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energiewende / 02.Sep 2015

Kohle- und Atomausstieg passen zusammen

Deutschland könnte schon im Jahr 2040 ganz ohne Atomkraft und Kohlekraft auskommen. Das zeigen Experten in einer neuen Studie. Um den doppelten Ausstieg zu schaffen, müssten neue Gaskraftwerke gebaut werden.

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PRODUKT
der Woche
Mi, 2015-09-02 12:54
Sydney (dpa)

Männliche Seepferdchen mit Babys ähneln schwangeren Frauen

Sydney (dpa) - Männliche Seepferdchen versorgen Embryos ganz ähnlich wie schwangere Frauen ihre Babys in der Gebärmutter. Das haben Forscher aus Australien und der Schweiz herausgefunden. Seepferdchen gehören zu der einzigen Tiergruppe, bei der die Männchen die Babys austragen. Die Weibchen spritzen ihnen die Eier beim Geschlechtsakt in eine Bauchtasche. Diese Bruthöhle funktioniere ähnlich wie eine Gebärmutter, berichten die Forscher im Fachjournal «Molecular Biology and Evolution».

Bislang war unklar, welchen Beitrag die Männchen zur Entwicklung der Seepferdchen-Babys leisten. «Seepferdchen-Babys bekommen viele Nährstoffe durch das Eidotter, das die Mutter liefert, aber in der Bruthöhle des Vaters bekommen sie weitere Nährstoffe und Immunschutz», erklärte Camilla Whittington von der Universität Sidney. Unter anderem bekämen die Embryos energiereiche Lipide und Kalzium für den Aufbau ihres Skeletts.

Die Forscher hatten Dickbauchpferdchen (Hippocampus abdominalis) untersucht, deren Männchen den Nachwuchs nach 24 Tagen zur Welt bringen. Demnach geben die Tiere nicht nur Nährstoffe in die Bruthöhle ab, auch bei der Aktivität bestimmter Erbgutabschnitte gibt es Parallelen zu der bei Schwangeren.

Mi, 2015-09-02 13:05
Bagdad/Istanbul (dpa)

18 Türken in Bagdad verschleppt

Im Juni 2014 stürmte die Terrormiliz IS das türkische Konsulat in Mossul. Nun wurden wieder Türken zum Ziel im Irak: In der Hauptstadt Bagdad wurden 18 türkische Staatsbürger von Bewaffneten entführt.

Bagdad/Istanbul (dpa) - In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind 18 Türken verschleppt worden. Es handele es sich um 14 Bauarbeiter, drei Ingenieure und einen Buchhalter, die auf der Baustelle eines Fußballstadions gearbeitet hatten, sagte ein Sprecher des türkischen Außenministeriums. Sie seien gegen 3.00 Uhr am Mittwochmorgen entführt worden. Die türkischen Staatsbürger seien von den Tätern gezielt ausgesucht worden. Die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Man stehe im engen Kontakt mit den irakischen Behörden.

Die irakische Polizei teilte mit, Bewaffnete hätten die Türken im schiitischen Stadtteil Sadr City in ihre Gewalt gebracht. Die Polizei suche nach den Entführten. Der türkische Baukonzern Nural teilte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu mit, bei den verschleppten Türken handele es sich um ihre Mitarbeiter. Sie errichteten in Sadr City ein Stadion für 30 000 Besucher. Im Irak, einem wichtigen Handelspartner der Türkei, sind zahlreiche türkische Firmen aktiv.

Im Juni vergangenen Jahres hatten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das türkische Konsulat im nordirakischen Mossul gestürmt. Die Extremisten hatten dabei 46 Türken und drei irakische Mitarbeiter der Vertretung in ihre Gewalt gebracht. Der IS hatte die Geiseln gut drei Monate später freigelassen. Nach unbestätigten Medienberichten war es damals zu einem Gefangenenaustausch gekommen.

Der Regierung in Ankara wurde lange vorgeworfen, die Terrormiliz IS - die Teile der syrischen Grenze zur Türkei kontrolliert - nicht zu bekämpfen oder sie sogar heimlich zu unterstützen. Nach einem dem IS zugeschriebenen Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Vergangene Woche flog die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe im Rahmen des internationalen Bündnisses gegen den IS.

