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Di, 2016-02-09 02:01
Concord (dpa)

Wahlkampf in letzter Minute - Vorwahl in New Hampshire beginnt

Für Donald Trump, Hillary Clinton und Co. steht die nächste Vorwahl in einem umkämpften US-Bundesstaat an. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet: Einige Kandidaten sind schon raus aus dem Präsidentschaftsrennen, werden es mehr?

Concord (dpa) - Kurz vor der Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire haben die demokratischen und republikanischen Präsidentschaftsbewerber noch einmal um Stimmen geworben. Kreuz und quer reisten sie am Montag durch den Bundesstaat im Nordosten, um die Wähler von sich zu überzeugen.

Bei den Demokraten geht der 74 Jahre alte Bernie Sanders als klarer Favorit ins Rennen. Der Senator von Vermont liegt in manchen Umfragen sogar mit 2:1 vor der sechs Jahre jüngeren Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Vermont ist ein Nachbarstaat von New Hampshire. Am Montag vergangener Woche hatte Clinton die Vorwahl in Iowa mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen.

Bei den Republikanern führt der umstrittene Multimilliardär Donald Trump in Umfragen vor den Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz. Letzterer kam in Iowa auf den ersten Platz und präsentiert sich als Kompromisskandidat. Rubio polarisiert weniger als Trump und Cruz.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die jeweiligen Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

Die ersten Wahllokale öffnen um 06.00 (Ortszeit/12.00 MEZ). Sie schließen zu unterschiedlichen Uhrzeiten, manche haben bis 20.00 (Ortszeit/02.00 MEZ am Mittwoch) geöffnet. Mit ersten Trends wird kurze Zeit später gerechnet.

Zwar hat New Hampshire zahlenmäßig geringe Bedeutung für die Kandidatenkür. Die Bundesstaaten, in denen zuerst abgestimmt wird, gelten aber als wichtige Bewährungsprobe für die Kandidaten. Schon in der vergangenen Woche stiegen einige Bewerber aus dem Rennen aus.

Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim. Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen.

Di, 2016-02-09 00:27
York (dpa)

Expertenbericht: Möglicher Giftgasangriff nahe Damaskus Anfang 2015

New York (dpa) - In einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es vor einem Jahr möglicherweise einen Giftgasangriff gegeben. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hervor, der sich auf Blutproben von Soldaten des syrischen Regimes stützt und an den UN-Sicherheitsrat übermittelt wurde. Im Ort Daraya waren demnach Mitte Februar 2015 mindestens vier Soldaten «mit hoher Wahrscheinlichkeit» mit dem Kampfstoff Sarin oder einer ähnlichen Substanz in Kontakt gekommen.

Die Experten der OPCW können die Verbindung der Blutproben mit dem Vorfall jedoch weder belegen noch mit Sicherheit sagen, unter welchen Umständen es zum Kontakt mit Sarin gekommen ist. Auch die Beweismittelkette der vom syrische Regime zur Verfügung gestellten Proben habe nicht verifiziert werden können, heißt es in dem Bericht. Wäre die OPCW sofort über den mutmaßlichen Giftgasangriff informiert worden, hätte sie möglicherweise aussagekräftigere Belege sammeln können.

Das Mandat der OPCW sieht vor, mögliche Attacken mit Chemiewaffen aufzudecken, aber nicht, die möglichen Angreifer zu benennen. Obwohl Syriens Machthaber Baschar al-Assad sich unter einer UN-Resolution zur Zerstörung des Chemiewaffenarsenals verpflichtet hatte, kam es immer wieder zu Berichten über Angriffe mit Chlorgas und anderen Giftstoffen. Auch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird der Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen.

Di, 2016-02-09 00:00
Berlin (dpa)

CDU-Außenpolitiker Röttgen: Neuanfang in Syrien in weiter Ferne

Berlin (dpa) - Im Bürgerkriegsland Syrien kann es aus Sicht des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen keine friedliche Lösung mit Machthaber Baschar al-Assad geben. Der Vorsitzendes des Auswärtigen Ausschusses reagierte damit auf einen Bericht der UN-Untersuchungskommission für Syrien, wonach in Gefängnisses des Regimes sowie Haftlagern extremistischer Gruppen Tausende von Menschen gequält und getötet worden seien.

«Diese schlimmen Verbrechen zeigen einerseits, dass es mit Assad keine Befriedung Syriens geben wird», sagte Röttgen der «Berliner Zeitung» (Dienstag). «Anderseits belegen die Verbrechen auf unterschiedlichen Seiten, dass die innere Aussöhnung und ein politischer Neuanfang in Syrien insgesamt noch in weiter Ferne sind.»

Röttgen kritisierte außerdem Russland: «Die Bombardierung und Blockade syrischer Städte durch Russland tragen unmittelbar zu der humanitären Katastrophe in Syrien bei und verhindern den Beginn internationaler Friedensbemühungen.»

Mo, 2016-02-08 22:30
Washington (dpa) 

USA setzen 1,8 Milliarden Dollar im Kampf gegen Zika-Virus ein

Seit Wochen versetzen Mücken Virologen weltweit in Alarmbereitschaft: Das Zika-Virus wütet in Südamerika. Doch auch die USA proben den Ernstfall und pumpen mehr Geld in dringend benötigte Forschung.

Washington (dpa) - Die US-Regierung will 1,8 Milliarden Dollar (1,61 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Zika-Viurus aufwenden. Eine entsprechende Initiative des Weißen Hauses soll demnächst dem Kongress vorgelegt werden, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Das Geld solle dazu verwendet werden, Programme zur Kontrolle von Stechmückenplagen auszuweiten, die Forschung nach einem Impfstoff zu beschleunigen und betroffenen Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung zu helfen, hieß es.

