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Mi, 2015-08-05 03:55
Rom (dpa)

Touristenansturm zum Heiligen Jahr: Bürgermeister will Rom wappnen

Rom (dpa) - Gut vier Monate vor Beginn des Heiligen Jahres verstärkt Roms Bürgermeister Ignazio Marino seinen Kampf gegen die Probleme der Stadt. Am Mittwoch will der 60-Jährige weitere Maßnahmen zur Vorbereitung auf das Ereignis der katholischen Kirche vorstellen, zu dem mehr als 30 000 Pilger und Touristen erwartet werden. Papst Franziskus hatte das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen, es beginnt am 8. Dezember und dauert bis November 2016.

Mit Blick auf die zusätzlichen Touristenmassen will Marino die Stadt herausputzen und unter anderem die Infrastruktur verbessern. In dieser Woche hatte er bereits eine Aktion für saubere Brunnen gestartet. «Wir wollen unsere Stadt verschönern und die Brunnen sind ein Teil der Anziehungspunkte für Touristen», sagte er bei der Präsentation der Aktion. Auch mehr Busse, Mülleimer und Reinigungskräfte soll es in den kommenden Wochen in der Stadt geben.

Marino steht seit Wochen in der Kritik, weil die Vorbereitungen für das Heilige Jahr nur schleppend anlaufen. Zudem kämpft Rom mit Problemen wie überfüllten Müllcontainern, einem unzuverlässigen Transportsystem und Korruption in der Stadtverwaltung.

Mi, 2015-08-05 04:45
Washington (dpa)

Der US-Kongress und der Iran-Deal - was könnte passieren?

Washington (dpa) - Der US-Kongress hat sich beim Atomdeal mit dem Iran gesetzlich ein Mitspracherecht gesichert. Demnach musste Präsident Barack Obama fünf Tage nach der Vereinbarung in Wien den Text des Abkommens an das Parlament übermitteln. Das geschah am 19. Juli.

Danach begann eine Frist von insgesamt 60 Tagen, in der Senatoren und Abgeordnete den Deal prüfen können. Unter den Republikanern im Kongress gibt es massiven Widerstand, aber auch ein Teil der Demokraten Obamas sieht den Atomdeal skeptisch. Kritikern geht das Atomabkommen nicht weit genug. Ihrer Meinung nach ebnet es dem Iran einen Weg, in 15 Jahren gleich mehrere Atombomben zu bauen.

Die Prüffrist für den Kongress läuft am 17. September ab. Während dieser Zeit darf Obama dem Gesetz zufolge keine Sanktionen gegen den Iran aussetzen, aufheben oder verringern. Die Aufhebung von Strafmaßnahmen war ein zentrales Versprechen, um Teheran am Verhandlungstisch für ein Abkommen zu gewinnen.

Stimmt nach Ablauf der Frist eine Mehrheit der Abgeordneten und Senatoren gegen das Abkommen, kann Obama diesen Schritt binnen zehn Tagen mit seinem Veto zurückweisen. Er hat bereits angekündigt, dass er von diesem Recht Gebrauch machen wird, sollte der Kongress sich gegen den Atomdeal sperren.

Nach einem Veto bliebe dem Parlament wiederum zehn Tage Zeit, Obama zu überstimmen. Dazu wäre aber eine Zweidrittelmehrheit in Abgeordnetenhaus und Senat nötig. Dass diese zustande kommt, gilt derzeit als unwahrscheinlich.

Ist die Kongress-Prozedur abgeschlossen, muss Obama nach der gesetzlichen Vorgabe dem Kongress alle 90 Tage bescheinigen, dass der Iran keine Terrororganisationen unterstützt. Das US-Außenministerium zählt den Staat zu den Sponsoren der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas und der libanesischen Hisbollah-Miliz.