In der Grenzregion zu Syrien wurde unterdessen ein türkischer Soldat erschossen. Ein weiterer wird seit dem Beschuss von syrischer Seite aus vermisst, wie die türkische Armee mitteilte. Das Gebiet auf der syrischen Seite der Grenze wird vom IS kontrolliert. Gerüchte, der IS habe den Soldaten in seine Gewalt gebracht, wurden von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt.

Mi, 2015-09-02 13:00
Ense (dpa)

Kettcar-Hersteller Kettler will Insolvenzverfahren 2015 abschließen

Das Familienunternehmen Kettler will sein Insolvenzverfahren schnell abschließen. Über den Personalabbau unter den 1100 Beschäftigten bei dem Kettcar-Hersteller soll noch in diesem Monat entschieden werden.

Ense (dpa) - Der Kettcar-Hersteller Kettler will sein Insolvenzverfahren noch in diesem Jahr abschließen. Das sagte am Mittwoch der zum Sachwalter bestellte Experte Christoph Schulte-Kaubrügger. Das «Handelsblatt» hatte zuvor darüber berichtet.

Der Sport- und Freizeitartikel-Hersteller hatte Anfang Juni Insolvenz angemeldet. Das Verfahren sei zum Monatsbeginn eröffnet worden, berichtete Schulte-Kaubrügger. Voraussichtlich noch im September werde über einen möglichen Personalabbau bei Kettler entschieden, hieß es. Das Familienunternehmen aus dem sauerländischen Ense beschäftigt allein in Deutschland rund 1100 Mitarbeiter.

Es sei mit einem «erheblichen Mitarbeiterabbau» zu rechnen, sagte Schulte-Kaubrügger. Nach «Handelsblatt»-Informationen aus Firmenkreisen könnten weniger als 200 Beschäftigte betroffen sein. Der Abbau falle damit geringer aus als erwartet, so die Zeitung.

Notwendig sei auch eine Vereinfachung der Firmenstruktur und eine Reduktion der Produktpalette. Viele Produkte könnten nicht rentabel hergestellt werden, erklärte der Sachwalter. Geplant sei, die Forderungen der Gläubiger vollständig zu befriedigen.

Die Firma Kettler hatte in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland einen steilen Aufstieg erlebt. Zu den größten Erfolgen gehörte das Kettcar. Außerdem nimmt die Firma für sich in Anspruch, das weltweit erste Aluminium-Fahrrad auf den Markt gebracht zu haben. Die Angebotspalette reicht heute von Fitnessgeräten über Fahrräder und Spielfahrzeuge bis zu Freizeit- und Gartenmöbeln.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Mi, 2015-09-02 13:14
Berlin (dpa)

Nicht von Pappe - Der Coffee to go als Umweltproblem Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa

Früher war es die Plastiktüte, heute ist es der Kaffeebecher für Unterwegs. Ein Symbol für den achtlosen Umgang mit Ressourcen: So sehen es zumindest die Umweltschützer. Sie werben jetzt für Mehrweg-Systeme und treffen dabei auf erbitterten Widerstand.

Berlin (dpa) - Wer morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Kaffee zum Mitnehmen kauft, tut dies meist ohne schlechtes Gewissen. «Ist ja nur ein Pappbecher, der geht ins Recycling», diesen Satz bekommen Umweltschützer oft zu hören, wenn sie vorrechnen, zu welchen Abfallbergen sich die täglich in Deutschland verwendeten Coffee-to-go-Becher türmen.

Doch die Sorglosigkeit ist nicht wirklich angebracht. Denn erstens landen die meisten Kaffeebecher nicht in der gelben Tonne, sondern in öffentlichen Abfalleimern und werden dann verbrannt. Und zweitens ist nicht alles Pappe, was wie Pappe aussieht.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat jetzt eine Rangliste der umweltfreundlichsten Transportbehälter für den Unterwegs-Kaffee veröffentlicht. Auf Platz eins steht der Mehrwegbecher, gefolgt vom Einweg-Pappbecher mit Recyclinganteil und Bioplastik-Beschichtung. Die schlechtesten Noten bekommen doppelwandige «Komfort-Becher», die mehrfach-beschichtet sind, damit der Kaffee lange heiß und die Hand des Kunden möglichst kühl bleibt. Der Deckel, der dafür sorgt, dass Büromenschen ihren Arbeitsplatz ohne Latte-Macchiato-Flecken auf der Hose erreichen, lässt die Umweltbilanz noch schlechter aussehen.

