Aktuell

Bio-Skandal / 10.Feb 2016

So gehen Bio-Höfe mit Antibiotika um

Nach den Enthüllungen der „Soko Tierschutz“ auf dem Pionier-Biobetrieb der Hermannsdorfer Landwerkstätten steht die Branche unter Druck. Werden Antibiotika auf Öko-Höfen ebenso maßlos eingesetzt wie in konventionellen Betrieben? Wir sind den wichtigsten Fragen dazu nachgegangen.

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Mi, 2016-02-10 15:45
Berlin (dpa)

Streit um Beobachtung von «Wehrsport»-Hoffmann beendet

Wollten Neonazis eine rechtsterroristische Untergrundorganisation nach NSU-Vorbild aufbauen? Verfassungsschützer sahen die Gefahr und beobachteten den bekannten Extremisten Karl-Heinz Hoffmann. Der zog vor Gericht.

Berlin (dpa) - Der Streit um die zeitweilige Beobachtung des Gründers der verbotenen «Wehrsportgruppe Hoffmann» durch den Verfassungsschutz ist beendet. Der 78-jährige Rechtsextremist Karl-Heinz Hoffmann zog seine Klage gegen seine Beobachtung teilweise zurück. Das Verfahren am Berliner Verwaltungsgericht wurde daraufhin am Mittwoch nach mehrstündiger Verhandlung eingestellt. Der zweite Teil der Klage gegen das Bundesinnenministerium war schon zuvor geklärt worden.

Hoffmann, dessen «Wehrsportgruppe» 1980 als verfassungsfeindlich verboten worden war, vertrat sich vor Gericht selbst ohne Anwalt. Der Rechtsextremist hatte moniert, seine Überwachung sei rechtswidrig gewesen. Von April 2012 bis Januar 2013 wurden heimlich Telefone abgehört, seine Mails gelesen und Post kontrolliert. Auf Antrag des Bundesamtes für Verfassungsschutz hatte das Innenministerium die Beobachtung angeordnet.

Grund: Das Ministerium hatte Hinweise zum Aufbau einer Organisation, die mit Anschlägen gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Politiker den Umsturz des Staates geplant haben soll. Ziel soll eine ähnliche rechtsterroristische Untergrundorganisation wie der NSU («Nationalsozialistischer Untergrund») gewesen sein.

Der Verfassungsschutz beendete die Überwachung schließlich nach weniger als einem Jahr, weil laut Gericht keine relevanten Erkenntnisse gewonnen wurden. Hoffmann wurde dann informiert. Der Beginn der Maßnahme sei berechtigt gewesen, sagte Richter Wilfried Peters. Für tatsächliche Anhaltspunkte des Verdachts habe einiges gesprochen. Das Gericht hatte in der Verhandlung auch angedeutet, dass es beim Beantragen der Überwachung teilweise formale Fehler sah.

«Ich habe meine Bestätigung, dass an den Vorwürfen nichts dran war, das war mein Ziel», sagte der Rentner nach dem Verfahren. Er betonte, keinen Einfluss auf die rechte Szene zu haben. Hoffmann gehört seit den 60er Jahren zu den bekanntesten Köpfen der Neonazi-Szene. Nach eigener Darstellung lebt er von Sozialhilfe, verhalte sich gesetzestreu und nicht konspirativ.

Dem hielt Anwalt Wolfgang Roth für das Bundesinnenministerium entgegen, die Überwachung sei keine Maßnahme aus heiterem Himmel gewesen. Hoffmann sei in rechtsextremistischen Netzwerken tätig gewesen und habe Kontakte zu rechtsextremen Kameradschaften gepflegt.

Laut Gericht hatte das Ministerium vor der mündlichen Verhandlung anerkannt, dass Auskünfte über Hoffmann im Bundeszentralamt für Steuern und bei Finanzdienstleistern nicht eingeholt werden durften - dies sei formell rechtswidrig gewesen. Die Anordnung war laut Gericht von einem nicht befugten Mitarbeiter unterschrieben worden. Damit war dieser Teil der Klage ohnehin erledigt.

Mi, 2016-02-10 15:13
Detmold (dpa)

Das NS-Vernichtungslager Auschwitz

Detmold (dpa) - Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gilt als bedeutendstes Symbol für den Holocaust. In dem bei Krakau gelegenen Lager im von Nazi-Deutschland besetzten Polen wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen ermordet, zumeist Juden. Ferner kamen rund 70 000 Polen, 21 000 Sinti und Roma, 15 000 sowjetische Kriegsgefangene sowie Menschen aus anderen Nationen in Auschwitz ums Leben.

Der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, hatte den Bau des Lagers 1940 befohlen. Knapp zwei Monate später wurden die ersten Häftlinge dorthin gebracht. Ab September 1941 wurden Gefangene auch mit dem Giftgas Zyklon B getötet.

Nach der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942, bei der die Nazis über die bereits beschlossene «Endlösung der Judenfrage» berieten, wurde Auschwitz-Birkenau zum zentralen Ort des Völkermordes. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee rund 7000 überlebende Gefangene.

Mi, 2016-02-10 15:24
Köln (dpa)

Lanxess und Saudi Aramco starten Gemeinschaftfirma

Köln (dpa) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess und der saudische Energieriese Saudi Aramco haben die letzten Hürden für den geplanten Zusammenschluss genommen. Das gemeinsame Unternehmen mit dem Namen Arlanxeo und Sitz in den Niederlanden werde zum 1. April an den Start gehen, teilte Lanxess am Mittwoch mit. Alle Kartellbehörden hätten grünes Licht für die Kooperation gegeben. Das Joint Venture, an dem beide Konzerne jeweils zu Hälfte beteiligt sind, werde künftig Kautschuk vor allem für die Reifen- und Autobranche produzieren und vertreiben. Lanxess war durch seine starke Abhängigkeit in dem Bereich in den vergangenen Jahren in Bedrängnis geraten und hatte sich einen Umbau verordnet.

Mi, 2016-02-10 15:48
Mallorca (dpa)

Aufhebung des «Saufverbots» sorgt auf Mallorca für politische Unruhe

Palma de Mallorca (dpa) - Die Aufhebung der 2014 eingeführten Benimmregeln für die Playa de Palma sorgt auf Mallorca für politische Unruhe. Die linke Stadtverwaltung und die Madrider Zentralregierung schieben sich vor dem Hintergrund einer unklaren Lage gegenseitig die Verantwortung zu, wie die Zeitung «Diario de Mallorca» und andere Medien am Mittwoch berichteten.

