Aktuell

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

Di, 2016-02-09 03:56
Donezk (dpa)

Für die Ostukraine liegt Frieden noch in weiter Ferne Von Friedemann Kohler, dpa

Europas schlimmster Konflikt droht in Vergessenheit zu geraten. Im Osten der Ukraine wird weiter gekämpft - und das ein Jahr nach dem Abkommen, das doch den Frieden bringen sollte.

Donezk (dpa) - Bei Tauwetter kämpft es sich schlecht. In tiefem Schlamm halten ukrainische Soldaten ihre Stellung am zerstörten Flughafen von Donezk. Sie haben sich auf dem sogenannten Ameisenhügel verschanzt, einem 15 Meter hohen Erdwall. Das warme Wetter der ersten Februartage macht einen Dreckhaufen daraus, Stiefel rutschen auf Eis und Matsch. Unten in den Bunkern regieren die Mäuse. «Wir schlafen in Sturmhauben, damit die Mäuse uns nicht beißen», sagt Nikolai, ein Freiwilliger aus Uschhorod in der Westukraine.

An diesem Morgen schieben eine Schulbibliothekarin, ein Möbelhändler, ein Musikstudent und ein Barmann Wache für die Ukraine. Sie spähen mit einem Periskop aus ihrer Deckung. 400 Meter entfernt jenseits der Landebahn haben sich die prorussischen Separatisten eingegraben.

An kaum einer Stelle im Kriegsgebiet Ostukraine stehen sich beide Seiten so dicht gegenüber. Am Flughafen wird viel geschossen, meist nachts - zur Abwehr, zur Provokation, vielleicht auch aus Angst. Dabei sollte offiziell Waffenruhe herrschen, es gelten die ein Jahr alten Minsker Vereinbarungen für eine Friedensregelung.

Der Barmann Nikolai kämpft seit einem halben Jahr gegen die von Russland unterstützten Separatisten. «Das ist unser Land», sagt er. «Wenn die Russen abziehen, dann räumen wir hier schnell auf.» Die Bibliothekarin Julia ist seit einem Jahr an der Front, ebenso der Musikstudent Wassili, Tarnname «Skripka» (Geige). Sie dienen im Freiwilligenbataillon «Karpatska Sitsch», das mittlerweile der 93. Brigade der ukrainischen Armee untersteht.

«Ich bin hier, weil ich möchte, dass die Ukraine enger an Europa rückt», sagt Taras, Deckname «Riks», Möbelhändler aus Dnipropetrowsk. Wie alle Kameraden auf dem Ameisenhügel hofft er auf den Befehl zum Angriff, auf einen Sieg über die Separatisten. «Entweder wir gehen das bis zum Ende, oder der Konflikt friert hier auf Jahrzehnte ein.»

Die Gefahr eines Dauerkonflikts ist groß. Und doch dürfte es besser sein, wenn der Befehl aus Kiew zum Generalangriff ausbleibt. Der Krieg währt fast zwei Jahre. Im Frühjahr 2014 erklärten Separatisten die Abspaltung des Ostens von der Ukraine, riefen die Volksrepubliken Donezk und Luhansk aus, bekamen verdeckt Waffen und Soldaten aus Russland. Seitdem sind 9000 Menschen getötet worden. Moskau hat immer militärisch nachgelegt, sowie die Ukrainer die Oberhand bekamen.

Die Minsker Vereinbarungen vom Februar 2015 haben das schlimmste Blutvergießen gestoppt. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande hatten damals vermittelt. Doch Frieden bringt das Abkommen nicht, weil die Gewalt nicht völlig aufhört.

Donezk, die Großstadt auf der anderen Seite der Front, Hauptstadt der sogenannten Volksrepublik, hat schwer gelitten durch den Krieg. Zur Fußball-EM 2012 hatte sich die Grubenstadt modernisiert, einen Hauch Leichtigkeit zugelegt. Nun sind frontnahe Außenbezirke zerstört. Im Zentrum herrscht Stillstand auf den Baustellen, Läden sind verrammelt, Geldautomaten abgeschaltet. Die Donbass-Arena, das hypermoderne Fußballstadion wie von einem anderen Stern, steht leer.

Wann Frieden kommt, kann auch Alexander Chodakowski nicht sagen, Sekretär des Sicherheitsrates der Volksrepublik Donezk. Doch er lässt durchblicken, dass darüber nicht in Donezk oder Kiew, sondern in Moskau entschieden wird. «Wir würden gern ganz zu Russland gehören, aber dafür muss der Wunsch zumindest gegenseitig sein.» Doch einen Anschluss wie bei der Halbinsel Krim plant der Kreml offenbar nicht, selbst wenn Moskau seit Herbst 2015 für Renten- und Gehaltszahlungen im Donbass sorgt. Die örtliche Wirtschaft hat weitgehend von der ukrainischen Griwna auf Rubel umgestellt.

Eine Rückkehr zur Ukraine zu alten Bedingungen schließt Chodakowski nach zwei Jahren bitterem Krieg aus. Als zweitschlechteste Variante sieht er einen eingefrorenen Konflikt. Derzeit zeige Moskau aber Anzeichen, so sagt er, Minsk zum Erfolg zu verhelfen und bestimmte Interessen der Ukraine zu berücksichtigen. Dem müssten die Separatisten als Verbündete Russlands folgen. Ein Sonderstatus für den Osten steht in den Minsker Vereinbarungen. Allerdings hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Probleme, dies durch sein Parlament zu bringen.

Di, 2016-02-09 04:00
Oruro (dpa)

Zweitgrößter See Boliviens ist ausgetrocknet

Oruro (dpa) - Der bisher zweitgrößte See Boliviens, der Lago Poopó, ist praktisch komplett ausgetrocknet. «Seit 30 Jahren gibt es einen Prozess der Austrocknung, die nun ihren Höhepunkt gefunden hat», sagt der Landeschef des Umweltnetzwerks «Red Latinoamericana Ambiental», Raúl Pérez Albrecht, der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt eine eindeutige Verbindung zum Klimawandel». So sei die Temperatur rund um den auf 3700 Meter Höhe gelegenen See im Südwesten Boliviens seit 1982 um 1,8 Grad gestiegen. Die Niederschlagsmengen hätten sich drastisch reduziert. Wegen des Wassermangels würden die Bauern der Region zudem über selbst gebaute Kanäle dem einzigen Fluss, der den See speist, dem Rio Desaguadero, große Mengen Wasser entziehen.

Nasa-Bilder aus dem Weltall zeigen, dass von der einst knapp 3000 Quadratkilometer großen Wasserfläche fast nichts mehr übrig ist. «Allerdings wurde der Prozess auch dadurch beschleunigt, dass der See immer schon eine sehr geringe Wassertiefe hatte», so Albrecht. Auf dem trockenen Grund des Sees liegen Dutzende Boote der Fischer, die ihre Arbeit und ihre Ernährungsgrundlage verloren haben.

Zudem gab es früher Tausende Flamingos im See. «Wenn wir Glück haben, können wir vielleicht noch ein Drittel des Lago Poopó retten», sagte Umweltexperte Albrecht. Dafür müsse es mehr regnen und der Rio Desaguadero mit mehr Wasser in den See einfließen. «Er ist der Schlüssel, um einen Teil des Sees zurückzugewinnen.» 

Di, 2016-02-09 03:55
Berlin (dpa)

Umweltschützer mahnen zu Fleischverzicht und fordern «Gülle-Euro»

Berlin (dpa) - Umweltschützer rufen die Verbraucher in Deutschland dazu auf, ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte zu drosseln. Dies nütze der Gesundheit und auch dem Klimaschutz, sagte die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch.

Der hohe Fleischkonsum und der dafür nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigten den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch weltweit. Die Bundesregierung müsse den Mut finden, das emotionale Thema anzupacken, forderte Dräger de Teran. Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten «Gülle-Euro».

