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Kundschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs

Kundschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal nimmt sie Ampeln, Schlüssellöcher und andere lustige Lebensmittelkennzeichnungen unter die Lupe.

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Freitag, 16. August 2019

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Bis zu 100 Euro Strafe für Radweg-Parker, Linken-Chef will 1. Klasse im Nahverkehr abschaffen und viele Gretas

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern haben wir Greta Thunberg an dieser Stelle noch eine gute Reise Richtung Big Apple ge­wünscht. Heute schon müssen wir berichten: Der jungen Klimaaktivistin weht eine steife Brise entge­gen – und die hat rein gar nichts mit den Wetterbedingungen über dem Atlantik zu tun. Mehrere deut­sche Medien nutzten den Start des Segeltörns für eine Art Abrechnung mit der 16-Jährigen. „Greta Thunberg in der Klimafalle“ titelte Welt Online. Die taz rechnete vor, dass Gretas Überfahrt mindestens sechs klimaschädliche Transatlantik-Flüge auslöse (die Crew, die das Boot zurück nach Europa bringt, muss in die USA fliegen; Kapitän Boris Herrmann nimmt zurück nach Deutschland den Flieger). Und die SZ schrieb: „Die Begeisterung für Greta Thunberg erweist sich als Kehrseite des Populismus à la Trump oder AfD: Beides wurzelt im Misstrauen gegenüber etablierten Eliten. Allzu hoffnungsvoll braucht einen das Mädchen aus Schweden also nicht zu stimmen.“ 

ZDF-heute hat seine Videoreportage mit einem Dreiklang überschrieben: „Hoffnung, Heldin, Hassfigur“. Das erscheint treffend – es sind aber auch ganz schön viele große Begriffe für eine erst 16-Jährige.

Machen Sie sich übers Wochenende Ihr eigenes Bild. Wir sind am Montag mit frischen Themen zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Scheuers Verkehrskonzept: Bis zu 100 Euro Strafe für Radweg-Parker

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Mit einer Novelle der Straßenverkehrsordnung will CSU-Minister Andreas Scheuer den Ver­kehr sicherer und umweltfreundlicher machen – die taz berichtet. So soll das Parken auf Geh- und Radwegen sowie in zweiter Reihe künftig bis zu 100 Euro kosten. Zudem gilt beim Überholen von Fahr­rädern ein Mindestabstand von 1,50 Meter innerorts und 2 Metern außerorts. Mit einem neuen Verkehrszeichen soll zudem das Überholen von Zweirädern an gefährlichen Stellen verboten werden. Um die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer durch rechtsabbiegende LKWs zu verringern, müssen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen dabei künftig Schrittgeschwindigkeit fahren. Bundesweit eingeführt wird der in einigen Städten bereits getestete grüne Pfeil, der speziell Radfahrenden das Rechtsabbiegen bei Rot erlaubt. Für die Tagesschau sind das Schritte in die richtige Richtung – doch der Verkehrsminister macht Halt vor den schwierigen Grundsatzfragen: Deutschland bleibt Autoland.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Linken-Chef will 1. Klasse im Nahverkehr abschaffen

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Vollgestopfte Waggons und stehende Pendler: Viele Regionalzüge sind gnadenlos überfüllt. Linken-Chef Bernd Riexinger will ungenutzten Platz nun zugänglich machen – er fordert das Aus der 1. Klasse in Nahverkehrszügen. „In Bussen kommen wir schon heute problemlos ohne Klassen aus. Die 1. Kla­sse im Nahverkehr gehört abgeschafft“, sagte Riexinger in einem Interview. „Wir reden über Ver­kehrs­­wende und die Kosten für den notwendigen Ausbau des Nahverkehrs“, sagte Riexinger. „Aber wir leisten es uns, in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1. Klasse mit­zu­schleppen. Die sollten einfach für alle geöffnet werden, dann hätten wir auf einen Schlag mehr Ka­pa­zität – und zwar praktisch gratis.“ Die Deutsche Bahn hingegen sieht weiter Bedarf für eine 1. Kla­sse in Regionalzügen: Der Anteil sei zwar zurückgegangen, „allerdings wird dieses Angebot weiter­hin in vielen Regionen nachgefragt“, teilte ein Sprecher mit. Die Meldung hat ZDF-heute/dpa.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt erstes Nachrüstsystem für VW-Diesel

