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Do, 2016-05-26 14:20
Sofia (dpa)

Gaskrisen vermeiden: EU für Gas Hub in Bulgarien

Sofia (dpa) - Brüssel sieht Bulgarien als künftigen Umschlagknoten für Gaslieferungen - auch aus Russland. Die EU-Kommission unterstütze den Bau eines Gasverteilungszentrums in Bulgarien, erklärte EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete am Donnerstag in Sofia nach Gesprächen mit Regierungschef Boiko Borissow.

Der unweit der bulgarischen Schwarzmeerstadt Warna geplante «Gas Hub Balkan» soll neue Lieferquellen und -routen für Gas sichern, einschließlich aus Russland. Das Projekt sei nicht gegen Russland gerichtet, betonte Borissow: «Jeder die die EU-Regeln einhält, ist willkommen.»

Die EU wolle Gas-Krisen wie in den Jahren 2005 und 2009 vermeiden, betonte EU-Energiekommissar Cañete. Bei der angestrebten Sicherung der Gaslieferungen spiele Bulgarien eine Schlüsselrolle.

Um das Projekt für den «Gas Hub Balkan» umzusetzen, werde Bulgarien Verbindungen zu den Gasnetzen der Nachbarstaaten Griechenland, Rumänien und Serbien aufbauen. Auch neun Jahre nach dem EU-Beitritt 2007 hängt der einstige Ostblock-Staat noch immer fast völlig von russischen Gaslieferungen durch die Ukraine ab.

Do, 2016-05-26 14:16
Amsterdam (dpa)

Niederlande dürfen französischen Terror-Verdächtigen ausliefern

Amsterdam (dpa) - Ein in den Niederlanden festgenommener Terror-Verdächtiger darf an Frankreich ausgeliefert werden. Das urteilte ein Gericht in Amsterdam am Donnerstag. Anis B. war im März auf Ersuchen Frankreichs in Rotterdam festgenommen worden. Frankreich verdächtigt ihn, an der Vorbereitung eines Terror-Anschlages beteiligt gewesen zu sein. Er soll nach Angaben der Justiz in den nächsten Tagen den französischen Behörden übergeben werden.

Eine Antiterror-Einheit der niederländischen Polizei hatte Anis B. festgenommen und in seiner Wohnung unter anderem 45 Kilogramm Munition sichergestellt. Der Mann hatte seine Auslieferung angefochten, da ihm in Frankreich nach eigenen Angaben eine lebenslange Haftstrafe und unmenschliche Behandlung im Gefängnis drohe. Das sah das Gericht als nicht erwiesen an.

Do, 2016-05-26 14:16
Berlin (dpa)

Bauernverband verlangt schnelle Krisenhilfen beim «Milchgipfel»

Die Milchpreise sind im Keller - Tausende Landwirte geraten in finanzielle Not, weil die Erlöse seit Monaten abstürzen. Bei einem Krisengipfel will die Bundesregierung Linderung organisieren. Die Landwirte wissen schon, was am dringendsten ist.

Berlin (dpa) - Der Deutsche Bauernverband fordert vom «Milchgipfel» bei Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) schnell spürbare Krisenhilfen. «Wir erwarten konkrete, sofort wirksame Unterstützung für die Betriebe», sagte Vizepräsident Udo Folgart am Donnerstag in Berlin. Dringlich seien Liquiditätshilfen und etwa auch steuerliche Entlastungen. Generell müsse es eine bessere Mengensteuerung geben, die aber nicht staatlich geregelt werden könne, sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken. Auch der Handel müsse Verantwortung übernehmen. «Wir erwarten Unterstützung für die Milchbauern statt fortgesetzte Preisdrückerei im Einkauf.» Die Preise sind seit Monaten im Keller.

Schmidt stellte mit Blick auf den «Milchgipfel» an diesem Montag (30.5.) in Berlin «schnelle direkte Hilfen» in Aussicht. «Die Risiken des Milchmarktes müssen fairer verteilt werden», sagte er anlässlich eines Treffens mit protestierenden Milchbauern in seinem Wahlkreis. Nötig sei eine ehrliche und konstruktive Diskussion der Lage. «Für bessere Erzeugerpreise brauchen wir vor allem auch die Verbraucher.»

Bei dem Treffen soll mit Vertretern von Bauern, Milchwirtschaft und Handel über Lösungen beraten werden. Im Gespräch ist ein Hilfspaket von «100 Millionen Euro plus X». Folgart machte deutlich, dass dieses X erheblich sein müsse. Krüsken sagte mit Blick auf die beschlossene milliardenschwere Förderung von E-Autos: «Was für Elektromobilität gut ist, muss für die Landwirtschaft auch recht sein.»

Gründe des Preisverfalls sind die schwache Nachfrage in internationalen Märkten, ein Importstopp Russlands als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts und Produktionssteigerungen unter anderem in manchen EU-Ländern. Dadurch gibt es derzeit ein Überangebot.

Krüsken betonte, die Molkereien seien in einer zentralen Rolle, um das Angebot stärker zu steuern. «Nur an dieser Stelle kann auf wechselnde Nachfragesituationen marktgerecht reagiert werden.» Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte den Handel, der die Überschuss-Situation schamlos ausnutze. «Milch darf nicht länger unterhalb der Erzeugerkosten verramscht werden», sagte der Vorsitzende Hubert Weiger. Falsch sei auch, dass die Bundesregierung auf Wachstum und aggressive Exportpolitik setze.

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner forderte von der EU eine Milliarde Euro Soforthilfe für in Not geratene Betriebe. Zudem solle es Steuererleichterungen geben, sagte der CSU-Politiker der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstag). So sollten Landwirte Geld, das sie in guten Jahren verdient haben, steuerfrei zurücklegen dürfen, um sich in schlechteren Zeiten selbst zu helfen.

In Nordrhein-Westfalen schätzt der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV), dass wegen der Milchkrise allein in diesem Jahr bis zu fünf Prozent der Betriebe - vor allem Milchbauernhöfe - in ihrer Existenz bedroht sind. Bei rund 36 000 landwirtschaftlichen Betrieben in dem Land wären das rund 1800 Höfe.

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Do, 2016-05-26 14:07
Madrid (dpa)

74 Stoßzähne von Elefanten in Spanien sichergestellt

Madrid (dpa) - Die Polizei hat in Spanien 74 Stoßzähne von afrikanischen Elefanten sichergestellt. Die Beschlagnahme sei nach mehrwöchigen Ermittlungen bereits im April in einem Haus in Colmenar de Oreja rund 50 Kilometer südöstlich von Madrid erfolgt, teilte die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) am Donnerstag mit.

Ein Mann, der vorgehabt habe, die 744 Kilogramm Elfenbein für rund 200 000 Euro zu verkaufen, sei festgenommen worden. Er habe den Beamten eine gefälschte Jagderlaubnis des südostafrikanischen Staates Mosambik aus dem Jahr 1970 präsentiert. Man habe bei den Ermittlungen eng mit spanischen Umweltbehörden und der internationalen Tierschutzbehörde Cites zusammengearbeitet, hieß es. 

