Reports / Meinungen / Interviews

Mobilität nach Sylter Art

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Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal nimmt sie ihre Heimatinsel Sylt ins Visier.

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Dienstag, 23. Juli 2019

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Grüne wollen Bahn stärken, Kanada will Lachse zum Laichen fliegen und Apps gegen den Kassenzettel-Wahnsinn

Liebe Leserinnen und Leser,

gute wie schlechte Angewohnheiten sind oft angelernt. Damit sich letztere gar nicht erst festsetzen können, macht es also Sinn, dort anzusetzen, wo sie entstehen. Beim Beispiel Autofahren wären das: Fahrschulen. Nachdem uns die Blechkisten aller Voraussicht nach noch mindestens ein paar Jahrzehnte erhalten bleiben – warum Fahranfänger nicht zumindest direkt in E-Autos setzen, als Beitrag zur Verkehrswende? Nun ja, weil das die Prüfbehörden verhindern. Das beklagt zumindest der Verband der Deutschen Fahrschulenwie der MDR berichtet. Er wirft TÜV und Dekra vor, die Verbreitung von Elektroautos mit überzogenen Regelungen zu blockieren. Demnach kommen in den bundesweit etwa 12.000 Fahrschulen kaum E-Modelle zum Einsatz – weil überhaupt nur drei für Prüfungen zugelassen sind. Dabei, so der Verband, seien Elektroantriebe für Fahranfänger besonders gut geeignet, da das Schalten der Gänge wegfalle. Das Problem sind allerdings jahrzehntealte Vorschriften, etwa mit millimetergenauen Vorgaben für den Platzbedarf. So scheidet etwa der populäre Renault Zoe als Prüfungswagen aus, weil er den Raumbedarf auf der Rückbank nicht erfüllt.

Es gibt aber Grund für vorsichtigen Optimismus: Das Verkehrsministerium hat den Widerspruch zwischen der Förderung der Elektromobilität und überholten Vorschriften inzwischen erkannt – die Prüfungsordnung könnte schon bald geändert werden. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses „Bald“ schneller da ist als ein Traktor auf der Landstraße.

Wir düsen jetzt durch den Dienstag und holen Sie morgen wieder mit den aktuellen Umweltnachrichten ab. Bis dahin!

Das Team vom Navigator 

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So wollen die Grünen den Luftverkehr eindämmen

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„Bis 2035 wollen wir Inlandsflüge weitestgehend obsolet machen“, heißt es in einem Papier aus der Grünen-Bundestagsfraktion, das der SZ vorliegt. Dazu soll die Bahn nach Willen der Partei jährlich drei Milliarden Euro bekommen, um das Schienennetz auszubauen und so schneller zu machen. Ziel sei es, die Fahrzeit zwischen möglichst vielen Orten im Inland und ins benachbarte Ausland auf „ma­xi­mal vier Stunden“ zu senken. Zudem brauche es mehr Züge in den Morgen- und Abendstunden, um auch Geschäftsreisenden die Bahn schmackhaft zu machen. Das verlange allerdings auch pünktliche­re Züge und ein brauchbares W-LAN an Bord. Die Mehrwertsteuer soll bei der Eisenbahn von 19 auf sie­ben Prozent heruntergesetzt werden. Auch Trassenpreise und Stromsteuer wollen die Grünen sen­ken. „Es kann nicht sein, dass das Flugzeug als klimaschädlichster Verkehrsträger noch immer mit Milliardenbeträgen subventioniert wird, während die umweltfreundliche Bahn chronisch unterfinan­ziert ist“, sagte Daniela Wagner, eine der Autorinnen des Papiers. Preise müssten auch im Luftver­kehr die ökologische Wahrheit abbilden.

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Great-Barrier-Reef-Behörde stellt sich offen gegen australische Regierung

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Die Behörde, die das Great Barrier Reef betreut, schlägt Alarm: Ohne drastische Mittel gegen die Kli­ma­krise ist das Riff nicht zu retten. „Nur die stärksten und schnellsten möglichen Maßnahmen“ zur Verringerung der globalen Treibhausgas-Emissionen könnten die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Riff begrenzen, heißt es in einem Papier der Great Barrier Reef Marine Park Authority. Dazu sei eine „internationale und nationale“ Antwort nötig. Damit stellt sich die Verwaltung des Weltna­tur­er­bes offen gegen die australische Regierung. Unter dem kürzlich wiedergewählten konservativen Ministerpräsidenten Scott Morrison und seinem Vorgänger Malcolm Turnbull sind die Emissionen Australiens in den vergangenen vier Jahren stets gestiegen. Der konservative Morrison gilt als Unter­stützer der Kohleindustrie. Die Erderwärmung setzt dem 2.300 Kilometer langen Riff an der Nordost­küste Australiens bereits heute stark zu: 2016 und 2017 kam es jeweils zu schweren Korallenbleichen – 2016 gingen etwa 30 Prozent aller Korallen im flachen Wasser des Riffs verloren. Mehr bei der SZ.