Die «Verordnung für ein zivilisiertes Zusammenleben», die unter anderem Saufgelage im öffentlichen Raum und Lärmbelästigung unter Strafe gestellt hat, wurde vergangene Woche vom Obersten Gericht der Balearen gekippt. In der Urteilsrechtfertigung hieß es, die Stadtverwaltung sei für solche Regeln «nicht zuständig» gewesen.

Die konservative Präfektin - Vertreterin des Madrider Innenministeriums - auf den Balearen, Teresa Palmer, weist nun die Aussage der linken Verwaltung der Inselhauptstadt zurück, in Palma und der Gegend um den «Ballermann» sei mit diesem Urteil ein «Rechtsvakuum» entstanden. Dazu sagte Palmer laut Medien, es gebe sehr wohl «staatliche Bestimmungen, die die Stadtverwaltungen zur Ahndung von Verstößen im öffentlichen Raum bevollmächtigen».

Bürgermeister José Hila hatte zuvor mehr Mitwirkung der Madrider Behörden bei der Verhütung von Rechtsverstößen und auch ein Dringlichtkeitstreffen mit Palmer verlangt. Der Sozialist, seit 2015 im Amt, will jetzt unter anderem rechtlich klären lassen, was mit den rund 18 000 bisher eingeleiteten Verfahren wegen Verstößen gegen die «Benimmmregeln» geschehen soll.

Mi, 2016-02-10 15:42
Wismar/Schwerin (dpa)

German Pellets stellt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung

Wismar/Schwerin (dpa) - Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets hat einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Bei dieser Variante des Insolvenzverfahrens kann die Geschäftsleitung im Amt bleiben, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

Der Geschäftsbetrieb solle während des gesamten Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt werden. Das Amtsgericht Schwerin hatte zuvor lediglich mitgeteilt, es sei ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingegangen. Das Insolvenzgericht müsse den Antrag nun prüfen. Eine gesetzliche Frist dafür gebe es nicht.

Mi, 2016-02-10 15:52
Hannover (dpa)

«Gott soll uns schützen gegen Feuer und böse Leute» Von Sigrun Stock, dpa

Sie suchte mit ihren Kindern Schutz in Deutschland und wurde hier Opfer eines Brandanschlags. Eine Frau aus Simbabwe schilderte beim Prozessauftakt, wie sie noch heute unter den Folgen der Tat leidet. Die Täter haben zwar gestanden - doch was für Menschen tun so etwas?

Hannover (dpa) - Ein schlichtes Metallbett, die Matratze fehlt, darunter ein deutlich sichtbarer Brandfleck auf dem Fußboden, am Fenster die Aufkleberreste einer Kinder-Bastelei: Als am Mittwoch im Landgericht Hannover die Fotos vom Tatort gezeigt werden, kommt bei einem der Opfer, einer 34-jährigen Frau aus Simbabwe, alles wieder hoch. Die junge Mutter weint, muss für ein paar Minuten den Gerichtssaal verlassen.

In dem Metallbett im niedersächsischen Salzhemmendorf schlief bis zu jener Nacht im vergangenen Sommer der elfjährige Sohn der Asylbewerberin. Damals warf ein Mann aus dem Ort einen selbst gebastelten Molotowcocktail in das Haus. Nur weil der Junge in dieser Nacht seine Matratze ins Zimmer der Mutter trug und dort schlief, wurde er nicht verletzt. Doch unter den seelischen Folgen des Brandanschlags leidet die ganze Familie noch heute.

Wegen des Brandanschlages müssen sich zwei junge Männer und eine Frau verantworten, ihnen wird versuchter gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Doch was sind das für Menschen, die so etwas tun? Und was ist das für eine Gegend, in der so etwas passiert?

Die 10 000-Einwohner-Gemeinde Salzhemmendorf bei Hameln ist ein eher beschaulicher Ort. Touristen besuchen ihn nur für einen Wellnesstag in der örtlichen Therme, sonst scheint in vielen Teilen des Ortes eher die Zeit stehen geblieben zu sein.

Es soll eine aktive rechtsextreme Szene in der Gegend geben, doch darüber wollen Zeugen im Gericht nur wenig erzählen. Ja, vor ein paar Jahren sei da was gewesen, sagt ein 23-Jähriger. Wie stark die Szene ist? Oder war? Das wisse er nicht, sagt er. Aber dann zählt er doch ein paar Namen auf. ««Sieg Heil», früher habe ich diese Scheiße auch mitgeschrien, das will ich gar nicht abstreiten», meint er.

Hakenkreuze schmieren, aber auch ganze normale Randale im Suff habe es gegeben. Was eben so geht, wenn der Pegel hoch ist und das Gehirn nur noch eingeschränkt tätig. Oder wie es der 25-jährige Angeklagte formuliert: «Unter Alkohol ist mir vieles egal. Es ist so, als ob ich meinen Kopf abschalten würde.»

Kernfrage in dem Prozess: Wussten die drei Angeklagten, dass Menschen in der Wohnung lebten, in der der Brandsatz landete? Und: Handelten sie aus ausländerfeindlichen Motiven? Oder war die Attacke unpolitisch, ausgelöst durch zu viel Bier und Weinbrand?

Nach Zahlen aus dem Bundesinnenministerium war der Anschlag in Salzhemmendorf eine von 1027 Straftaten gegen Asylunterkünfte, die es 2015 in Deutschland gab. Die Zahlen sind stark gestiegen: 2014 gab es 199 Straftaten, 2013 waren es 69. Und im vergangenen Jahr waren rechtsmotivierte Täter in fast 90 Prozent der Fälle nach Angaben des Ministeriums die Verursacher.

Als die drei in Salzhemmendorf an jenem Abend in einer Garage aus einer Weinbrandflasche, Holzspänen und Benzin einen Molotowcocktail bastelten, hörten sie jedenfalls Musik rechter Bands. Ausländerfeindliche Motive weisen alle dennoch von sich. In ihren Erklärungen, die die Verteidiger für sie verlesen, betonen alle, auch ausländische Freunde zu haben. Was war dann das Motiv? «Vielleicht ist es die Angst vor der Entwicklung, die zur Zeit stattfindet», sagt der 31-jährige Angeklagte in der Erklärung. Er gesteht, den Brandsatz geworfen zu haben. Und er bereut.

Die beiden anderen, die früher kurze Zeit ein Pärchen waren, soll er dazu angestachelt haben. So zumindest sehen es die zwei.