Der afrikanische Elefant sei vom Aussterben bedroht, der Handel mit den Stoßzähnen der Tiere bis auf wenige Ausnahmen illegal, so die Guardia Civil. Nach Angaben der Organisation African Wildlife Foundation wurden 2015 rund 35 000 Elefanten in Afrika getötet.

Do, 2016-05-26 14:37
Gaza (dpa)

Hamas will fünf verurteilte Mörder vor Reportern hinrichten Von Saud Abu Ramadan, Maher Abukhater und Stefanie Järkel, dpa

Exekutionen durch die Hamas waren in den vergangenen Jahren selten. Nun sollen im Gazastreifen fünf Mörder hingerichtet werden - ohne Zustimmung von Präsident Abbas und vor Medien.

Gaza (dpa) - Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas will in der kommenden Woche fünf verurteilte Mörder hinrichten. Damit solle eine neue Verordnung in dem Palästinensergebiet in Kraft treten, sagte Hamas-Staatsanwalt Ismail Dschaber am Donnerstag. Acht weitere verurteilte Mörder sollen nach dem Fastenmonat Ramadan im Juli exekutiert werden. Die Vereinten Nationen verurteilten die Pläne.

Allerdings korrigierte Dschaber seine eigene Aussage vom Mittwoch, wonach die Hinrichtungen öffentlich stattfinden sollten. Sie könnten zur Abschreckung von potenziellen Mördern allerdings in Anwesenheit von Medienvertretern geschehen, sagte er.

Hamas-Abgeordnete hatten am Mittwoch eine entsprechende Verordnung gebilligt. Sie widerspricht dem Gesetz, nach dem alle Todesurteile von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gebilligt werden müssen. Bisher wurden zudem nur Menschen hingerichtet, die der Kollaboration mit Israel bezichtigt worden waren - zuletzt während des Gaza-Krieges vor knapp zwei Jahren.

Die gemäßigte Palästinenserorganisation PLO verurteilte die geplanten Exekutionen. Die Entscheidung sei «illegal und eine Verletzung des Gesetzes», sagte das führende Mitglied der PLO, Hanan Aschrawi. Sie kritisierte besonders den Plan von öffentlichen Hinrichtungen und forderte eine generelle Abschaffung der Todesstrafe durch Abbas.

Die Vereinten Nationen betonten, dass die Todesstrafe nur in extrem seltenen Fällen vollstreckt werden solle und nach einem fairen Verfahren. «Wir haben ernsthafte Zweifel, dass Verfahren zu Kapitalverbrechen in Gaza diesen Standards entsprechen», sagte ein Sprecher des Hohen Kommissars für Menschenrechte.

Hinrichtungen im Gazastreifen gab es bisher üblicherweise in geschlossenen Innenhöfen von Polizeistationen. Die Verurteilten wurden dabei von einer Gruppe Polizisten erschossen.

Nach Angaben des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte gab es bereits seit 2007 insgesamt 19 Exekutionen im Gazastreifen ohne Zustimmung von Präsident Abbas. Seit 1994 seien insgesamt 176 Todesurteile von der Palästinensischen Autonomiebehörde verhängt worden, 146 im Gazastreifen und 30 im Westjordanland. 32 Exekutionen seien ausgeführt worden, 30 im Gazastreifen und zwei im Westjordanland.

Nach Aussage von Dschabber sollen die geplanten Hinrichtungen dazu dienen, soziale Gerechtigkeit herzustellen. In den vergangenen zwei Wochen waren Familien der Opfer vor das Parlament der Hamas gezogen und hatten die Hinrichtungen der Täter gefordert. Die Verurteilten sollen Frauen und Kinder getötet haben.

Die Entscheidung der Hamas wird damit nicht als Reaktion auf die Äußerungen von Israels designiertem Verteidigungsminister Avigdor Lieberman gesehen. Der ultra-nationale Politiker setzt sich für die Todesstrafe für Terroristen ein. Diese soll allerdings nur von Militärgerichten verhängt werden, vor denen fast nur Palästinenser angeklagt werden. Bisher gilt in Israel die Todesstrafe nur für NS-Verbrecher, sie wurde bisher ein einziges Mal vollstreckt, gegen Adolf Eichmann.

Do, 2016-05-26 14:53
Kabul (dpa)

Erster Gegner des neuen Talibanchefs verweigert Gefolgschaft

Kabul (dpa) - Nur einen Tag nach der Wahl des neuen Talibanchefs Mullah Haibatullah Achundsada meldet sich ein erster namhafter Gegner. Der Talibankommandeur Mullah Rassul verweigere dem neuen Anführer die Gefolgschaft, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Pajhwok unter Berufung auf eine Erklärung auf der Webseite Rassuls.

Mullah Rassul hatte sich bereits gegen den früheren Anführer der Hauptgruppe der Taliban, den am Samstag durch US-Drohnen getöteten Mullah Mansur, gestellt. In Gefechten zwischen den Lagern sterben immer wieder Dutzende Kämpfer. Es ist nicht klar, wieviele Männer Rassul befehligt. Die Zahlen sollen sich in den Hunderten halten.

In der von Pajhwok zitierten Stellungnahme hieß es, der neue Anführer sei nicht gemäß «afghanischen Traditionen» gewählt worden. Jene, die anwesend gewesen seien, seien «verdächtig».

Das «Wall Street Journal» hatte am Sonntag unter Berufung auf afghanische und US-Quellen berichtet, dass der afghanische Geheimdienst von den USA bereitgestellte Gelder nutzte, um Taliban- Splittergruppen zu unterstützen. Ziel sei, die Zersplitterung der Bewegung voranzutreiben und sie so zu schwächen. Auch Mullah Rassuls Gruppe habe Bargeld, Munition und Waffen erhalten.

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Do, 2016-05-26 14:32
Leipzig (dpa)

Die Kirchen und das Kreuz mit der AfD Von Stefan Kruse, dpa

Passen Gott und die AfD zusammen? Die Kirchen tun sich mit den Rechtspopulisten schwer, und das gilt auch umgekehrt. Der Dialog findet über die Medien statt, nun wird der Konflikt schärfer.

Leipzig (dpa) - Die AfD ist beim Katholikentag nicht vertreten - dennoch ist sie beim Christentreffen in Leipzig in aller Munde. Zunächst sorgte für Unruhe, dass die Veranstalter die Rechtspopulisten nicht wie andere Parteien zu den Diskussionsforen eingeladen hatten. Menschenverachtende Positionen hätten auf dem Katholikentag keinen Platz, hieß es zur Begründung. Am Donnerstag platzte nun eine neue AfD-Attacke aus dem fernen München herein: Ihr bayerischer Landesvorsitzender Petr Bystron hielt beiden Kirchen und deren Wohlfahrtsverbänden vor, mit der Flüchtlingshilfe Milliardengeschäfte zu machen und für den Aufbau und Betrieb von Flüchtlingsunterkünften «saftige Rechnungen» an den Staat zu schreiben.

Den Bischöfen platzte daraufhin der Kragen. Ihr Sprecher Matthias Kopp wies Bystrons Äußerungen ungewohnt undiplomatisch als durch nichts belegtes «Gequatsche» und «unreflektiertes Gerede» zurück, Berlins Erzbischof Heiner Koch sprach von einer Unverschämtheit. AfD-Vize Albrecht Glaser schloss sich den Worten seines Parteifreundes zwar nicht an und sagte: «Das würde ich so nicht formulieren.» Dennoch stichelte er gegen die Kirchen: Diese seien beim Thema Flüchtlinge von einem «naiven Humanitarismus beseelt».