Unterdessen stufte die US-Seuchenbehörde CDC die Arbeit ihres Notfalleinsatzzentrums zur höchsten Stufe eins herauf. Das war bisher nur dreimal der Fall: Während der Ebola-Epidemie in Westafrika im Jahr 2014, während der Schweinegrippe H1N1 im Jahr 2009 und nach Hurrikan Katrina im Jahr 2005.

Der Schritt signalisiere den dringender werdenden Bedarf, sich auch auf mögliche Übertragungen des Virus innerhalb der USA vorzubereiten, teilte die CDC am Montag mit.

«Wir sollten nicht in Panik verfallen», sagte US-Präsident Barack Obama. «Es ist nicht wie bei Ebola», betonte er in einem Interview des Senders CBS.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten sich in den kommenden zwölf Monaten bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus anstecken.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zika-Virus Fehlbildungen am Kopf von Neugeborenen auslösen kann, wenn die Mutter vor oder während der Schwangerschaft angesteckt wurde. In den USA gibt es bisher 50 nachgewiesene Fälle von Patienten mit dem Erreger.

Mo, 2016-02-08 21:04
Ottawa (dpa)

Kanada beendet Luftangriffe im Irak und Syrien

Ottawa (dpa) - Kanada stellt innerhalb der kommenden zwei Wochen seine Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien ein. Die US-geführten Einsätze würden durch Betankung in der Luft und Überwachungsflüge aber weiter unterstützt, teilte Premierminister Justin Trudeau am Montag mit. Außerdem werde Kanada sich stärker an der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte beteiligen.

Zur Stabilisierung der Region sowie zur humanitären und Entwicklungshilfe sollen über die kommenden drei Jahre umgerechnet gut eine Milliarde Euro fließen, wodurch auch den von der Krise stark betroffenen Länder Jordanien und Libanon geholfen werden soll.

Kanada war im Oktober 2014 in den Kampf gegen den IS eingestiegen, einen Monat nach Beginn der Angriffe des US-Militärs in Syrien. Den Abzug der sechs kanadischen CF-18-Hornet-Kampfflugzeuge hatte Trudeau nach Rücksprache mit US-Präsident Barack Obama bereits vergangenen Oktober verkündet.

Mo, 2016-02-08 21:01
Washington (dpa)

USA und Südkorea wollen über Verlegung von Raketenabwehrsystem reden

Washington (dpa) - Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart haben die USA Südkorea Unterstützung zugesichert. Wie Pentagonsprecher Peter Cook am Montag sagte, wollen Washington und Seoul Verhandlungen über die Verlegung eines Raketenabwehrsystems nach Südkorea aufnehmen. Es handelt sich um das sogenannte THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense), ein mobiles landgestütztes Abwehrsystem.

Cook verurteilte den Raketenstart. Er fügte aber hinzu: «Nichts an diesem Test hat uns überrascht.» Seinen Angaben nach gelang es Nordkorea, einen Satelliten oder ein anderes Gerät in die Umlaufbahn zu bringen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben nach einem neuen nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem Raketenstart am Sonntag zugenommen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang sprach von einem Satellitenstart zur Weltraumerforschung. Die Weltgemeinschaft sieht dahinter allerdings den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete. 

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Mo, 2016-02-08 19:59
London (dpa)

Sturm «Imogen» fegt über Großbritannien - 19 000 Häuser ohne Strom

London (dpa) - Schwerer Sturm in Großbritannien: Die Unwetterfront «Imogen» hat am Montag in rund 19 000 britischen Häusern das Licht ausgeknipst. Im Westen und Süden des Landes mussten teilweise Straßen sowie der Zugverkehr unterbrochen werden, auch viele Fähren stellten den Verkehr ein. Der Sender BBC sprach von Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. An der Küste in Wales habe es Wellen von fast 20 Metern Höhe gegeben, hieß es.

Ein Meteorologe sagte, es habe seit zwei Jahren nicht mehr derartig starke Winde im Süden des Landes gegeben. In der mittelenglischen Region Worcestershire wurden zwei Kinder schwer verletzt, als eine Gartenmauer einstürzte, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Kinder seien per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden.

Mo, 2016-02-08 19:56
Lagos (dpa)

Gauck spricht in Nigeria über Terror und Wirtschaft

Nigeria gilt seit einem friedlichen Machtwechsel als Hoffnungsträger in Afrika. Bundespräsident Gauck lobt den neuen Präsidenten Buhari für sein entschlossenes Vorgehen gegen den Terrorismus. Es geht aber auch um die Wirtschaft. Die hofft auf deutsche Investitionen.

Lagos (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck macht den Kampf gegen den internationalen Terorismus zum Thema seines viertägigen Besuchs in Nigeria. In der Mega-Metropole Lagos würdigte Gauck am Montagabend vor Journalisten die Anstrengungen des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari gegen die islamistische Terrormiliz Boko Haram, die im Norden Nigerias aktiv ist. Er erinnerte auch an das Schicksal von über 200 nigerianischen Mädchen, die im April 2014 von der Terrorgruppe entführt worden waren.

Nach freien Wahlen 2015 und einem friedlichen Machtwechsel gilt das Land als Hoffnungsträger für eine Demokratisierung in der Region. Präsident Buhari, den Gauck am Donnerstag trifft, setzt auf eine intensivere Zusammenarbeit mit Deutschland.

Der Bundespräsident wird auf der Reise von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Trotz großen Ölreichtums leidet die Bevölkerung Nigerias unter extremer Armut. Zuletzt hat der Verfall des Ölpreises die Wirtschaft des Landes weiter geschädigt. Etwa 100 deutsche Unternehmen sind in Nigeria tätig.

In einem Interview der nigerianischen Tageszeitung «The Guardian» sagte Gauck, zum Kampf gegen den Terrorismus gehöre auch, gegen die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ursachen vorzugehen und Menschenrechte und rechtsstaatliche Strukturen zu stärken.

