Reports / Meinungen / Interviews

Grüne Ostern: Worauf wir beim Frühlingsfest achten sollten

Grüne Ostern: Worauf wir beim Frühlingsfest achten sollten

Ostern steht vor der Tür – wir zeigen, wie sich die Traditionen nachhaltiger gestalten lassen und Sie mit vielen kleinen Entscheidungen ökologischer feiern.

Weiterlesen
Donnerstag, 18. April 2019

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Scheuer will Bahn­ti­ckets billiger machen, Bun­des­gar­ten­schau in Heilbronn eröffnet und die besten Wild­kräu­ter-Rezepte

Liebe Leserinnen und Leser, 

eine der Grundschwierigkeiten in der Debatte um den menschengemachten Klimawandel ist die Frage der Quantifizierbarkeit. Also: Welchen Anteil haben wir alle daran, dass sich die Erde erhitzt? Oder anders formuliert: Wenn Extremwetterereignisse wie Hitzewellen oder Überschwemmungen auch natürlicherweise vorkommen – wie führt man sie konkret auf unser Verhalten zurück? Mit diesen Fragen setzt sich die Wissenschaftlerin Friederike Otto auseinander. Die 36-Jährige, von Haus aus Physikerin und Philosophin, ist stellvertretende Direktorin des Environmental Change Instituts in Oxford – und Mitbegründerin der Attribution Science, also der Zuordnungswissenschaft. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel erklärt Otto ihre Arbeit am Beispiel des vergangenen „Supersommers“: „Schaut man die Temperaturen im Juli in Kopenhagen an, stellen wir fest: So etwas findet im aktuellen Klima alle sieben Jahre statt. In einer Welt ohne Klimawandel würde man eine ähnliche Hitzewelle nur alle 35 Jahre erwarten. Das heißt, der Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer solchen Hitzewelle verfünffacht.“

Bevor wir Sie in die Ostertage verabschieden, weisen wir an dieser Stelle noch einmal auf unsere Tipps für ein ökologisches Fest hin. Am Dienstag legen wir Ihnen wieder die wichtigsten Umweltnachrichten ins Nest – bis dahin!

Das Team vom Navigator

Mehr
emoji

Scheuer will Bahntickets im Fernverkehr billiger machen

mehr

CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer will die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten im Fernverkehr von jetzt 19 Prozent auf sieben Prozent senken. „Wem es mit dem Klimaschutz und dem Umstieg vom Auto oder Flugzeug auf die Bahn ernst ist, der muss bei der Steuer ansetzen“, sagte er der BILD-Zei­tung (Artikel kostenpflichtig). Im Nahverkehr sind für Fahrkarten bereits nur sieben Prozent Mehr­wert­steuer fällig. „Endlich einmal ein guter Vorstoß von Herrn Scheuer“, kommentiert Philipp Kosok vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Da es auch in der SPD die Forderung gibt, kann die Absenkung in absehbarer Zeit tatsächlich kommen.“ Bahnfahrer könnten durch die Herabsetzung um etwa 400 Millionen Euro entlastet werden. Kosok geht allerdings nicht davon aus, dass die Bahn die Reduzierung eins zu eins weitergibt. „Ein Teil des Geldes wird die Bahn für die Investitionen nutzen, und das wäre auch nötig.“ Die Bahn soll nach dem Willen der Bundesregierung die Fahrgast­zahlen bis 2030 verdoppeln. Sie steckt aber in einer tiefen Krise: Zugausfälle, Verspätungen und ein schlechter Service führen immer wieder zu Kritik. Eine frei zugängliche Meldung hat die taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

