demnach mit einer Abgabe von 15 Prozent legalisierten werden können, bei Inlandskonten soll der Satz bei 30 Prozent liegen.

Das Vorhaben brachte dem Minister den Vorwurf ein, die Kapitalflucht ins Ausland zu fördern. «Wenn dieser Plan in die Tat umgesetzt wird, werden Schwarzgelder im Inland doppelt so hoch besteuert wie die auf Auslandskonten», gab die Zeitung «Ta Nea» am Mittwoch zu bedenken.

Angesichts des Wirrwarrs um die Staatsschulden und die drohende Pleite fragen die Griechen sich besorgt: Wie wird es weitergehen? Einige flüchten sich in Galgenhumor - wie der Kellner eines Restaurants in der Athener Altstadt. «Heute könnt ihr die Rechnung noch in Euro bezahlen», witzelte er mit den Gästen unter Anspielung auf ein drohendes Ausscheiden Griechenlands aus der Eurogruppe. «Aber in der nächsten Woche nehmen wir wieder Drachmen.»

Die unsichere Finanzlage bewog die Griechen schon dazu, in den vergangenen sechs Monaten etwa 35 Milliarden Euro von ihren Konten abzuheben. Ein großer Teil davon dürfte nach Ansicht von Experten nicht ins Ausland geschafft, sondern daheim in Griechenland in Form von Bargeld in Truhen oder unter Matratzen versteckt worden sein.

Die Regierung trägt nicht unbedingt dazu bei, die Unsicherheit zu mindern. Im Gegenteil: Sie stiftet zuweilen selbst Verwirrung. Kabinettsmitglieder wie Innenminister Nikos Voutsis kündigten an, Athen werde die fällige IWF-Rate nicht zahlen. «Dieses Geld wird es nicht geben, weil wir es nicht haben», sagte er. Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis korrigierte Voutsis später und stellte klar, dass Athen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern erfüllen werde.

Varoufakis bezeichnete das Hin und Her in der Verhandlungsstrategie der Griechen gegenüber den Geldgebern einmal als «produktive Uneindeutigkeit». Damit scheint der Minister es nun allerdings selbst übertrieben zu haben. Er schlug im Gespräch mit Journalisten etwa vor, Gebühren auf Abhebungen an Geldautomaten zu erheben.

Nur wenige Stunden später zog er dann den Plan zurück und ließ erklären, das Finanzministerium sei gegen ein solches Vorhaben. «Gianis dementiert Varoufakis», spottete «Ta Nea». Das Blatt «Dimokratia» titelte: «Es lebe der Wahnsinn!»

Das anhaltende Durcheinander lähmt die ohnehin krisengeschüttelte Wirtschaft des Landes. Die Banken geben kaum noch Kredite, weil sie nicht wissen, ob sie das Geld je zurückerhalten werden. Geschäfte werden nur noch abgewickelt, wenn die Bezahlung klar geregelt ist.

Auch der Tourismus - die wichtigste Säule der griechischen Wirtschaft - ist betroffen. «Aufgrund der unsicheren Lage können wir keine Verträge abschließen», beklagt Dimitris Skalidis, Hotelbesitzer in der Gegend von Nafplion auf dem Peloponnes. «Wir können unsere Preise für das kommende Jahr nicht kalkulieren, weil unklar ist, ob die Mehrwertsteuer dann wie bisher 6,5 oder 14 Prozent betragen wird.»

Tsipras solle der herrschenden Verwirrung ein Ende setzen, forderte die einflussreiche Online-Zeitung «To Vima»: «Es wird höchste Zeit, dass er ein klares Wort spricht und die politischen Signale setzt, die zu einer Einigung in den Verhandlungen mit den Geldgebern notwendig sind.»