Der Bundespräsident wurde am Montag auf dem Flughafen von Lagos von Außenminister Geoffrey Onyeama begrüßt. Bei einem Gespräch mit dem Gouverneur des Bundesstaats, Akinwunmi Ambode, warb er für das deutsche System der Berufsausbildung, das private und staatliche Komponenten kombiniert. Der Gouverneur forderte die deutsche Wirtschaft zu Investitionen auf. Allein in Lagos mit schätzungsweise 20 Millionen Einwohnern seien Tausende veralteter Busse zu ersetzen.

Am Dienstag trifft Gauck in Lagos mit dem Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka und anderen Kulturschaffenden zusammen. Am Mittwoch spricht er in der Hauptstadt Abuja vor der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas). Er besucht außerdem ein Flüchtlingslager. Innerhalb Nigerias sind über zwei Millionen Menschen auf der Flucht, bedroht vor allem von der islamistischen Boko Haram.

 

Mo, 2016-02-08 18:47
Frankfurt/Main (dpa)

Regionalbahn fährt in umgestürzten Baum - keine Verletzten

Worms/Frankfurt/Main (dpa) - Eine Regionalbahn ist zwischen Worms und Bingen in einen umgestürzten Baum gefahren. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand, auch der Zug konnte die Fahrt fortsetzen, wie die Deutsche Bahn am Montagabend mitteilte. Die Feuerwehr musste den Baum auf der Bahnstrecke zwischen Eppelsheim und Gundersheim zersägen. Der Bahnverkehr war für rund eineinhalb Stunden in beide Richtungen gesperrt. Zuvor hatte die «Allgemeine Zeitung» darüber berichtet. Am Montag war Orkantief «Ruzica» über Rheinland-Pfalz gezogen.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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Mo, 2016-02-08 17:30
Genf/Damaskus (dpa)

UN-Ermittler: Tausende von Gefangenen in Syrien getötet

Erschlagen, zu Tode gefoltert oder ohne medizinische Hilfe an Krankheiten gestorben: UN-Ermittler beklagen das grauenhafte Schicksal von Inhaftierten in Syrien.

Genf/Damaskus (dpa) - In Gefängnissen des Assad-Regimes sowie Haftlagern extremistischer Gruppen sind in Syrien nach UN-Angaben Tausende von Menschen gequält und getötet worden. Folter, Vergewaltigungen, Morde und weitere Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien dort tägliche Praxis, erklärte die vom UN-Menschenrechtsrat berufene Untersuchungskommission für Syrien am Montag in Genf in einem Bericht zu massenhaften Tötungen von Gefangenen. Viele andere Häftlinge seien durch Krankheiten infolge unhygienischer Zustände sowie die Verweigerung medizinischer Hilfe ums Leben gekommen.

Zehntausende Menschen seien im März 2011 von Sicherheitskräften der Regierung unter Präsident Baschar al-Assad inhaftiert worden, vor allem Männer und männliche Jugendliche von etwa 15 Jahren an, beklagte die vom brasilianischen Menschenrechtsexperten Paulo Sérgio Pinheiro geleitete Kommission.

Für Verhaftungen reiche dem Regime schon ein Verdacht, dass jemand mit der Opposition sympathisiere. Tausende seien seit ihrer Festnahme bis heute «verschwunden», stellt die Kommission in einem umfangreichen Bericht zur Tötung Gefangener in Syrien fest.

Der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der radikalislamischen Al-Nusra-Front werfen die Ermittler willkürliche Massenhinrichtungen von Soldaten sowie Exekutionen von Gefangenen nach Todesurteilen durch illegale Gerichte vor. Auch einige der eher gemäßigten Rebellengruppen hätten gefangene Soldaten nach illegalen Prozessen in ganzen Gruppen umgebracht.

«Die Verantwortlichen für diese Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden», forderte Pinheiro. Dies müsse Teil einer politischen Lösung für den Syrien-Konflikt sein. «Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit», sagte die frühere Chefanklägerin des Internationalen Jugoslawien-Strafgerichtshofes Carla Del Ponte. Sie ist Mitglied der Kommission.

Eine konkrete Zahl getöteter Gefangener könnten die Ermittler allerdings nicht nennen, wie Pinheiro auf Anfrage einräumte. Er verwies darauf, dass die syrische Regierung seit Jahren die Einreise der UN-Experten verhindere. Der Bericht stütze sich auf Befragungen von 621 Zeugen außerhalb Syriens sowie per Telefon und auf Dokumente.

Ex-Gefangene hätten von grauenhaften Übergriffen und Zuständen in Gefängnissen berichtet. «Das Schreckgespenst einer Festnahme oder Entführung und der schier unvermeidliche Horror, der dann folgt haben Gemeinden überall im Land paralysiert», sagte Pinheiro.

In dem Bericht wird unter anderem das Schicksal eines 13-jährigen Jungen dokumentiert. Er sei im April 2011 in der Stadt Sayda festgenommen worden. Einen Monat später hab man seiner Familie seinen verstümmelten Leichnam zurückgeschickt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft unterdessen Syrien und Russland vor, im syrischen Bürgerkrieg zunehmend Ziele mit der international geächteten Streumunition anzugreifen. In den vergangenen zwei Wochen hätten sie diese in 14 Fällen eingesetzt, erklärten die Menschenrechtler am Montag. Dabei seien mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Frauen und neun Kinder. Allein während der auf Ende Februar vertagten Genfer Friedensgespräche habe es sieben Angriffe mit Streumunition gegeben.

