Aktuell

fracking / 28.Aug 2015

Bohren bis der Boden bebt

Fracking sei unbedenklich, beharren Energieunternehmen. Eine kanadische Behörde bestätigt jetzt das Gegenteil: Die Firma Progress Energy habe mit ihren Bohrungen letztes Jahr ein Erdbeben von der Stärke 4,4 ausgelöst. In den USA kündigen Umweltschützer an, die Regierung zu verklagen, wenn sie die Technologie nicht schärfer reguliert.

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PRODUKT
der Woche
So, 2015-08-30 11:36
Bangkok (dpa)

Nach Bombenanschlag in Bangkok Festgenommener redet nicht

Bangkok (dpa) - Der fast zwei Wochen nach dem Bombenanschlag in Bangkok festgenommene Tatverdächtige verweigert die Aussage. Das verlautete am Sonntag aus thailändischen Polizeikreisen. Auch die Nationalität des Mannes war noch nicht geklärt.

Die türkische Botschaft habe Zweifel, dass es sich um einen Türken handele, berichtete die Zeitung «Nation» unter Berufung auf den Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Der türkische Pass, der bei der Festnahme am Samstag bei dem Mann gefunden wurde, war gefälscht. Untern anderem stand darin statt «Ausstellungsdatum» und «gültig bis» zweimal «gültig bis».

Der Mann wird verdächtigt, an dem Anschlag am 17. August beteiligt gewesen zu sein. Dabei detonierte am Erawan-Schrein mitten im Einkaufviertel der Millionenmetropole ein Sprengsatz. 20 Menschen starben, mehr als 120 wurden verletzt. Unter den Opfer waren zahlreiche Ausländer.

Ein angesehener Sicherheitsexperte sagte vergangene Woche in Bangkok, dass die rechtsextreme türkische Organisation «Graue Wölfe» hinter dem Anschlag stecken könnte. Mitglieder der Grauen Wölfe waren dabei, als das thailändische Konsulat in Istanbul im Juli attackiert wurde. Das war eine Reaktion auf die Abschiebung von 109 Uiguren aus Thailand nach China. Uiguren sind eine muslimischen Minderheit in China, die dort verfolgt wird. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt.

So, 2015-08-30 11:23
Beirut (dpa)

«Ihr stinkt»: Erneut Demonstrationen gegen Müllkrise in Beirut

Seit Wochen türmen sich in den Straßen der libanesischen Hauptstadt stinkende Müllberge. Die Regierung kann die Krise nicht lösen. Die Wut der Proteste richtet sich gegen die gesamte politische Führung.

Beirut (dpa) - Erneut haben in der libanesischen Hauptstadt Beirut Tausende Menschen gegen die ungelöste Müllkrise und die politische Lähmung im Land protestiert. Unter dem Slogan «Ihr stinkt» forderten die Demonstranten die Regierung am Samstag auf, die Probleme bis Dienstag zu lösen. Sonst würden die Proteste verschärft.

Seit Juli türmt sich in den Straßen Beiruts stinkender Abfall, weil eine überquellende Deponie der Hauptstadt geschlossen wurde. Aufgebrachte Einwohner machen die Regierung für die Zustände verantwortlich.

Polizeikräfte nahmen in der Nähe des Regierungssitzes mehrere Menschen fest, die versuchten, eine Absperrung aus Stacheldraht zu überwinden. Die Demonstranten riefen «Nieder mit der Regierung» und warfen Steine und leere Flaschen auf die Sicherheitskräfte. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Protestierenden zahlreiche Verletzte gegeben.

«Wir sind hier, weil wir von den derzeitigen politischen Führern genug haben», sagte ein Demonstrant. Die Libanesen kritisieren, dass die Regierung nicht in der Lage sei, die Basisversorgung sicherzustellen. So fällt mehrmals am Tag der Strom aus.

Verärgert sind die Libanesen auch, weil das Parlament bisher nicht in der Lage war, einen Nachfolger für Präsident Michel Suleiman zu wählen. Dessen Amtszeit war im Mai vergangenen Jahres abgelaufen. Seit Monaten scheitert die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts jedoch, weil sich die Parteien nicht auf einen Kandidaten einigen können.