Mi, 2015-08-05 04:46
Wien (dpa)

Die Eckpunkte des Atom-Deals

Wien (dpa) - Das Atom-Abkommen zwischen der internationalen Gemeinschaft und dem Iran umfasst auf mehr als 100 Seiten einen allgemeinen Teil und fünf Anhänge zu technischen Vorgängen. Die wichtigsten Elemente:

ZENTRIFUGEN: Die zur Uran-Anreicherung nötigen Zentrifugen werden für die nächsten zehn Jahre von 19 000 auf 6000 verringert. Es dürfen auch nur ältere, weniger leistungsstarke Zentrifugen eingesetzt werden. Die Höchstgrenze der Anreicherung beträgt 3,67 Prozent. Für eine Atombombe ist eine Uran-Anreicherung auf 90 Prozent nötig.  

URAN-BESTÄNDE: Die Bestände von bereits angereichertem Uran werden für 15 Jahre drastisch reduziert, von aktuell fast 12 000 Kilogramm auf 300 Kilogramm.   

ATOM-ANLAGEN: Der Schwerwasserrektor Arak wird zu einem Forschungsreaktor umgebaut. Damit kann er kein zum Bau von Atomwaffen nutzbares Plutonium mehr produzieren. Die lange geheim gehaltene Anreicherungsanlage Fordo wird ein Atom-Forschungszentrum. Die einzige Anlage zur Uran-Anreicherung ist nun Natans. 

WAFFENEMBARGO: Das UN-Verbot zur Ein- und Ausfuhr von Waffen wird um fünf Jahre verlängert. Auch Lieferungen, die dem ballistischen Raketenprogramm des Irans dienen könnten, bleiben für acht Jahre verboten. 

VERIFIKATION: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erhält einen besonders intensiven Zugang zu allen Atomanlagen des Irans. Das gilt auch für den gesamte Atom-Infrastruktur, die zur Versorgung eines Kraftwerks nötig ist. Teheran muss bei begründetem Verdacht auch seine Militäranlagen öffnen. In Streitfällen soll eine Kommission entscheiden.  

WIRTSCHAFTSSANKTIONEN: Die Wirtschaftssanktionen werden erst dann schrittweise aufgehoben, wenn die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt, dass der Iran seinen Pflichten zur Reduzierung des Atomprogramms nachgekommen ist. Damit wird Ende 2015 gerechnet. 

SNAPBACK: So nennt sich ein Verfahren, mit dem die internationale Gemeinschaft die Sanktionen wieder aktiviert, sollte der Iran gegen die Auflagen verstoßen. Es gilt als «Damoklesschwert», das die Vertragstreue Teherans garantieren soll. 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mi, 2015-08-05 04:30
Washington (dpa)

Obama kämpft zu Hause weiter für Atomabkommen mit Teheran

Ob bei Anhörungen im Kongress, hinter verschlossenen Türen des Weißen Hauses oder bei einer Partie Golf am Wochenende: US-Präsident Barack Obama und seine Regierung versuchen mit allen Mitteln, eine Blockade des Atomdeals zu stoppen. Die Erfolgsaussichten sind ungewiss.

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama ringt zu Hause weiter um Unterstützung für das Atomabkommen mit dem Iran. Angesichts des klaren parteiübergreifenden Widerstands aus beiden Kammern im Kongress will er den Deal mit Teheran am Mittwoch (17.00 Uhr MESZ) erneut gegen Kritik verteidigen. Die Rede in der American University in Washington ist einer von vielen Ansätzen, eine mögliche Blockade des Abkommens durch den Kongress zu stoppen.

Der Kongress hat sich ein gesetzliches Mitspracherecht gesichert und noch bis zum 17. September Zeit, die Vereinbarung prüfen. Um sie zu kippen, wären wegen des von Obama angekündigten Vetos eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern notwendig. Da die Republikaner sich querstellen, setzt Obama vor allem auf die Rückendeckung seiner eigenen Demokraten. Die Regierung zeigt sich bemüht, Senatoren und Abgeordnete in vertraulichen und öffentlichen Briefings sowie in Einzelgesprächen vom Nutzen des Atomabkommens zu überzeugen.