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Nach Volvo und Daimler können bald auch Dieselautos von Volkswagen mit zu hohen Schadstoffwer­ten nachgerüstet werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Betriebserlaubnis für Systeme des Herstellers Baumot veröffentlicht, wie Spiegel Online/dpa meldet. Diese umfassen Nachrüstsysteme für mehr als 60 Fahrzeugmodelle des VW-Konzerns, darunter Volkswagen, Audi, Skoda und Seat. Ziel ist es, Fahrverbote für Dieselautos der Abgasnorm Euro 5 zu vermeiden. Nach den Vorgaben des KBA dürfen die umgerüsteten Autos im Realbetrieb noch 270 Milligramm Stickoxid je Kilometer aussto­ßen. Deutsche Hersteller hatten sich nach langer Debatte auf Zuschüsse für Hard­ware-Nachrüstun­gen eingelassen. VW hatte wie Daimler zugesagt, seine Kunden in bestimmten Regionen mit bis zu 3.000 Euro zu unterstützen. Die Gesamtkosten werden auf bis zu 5.000 Euro geschätzt.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Warum „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg umstritten ist

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Das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ aus Bayern ist nun auch in Baden-Württemberg zulässig. Demnach müssten Bauern die Menge an Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren. Außer­dem soll es ein generelles Pestizid-Verbot in Schutzgebieten geben. Knapp 36.000 Menschen haben bereits einen sogenannten „Zulassungsantrag“ unter­schrieben. Allerdings: Viele Landwirte im Ländle laufen Sturm – vor allem solche, deren Flächen in Schutzgebie­ten liegen. Überra­schend treffen die Initiatoren auch in der Ökoszene auf Widerstand. „Ohne Pflan­zen­schutz gehen viele Kulturen in Baden-Württemberg nicht, auch die Öko-Kulturen nicht“, argu­men­tiert Öko-Bauer Martin Hahn, gleichzeitig agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Ein genereller Ausschluss von Pflanzenschutz­mitteln in Schutzgebieten und ein pauschales Zurückfahren seien kaum praktika­bel. Mineralische Herbizide auf natürlicher Basis müssten erlaubt bleiben. Mehr beim Deutschlandfunk.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Wer einen Fahrradhelm trägt, ist risikofreudiger

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Eine Helm­pflicht für Radfahrer gibt es in Deutschland bislang nicht. Das hat womöglich auch damit zu tun, dass Helme nicht nur positive Folgen haben. Forscher aus Deutschland und Kanada haben nun eine interessante Studie vorgestellt: Demnach könnte ein Fahrradhelm auf dem Kopf selbst dann nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln, wenn es gar nichts ums Radfahren geht. Die Wissenschaftler hatten Probanden am Computer ein Kartenglücksspiel spielen lassen, bei dem es galt, sich zwischen einer risikoreichen und einer risikoärmeren Variante zu entscheiden. Unter einem Vorwand trug die Hälfte der Probanden dabei einen Helm: Ihnen wurde gesagt, ein montierter Eyetracker messe ihre Augenbewegungen. Bei dem Vergleich zeigte sich, dass die Hirnak­ti­vität, die das Abwägen während Entscheidungsprozessen kennzeichnet, bei Helmträgern weitaus weniger ausgeprägt war als bei den Probanden ohne Helm. Hintergründe bei Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Viele Gretas

Vor einem Jahr begann Greta Thunberg ihren Schulstreik fürs Klima und löste damit eine weltweite Bewegung aus. „Fridays for Future“-Aktivisten gibt es mittlerweile in mehr als 100 Ländern.

Ihr Protest ist teilweise nicht ungefährlich. Klimareporter° stellt einige der internationalen Pioniere in Bildern vor.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.19 Klimaanpassung

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.19 Klimaanpassung

Seit dem Hitzesommer 2018 ist klar: Der Klimawandel ist da, und er ist überall. „Überleben in der Heißzeit“ ist ein Heft über die Frage: Gibt es ein richtiges Leben im falschen Klima? Jetzt lesen

Klimaanpassung – 5.19

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Kli­ma­an­pas­sung

Klimaanpassung

Der Klimawandel ist da. Wir müssen uns anpassen. Wie, das lesen Sie ab sofort im neuen Greenpeace Magazin.

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