Als das Opfer von dem Anschlag berichtet, schauen die drei Angeklagten kaum auf. Ob sie schon vor der Tat angefeindet wurde, fragt der Richter die Frau. «Nein», sagt sie. Die Kinder hätten nur manchmal «Scheiß Schwarze» zu hören bekommen. Seit der Tat leidet die 34-Jährige unter Schlaflosigkeit, Herzrasen und Panikattacken. «Sie hat hier ihr zweites Trauma erlebt», sagt ihr Anwalt Sebastian Piontek. Auch ihre Kinder haben Angst und mögen nicht mehr draußen spielen, berichtet sie. «Besonders die ganz Kleine betet, Gott soll uns schützen gegen Feuer und böse Leute.»

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Mi, 2016-02-10 15:48
Concord (dpa)

Klare Siege für Politrebellen Trump und Sanders in New Hampshire

Im US-Bundesstaat New Hampshire schlug bei den US-Vorwahlen erneut die Stunde der Rebellen. Sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten fuhren Bewerber klare Siege ein, die mit dem Frust über das Establishment punkten.

Concord (dpa) - Im Rennen um das Weiße Haus haben die Politikrebellen bei den parteiinternen Vorwahlen wichtige Siege errungen. Bei den Demokraten fügte Partei-Linksaußen Bernie Sanders der etablierten Ex-Außenministerin Hillary Clinton eine krachende Niederlage zu. Bei den Republikanern konnte erstmals der New Yorker Immobilien-Milliardär und politische Seiteneinsteiger Donald Trump in New Hampshire eine Vorwahl gewinnen.

Beide siegten mit weitem Abstand. Trump kam nach vorläufigen Zahlen auf 35 Prozent der Stimmen und landete damit klar vor dem Zweitplatzierten Gouverneur von Ohio, John Kasich. Dritter wurde bei den Republikanern mit 16 Prozent der erzkonservative Senator von Texas, Ted Cruz (12 Prozent), der die erste Vorwahl in Iowa gewonnen hatte.

Nach zwei von mehr als 50 Vorwahlen gibt es damit weder bei den Republikanern noch bei den Demokraten einen klar Führenden. Trump könnte bei den nächsten Abstimmungen in South Carolina und Nevada davon profitieren, dass sich seine parteiinternen Gegenspieler im Kampf um Rang zwei gegenseitig neutralisieren.

Andererseits könnten sich die Wähler von aus dem Rennen aussteigenden Bewerbern auch hinter Trumps Rivalen formieren. Mehr Klarheit darüber dürfte erst nach dem 1. März herrschen, wenn am «Super-Tuesday» 14 Staaten abstimmen und ein Drittel der Delegierten für die Parteitage im Sommer vergeben werden. Am Wahlabend in New Hampshire deutete New Jerseys Gouverneur Chris Christie an, seine Bewerbung möglicherweise aufgeben zu wollen.

Bei den Demokraten bleibt Hillary Clinton trotz ihrer schmerzhaften Niederlage weiter die Favoritin auf die Nominierung. In den meisten der folgenden Bundesstaaten werden ihr Vorwahlsiege gegen Sanders vorhergesagt. Die Umfragen haben allerdings die jüngste Erfolgswelle des 74-Jährigen, der Clinton in Iowa nur hauchdünn unterlegen war, noch nicht berücksichtigt.

Kommentatoren warten mit Spannung auf eine Antwort auf die Frage, ob Sanders seinen Rückenwind aus Iowa und New Hampshire in bessere Werte auch in den Südstaaten ummünzen kann. Dort gelten die vielen Angehörigen von Minderheiten bisher eher als Clinton-Wähler. In New Hampshire holte Sanders 60 Prozent und hatte satte 22 Punkte Abstand auf Clinton (38 Prozent).

Trump feierte seinen ersten Wahlsieg überhaupt frenetisch. «Menschen von New Hampshire, vergesst das niemals: Mit Euch hat es angefangen!», rief er seinen Anhängern zu. Trump bekam mehr als doppelt so viele Stimmen wie der zweitplatzierte Republikaner John Kasich.

Hinter Trump, Kasich und Cruz lagen der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, und Floridas Senator Marco Rubio bei 11 Prozent gleichauf. Christie erhielt 7 Prozent. Abgeschlagen dahinter: die frühere Hewlett Packard-Chefin Carly Fiorina (4 Prozent) und der ehemalige Neurochirurg Ben Carson (2 Prozent).

Sanders rief: «Wir haben eine Botschaft gesandt, deren Echo von Washington bis zur Wall Street zu hören sein wird, von Maine bis nach Kalifornien. Und sie heißt: Die Regierung unseres Landes gehört allen Menschen, und nicht nur einer Handvoll Superreichen.»

Clinton zeigte sich nach ihrer Niederlage trotzig. «Wir werden jetzt für jede Stimme in jedem Staat kämpfen», sagte sie. «Ich werde härter als jeder andere dafür arbeiten, tatsächlichen Wandel herbeizuführen und Euer Leben besser zu machen», rief sie ihren Anhängern zu.

Die Wahlkämpfer konzentrieren sich nun auf die nächsten Vorwahlen in South Carolina (Republikaner) und Nevada (Demokraten) am 20. Februar: South Carolina ist der erste südliche Staat und der erste Bundesstaat mit einem starkem Anteil afro-amerikanischer Wähler. Parteitage im Sommer werden die Kandidaten letztlich nominieren, der Nachfolger Barack Obamas im Präsidentenamt wird am 8. November gewählt.

Mi, 2016-02-10 15:11
Detmold (dpa)

Auschwitz-Überlebende: Prozess gegen SS-Wachmann längst überfällig

Detmold (dpa) - Der Auschwitz-Prozess in Detmold gegen einen früheren SS-Wachmann ist aus Sicht von Überlebenden des Vernichtungslagers und ihren Nachfahren eine längst überfällige Korrektur jahrzehntelangen Justizversagens. Der heute 94-jährige Angeklagte war als junger Mann in Auschwitz im Einsatz. Von diesem Donnerstag an muss er sich wegen Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen vor dem Landgericht Detmold in Nordrhein-Westfalen verantworten.

Nebenkläger und ihre Anwälte berichteten am Mittwoch in Detmold bei einer Pressekonferenz, es sei für sie von besonderer Bedeutung, vor einem deutschen Gericht schildern zu können, was der Holocaust ihnen und ihren Familien angetan habe. «Dieser Prozess hätte schon vor 40, 50 Jahren stattfinden müssen. Aber auch jetzt ist es nicht zu spät, um darzustellen, was einmal war», sagte Justin Sonder (90), der als Jugendlicher das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager nur knapp überlebte.