Ziel des Atomdeals ist es, den Iran durch umfassende Transparenz und ein bislang beispielloses System internationaler Kontrollen am Bau einer Atombombe zu hindern. Im Gegenzug will der Westen schrittweise die für den Iran lähmenden Wirtschaftssanktionen aufheben. Kritikern geht die Vereinbarung der fünf UN-Vetomächte, Deutschlands und des Iran vom 14. Juli aber nicht weit genug.

Auch im Iran läuft die Diskussion um das Für und Wider des historischen Deals an. Irans Atomchef Ali Akbar Salehi warf heimischen Kritikern eine verleumderische Schmierenkampagne vor. Diese habe sich gegen ihn und das Atomteam gerichtet. «Sachliche Kritik begrüßen wir ja, aber was soll diese Schmierenkampagne», sagte der Vizepräsident und Leiter der Atomenergiebehörde.

Besonders die Hardliner werfen Salehi und Außenminister Mohammed Dschawad Sarif vor, mit der Übereinkunft das iranische Atomprogramm geopfert zu haben. Dabei kursieren in den Medien auch diverse Gerüchte. So behauptete der Hardliner Ali Resa Sakani, Salehi habe im Parlament die Abgeordneten aufgefordert, für ein Scheitern der Einigung zu beten. «Das habe ich nie gesagt und weiß auch nicht, was ich diesem Menschen dazu sagen soll», sagte Salehi laut der Nachrichtenagentur ISNA. «Auf diesem Niveau am besten gar nichts», so der Atomchef.

Isreals Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wiederholte unterdessen seine Kritik an dem Abkommen. «Als Ergebnis dieses Deals wird es mehr Terrorismus geben, es wird mehr Attacken geben und mehr Menschen werden sterben», sagte er in einer an amerikanische Juden gerichteten Video-Ansprache. «Dies ist ein sehr gefährlicher Deal und er bedroht uns alle.»

Mi, 2015-08-05 04:45
Hannover (dpa)

Hitze und Trockenheit machen Atomkraftwerk Grohnde Probleme

Hannover (dpa) - Hochsommerliche Hitze und Trockenheit haben nach Angaben von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel Anfang Juli fast zur Abschaltung des Atomkraftwerks Grohnde geführt. Das seit 1985 von Eon betriebene Kraftwerk bezieht sein Kühlwasser aus der Weser. Messungen hätten ergeben, dass die Temperatur im Fluss Anfang Juli nur noch 1,8 Grad Celsius unter dem Grenzwert von 28 Grad Celsius gelegen habe, sagte Wenzel. «Das war schon eine kritische Situation.» Wegen der klimatischen Veränderungen mit trockeneren und heißeren Sommern erwarten Wenzel und Kraftwerksbetreiber wie der Energieversorger EnBW, dass derartige Situationen häufiger auftreten.

Mi, 2015-08-05 03:57
Francisco (dpa)

Brände in USA: Feuerwehr in Kalifornien rüstet sich für Blitzschläge

Ununterbrochen kämpft die Feuerwehr im Westen der USA gegen das Flammeninferno in Wäldern und Buschlandschaften. Doch die Brände haben längst eine Eigendynamik entwickelt. Wechselnde Winde und drohende Blitze erschweren den Einsatzleuten die Arbeit.

San Francisco (dpa) - Im Kampf gegen heftige Busch- und Waldbrände in Kalifornien rüsten sich die Einsatzkräfte nun auch gegen mögliche Blitzeinschläge. Für Teile des trockenen Westens der USA wurden für Mittwoch und Donnerstag Gewitter vorhergesagt, weshalb die Feuerwehr vor neuen Bränden warnte, die durch Blitzeinschlägen ausgelöst werden könnten.

Das sogenannte Rocky Fire rund 160 Kilometer nördlich der Küstenmetropole San Francisco vernichtete bereits ungefähr 260 Quadratkilometer Wald- und Buschland, was etwa der Größe Bielefelds entspricht. Rund 13 000 Menschen flohen aus ihren Häusern, 25 Häuser wurden zerstört. Der Brand ist der größte von 21 Feuern, die zurzeit im dürregeplagten US-Westküstenstaat lodern.