Mi, 2015-05-27 15:49
Damaskus (dpa)

Provinz-Gouverneur: IS hat Statuen in Palmyra-Museum zerstört

Damaskus (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben eines syrischen Provinz-Gouverneurs antike Statuen in einem Museum an der Welterbestätte Palmyra zerstört. Einige der Skulpturen in der Ausstellung seien von den Extremisten zerschmettert worden, sagte der Chef der Provinz Homs, Talal Barazzi, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Er fügte hinzu: «Wir haben unbestätigte Berichte erhalten, dass auch einige Statuen im Baal-Tempel zerstört worden sind.» Der IS hatte die historische Oasenstadt in Zentralsyrien vor knapp einer Woche von Regimetruppen erobert. Die gleichnamige Ruinenstätte gehört zum Unesco-Weltkulturerbe - über Beschädigungen der Bauten wurde zunächst nichts bekannt.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Mi, 2015-05-27 15:17
Berlin (dpa)

EU-Quoten: DGB fordert für Flüchtlinge freie Wahl des Landes

Berlin (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert angesichts der geplanten Quotenregelung der EU-Kommission zur Verteilung von Migranten eine freie Wahl des Zufluchtslandes. Flüchtlinge müssten die Möglichkeit bekommen, ihren Antrag in Ländern stellen zu können, in denen beispielsweise familiäre Beziehungen vorhanden oder gute Integrationschancen gegeben sind, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem Berliner «Tagesspiegel» (Donnerstag). Wegen der unterschiedlichen Bedingungen in den EU-Ländern sei es fraglich, ob ein Quotensystem der richtige Weg sei.

Die EU-Kommission will zur Entlastung von Italien und Griechenland innerhalb von zwei Jahren insgesamt 40 000 Flüchtlinge auf andere EU-Staaten verteilen. Nach dem vorgeschlagenen Verteilungsschlüssel müsste Deutschland über die kommenden beiden Jahre mit 8763 Menschen (21,91 Prozent) anteilig die meisten Flüchtlinge in der EU aufnehmen.

Mi, 2015-05-27 15:18
Delhi (dpa)

Engere deutsch-indische Kooperation bei Rüstung und Cyber-Abwehr

Indien ist seit Jahren ein wichtiger strategischer Partner Deutschlands in Asien. Von der Leyen bemüht sich bei einem dreitägigen Besuch um noch engere Kontakte. Dabei geht es auch um das heikle Thema Rüstung.

Neu Delhi (dpa) - Deutschland und Indien streben eine engere Kooperation bei Rüstungsprojekten und der Abwehr terroristischer Angriffen über das Internet an. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der indische Premierminister Narendra Modi vereinbarten am Mittwoch Expertengespräche zum Schutz vor Cyber-Attacken. Bei der Rüstungskooperation geht es vor allem um ein mögliches gemeinsames U-Boot-Projekt. Von der Leyen bekräftigte zudem das deutsche Interesse, über einen Export des europäischen Kampfjets «Eurofighter» im Gespräch zu bleiben. 

Die Atommacht Indien ist der größte Rüstungsimporteur der Welt. Laut Friedensforschungsinstituts Sipri gingen in den vergangenen fünf Jahren 15 Prozent der weltweiten Waffeneinfuhren in das südasiatische Land - dreimal so viel wie nach China oder Saudi-Arabien.

Von der Leyen machte deutlich, dass sie in der Menschenrechtslage in Indien kein Hindernis für deutsche Rüstungsexporte sehe. «Da wir beide die Menschenrechte hoch achten, sollte das niemals ein Thema zwischen unseren beiden Ländern sein», sagte sie auf eine entsprechende Frage. Menschenrechtsorganisationen sehen die Lage kritischer und beklagen unter anderem die Ausgrenzung von Minderheiten.

Indien will sechs U-Boote zusammen mit einem ausländischen Partnerunternehmen in Indien bauen. Aus Deutschland dürfte ThyssenKrupp Marine Systems in Frage kommen. «Es gibt ein großes Interesse auf beiden Seiten, eine Win-Win-Situation zu schaffen», sagte von der Leyen.

Indien verfügt derzeit über 15 U-Boote, dabei stammen vier aus deutscher Produktion. Die Boote aus dem Hause Howaldtswerke-Deutsche Werft (ging später in Thyssenkrupp Marine Systems auf) sind allerdings nicht mehr die neuesten: Sie wurden zwischen 1986 und 1992 in Dienst genommen. Rüstungsexperten erklären, nicht einmal die Hälfte der Boote seien einsatzbereit.

Indien plant zudem seit Jahren die Beschaffung von mindestens 126 Kampfjets. 36 davon soll der französische Hersteller Dassault liefern. Auf einen Auftrag für die restlichen Jets macht sich weiter das «Eurofighter»-Konsortium Hoffnungen. Der Flieger ist ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien. Das Interesse an weiteren Gesprächen wurde laut von der Leyen von der indischen Regierung positiv aufgenommen. Die Ministerin hatte bereits am Dienstag ihren Amtskollegen Manohar Parrikar getroffen.