In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch den Welt-Durchschnitt um das Doppelte. Er liegt bei 88,3 Kilogramm pro Jahr. Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos und Flugzeuge zusammen.

Die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale, forderte eine Abkehr von der Massentierhaltung: «Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.» Damit in Zukunft alle Menschen auf dem Planeten genug zu essen hätten, könnten die Menschen in reichen Ländern nicht so viel Fleisch essen wie im Moment. «Das gilt auch für Deutschland.»

Di, 2016-02-09 03:13
Washington (dpa)

Bloomberg erwägt US-Präsidentschaftskandidatur

Washington (dpa) - Der frühere New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg hat bestätigt, dass er sich eine Kandidatur im US-Präsidentschaftsrennen vorstellen kann. Er prüfe «alle Optionen», antwortete der 73-Jährige auf eine entsprechende Frage der «Financial Times». Das bisherige Niveau der Wahlkampfdebatten empfinde er als «Skandal und Beleidigung der Wähler», sagte Bloomberg der Zeitung. Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Falls er sich entscheiden sollte anzutreten, müsste Bloomberg demnach Anfang März damit beginnen, seinen Namen auf die Stimmzettel setzen zu lassen.

Bereits Ende Januar hatte die «New York Times» berichtet, Bloomberg erwäge eine Kandidatur. Damals hieß es, er ärgere sich über die Dominanz und populistischen Parolen von Donald Trump im republikanischen Feld und sei besorgt darüber, dass der selbsterklärte Sozialist Bernie Sanders auf der demokratischen Seite die favorisierte Ex-Außenministerin Hillary Clinton ausstechen könnte. Deshalb hoffe Bloomberg, als moderaterer Bewerber den Fuß in die Tür zu bekommen.

Bloomberg war einst Demokrat, dann wurde er Republikaner, seit 2007 ist er parteilos. Er hatte schon früher wiederholt an eine Kandidatur gedacht, war aber stets zur Überzeugung gelangt, dass er keine Siegesaussichten habe. Tatsächlich hat es bislang noch nie ein unabhängiger Bewerber ins Weiße Haus geschafft.

Di, 2016-02-09 03:50
Donezk (dpa)

Für die Ostukraine liegt Frieden noch in weiter Ferne Von Friedemann Kohler, dpa

Europas schlimmster Konflikt droht in Vergessenheit zu geraten. Im Osten der Ukraine wird weiter gekämpft - und das ein Jahr nach dem Abkommen, das doch den Frieden bringen sollte.

Donezk (dpa) - Bei Tauwetter kämpft es sich schlecht. In tiefem Schlamm halten ukrainische Soldaten ihre Stellung am zerstörten Flughafen von Donezk. Sie haben sich auf dem sogenannten Ameisenhügel verschanzt, einem 15 Meter hohen Erdwall. Das warme Wetter der ersten Februartage macht einen Dreckhaufen daraus, Stiefel rutschen auf Eis und Matsch. Unten in den Bunkern regieren die Mäuse. «Wir schlafen in Sturmhauben, damit die Mäuse uns nicht beißen», sagt Nikolai, ein Freiwilliger aus Uschhorod in der Westukraine. Die Viecher fressen, was ihnen vor die Zähne kommt. «Hier, selbst an meinem Funkgerät sind die Tasten angenagt.»

An diesem Morgen schieben eine Schulbibliothekarin, ein Möbelhändler, ein Musikstudent und ein Barmann Wache für die Ukraine. Sie spähen mit einem Periskop aus ihrer Deckung. 400 Meter entfernt jenseits der Landebahn haben sich die prorussischen Separatisten eingegraben. «Separy» sagen die Ukrainer abfällig. «Ukropy» schimpfen die Separatisten im Schützengraben der anderen.

An kaum einer Stelle im Kriegsgebiet Ostukraine stehen sich beide Seiten so dicht gegenüber, es ist Europas schlimmster Krisenherd. Nirgendwo wird so viel geschossen wie an diesem Flughafen, meist nachts - zur Abwehr, zur Provokation, vielleicht auch aus Angst. Die Freiwilligen hieven schwere Kisten mit Munition über eine steile Treppe nach oben. Dabei herrscht offiziell Waffenruhe, es gelten die ein Jahr alten Minsker Vereinbarungen für eine Friedensregelung.

Aus dem nahen Dorf Pisky sind auch tagsüber Maschinengewehrsalven zu hören. Es ist unklar, wer schießt. Pisky war einmal ein Nobelvorort der Millionenstadt Donezk mit reichen Villen. Nun rüttelt der Wind an geborstenen Blechdächern, ein gespenstischer Klang.

Der Barmann Nikolai kämpft seit einem halben Jahr gegen die von Russland unterstützten Separatisten. «Das ist unser Land», sagt er. «Wenn die Russen abziehen, dann räumen wir hier schnell auf.» Die Bibliothekarin Julia ist seit einem Jahr an der Front, ebenso der Musikstudent Wassili, Tarnname «Skripka» (Geige). Sie gehören zum Freiwilligenbataillon «Karpatska Sitsch», benannt nach den Karpaten im Westen des Landes. Mittlerweile untersteht das Bataillon der 93. Brigade der ukrainischen Armee. Deren reguläre Einheiten mit schweren Waffen liegen weit hinter der Front.

«Ich bin hier, weil ich möchte, dass die Ukraine enger an Europa rückt», sagt Taras, Deckname «Riks», Möbelhändler aus Dnipropetrowsk. Wie seine Kameraden auf dem Ameisenhügel hofft er auf den Befehl zum Angriff, auf einen Sieg über die Separatisten. «Entweder wir gehen das bis zum Ende, oder der Konflikt friert hier auf Jahrzehnte ein.»

Die Gefahr eines Dauerkonflikts ist groß. Und doch dürfte es besser sein, wenn der Befehl aus Kiew zum Generalangriff ausbleibt. Der Krieg währt fast zwei Jahre. Im Frühjahr 2014 erklärten Separatisten die Abspaltung des Ostens von der Ukraine, riefen die Volksrepubliken Donezk und Luhansk aus, bekamen verdeckt Waffen und Soldaten aus Russland. Seitdem sind 9000 Menschen getötet worden. Moskau hat immer militärisch nachgelegt, sowie die Ukrainer die Oberhand bekamen.

Die Minsker Vereinbarungen vom Februar 2015 haben das schlimmste Blutvergießen gestoppt. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande hatten damals vermittelt. Doch Frieden bringt das Abkommen nicht, weil die Gewalt nicht völlig aufhört.

DER PARK DER KINDER: Auf der anderen Seite, im Zentrum der rauen Bergarbeiterstadt Donezk, lassen Eltern ihre Kinder gern im Skulpturenpark spielen. Die Kleinen freuen sich über geschmiedete Märchenfiguren. Ein Mann, ein Vater von Anfang 40, sieht zu, wie sein kleiner Nikita (2) auf eine Spiellokomotive klettert.

Kurz zuvor gab es noch Artilleriefeuer am Stadtrand. Doch mit zwei Jahren Kriegserfahrung im Ohr haben die Donezker gleich gehört, dass die Schüsse nicht ihnen galten. Wie erklärt man einem Kind diesen Donner? «Du belügst das Kind und sagst, das ist ein Gewitter», erzählt Nikitas Vater. «Und erst den älteren Kindern, die mehr verstehen, sagt man die Wahrheit.»

Seinen Namen oder Beruf («Staatsangestellter») will der misstrauische Mann wie viele andere in Donezk nicht nennen. In der sogenannten Volksrepublik herrscht Kriegsrecht. Anfang Februar hat die örtliche Staatssicherheit mehrere Mitarbeiter der Donezker Hilfsorganisation «Verantwortliche Bürger» ausgewiesen wegen Kontakten zu ausländischen NGOs und Medien. Der Vorwurf der Spionage steht im Raum.

