Reports / Meinungen / Interviews

Lieber nicht nackt als Pelz

Lieber nicht nackt als Pelz

„Fehlt dir nichts?“ Als queere Frauen, die sich vegan ernähren, müssen India Kandel und Daniela Zysk sich diese Frage oft anhören. Mit dem „Vegan Rainbow Project“ setzen sie sich für die Gleichberechtigung aller Tiere, Geschlechter und sexueller Ausrichtungen ein. India Kandel erklärt im Interview, auf welche Widerstände sie damit stoßen. 

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Donnerstag, 22. August 2019

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Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Brasiliens Regenwald brennt, Merkel will um­welt­freund­li­che Luftfahrt vor­an­trei­ben und der Nespresso-Chef über Nach­hal­tig­keit

Liebe Leserinnen und Leser,

die Eingriffe des Menschen in die Umwelt sind manchmal gewaltig und fast schon grausam – mehr dazu in unserer Meldung zu den verheerenden Waldbränden in Brasilien. Und manchmal sind sie scheinbar klein und aus dem Wunsch heraus geboren, ein bisschen Ferienfeeling ins heimische Wohnzimmer zu transportieren. Und was wäre dazu besser geeignet als jener Stoff, aus dem Urlaubsträume sind? Ein französisches Ehepaar hat jüngst versucht, ganze 40 Kilogramm Sand von der italienischen Insel Sardinien zu schmuggeln. Und wurde prompt ertappt. Wie die SZ berichtet, drohen den beiden nun angeblich bis zu sechs Jahren Haft. Die Sarden sehen es nicht gerne, wenn Sand, Steine und Muscheln von ihren Traumstränden verschwinden und später im Internet gehandelt werden – selbst beim Diebstahl kleiner Mengen droht ein Bußgeld von bis zu 3.000 Euro. 

Das mag happig klingen und nicht nur von der Sorge um die Naturbelassenheit der Insel getrieben sein. Sardiniens Umwelt dürfte es dennoch danken.

Wir hoffen, Sie zehren auch ganz ohne sandiges Mitbringsel von Ihrem Urlaub. Und bringen den Donnerstag dementsprechend beschwingt rum. Bis morgen!

Das Team vom Navigator

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Schlimmste Feuer seit Jahren – Brasiliens Regenwald brennt

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In Brasilien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Das meldet das Weltraumfor­schungs­insti­­tut INPE. Demnach wurden in diesem Jahr mehr als 72.000 Brände im Amazonasgebiet registriert – eine Steigerung von 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwischen Januar und August wurden seit Beginn der Aufzeichnungen 2013 noch nie so viele Brände gezählt wie in diesem Jahr. Die Folgen sind auch in Brasiliens großen Städten zu spüren: In São Paulo verdunkelt derzeit Rauch den Himmel, obwohl die Stadt mehr als 2.000 Kilometer von den Brandherden entfernt liegt. Laut INPE kann die große Anzahl von Feuern nicht allein auf die Witte­rungs­verhältnisse zurückgeführt werden: Bauern entzünden immer wieder Wäl­der, um illegal Land für die Viehzucht zu roden. Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hat indes seine ganz eigene Erklärung: Er behauptet, Umweltschützer hätten die Brände selbst gelegt. „Meiner Meinung nach stecken NGOs dahinter, weil ihnen das Geld ausgeht“, sagte Bolsonaro. Die Meldung hat Spiegel Online; Bilder von vor Ort zeigt die SZ.

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Merkel kündigt Wasserstoffstrategie für Luftfahrt an

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Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung Zentrum einer umweltfreundlichen Luftfahrt werden. Dazu hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Luftfahrtkonferenz in Leipzig eine nationale Wasserstoffstrategie angekündigt, wie Zeit Online berichtet. Diese solle bis Ende des Jahres erarbei­tet werden, so die CDU-Politikerin. Die Regierung setze nicht nur auf E-Mobilität, sondern auch auf Wasserstoff als Antriebsmittel. Angesichts von etwa 850.000 indirekt in der Luftfahrt Beschäftigten in Deutschland sei es wichtig, dass die Branche leistungs- und wettbewerbsfähig bleibe. Für die Finan­zie­rung der Erforschung synthetischer Kraftstoffe, aber auch Triebwerkstechnologien und Aerodyna­mik will CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer verwen­den – bislang fließen die etwa eine Milliarde Euro pro Jahr ohne Zweckbin­dung in den Bundeshaus­halt. Einen kritischen Blick auf die bisherigen Ideen für klimaneutrales Flie­gen wirft die taz.