Unberechenbare Winde erschwerten den Feuerwehrleuten die Arbeit, sagte ein Sprecher der kalifornischen Behörde für Wälder und Brandschutz. «Ein so großes Feuer beginnt so heiß und intensiv zu werden, dass es oft sein eigenes Wettermuster erzeugt. Es erzeugt seine eigenen Winde.»

Landesweit kämpfen rund 14 000 Einsatzkräfte nach Regierungsangaben gegen 27 große, noch nicht eingedämmte Feuer. Mehr als 100 Hubschrauber und rund 20 Tankflugzeuge kippten zuletzt Wasser und Brandschutzmittel auf die betroffenen Gebiete. Die meisten der Brände wüten im Norden Kaliforniens. Regierungssprecher Josh Earnest sagte, dass auch Präsident Barack Obama die Lage im Blick behalte.

Mi, 2015-08-05 03:15
Berlin (dpa)

Krebsverdacht gegen Glyphosat - Foodwatch warnt vor neuer Zulassung

Berlin (dpa) - Vor der Entscheidung über den weiteren Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in der EU warnt die Verbraucherorganisation Foodwatch vor einer neuen Zulassung. «Glyphosat steht unter Krebsverdacht», sagte Vizegeschäftsführer Matthias Wolfschmidt der Deutschen Presse-Agentur. «Solange die Sicherheit von Glyphosat nicht belegt ist, darf es nicht mehr auf die Äcker kommen.»

Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO hält das Mittel nach Auswertung zahlreicher Studien für wahrscheinlich krebserregend. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte es in seiner jüngsten Bewertung dagegen als unbedenklich eingestuft.

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln und wird in der Landwirtschaft und im Gartenbau vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet. Die Genehmigung in der Europäischen Union läuft Ende 2015 nach zehn Jahren aus, über eine Erneuerung muss die EU-Kommission entscheiden.

Zentral dafür ist laut Foodwatch die Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), die bis Donnerstag kommender Woche (13. August) erwartet wird. Foodwatch will deshalb an diesem Mittwoch eine E-Mail-Aktion starten und an Efsa-Direktor Bernhard Url appellieren, die Neuzulassung zu stoppen.

Mi, 2015-08-05 01:30
Bogalay (dpa)

Schwimmende Arztpraxis lindert Not in Myanmar Von Verena Hölzl, dpa

Die Not in Myanmar ist nach den Überschwemmungen groß, es fehlt vor allem an medizinischer Versorgung. Nach Zyklon Nargis ist dort mit deutschem Geld ein Ärzteschiff für nachhaltige Hilfe gestartet.

Bogalay (dpa) - 81 Jahre alt ist der Reisbauer, und nach Jahrzehnten Feldarbeit ist sein Rücken gebeugt. U Mya Oo schafft es kaum auf die Untersuchungsliege. Seine Hände zittern und er atmet schwer. Wochenlang hat er gewartet und gelitten, es gibt nur wenige Ärzte im Irrawaddy-Delta in Myanmar. Ihre Praxis zu erreichen, dauert oft stundenlang. Jetzt hat endlich das Ärzteschiff in der Nähe von Bauer Oos Dorf wieder angelegt.

«Meine Tochter hat mich im Ruderboot hergebracht, unser Dorf ist einen Kilometer entfernt», sagt er. Seit 2014 finanziert die Artemed-Stiftung aus Tutzing in Bayern die schwimmende Ärztepraxis der «River Doctors» mit Spenden.

Entstanden ist die Idee nach Zyklon Nargis, der das Delta in dem bitterarmen Land in Südostasien 2008 verwüstete und 140 000 Menschenleben forderte. Damals herrschte noch die Militärregierung, die Helfer nur zögernd ins Land ließ.

«Wir wollten auch nach der Katastrophe nachhaltig helfen», sagt Projektleiter Aung Thein Myint. Seit 2010 ist das Schiff das ganze Jahr im Einsatz. Er kann die Dörfer auch in der Regenzeit erreichen, wenn Straßen und Felder unter Wasser stehen.