Der Vater muss am helllichten Tag selbst die Runde mit Nikita drehen. «Wir haben Angst, ihn in den Kindergarten zu geben.» Denn er ist überzeugt, dass die Ukrainer nicht auf Soldaten, sondern auf die Infrastruktur zielen - auf Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Heizwerke. «Die Ukraine schießt auf ihre Kinder», sagt er und folgert: «Unsere einzige Hoffnung ist Russland.»

DIE DICHTERIN: Der Verfall von Donezk, der einst fünftgrößten Stadt der Ukraine, ist bitter. Zur Fußballeuropameisterschaft 2012 hatte sich die Grubenstadt modernisiert und einen Hauch Leichtigkeit zugelegt. Nun sind nicht nur die frontnahen Außenbezirke zerstört; im Zentrum herrscht Stillstand auf den Baustellen, Läden sind mit Brettern verrammelt, Geldautomaten abgeschaltet. Die Donbass-Arena, das hypermoderne Fußballstadion wie von einem anderen Stern, steht leer. Im Fanshop des Klubs Schachtjor bekommen verarmte Bürger humanitäre Hilfe, gestiftet vom örtlichen Oligarchen Rinat Achmetow.

Den Niedergang ihrer Heimat spürt auch die Dichterin Anna Rewjakina. «Meine Stadt. Sei. Bitte. Vorsichtig», schreibt sie in ihrer poetischen «Chronik der Stadt Do», die bereits zwei Bände hat. Rewjakina ist ein eher kapriziöses Wesen, 32 Jahre alt und schon Vize-Dekanin der Erziehungsfakultät an der Universität von Donezk.

Die Stadt sei nie ein kulturelles oder literarisches Zentrum gewesen, sagt sie. Doch Donezk ist ihre Quelle der Inspiration. «In einer anderen Stadt, Berlin oder Moskau, könnte ich nicht so schreiben.» In ihrer Wahrnehmung hat der Krieg ausgelöscht, was vorher war. In der Gefahr seien die Menschen enger zusammengerückt, sagt sie. «Man spürte den Atem des Todes.»

Als eine von wenigen in Donezk spricht Rewjakina tatsächlich von der Republik, doch zu ernst will sie das nicht nehmen: «Meine Liebe zu Donezk ist tiefer als die zu irgendeinem staatlichen Gebilde, das sich über Donezk erhebt.» Trotzdem bereitet ihr die isolierte Volksrepublik Probleme. Die Diplome ihrer Studenten werden nirgends anerkannt, nur Russland will sie akzeptieren. Ärger droht auch mit den Ausweispapieren: «Bald läuft mein ukrainischer Pass ab und mein Schengen-Visum, dann kann ich nur noch ins nächste Dorf fahren.»

DER SEPARATISTENFÜHRER: Wann Frieden kommt, kann auch Alexander Chodakowski nicht sagen, Sekretär des Sicherheitsrates der Volksrepublik. Wer ihn in seinem Büro am Lenin-Platz besucht, ahnt, dass darüber nicht in Donezk, Kiew oder am Verhandlungstisch in Minsk entschieden wird.

An der Wand hängt ein schlechtes Ölgemälde der Basilius-Kathedrale in Moskau. «Ein Geschenk», sagt Chodakowski - offenbar von einem Geber, den man nicht brüskieren darf. Daneben: Ein 2016er Kalender der Eingreiftruppe Alfa des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Früher hat Chodakowski das ukrainische Gegenstück zur Alfa kommandiert, dann schloss er sich dem Aufstand gegen die Ukraine an.

Er geht mögliche Entwicklungen durch. «Wir würden gern ganz zu Russland gehören, aber dafür muss der Wunsch zumindest gegenseitig sein.» Doch einen Anschluss wie bei der Halbinsel Krim plant der Kreml offenbar nicht, selbst wenn Moskau seit Herbst 2015 für Renten- und Gehaltszahlungen im Donbass sorgt. Die örtliche Wirtschaft hat weitgehend von der ukrainischen Griwna auf Rubel umgestellt.

Eine Rückkehr zur Ukraine zu alten Bedingungen schließt Chodakowski nach zwei Jahren bitterem Krieg aus. Als zweitschlechteste Variante sieht er einen eingefrorenen Konflikt. Derzeit zeige Moskau aber Anzeichen - so setzt er gewunden an - dem Minsk-Format zum Erfolg zu verhelfen und bestimmte Interessen der Ukraine zu berücksichtigen. Dem müssten die Separatistengebiete als Verbündete Russlands folgen.

Im Klartext: Verbleib bei der Ukraine mit einem Sonderstatus. Das steht so in den Minsker Vereinbarungen. Allerdings hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Probleme, dies durch sein Parlament zu bringen. Ein kleines Extra erhofft sich Chodakowski: «Die Territorien könnten sich zu einer Freihandelszone entwickeln.»

DAS ZERSTÖRTE DORF: Opytne heißt das letzte ukrainisch kontrollierte Dorf vor dem Donezker Flughafen. Am Horizont sieht man die Ruine des zerstörten Terminals, einer Hölle aus zerbombtem Stahl und Beton. «Poroschenko hat doch etwas unterschrieben, trotzdem wird noch jeden Tag geschossen», ereifert sich eine alte Frau.

Alle Häuser im Dorf sind kaputt. Dächer, Wände, Fenster, Türen - zerschossen. Es gibt keinen Strom, kein Gas, kein Wasser. Trotzdem harren einige Dutzend Bewohner in den Trümmern aus. «Wohin soll ich denn gehen?», fragt eine alte Frau namens Raissa. Und sie stimmt eine fast biblische Klage an: Wie sie beschossen wurde, als sie die Kuh melken wollte; wie ihre Hütte getroffen und ihr Mann verletzt wurde. «Und ich blieb allein zurück, um das Haus zu reparieren.»

Manchmal bringt eine Sondereinheit der ukrainischen Armee Hilfsgüter ins Dorf, gespendet unter anderem von der Diakonie in Deutschland. Es ist eine der wenigen Aktionen der Ukraine, die geplagte Bevölkerung des Donbass für sich zu gewinnen.

Im vordersten Gefechtsstand schiebt ein junger Ukrainer Wache, wobei Gefechtsstand ein großes Wort ist für das Sammelsurium aus Kisten, Sandsäcken und Segeltuch. Der 20 Jahre alte Schlosser kommt aus Pawlohrad im Westen des Donbass. Bevor er zwangsweise einberufen wurde, hat er sich lieber für drei Jahre zur Armee verpflichtet. Was sagt seine Familie dazu? «Natürlich habe ich gelogen, dass ich in der Kaserne sein werde, dass ich nirgendwohin gehe.»

Zu den Feinden auf der anderen Seite sagt er: «Es gibt aggressive Leute, es gibt normale.» Und dann erzählt er, wie er im Internet auf einen Freiwilligen der Separatisten gestoßen ist. Der Mann aus Makijiwka saß im Schützengraben gegenüber. «Der hieß genauso wie ich.» Die zwei telefonierten miteinander, wobei sie «die Arbeit» - den Krieg - ausklammerten. «Vor kurzem hat er eine Tochter bekommen.»

Di, 2016-02-09 03:30
Kilis (dpa)

Wachsende Unruhe in Aleppo - Anwohner rüsten sich gegen Belagerung Von Shabtai Gold, dpa

Die Lage in Aleppo spitzt sich zu. Tausende Menschen flüchten vor den anrückenden syrischen Truppen. Andere bleiben im umkämpften Gebiet zurück. Ihre Sorge vor einer Belagerung wächst.