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Nepal erlässt Plastikverbot am Mount Everest

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Die nepalesischen Behörden haben eine Neuregelung bekannt gegeben, nach der die meisten Plastik­ver­packungen und insbesondere Plastikflaschen ab dem 1. Januar in der Region um den Mount Eve­rest nicht mehr benutzt werden dürfen. Das Verbot bezieht sich auf die Gemeinde Khumbu Pasang Lhamu und betrifft Plastik von weniger als 30 Mikrometer Stärke. Zunächst wurden keine Strafen für den Fall der Zuwiderhandlung genannt. Bereits vor sechs Jahren wurde eine Abgabe von 4.000 US-Dollar, umgerechnet etwa 3.600 Euro, pro Bergsteigerteam eingeführt. Die Geldsumme wird nur an jene Teams erstattet, die beim Abstieg vom höchsten Berg der Welt pro Kopf acht Kilogramm Müll mitbringen – etwa die Hälfte der Teams erfüllt diese Anforderung. Im Laufe des Jahres 2019 wurden bislang mehr als zehn Tonnen Müll eingesammelt. Mehr bei n-tv.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Möglicher Umweltskandal: Französin klagt wegen Fehlbildung ihres Sohnes

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Der Sohn von Axelle Laissy ist heute sechs Jahre alt. Er sei sehr pfiffig und lebenstüchtig, sagen die Eltern. Doch seine Geburt war mit einem Schock verbunden: Dem kleinen Louis fehlt die rechte Hand. Zufall, sagen die Ärzte, so etwas komme vor. Vier Jahre lang glaubt Laissy den Ärzten, dann sieht sie im Fernsehen einen Bericht über den Fall der sogenannten „Babys ohne Arme“. 2018 wurde in Frankreich groß über den Verdacht berichtet, dass in bestimmten Regionen, vor allem auf dem Land, ungewöhnlich viele Kinder mit fehlenden Händen, Fingern oder Armen geboren werden – und womöglich Umweltfaktoren die Ursache sind. Die Mutter von sechs Kindern hat sich nun entschieden, für eine weitere Aufklärung zu kämpfen. Sie hat eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt – wegen „fahrlässiger Körperverletzung“. Es ist das erste Mal, dass eine Familie klagt. Hintergründe hat die SZ.

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Kreuzfahrtschiff-Ranking: Welches ist am wenigsten schädlich?

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Seit Jahren suchen Reedereien wie Aida Cruises, TUI Cruises oder Hapag-Lloyd einen Kompromiss: den zwischen Gewinnstreben und Imageschutz. Ist das Flüssigerdgas LNG das Beste – für Klima und Budget? Warum zugunsten von Marinediesel mit weniger Schwefeloxid auf das billige Schweröl verzichten? Weiß wie die Dampfer, die sie in See stechen lassen, soll ihre Weste in Bezug auf die Umwelt sein – immerhin werden hier Urlaubsträume verkauft. Der Naturschutzbund (NABU) nimmt die Maßnahmen der Reedereien alljährlich beim Kreuzfahrt-Ranking unter die Lupe. Ergebnis in diesem Jahr: Auf Platz eins und zwei schippern zwei 6.600 Passagiere fassende Riesen mit LNG-Antrieb, die Aida Nova und Costa Smeralda (ab Oktober im Dienst). Dann folgen Schiffe, deren Reeder Stickoxidkatalysatoren einsetzen und/oder auf Schweröl ganz oder teilweise freiwillig verzichten. Und dann? Ist es auch schon vorbei mit der Vorbildlichkeit. Mehr bei Spiegel Online.