Der neue Clinch ist der vorläufige Höhepunkt eines Konflikts, der schon lange anhält. AfD-Politiker bis hin zur Vorsitzenden Frauke Petry machen seit Monaten Front gegen evangelische und katholische Kirche. Diese setzen sich für Religionsfreiheit und Flüchtlinge ein und stellen - angetrieben vom christlichen Gebot der Nächstenliebe - Hilfe für Menschen in Not, darunter viele Muslime, nicht in Frage.

«Nicht die Würde der Deutschen ist unantastbar, sondern die Würde eines jeden Menschen», formulierte der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, gerade erst in Leipzig. «Das ist für Christen nicht verhandelbar.» Kölns Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki mahnte beim Fronleichnams-Gottesdienst in der Domstadt weitere Hilfe für Flüchtlinge an: «Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken.»

AfD-Politiker begegnen dieser Haltung und Protestaktionen von Bischöfen, die etwa in Erfurt oder Köln bei AfD-Kundgebungen die Kirchenbeleuchtung ausschalten, mit harscher Kritik, Schmähungen, teils Beleidigungen. Petry nannte die Position der Kirchen in der Flüchtlingspolitik «verlogen»: Sie kümmerten sich eher um Muslime als um ihre unterdrückten Glaubensbrüder. AfD-Vize Alexander Gauland warf den Kirchen in Sachen Flüchtlingspolitik den Versuch vor, «den Staat zu manipulieren». Und AfD-Rechtsaußen Björn Höcke wird in Medien mit den Worten zitiert, Funktionsträger in der Kirche seien «verrottet».

Die Gräben zwischen der AfD und den Kirchen scheinen immer tiefer zu werden, zumal Bischöfe auch klare Kante gegen Rechtspopulismus zeigen. Christen dürften Hetze und Rechtsextremismus nicht dulden, betonte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strom, jüngst mit Blick auf AfD- und Pegida-Demos. Wer dort mitlaufe, legitimiere Hetzparolen.

Doch hier liegt auch das Problem. Denn die AfD, der vor allem im Osten viele Konfessionslose, aber durchaus auch Protestanten und Katholiken angehören, ist inzwischen durch den Wähler legitimiert. Sie sitzt in acht Landtagen und strebt im kommenden Jahr auch in den Bundestag. Mit einer Linie wie beim Katholikentag, nicht mit ihren Vertretern zu sprechen, bietet die Kirche da auch Angriffsfläche, die die AfD ausnutzt. «Ausgrenzung hat uns immer nur stärker gemacht», sagte AfD-Vize Gauland der neuen «Zeit»-Beilage «Christ und Welt».

«Wir müssen auf jeden Fall (...) das Gespräch suchen», meinte vor diesem Hintergrund denn auch Berlins Erzbischof Koch, der bis zum Vorjahr das Bistum Dresden-Meißen leitete. Indes: «Ich habe es schon in Dresden versucht, und das war nicht immer sehr erfolgreich.»

Do, 2016-05-26 14:14
Bagdad (dpa)

Helfer warnen vor humanitärer Katastrophe im irakischen Falludscha

Bagdad (dpa) - Nach dem Beginn einer irakischen Offensive auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Westen des Landes warnen Helfer vor einer humanitären Katastrophe. In der vom IS gehaltenen Stadt Falludscha etwa 70 Kilometer westlich von Bagdad seien rund 50 000 Zivilisten eingeschlossen und befänden sich in einer «extremen Notlage», sagte die lokale Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC), Becky Bakr Abdullah, am Donnerstag.

In der Region gebe es heftige Kämpfe. «Wir sind äußerst besorgt, dass die Menschen unter Feuer geraten könnten», sagte Bakr Abdullah. Sie müssten sich von getrockneten Datteln ernähren und Wasser aus dem Euphrat trinken. Es gebe Berichte über extremen Hunger. Seit September seien keine Hilfstransporte mehr in die Stadt gekommen.

Dem NRC zufolge sind in den vergangenen Tagen rund 550 Menschen aus Falludscha geflohen. Sei ständen unter Schock. Eine Flucht sei nur unter großer Gefahr und ausschließlich nachts möglich. Es gebe Berichte, dass IS-Kämpfer Flüchtlinge attackierten, damit sie die Stadt nicht verließen, sagte Bakr Abdullah.

Falludscha ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste Hochburg des IS im Irak. Die Armee und Milizen hatten Anfang der Woche unterstützt von US-Luftangriffen eine Offensive begonnen, um die sunnitischen Extremisten aus der Stadt zu vertreiben.

Do, 2016-05-26 13:29
Ise-Shima (dpa)

G7 trotzt Chinas Drohung und mischt sich in Inselstreit ein

Ise-Shima (dpa) - Trotz der Drohungen aus China sprechen sich die sieben großen Industrienationen für eine gewaltfreie Beilegung der Territorialkonflikte im Süd- und Ostchinesischen Meer aus. «Wir haben eine gemeinsame Haltung, dass wir den Konflikt friedlich lösen wollen», sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag auf dem G7-Gipfel im japanischen Ise-Shima.

Auch sei sich die G7-Gruppe einig, dass internationale Institutionen «hier auch legitimiert sind», sagte Merkel mit Blick auf das Schiedsgericht in Den Haag, das voraussichtlich im Juni über Chinas Ansprüche entscheiden wird. Peking hat bereits erklärt, dass es die Zuständigkeit des Schiedshofes nicht anerkennt und dessen Entscheidung nicht akzeptieren wird.

Zuvor hatte Chinas Staatsagentur in einem Kommentar die Forderung der chinesischen Führung in Peking bekräftigt, dass die G7 sich aus dem Konflikt heraushalten soll. Am Ende des Gipfels wollen die Staats- und Regierungschefs dennoch eine volle Erklärung veröffentlichen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Do, 2016-05-26 13:58
Berlin (dpa)

Die Milchpreismacher der Bauern stehen selbst unter Druck Von Sascha Meyer, dpa

Für Milchbauern sind es dramatische Zeiten. Um aus dem Preistief zu kommen, müsste die produzierte Menge stärker gesteuert werden. Doch die direkten Geschäftspartner der Höfe sind nicht die Verbraucher.

Berlin (dpa) - Von der Kuh bis zum Kühlregal ist es ein weiter Weg. Dazwischen entscheidet sich, was Supermarktkunden für Milch, Käse oder Joghurt zahlen müssen - und wie viel die Bauern dafür bekommen. Die dramatische Talfahrt der Milchpreise in den vergangenen Monaten hat nicht nur die Landwirte alarmiert. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) lädt für diesen Montag zum «Milchgipfel», um Auswege aus der bedrohlichen Krise für Tausende Höfe zu suchen. Dabei richten sich viele Blicke auf eine wichtige Schnittstelle: die Molkereien, die erst mit den Bauern verhandeln und am Ende mit den Handelsriesen.