Erstmals sei der arbeitsteilig organisierte Massenmord in Auschwitz in seinem ganzen Umfang angeklagt, sagte Nebenkläger-Anwalt Cornelius Nestler. «Wachmänner haben dafür gesorgt, dass die gesamte Vernichtungsfabrik Auschwitz gesichert wurde», sagte er. Die Beihilfe zum Mordsystem umfasse nicht nur das Bewachen der Deportationszüge, sondern auch das Aufrechterhalten unmenschlicher Zustände, von Hunger und das Ermöglichen von Massenerschießungen.

Mi, 2016-02-10 15:17
Paris (dpa)

Laurent Fabius: Politischer Überflieger mit wechselhafter Karriere

Paris (dpa) - Die Karriere von Laurent Fabius ist die eines politischen Überfliegers - auch wenn der Weg nach ganz oben ihm versperrt blieb. Als Chefdiplomat und einer der erfahrendsten Köpfe im Kabinett jonglierte er seit 2012 mit den großen weltpolitischen Krisen.

Der Sohn eines Pariser Antiquars, Absolvent der Elitehochschule Ena, galt in jungen Jahren als brillanter Frontmann der Reformsozialisten. Präsident François Mitterrand machte ihn mit gerade 37 Jahren zum Premierminister, Fabius profilierte sich dort mit einer Hinwendung zur Marktwirtschaft. In seine zwei Jahre als Regierungschef fallen aber auch zwei große Skandale: Die Affäre um HIV-kontaminierte Blutkonserven und der Anschlag des französischen Geheimdienstes auf ein Greenpeace-Schiff.

In Frankreich ist Fabius auch als «Mann des Neins» bekannt, weil er 2005 beim Referendum über die EU-Verfassung für deren Ablehnung kämpfte und so die Spaltung seiner Partei riskierte. In seiner jahrzehntelangen Karriere bekleidete er zahlreiche Schlüsselposten, im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2007 scheiterte er aber gegen Ségolène Royal.

Erst im Dezember konnte Fabius noch eine weltpolitische Sternstunde feiern: Der Erfolg der Pariser UN-Klimakonferenz wurde von vielen auch seinem Verhandlungsgeschick zugeschrieben. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nannte ihn anschließend einen «alten diplomatischen Fuchs».

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Mi, 2016-02-10 15:39
Brüssel (dpa)

Nato plant weitere Aufrüstung im Osten

Brüssel (dpa) - Die Nato will als Reaktion auf die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Die Verteidigungsminister der Bündnisstaaten beschlossen am Mittwoch in Brüssel, entsprechende Planungen voranzutreiben.

Mi, 2016-02-10 15:51
Brüssel (dpa)

Nato plant weitere Aufrüstung im Osten

Brüssel (dpa) - Die Nato will als Reaktion auf die Politik von Russlands Präsident Wladimir Putin zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Die Verteidigungsminister der Allianz beschlossen am Mittwoch in Brüssel, entsprechende Planungen voranzutreiben. Sie sollen bis zum nächsten Nato-Gipfel im Sommer in Warschau abgeschlossen sein.

Die zusätzliche Nato-Präsenz soll nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg über eine multinationale Truppe organisiert werden, über deren Stärke und Zusammensetzung noch entschieden werden muss. Der multinationale Ansatz solle deutlich machen, dass ein Angriff gegen einen Alliierten als Angriff gegen alle Alliierten gewertet werde.

Nach Angaben aus Bündniskreisen ist im Gespräch, pro Land bis zu etwa 1000 Bündnissoldaten zu stationieren. Als Standorte sind neben den baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen.

In diesen Ländern baut die Nato bereits seit dem vergangenen Jahr regionale Hauptquartiere in Estland, Lettland, Litauen sowie Polen, Bulgarien und Rumänien. Sie sind allerdings lediglich mit wenigen Dutzend Soldaten besetzt.

Mi, 2016-02-10 15:18
London (dpa)

BP: Energieverbrauch wird langfristig kräftig steigen

London (dpa) - Die Welt wird laut einer Studie des britischen Rohstoffriesen BP in 20 Jahren rund ein Drittel mehr Energie verbrauchen als heute. Man dürfe sich durch den derzeitigen Preisverfall beim Erdöl nicht beirren lassen, sagte Konzernchef Bob Dudley am Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse in London.

«Es ist nicht nur wichtig, sich an die gegenwärtig harten Bedingungen anzupassen, sondern sich auch auf die nächste Serie von Herausforderungen vorzubereiten», meinte Dudley. Auch in Zukunft würden fossile Brennstoffe den Löwenanteil zur globalen Energieversorgung beitragen, heißt es im «Energy Outlook 2035».

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Mi, 2016-02-10 15:58
Berlin (dpa)

De Maizière drückt bei Rückführung von Afghanen aufs Tempo

Vergangene Woche reiste Innenminister de Maizière nach Afghanistan. Das Ziel: die Rückführung afghanischer Flüchtlinge vorzubereiten. Nun macht er Tempo - und stößt damit auch auf Kritik.

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will noch im Februar einen Rückflug afghanischer Flüchtlinge in ihre Heimat auf den Weg bringen. Dazu bat der Innenminister seine Länderkollegen um Unterstützung, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief hervorgeht, den de Maizière an den Vorsitzenden der Innenministerkonferenz richtete, Saarlands Amtschef Klaus Bouillon (CDU). Positive Signale von seiner Afghanistanreise vergangene Woche müssten rasch in die Praxis umgesetzt werden. Die Länder sollten ausreisepflichtige afghanische Staatsangehörige nun rasch zur Rückführung anmelden. «Dies trägt zum raschen Abbau praktischer Vollzugshindernisse bei», so de Maizière.

Die Bundesregierung will die Zahl der Asylbewerber aus dem Land reduzieren und mehr Afghanen in ihre Heimat zurückschicken. Dem Ziel diente auch die Reise de Maizières in das Land. Im vergangenen Jahr hatten die Behörden in Deutschland mehr als 150 000 Afghanen als Asylbewerber registriert. 2014 hatten noch etwa 9700 Menschen aus Afghanistan einen Asylantrag gestellt.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte de Maizières Vorgehen als «unverantwortlich». «Nach seiner Reise unter extremen Sicherheitsvorkehrungen soll nun wohl ein Exempel statuiert werden», sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt der dpa. «Die Angst der Betroffenen ist hoch.» Die Lage in Afghanistan sei extrem unsicher. «Taliban bedrohen Abweichler auch in angeblich sicheren Gebieten.»

Mi, 2016-02-10 15:51
Premnitz (dpa)

Rätsel um verschwundenen Wald geklärt: Der Sohn war's!

Die Aufregung war groß: Plötzlich stand ein Waldstück in Brandenburg ohne Bäume da. Jetzt hat sich der Verantwortliche gemeldet - und alles zeigt sich plötzlich in einem anderen Licht.