Mo, 2016-02-08 17:21
Köln (dpa)

Kölner Rosenmontagszug beendet - «Alles ist gut gelaufen»

Köln (dpa) - Der letzte Wagen des Kölner Rosenmontagszuges ist am Montagabend sicher durchs Ziel gerollt. «Alles ist gut gelaufen», sagte Sigrid Krebs vom Festkomitee Kölner Karneval im Anschluss. «Kein Unfallereignis, nichts.» Bis zuletzt blieb es trocken, die meiste Zeit über schien die Sonne. Der befürchtete Sturm blieb aus. In den närrischen Hochburgen Düsseldorf und Mainz waren die Umzüge wegen Sturmwarnungen abgesagt worden.

Mo, 2016-02-08 17:17
Erfurt (dpa)

Studie sieht höhere Gefahr durch rechte Szene als durch Linksextreme

Erfurt (dpa) - Von rechtsextremen Strukturen gehen einer Studie zufolge größere Gefahren für die Gesellschaft aus als von linksextremen Strömungen. Das gelte für Thüringen, aber auch für das gesamte Bundesgebiet, heißt es in einer am Montag in Erfurt vorgestellten Untersuchung des Kompetenzzentrums Rechtsextremismus der Universität Jena. «Die rechtsextremen Milieus und Bewegungen in Thüringen sind national und international vernetzt und sie sind im hohen Maße wandlungsfähig», schreiben die Autoren.

In der Analyse gehen sie auch auf die Alternative für Deutschland (AfD) ein. «Die weitere Entwicklung der AfD wird auch Einfluss darauf nehmen, wie sich die rechtsextreme Bewegung in Thüringen und Deutschland künftig aufstellt.» Im Thüringer Landesverband hätten politische Konzepte des völkisch-nationalistischen Rechtsextremismus die Diskurshoheit übernommen, hieß es. Die AfD unter Führung des Thüringer Parteichefs Björn Höcke hatte in Erfurt immer wieder zu Demonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik aufgerufen. Mehrere tausend Menschen folgten jeweils den Aufrufen.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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Mo, 2016-02-08 17:08
Karlsruhe (dpa)

Viel Dampf um nichts? - BGH fährt E-Zigaretten-Handel vor den Karren Von Anja Semmelroch, dpa

E-Zigaretten sind längst ein Millionengeschäft. Da erklärt ein Grundsatzurteil den Verkauf der allermeisten «Liquids» für strafbar. Auf die Branche kommen unruhige Zeiten zu - aber nur für gut 90 Tage.

Karlsruhe (dpa) - Es hat schon fast possenhafte Züge: Der Bundesgerichtshof (BGH) veröffentlicht ein wochenaltes Urteil, das die meisten E-Zigaretten-Händler in Deutschland zu potenziellen Straftätern macht. Dabei ist eine gesetzliche Neuregelung für Tabakprodukte längst in Sicht. Nun ist die Unsicherheit groß.

Was genau ist passiert?

Die Karlsruher Richter hatten es mit der Revision eines Mannes zu tun, den das Landgericht Frankfurt im Sommer 2013 zu einer Geldstrafe von knapp 9000 Euro verurteilt hat. Der Grund: Er hatte online und in seinem Laden E-Zigaretten und die passenden Flüssigkeiten dafür («Liquids») verkauft. Aus Sicht der Vorinstanz machte er sich damit strafbar. Das höchste deutsche Strafgericht sieht das in seinem am Montag veröffentlichten Urteil vom 23. Dezember 2015 genauso.

E-Zigaretten gibt es doch inzwischen überall, wie kann das sein?

Tatsächlich werden E-Zigaretten derzeit an etwa 5500 Orten bundesweit verkauft. 2015 haben die deutschen Händler nach vorläufigen Zahlen einen Jahresumsatz von 275 Millionen Euro gemacht. Trotzdem ist der Trend noch so neu, dass der Rechtsrahmen unklar ist. Denn ganz normale Zigaretten sind die elektrischen ja nicht. Aber was dann? Auf jeden Fall keine Arzneimittel, entschied das Bundesverwaltungsgericht 2014. Der BGH nahm nun die genaue Einordnung vor und stufte alle Liquids mit Nikotin, der aus Rohtabak gewonnen wurde, als Tabakerzeugnisse ein - auch wenn die Flüssigkeit selbst gar keinen Tabak mehr enthält. (Az. 2 StR 525/13)

Und das wird der Branche zum Verhängnis?

Genau. Denn im derzeit gültigen Vorläufigen Tabakgesetz steht, dass sich strafbar macht, wer «bei dem Herstellen von Tabakerzeugnissen nicht zugelassene Stoffe verwendet». In der deutschen Tabakverordnung ist außerdem geregelt, dass es verboten ist, «Tabakerzeugnisse, die zum anderweitigen oralen Gebrauch als Rauchen oder Kauen bestimmt sind, in den Verkehr zu bringen». Und der Handel mit nikotinhaltigen Liquids verstößt nach Auffassung der Richter gleich gegen beides.

Moment - wie funktioniert so eine E-Zigarette überhaupt?

Die wird im strengen Sinne gar nicht geraucht. Die Flüssigkeit im Inneren verdampft zu einem Nebel, der inhaliert wird. 95 Prozent aller Liquids enthalten nach Angaben des Verbands des eZigarettenhandels Nikotin. Hauptsächlich bestehen sie aber aus dem farb- und fast geruchslosen Propylenglykol, dazu aus Glyzerin, Ethanol und oft auch Aromen. Tabakerzeugnissen dürfen solche Stoffe aber nicht beigemischt werden.

Was bedeutet das Urteil für den E-Zigaretten-Handel?

Das lässt sich so klar gar nicht beantworten. Fakt ist, dass es auf EU-Ebene schon seit 2014 neue Regeln für den Umgang mit Tabakprodukten und auch mit E-Zigaretten gibt. Diese Richtlinie muss bis 20. Mai in deutsches Recht umgesetzt sein. Durch das Kabinett ist der Gesetzentwurf aus dem Ernährungsministerium schon durch, der Beschluss im Bundestag ist für die letzte Februarwoche vorgesehen. Ist das Gesetz erst einmal in Kraft, ist alles klar: Dann wird zum Beispiel eindeutig festgeschrieben sein, dass Liquids Nikotin nur bis zu einer bestimmten Konzentration und sonst keine gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe enthalten dürfen.