Der Bauer bekommt erstmal eine Infusion, um ihn aufzupäppeln. Die Tochter blickt von draußen durch das Fliegengitter besorgt in die Kajüte. Durch die Tür dudelt Popmusik von einem Smartphone hinein. Auf dem Fluss rattert ein Boot mit knatterndem Motor vorbei und bringt den ehemaligen Reisfrachter, sachte ins Schwingen.

Die Patienten sind bitterarm. Wer kann, lässt ein paar Cent als Honorar an Bord. Abgewiesen wird aber niemand, der ärztliche Hilfe braucht. Das Schiff ist das ganze Jahr in dem weit verzweigten Delta unterwegs. Zwölf Dörfer schafft die Besatzung im Monat. An Bord sind ein Arzt, ein Zahnarzt und drei Schwestern. «Früher mussten wir in den nächsten Ort mit Krankenhaus», sagt die Tochter. «Das hat mit dem Boot drei Stunden gedauert.» Eine Tortur für ihren alten Vater.

Myanmars Gesundheitssystem ist nach fünf Jahrzehnten Militärdiktatur heillos unterfinanziert. Seit 2011 öffnet sich das Land zwar langsam. Trotzdem flossen 2014 nur 6,5 Prozent des Budgets in das Gesundheitswesen, 30 Prozent ins Militär. Es gibt nicht genügend Ärzte, Pflegekräfte, moderne Geräte. «Die Situation ist schlimmer als in anderen Ländern der Region», sagt Alyssa Davis, Beraterin beim Kinderhilfswerk «Save the Children». Die Regierung steckt zwar nun mehr Geld in das Gesundheitssystem. Aber das reiche bei weitem nicht.

Auch das Schiff muss mit wenig Mitteln auskommen. EKG, Infusion, ein paar Medikamente, mehr ist kaum drin. Die Hygienestandards sind dürftig. Bauer Oo bekommt ein paar Stöße Asthma-Spray, die Schwester wischt das Mundstück mit Toilettenpapier ab und steckt es wieder in die Schublade. Doktor Chit Pè schiebt sich zwischen EKG und Herzton-Abhören einen Löffel Salat in den Mund.

«Der Standard würde den durchschnittlichen Deutschen abschrecken», sagt der Hamburger Medizin-Student Nikolaus Behr, der hier für zwei Wochen hospitiert. Er räumt fetttriefende Blätterteigtaschen weg, die neben dem Medizinschrank stehen. «Ameisen», stöhnt er. «Hygienischer Supergau!»

Das Schiff versorgt rund 100 Patienten am Tag, 25 000 im Jahr. Die meisten kämen mit Bluthochdruck, Asthma und Herzproblemen, sagt Pè. Weil viele Menschen hauptsächlich glukosereichen Reis essen, sei auch Diabetes ein Problem. Bauer Oo musste vor allem wieder zu Kräften kommen. «Es geht mir besser», sagt er nach der Infusion. «Ich bin froh, dass mir endlich geholfen wurde.» Dann steigt er mit seiner Tochter wieder ins Ruderboot und schippert zu seinem Dorf zurück.

Mi, 2015-08-05 01:21
Cleveland (dpa)

Zehn Republikaner für erste TV-Debatte im US-Vorwahlkampf bestimmt

Cleveland (dpa) - Die zehn Kandidaten für die erste TV-Debatte der Republikaner im US-Vorwahlkampf stehen fest. Neben Unternehmer Donald Trump, Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush und Wisconsins Gouverneur Scott Walker schafften Arkansas' Ex-Gouverneur Mike Huckabee, der Tea-Party-Mann Ben Carson sowie die Senatoren Ted Cruz, Marco Rubio und Rand Paul den Sprung in die Debatte. Außerdem sicherten sich die Gouverneure von New Jersey und Ohio, Chris Christie und John Kasich, einen Platz. Der austragende Sender Fox News ermittelte die Teilnehmer aus fünf nationalen Umfragen.

Sieben Spitzenkandidaten verpassten den Einzug in die Top 10 und treten in einer getrennten Debatte vor dem Wettstreit der Spitzenkandidaten gegeneinander an. Unter ihnen sind die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina, Texas' Ex-Gouverneur Rick Perry, Louisianas Gouverneur Bobby Jindal und South Carolinas Senator Lindsey Graham.