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Denkzettel am Donnerstag: Wenn der Nespresso-Chef über Nachhaltigkeit spricht

Nespresso verkörperte einst Kaffee-Glamour. Heute kratzt am Image, dass die Aluminium-Kapseln jährlich Tausende Tonnen Müll verursachen.

Der Stern hat mit Geschäftsführer Mark Ruijgrok darüber gesprochen, was an den Kapseln nachhaltig ist – und was er von Greta Thunberg hält.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.19 Klimaanpassung

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.19 Klimaanpassung

Seit dem Hitzesommer 2018 ist klar: Der Klimawandel ist da, und er ist überall. „Überleben in der Heißzeit“ ist ein Heft über die Frage: Gibt es ein richtiges Leben im falschen Klima? Jetzt lesen

Klimaanpassung – 5.19

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Reports / Meinungen / Interviews

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16.Aug 2019

Kundschaft am Rande des Ner­ven­zu­sam­men­bruchs

Kundschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal nimmt sie Ampeln, Schlüssellöcher und andere lustige Lebensmittelkennzeichnungen unter die Lupe.

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09.Aug 2019

„Herr Bolsonaro muss verstehen, dass der Kli­ma­wan­del auch Brasilien bedroht“

„Herr Bolsonaro muss verstehen, dass der Klimawandel auch Brasilien bedroht“

Laut dem neuen Sonderbericht des Weltklimarates IPCC sind Land- und Forstwirtschaft für 23 Prozent des menschengemachten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, einer der Leitautoren, erklärt im Interview, welchen Wandel er sich durch die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse erhofft.

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09.Aug 2019

Kli­ma­wan­del: Anpassen ja, verzagen nein

Überleben in der Heißzeit // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal hat sie die neue Ausgabe des Greenpeace Magazins durchgeblättert.

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06.Aug 2019

Condor-Werbung: Ein zynisches Hello zum steigenden Mee­res­spie­gel

Condor-Werbung: Ein zynisches Hello zum steigenden Meeresspiegel

Die Fluggesellschaft Condor möchte mit Bildern von Strand, Meer und Abenteuer Fernweh wecken. Doch in Zeiten der Klimakrise könnten die Motive zynischer kaum sein – das zeigen unsere satirischen Fake-Anzeigen.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Wem gehört der Brokkoli?

Eine Landwirtin kämpft für ihr Recht auf eigene Sorten.
Ein Portrait aus dem Greenpeace Magazin

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Copycat

Von der Natur lernen - etwa von Schmetterlingsflügeln. Wir zeigen Beispiele aus dem aktuellen Heft

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Paradies am Abgrund

Die Idylle täuscht – auf den Malediven richten Millionen Touristen verheerende Umweltschäden an. Ein Zustandsbericht aus dem Greenpeace Magazin

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À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Taktische Tomate

Taktische Tomate

Golden und giftig, teuer und treulos, süß und salzig – Solanum lycopersicum steckt voller vermeintlicher Gegensätze, die in Wahrheit wunderbar zusammenpassen

Greenpeace Magazin - Saison: Köstliche Kartoffel

Köstliche Kartoffel

Gemüse von Welt und Arme-Leute-Essen, zartlila Blüte im Haar von Marie-Antoinette und Treibstoff der Industrialisierung. Solanum tuberosum steckt voller Stärken und ist in jeder Pelle zu Hause

Greenpeace Magazin - Saison: Ruchloses Radieschen

Ruchloses Radieschen

Kein Wurzelgemüse, aber radikal – die rote Radieschenfraktion geht über Leichen, wenn man sie lässt. Es ist an der Zeit, Raphanus sativus var. sativus mit Haut und Laub in die Pfanne zu hauen

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Mensch, warum strebst du stets nach mehr? Um deinen Lebensraum zu erhalten, musst du lernen, die Füße hochzulegen

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Klar, solange man beim Open-Air-Vergnügen auf sie achtgibt

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Darf man Zwölfjährige entscheiden lassen, was mit einer Million Dollar geschehen soll? Dieses Beispiel zeigt: Man muss