Aber was passiert bis dahin?

Das ist nach dem Karlsruher Richterspruch eben ungewiss. «Mein Telefon klingelt in einer Tour», schimpft Dac Sprengel, Vorsitzender des Verbands des eZigarettenhandels. Er würde sich von dem Urteil nicht beeindrucken lassen, meint er - schließlich ist bis Ende Mai keine Zeit mehr für lange Gerichtsverhandlungen. «Trotzdem wird für 90 Tage ein illegaler Raum geschaffen. Da fragt man sich schon, was man jetzt machen soll. Wir können ja nicht für drei Monate die Geschäfte einstellen.» Aus seiner Sicht hätte der BGH die neue EU-Richtlinie bei seiner Entscheidung berücksichtigen oder zumindest den Europäischen Gerichtshof um Rat fragen müssen. Nun bliebe ihm nur der Appell an die Ordnungsbehörden: «Bewahrt 90 Tage kühlen Kopf.»

Mo, 2016-02-08 17:06
Ankara/Berlin (dpa)

Merkel will Koalition der Willigen für Flüchtlinge - Kritik an Moskau

Während Merkel und Davutoglu über Flüchtlinge sprechen, ertrinken in der Ägäis wieder Menschen, wird die Lage Zehntausender an der türkisch-syrischen Grenze immer verzweifelter. Weil die EU zerstritten ist, sucht die Kanzlerin nun nach einzelnen Verbündeten.

Ankara/Berlin (dpa) - Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise setzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zunehmend auf eine Koalition der Willigen in der EU sowie direkte deutsch-türkische Kooperation. Wichtig sei, dass der Weg der Flüchtlinge aus Syrien über die Türkei nicht illegal verlaufe, sondern «kontrolliert, legal und von uns organisiert», sagte Merkel am Montag nach Gesprächen mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu in Ankara. Es gebe eine Gruppe von Ländern in der EU, die freiwillig «die ersten Schritte tun werden», sagte Merkel mit Blick auf den EU-Gipfel nächste Woche in Brüssel.

Mit einer gemeinsamen Soforthilfe-Aktion wollen Deutschland und die Türkei die Not von Zehntausenden syrischen Flüchtlinge lindern, die vor Bombardierungen in ihrem Land bis zur türkischen Grenze geflohen sind. Merkel sicherte dem türkischen Premier Unterstützung durch das Technische Hilfswerk zu. Ankara versucht, die Flüchtlinge auf syrischem Gebiet zu versorgen.

Nach Schätzungen von Ärzte ohne Grenzen (MSF) sind fast 80 000 Syrer auf der Flucht in Richtung des türkischen Grenzübergangs Kilis. Dort warteten bereits rund 10 000 Flüchtlinge. Die Situation der Menschen, die auf Einlass in die Türkei warten, werde immer schwieriger. Es mangele an Unterkünften, Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, sagte die Leiterin der MSF-Syrien-Mission, Muskilda Zancada.

Merkel und Davutoglu verurteilten die Luftangriffe des syrischen Regimes und Russlands in der Region von Aleppo. «Wir sind entsetzt über das menschliche Leid durch die Bombenangriffe - auch von russischer Seite», sagte die Kanzlerin. Russland verletze mit den Bombardements die UN-Resolution gegen Angriffe auf Zivilisten, sagte die Kanzlerin. Davutoglu warf Moskau vor, überhaupt nichts zum Frieden beitragen zu wollen. Russland wies Kritik an seinen Luftangriffen in Syrien erneut mit Nachdruck zurück.

Zu der in der EU heftig umstrittenen Aufnahme von Flüchtlingen in Kontingenten sagte Merkel in Ankara: «Wir können nicht von der Türkei auf der einen Seite erwarten, dass sie alles stoppt, und auf der anderen Seite sagen wir: Ja, über die Kontingente sprechen wir dann in einem halben Jahr.» Ankara hat der EU zugesagt, die Grenzen besser zu schützen. Im Gegenzug verspricht die EU der Türkei mindestens drei Milliarden Euro für die Versorgung der Flüchtlinge im Land.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben bereits rund 2,5 Millionen Flüchtlinge alleine aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. Auf die Frage, ob die Türkei nicht viel mehr Geld brauchen werde, sagte Merkel: «Jetzt, würde ich sagen, geben wir erstmal das Geld aus. Wenn es alle ist, können wir auch wieder neu sprechen.»

Angesichts der Flüchtlingsdramen in der Ägäis setzten sich Merkel und Davutoglu für eine Beteiligung der Nato am Kampf gegen die Schlepper im Seegebiet zwischen Griechenland und der Türkei ein. Darüber solle noch in dieser Woche beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister gesprochen werden, sagte Merkel. Zudem strebe man eine Verbesserung der Arbeit der türkischen Küstenwache mit Griechenland und der EU-Grenzschutzagentur Frontex an.

Beim Untergang von zwei Flüchtlingsbooten in der türkischen Ägäis ertranken nach Angaben vom Montag mindestens 38 Menschen, darunter 11 Kinder. Viele Migranten wagen trotz schlechter Wetterbedingungen die gefährliche Überfahrt über die Ägäis zu den in der Nähe der türkischen Küste gelegenen griechischen Inseln - und damit auf das Gebiet der Europäischen Union.

In Deutschland kam derweil eine neue Forderung aus der Union nach weiteren Gesetzesverschärfungen. CDU-Vize Thomas Strobl sprach sich für höhere Hürden für ein unbefristetes Aufenthaltsrecht aus. Dies sollten Asylbewerber frühestens nach fünf Jahren erhalten. Sie sollten «einigermaßen ordentlich Deutsch sprechen können», Grundkenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung besitzen und keine Straftaten begangen haben. Zudem sollten sie mit Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen können, dass sie selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können», sagte Strobl der «Welt» (Montag).