In dem multikonfessionellen Staat ist die Macht nach einem Abkommen aus dem Jahre 1943 zwischen Christen, Sunniten und Schiiten aufgeteilt. So muss der Präsident immer ein maronitischer Christ sein. Die Lähmung des libanesischen Politik ist auch eine Folge des Bürgerkriegs im Nachbarstaat Syrien. Dort kämpft die von Iran unterstützte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah an der Seite des Regimes; andere libanesische Kräfte unterstützen die Rebellen.

So, 2015-08-30 11:21
Berlin (dpa)

Kulturgeschichte und Rindfleisch-Eis: Möpse treffen sich in Berlin

Berlin (dpa) - Mehr als 300 Mops-Fans und rund 200 der kleinen Hunde haben sich am 6. Internationalen Mopsrennen beteiligt. Höhepunkt der Veranstaltung am Samstag in Berlin war das Mopsrennen über 50 Meter. Gewonnen habe dies Loui aus Magdeburg, teilten die Veranstalter mit. Er legte die Strecke in 6,5 Sekunden zurück. Zur Belohnung für ihren sportlichen Einsatz gab es für die Hunde Eis mit Rindfleischgeschmack. Nicht nur der schnellste Mops, sondern auch der am weitesten angereiste bekam einen Pokal.

Auf dem Programm stand auch ein Auftritt von Hündin Frida, der Protagonistin der RBB-Sendung «Mit Mops ans Meer». Zudem stellte die Schriftstellerin Katharina Teutsch ihr Buch «Der Mops: Kulturgeschichte eines Gesellschaftshundes» vor, das im Oktober erscheinen soll. Wer mit Mops kam, sparte sich den Eintritt.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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So, 2015-08-30 11:40
Bremen (dpa)

Mark Forster gewinnt «BuViSoCo» - Zeichen gegen Rassismus

Der vielleicht letzte «Bundesvision Song Contest» ist am Samstagabend gelaufen. Einige Musiker nutzten ihn als Forum, um sich für die Lage der Flüchtlinge in Deutschland einzusetzen.

Bremen (dpa) - Der rheinland-pfälzische Sänger Mark Forster hat in der Nacht zum Sonntag den «Bundesvision Song Contest» in Bremen gewonnen. Bei dem Musikwettbewerb von Stefan Raab überzeugte er das Publikum mit seinem Pop-Song «Bauch und Kopf». Die Zuschauer der ProSieben-Show, die per Telefon und SMS ihr Lieblingslied wählten, gaben ihm mit großem Abstand die meisten Stimmen. 1,46 Millionen verfolgten die Show.

Auf dem zweiten Platz landete die Band Donots, die mit dem Rocksong «Dann ohne mich» für Nordrhein-Westfalen antraten. Die Gruppe überzeugte mit einer mitreißenden Show und der politischen Botschaft, dass Flüchtlinge in Deutschland willkommen seien. Mit ihrem Lied setzten sie ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. «Kein Mensch ist illegal», lautet eine Zeile.

Der Botschaft schlossen sich auch andere Teilnehmer des Wettbewerbs an. So präsentierte sich die Band um Ferris MC (Hamburg) mit T-Shirts, auf denen «Refugees Welcome» (Flüchtlinge willkommen) stand. Den gleichen Schriftzug las man später auch bei Madsen («Küss mich»), die für Niedersachsen dabei waren, und bei der Siegerband des Vorjahres Revolverheld.

Bei dem Wettbewerb traten 16 Bands aus allen Bundesländern gegeneinander an. Darunter waren neben bekannten Musikern auch Newcomer sowie singende Fernsehprominenz wie der Schauspieler Jan Josef Liefers und der Fernsehmoderator Klaas Heufer-Umlauf. Raab moderierte den Wettbewerb zum elften und letzten Mal, Ende des Jahres will er seine Fernsehkarriere beenden. Ob die Show ohne ihn fortgeführt wird, ist offen. ProSieben will erst im nächsten Jahr über seine Planungen für 2016 informieren.

So, 2015-08-30 11:50
Berlin/Paris (dpa)

Innenminister dringen auf EU-Sondertreffen zur Asylpolitik

Berlin/Paris (dpa) - Die Innenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien dringen angesichts des starken Zustroms von Zuwanderern auf eine schnelle, europaweit einheitliche Festlegung sogenannter sicherer Herkunftsstaaten. Außerdem sollen die geplanten Aufnahmestellen für Flüchtlinge in Italien und Griechenland spätestens bis Ende des Jahres in Betrieb gehen.

