Reports / Meinungen / Interviews

„Wir können Probleme thematisieren, die Hilfsorganisationen meiden“

„Wir können Probleme thematisieren, die Hilfsorganisationen meiden“

Deutschland ist immer noch ein Newcomer bei der humanitären Hilfe und strategisch schwach aufgestellt, meint Ralf Südhoff und will das ändern. Der Direktor des neugegründeten Centre for Humanitarian Action in Berlin erzählt, wie er bestimmte Probleme in komplexen Krisengebieten wie dem Jemen transparent machen möchte.

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Donnerstag, 24. Januar 2019

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Lun­gen­ärz­te streiten über Fein­staub­grenz­wer­te, um­fang­rei­che Ent­schä­di­gun­gen für Betreiber von Koh­le­kraft­wer­ken und Bär­tier­chen im ewigen Eis

Liebe Leserinnen und Leser,

im heutigen Navigator reisen wir gedanklich unter anderem ins schweizerische Davos, wo derzeit das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Bereits vor Ort waren beispielsweise der japanische Premier Shinzō Abe sowie aus Großbritannien Prinz William und der Naturfilmer Sir David Attenborough (mehr dazu im „Denkzettel am Donnerstag“). Sie alle kamen, soweit bekannt, mit dem Flugzeug. Nicht so Greta Thunberg. Die erst 16-jährige schwedische Umweltaktivistin, die wir Ihnen an dieser Stelle bereits vorgestellt haben, wählte ein klimafreundlicheres Transportmittel – die Bahn. Fahrtdauer hin und zurück: etwa 65 Stunden. Die Zeit nutzte die Initiatorin des „Schulstreiks fürs Klima“ nach eigener Aussage, um an ihrer Rede für Davos zu schreiben (mehr beim SRF). Ob einer der erwachsenen Konferenzteilnehmer so viel Einsatz zeigt?

Auch auf unserer eigenen Seite geht es ums Thema soziales Engagement. Bei der humanitären Hilfe ist Deutschland immer noch ein Newcomer und strategisch schwach aufgestellt. Ralf Südhoff, Direktor des neugegründeten Centre for Humanitarian Action in Berlin, will das ändern. Wir haben mit ihm gesprochen.

Morgen gibt es frische Umweltnachrichten für Sie. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Lungenärzte streiten über Sinnhaftigkeit von Feinstaubgrenzwerten

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Feinstaub und Stickoxide machen krank? Diese Behauptung sei nicht bewiesen, schreibt eine Gruppe von mehr als hundert Lungenfachärzten in einem Positionspapier – und facht damit die leidenschaftlich geführte Debatte um Fahrverbote in Deutschland erneut massiv an. Spiegel Online berichtet. Die Welt­gesundheitsbehörde WHO und die EU hatten zuletzt Zahlen präsentiert, wonach etwa 440.000 Menschen in Europa in Zusammenhang mit Luftverschmutzung vorzeitig sterben. „Es ist sehr wahr­schein­lich, dass die wissenschaftlichen Daten, die zu diesen scheinbar hohen Todeszahlen führen, ei­nen systematischen Fehler enthalten“, schreibt der Lungenfacharzt Dieter Köhler in seinem State­ment, das 113 weitere Spezialisten unterschrieben haben. Ein wichtiger Fehler sei demnach: Das ge­mein­same Auftreten von Krankhei­ten und hohen Feinstaub- und Stickoxidwerten werde nicht nur be­­schrie­ben, sondern in einen ur­säch­lichen Zusammenhang gestellt. Das ist bei sogenannten epide­miologischen Studien in der Tat nicht zulässig. Kollegen widersprechen Köhler allerdings vehe­ment. Im Deutschlandfunk weist die Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann auf die „überwältigende Beweislage“ zur Wirkung von Feinstaub und Stickstoffdioxid hin.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Kohlekommission will umfangreiche Entschädigungen für Kraftwerksbetreiber

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In einem Entwurf für einen Abschlussbericht schlägt die Kohlekommission Schritte vor, um negative Fol­gen eines Kohleausstiegs für Konzerne, Kumpel und Kohleregionen sowie Stromkunden abzufe­dern. Nur: Wie dieser Kohleausstieg aussehen soll, steht noch immer nicht fest. Gelb markierte Passa­gen in eckigen Klammern ziehen sich durch das Dokument. Es handelt sich dabei um die Stellen, zu denen es noch keinen Verhandlungsstand unter den Gremiumsmitgliedern gibt. Dazu zählen Kern­auf­träge der Kommission, etwa das Jahr, an dem das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen soll. Ge­ei­nigt hat man sich hingegen auf etliche Maßnahmen, die negative Folgen des Kohleausstiegs verhin­dern sollen. Dazu zählen Entschädigungszahlungen für die Energiekonzerne, falls sich die Bundesre­gierung mit ihnen nicht auf Abschalttermine für Kohlekraftwerke einigen kann. Kohlearbeiter sollen ein „Anpassungsgeld“ bekommen. Außerdem sollen Unternehmen, aber auch private Haushalte, im Falle eines Strompreisanstiegs unterstützt werden. Weitere Einzelheiten bei klimareporter°.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Biologen entdecken winzige Tiere unter dem kilometerdicken Eisschild der Antarktis