«Ohne die Molkereien gibt es keine Besserung der katastrophalen Lage», heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Schließlich seien sie «der Flaschenhals, durch den fast die gesamte Milch hindurchgeht». Der Bauernverband betont, nur an dieser Stelle könne die Milchmenge nach der jeweiligen Nachfrage gesteuert werden. Und auch Gipfel-Gastgeber Schmidt zielt in diese Richtung, um das erhebliche Überangebot als Ursache der Krise anzupacken. «Nur wenn wieder weniger Milch auf den Markt kommt, steigt der Preis.»

Dabei gibt es den einen, bundesweit einheitlichen Preis nicht. Jede der gut 90 Molkereien mit 220 Standorten hat ihren «eigenen», wie es beim Milchindustrie-Verband heißt. Und die Preise, die die Bauern bekommen, schwanken auch noch saisonal und regional. Mitte Mai lagen sie laut Bundesverband Deutscher Milchviehhalter zwischen 17 Cent je Liter im Norden und 29 Cent in Bayern - wobei gilt, dass mindestens 35 Cent für ein kostendeckendes Wirtschaften hereinkommen sollten.

Das Geld für die abgelieferte Milch überweist die Molkerei den Bauern in der Regel im Folgemonat. Darin spiegelt sich also jeden Monat die jeweilige Marktsituation wider - auch im Lichte des Mengenangebots und der Kosten und Erlöse, die wiederum die Molkereien haben. Dabei ist der Einzelhandel einer der großen Abnehmer. Beliefert werden aber auch Weiterverarbeiter, die zum Beispiel tonnenweise Käse für Tiefkühlpizza ordern. Insgesamt die Hälfte der Milch verkaufen die Molkereien über die deutschen Grenzen hinaus im Export.

Neben den konjunkturellen Schwankungen richtet sich der Preis für die Bauern auch nach dem Gehalt an Inhaltsstoffen wie Fett und Eiweiß sowie Qualitätskriterien zum Beispiel zur Gesundheit der Kühe. Dafür gibt es Zu- oder Abschläge auf den Basispreis. Mindestpreise gibt es nicht. Generell können sich Bauern aber darauf verlassen, dass die Molkereien ihre Milch auch in Zeiten schwacher Märkte nicht ablehnen.

Die Konditionen für die Bauern hängen aber entscheidend davon ab, wie gut sich die Molkereien selbst bei ihren Abnehmern behaupten. Für die «weiße Linie» mit Trinkmilch oder Joghurt werden immer im Mai und November die Karten neu gemischt. In Ausschreibungen bewerben sich Molkereien dann bei den großen Handelsketten als Lieferanten für eine bestimmte Produktmenge - mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass ein eher billiges Angebot den Zuschlag bekommt. Größeren Spielraum haben Aldi, Lidl und Co. prinzipiell bei Eigenmarken. Denn für Milch und Joghurt mit schlichter Verpackung ohne Logo lassen sich leichter Lieferanten austauschen, als dass eine bekannte Marke aus dem Angebot fliegt.

Als «Milchpreismacher» für die Bauern stehen die Molkereien somit auch selbst unter Druck. Die Erwartungen sind dennoch hoch. Für die Verhandlungen mit dem Handel sollten sie sich stärker verbünden, mahnt der Bauernverband. Generalsekretär Bernhard Krüsken verweist auch auf Modelle, bestimmte Mengen zu einem festen A-Preis abzunehmen - und absehbar schlechter zu vermarktende Milch darüber hinaus zu einem niedrigeren B-Preis. AbL-Vize Ottmar Ilchmann fordert von großen Molkereien einen «Bonus für Mengenvernunft» für Bauern, die ihre Menge zumindest leicht senken. Die Milchindustrie selbst setzt etwa auf Kosteneinsparungen und weitere Exportmärkte. Auch über neue Preismodelle werde teils nachgedacht, heißt es beim Verband. Über die Milchmengen entscheide am Ende aber der Preis, nicht die Molkerei.

Do, 2016-05-26 13:41
Shima/Vilnius (dpa)

Deutschland gegen vorschnelle Aufhebung der Russland-Sanktionen

Wegen der Ukraine-Krise hat die EU Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Es mehreren sich die Stimmen, die eine Lockerung oder Aufhebung fordern. Deutschland macht einen solchen Schritt von Fortschritten bei den Friedensbemühungen abhängig.

Ise-Shima/Vilnius (dpa) - Deutschland macht die Zukunft der gegen Russland verhängten EU-Sanktionen von Fortschritten bei den Friedensbemühungen in der Ukraine abhängig. «Wir müssen jetzt alles daran setzen in den nächsten Wochen, dass ein deutlicher Fortschritt gemacht wird bei der Instandsetzung des politischen Prozesses», sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Gipfel der sieben großen Industrienationen (G7) am Donnerstag im japanischen Ise-Shima. «Für mich ist es zu früh, in irgendeiner Weise Entwarnung zu geben.» Es gebe keine massiven Kampfhandlungen, aber auch keinen ganz stabilen Waffenstillstand.

EU-Ratspräsident Donald Tusk rechnete fest mit einer Verlängerung der Russland-Sanktionen. «Ich bin sicher, dass wir ohne größere Diskussion in den nächsten zwei bis drei Wochen über die Sanktionen entscheiden werden», sagte Tusk zu Beginn des G7-Gipfels. Es sei nicht nötig, beim nächsten EU-Gipfel noch gesondert darüber zu diskutieren.

Ein Teil der Sanktionen läuft im Juli aus und muss verlängert werden. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich am Mittwoch für den schrittweisen Abbau der Sanktionen ausgesprochen. «Wir wissen alle aus unserer Erfahrung, dass Isolation auf Dauer gar nichts bringt. Am Ende hilft nur Dialog.»

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Donnerstag bei einem Besuch in Litauen: «Vorrangig muss für uns alle sein, dass wir bei der Lösung des Konflikts vorankommen. Ob das der Fall ist, werden die nächsten Wochen zeigen.» Die Balten-Republiken gelten - zusammen mit Polen - als härteste Gegner einer Lockerung der Strafmaßnahmen.

Eine Verlängerung der Sanktionen kann von den 28 EU-Mitgliedern nur einstimmig beschlossen werden. Dagegen gibt es jedoch zunehmend Widerstand. Möglich wäre auch, dass die Sanktionen teilweise gelockert werden. Die Entscheidung wird für nächsten Monat erwartet - also noch vor dem Nato-Gipfel im Juli in Warschau.

Steinmeier bekräftigte zum Auftakt einer zweitägigen Reise durch das Baltikum: «Sanktionen sind ein Mittel zum Zweck, aber nicht der Zweck an sich.» Jetzt gehe es vor allem darum, die mehr als ein Jahr alten Friedensvereinbarungen von Minsk umzusetzen. Dabei kommen Deutschland und Frankreich - trotz intensiver Bemühungen - seit vielen Monaten kaum noch voran.

Der litauische Außenminister Linas Linkevicius sagte: «Es gibt zur Zeit keinen Grund, die Sanktionen aufzuheben.» Sie seien gegen Russland das «einzige Druckmittel». Die weiteren Strafmaßnahmen wegen der russischen Besetzung der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim sollen unabhängig davon in Kraft bleiben.