«Wir sind uns einig, dass wir keine weitere Zeit verlieren dürfen. Die aktuelle Situation erfordert unverzügliches Handeln und Solidarität innerhalb Europas», unterstrich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung mit seinen Kollegen Bernard Cazeneuve (Frankreich) und Theresa May (Großbritannien).

Die Minister baten die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft, innerhalb der nächsten zwei Wochen zu einem Sondertreffen der Justiz- und Innenminister einzuladen. Dort sollten konkrete Schritte erarbeitet werden, damit in der nächsten regulären Ratssitzung am 8. Oktober Beschlüsse gefasst werden könnten.

«Die Herausforderungen werden wir nur mit einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik meistern, dazu brauchen wir Sofortmaßnahmen», betonte de Maizière. «Bis zu nächsten regulären Sitzung im Oktober können wir nicht warten.»

So, 2015-08-30 11:31
Paris (dpa)

Mehr gezielte Kontrollen in Zügen - «Absolute Sicherheit illusorisch»

Nach der jüngsten Terrorattacke werden Bahnreisende künftig häufiger bewaffneten Sicherheitskräften begegnen. Auch gezielte Kontrollen sollen Zugfahrten sicherer machen. Flächendeckende Checks lehnen die zuständigen Minister aber ab.

Paris (dpa) - Mehr gezielte Kontrollen und Datenaustausch sollen nach der vereitelten Terrorattacke im Thalys nach Paris die Sicherheit in europäischen Hochgeschwindigkeitszügen verbessern. Gleichzeitig lehnen europäische Regierungen umfassende Checks ab. «Wir wollen keine vollständige, flächendeckende Personen- oder Gepäckkontrolle in den Zügen in Deutschland oder Europa», sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Paris nach einem Treffen mit Innen- und Verkehrsministern aus neun Ländern.

Ausweiskontrollen oder Sichtung von Gepäck solle es da geben «wo es notwendig ist», sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve. Bereits jetzt in den Zügen patrouillierende länderübergreifende Polizeistreifen sollten weiterentwickelt und verstärkt werden. Zudem soll ein Gutachten den Nutzen genereller Namenstickets in Hochgeschwindigkeitszügen prüfen.

«Wir sind entschlossen, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen, um möglichen Terror besser zu bekämpfen», sagte Cazeneuve. Öffentliche und private Einrichtungen sollten ihre Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen intensivieren. Auch gezielte Checks an Ländergrenzen seien möglich, es solle aber keine systematischen Grenzkontrollen geben. «Die allgegenwärtige Terrorbedrohung versucht unsere Freiheit zu untergraben», sagte Cazeneuve. Dies müsse von den europäischen Staaten entschlossen bekämpft werden.

Auch de Maizière betonte: «Unabhängig davon, ob es technisch ginge, wollen wir nicht, dass Terroristen den Erfolg haben, dass alle diese Bewegungen erfasst und kontrolliert werden.» Es gehe vielmehr darum, die gezielte Zusammenarbeit der Behörden und etwa den Austausch von Informationen über Verdächtige zu verbessern. In Deutschland sollen nach seinen Worten Investitionen zur besseren Nutzung von bereits in den Bahnhöfen vorhandenen Kameras für mehr Sicherheit sorgen.

Ein 25 Jahre alter Islamist hatte Mitte August schwer bewaffnet im Zug von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet und zwei Menschen schwer verletzt. Der Mann war von Fahrgästen niedergerungen worden.

Cazeneuve hatte deswegen neben den zwei zuständigen EU-Kommissaren Ministerkollegen aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, den Niederlanden sowie aus Belgien, der Schweiz und Luxemburg eingeladen. Diese Länder sind über Hochgeschwindigkeitszüge mit Frankreich verbunden.

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wandte sich in Paris gegen flächendeckende Kontrollen wie sie bei Flugzeugen üblich sind: «Die Bahn ist ein offenes und frei zugängliches System. Das ist seine Stärke.» Allein in Deutschland stünden fast 6000 Bahnhöfe nur 22 Flughäfen entgegen, dies seien «enorme Unterschiede».

Einen Plan der EU-Kommissare diskutierten die Minister laut Dobrindt nicht. Darin war eine Videoüberwachung in Hochgeschwindigkeitszügen vorgesehen. Passagiere und Gepäck sollten per Metalldetektor oder Ganzkörperscanner überprüft werden.