Kilis (dpa) - Die Menschen in Aleppo machen sich auf das Schlimmste gefasst. Mithilfe russischer Luftschläge ist Syriens Armee nahe an die Großstadt vorgerückt. Die Angriffe lösten eine regelrechte Massenflucht aus. Doch Zehntausende Syrer harren noch immer in der teilweise von Rebellen beherrschten Stadt aus. Sie können oder wollen Aleppo nicht verlassen. Doch die Unruhe vor den herannahenden Regierungstruppen wächst. «Die Menschen befürchten immer stärker eine Belagerung», sagt Ismail Abd Rahman, ein Anwohner Aleppos.

Denn die Armee von Machthaber Baschar al-Assad will die von Rebellen beherrschten Teile der Stadt von der Außenwelt abschneiden - sie blockiert bereits die wichtigste Nachschubroute der Aufständischen zur türkischen Grenze.

Aus Sorge decken sich die in Aleppo zurückgebliebenen Menschen mit Grundnahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs ein. Vorräte an Reis, Mehl und Benzin sind bereits knapp geworden. «Aber selbst wenn wir verhungern, einige von uns müssen bleiben», sagt Abd Rahman. «Wenn alle flüchten, ist keiner mehr da, um unsere Stadt zu verteidigen.»

Täglich werden in Aleppo Häuser, Märkte, Straßen und Krankenhäuser bombardiert, wie der Syrer erzählt. Viele Familien schickten Frauen und Kinder deshalb in Richtung türkischer Grenze, die für die Schutzsuchenden jedoch geschlossen bleibt. Zurück blieben junge syrische Männer. In der Stadt, in der es seit Monaten keine regelmäßige Stromzufuhr gibt und an Trinkwasser mangelt, bewachen sie ihre Häuser.

«Tag für Tag wird alles schlimmer», klagt Yasir Darwish, ein Arzt aus Aleppo. Er befürchtet, dass sich die Kämpfe in den kommenden Tagen verschärfen werden. Auch Mediziner bereiten sich auf eine mögliche Belagerung der Stadt vor. Sie sammeln Medikamente, Verbände und Betäubungsmittel. «Wir befürchten, dass sich Krankheiten ausbreiten könnten», sagt Darwish. Als Folge des fehlenden Trinkwassers drohten vor allem Ausbrüche von Cholera und Tuberkulose.

Es mangelt auch an Mitteln zur Versorgung Verwundeter. Viele Menschen wurden durch Bomben oder Granaten verletzt. «Es gibt viele Wunden an den Augen oder am Kopf. Wir mussten Gliedmaßen amputieren», sagt der Arzt Abu al-Es von der syrisch-amerikanischen Medical Society, der gerade erst aus Aleppo zurück in der Türkei angekommen ist.

Der Mediziner erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland. «Diejenigen, die bei den russischen Luftschlägen verletzt wurden, sind zu 70 Prozent Zivilisten, vor allem Frauen, Kinder und Senioren», sagt er. Russische Kampfjets würden bei Angriffen «Dörfer komplett zerstören» und auch international geächtete Streubomben einsetzen, sagt Abu al-Es.

Die Rebellen befürchten, Moskaus Luftangriffen nicht mehr lange standhalten zu können. «Wenn Russlands Luftschläge nicht aufhören, kommt die komplette Belagerung, daran haben wir keinen Zweifel», sagt ein vor Aleppo kämpfender Aufständischer am Telefon.

Die Rebellen sind sowohl von den Regierungstruppen als auch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) umzingelt. Zudem hat die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger von Al-Kaida, in den vergangenen Wochen Hunderte - wenn nicht Tausende - schwerbewaffnete Kämpfer von der Nachbarprovinz Idlib nach Aleppo verlegt.

Schätzungen zufolge würden die von Rebellen beherrschten Teile Aleppos in maximal ein bis zwei Wochen komplett eingekreist sein, heißt es. «Unsere Hoffnung schwindet», sagt Abd Rahman. Die Moral der Aufständischen stehe vor dem Zusammenbruch. «Wenn das Regime Aleppo einnimmt, droht alles zusammenzubrechen», sagt er. «Dann wäre alles verloren.»

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

- 60 %

PRODUKT
der Woche

Kalender 2016 Seltene Haustierrassen

29,50 €
12,00 €

Es ist mal wieder so weit: neues Jahr, neuer Kalender – mit 27 zauberhaften Porträts seltener, bedrohter Haustierrassen wie Poitou-Esel, Vorwerkhuhn, Burenziege, Angler Sattelschwein, Schleswiger Kaltblut und vielen anderen.

Jetzt bestellen
Di, 2016-02-09 03:30
Brüssel (dpa)

«Kriegszone» Brüssel? Eine Stadt kämpft gegen das Terror-Image Von Gioia Forster, dpa

Belgiens Hauptstadt Brüssel will nicht länger als Terror-Hochburg gelten. Denn die Touristen bleiben weg. Stadt und Bürger versuchen mit aller Kraft, den ramponierten Ruf wieder aufzupolieren.

Brüssel (dpa) - Eine große Art-Déco-Kirche ragt über den Platz, auf dem Bert De Bisschop steht. Gegenüber liegen eine Apotheke mit arabischem Schriftzug, ein asiatisches Restaurant, eine marokkanische Teestube. Muslimische Frauen mit Kinderwagen trotzen der Winterkälte, eine Gruppe blonder Teenager kichert an der Straßenecke. «Guck, wie vielfältig es hier ist», sagt der Touristenführer. «Der Unterschied zwischen dem, was Menschen über diesen Bezirk lesen, und was sie hier tatsächlich sehen, ist riesig.» Er will dafür sorgen, dass das Bild von Molenbeek zurechtgerückt wird. Denn seit dem 13. November steht die Brüsseler Stadtgemeinde vor allem für eins: Terrorismus.

Nach den Pariser Attentaten, bei denen Killerkommandos 130 Menschen umbrachten, führte eine Spur nach Molenbeek. In dem Bezirk der belgischen Hauptstadt lebten einige der Extremisten, die mit den Anschlägen in Verbindung gebracht wurden.

Es folgten Durchsuchungen, Festnahmen, weitere Razzien. Molenbeek, wo hauptsächlich Menschen mit Migrationshintergrund leben, wurde in den Medien als «Islamisten-Hochburg» hingestellt. Ende November 2015 wurde in Brüssel wegen akuter Terrorgefahr die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen. Fünf Tage lang kam das öffentliche Leben zum Erliegen. Und zum Jahreswechsel sagte die Stadt das traditionelle Silvesterfeuerwerk ab - wegen erneuter Terrordrohungen.

«Seit Wochen stellen internationale Medien Brüssel als Kriegszone dar, die Touristen vermeiden sollten», schreibt die Tourismusbehörde «Visit.Brussels». Bilder von Panzern auf den Straßen und bewaffneten Soldaten vor U-Bahn-Eingängen gingen um die Welt. Diese Fotos hätten ein verzerrtes Bild einer belagerten oder abgeriegelten Stadt dargestellt, klagt Bürgermeister Yvan Mayeur. Die Zahl der Touristen in Brüssel sei daraufhin im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gesunken.

Das Image-Problem trifft die Tourismusbranche besonders hart. Der Brüsseler Hotelverband (BHA) schätzt den Verlust für seine Mitglieder, die insgesamt 15 000 Zimmer in Brüssel und Umgebung anbieten, auf insgesamt 25 Millionen Euro im November und Dezember.

«Noch nie gab es solch einen Rückgang der Auslastung in so einem kurzen Zeitraum», sagt BHA-Präsidentin Sophie Blondel. Insgesamt hätten die Pariser Anschläge und die darauffolgenden Terrordrohungen in Brüssel der belgischen Wirtschaft in einer Woche rund 145 Millionen Euro gekostet, rechnet der Verband Belgischer Unternehmen vor. Das seien 0,04 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts.