Um die Zusammenarbeit im Kampf gegen Cyber-Terror voranzutreiben lud von der Leyen eine indische Expertengruppe zu einem Workshop nach Deutschland ein. Sie soll in die Erarbeitung eines neuen Weißbuchs zur deutschen Sicherheitspolitik eingebunden werden.

Der Schutz vor Hacker-Angriffen etwa auf die Energieversorgung, Telekommunikation oder Regierungsstellen gewinnt in der internationalen Sicherheitspolitik immer mehr an Bedeutung. Die Bedrohung könne nur global bewältigt werden, sagte von der Leyen. «Indien ist da für Deutschland ein natürlicher Verbündeter.»

Mi, 2015-05-27 14:15
Köln (dpa)

Bayer baut auf gut gefüllte Pharma-Pipeline

Bayer-Chef Dekkers hofft, bereits im nächsten Jahr die Zulassung für ein weiteres, neues Krebsmedikament beantragen zu können. Neuentwicklungen der vergangenen Jahre sorgen bereits für Milliardenumsätze.

Köln (dpa) - Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer setzt große Hoffnungen auf seine gut gefüllte Entwicklungspipeline mit neuen Medikamenten. Konzernchef Marijn Dekkers sagte am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Köln, Bayer hoffe bereits im kommenden Jahr die erste Zulassung für ein weiteres, neues Krebsmedikament beantragen zu können, das bösartige Erkrankungen des Lymphsystems, sogenannte Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), bekämpfen soll.

«Es wäre ein wichtiger Fortschritt in der Krebsbehandlung», sagte Dekkers. NHL sei weltweit die zehnthäufigste Krebserkrankung und für jährlich rund 200 000 Todesfälle verantwortlich. Erste klinische Studien des Wirkmoleküls Copanlisib seien vielversprechend verlaufen. Insgesamt hat Bayer Dekkers zufolge rund 50 potenzielle Medikamentenwirkstoffe in seiner Entwicklungspipeline, mehr als 15 davon in der fortgeschrittenen Phase drei.

Neuentwicklungen der vergangenen Jahre sorgen inzwischen bei Bayer für Milliardenumsätze. Der Gerinnungshemmer Xarelto, das Augenmedikament Eylea, die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo sowie Adempas gegen Lungenhochdruck erzielten zusammen 2014 bereits einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr erwartet Bayer hier eine Umsatzsteigerung auf mehr als 4 Milliarden Euro. Die Erfolge der vergangenen Jahre bei der Entwicklung neuer Medikamente hätten Bayer zu einem der am schnellsten wachsenden großen Pharma-Unternehmen der Welt gemacht, sagte Dekkers.

Bayer will sich künftig komplett auf die Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz konzentrieren. Die traditionsreiche Kunststoffsparte soll deshalb bis spätestens Mitte 2016 abgespalten und an die Börse gebracht werden. Dekkers erwartet durch diesen Schritt zusätzlichen Schwung für das Traditionsunternehmen. «Wir sind überzeugt, dass Bayer als reines Life-Science-Unternehmen exzellente Wachstumsperspektiven hat», sagte der Manager vor den Aktionären.

Bayer könne dann seine Stärken in Forschung, Entwicklung und Vertrieb besser ausspielen und von seiner Pipeline an innovativen Produkten profitieren. Die Erfolge der vergangenen Jahre bei der Entwicklung neuer Medikamente hätten Bayer inzwischen zu einem der am schnellsten wachsenden großen Pharma-Unternehmen der Welt gemacht. Auch die Kunststoffsparte MaterialScience werde als viertgrößtes Chemieunternehmen in Europa «hervorragende Aussichten auf nachhaltigen Erfolg» haben.

Dass das von Bayern nun forcierte Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten nicht gefahrlos ist, zeigt allerdings ein Blick in den Anhang des Geschäftsberichts. Dort berichtet der Konzern, dass er im Rechtsstreit um durch die Antibabypillen Yasmin und Yaz möglicherweise verursachte Gesundheitsschäden in den USA bereits Vergleiche mit etwa 9500 Klägerinnen in Höhe von insgesamt rund 1,9 Milliarden US-Dollar (1,75 Milliarden Euro) vereinbart hat. Tausende weitere Fälle sind noch offen.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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