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Di, 2015-08-04 22:04
Brüssel (dpa)

Mann stirbt nach Explosion bei Pharmafirma in Belgien

Brüssel (dpa) - Ein 24-Jähriger ist bei einem Unfall auf dem Gelände eines Pharmaunternehmens bei Brüssel tödlich verletzt worden. Der Produktionstechniker sei bei der Explosion einer Ölheizung am Dienstagnachmittag durch herumfliegende Trümmerteile schwer verletzt worden und am Abend im Krankenhaus gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Drei Mitarbeiter erlitten einen Schock. Es habe einige Materialschäden gegeben, Sicherheit und Funktionalität der Anlage stünden aber nicht infrage, meldete der Sender RTBF.

Die Pharmafirma Glaxo Smith Kline betreibt etwa 20 Kilometer südöstlich von Brüssel in dem Ort Rixensart, der mit der Stadt Winterberg in Nordrhein-Westfalen verschwistert ist, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Di, 2015-08-04 21:31
Washington (dpa)

Gemischte Reaktion auf Obamas Klimaziele - Klagewelle erwartet

Die ehrgeizigen Klimaziele Obamas rufen Kohleindustrie, Republikaner und zahlreiche Bundesstaaten auf den Plan. Positive Stimmen sehen darin den Aufbruch in eine neue, umweltfreundlichere Energiepolitik. Die neuen Regeln könnten gar den Obersten Gerichtshof beschäftigen.

Washington (dpa) - Vertreter von Stromkonzernen sowie führende Republikaner haben die ehrgeizigen Klimaziele von US-Präsident Barack Obama kritisiert. Zahlreiche Bundesstaaten kündigten Widerstand an, republikanische Präsidentschaftsbewerber verwarfen den Plan gar als verfassungswidrig. Auch die Kohleindustrie läuft Sturm. «Wir haben nur ein Zuhause, einen Planeten», betonte Obama hingegen. «Es gibt keinen Plan B.»

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte Obamas neue Schritte zur Bekämpfung des Treibhauseffekts bei einem Besuch im Weißen Haus. «Wir sind die letzte Generation, die das Phänomen des Klimawandels angehen kann», sagte Ban. Die USA würden mit ihren Maßnahmen die Welt verändern. Als Kernpunkt der neuen Regeln müssen Kraftwerke in den USA erstmals ihren Schadstoffausstoß reduzieren - bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005. Die Ankündigung kommt vier Monate vor der Internationalen Klimakonferenz in Paris.

Nach Angaben der Zeitung «New York Times» müssten Hunderte Kohlekraftwerke schließen, falls die Regeln umgesetzt werden sollten. Es wird erwartet, dass Gegner die Neuerungen gerichtlich bekämpfen werden - bis hin zum Obersten Gerichtshof in Washington, wie einige Zeitungskommentatoren am Dienstag mutmaßten.

Die US-Umweltschutzorganisation Sierra Club sprach von einem richtigen Schritt, der auch von der Bevölkerung getragen werde. In Umfragen hätten sich 70 Prozent der befragten Amerikaner für weniger Luftverschmutzung ausgesprochen. In der «New York Times» schrieben Energieexperten, die Klimaziele schickten eine klare Botschaft an den Markt, dass saubere Energie durchaus profitträchtig sein könne.

Der frühere Bundesumweltminister und ehemalige Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, begrüßte Obamas Vorstoß. Er sei konsequent und werde letztlich dazu führen, «dass es wirklich zu einem Umbau der Stromerzeugung in den USA kommt», sagte Töpfer am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Frankreichs Präsident François Hollande begrüßte die neuen Klimaziele als «bedeutenden Beitrag zum Erfolg der Pariser Klimakonferenz».

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, sagte dem Sender MDR-Info, Obama fange an, Europa und Deutschland zu überholen. Seine Pläne unterschieden sich «wohltuend von dem, was wir derzeit bei der Bundesregierung erleben».