Einige Touristen lassen sich von den Terrorwarnungen nicht beirren. «Wir wollten unsere Pläne nicht ändern», sagt die Kanadierin Janine, die mit ihrer Tochter die Grand-Place im Herzen der Stadt besichtigt. Doch gezögert habe die 54-Jährige vor der Reise schon. «Wir haben die Bilder der Panzer auf den Straßen gesehen.» Ein Paar aus den Niederlanden sagt, es habe zwar nicht daran gedacht, die Städtereise abzusagen. «Aber wir haben nicht vor, uns Molenbeek anzugucken», sagen sie, nervös lachend.

Gerade diesen berüchtigten Bezirk will Bert De Bisschop Touristen aber zeigen. «Mit den Führungen wollen wir wieder etwas Nuance in die Debatte um Molenbeek reinbringen», sagt der 42-Jährige, während er sich eine Zigarette rollt. Etwa 100 Menschen meldeten sich für die erste Führung durch Molenbeek an, die das Unternehmen Brukselbinnenstebuiten - «Brüssel auf den Kopf gestellt» auf Niederländisch - nach den Pariser Anschlägen kostenlos anbot. De Bisschop weiß, warum die meisten Menschen neugierig sind. Ihm wurde etwa die Frage gestellt, wo denn der flüchtige Salah Abdeslam, der mutmaßlich an den Pariser Attentaten beteiligt war, wohnte.

«Wir wollen diese Neugierde aber nutzen, um den Besuchern zu zeigen, dass Molenbeek ganz anders ist, als was sie in den Nachrichten lesen», sagt der 42-Jährige. Die Führungen von Brukselbinnenstebuiten sind seiner Meinung nach keine Stadtbesichtigungen, sondern Bildungstouren. Er läuft an Sozialwohnungen, kommunalen Gärten und einem Kulturzentrum vorbei. Er zeigt einen neuen Spielplatz, der von der Gemeinde auf einem Gelände der Stadt errichtet wurde, das nach dem Bau der U-Bahn leer stand. Viel sei in den letzten Jahren in Molenbeek investiert worden, sagt er. Doch viel müsse noch getan werden.

Auch die Stadt versucht, nach den Terrordrohungen der letzten Monate ihr Image aufzupolieren. Wie zeigt man der Welt, dass Brüssel keine Kriegszone ist? Mit der Kampagne #CallBrussels sollten Bürger selber von ihrer Heimatstadt erzählen. Fünf Tage lang konnten Menschen aus aller Welt über eine Webseite drei eigens für die Kampagne aufgestellte Telefonzellen anrufen. 12 688 Anrufe gingen «Visit.Brussels» zufolge aus 154 Ländern ein.

«Ich habe im Internet gelesen, dass es gefährlich ist, Ihre Stadt zu besuchen», sagt ein Anrufer in dem Kampagnen-Video. Sein Gesprächspartner am Brüsseler Place Flagey versichert ihm: «Eigentlich sind es die Medien, die einen riesen Wirbel gemacht haben, aber hier passiert nichts.» Ein Bürger Molenbeeks sagt seinem Anrufer, «hör nicht auf CNN oder BBC oder auf irgendwas anderes - ganz ehrlich, dies ist eine toller Bezirk!». Das Video wurde auf Facebook mehr als 2,3 Millionen Mal angeschaut.

Langsam erholt sich die Stadt von dem Fluch der Terrordrohungen. Noch immer patrouillieren Soldaten an Bahnhöfen und in den Gassen der Altstadt; Militär-Trucks düsen durch die Straßen. Der Hotelverband von Brüssel befürchtet, dass einige Hotels noch monatelang die Nachwirkungen des «Lockdowns» spüren werden. Doch de Bisschop ist überzeugt: «Noch drei, vier Monate, dann ist der ganze Trubel vorbei.»

Di, 2016-02-09 03:00
Washington (dpa)

Bernie Sanders: ein Sozialist? Von Martin Bialecki, dpa

«Sozialist» - ein aufgeladener Begriff. In den USA wird er als rhetorische Waffe benutzt, erst recht im Wahlkampf. Ist der Kandidat Sanders ein Sozialist? Oder ein Sozialdemokrat? Eine Begriffsklärung.

Washington (dpa) - Monatelang waren sich alle einig: In den USA hat jemand, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, keine Chance für Mehrheiten. Lange wurde Senator Bernie Sanders, für die Demokraten im Präsidentschaftsrennen um das Weiße Haus, belächelt oder beschimpft. Das ändert sich. Dennoch mutet die um ihn kreisende Sozialismus-Diskussion aus deutscher Perspektive eigenartig und fremd an. Denn Sanders will eine Politik, die in weiten Teilen des heutigen Europa schlicht Status Quo ist: ein robustes Aufgebot öffentlicher Güter. Ist Wohlfahrtsstaat gleich Sozialismus?

Sanders sagt: «Ich möchte in diesem Wahlkampf den Amerikanern etwas nahebringen, was viele nicht wissen. In vielen Ländern rund um die Welt sind die Vorteile und Rechte arbeitender Menschen viel, viel stärker als in den USA.» Und: «Wir brauchen eine Regierung, die für die vielen arbeitet, nicht eine für die wenigen.»

Darum geht es ihm: ein Gesundheits- und Bildungssystem für alle, Arbeiterrechte, progressive Steuermodelle, Kinderbetreuung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz, kostenlose Hochschulen. All das gibt es in den USA nicht in dieser Form.

Aber: Steuernde oder fürsorgende Politik hat es nicht leicht in einem Land, in dem schon Stoppschilder oder Sicherheitsgurte nur widerwillig als äußerstes Zugeständnis an wohl nötiges Regierungshandeln akzeptiert werden.

So endet die Diskussion sozialstaatlicher Programme in der breiten Bevölkerung rasch an einer dieser schwer aufzulösenden amerikanischen Paradoxien, zumindest bislang. Man fände das Ergebnis zwar eigentlich gut - aber da es etwas mit einer stärkeren Regierung zu tun hätte, muss man es ablehnen. Rundweg. Wer «mehr Staat» will, der wird von stramm rechten Sendern und Blogs dann eben doch als moskaugesteuert gebrandmarkt und als Kommunist.

Dabei fragt sogar die stramm konservative Heritage Foundation, linken Gedankengutes völlig unverdächtig: «Was für ein Sozialist sollte Sanders denn sein? Im Kern tritt er für mehr Rechte für die Mittelklasse ein. Das entspricht weder einem sozialistischen Verständnis des 19. Jahrhundert a la Marx noch dem des 20. Jahrhunderts.»

So sehr der Antikommunismus Teil der amerikanischen DNA ist: Sanders Anhänger denken bei seiner Politik nicht an Fünfjahrespläne sowjetischer Bauart, sondern an nordeuropäische Lebensmodelle. Wer Skandinavien aber für Sozialismus halten will, sieht Sanders als sein - gleichwohl recht ergrautes - logisches Ziehkind. In diesem Denken wären auch Sozialdemokraten Radikale.

Sozialismus definiert eine Gesellschaft, in denen zum Beispiel die wichtigsten Industrien verstaatlicht sind. Die Landwirtschaft ist als Kollektiv organisiert. In der marxistischen Theorie markiert der Sozialismus das Übergangsstadium zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Garrison Nelson, Professor an der Universität von Vermont, sagt: «Mit nichts davon hat Sanders irgendetwas zu tun.»

Zum ersten Mal wird Sanders mit dem Label «Sozialist» Mitte der 80er Jahre in einem NBC-Bericht versehen, damals noch mit dem etwas erschrockenen Attribut «bekennend». Da war er Bürgermeister von Burlington (Vermont).

Im Wahlkampf 2016, der für den Senator aus Vermont so dermaßen viel besser läuft als von den allermeisten erwartet, hat ihm das Label «demokratischer Sozialist» nicht geschadet, auch nicht die nicht restlos geklärten Fragen der Finanzierung seiner Pläne. Im Gegenteil. Und das, obwohl Gallup herausfand, dass die USA sich lieber von einem Muslim oder einem Atheisten regieren lassen wollen als von einem Sozialisten.