Die Mehrweg-Idee, die auch vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und von der Initiative «Carry your Cup» propagiert wird, hat allerdings nicht nur Anhänger. «Wenn der Kunde seinen mitgebrachten Porzellanbecher der Servicekraft zum Auffüllen über die Theke reicht, dann wird es bedenklich», sagt der Leiter der Lebensmittelüberwachung der Stadt Köln, Roland Braun. Aus seiner Sicht wäre das ein Verstoß gegen die Hygienevorschriften. Er sagt: «Wenn einer unserer Kontrolleure das sieht, dann wird er den Geschäftsinhaber ermahnen.» Sollte das nicht fruchten, drohe ein Bußgeld.

Braun malt die Situation in Ekel-Farben aus: «Stellen Sie sich mal vor, da zieht jemand den Becher aus seiner Tasche, in der auch ein benutztes Taschentuch und ein Leckerli für den Hund liegen.» Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes, Holger Preibisch, warnt vor einer «Verkeimung» von Kaffeemaschinen.

Eine Alternative zum eigenen Becher wären nach Ansicht der DUH Mehrweg-Pfandsysteme einzelner Kaffee-Anbieter. Noch besser fände der Verein Becher, die von Filialen verschiedener Ketten akzeptiert und für die Wiederverwertung gereinigt würden. Um die Coffee-to-go-Verkäufer für diese Idee zu gewinnen, wäre nach Ansicht von DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch auch ein bisschen Druck hilfreich, etwa in Form einer Abgabe auf Einweg-Becher. Dass der Preis für das Lieblingsgetränk der Deutschen dadurch steigen würde, glaubt er nicht. Auch praktische Probleme sieht er nicht. Er sagt: «Die Hälfte der Bundesliga-Stadien hat jetzt wiederbefüllbare Becher und das auch bei Heißgetränken.» Ein Verbot für Einwegbecher sei aus EU-rechtlichen Gründen nicht möglich.

Noch besser als der Mehrweg-Becher wäre aus Sicht der Umweltschützer nur noch eine andere Strategie: die Entschleunigung unseres Alltags. Die DUH rät: «Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und trinken Ihren Kaffee vor Ort - aus einer Tasse.»

Beim Espresso tun das ohnehin auch viele Kaffeetrinker. Denn für die 30 Sekunden, die so ein kleiner Schwarzer im Schnitt in Anspruch nimmt, findet sich auch im eng getakteten Zeitplan von To-do-Listen-Menschen Platz. Der Espresso macht deshalb beim sogenannten Außer-Haus-Konsum nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbands nur 0,4 Prozent aus.

60,3 Prozent der Kaffee-Becher, die täglich durch Deutschland getragen werden, enthalten traditionell aufgebrühten Kaffee. Auf dem zweiten Platz liegt mit 16,2 Prozent der Latte Macchiato, gefolgt von Cappuccino (12,5 Prozent) und Milchkaffee (10,6 Prozent). Die meisten Coffee-to-go-Becher gehen übrigens nicht in den Shops großer Ketten wie Starbucks über die Theke, sondern in Bäckereien.

Für ihre Idee einer 20-Cent-Abgabe auf jeden Kaffeebecher erhoffen sich die Aktivisten Rückenwind aus dem Bundestag. Beim Kaffeeverband stößt der Vorschlag jetzt schon auf erbitterten Widerstand. Er argumentiert: «Im Sinne der Gleichbehandlung müssten nicht nur Einwegbecher, sondern auch sämtliche anderen Einwegverpackungen wie zum Beispiel Bäckertüten, Pizzakartons, Erdbeerschalen, Imbiss-Schalen und Ähnliches von einer Besteuerung erfasst werden.»

Mi, 2015-09-02 13:31
Frankfurt/Flörsheim (dpa)

Ermittler finden Leichenteile von getöteter Frau auf Mülldeponie

Frankfurt/Flörsheim (dpa) - Auf einer Mülldeponie in Hessen sind Leichenteile einer seit fast zwei Monaten vermissten Frau aus Frankfurt entdeckt. Die menschlichen Knochenteile seien der 22-Jährigen mit Hilfe von DNA-Untersuchungen zweifelsfrei zugeordnet worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Bild»-Zeitung.