Premnitz (dpa) - Zwei Tage lang rätselten Polizisten in Brandenburg: Wer stiehlt denn einen ganzen Kiefernwald? Jetzt kam heraus, dass hinter den 2000 im Havelland verschwundenen Bäumen gar kein Verbrechen steckt. Es war der Sohn der Waldbesitzerin. Und er hat es wohl nur gut gemeint. Der vermeintliche Diebstahl des fast kompletten Baumbestandes im Privatwald entpuppte sich somit als Missverständnis.

Den Auftrag für das Fällen der zwischen 100 und 130 Jahre alten Kiefern habe der Sohn der Besitzerin veranlasst, um ihr bei der Bewirtschaftung des Waldes zu helfen, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion West am Mittwoch. Ein Diebstahl liege damit nicht vor. Der Mann hatte seine Mutter offensichtlich nicht informiert.

Der Mann meldete sich nach dem Zeugenaufruf bei der Polizei. Er hatte nach eigenen Worten den Auftrag, die Bäume zu fällen und abzutransportieren gegeben, jedoch ohne Rücksprache mit seiner Mutter.

Wie das genau passieren konnte, will die Kriminalpolizei in Vernehmungen mit Mutter und Sohn noch herausfinden. «Die Strafanzeige wegen Diebstahls wurde von der Waldbesitzerin wieder zurückgenommen», sagte der Sprecher. Die Besitzerin hatte den Verlust der Bäume am Montag angezeigt. Nach Angaben der Frau waren die Kiefern Anfang Dezember noch da und jetzt verschwunden.

In Brandenburg gibt es 100 000 private Waldbesitzer. Insgesamt werden 1,1 Millionen Hektar Wald bewirtschaftet, 270 000 Hektar gehören dem Land. In dem Bundesland stehen insgesamt 808 Millionen Bäume, davon 71 Prozent Kiefern.

Mi, 2016-02-10 15:09
Damaskus (dpa)

Luftschläge nördlich von Aleppo gehen unvermindert weiter

Damaskus (dpa) - Die Luftschläge auf die syrischen Kampfgebiete nördlich von Aleppo halten trotz der Massenflucht von Zehntausenden unvermindert an. Wie Rebellen und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch berichteten, bombardiert die russische Luftwaffe weiterhin massiv Stellungen von Oppositionskämpfern. «Heute hatten wir mindestens 20 Luftangriffe auf (die Ortschaft) Tel Rifaat», erklärte ein lokaler Befehlshaber der Rebellen der Deutschen Presse-Agentur. Er machte russische Maschinen dafür verantwortlich. Die Region solle offensichtlich komplett zerstört werden.

Seit Anfang Februar rücken die Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad in der Schlüsselregion mit russischer Hilfe gegen Rebellen vor. Die massiven Bombardements Russlands zwangen Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei ihnen an der Grenze aber bislang die Einreise.

Mi, 2016-02-10 15:11
Berlin (dpa)

«Eine charismatische Art» - Deutschlands Wölfe unter Beobachtung Von Werner Herpell, dpa

Verehrt und verhasst - der Wolf polarisiert die Menschen, seit er um die Jahrtausendwende wieder in Deutschland auftauchte. Mit wissenschaftlicher Seriosität soll ein neues Beratungszentrum des Bundes nun zur Beruhigung beitragen. Doch einfach wird das nicht.

Berlin (dpa) - Die Wölfin von Goldenstedt hat es nun sogar bis in die Hauptstadt geschafft. Nach Berlin vorgedrungen ist zumindest der schlechte Ruf, den sich das einzelgängerische Tier in den niedersächsischen Landkreisen Vechta und Diepholz bei Schäfern und Anwohnern erworben hat. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, will mit dem «Problemwolf»-Beispiel veranschaulichen, dass Isegrims Rückkehr nach Deutschland bisweilen für kaum nachvollziehbare Hysterie sorge. «Der Wolf vor dem Waldkindergarten in Goldenstedt» sei wohl eine Sichtung aus großer Distanz gewesen - oder vielleicht auch nur ein sehr großer Hund.

Seit 15 Jahren ist der lange ausgerottete Canis lupus wieder in Deutschland heimisch. Rund 80 ausgewachsene Exemplare und eine unbekannte Zahl von Welpen streifen inzwischen - als vom Aussterben bedrohte Art streng vor Jägern geschützt - durch die östlichen Bundesländer und Niedersachsen. Der Streit über das Comeback wird mit Heftigkeit geführt: Faszination und Freude aufseiten der Wolfsfans, Abwehr und Angst bei Skeptikern, die das kraftvolle Raubtier nicht in einer überwiegend dicht besiedelten Industrie- und Kulturlandschaft sehen wollen. Wenn dann noch von potenziell gefährlichen Begegnungen die Rede ist, kochen die Gefühle schnell hoch.

Umweltministerin Barbara Hendricks gehört schon qua Amt eindeutig zur Gruppe der Wolfsfreunde. «Die Rückkehr ist ein großer Erfolg für uns Naturschützer», sagt die SPD-Politikerin am Mittwoch in Berlin bei der Präsentation ihrer Pläne für ein Beratungszentrums des Bundes. «Aber es ist eben auch eine große Herausforderung, weil wir das Nebeneinander von Mensch und Wolf erst wieder neu lernen müssen. Dass es dabei Konflikte gibt, ist natürlich klar.» Diese Streitigkeiten «vernünftig zu regeln und möglichst klein zu halten», sei künftig eine der Aufgaben der Koordinationsstelle mit Hauptsitz in der sächsischen «Wolfsregion» Görlitz.

Das Bundes-Zentrum soll wissenschaftlich dokumentieren, Daten sammeln, Populationsprognosen schreiben und vor allem die fürs Wolfs-Management zuständigen Behörden der Länder beraten. Denn dort - und nicht in Berlin - wird der teilweise ideologisch aufgeheizte Grundsatzstreit ausgetragen. «Je mehr man über den Wolf weiß, desto weniger Probleme gibt es», hofft die Bundesministerin. Hendricks und Jessel verweisen darauf, dass noch kein einziger Wolfsangriff auf einen Menschen bekannt wurde und dass Schadensausgleichszahlungen für betroffene Nutztierhalter 2014 bei insgesamt nur 54 000 Euro lagen. Eher sei der Mensch Isegrims Feind als umgekehrt, sagt die BfN-Chefin und fügt hinzu: «Nicht der Wolf ist das Problem, sondern unser Umgang mit ihm.» Wer beispielsweise ein Jungtier füttere, der dürfe sich später nicht über unerwünschte Nähe beklagen.