SPD zum Kohleausstieg: „Auch Steinkohle jetzt schon bedenken“

mehr

Eigentlich wollte die Bundesregierung bis Ende April liefern. Union und SPD wollten ein sogenanntes „Strukturstärkungsgesetz“ vorlegen. Der Inhalt: grob gesagt ein Verteilungsplan. Wer bekommt wie viel Geld, um die Härten des Braunkohleausstiegs abzufedern? Doch aus dem April-Termin wird wohl nichts. Es scheint sich ein Konflikt innerhalb der Bundesregierung um Geld für die deutschen Stein­koh­le­regionen anzubahnen. Sie sollten bisher eigentlich nicht von der Förderung profitieren – doch dagegen regt sich nun Widerstand in der SPD. In der regierungsinternen Abstimmung über die Eck­punkte wollen sich die SPD-geführten Bundesministerien offenbar geschlossen dafür einsetzen, dass neben der Braunkohle auch die Steinkohleregionen bereits jetzt gefördert werden. Bisher sollten diese Regionen erst in einem späteren Gesetz extra berücksich­tigt werden. Dieses Angebot von CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist den SPD-Ministerinnen und Ministern aber offenbar zu vage. Aus SPD-Kreisen heißt es, in den betroffenen Kommunen wachse die Sorge, „unter den Tisch zu fallen“. Mehr zum Thema bei der Tagesschau.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

„Extinction Rebellion“: Fast 300 Festnahmen bei Klimaprotesten in London

mehr

Während eine der bekanntesten Figuren der weltweiten Klimaproteste jüngst in Rom weilte – Greta Thunberg traf dort Papst Franziskus (mehr bei Spiegel Online) – legten Klimaschützer in London das öffentliche Leben teilweise lahm. Wegen der Proteste hätten 55 Busrouten geschlossen werden müssen, teilte die Polizei der britischen Hauptstadt mit. Davon seien 500.000 Menschen betroffen gewesen. Bislang seien fast 300 Demonstranten festgenommen worden. „Wir erwarten, dass die Demonstrationen die kommenden Wochen über weitergehen werden“, hieß es von Behördenseite. Londons Bürgermeister Sadiq Khan zeigte sich „äußerst besorgt“ darüber, dass die Demonstranten angekündigt hatten, ihre Proteste auf die Londoner U-Bahn ausweiten zu wollen. Den öffentlichen Nahverkehr so ins Visier zu nehmen, würde den Bemühungen für den Klimaschutz schaden, warnte er. Aktivisten der Klima-Initiative „Extinction Rebellion“ hatten zum Auftakt einer weltweiten Protestwoche die Waterloo-Brücke und mehrere Kreuzungen im Zentrum der britischen Hauptstadt blockiert. Daneben gab es Sitzstreiks am Oxford Circus und am Marble Arch. AFP berichtet.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
emoji

Start der Bundesgartenschau: „Gezähmte Natur“ oder städtebauliche Vision?

mehr

430.000 Frühlings- und Sommerblüher, 100.000 Stauden, 8.000 Rosen, 964 Bäume – das erwartet die Besucher der Bundesgartenschau in Heilbronn. Zuchtpflanzen und Exoten, alles in Reih und Glied: Muss das wirklich sein? Der Biologe Markus Strauß plädiert im Deutschlandfunk für mehr Naturnähe und den Mut zur kontrollierten Verwilderung. Zwar freue er sich grundsätzlich über jeden Baum im städtischen Raum. Aber: „Das ist sehr gezähmte Natur, (...) es sind oft Zuchtformen.“ In der Tages­schau widerspricht Geschäftsführer Hanspeter Faas: Die Bundesgartenschau sei kein „sechsmo­na­tiger Blumen-Gag“. Es gehe darum, „ein nachhaltiges, städtebauliches Konzept zu realisieren“. Die ganze Pflanzenpracht in Heilbronn ist eingebettet in das neu gebaute „Stadtquartier Neckarbogen“. In 22 Gebäuden wohnen 400 Menschen; es gibt einen Kindergarten, Cafés und eine Jugendherber­ge. Auf dem Gelände steht unter anderem ein Holz- und ein Faserpavillon; der leichte Baustoff wird auch beim Flugzeugbau verwendet. Faas sieht solche Leichtbautechniken als Möglichkeit, künftig verstärkt in die Höhe zu bauen – statt weiter Bodenfläche zu versiegeln.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
emoji