Auch die Gewerkschaft der Polizei warnte am Sonntag vor falschen Vorstellungen. «Absolute Sicherheit im Bahnverkehr ist illusorisch», sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Jörg Radek in einer Mitteilung. «Allein die Komplexität des Schienenverkehrs lässt die Sicherheitsbehörden an ihre natürlichen Grenzen stoßen.»

So, 2015-08-30 11:14
Bremen (dpa)

Raabs letzter «Contest»: Forster und Flüchtlinge im Fokus Von Helen Hoffmann, dpa

Mark Forster war favorisiert und gewann den letzten «Bundesvision Contest» mit Stefan Raab. Aber der Wettbewerb bot auch ein Forum für politische Botschaften: «Refugees Welcome».

Bremen (dpa) - Klare Sache: Der 31 Jahre alte Sänger Mark Forster aus Rheinland-Pfalz bekam von den Zuschauern der ProSieben-Musikshow «Bundesvision Song Contest 2015» am späten Samstagabend mit Abstand die meisten Stimmen. Gegen seinen eingängigen Pop-Song «Bauch und Kopf», der bei vielen Radio-Sendern rauf und runter gespielt wird, hatten die anderen Teilnehmer keine Chance. Aber: Ein paar setzten sich für Flüchtlinge ein und gaben damit Stefan Raabs letztem «Bundesvision Song Contest» eine politische Note.

Ihre Stimme gegen Fremdenfeindlichkeit erhob zum Beispiel die Band Donots aus Nordrhein-Westfalen. In ihrem musikalisch mitreißenden Rocksong «Dann ohne mich» äußerten sie ihr Unverständnis gegenüber rassistischen Stimmungen in Deutschland. «Kein Mensch ist illegal», sangen sie und «Wir dürfen nicht schweigen.» Die Zuschauer belohnten Musik und Botschaft mit dem zweiten Platz.

Auch andere Teilnehmer nutzten die große Bühne für einen Willkommensgruß an Flüchtlinge. So zeigte sich die Band um Ferris MC, der für Hamburg rockte, mit T-Shirts auf denen «Refugees Welcome» (Flüchtlinge willkommen) stand. Den gleichen Schriftzug las man später auch beim Viertplatzierten Madsen («Küss mich»), die für Niedersachsen dabei waren, und bei der Siegerband des Vorjahres, Revolverheld.

Insgesamt 16 Bands aus allen Bundesländern standen bei dem von ProSieben-Entertainer Stefan Raab (48) ins Leben gerufenen Wettbewerb auf der Bühne. Mit wenig Abstand auf die Donots folgte die Sängerin Yvonne Catterfeld, die für Thüringen antrat, auf Platz drei. Die aus der RTL-Serie «Gute Zeiten - Schlechte Zeiten» bekannte 35-Jährige hat inzwischen sechs Studioalben veröffentlicht. Ihr Song «Lieber so» zählte zu den ruhigsten des Abends.

Und es traten auch einige Prominente an, die nicht gerade in erster Linie mit ihrer Musik bekanntgeworden sind. Darunter war der aus dem Münsteraner «Tatort» bekannte Schauspieler Jan Josef Liefers. Mit seiner Band Radio Doria und dem melodischen Pop-Song «Sehnsucht Nr. 7» landete der 51-Jährige für sein Geburtsland Sachsen punktgleich mit Niedersachsen auf Platz vier.

Viel Applaus von den rund 6500 Hallen-Zuschauern, aber keine ganz so gute Platzierung, erhielt der TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf (31). Mit dem ehemaligen Wir-sind-Helden-Mitglied Mark Tavassol stand er für das Gastgeberland Bremen auf der Bühne. Mit dem Song «Geister» landete seine Band Gloria auf dem neunten Platz.

Wie geht es weiter mit dem «Bundesvision Song Contest»? Sein Erfinder Raab plädiert für eine Zukunft für den Musikwettbewerb. Im Dezember will er nach der letzten Ausgabe seines Spektakels «Schlag den Raab» seine TV-Karriere beenden. «Ich würde mir wünschen, dass er weitergeht», hatte Raab über den Musikwettbewerb bereits am Freitag gesagt. Er selbst werde die Veranstaltung nicht mehr moderieren. Vielleicht finde sich Jemand anderes, der sie weiterführe, sagte er. Hauptsache es gebe eine Plattform für deutschsprachige Musik.