Do, 2016-05-26 13:26
Paris (dpa)

Proteste in Frankreich beeinträchtigen AKW-Produktion

Der Gewerkschaftskampf gegen eine Arbeitsmarktreform in Frankreich erreicht die Atomkraftwerke. In einigen Meilern wird wegen Streiks die Produktion gedrosselt. Die Stromversorgung soll gesichert sein.

Paris (dpa) - Die wütenden Proteste gegen eine in Frankreich geplante Arbeitsmarktreform machen auch vor den Atomkraftwerken des Landes nicht Halt. An allen 19 AKW-Standorten wurde am Donnerstag gestreikt, wie Marie-Claire Cailletaud von der Gewerkschaft CGT angab. Zwölf Meiler hätten in der Nacht ihre Stromproduktion zurückgefahren, sagte Cailletaud im Sender RMC.

Der Energieversorger EDF sprach von einer Streikbeteiligung von knapp unter zehn Prozent in der Nacht und am Morgen. «Die Produktion für unsere Kunden ist gesichert», versicherte eine EDF-Sprecherin. Zu Spannungsabfällen wollte sie sich nicht äußern. EDF betreibt sämtliche Atomkraftwerke in Frankreich, die bisher 75 Prozent des Strombedarf im Land liefern.

Gewerkschafter setzten ihre Proteste auch mit Straßenblockaden an Treibstoffdepots fort. In weiten Teilen des Landes gab es Demonstrationen und Aktionen, wie Behörden und Medien berichteten. Nach tagelangen Streiks und Blockaden, die Versorgungsengpässe an vielen Tankstellen ausgelöst haben, wollten die Gegner des Gesetzes mit einem nationalen Aktionstag den Druck auf die Regierung weiter erhöhen.

In Paris und zahlreichen weiteren Städten waren Kundgebungen angekündigt, auch im Bahnverkehr und am Flughafen Paris-Orly kam es wegen Streiks zu Störungen.

Premierminister Manuel Valls kritisierte die Blockaden von Treibstoffdepots als unverantwortlich. «Diese Situation kann unserer Wirtschaft schaden», sagte er im Sender BFMTV. Die Regierung werde weiterhin Blockaden räumen lassen. Laut Valls sitzen 20 bis 30 Prozent der Tankstellen auf dem Trockenen oder haben Schwierigkeiten.

Im besonders betroffenen Nordwesten hatte sich die Versorgungslage nach Angaben der Behörden zuletzt etwas entspannt. Die zuständige Präfektur kündigte an, die Treibstoff-Rationierungen dort sollten aufgehoben werden. Autofahrer durften in der Region in den vergangenen Tagen nur begrenzte Mengen Benzin oder Diesel tanken.

Angesichts der Proteste deutete Regierungschef Valls mögliche Nachbesserungen am Gesetzestext an. «Es kann immer Veränderungen, Verbesserungen geben», sagte der Premierminister. Es stehe aber außer Frage, die Philosophie des Textes zu ändern.

Der Streit um die Reform hat sich zu einem der härtesten politischen Konflikte der vergangenen Jahre in Frankreich entwickelt. Seit Monaten protestieren Gewerkschaften gegen die Regierungspläne, die das Arbeitsrecht flexibler machen sollen, um Unternehmen die Schaffung von Jobs zu erleichtern.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bescheinigte Frankreich trotz der Proteste Reformfähigkeit. Die Vorschläge der französischen Regierung seien richtig und notwendig, und dies meinten auch viele Andere wie der IWF und die EU-Kommission, sagte Schäuble in Berlin vor dem Verein der Auslandspresse. Frankreich sei ein großes Land sowie eine starke Demokratie und könne mit solchen Auseinandersetzungen leben. «Deswegen ist Frankreich nicht reformunfähig.»

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2016-05-26 12:30
Sydney (dpa)

Terroranschlag in Australien geplant - Mann festgenommen

Sydney (dpa) - Ein 24-jähriger soll in Australien einen Terroranschlag geplant haben. Diesen Verdacht äußerte die Polizei in Sydney am Donnerstag. Sie nahm den Mann fest. Sein Name stand zusammen mit anderen auf Papieren, die die Polizei im Dezember 2014 bei einem Anti-Terror-Einsatz beschlagnahmt hatte. Die Papiere bezogen sich nach Polizeiangaben auf geplante Terroranschläge in Australien. Insgesamt seien 14 Personen seit Beschlagnahmung der Papiere festgenommen worden.

Do, 2016-05-26 12:07
Leipzig (dpa)

Papst Franziskus glänzt mit Deutschkenntnissen

Leipzig (dpa) - Recht flüssig ging Papst Franziskus seine auf Deutsch gesprochene Videobotschaft an den Leipziger Katholikentag über die Lippen. Der Argentinier profitierte hier ganz offensichtlich von einem früheren Deutschkursus in Boppard am Rhein. Jorge Mario Bergoglio lernte 1985 am damaligen Bopparder Goethe-Institut für zwei Monate Deutsch. Danach schrieb er dem Ehepaar, bei dem er zur Untermiete gewohnt hatte, noch jahrelang deutsche Briefe.

Fußball, Fechten, Rollstuhlrugby

Leipzig (dpa) - Katholiken müssen keine vergeistigten Betbrüder und -schwestern sein. Zum Kirchentagsprogramm gehören auch ein eigenes Fußballturnier, Fahrradtouren und ein Schnupperkursus Rollstuhlrugby. Fechtmeister Christian Bott präsentiert die Werkstatt «Hieb- und stichfest: Mit Schwertkampf zu innerer Stärke finden». Aber auch wer das alles nicht belegt, tut einiges für die Leibesertüchtigung: Denn von Veranstaltung zu Veranstaltung läuft man zwangsläufig einiges an Kilometern ab.

Katholiken reden über Sex

Leipzig (dpa) - «Let's Talk About Sex!» oder «Auch Lesben und Schwule werden älter» sind vielleicht nicht unbedingt Workshop-Angebote, die ein Außenstehender bei einem Katholikentag erwarten würde. Doch das fünftägige Treffen in Leipzig wird eben von Laien veranstaltet, also vom Kirchenvolk selbst. Weitere Angebote: «Transsexualität im Spannungsfeld von Glaube und Bibel» oder «Ein geschlechtskritischer Stadtrundgang».

Leipzig wird grün

Leipzig (dpa) - Viele tausend Menschen färbten am Donnerstag das Stadtbild von Leipzig grün - denn sie trugen den grasgrünen Katholikentagsschal. Einer gefiel das besonders: «Es wird Sie nicht wundern, dass wir uns darüber freuen, dass Sie als Farbe für den Katholikentagsschal die Farbe grün gewählt haben», bemerkte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt. Vor zwei Jahren in Regensburg war der Katholikentag noch blau dominiert. Das nächste Treffen gibt's erst wieder nach der Bundestagswahl von 2017. Vielleicht besser so.

Do, 2016-05-26 12:37
Berlin/Dresden (dpa)

Druck auf Petry - Gauland kritisiert AfD-Treffen mit Muslimen

Für ihr vielbeachtetes Gespräch mit dem Zentralrat der Muslime muss die AfD-Vorsitzende Petry viel Kritik einstecken - auch in der eigenen Partei. Doch wer kann bei der AfD schon sagen, ob da nicht auch persönliche Rivalitäten eine Rolle spielen.