Mo, 2016-02-08 17:54
Washington (dpa) 

USA wollen 1,8 Milliarden Dollar im Kampf gegen Zika-Virus einsetzen

Washington (dpa) - Die US-Regierung will 1,8 Milliarden Dollar (1,61 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Zika-Viurus aufwenden. Eine entsprechende Initiative des Weißen Hauses soll demnächst dem Kongress vorgelegt werden, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Das Geld soll dazu verwendet werden, Programme zur Kontrolle von Stechmückenplagen auszuweiten, die Forschung nach einem Impfstoff zu beschleunigen und betroffenen Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung zu helfen, hieß es.

«Wir sollten nicht in Panik verfallen», sagte US-Präsident Barack Obama. «Es ist nicht wie bei Ebola», betonte er in einem Interview des Senders CBS. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten sich in den nächsten zwölf Monaten bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus anstecken. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zika-Virus Fehlbildungen am Kopf von Neugeborenen auslösen kann, wenn die Mutter vor oder während der Schwangerschaft angesteckt wurde. In den USA gibt es bisher 50 nachgewiesene Fälle von Patienten mit dem Erreger.

Mo, 2016-02-08 17:32
Juba/Mogadischu (dpa)

UN warnen: Hungersnot im Südsudan so schlimm wie noch nie

Ein Viertel der Menschen im Südsudan ist von Hunger bedroht. Im Somalia gelten mehr als 300 000 Kinder als gefährlich unterernährt. Und das Klimaphänomen El Niño verschlimmert die Lage weiter.

Juba/Mogadischu (dpa) - Im Krisenstaat Südsudan nimmt zu Beginn der Trockenzeit eine Hungersnot ein noch nie dagewesenes Ausmaß an. Rund 2,8 Millionen Menschen - etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung - benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe, wie drei Organisationen der Vereinten Nationen (UN) am Montag erklärten. Mindestens 40 000 Menschen seien akut vom Hungertod bedroht.

Besonders betroffen seien Binnenflüchtlinge in der umkämpften Provinz Unity State im Norden des Landes, wie das Welternährungsprogramm (WFP), das UN-Kinderhilfswerk Unicef und die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) mitteilten. Viele Vertriebene dort ernährten sich bislang von Fischen und Wasserlilien, doch «wegen des sinkenden Wasserpegels verlieren sie ihre letzten Nahrungsquellen», warnten die UN-Organisationen. Aufgrund der prekären Sicherheitslage im Land sei es schwierig, manche der betroffenen Gegenden zu versorgen, erklärte Unicef-Sprecher Jonathan Veitch.

Der erst 2011 unabhängig gewordene Südsudan wird seit Ende 2013 von einem Bürgerkrieg erschüttert. Ausgelöst wurden die Kämpfe durch die Rivalität zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter, dem späteren Rebellenführer Riek Machar. Mehr als 2,3 Millionen Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht.

Auch für den Krisenstaat Somalia am Horn von Afrika schlugen die Vereinten Nationen am Montag Alarm. In Somalia benötigt demnach infolge der andauernden Dürre fast die Hälfte der Bevölkerung Nahrungsmittelhilfe, rund 4,7 Millionen Menschen. «Fast 950 000 dieser Menschen sind akut bedroht und haben jeden Tag Schwierigkeiten, genug zu Essen zu bekommen», erklärte die UN-Organisation der Nothilfekoordination (OCHA). Wegen der Dürre könnte die Zahl der akut bedrohten Menschen bis Mitte des Jahres auf 3,6 Millionen steigen, warnte die UN-Organisation.

Die Dürre ist Experten zufolge auf das Klimaphänomen El Niño zurückzuführen. Dessen Auswirkungen sollen in den nächsten Monaten weiter zunehmen. Derzeit seien in Somalia bereits 305 000 Kinder unterernährt, 58 000 ohne Hilfe vom Hungertod bedroht. «Die Dürre könnte diese Zahlen in den nächsten Monaten noch weiter steigen lassen. Wir müssen jetzt handeln», forderte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Peter de Clercq.

Wegen des Klimaphänomens El Niño sieht sich auch das benachbarte Äthiopien mit einer Hungersnot konfrontiert. Dort sind UN-Zahlen zufolge 10,2 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Mo, 2016-02-08 18:00
Concord (dpa)

US-Wahlkampf: Das Sieben geht weiter

Concord (dpa) - Mit der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire geht in den USA am Dienstag das Rennen um die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern weiter.

Bei den Demokraten geht der 74 Jahre alte Bernie Sanders als klarer Favorit ins Rennen. Der Senator von Vermont liegt in manchen Umfragen sogar mit 2:1 vor Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Vermont ist ein Nachbarstaat von New Hampshire. Am vergangenen Montag hatte die 68-Jährige die Vorwahl in Iowa mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen. Bei den Republikanern führt Donald Trump vor Marco Rubio und Ted Cruz. Letzterer kam in Iowa auf den ersten Platz.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die beiden Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

Mo, 2016-02-08 17:20
Berlin (dpa)

Bekennertext zu Autonomen-Attacken: Vergeltung für Polizeieinsätze

Berlin (dpa) - Die Randalierer, die am Wochenende in Berlin Dutzende Autos beschädigt haben, haben ihr Vorgehen mit den jüngsten Polizeieinsätzen gegen Linksautonome begründet. Man unterstütze Aufrufe, «jeden Angriff auf Projekte in Berlin» mit Sachschaden von einer Million Euro zu vergelten, hieß es laut Polizei in einem Bekennerschreiben. Weitere Taten wie Brandanschläge auf Autos schlossen die anonymen Autoren demnach nicht aus. Am Wochenende hatten Vermummte zahlreiche Autos in der Hauptstadt beschädigt. Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach von «Terroraktionen». Die Polizei war im Januar bei einem Großeinsatz gegen die Hausbesetzerszene vorgegangen.