Wie viele sich diese Plattform auch in Zukunft wünschen, wurde in Bremen deutlich. Mehrfach äußerten Musiker und zugeschaltete Radiomoderatoren die Hoffnung, dass es den «Bundesvision Song Contest» auch weiter geben werde.

Das Interesse des Fernsehpublikums an dem Spektakel hielt sich insgesamt in Grenzen: 1,46 Millionen Zuschauer schalteten ein. In etwa so viel waren es auch im Vorjahr.

So, 2015-08-30 09:57
Djamena (dpa)

Zehn Boko-Haram-Kämpfer im Tschad hingerichtet

N'Djamena (dpa) - Die Justiz im zentralafrikanischen Tschad hat zehn Kämpfer der islamistischen Terrororganisation Boko Haram von einem Erschießungskommando hinrichten lassen. Sie waren am Freitag in erster Instanz zum Tode verurteilt worden.

Das Gericht in N'Djamena sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten für zwei Bombenanschläge in der tschadischen Hauptstadt im Juni und Juli verantwortlich waren. Bei den Anschlägen kamen 67 Menschen ums Leben, 182 wurden teils schwer verletzt.

Die Terroristen wurden am Samstag auf einem Übungsplatz nordwestlich von N'Djamena erschossen, wie Innenminister Ahmat Mahamat Bachir am Abend mitteilte. Die Erschießung solle eventuellen Nachahmern als Warnung dienen, sagte er.

Vor der Hinrichtung betete der Imam der Großen Moschee von N'Djamena ein letztes Mal mit den Verurteilten. Einer der tschadischen Oppositionsführer, Al Amine Khamis, wandte ein, die schnelle Verurteilung und Hinrichtung zeige, dass der Fall nicht hinreichend untersucht worden sei.  

Die aus dem westlichen Nachbarland Nigeria stammende Terrormiliz Boko Haram hat zuletzt auch mehrfach Ziele im Tschad angegriffen. Die Streitkräfte des zentralafrikanischen Landes beteiligen sich seit dem Frühjahr an einer internationalen Truppe zur Niederschlagung der sunnitischen Fundamentalisten.

Boko Haram will in der Region einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts gründen. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe sind im Nordosten Nigerias seit 2009 mindestens 14 000 Menschen getötet worden.  

So, 2015-08-30 10:29
Delhi (dpa)

Der Zweite Indisch-Pakistanische Krieg von 1965

Neu Delhi (dpa) - Der Zweite Indisch-Pakistanische Krieg von 1965 war einer von drei Kriegen, die von den südasiatischen Rivalen nach der Unabhängigkeit von Großbritannien in 1947 ausgefochten wurden. Anlass war ein Streit um eine Grenzlinie in der auf beide Staaten (sowie China) aufgeteilten Himalayaregion Kaschmir. Der Krieg, dem Aktivitäten propakistanischer Untergrundkämpfer im indischen Teil vorausgingen, endete mit der Wiederherstellung des Vorkriegszustandes; der Konflikt ist noch immer nicht ausgestanden.

Die Kämpfe dauerten mehrere Wochen. Nach Gebietsgewinnen und Verlusten auf beiden Seiten einigten sich die Parteien am 22. September 1965 auf eine von den Vereinten Nationen geforderte Waffenruhe. Beide Länder beanspruchten den Sieg für sich. Die Höhe der Verluste ist umstritten, die Angaben beider Länder variieren. Der unabhängigen Webseite Globalsecurity.org zufolge starben rund 3000 indische Soldaten und etwa 3800 pakistanische.

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2015-08-30 10:18
Berlin (dpa)

Lieferengpass bei Krebsmedikament soll bald enden

Berlin (dpa) - Das wichtige Krebsmedikament Melphalan, bei dem es derzeit gefährliche Lieferengpässe gibt, soll Ärzten und Patienten in Kürze wieder voll zur Verfügung stehen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Sonntag in Berlin unter Berufung auf das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit.

Das BfArM habe aufgrund der jüngsten Meldungen nochmals Kontakt zum Hersteller gesucht. «Nach Angaben des Unternehmens wird das Arzneimittel in Kürze wieder voll lieferfähig sein, erste Lieferungen seien in der nächsten Woche möglich», sagte eine Ministeriumssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Das BfArM habe darüber auch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert.