Die neuen US-Regeln gehen zum Teil über die Vorschläge hinaus, die bereits vor einem Jahr vorgelegt und dann zur Diskussion gestellt worden waren. So war zunächst eine 30-prozentige Reduzierung der Emissionen angepeilt worden. Dafür sollen die einzelnen Bundesstaaten nun etwas mehr Zeit bekommen, die ihnen jeweils von Washington vorgegebenen Reduzierungsziele zu erreichen. Auch können sie selber entscheiden, wie sie diese Vorgaben umsetzen. Weigern sie sich, wird ihnen ein Plan vorgeschrieben.

Obama sprach vom bisher «wichtigsten einzelnen Schritt» der USA gegen den Klimawandel. Obama verwies auf die bereits spürbaren drastischen Folgen der Erderwärmung wie Eisschmelze, Überflutungen, Dürre und Waldbrände. Der Klimawandel sei nicht mehr zu leugnen, das Problem könne nicht mehr auf die nächste Generation verschoben werden.

Obama zielt mit den Maßnahmen auch darauf ab, dass Energieunternehmen stärker und rascher auf Wind- und Sonnenenergie umstellen. Bis 2030 sollen erneuerbare Energien bis zu 28 Prozent der US-Kapazitäten ausmachen. Insgesamt sollen die neuen Klima-Regeln auch eine mutige Vorgabe für den Pariser Klimagipfel Ende des Jahres sein, wenn die Welt nach jahrelangem Zögern entschlossene Schritte gegen Treibhausgase und Erderwärmung beschließen will.

Verschärfte Klimaschutzregeln zählten von Anfang an zu den wichtigsten innenpolitischen Vorhaben Obamas, scheiterten bislang aber am Widerstand des von den Republikanern dominierten Kongresses. Jetzt ordnete Obama sie als Ergänzung bereits bestehender Regulierungen zur Luftreinhaltung an, um den Kongress zu umgehen.

Di, 2015-08-04 20:29
Aires (dpa)

Zwergwal mitten in Buenos Aires

Buenos Aires (dpa) - Ein kleiner Wal hat sich in den Süßwasserhafen von Buenos Aires verirrt. Der sechs Meter lange Zwergwal wurde am Dienstag von Experten ins offene Gewässer des La-Plata-Flusses zurückgeführt, wie die Nachrichtenagentur Télam berichtete. Zahlreiche Menschen am Kai des Stadtteils Puerto Madero hatten das Tier am Montag gesichtet, wo es zwischen Jachten schwamm. Der Wal war unter schmalen Brücken bis in das von Restaurants und Hochhäusern geprägte Viertel um die alten Hafenkais vorgedrungen. Laut Walexperten hatte das Tier die Orientierung verloren. Die auch Minkwal genannten antarktischen Zwergwale schwimmen im südlichen Winter an der südamerikanischen Küste entlang bis Brasilien.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-08-04 20:51
Teheran (dpa)

Irans Atomchef wirft Kritikern Schmierenkampagne vor

Teheran (dpa) - Irans Atomchef Ali Akbar Salehi hat heimischen Kritikern des jüngst erzielten Atomabkommens eine verleumderische Schmierenkampagne vorgeworfen. Diese habe sich gegen ihn und das Atomteam gerichtet. «Sachliche Kritik begrüßen wir ja, aber was soll diese Schmierenkampagne», sagte der Vizepräsident und Leiter der Atomenergiebehörde am Dienstag. Die fünf UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran hatten sich am 14. Juli auf eine historische Übereinkunft zur Begrenzung des Atompotenzials der Islamischen Republik geeinigt.

Besonders die Hardliner werfen Salehi und Außenminister Mohammed Dschawad Sarif vor, mit der Übereinkunft das iranische Atomprogramm geopfert zu haben. Dabei kursieren in den Medien auch diverse Gerüchte. So behauptete der Hardliner Ali Resa Sakani, Salehi habe im Parlament die Abgeordneten aufgefordert, für ein Scheitern der Atomeinigung zu beten. «Das habe ich nie gesagt und weiß auch nicht, was ich diesem Menschen dazu sagen soll», sagte Salehi laut der Nachrichtenagentur ISNA. «Auf diesem Niveau am besten gar nichts», so der Atomchef.