Die Frau war seit dem 8. Juli verschwunden. Familienangehörige hatten sie als vermisst gemeldet. Der 23 Jahre alte Ex-Freund hatte eine Woche nach dem Verschwinden gestanden, die Frau umgebracht und ihre Leiche anschließend in den Hausmüll gepackt zu haben. Er sitzt seit Mitte Juli in Untersuchungshaft.

Polizisten durchsuchten die Deponie Flörsheim-Wicker und fanden die sterblichen Überreste in einem etwa 20 000 Kubikmeter umfassenden und 10 000 Tonnen schweren Schlackeberg aus verbrannten Müllresten.

Die Hintergründe der Tat werden weiter untersucht. Zwischen dem Tatverdächtigen und der Vermissten soll es immer wieder Streit gegeben haben. Das ein Jahre alte Kind der Frau befand sich zum Tatzeitpunkt in der Obhut der Behörden. Ob das Kind immer noch dort ist, konnte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch nicht sagen.

Mi, 2015-09-02 13:11
Kiew (dpa)

Militär: Zwei Tote trotz Waffenruhe in Ostukraine

Kiew (dpa) - Trotz der Waffenruhe im Kriegsgebiet Donbass sind nach Angaben aus Kiew mindestens zwei Zivilisten im Separatistengebiet Luhansk getötet worden. Das teilte Präsidialamtssprecher Andrej Lyssenko am Mittwoch mit. Demnach wurden zudem fünf Soldaten verletzt. Entlang der etwa 500 Kilometer langen Front sei es zu vereinzelten Verstößen gegen die Feuerpause gekommen, vor allem mit Handfeuerwaffen, hieß es. Nach Darstellung der prorussischen Separatisten in Donezk hielt die am Dienstag ausgerufene Waffenruhe weitgehend. Eine bereits im Februar vereinbarte Kampfpause war nie richtig umgesetzt worden.

Mi, 2015-09-02 13:53
Rom (dpa)

Südtirol hilft bei Flüchtlingsunterbringung - Kontrollen am Brenner

Rom (dpa) - Die norditalienische Region Südtirol will Bayern in den kommenden Tagen bei der Unterbringung ankommender Flüchtlinge helfen und die Kontrollen an der Grenze zu Österreich wieder aufnehmen. Etwa 300 bis 400 Menschen sollten für einige Tage in Turnhallen in Südtirol unterkommen, teilte die Provinz Bozen am Mittwoch mit. Zudem sollen an der Grenze zu Österreich verschärft Grenzkontrollen durchgeführt werden. Das entschied Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher nach Rücksprache mit der italienischen Regierung in Rom.

Zuvor habe Bayerns Sozialministerin Emilia Müller um Hilfe gebeten, erklärte die Provinz. In Bayern waren seit Wochenbeginn Tausende Flüchtlinge angekommen, allein am Dienstag waren es etwa 2500. Auch über den Brenner versuchen täglich zahlreiche Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Italien gekommen sind, Deutschland zu erreichen.

Mi, 2015-09-02 13:36
London (dpa)

Unionspolitiker warnt Briten: Asylpolitik kann Verhältnis belasten

London (dpa) - Die harte Haltung Großbritanniens in der Asylpolitik kann nach den Worten des innenpolitische Sprechers der Unionsfraktion im Bundestag Londons Interessen in EU-Reformverhandlungen schaden. Wenn die britische Regierung weiterhin auf dem Standpunkt bleibe, sich nicht an der Verteilung der Lasten zu beteiligen, könne dies das deutsch-britische Verhältnis belasten, zitierte die britische «Times» am Mittwoch CSU-Politiker Stephan Mayer. Auch der Plan von Premierminister David Cameron, Großbritanniens Verhältnis zur EU vor einem Referendum über den Verbleib des Landes in der Union neu auszuhandeln, könne Schaden nehmen.

Großbritannien ist nicht Teil der Schengen-Zone und kontrolliert seine Grenzen. Bei der Einwanderungs- und Asylpolitik setzt die Regierung auf Beschränkung und Abschreckung, es werden deutlich weniger Flüchtlinge aufgenommen als etwa in Deutschland. Freizügigkeit und Kontrolle über die eigenen Grenzen ist eines der Themen in den Verhandlungen über EU-Reformen. Spätestens Ende 2017 stimmen die Briten darüber ab, ob sie in der EU bleiben wollen.