Berlin/Dresden (dpa) - Das unharmonische Treffen zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, hat ein Nachspiel. AfD-Vize Alexander Gauland will Petry wegen des von ihr abgebrochenen Gesprächs zur Rede stellen. Auch der ZMD-Vorsitzende hat noch viele Fragen an die AfD.

Bei dem Treffen zwischen Mazyek und Petry am Montag sei einiges schief gelaufen, «was bei mir verschiedene Fragen aufwirft, die geklärt werden müssen», sagte Gauland der Deutschen Presse-Agentur. Missfallen habe ihm, dass die Einladung zu dem Gespräch lediglich am Rande im Bundesvorstand diskutiert worden sei. «Darüber hinaus weiß jeder gute Verhandlungsführer, dass man in ein Gespräch nicht mit unerfüllbaren Bedingungen hinein gehen kann», fügte der stellvertretende Vorsitzende hinzu. Dies lasse nur den Schluss zu, dass es Petry «in erster Linie um etwas anderes als einen echten Dialog gegangen sein muss». Ein ernst gemeintes Gesprächsangebot sollte man aber entweder mit Ernsthaftigkeit erwidern oder es gar nicht erst annehmen.

Petry hatte das Treffen mit dem ZMD-Vorsitzenden in Berlin nach knapp einer Stunde abgebrochen. AfD-Vize Albrecht Glaser sagte der «Bild»-Zeitung später, Petry und er hätten gemeinsam mit dem ebenfalls anwesenden AfD-Vorstandsmitglied Paul Hampel vorab vereinbart, das Gespräch abzubrechen, falls sich Mazyek weigern sollte, seinen Vergleich zwischen der AfD und Hitlers NSDAP zurückzunehmen. Am Dienstag hatte bereits der Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Jörg Meuthen, die aus seiner Sicht schlechte Vorbereitung des Treffens moniert.

Glaser verteidigte am Donnerstag die Entscheidung, mit dem Zentralrat zu diskutieren. Wenn sich die AfD mit dem Thema Islam «in den Wind stellt», dann könne sie sich auch nicht drücken, «wenn dann so ein Gesprächsangebot kommt». Für ihn sei auch nicht von vorneherein klar gewesen, dass Mazyek die Forderung der AfD, künftig auf Vergleiche mit dem Nationalsozialismus zu verzichten, ablehnen würde.

Die Berliner AfD-Landeschefin Beatrix von Storch warf in einem «Offenen Brief» an Mazyek die Frage auf, ob die «Islamische Charta» des ZMD in allen Punkten grundgesetzkonform sei. Sie will von ihm unter anderem wissen, ob seine Organisation bereit sei, «auf die Durchsetzung eines schariabasierten Rechtestatus für Nichtmuslime zu verzichten». Und ob es nach Ansicht des Zentralrats Menschenrechte gibt, die im Widerspruch zu den «im Koran verankerten von Gott gewährten Individualrechten» stehen.

Mazyek möchte seinerseits Antworten auf Fragen, mit denen er am Montag in sein Gespräch mit den AfD-Politikern gegangen war. Dazu gehöre beispielsweise, ob die AfD das Geschäft der Extremisten betreiben wolle, «indem sie die gesellschaftlichen Gruppen auseinanderdividiert?» Der Vorsitzende des Islam-Verbandes sagte auf Anfrage: «Es geht um unser Land und unsere Verfassung, deshalb hat der ZMD diese Fragen vorgestern der AfD gestellt». Die Partei habe darauf aber keine Antwort geliefert, «außer unter fadenscheinigen Argumenten unser Dialogangebot mit Gesprächsabbruch zu beantworten».

Do, 2016-05-26 12:24
Vilnius (dpa)

Deutschland macht Sanktionen von Minsk-Fortschritten abhängig

Im Baltikum sind die Sorgen vor Russland besonders groß. Steinmeier macht deshalb deutlich, dass die EU-Sanktionen von Fortschritten in der Ukraine abhängen. Bei der Entsendung von Bundeswehr-Soldaten soll es bleiben.

Vilnius (dpa) - Deutschland will die Zukunft der EU-Sanktionen gegen Russland von Fortschritten bei den Friedensbemühungen im Osten der Ukraine abhängig machen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Donnerstag bei einem Besuch in Litauen: «Vorrangig muss für uns alle sein, dass wir bei der Lösung des Konflikts vorankommen. Ob das der Fall ist, werden die nächsten Wochen zeigen.» Die Balten-Republiken gelten - zusammen mit Polen - als härteste Gegner einer Lockerung der Strafmaßnahmen.

Die Sanktionen, die die EU wegen des russischen Vorgehens im Osten der Ukraine verhängt hatte, sind bislang bis Ende Juli befristet. Eine Verlängerung kann von den 28 EU-Mitgliedern nur einstimmig beschlossen werden. Dagegen gibt es jedoch zunehmend Widerstand. Möglich wäre auch, dass die Sanktionen teilweise gelockert werden. Die Entscheidung wird für nächsten Monat erwartet - also noch vor dem Nato-Gipfel im Juli in Warschau.

Steinmeier bekräftigte zum Auftakt einer zweitägigen Reise durch das Baltikum: «Sanktionen sind ein Mittel zum Zweck, aber nicht der Zweck an sich.» Jetzt gehe es vor allem darum, die mehr als ein Jahr alten Friedensvereinbarungen von Minsk umzusetzen. Dabei kommen Deutschland und Frankreich - trotz intensiver Bemühungen - seit vielen Monaten kaum noch voran.

Trotzdem gibt es aus EU-Staaten wie Italien oder Ungarn zunehmend Forderungen, die Sanktionen gegen Russland zu lockern. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (ebenfalls SPD) machte sich am Mittwochabend ebenfalls für einen schrittweisen Abbau stark. Demgegenüber sagte der litauische Außenminister Linas Linkevicius: «Es gibt zur Zeit keinen Grund, die Sanktionen aufzuheben.» Sie seien gegen Russland das «einzige Druckmittel».

Die weiteren Strafmaßnahmen wegen der russischen Besetzung der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim sollen unabhängig davon in Kraft bleiben.

Weitere Stationen von Steinmeiers Reise sind Lettland und Estland. Im Baltikum gibt es seit Beginn des Ukraine-Konflikts zunehmend Sorgen vor Russland. Ende April war bekannt geworden, dass Deutschland bereit ist, eine Kompanie mit 150 bis 250 Soldaten nach Litauen zu schicken, um dort die Führung eines Nato-Bataillons mit etwa 1000 Soldaten zu übernehmen.

Die Entscheidung wird auf dem Nato-Gipfel in Warschau am 8. und 9. Juli fallen. Steinmeier ließ aber keinen Zweifel daran, dass Deutschland zur Entsendung der Soldaten bereits ist.

Do, 2016-05-26 12:13
Brüssel (dpa)

Bericht: Gruppe plante Anschlag in Antwerpen

Brüssel (dpa) - Eine Gruppe mit vier vorläufig festgenommenen Verdächtigen hat nach einem Medienbericht möglicherweise einen terroristischen Anschlag in der belgischen Hafenstadt Antwerpen geplant. Unter ihnen seien Minderjährige, berichte die Tageszeitung «De Standaard» am Donnerstag. Ein mögliches Ziel sei der Hauptbahnhof im Herzen der Stadt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch bestätigt, dass nach Razzien vier Personen zu Verhören mitgenommen wurden. Ein Teil von ihnen kam danach wieder auf freien Fuß. Sie würden verdächtigt, zu einer terroristischen Vereinigung zu gehören. Ihnen wird vorgeworfen, Rekruten für die Konflikte in Syrien und Libyen anwerben zu wollen. Einige von ihnen hätten auch die Absicht gehabt, dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu folgen.