Canis lupus sei eben «eine charismatische Art, die Emotionen auslöst» - so drückt Volker Mosbrugger von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung seine Begeisterung wissenschaftlich-nüchtern aus. Der Deutsche Jagdverband äußert sich kritisch: Das neue Zentrum müsse «sich künftig auch stärker den konfliktträchtigen Themen widmen», etwa wie die «Entnahme verhaltensauffälliger Tiere» praktisch umgesetzt werden solle. «Im vergangenen Jahr kam es allein in Niedersachsen zu rund 70 dokumentierten Fällen, in denen Wölfe die Nähe des Menschen gesucht haben.»

Der Deutsche Bauernverband fordert: «Landnutzer und Weidetierhalter müssen hinsichtlich von Fragen der Prävention und Kompensation bundesweit Rechtssicherheit erhalten.» Den Skeptikern geht es um Fälle wie Tino Barth. Der Schäfermeister hat mit der Wölfin von Goldenstedt Erfahrungen gemacht und gut ein Dutzend Tiere verloren. «Beim nächsten Wolfsangriff geben wir die Schafszucht auf, denn dann sind wir pleite», sagte Barth Ende vorigen Jahres zu den Attacken.

Mi, 2016-02-10 15:48
Nürnberg (dpa)

Naturkost-Boom verstärkt Ruf nach mehr Förderung für Öko-Bauern

Volle Bio-Regale - das gelingt Naturkostläden, Supermärkten und Discountern derzeit nur mit Importen. Denn was an Bio-Lebensmitteln aus deutscher Erzeugung auf den Markt kommt, reicht schon lange nicht mehr. Der Ruf nach mehr staatlicher Hilfe wird immer lauter.

Nürnberg (dpa) - Der Boom bei Naturkost verstärkt den Ruf von Landwirten nach staatlichen Fördermitteln. Neben dem Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) forderten zum Auftakt der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg am Mittwoch auch mehrere Umweltverbände bessere Rahmenbedingungen für Bauern, die ihre Betriebe auf die Erzeugung höher dotierter Bio-Produkte umstellen wollen.

Nach Jahren der Stagnation zeigten erstmals wieder mehr konventionell wirtschaftende Bauern Interesse an einer Umstellung auf Bio-Produktion, berichtete BÖLW-Chef Felix Prinz zu Löwenstein am Rande der Biofach. Es sei schlimm, wenn ihre Umstellungspläne nun an unzureichenden staatlichen Fördermitteln scheiterten.

Nach Branchenangaben war 2015 der Umsatz mit Naturkost in Deutschland um 11 Prozent auf 8,62 Milliarden Euro gestiegen. Erstmals seit 2008 verzeichne der Markt damit wieder ein zweistelliges Wachstum. Stark gefragt gewesen seien bei den Verbrauchern im Vorjahr vor allem Bio-Eier sowie Mehl, Speiseöl und Milch aus ökologischer Erzeugung, ergab eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK.

Auch wenn Naturkostläden beim Geschäft mit Bio-Lebensmitteln immer noch eine große Rolle spielen - das Hauptgeschäft mit den Produkten machen nach einer repräsentativen Infas-Umfrage vor allem Supermärkte (86 Prozent) und Discounter (66 Prozent). 54 Prozent der Befragten nannten den Naturkostladen als Ort, in dem sie Bio-Lebensmittel einkaufen.

Die ökologisch bewirtschaftete Agrarfläche in Deutschland ist nach Angaben von BÖLW-Chef zu Löwenstein im Vorjahr zwar um 2,9 Prozent auf 1,077 Millionen Hektar gewachsen. «Das reicht aber nicht, um auf das starke Wachstum des Naturkost-Marktes aufzuschließen», unterstrich er. Notwendig seien neben einer gesicherten staatlichen Förderung auch mehr Mittel für die Forschung auf dem Gebiet des Ökolandbaus.

Auch Greenpeace befürchtet, dass die Bundesregierung unter den gegenwärtigen Bedingungen deutlich hinter ihrem selbst gesteckten Ziel zurückbleibt, bis 2020 rund 20 Prozent der Anbaufläche auf Ökolandbau umzustellen, heißt es in einer Mitteilung der Umweltorganisation. Derzeit liegt der Anteil der Öko-Agrarflächen bei 8 Prozent.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) betonte am Rande der Biofach zwar: «Mein Ziel ist, den Anteil der deutschen Bio-Produkte weiter zu steigern.» Bei der großen Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln werde der Markt aber nicht ohne Importe auskommen.

Die Bundesregierung ist der Auffassung, mit der jüngsten Anhebung der Umstellungsförderung um 20 Prozent einen ausreichend großen Beitrag zum Wachstum der Öko-Landwirtschaft zu leisten, wie Ministerialrat Clemens Neumann vom Bundeslandwirtschaftsministerium betonte. «Wir haben gute Rahmenbedingungen und die müssen nun weiter entwickelt werden», betonte er. Dazu gehöre auch die derzeit beratene EU-Verordnung für Bio-Lebensmittel. An den in Deutschland üblichen Kontrollen sollte dabei aber nicht gerüttelt werden.

Ähnlich stark wie bei der Naturkost wuchs 2015 die Nachfrage nach Naturkosmetik. Im Vorjahr setzten die Hersteller mit natürlich hergestellten Shampoos, Körpercremes und Parfüms zehn Prozent mehr um als 2014, teilten Marktforscher auf der Naturkosmetik-Messe Vivaness mit. Der Umsatz kletterte damit auf 1,1 Milliarden Euro. Inzwischen mache Naturkosmetik 8,3 Prozent vom gesamten deutschen Kosmetikmarkt aus, berichtete Expertin Elfriede Dambacher auf der parallel zur Biofach veranstalteten Messe Vivaness.

Kritische Töne schlug am Rande der Doppelmesse Auma Obama an. Die sozial engagierte Halbschwester von US-Präsident Barack warnte vor einem «Bio-Kolonialismus». Vielfach werde Afrika immer noch auf die Rolle des Rohstofflieferanten reduziert. Bei europäischen Herstellern von Bio-Produkten komme hinzu, dass diese den afrikanischen Lieferanten mit ihren teuren Zertifizierungsverfahren ihre Normen aufdrückten. Afrika müsse endlich als gleichwertiger Handelspartner akzeptiert werden.

Mi, 2016-02-10 15:24
Paris (dpa)

Patchwork im Élysée - Macht Hollande Frankreich zum Familienbetrieb? Von Gerd Roth, dpa

Fabius geht. Am Ausscheiden des 69 Jahre alten Außenministers interessiert in Frankreich vor allem: Wer folgt im wichtigsten Ministeramt? Eine alte Bekannte Hollandes gilt als Favoritin.