Mo, 2016-02-08 17:09
Berlin (dpa)

Bekennertext zu autonomen Attacken: Vergeltung für Polizeieinsätze

Berlin (dpa) - Die Randalierer, die am Wochenende in Berlin Dutzende Autos beschädigt haben, haben ihr Vorgehen mit den jüngsten Polizeieinsätzen gegen Linksautonome begründet. Man unterstütze Aufrufe, «jeden Angriff auf Projekte in Berlin» mit Sachschaden von einer Million Euro zu vergelten, hieß es laut Polizei in einem Bekennerschreiben. Weitere Taten wie Brandanschläge auf Autos schlossen die anonymen Autoren demnach nicht aus. Am Wochenende hatten Vermummte zahlreiche Autos in der Hauptstadt beschädigt. Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach von «Terroraktionen». Die Polizei war im Januar bei einem Großeinsatz gegen die Hausbesetzerszene vorgegangen.

Mo, 2016-02-08 16:22
Mainz (dpa)

Splitter vom Rosenmontag

Zwei haben den Rosenmontagszug in Mainz doch noch möglich gemacht

Mainz (dpa) - Um Punkt 11.11 Uhr haben Beate und Markus Brühl den diesjährigen Mainzer Rosenmontagszug gestartet. Dann sind sie zu zweit die gesamte Zugstrecke von 7,2 Kilometern entlang gelaufen, haben allen am Wegrand ein kräftiges Helau zugerufen. Markus freut sich: «Tausende jubeln uns zu!» Auf seiner Brust trägt er eine Kreidetafel mit der Aufschrift «Rosenmontagszug 2016», auf dem Rücken eine Kreidetafel mit «Zugente» - das ist traditionell das Ende des Mainzer Rosenmontagszuges. «Wir sind der Anfang und das Ende des Rosenmontagszuges», sagt Beate Brühl. «Das kann man doch nicht ausfallen lassen!» Schließlich sei der Rosenmontagszug doch der Höhepunkt der Mainzer Fastnacht.

Meteorologen uneins über Absage von Karnevalszügen

Köln (dpa) - Sind die Rosenmontagszüge zurecht wegen Sturms abgesagt worden? Die Meteorologen sind sich nicht einig. ARD-Wettermann Karsten Schwanke kritisierte die Düsseldorfer Entscheidung: «Absage #Düsseldorf - für mich ein Rätsel», schrieb er am Montag auf Twitter. Die stärksten Böen seien schließlich erst am Nachmittag oder Abend zu erwarten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verwies darauf, dass die Ausgangslage für Köln und Düsseldorf unterschiedlich sei: «Köln ist durch die Eifel geschützt», sagte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel am Montag in Offenbach. Die Absage des Mainzer Rosenmontagsumzugs - dort wurden Böen der Windstärke 10 mit bis zu 100 Stundenkilometern vorausgesagt - hielt Kirchhübel für gerechtfertigt.

Wetter-Fachmann Jörg Kachelmann schlug eher warnende Töne an. Es gebe zwar eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass alles gut gehe, aber eben auch das Risiko eines «Tornados in Düsseldorf mit Toten». Damit steht für Kachelmann fest: «Für die Durchführung braucht man bei dieser Ausgangslage sehr viel Gottvertrauen oder die Überzeugung: Et hätt noch immer jot jejange.»

Altstadtwirte rechnen mit weniger Umsatz als sonst am Rosenmontag Foto - aktuell

Düsseldorf (dpa) - Die Düsseldorfer Altstadtwirte rechnen wegen der Absage des Rosenmontagszugs mit deutlichen Einbußen für das Geschäft. Das sagte Sprecherin Isa Fiedler der Deutschen Presse-Agentur. Bis zum Mittag seien erschreckend wenige Besucher in die Kneipen gekommen. «Die tagelange Diskussion, ob der Zug stattfindet oder nicht: Das hat die Leute davon abgehalten zu kommen.» Als der Rosenmontagszug 1990 wegen Sturms abgebrochen wurde, sei das anders gewesen, sagte Fiedler. «Da hatten sich viele schon auf den Weg gemacht. Als der Zug dann wegen des Unwetters abgebrochen wurde, sind alle in die Kneipen gezogen.»

Laues Lüftchen statt Sturm - Köthens Narren feiern mit Flüchtlingen

Köthen/Halle (dpa) - Laute Musik und stampfende Rhythmen dröhnen von den Festwagen. Narren in bunten Kostümen werfen in Köthen in Sachsen-Anhalt Unmengen Süßigkeiten und Konfetti von den Umzugswagen. Die Zuschauer am Straßenrand stopfen, was sie erhaschen können, blitzschnell in ihre Taschen. Fast wäre in diesem Jahr der Rosenmontagsumzug dem Sturm zum Opfer gefallen. Doch etwa eine Stunde vor dem Start um 11.11 Uhr wandelt sich der kräftig wehende Wind zum lauen Lüftchen und sogar die Sonne lugt zeitweise hervor. Angeführt wird der närrische Zug vom Kinder-Prinzenpaar Jeremy I. und Jasmin I.

Als Besonderheit mittendrin: 18 syrische Flüchtlinge. Sie fahren auf dem Wagen des «Deutschen Fördervereins für Sanitätswesen» (Köthen), tragen schwarze Umhängen und Hüte. «Diese Kleidung war die erste Bekleidung der Sanitäter von 1813», erläutert der Vereinsvorsitzende Raymond Schulz. Der Wagen solle laut Schulz an Aladins-Wunderlampe erinnern, aus der Gutes kommt. «Es ist falsch, irgendwelche Vorurteile gegenüber Flüchtlingen zu haben, das sind Menschen wie wir.» Außerhalb des Karnevals arbeiten die Flüchtlinge im Verein als ehrenamtliche Sanitäter.