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Unter dem ewigen Eis der Antarktis verbirgt sich eine Welt, die vom Fachjournal Nature als „das größte unerforschte Ökosystem des Planeten“ bezeichnet wird (hier zum Originalbericht). Zwischen Erdkruste und Eisschicht hatten Forscher in den Neunzigerjahren per Radar Seen und Flüsse entdeckt, von denen manche seit 120.000 Jahren von der Außenwelt abgeschnitten sind. Bisher weiß man über diese Landschaft kaum etwas. Nun ist es US-amerikanischen Forschern gelungen, einen 1.000 Meter tiefen Schacht ins Eis zu schmelzen und dem Lake Mercer im Süden der Antarktis eine Wasserprobe zu entnehmen. Im Schlamm des Sees fanden die Wissen­schaft­ler neben Kieselal­gen und Mikroben auch Überreste von winzigen Tieren – Krebstierchen und Tardigra­da, sogenannten Bärtierchen, kleiner als ein Mohnkorn. Dieser Fund sei „völlig unerwartet“, sagte einer der beteiligten Forscher. Alle Tiere in den Proben waren tot, aber die Wissenschaftler glauben, dass es möglich ist, „dass man dort unten auch lebende Organismen findet“. Über den Sensationsfund schreibt die SZ.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Europaweit dramatischer Schwund bei Feldvögeln

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Der Bestand an Feldvögeln in Europa ist in den vergangenen Jahrzehnten um mehr als die Hälfte zu­rück­gegangen. Von 1980 bis 2016 sind in der EU einem europaweiten Vogelmonitoring zufolge etwa 56 Prozent aller Feldvögel wie Feldlerchen, Kiebitze, Feldsperlinge oder Stare verschwunden. Die Da­ten veröffentlichte der Vogelzählrat (auch bekannt als European Bird Census Council), ein Zu­sammen­schluss europäi­scher Vogelexperten. Sie decken sich in etwa mit Beobachtungen des Um­welt­bundesamts (UBA) für Deutschland. Die wichtigsten Ursachen für weniger Feldvögel sind laut UBA die inten­sive landwirt­schaft­liche Nutzung von Flächen ohne Rückzugsräume für Tiere, die Zerschneidung und Zersiedelung von Landschaft sowie die Versiegelung von Flächen. Vögel zeigten zuverlässig an, wie gesund eine Landschaft sei, heißt es vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Ein Rückgang der Bestände sei ein Zeichen dafür, dass Wiesen und Felder verödeten. Die Meldung hat ZDF-heute/dpa.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Welche natürlichen Mittel dem Immunsystem wirklich helfen

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Egal, wo man derzeit hinkommt, sie sind schon da: Erkältungsviren. Diverse Mittel aus der Apotheke versprechen Schutz und schnelle Hilfe. Jedes Jahr geben die Deutschen dafür 50 bis 60 Millionen Eu­ro aus. Besonders beliebt: Vitamin C. Doch die Einnahme bei Erkältungsbeschwerden ist wirkungslos – genauso gut könnte man einen Schnaps trinken oder ein Stück Schokolade essen, erklärt ein Experte in der WDR-Servicezeit. Die Redaktion ist deshalb der Frage nachgegangen, welche natürlichen Mittel dem Immunsystem tatsächlich helfen. Ein Ergebnis: Zink. Wenn die Erkältung schon im Anmarsch ist, gehören Zinktabletten demnach zu den wenigen sinnvollen Ausgaben in der Apotheke.

Video, etwa 5:30 Minuten Laufzeit

Denkzettel am Donnerstag: „Der Garten Eden existiert nicht mehr“

Der japanische Premierminister Shinzō Abe hat den Klimaschutz beim Weltwirtschaftsforum zu einem der Schwerpunkte seiner diesjährigen G-20-Präsidentschaft erklärt. Noch vor Abe traten in Davos ein britischer Prinz und ein Sir gemeinsam auf – sie hatten eine eindringliche Umweltbotschaft mitgebracht.

Auf die Frage des britischen Prinzen William, wie akut das Problem des Klimawandels sei, erklärte der bekannte Naturfilmer Sir David Attenborough: „Es ist kaum möglich, es überzubewerten. Die Zukunft der Natur liegt in unserer Hand“, so der 92-Jährige. Ein Video des Panels hat der Guardian.

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Reports / Meinungen / Interviews

Klimawandel
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21.Jan 2019

Das neue Kaf­fee­kli­ma: Vorsicht heiß!

Das neue Kaffeeklima: Vorsicht heiß!

Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk. Leider ist sein Anbau auch besonders stark durch die Klimaerwärmung gefährdet. Weltweit suchen Experten nun nach neuen Anbauregionen und robusteren Sorten – mit überraschenden Zwischenergebnissen.

100 Jahre Frauenwahlrecht
/
17.Jan 2019

Der nächste Coup: Parität in den Par­la­men­ten

Der nächste Coup: Parität in den Parlamenten

Vor hundert Jahren durften Frauen in Deutschland das erste Mal wählen. Es war ein Meilenstein im Kampf um Gleichberechtigung. Zum Jahrestag fordern Verbände wie der Deutsche Frauenrat oder der Deutsche Juristinnenbund mehr: sie wollen die gleichberechtigte Teilhabe an der Macht.

Newsletter
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18.Jan 2019

Tierische Aha-Erlebnisse

Tierische Aha-Erlebnisse // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen sehr persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal geht es um Schein und Sein bei sehr großen und sehr kleinen Tieren.

Global Risk Report
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16.Jan 2019

„Schlaf­wan­delnd in die Ka­ta­stro­phe“

„Schlafwandelnd in die Katastrophe“

Der neueste Risikobericht des Weltwirtschaftsforums liest sich wie ein Horror-Thriller. Demnach geht es an verschiedenen Fronten für die Welt ums Überleben. Hoffnung macht die Organisation nicht.

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