Wildkräuter-Rezepte: Einfach mal ins Gras beißen

mehr

Unkraut ist kein schönes Wort. Da schwingt der Vorwurf schon mit, wenn es um die Wiese geht: Vogelmiere und Rotklee, Giersch und Löwenzahn – wo kommen die denn schon wieder her? Es gibt aber einen guten Grund, solche Gewächse zwischen den Grashalmen herauszuzupfen und mit deut­lich positiverem Framing als Wildkräuter zu titulieren. Denn sie stehen den klassischen Fensterbank­kräutern in nichts nach, sondern sind eher intensiver und überraschender im Geschmack und lassen sich vielfältig in der Küche verwenden: Klee wird zum Pesto, Löwenzahn ergänzt den Kartoffelsalat, die Kamille kommt in den Cocktail. Kostenlos zu haben sind diese Zutaten auch noch. Wenn das nicht nachhaltig und ressourcenschonend ist! Regionaler geht es nicht. Zeit Online hat Wildkräuter-Rezepte zusammengestellt.

Bericht, 5 Minuten Lesezeit

Denkzettel am Donnerstag: Es braucht einen Pakt für ökologische Bildung an Schulen

Ökologische Bildung steht spätestens seit der Rio-Erklärung von 1992 international und auch in Deutschland im Pflichtkatalog von Bildungsprogrammen. In der Schulwirklichkeit sind allerdings oft nur Schwundformen davon angekommen, die kaum Breitenwirkung erzeugen.

In einem Gastbeitrag für Klimareporter° plädiert der ehemalige Lehrer Norbert Pfaff dafür, unsere Schulen zu Schulen des Umwelt- und Klimaschutzes umzubauen. Eine ökologische Schule ist aus ökologischen Materialien errichtet. Sie ermöglicht und sucht vielfältige Naturerfahrungen, ausgehend zum Beispiel vom schuleigenen Biotop. Sie bietet ein ökologisches und regionales Mittagessen und praktiziert insgesamt einen ökologischen Alltag zur Einübung eines nachhaltigen Lebensstils.

Daily Navigator abonnieren?

Hier klicken! Jeden Tag die wichtigsten Umweltmeldungen direkt ins Postfach

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.19 Grüne Innovationen

Neustart: Wie grüne Technologien und ökologische Intelligenz die Welt schützen. Ein Heft voller Ideen, Inspirationen, Erfindungen und Vordenker mit Weltrettungspotenzial.

Grüne Innovationen – 3.19

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Hier klicken! Jede Woche der ganz besondere Blick auf aktuelle Umweltereignisse – direkt ins Postfach

Reports / Meinungen / Interviews

Weichspüler-Werbung
/
16.Apr 2019

Über-Flüs­sig­keit

Über-Flüssigkeit

Mit greller Reklame drängt Unilever Verbraucherinnen und Verbraucher zum Weichspülerkauf. Dabei enthält die Marke „Comfort intense“ allergieauslösende und schwer abbaubare Chemikalien – das Greenpeace Magazin hat eine Werbeanzeige neu betextet.

Newsletter
/
12.Apr 2019

E-Scooter – Ausweitung der Nah­kampf­zo­ne im Stadt­ver­kehr

Da rollt was auf uns zu // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal rätselt sie, ob Elektromobilität auch für enge Geh- und Radwege eine gute Idee ist.

Neue Ausgabe
/
April 2019

Grüne In­no­va­tio­nen

Grüne Innovationen

Neustart: Wie grüne Technologien und ökologische Intelligenz die Welt schützen. Ein Heft voller Ideen, Inspirationen, Erfindungen und Vordenker mit Weltrettungspotenzial.

Die Rückkehrer
/
10.Apr 2019

Neue Reviere, alte Ängste

Neue Reviere, alte Ängste

Seit der Jahrtausendwende ist Canis lupus auf Erfolgskurs. Unter den tierischen Rückkehrern ist der Wolf unbestritten der Aufreger Nummer eins.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Hier Klicken

Paradies am Abgrund

Die Idylle täuscht – auf den Malediven richten Millionen Touristen verheerende Umweltschäden an. Ein Zustandsbericht aus dem Greenpeace Magazin

Weiterlesen

Bestes für Bello

Welches Fleisch sollte ins Tierfutter? Das fragen wir im aktuellen Heft und haben uns angesehen, was bei Hund, Katze & Co. auf dem Teller landet

Weiterlesen

Kern­spal­tung

In der Reportage aus unserem Friedensheft erzählen wir, wie Atommüll ein Dorf in Frankreich spaltet

Weiterlesen