Düsseldorfer lagern ihre Kamelle bis zum Ersatz-Umzug

Düsseldorf (dpa) - Die Kamelle sind lang genug haltbar, die Wagen werden trocken untergestellt: Nach der Absage des Rosenmontagszugs bereiten sich die Düsseldorfer Jecken innerlich schon auf den Ersatztermin vor. Wann genau der Zug durch Düsseldorf ziehen wird, werde in den nächsten Tagen entschieden, sagte der Sprecher des Comitees Düsseldorfer Carneval am Montag. Es werde auf jeden Fall nicht so lange dauern, dass bei den ganzen bestellten Süßigkeiten das Haltbarkeitsdatum ablaufe. Gegen finanzielle Schäden, die durch die Absage des Zugs entstünden, sei der Verein außerdem versichert.

Mottowagen kommen nach Präsentation zurück in die Halle

Düsseldorf (dpa) - Nach knapp zwei Stunden sind die politischen Mottowagen am Montagmittag vom Düsseldorfer Rathausplatz abgezogen. Aus Sorge vor dem nahenden Sturm wurden sie zurück in die Lagerhalle gebracht. Zuvor waren die Jahr für Jahr mit Spannung erwarteten Wagen wegen der Absage des Rosenmontagszuges in der Landeshauptstadt ausgestellt worden. Statt der üblichen feiernden und schunkelnden Masse an den Straßen schauten sich die Präsentation nur einige Hundert Menschen an.

Umstrittenes Gänsereiten in Bochum findet in der Halle statt

Bochum (dpa) - Das umstrittene Gänsereiten in Bochum ist am Rosenmontag in eine Halle verlegt worden. Das bestätigte die Polizei. Die Tierschutzpartei sagte daraufhin eine geplante Demonstration gegen den Karnevalsbrauch ab. Beim Gänsereiten wird bei den Vereinen in Höntrop und Sevinghausen eine zuvor getötete Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Mehrere Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Abgehalten wird der Brauch jährlich am Rosenmontag.

Umzüge an Fastnachtsdienstag starten wie geplant

Trier/Zweibrücken (dpa) - Die für diesen Dienstag geplanten Fastnachtsumzüge in Rheinland-Pfalz sollen wie geplant über die Bühne gehen. Ob in Zweibrücken, Ramstein-Miesenbach, Trier-Biewer oder im Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis: Überall laufen derzeit die letzten Vorbereitungen

Mo, 2016-02-08 16:59
Remlingen (dpa)

Kommission fordert Rückholbarkeit des Atommülls in künftigem Endlager

Welche Lehren lassen sich aus dem maroden Atomlager Asse für die Zukunft ziehen? Auf der Suche nach Kriterien für ein künftiges Endlager kam die zuständige Kommission am Montag nach Niedersachsen.

Remlingen (dpa) - Die Rückholbarkeit von eingelagertem Atommüll will die Endlager-Kommission als ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Standort für den hochradioaktiven Abfall formulieren. «Wir werden die Rückholbarkeit verlangen», sagte der Vorsitzende der Kommission, Michael Müller, am Montag nach einem Besuch des maroden Atomlagers Asse in Niedersachsen. In der Diskussion dafür sei derzeit ein Zeitraum zwischen 100 und 400 Jahren, sagte Müller. «Was dabei herauskommt, kann ich derzeit noch nicht sagen.»

Die Kommission war nach Niedersachsen gekommen, um sich über das Atommülllager Asse und den Bau des Endlagers Schacht Konrad zu informieren. Die Frage, ob der dort gelagerte schwach- und mittelradioaktive Müll rückholbar sein oder unwiederbringlich einbetoniert werden soll, wird besonders in der Region diskutiert. Während die Kommission die Rückholung empfiehlt, soll der Atommüll in Schacht Konrad für alle Zeiten einbetoniert werden.

«Die Kommission versucht, aus der Geschichte Lehren zu ziehen für die künftige Standortauswahl» für hochradioaktiven Müll, sagte Müller zum Zweck des Besuchs. Die 32 Mitglieder aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sollen Kriterien für die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager finden. «Was hier gemacht wurde, war Leichtsinn», sagte Müller mit Blick auf die Asse.

Als «billige atomare Müllkippe» bezeichnete Niedersachsens Umweltminister und Kommissionsmitglied Stefan Wenzel die Asse. Er betonte, dass das Wissen um die Lagerung an einem künftigen Standort lange vorgehalten werden müsse. «Auch alle Daten über den Atommüll sollten sorgfältig und zeitnah in einer öffentlich geführten und kontrollierten Datenbank aufbewahrt werden. Damit muss jetzt begonnen werden», forderte er in einer Mitteilung.

Bisher gibt es in Deutschland noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Das einzige genehmigte Endlager Schacht Konrad in Salzgitter ist lediglich für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll ausgelegt. Den Bericht mit ihren Empfehlungen wird die Kommission im April vorlegen, anschließend soll öffentlich darüber diskutiert werden. Anfang Juli geht der Bericht dann an den Bundesrat und den Bundestag. Am Ende soll ein Gesetz für ein Endlager stehen.

Aus der derzeitigen Fassung des Berichts geht neben ersten Kriterien für die Standortauswahl auch die Höhe der Kosten hervor, die das Bundesumweltministerium für die Rückholung und erneute Deponierung des in der Asse gelagerten Atommülls veranschlagt. Demnach soll die Rückholung etwa fünf Milliarden Euro kosten. Die anschließende Deponierung kommt nach derzeitigem Stand auf weitere fünf Milliarden Euro.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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