Paris (dpa) - Ein großer Wurf oder doch Klein-Klein? 15 Monate vor der Präsidentschaftswahl 2017 kann und muss Staatschef François Hollande noch einmal die französische Regierung umbilden. Mit dem Wechsel von Außenminister Laurent Fabius in den französischen Verfassungsrat wird der Kabinettsposten frei, der in den Regierungen weltweit als das wichtigste Ministeramt gesehen wird.

Das eiserne Schweigen um die französische Machtzentrale im Élyséepalast lässt bisher die Frage unbeantwortet, ob nur eine Nachfolgeregelung oder ein umfassendes Stühlerücken ansteht.

Auch in Paris geht es dabei nicht nur um viel Prestige. Frankreich steckt innenpolitisch zwar fest zwischen Wirtschaftsproblemen, Riesenverschuldung, Rekordarbeitslosigkeit und Reformstau. Global spielt das Land aber weiter in der ersten Reihe mit: Frankreich ist Veto-Macht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, beteiligt sich an zentralen Brandherden als Kriegsnation, kämpft im Irak und in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), zählt zu Machtfaktoren beim Ukraine-Konflikt oder den Atomverhandlungen mit dem Iran.

Der Chef im Quai d'Orsay spielt bei solchen Themen eine gewichtige Rolle. Oder Chefin? In Paris deutet vieles darauf hin, dass das Außenministerium bald in weiblichen Händen sein könnte.

Die bisherige Umweltministerin Ségolène Royal gilt als chancenreiche Anwärterin auf den Posten. Die ehrgeizige Politikerin war schon Ministerin unter den Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac sowie Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten. 2007 unterlag sie dabei dem späteren Staatschef Nicolas Sarkozy.

Ihre Rückkehr in die französische Regierung als Umweltministerin wurde im April 2014 von politischem Raunen begleitet. Royal ist nicht nur jahrzehntelange politische Gefährtin von Hollande. Die beiden haben auch lange Zeit Tisch und Bett geteilt. Zum Patchwork der Hollandeschen Familienpolitik gehören vier gemeinsame Kinder. Royal verkündete das Aus der Beziehung nach ihrem verlorenen Wahlkampf 2007.

Zu Royal gesellt sich ein illustrer Namensreigen: Der umweltbewegte Nicolas Hulot, Sonderbeauftragter Hollandes in Klimafragen, verkündete schon vor Tagen per Twitter, er stehe nicht zur Verfügung. Auch die Parteilinke und ehemalige Parteichefin Martine Aubry dementierte. Unklar ist jeweils, ob sie überhaupt gefragt wurden. Selbst Ex-Premierminister Jean-Marc Ayrault, von Hollande 2014 für Manuel Valls geschasst, wird im Spekulationskarussell genannt.

Auch eine umfassendere Umbildung könnte im Kabinett anstehen. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian braucht irgendwann eine Nachfolge. Er war bei den jüngsten Regionalwahlen für die Sozialisten in der Bretagne erfolgreich. Eigentlich hatte Hollande solcher in Frankreich lange üblichen Ämterhäufung den Kampf angesagt - doch nach den Terroranschlägen vom November machte man besondere Umstände geltend.

Für den politisch glücklosen Hollande ist es jetzt wohl die letzte Chance, mit einer Kabinettsumbildung nochmal neuen Schwung für das letzte Jahr der Amtszeit zu nehmen. Denn seine aktuellen Umfragewerte lassen eine mögliche erneute Präsidentschaftskandidatur im kommenden Jahr wenig aussichtsreich erscheinen.

Mi, 2016-02-10 15:28
 (dpa)

ELN-Chef bietet Waffenstillstand in Kolumbien an

Bogotá (dpa) - Der Chef der linksgerichteten ELN-Guerilla, Nicolás Rodríguez, hat der kolumbianischen Regierung einen Waffenstillstand angeboten, um Friedensverhandlungen zu erleichtern. Das teilte am Mittwoch der in dem Konflikt vermittelnde Erzbischof von Cali, Darío de Jesús Monsalve, mit.

Die Regierung von Staatspräsident Juan Manuel Santos führt bisher nur mit der größten Guerillagruppe Kolumbiens, den Farc («Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia») auf Kuba Friedensverhandlungen. Bis Ende März soll ein Friedensvertrag abgeschlossen werden.

Dies wäre ein Durchbruch, um den über 50 Jahre währenden Konflikt zu befrieden. Zugleich würde es den Druck auf die ELN erhöhen, dem Beispiel zu folgen. Die Farc haben noch geschätzt 8000 Kämpfer, die ELN («Nationale Befreiungsarmee») noch rund 2000.

Mi, 2016-02-10 15:32
München (dpa)

Seehofer rutscht aus Von Carsten Hoefer, dpa

Die rechte Szene in Deutschland fantasiert von einer «Diktatur» der Kanzlerin - und CSU-Chef Seehofer assistiert mit einer Äußerung zur «Herrschaft des Unrechts». Selbst in der eigenen Partei wird das für mindestens unglücklich gehalten.

München (dpa) - «Diktatur», «Scheindemokratie», «Bananenrepublik» - so oder ähnlich schäumen die Gegner von Kanzlerin Angela Merkels (CDU) Flüchtlingspolitik seit Monaten. Und nun scheint es, als ob sich CSU-Chef Horst Seehofer in seinem monatelangen Kampf mit Merkel um eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen den Jargon der rechten Szene zu eigen macht.

«Es ist eine Herrschaft des Unrechts», sagte er der «Passauer Neuen Presse» in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. Das klingt, als wolle Seehofer Deutschland mit einem autoritären Staat gleichsetzen. «Unrechtsstaat» ist ein christsoziales Lieblingswort für die einstige SED-Diktatur in der DDR.

Auch am Tag danach ist die Aufregung in Berlin groß - für die von eigenen Pannen geplagte SPD ist Seehofers Ausrutscher eine willkommene Ablenkung. Der CSU-Chef habe «jedes Maß verloren», erklärt SPD-Generalsekretärin Katarina Barley in Berlin - und nennt Seehofers Wortwahl «wirr» und in hohem Maße irritierend.

Auch in der CSU herrscht keineswegs Begeisterung über die «Herrschaft des Unrechts»: Die Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt nennt Seehofers Formulierung «nicht besonders glücklich».

Empört ist aber auch Seehofer selbst. Der CSU-Vorsitzende findet, dass das Unrecht ihm widerfährt: «Das ist abenteuerlich, was hier konstruiert wird (...)», schimpft er. «Das ist unzutreffend, falsch.» Soll heißen: Er wollte Merkels Kanzlerschaft nicht mit der DDR oder irgendeinem anderen autoritären Staat gleichsetzen. «Und was ich nicht sage, meine ich auch nicht», schnaubt Seehofer.