Mi, 2015-09-02 12:58
Berlin (dpa)

Prozess gegen Syrien-Rückkehrer - Sechseinhalb Jahre Haft gefordert

Berlin (dpa) - Im Berliner Prozess gegen einen Syrien-Rückkehrer hat die Bundesanwaltschaft eine Strafe von sechseinhalb Jahren Haft verlangt. Die Anklagevertretung sieht es als erwiesen an, dass sich der 36-Jährige der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig gemacht hat. Er habe sich im Juni 2013 der in Syrien operierenden Terrorgruppe «Junud Al-Sham» angeschlossen, hieß es am Mittwoch im Plädoyer der Anklage vor dem Kammergericht. Der 36-Jährige habe sich eine Waffe beschafft und Propagandavideos aufgenommen. Sein Geständnis sei aus taktischen Gründen erfolgt. «Ein Gesinnungswandel hat nie stattgefunden», so die Bundesanwaltschaft.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2015-09-02 12:29
Berlin (dpa)

De Maizière will Grundgesetzänderung für Flüchtlingshilfe

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Verfassung ändern, um Flüchtlingen schneller und unbürokratischer helfen zu können. «Wir werden uns überall auf Veränderungen einstellen müssen: Schule, Polizei, Wohnungsbau, Gerichte, Gesundheitswesen, überall. Ich rede da auch über eine Grundgesetzänderung», sagte der CDU-Politiker der Wochenzeitung «Die Zeit». «Und das alles muss sehr schnell gehen, binnen Wochen», ergänzte er.

Zugleich fordert de Maizière ein entschlossenes Durchgreifen bei Straftaten gegen Asylbewerber und deren Unterkünfte. «Das sind Straftaten, denen muss man hart begegnen», sagte er. Auch mit Blick auf die Integrationskurse fordert der Minister ein Umdenken: «Das wird so nicht mehr gehen. Ich glaube, am besten lernt man Deutsch in der Arbeit. Das heißt, wir müssen Menschen in Arbeit bringen, auch wenn sie noch nicht richtig Deutsch können.»

Mi, 2015-09-02 12:31
Teheran (dpa)

Iran: Derzeit keine Alternativen zu Assad in Syrien

Teheran (dpa) - Nach iranischer Einschätzung gibt es derzeit in Syrien keine Alternative zu Präsident Baschar al-Assad. «Den Konflikt in Syrien kann man nur politisch lösen und Assad ist Teil dieser Lösung, auch da es derzeit keine Alternativen gibt», sagte Vizeaußenminister Hussein Amirabdullahian am Mittwoch. Das habe der Iran auch dem Syrien-Beauftragten von UN und Arabischer Liga, Stephan de Mistura, mitgeteilt, sagte der Vizeminister nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. 

Aus Sicht Teherans ist auch das derzeitige Flüchtlingsdrama in Europa Ergebnis der falschen Syrien-Politik des Westens und seiner Verbündeten. Der Iran besteht darauf, dass der Konflikt intern und über Verhandlungen aller syrischen Parteien gelöst wird. Ein Regimewechsel ist aus Sicht Teherans nur über demokratische Wahlen in Syrien möglich.

Der Iran und Russland haben zusammen eine neue Friedensinitiative für Syrien ausgearbeitet. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif versucht, in der arabischen Welt für den Friedensplan zu werben. Auf der jüngsten Etappe seiner diplomatischen Tour besuchte er Tunesien und Algerien.

Mi, 2015-09-02 12:41
Halle (dpa)

Fremdenfeindlicher Osten? - Genscher warnt vor Oberflächlichkeit

Halle (dpa) - In der Debatte, ob der Osten fremdenfeindlicher ist als der Westen, hat der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher vor einer «gefährlichen Oberflächlichkeit» gewarnt. So werde etwa nicht die Frage gestellt, wohin die überregionalen Drahtzieher absichtsvoll ihre Drähte zögen, um ein bestimmtes Bild zu erzeugen, schrieb der FDP-Politiker in einem Gastkommentar in der «Mitteldeutschen Zeitung» (Mittwoch). Es habe Rechtsradikale in Parlamenten und ausländerfeindliche Brandstiftungen auch schon vor der Vereinigung im Westen gegeben. «Es gibt sie heute und das überall.» Es gehe um eine Verantwortung aller Deutschen, «ob sie im Norden oder Süden leben, im Osten oder im Westen», so der 88-Jährige.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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