«Sozialismus wird historisch mit dem Kalten Krieg in Verbindung gebracht, mit Gulags und untergegangenen Imperien», schreibt «The New Republic». Sanders Forderungen dürften auch deswegen viele beunruhigen, weil sie quer zur herrschenden oder zumindest akzeptierten Meinung liegen. Das gilt auch für die Rolle des Geldes.

Vehement kritisiert Sanders die Rolle der Super-PACs, der mächtigen politischen Geldsammelmaschinen. «Es gibt einen Grund, warum diese Leute große Mengen Geldes in unser politisches System pumpen», sagt er. Sie machten Politik für wenige, für Eliten, für das eine Prozent, in dem sich der ganze Wohlstand sammle. «Wir haben 3,5 Millionen Einzelspenden gesammelt, durchschnittlich 27 Dollar pro Spende. Das ist es, was «politische Revolution» meint.»

Sanders ist stolz darauf, beinahe kein Geld von der Wall Street bekommen zu haben. Ganz anders als Hillary Clinton, die millionenschwere Konkurrentin. Hochkarätige Vertreter der Wall Street reagieren zunehmend angefasst auf Sanders. «Gefährlich», nennt ihn Lloyd Blankfein, CEO von Goldman Sachs, einer mächtigen Bank und Institution des amerikanischen Systems.

Von der Bewegung «Occupy Wall Street» spricht heute kaum mehr jemand, vom gewaltigen Zulauf junger US-Amerikaner für Sanders aber schon (um die 80 Prozent wählten ihn in Iowa). Interessanterweise fand schon 2011 eine Pew-Studie heraus, dass unter den 18- bis 29-Jährigen jeder Zweite (49%) positiv auf den Begriff «Sozialismus» reagierte. Gut vier Jahre später hat «Bernie» (74) nichts an Zugkraft für die Jüngeren eingebüßt. Sie sehen ihn als den Kandidaten echter gesellschaftlicher Umbrüche in den USA. Sozialismus hin oder her.

Di, 2016-02-09 02:18
Concord (dpa)

Wahlkampf in letzter Minute - Vorwahl in New Hampshire beginnt

Für Donald Trump, Hillary Clinton und Co. steht die nächste Vorwahl in einem umkämpften US-Bundesstaat an. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet: Einige Kandidaten sind schon raus aus dem Präsidentschaftsrennen, werden es mehr?

Concord (dpa) - Kurz vor der Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire haben die demokratischen und republikanischen Präsidentschaftsbewerber noch einmal um Stimmen geworben. Kreuz und quer reisten sie am Montag durch den Bundesstaat im Nordosten, um die Wähler von sich zu überzeugen.

Bei den Demokraten geht der 74 Jahre alte Bernie Sanders als klarer Favorit ins Rennen. Der Senator von Vermont liegt in manchen Umfragen sogar mit 2:1 vor der sechs Jahre jüngeren Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Vermont ist ein Nachbarstaat von New Hampshire. Am Montag vergangener Woche hatte Clinton die Vorwahl in Iowa mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen.

Bei den Republikanern führt der umstrittene Multimilliardär Donald Trump in Umfragen vor den Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz. Während Letzterer in Iowa auf den ersten Platz kam, präsentiert sich Rubio als Kompromisskandidat und polarisiert weniger als Trump und Cruz.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die jeweiligen Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

Die ersten Wahllokale öffnen um 06.00 (Ortszeit/12.00 MEZ). Sie schließen zu unterschiedlichen Uhrzeiten, manche haben bis 20.00 (Ortszeit/02.00 MEZ am Mittwoch) geöffnet. Mit ersten Trends wird kurze Zeit später gerechnet.

Zwar hat New Hampshire zahlenmäßig geringe Bedeutung für die Kandidatenkür. Die Bundesstaaten, in denen zuerst abgestimmt wird, gelten aber als wichtige Bewährungsprobe für die Kandidaten. Schon in der vergangenen Woche stiegen einige Bewerber aus dem Rennen aus.

Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim. Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

weiterlesen

Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Außerdem Interessant

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

weiterlesen

Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

Außerdem Interessant

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

weiterlesen

Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

1 2 3
Di, 2016-02-09 02:01
Concord (dpa)

Wahlkampf in letzter Minute - Vorwahl in New Hampshire beginnt

Für Donald Trump, Hillary Clinton und Co. steht die nächste Vorwahl in einem umkämpften US-Bundesstaat an. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet: Einige Kandidaten sind schon raus aus dem Präsidentschaftsrennen, werden es mehr?

Concord (dpa) - Kurz vor der Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire haben die demokratischen und republikanischen Präsidentschaftsbewerber noch einmal um Stimmen geworben. Kreuz und quer reisten sie am Montag durch den Bundesstaat im Nordosten, um die Wähler von sich zu überzeugen.

Bei den Demokraten geht der 74 Jahre alte Bernie Sanders als klarer Favorit ins Rennen. Der Senator von Vermont liegt in manchen Umfragen sogar mit 2:1 vor der sechs Jahre jüngeren Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Vermont ist ein Nachbarstaat von New Hampshire. Am Montag vergangener Woche hatte Clinton die Vorwahl in Iowa mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen.

Bei den Republikanern führt der umstrittene Multimilliardär Donald Trump in Umfragen vor den Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz. Letzterer kam in Iowa auf den ersten Platz und präsentiert sich als Kompromisskandidat. Rubio polarisiert weniger als Trump und Cruz.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die jeweiligen Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

Die ersten Wahllokale öffnen um 06.00 (Ortszeit/12.00 MEZ). Sie schließen zu unterschiedlichen Uhrzeiten, manche haben bis 20.00 (Ortszeit/02.00 MEZ am Mittwoch) geöffnet. Mit ersten Trends wird kurze Zeit später gerechnet.

Zwar hat New Hampshire zahlenmäßig geringe Bedeutung für die Kandidatenkür. Die Bundesstaaten, in denen zuerst abgestimmt wird, gelten aber als wichtige Bewährungsprobe für die Kandidaten. Schon in der vergangenen Woche stiegen einige Bewerber aus dem Rennen aus.

Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim. Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen.

Di, 2016-02-09 00:27
York (dpa)

Expertenbericht: Möglicher Giftgasangriff nahe Damaskus Anfang 2015

New York (dpa) - In einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es vor einem Jahr möglicherweise einen Giftgasangriff gegeben. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hervor, der sich auf Blutproben von Soldaten des syrischen Regimes stützt und an den UN-Sicherheitsrat übermittelt wurde. Im Ort Daraya waren demnach Mitte Februar 2015 mindestens vier Soldaten «mit hoher Wahrscheinlichkeit» mit dem Kampfstoff Sarin oder einer ähnlichen Substanz in Kontakt gekommen.

Die Experten der OPCW können die Verbindung der Blutproben mit dem Vorfall jedoch weder belegen noch mit Sicherheit sagen, unter welchen Umständen es zum Kontakt mit Sarin gekommen ist. Auch die Beweismittelkette der vom syrische Regime zur Verfügung gestellten Proben habe nicht verifiziert werden können, heißt es in dem Bericht. Wäre die OPCW sofort über den mutmaßlichen Giftgasangriff informiert worden, hätte sie möglicherweise aussagekräftigere Belege sammeln können.

Das Mandat der OPCW sieht vor, mögliche Attacken mit Chemiewaffen aufzudecken, aber nicht, die möglichen Angreifer zu benennen. Obwohl Syriens Machthaber Baschar al-Assad sich unter einer UN-Resolution zur Zerstörung des Chemiewaffenarsenals verpflichtet hatte, kam es immer wieder zu Berichten über Angriffe mit Chlorgas und anderen Giftstoffen. Auch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird der Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen.