Die Staatsanwaltschaft berichtete über Attentatspläne in Belgien, aber nur in allgemeiner Form. Eine Verbindung zu den Anschlägen in Brüssel vom 22. März, bei denen auf dem Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen getötet worden waren, sehen die Ermittler zur Zeit nicht.

Do, 2016-05-26 12:44
Offenbach (dpa)

Mai war zu trocken - Jetzt kommen Gewitter

Mit lautem Getöse verabschiedet sich der Wonnemonat. Für das letzte Wochenende im Mai werden heftige Unwetter angekündigt. Der Regen könnte die bislang magere Niederschlagsbilanz des Monats noch aufbessern.

Offenbach (dpa) - Der Mai ist in diesem Jahr in Deutschland bislang wieder zu trocken gewesen. Bundesweit wurden bisher nur rund 50 Prozent des üblichen Niederschlags registriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einer vorläufigen Bilanz in Offenbach berichtete. Angesichts der jüngsten Regenfälle könne sich aber daran bis Ende des Monats noch etwas ändern, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Schönes Frühlingswetter ist für das letzte Mai-Wochenende nicht in Sicht. Zwar wird es wärmer, doch der Himmel ist oft bewölkt und die Wahrscheinlichkeit von Unwettern steigt. Am Freitag liegen die Temperaturen zwischen 19 und 26 Grad, am wärmsten wird es im Süden. Ab dem Nachmittag können heftige Gewitter aufziehen, die Hagel Sturmböen und Starkregen mit sich bringen.

Nur im Norden bleibt die Wetterlage ruhig, am Wochenende geht es mit ähnlichem Wetter weiter. «Zu Beginn der kommenden Woche verlagert sich das größte Unwetterpotenzial zunehmend in den Norden Deutschlands», sagte Meteorologe Helge Tuschy am Donnerstag.

Bei den Temperaturen liegt der Wonnemonat mit 12,9 Grad um fast einen Grad über dem langjährigen Schnitt. Am trockensten und wärmsten war es bislang im Osten, vor allem in Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen war es in Teilen Bayerns ungewöhnlich kühl und trüb.

Am bislang heißesten Tag des Jahres - dem 22. Mai - wurde der Spitzenwert in Jena (Thüringen) mit 31,4 Grad gemessen. Bei der Sonnenscheindauer kommt der Monat etwa auf das übliche Mittel. Spitzenreiter ist das Kap Arkona auf der Insel Rügen, wo es die meiste Sonne gab. 

Das gesamte Frühjahr - Anfang Juni beginnt für die Meteorologen der Sommer - liegt nach den DWD-Zahlen bislang mit etwa einem halben Grad über dem Soll. Beim Regen wurden rund 75 Prozent des Durchschnittswerts erzielt. Damit war der Frühling nicht so trocken wie im vergangenen Jahr - damals hatte es besonders wenig geregnet. Die offizielle Bilanz zum Frühjahr will der DWD am kommenden Montag (30. Mai) vorstellen.

Do, 2016-05-26 12:38
Hiroshima (dpa)

«Keine schlafenden Hunde wecken» - Obama vor Balanceakt in Hiroshima Von Lars Nicolaysen, dpa

Vor fast 71 Jahren warfen die USA die erste Atombombe auf Hiroshima. Nun besucht Obama als erster amtierender US-Präsident die Gedenkstätte. Mancher Überlebender des atomaren Infernos blickt jedoch mit gemischten Gefühlen auf den historischen Besuch.

Hiroshima (dpa) - Auf diesen Tag hat Haruko Moritaki jahrzehntelang gewartet. Wenn US-Präsident Barack Obama an diesem Freitag als erster amtierender US-Präsident die Gedenkstätte des Atombombenabwurfs in Hiroshima besucht, hat Moritaki große Erwartungen: «Sagen Sie der Welt als Präsident einer Nation, die uns ins Atomzeitalter versetzt hat, dass der Abwurf der Atombomben ein Fehler war», heißt es in einem Brief, den die 77-jährige Japanerin als Vertreterin einer Organisation zur Abschaffung von Atomwaffen an Obama schickte. Und weiter: «Bitte entschuldigen Sie sich bei den Opfern.»

Doch das will Obama nicht tun, wie er selbst kurz vor seinem Besuch wissen ließ. Er plant vielmehr mit seinem historischen Besuch ein Signal für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Japans rechtskonservativer Premier Shinzo Abe, der Obama begleiten wird, hat auch gar keine Entschuldigung gefordert, denn das läge nach Meinung von Beobachtern ohnehin nicht in seinem Interesse.

Der gemeinsame Besuch hat große symbolische Bedeutung. «Er ist ein Schritt, der zeigen soll, dass die japanisch-amerikanische Wiederaussöhnung in der Nachkriegszeit erfolgreich war», sagte Sven Saaler, Professor für moderne Geschichte an Tokios renommierter Universität Sophia. Denkbar wäre auch ein Besuch Abes in Pearl Harbor. Nach Japans Angriff 1941 auf die in Pearl Harbor auf Hawaii liegende US-Pazifikflotte waren die USA in den Krieg eingetreten. Einen konkreten Plan für einen Besuch habe er aber nicht, sagte Abe.

Die Betonung der heute engen Allianz ist auch ein klares Signal an China oder Südkorea, mit denen es immer wieder zu Spannungen kommt - auch wegen Tokios Umgang mit seinen früheren Kriegsverbrechen. Die Geschichte der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki ist in Japan indes seit Jahrzehnten unvermeidlich durch die Opferperspektive bestimmt. Dass Hiroshima eine logische Konsequenz für Japans Aggressionskrieg war, akzeptieren nur wenige. Japan habe zwar Unrecht begangen. Trotzdem seien die Atombomben Verbrechen an Unschuldigen gewesen. Die Mehrheit der Amerikaner hält die Atombombenabwürfe dagegen für richtig, auch wenn die Zahl der Befürworter geringer geworden ist.

Das macht den Besuch für Obama zu einem Balanceakt, will er nicht die öffentliche Meinung im eigenen Land gegen sich aufbringen. Jeder Schritt in Hiroshima wird mit Argusaugen verfolgt werden.

Auch Abe müsste nach Einschätzung von Beobachtern fürchten, dass eine Entschuldigung der USA eine Pandorabüchse öffnet: Erneut könnte es Fragen nach Japans eigenem Verhalten in Asien und neue Forderungen nach Entschuldigungen geben. Abe gehört jedoch zu jener Generation von Japanern, die es leid sind, dass sich ihr Land ständig wegen begangener Gräuel im Zweiten Weltkrieg entschuldigen soll.