Di, 2015-08-04 19:24
Mogadischu (dpa)

UN-Mitarbeiter von Islamisten in Somalia erschossen

Mogadischu (dpa) - In Somalias Hauptstadt Mogadischu haben mutmaßliche Islamisten einen UN-Mitarbeiter erschossen. Der Somalier, der für das Anti-Minenprogramm der Vereinten Nationen als Polizeiausbilder tätig war, sei am Dienstag vor seinem Haus angegriffen worden, sagte Geheimdienstmitarbeiter Mohamed Hassan. «Mindestens drei junge Männer haben mit Pistolen mehrmals auf ihn geschossen und sind dann zu Fuß geflohen», erklärte ein Augenzeuge. Die Polizei vermutet, dass die Terrorgruppe Al-Shabaab hinter dem Anschlag steckt. Sie verübt immer wieder Attentate auf Regierungsmitarbeiter und Zivilisten.

Di, 2015-08-04 19:43
Karlsruhe (dpa)

Der zurückhaltende Chefermittler Harald Range muss gehen Von Diana Niedernhöfer, dpa

Fast sechs Jahre war Harald Range Deutschlands Chefermittler. Dann ermittelte er gegen Journalisten und legte sich mit seinem  Dienstherren an. Jetzt muss er gehen.

Karlsruhe (dpa) - Harald Range hätte seine Amtszeit als Generalbundesanwalt vielleicht nicht verlängern sollen. Dann wäre ihm die vorzeitige unrühmliche Entlassung in den Ruhestand durch seinen Dienstherrn am Dienstag erspart geblieben. Dabei kann der 67-Jährige nicht nur auf Pannen, sondern auch auf Erfolge zurückblicken:

FDP-Mitglied Range galt zwar nur als Ersatzmann, als er von der damaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) im November 2011 ins Amt geholt wurde.

Doch als er dort war, überzeugte der zurückhaltende und höfliche Range zunächst durch konsequentes Vorgehen: In der Mordserie des Terrortrios «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) klagte er die einzige Überlebende der drei, Beate Zschäpe, wegen Mordes an - und nicht nur wegen Beihilfe. Auch die 1982 eingestellten Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat in München nahm die Behörde unter seiner Ägide wieder auf. Außerdem setzte er sich für eine stärkere Bund-Länder-Zusammenarbeit bei der Bekämpfung gewalttätiger Rechtsextremisten ein.

Range ist ein erfahrener Strafverfolger. Vor seinem Karlsruher Amt war er Generalstaatsanwalt in Celle. Und so zeigte sich der gebürtige Göttinger konsequent bei der Verfolgung islamistischer Terroristen, zog Ermittlungen an sich, wo es angesagt war, und klagte Bombenbauer sowie Syrien-Rückkehrer an.

Doch die Bundesanwaltschaft ist auch für Spionage zuständig. Hier versagte Range aus Sicht der Öffentlichkeit bei Ermittlungen gegen den US-Geheimdienst NSA, der die deutsche Bevölkerung samt Regierung ausspioniert hatte.

Range erklärte zwar immer geduldig die juristischen Gründe für sein Untätigbleiben - so richtig überzeugen konnte das nur Wenige. Aber sein Arbeitsmotto war «Genauigkeit und Sorgfalt».

Dann leitete er die Ermittlungen wegen Landesverrats gegen Journalisten des Blogs Netzpolitik.org ein. Ihm wurde unterstellt, Journalisten einschüchtern zu wollen. Das kann Range, für den die Einhaltung der Grundrechte wichtig ist, zwar wohl kaum unterstellt werden. Doch seine Erklärungen gingen in der hochkochenden Affäre unter.

«Die Aufgabe hat mich gereizt», sagte Range in einem Interview mit der «Stuttgarter Zeitung» einmal. Wohl deswegen ging er nicht mit 65 Jahren in den Ruhestand, sondern verlängerte sein Amt bis 68. Nächsten Februar wäre regulär Schluss gewesen.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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