Di, 2016-02-09 00:00
Berlin (dpa)

CDU-Außenpolitiker Röttgen: Neuanfang in Syrien in weiter Ferne

Berlin (dpa) - Im Bürgerkriegsland Syrien kann es aus Sicht des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen keine friedliche Lösung mit Machthaber Baschar al-Assad geben. Der Vorsitzendes des Auswärtigen Ausschusses reagierte damit auf einen Bericht der UN-Untersuchungskommission für Syrien, wonach in Gefängnisses des Regimes sowie Haftlagern extremistischer Gruppen Tausende von Menschen gequält und getötet worden seien.

«Diese schlimmen Verbrechen zeigen einerseits, dass es mit Assad keine Befriedung Syriens geben wird», sagte Röttgen der «Berliner Zeitung» (Dienstag). «Anderseits belegen die Verbrechen auf unterschiedlichen Seiten, dass die innere Aussöhnung und ein politischer Neuanfang in Syrien insgesamt noch in weiter Ferne sind.»

Röttgen kritisierte außerdem Russland: «Die Bombardierung und Blockade syrischer Städte durch Russland tragen unmittelbar zu der humanitären Katastrophe in Syrien bei und verhindern den Beginn internationaler Friedensbemühungen.»

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

weiterlesen

Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

weiterlesen

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

1 2 3
Mo, 2016-02-08 22:30
Washington (dpa) 

USA setzen 1,8 Milliarden Dollar im Kampf gegen Zika-Virus ein

Seit Wochen versetzen Mücken Virologen weltweit in Alarmbereitschaft: Das Zika-Virus wütet in Südamerika. Doch auch die USA proben den Ernstfall und pumpen mehr Geld in dringend benötigte Forschung.

Washington (dpa) - Die US-Regierung will 1,8 Milliarden Dollar (1,61 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Zika-Viurus aufwenden. Eine entsprechende Initiative des Weißen Hauses soll demnächst dem Kongress vorgelegt werden, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Das Geld solle dazu verwendet werden, Programme zur Kontrolle von Stechmückenplagen auszuweiten, die Forschung nach einem Impfstoff zu beschleunigen und betroffenen Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung zu helfen, hieß es.

Unterdessen stufte die US-Seuchenbehörde CDC die Arbeit ihres Notfalleinsatzzentrums zur höchsten Stufe eins herauf. Das war bisher nur dreimal der Fall: Während der Ebola-Epidemie in Westafrika im Jahr 2014, während der Schweinegrippe H1N1 im Jahr 2009 und nach Hurrikan Katrina im Jahr 2005.

Der Schritt signalisiere den dringender werdenden Bedarf, sich auch auf mögliche Übertragungen des Virus innerhalb der USA vorzubereiten, teilte die CDC am Montag mit.

«Wir sollten nicht in Panik verfallen», sagte US-Präsident Barack Obama. «Es ist nicht wie bei Ebola», betonte er in einem Interview des Senders CBS.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO könnten sich in den kommenden zwölf Monaten bis zu vier Millionen Menschen mit dem Virus anstecken.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Zika-Virus Fehlbildungen am Kopf von Neugeborenen auslösen kann, wenn die Mutter vor oder während der Schwangerschaft angesteckt wurde. In den USA gibt es bisher 50 nachgewiesene Fälle von Patienten mit dem Erreger.

Mo, 2016-02-08 21:04
Ottawa (dpa)

Kanada beendet Luftangriffe im Irak und Syrien

Ottawa (dpa) - Kanada stellt innerhalb der kommenden zwei Wochen seine Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien ein. Die US-geführten Einsätze würden durch Betankung in der Luft und Überwachungsflüge aber weiter unterstützt, teilte Premierminister Justin Trudeau am Montag mit. Außerdem werde Kanada sich stärker an der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte beteiligen.

Zur Stabilisierung der Region sowie zur humanitären und Entwicklungshilfe sollen über die kommenden drei Jahre umgerechnet gut eine Milliarde Euro fließen, wodurch auch den von der Krise stark betroffenen Länder Jordanien und Libanon geholfen werden soll.

Kanada war im Oktober 2014 in den Kampf gegen den IS eingestiegen, einen Monat nach Beginn der Angriffe des US-Militärs in Syrien. Den Abzug der sechs kanadischen CF-18-Hornet-Kampfflugzeuge hatte Trudeau nach Rücksprache mit US-Präsident Barack Obama bereits vergangenen Oktober verkündet.

Mo, 2016-02-08 21:01
Washington (dpa)

USA und Südkorea wollen über Verlegung von Raketenabwehrsystem reden

Washington (dpa) - Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart haben die USA Südkorea Unterstützung zugesichert. Wie Pentagonsprecher Peter Cook am Montag sagte, wollen Washington und Seoul Verhandlungen über die Verlegung eines Raketenabwehrsystems nach Südkorea aufnehmen. Es handelt sich um das sogenannte THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense), ein mobiles landgestütztes Abwehrsystem.

Cook verurteilte den Raketenstart. Er fügte aber hinzu: «Nichts an diesem Test hat uns überrascht.» Seinen Angaben nach gelang es Nordkorea, einen Satelliten oder ein anderes Gerät in die Umlaufbahn zu bringen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben nach einem neuen nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem Raketenstart am Sonntag zugenommen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang sprach von einem Satellitenstart zur Weltraumerforschung. Die Weltgemeinschaft sieht dahinter allerdings den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete. 

Mo, 2016-02-08 19:59
London (dpa)

Sturm «Imogen» fegt über Großbritannien - 19 000 Häuser ohne Strom

London (dpa) - Schwerer Sturm in Großbritannien: Die Unwetterfront «Imogen» hat am Montag in rund 19 000 britischen Häusern das Licht ausgeknipst. Im Westen und Süden des Landes mussten teilweise Straßen sowie der Zugverkehr unterbrochen werden, auch viele Fähren stellten den Verkehr ein. Der Sender BBC sprach von Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. An der Küste in Wales habe es Wellen von fast 20 Metern Höhe gegeben, hieß es.

Ein Meteorologe sagte, es habe seit zwei Jahren nicht mehr derartig starke Winde im Süden des Landes gegeben. In der mittelenglischen Region Worcestershire wurden zwei Kinder schwer verletzt, als eine Gartenmauer einstürzte, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Kinder seien per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden.

Mo, 2016-02-08 19:56
Lagos (dpa)

Gauck spricht in Nigeria über Terror und Wirtschaft

Nigeria gilt seit einem friedlichen Machtwechsel als Hoffnungsträger in Afrika. Bundespräsident Gauck lobt den neuen Präsidenten Buhari für sein entschlossenes Vorgehen gegen den Terrorismus. Es geht aber auch um die Wirtschaft. Die hofft auf deutsche Investitionen.

Lagos (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck macht den Kampf gegen den internationalen Terorismus zum Thema seines viertägigen Besuchs in Nigeria. In der Mega-Metropole Lagos würdigte Gauck am Montagabend vor Journalisten die Anstrengungen des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari gegen die islamistische Terrormiliz Boko Haram, die im Norden Nigerias aktiv ist. Er erinnerte auch an das Schicksal von über 200 nigerianischen Mädchen, die im April 2014 von der Terrorgruppe entführt worden waren.

Nach freien Wahlen 2015 und einem friedlichen Machtwechsel gilt das Land als Hoffnungsträger für eine Demokratisierung in der Region. Präsident Buhari, den Gauck am Donnerstag trifft, setzt auf eine intensivere Zusammenarbeit mit Deutschland.

Der Bundespräsident wird auf der Reise von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Trotz großen Ölreichtums leidet die Bevölkerung Nigerias unter extremer Armut. Zuletzt hat der Verfall des Ölpreises die Wirtschaft des Landes weiter geschädigt. Etwa 100 deutsche Unternehmen sind in Nigeria tätig.