Abe verfolgt mit Macht eine nationalistische Agenda, deren Ziel es ist, sich vom Nachkriegsregime zu verabschieden und die militärische Rolle Japans an der Seite der USA, von dessen Atomschild es seit Jahrzehnten beschützt wird, deutlich auszuweiten. Abes Regierung ist sogar der Auffassung, dass es nicht gegen die Verfassung des Landes verstoßen würde, wenn Japan eines Tages selbst Atomwaffen hätte.

Würde sich Obama entschuldigen oder sein Besuch als Entschuldigung gesehen werden, so die Sorge, würde dies den Gegnern der Sicherheitsallianz nur in die Hände spielen. Zudem könnte dies den seit dem GAU in Fukushima spürbaren Widerstand in Japan gegen die Atomkraft stärken. «Kurzum: Lieber nicht die schlafenden Hunde wecken», brachte es der Politikprofessor Koichi Nakano in einem Interview auf den Punkt.

Überlebende des Atombombenabwurfs blicken denn auch mit gemischten Gefühlen auf den gemeinsamen Besuch von Obama und Abe in Hiroshima. «Es wird wohl bei einer symbolischen Darbietung bleiben», sagte der heute 89-jährige Shozo Muneto, fügte jedoch hinzu: «Aber es wäre großartig, wenn Präsident Obama den Weg für eine Abschaffung von Atomwaffen ebnen würde». Das wollte Obama eigentlich schon 2009 mit seiner Rede in Prag. «Seither haben wir keine Fortschritte gesehen», kritisiert Frau Moritaki. «Wir hoffen, dass Präsident Obama durch seinen Besuch in Hiroshima seine eigenen Widersprüche überwindet.»

Do, 2016-05-26 12:10
Gaza (dpa)

Hamas will fünf verurteilte Mörder vor Reportern hinrichten

Gaza (dpa) - Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas will in der kommenden Woche fünf verurteilte Mörder hinrichten. Damit solle eine neue Verordnung in dem Palästinensergebiet in Kraft treten, sagte Hamas-Staatsanwalt Ismail Dschaber am Donnerstag.

Diese widerspricht der bisherigen Praxis, dass alle Todesurteile von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gebilligt werden müssen. Die Hinrichtungen sollen laut Dschaber allerdings nicht öffentlich sein, wie zunächst berichtet. Sie könnten aber zur Abschreckung von potenziellen Mördern in Anwesenheit von Medienvertretern geschehen.

Acht weitere verurteilte Mörder sollen nach dem Fastenmonat Ramadan im Juli hingerichtet werden. Hamas-Abgeordnete hatten die neue Verordnung am Mittwoch verabschiedet. Bisher waren Hinrichtungen im Gazastreifen nicht öffentlich.

Do, 2016-05-26 12:33
Kabul (dpa)

Religiöser Gelehrter und Richter wird neuer Taliban-Anführer

Schnell und entschieden: Die radikalislamischen Taliban haben nach dem Tod Mullah Mansurs einen neuen Anführer gewählt. Er ziehe «den Krieg dem Frieden vor», heißt es. Experten sind skeptisch, was eine Wiederbelebung des Friedensprozesses angeht.

Kabul (dpa) - Nur vier Tage nach der Tötung des Talibanchefs Mullah Mansur bei einem US-Drohnengriff haben die Islamisten einen seiner Stellvertreter zum neuen Anführer bestimmt. Mullah Haibatullah Achundsada sei einstimmig gewählt worden, verkündete ein Taliban-Sprecher in einer am Mittwoch versandten E-Mail.

Achundsada wird auf um die 50 geschätzt und stammt aus Kandahar, dem Kernland der Taliban-Elite. Er soll zur Gründergeneration der Bewegung gehören. In Quellen werde er als ehemaliger Oberster Richter der Taliban oder als dessen Stellvertreter beschrieben, heißt es in einer Studie des Rechercheinstituts Afghanistan Analysts Network.

Er sei außerdem einer der wenigen Männer, die das Vertrauen des langjährigen Talibanchefs Mullah Omar genossen. Dies, seine Wurzeln in Kandahar und seine Stellung als Religionsgelehrter sollte Achundsada für viele Talibankämpfer zum akzeptablen Anführer machen. Viele Talibankommandeure seien seine ehemaligen Schüler, sagte ein ehemaliger Talibangefährte und heutiges Mitglied des Hohen Friedensrates, Kalam Kalamuddin. Das könnte die unter Mullah Mansur begonnene Zersplitterung der Bewegung aufhalten.

Sprecher des Präsidentenpalastes in Kabul veröffentlichten am Mittwoch und Donnerstag Aufrufe an die Taliban und ihren neuen Anführer, den Krieg zu beenden. Andernfalls würden sie riskieren, «genauso zu enden» wie Mullah Mansur. Sie machten sich auch «zum Instrument fremder Mächte». Damit bezog sich der Palast auf den Einfluss Pakistans, dem vorgeworfen wird, die afghanischen Taliban zu unterstützen und ihre Führungsebene zu beherbergen.

Experten in Afghanistan und Pakistan äußerten sich nach der Bekanntgabe des Namens des neuen Talibanführers skeptisch über eine Wiederbelebung des jüngst gescheiterten Friedensprozesses. «Es sieht so aus, als habe die Ermordung von Mansur den Hardlinern den Weg freigemacht», sagt der pakistanische Analyst Talaat Masood. Sein afghanischer Kollege Baschir Bisan fügt hinzu, «Achundsada zieht den Krieg dem Frieden vor und das Töten dem Leben». Anstatt Frieden zu schließen, würden «die Taliban alles versuchen, um zu beweisen, dass die Bewegung lebt», sagt der afghanische Analyst Ahmad Saidi.

Eine angebliche Audio-Botschaft des neuen Talibanchefs, in der er Friedensgespräche ablehnt, wies Talibansprecher Sabiullah Mudschahid am Mittwoch ausdrücklich als Fälschung zurück.

Der afghanische Armeestabschef, General Kadam Schah Schahim, warnte laut Medien vor einem möglichen Anstieg der Anschläge.

Neuer erster Stellvertreter von Mullah Achundsada ist der Leiter der Taliban-Militäroperationen, Siradschuddin Hakkani, der auch als Stellvertreter Mullah Mansurs fungiert hatte. Hakkani werden einige der grausamsten und öffentlichkeitswirksamsten Anschläge der Taliban zugeschrieben. Außerdem habe er dazu beigetragen, die zersplitterten Taliban zusammenzuführen, sagt der Sprecher der Nato-Mission Resolute Support, Charlie Cleveland. Es wird angenommen, dass Hakkani weiter den zuletzt recht erfolgreichen Kampf der Aufständischen leiten wird.

Zweiter Stellvertreter wurde der Sohn des verstorbenen Talibanchefs Mullah Omar, Jakub. Dieser soll eine Religionsschule in Pakistan besucht haben. Er steuert Militärkommissionen der Taliban in 15 Provinzen Afghanistans. Als Sohn von Mullah Omar ist auch er eine Figur, die zerstrittene Fraktionen wieder versöhnen könnte.

Sechs Tage nach dem Drohnenangriff bestätigte auch Pakistans Außenberater Sartaj Aziz am Donnerstag den Tod des Talibanchefs auf pakistanischem Boden. Seine pakistanischen Papiere seien aber gefälscht gewesen. Die Aktion habe den Friedensprozess beschädigt.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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