Der Ärger ist gewiss nicht gespielt. Schon am Vorabend hatte ein CSU-Sprecher betont, eine Gleichsetzung von Merkels Kanzlerschaft und SED-Regime sei nicht beabsichtigt. Gemeint war demnach, dass an der deutschen Grenze geltende Gesetze und EU-Abkommen nicht mehr angewendet werden, so dass jeder Flüchtling ohne gültige Papiere ins Land kommen kann. «Wir wollen einen Zustand des Rechts wiederherstellen», sagt CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. «Es muss klar sein, dass die Politik die Kraft hat, Recht und Gesetz wieder gelten zu lassen.»

Seehofers Formulierung zeigt jedoch etwas Anderes: Nach monatelanger Eskalation des Streits mit Merkel um die Grenzöffnung für Flüchtlinge gehen ihm die geeigneten Worte aus. Der CSU-Chef hat eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt, die immer schrillere Formulierungen geradezu zwingend erfordert.

Denn wiederholte der CSU-Chef jede Woche die immer gleiche Forderung, würde das ohnmächtig wirken - wie manche bedächtigen Köpfe in der CSU seit Monaten anmerken. So ist Seehofer quasi gezwungen, beständig schärfere Worte zu wählen, um den Druck auf Merkel zu erhöhen - ein Gefangener seiner eigenen Eskalationsstrategie.

Die Stimmung in der CSU ist inzwischen so aufgeheizt, dass Seehofer und seinem Stab bei der Autorisierung des Interviews möglicherweise gar nicht auffiel, was der CSU-Chef da eigentlich gesagt hatte.

Zur steten Eskalation gehört auch, dass Seehofer inzwischen Rücktrittsforderungen von CSU-Landräten gegen Merkel für «verständlich» erklärt hat. Und dazu zählt die angedrohte Verfassungsklage gegen die Bundesregierung, der die CSU ja bekanntermaßen selbst angehört.

Bei der letzten CSU-Vorstandssitzung Ende Januar fragte deshalb der frühere Verkehrsminister Peter Ramsauer, ob die CSU nach einer Verfassungsklage nicht ihre drei Minister aus dem Bundeskabinett abziehen müsse? Seehofer gab nach Teilnehmerangaben keine direkte Antwort - betonte aber später im Verlauf der Sitzung, dass die CSU die Koalition nicht verlassen wolle.

In CDU-Kreisen hieß es Mittwoch, Seehofer und seine Leute seien derart im Protestfieber, dass sie nun die Relation verlören. Die CDU müsse aber schweigen, vor allem die führenden Politiker, um es nicht zum Bruch von CDU und CSU kommen zu lassen. Die Hoffnung der CDU: Merkels Lage sei besser als noch vor ein paar Wochen, weil sich in Europa etwas bewege.

Offiziell aber sagt die Bundesregierung am Mittwoch gar nichts zum neuesten diplomatischen Zwischenfall. Sowohl Regierungssprecher Steffen Seibert, als auch die Sprecher des SPD-geführten Justizministeriums und aller drei CSU-geführten Ministerien betonen, sie hätten nicht die Absicht, die Äußerung zu kommentieren.

Mi, 2016-02-10 15:13
Wismar/Schwerin (dpa)

Brennstoffhersteller German Pellets stellt Insolvenzantrag

Nach der Absage der Gläubigerversammlung des Holzverarbeiters German Pellets hatten Anlegervertreter bereits die Insolvenz befürchtet. Nun ist der Antrag beim Amtsgericht Schwerin eingegangen. Tausende Anleger bangen um ihr Geld.

Wismar/Schwerin (dpa) - Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets hat einen Insolvenzantrag gestellt. Tausenden Geldgebern droht nun der Verlust ihrer Anlagen, Beschäftigte fürchten um ihre Arbeitsplätze.

Das Amtsgericht Schwerin teilte mit, am Mittwoch sei ein Antrag des Unternehmens eingegangen. «Über den Inhalt kann ich noch keine Auskünfte erteilen», sagte Direktorin Monika Köster-Flachsmeyer. Das Insolvenzgericht prüfe den Antrag. Die German Pellets GmbH selbst äußerte sich bislang nicht zu dem Schritt.

Anlegervertreter hatten mit einem Insolvenzantrag gerechnet, nachdem German Pellets eine für Mittwoch in Wismar anberaumte Gläubigerversammlung am Dienstag ohne Begründung abgesagt hatte. Auf der Versammlung sollte es formal um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro gehen, die zum 1. April hätte zurückgezahlt werden müssen. German Pellets hatte die Gläubiger um eine Laufzeitverlängerung von zwei Jahren bis zum 31. März 2018 gebeten. Außerdem sollte der Zinssatz von 7,25 auf 5,25 Prozent reduziert werden. Im Gegenzug sollten die Anleiheinhaber 50 Prozent der Gesellschaftsanteile an der German Pellets GmbH als Sicherheit erhalten. Anlegervertreter wie die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warnten vor den Vorschlägen.

Das Inkasso-Unternehmen Creditreform Mecklenburg-Vorpommern in Rostock berichtete, German Pellets habe seit Jahresende 2015 relativ plötzlich Rechnungen nicht mehr beglichen, etwa von Holzlieferanten. Ein Grund dafür sei nicht bekannt.

German Pellets ist über zwei weitere, ebenfalls mit 7,25 Prozent verzinste Anleihen mit weiteren 172 Millionen Euro bei Anlegern in der Schuld. Die Laufzeit dieser Anleihen endet aber erst 2018 beziehungsweise 2019. Die Anleihen von German Pellets verloren nach der Absage der Gläubigerversammlung weiter dramatisch und notierten am Mittwoch zwischen 0,2 und knapp 2 Prozent des Nennwerts.

Die Firma beschäftigt weltweit rund 600 Mitarbeiter, davon 150 in Wismar. Nach Angaben der IG Metall, die auch Arbeitnehmer in der Holzverarbeitung vertritt, existiert bei German Pellets kein Betriebsrat. Es könne damit weder Sozialplan noch Interessensausgleich geben, sagte Gewerkschaftssekretär Maik Schwaß. Er hofft, dass das Amtsgericht Schwerin kein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zulässt. Das würde bedeuten, dass die Geschäftsführung selbst befugt sei, unter Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten. «Wir haben schlechte Erfahrungen damit, wenn nicht die Köpfe ausgetauscht werden», sagte er. 

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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