In einem Interview der nigerianischen Tageszeitung «The Guardian» sagte Gauck, zum Kampf gegen den Terrorismus gehöre auch, gegen die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ursachen vorzugehen und Menschenrechte und rechtsstaatliche Strukturen zu stärken.

Der Bundespräsident wurde am Montag auf dem Flughafen von Lagos von Außenminister Geoffrey Onyeama begrüßt. Bei einem Gespräch mit dem Gouverneur des Bundesstaats, Akinwunmi Ambode, warb er für das deutsche System der Berufsausbildung, das private und staatliche Komponenten kombiniert. Der Gouverneur forderte die deutsche Wirtschaft zu Investitionen auf. Allein in Lagos mit schätzungsweise 20 Millionen Einwohnern seien Tausende veralteter Busse zu ersetzen.

Am Dienstag trifft Gauck in Lagos mit dem Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka und anderen Kulturschaffenden zusammen. Am Mittwoch spricht er in der Hauptstadt Abuja vor der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas). Er besucht außerdem ein Flüchtlingslager. Innerhalb Nigerias sind über zwei Millionen Menschen auf der Flucht, bedroht vor allem von der islamistischen Boko Haram.

 

Mo, 2016-02-08 18:47
Frankfurt/Main (dpa)

Regionalbahn fährt in umgestürzten Baum - keine Verletzten

Worms/Frankfurt/Main (dpa) - Eine Regionalbahn ist zwischen Worms und Bingen in einen umgestürzten Baum gefahren. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand, auch der Zug konnte die Fahrt fortsetzen, wie die Deutsche Bahn am Montagabend mitteilte. Die Feuerwehr musste den Baum auf der Bahnstrecke zwischen Eppelsheim und Gundersheim zersägen. Der Bahnverkehr war für rund eineinhalb Stunden in beide Richtungen gesperrt. Zuvor hatte die «Allgemeine Zeitung» darüber berichtet. Am Montag war Orkantief «Ruzica» über Rheinland-Pfalz gezogen.

Mo, 2016-02-08 17:30
Genf/Damaskus (dpa)

UN-Ermittler: Tausende von Gefangenen in Syrien getötet

Erschlagen, zu Tode gefoltert oder ohne medizinische Hilfe an Krankheiten gestorben: UN-Ermittler beklagen das grauenhafte Schicksal von Inhaftierten in Syrien.

Genf/Damaskus (dpa) - In Gefängnissen des Assad-Regimes sowie Haftlagern extremistischer Gruppen sind in Syrien nach UN-Angaben Tausende von Menschen gequält und getötet worden. Folter, Vergewaltigungen, Morde und weitere Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien dort tägliche Praxis, erklärte die vom UN-Menschenrechtsrat berufene Untersuchungskommission für Syrien am Montag in Genf in einem Bericht zu massenhaften Tötungen von Gefangenen. Viele andere Häftlinge seien durch Krankheiten infolge unhygienischer Zustände sowie die Verweigerung medizinischer Hilfe ums Leben gekommen.

Zehntausende Menschen seien im März 2011 von Sicherheitskräften der Regierung unter Präsident Baschar al-Assad inhaftiert worden, vor allem Männer und männliche Jugendliche von etwa 15 Jahren an, beklagte die vom brasilianischen Menschenrechtsexperten Paulo Sérgio Pinheiro geleitete Kommission.

Für Verhaftungen reiche dem Regime schon ein Verdacht, dass jemand mit der Opposition sympathisiere. Tausende seien seit ihrer Festnahme bis heute «verschwunden», stellt die Kommission in einem umfangreichen Bericht zur Tötung Gefangener in Syrien fest.

Der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der radikalislamischen Al-Nusra-Front werfen die Ermittler willkürliche Massenhinrichtungen von Soldaten sowie Exekutionen von Gefangenen nach Todesurteilen durch illegale Gerichte vor. Auch einige der eher gemäßigten Rebellengruppen hätten gefangene Soldaten nach illegalen Prozessen in ganzen Gruppen umgebracht.

«Die Verantwortlichen für diese Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden», forderte Pinheiro. Dies müsse Teil einer politischen Lösung für den Syrien-Konflikt sein. «Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit», sagte die frühere Chefanklägerin des Internationalen Jugoslawien-Strafgerichtshofes Carla Del Ponte. Sie ist Mitglied der Kommission.

Eine konkrete Zahl getöteter Gefangener könnten die Ermittler allerdings nicht nennen, wie Pinheiro auf Anfrage einräumte. Er verwies darauf, dass die syrische Regierung seit Jahren die Einreise der UN-Experten verhindere. Der Bericht stütze sich auf Befragungen von 621 Zeugen außerhalb Syriens sowie per Telefon und auf Dokumente.

Ex-Gefangene hätten von grauenhaften Übergriffen und Zuständen in Gefängnissen berichtet. «Das Schreckgespenst einer Festnahme oder Entführung und der schier unvermeidliche Horror, der dann folgt haben Gemeinden überall im Land paralysiert», sagte Pinheiro.

In dem Bericht wird unter anderem das Schicksal eines 13-jährigen Jungen dokumentiert. Er sei im April 2011 in der Stadt Sayda festgenommen worden. Einen Monat später hab man seiner Familie seinen verstümmelten Leichnam zurückgeschickt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft unterdessen Syrien und Russland vor, im syrischen Bürgerkrieg zunehmend Ziele mit der international geächteten Streumunition anzugreifen. In den vergangenen zwei Wochen hätten sie diese in 14 Fällen eingesetzt, erklärten die Menschenrechtler am Montag. Dabei seien mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Frauen und neun Kinder. Allein während der auf Ende Februar vertagten Genfer Friedensgespräche habe es sieben Angriffe mit Streumunition gegeben.

Mo, 2016-02-08 17:21
Köln (dpa)

Kölner Rosenmontagszug beendet - «Alles ist gut gelaufen»

Köln (dpa) - Der letzte Wagen des Kölner Rosenmontagszuges ist am Montagabend sicher durchs Ziel gerollt. «Alles ist gut gelaufen», sagte Sigrid Krebs vom Festkomitee Kölner Karneval im Anschluss. «Kein Unfallereignis, nichts.» Bis zuletzt blieb es trocken, die meiste Zeit über schien die Sonne. Der befürchtete Sturm blieb aus. In den närrischen Hochburgen Düsseldorf und Mainz waren die Umzüge wegen Sturmwarnungen abgesagt worden.

Mo, 2016-02-08 17:17
Erfurt (dpa)

Studie sieht höhere Gefahr durch rechte Szene als durch Linksextreme

Erfurt (dpa) - Von rechtsextremen Strukturen gehen einer Studie zufolge größere Gefahren für die Gesellschaft aus als von linksextremen Strömungen. Das gelte für Thüringen, aber auch für das gesamte Bundesgebiet, heißt es in einer am Montag in Erfurt vorgestellten Untersuchung des Kompetenzzentrums Rechtsextremismus der Universität Jena. «Die rechtsextremen Milieus und Bewegungen in Thüringen sind national und international vernetzt und sie sind im hohen Maße wandlungsfähig», schreiben die Autoren.

In der Analyse gehen sie auch auf die Alternative für Deutschland (AfD) ein. «Die weitere Entwicklung der AfD wird auch Einfluss darauf nehmen, wie sich die rechtsextreme Bewegung in Thüringen und Deutschland künftig aufstellt.» Im Thüringer Landesverband hätten politische Konzepte des völkisch-nationalistischen Rechtsextremismus die Diskurshoheit übernommen, hieß es. Die AfD unter Führung des Thüringer Parteichefs Björn Höcke hatte in Erfurt immer wieder zu Demonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik aufgerufen. Mehrere tausend Menschen folgten jeweils den Aufrufen.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

Seiten