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Kanada will Lachse zum Laichen fliegen

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Im Westen Kanadas hängen Millionen Lachse auf dem Weg zu ihren Laichgründen fest: Ein Erdrutsch hatte vor einem Monat im Fluss Fraser einen fünf Meter hohen Wasserfall entstehen lassen, den die flussaufwärts schwimmenden Fische nicht überwinden können. Die Regierung der Provinz British Columbia plant nun, auch Hubschrauber einzusetzen, um die Fische in der entlegenen Gegend nord­west­lich der Ortschaft Kamloops aufzunehmen und weiter oben im Fluss wieder auszuset­zen. Parallel wird daran gearbeitet, den abgerutschten Felsen sowie Trümmer zu beseitigen. Unter anderem wer­de versucht, mit großen Felsbrocken eine Art Fischtreppe zu schaffen und so die Passage zu erleich­tern. Bei der Rettungsaktion geht es der Tagesschau zufolge nicht nur darum, den Nachschub für die Fischereiindustrie sicherzustellen – nein, zwei der betroffenen Arten, der Königslachs und der Rotlachs, sind gar in ihrer Population bedroht.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Stiftung Warentest warnt vor unseriösen Tests

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Zahncremes, Matratzen oder Digitalkameras: Es gibt kaum eine Produktgruppe, die die Stiftung Wa­rentest bislang nicht getestet hat. Mit einem guten Urteil schmücken sich viele Hersteller. Manche tun dies den Warentestern zufolge jedoch, obwohl es gar keinen entsprechenden Test gibt. Die Ver­braucherorganisation hat daher nun vor gefälschten Angaben gewarnt: Wer auf falsche Testurteile ver­trau­e, könne sich am Ende sogar schaden. Mitunter werden auch tatsächlich getestete Produkte an­ders dargestellt. Ein mit Schadstoffen belasteter Kinderwagen habe beispielsweise von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil „mangelhaft“ erhalten – ein Vergleichsportal pries ihn aber mit der Be­hauptung an, er entspreche „rundum den Empfehlungen der Stiftung Warentest“. Die Stiftung gibt Hinweise, wie man sogenannte Fake-Testportale erkennt. Dazu zählen beispielsweise: nur gute No­ten, Verweise auf Onlineshops und kostenlose Tests. Die Meldung hat Spiegel Online.

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Apps zur Papiervermeidung: Wider den Kassenzettel-Wahnsinn

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In Deutschland werden täglich Millionen von Kassenzetteln gedruckt. Diese Menge könnte sich ab 2020 durch eine gesetzliche Neuregelung sogar noch erhöhen. Dann ist selbst jeder kleine Getränke­kiosk verpflichtet, Kassenzettel auszudrucken – diese Regelung soll Steuerhinterziehung vorbeugen. Für die Umwelt ist das jedoch eine enorme Belastung, denn Bons werden auf Thermopapier ge­druckt, das bislang noch schädliche Inhaltsstoffe enthält: Sie können Gewässer und die menschliche Gesundheit gefährden. Um den Schwall an gedruckten Kassenzetteln zu reduzieren, arbeiten meh­rere Start-ups an digitalen Alternativen. Sie alle wollen jeweils eine App zur Verfügung stellen, in der Kassenzettel gesammelt und übersichtlich dargestellt werden. Diese können dann dem Steuerberater freigeben oder für einen Garantiefall oder Umtausch genutzt werden. Manche Start-ups bieten zu­dem ein digitales Haushaltsbuch an, um Ausgaben zu kategorisieren. Die taz stellt die Anbieter und die Technik dahinter vor.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Vielflieger, schämt euch nicht!

In Schweden ist ein Trend entstanden, der mit Peinlichkeit Großes erreichen will. Seine Vertreter empfinden und bewerben „flygskam“, also Flugscham, um den klimaschädlichen Luftverkehr einzudämmen.

Scham gezielt auszulösen, ist aber Demütigung – selbst wenn es für höhere Ziele wie den Klimaschutz passiert, findet Klimareporter°-Redakteurin Susanne Schwarz. Das Gefühl signalisiert Achtungsverlust und Unzulänglichkeit, nagt am Selbstwert und hinterlässt Ohnmacht. Auf so einer Basis trifft kein Mensch Entscheidungen, die sich frei anfühlen.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

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Veggie-Schnitzel, Bio-Trend und Milch-Ersatz: Was wir noch guten Gewissens essen können, ohne Tiere und Natur auszubeuten. Ab sofort im neuen Greenpeace Magazin. Jetzt lesen!

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Reports / Meinungen / Interviews

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09.Jul 2019

Deutsche Städte rufen den Kli­ma­not­stand aus – doch was bedeutet das?

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Ernährung
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25.Jun 2019

An alle Grillkönig*innen

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Weltraum-Zoologie
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03.Jul 2019

Projekt Icarus zur Tier­be­ob­ach­tung im All startet – „Wie ein Traum“

Projekt Icarus zur Tierbeobachtung im All startet – „Wie ein Traum“

Immer wieder verzögerte sich das deutsch-russische Mammutprojekt – nun soll Icarus endlich starten: Anfang Juli wird auf der ISS der Bordcomputer angeschaltet. Fast zwei Jahrzehnte hat Initiator Martin Wikelski auf die Forschung mit Tiersendern hingearbeitet.

Newsletter
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21.Jun 2019

Von Bienen, Blüten und Jah­res­zei­ten

Von wegen Sommer: Fragen Sie mal die Biene // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal späht sie in einen Bienenstock.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Wem gehört der Brokkoli?

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