Die Arzneimittelkommission hatte davor gewarnt, dass mitunter lebensrettende Eingriffe wegen der Lieferschwierigkeiten bei dem Chemotherapeutikum derzeit auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssten. Der Mangel könne zu vermeidbaren Todesfällen führen, sagte der Ravensburger Krebsspezialist Günther Wiedemann dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Melphalan wird dem Bericht zufolge zur Vorbereitung einer Stammzelltransplantation benötigt, mit der sich die Krebserkrankung oft für lange Zeit aufhalten lässt.

So, 2015-08-30 10:53
Bremen (dpa)

Raabs letzter «Contest»: Forster und Flüchtlinge im Fokus Von Helen Hoffmann, dpa

Mark Forster war favorisiert und gewann den letzten «Bundesvision Contest» mit Stefan Raab. Aber der Wettbewerb bot auch ein Forum für politische Botschaften: «Refugees Welcome».

Bremen (dpa) - Klare Sache: Der 31 Jahre alte Sänger Mark Forster aus Rheinland-Pfalz bekam von den Zuschauern der ProSieben-Musikshow «Bundesvision Song Contest 2015» am späten Samstagabend mit Abstand die meisten Stimmen. Gegen seinen eingängigen Pop-Song «Bauch und Kopf», der bei vielen Radio-Sendern rauf und runter gespielt wird, hatten die anderen Teilnehmer keine Chance. Aber: Ein paar setzten sich für Flüchtlinge ein und gaben damit Stefan Raabs letztem «Bundesvision Song Contest» eine politische Note.

Ihre Stimme gegen Fremdenfeindlichkeit erhob zum Beispiel die Band Donots aus Nordrhein-Westfalen. In ihrem musikalisch mitreißenden Rocksong «Dann ohne mich» äußerten sie ihr Unverständnis gegenüber rassistischen Stimmungen in Deutschland. «Kein Mensch ist illegal», sangen sie und «Wir dürfen nicht schweigen.» Die Zuschauer belohnten Musik und Botschaft mit dem zweiten Platz.

Auch andere Teilnehmer nutzten die große Bühne für einen Willkommensgruß an Flüchtlinge. So zeigte sich die Band um Ferris MC, der für Hamburg rockte, mit T-Shirts auf denen «Refugees Welcome» (Flüchtlinge willkommen) stand. Den gleichen Schriftzug las man später auch beim Viertplatzierten Madsen («Küss mich»), die für Niedersachsen dabei waren, und bei der Siegerband des Vorjahres, Revolverheld.

Insgesamt 16 Bands aus allen Bundesländern standen bei dem von ProSieben-Entertainer Stefan Raab (48) ins Leben gerufenen Wettbewerb auf der Bühne. Mit wenig Abstand auf die Donots folgte die Sängerin Yvonne Catterfeld, die für Thüringen antrat, auf Platz drei. Die aus der RTL-Serie «Gute Zeiten - Schlechte Zeiten» bekannte 35-Jährige hat inzwischen sechs Studioalben veröffentlicht. Ihr Song «Lieber so» zählte zu den ruhigsten des Abends.

Und es traten auch einige Prominente an, die nicht gerade in erster Linie mit ihrer Musik bekanntgeworden sind. Darunter war der aus dem Münsteraner «Tatort» bekannte Schauspieler Jan Josef Liefers. Mit seiner Band Radio Doria und dem melodischen Pop-Song «Sehnsucht Nr. 7» landete der 51-Jährige für sein Geburtsland Sachsen punktgleich mit Niedersachsen auf Platz vier.

Viel Applaus von den rund 6500 Hallen-Zuschauern, aber keine ganz so gute Platzierung, erhielt der TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf (31). Mit dem ehemaligen Wir-sind-Helden-Mitglied Mark Tavassol stand er für das Gastgeberland Bremen auf der Bühne. Mit dem Song «Geister» landete seine Band Gloria auf dem neunten Platz.

Wie geht es weiter mit dem «Bundesvision Song Contest»? Sein Erfinder Raab plädiert für eine Zukunft für den Musikwettbewerb. Im Dezember will er nach der letzten Ausgabe seines Spektakels «Schlag den Raab» seine TV-Karriere beenden. «Ich würde mir wünschen, dass er weitergeht», hatte Raab über den Musikwettbewerb bereits am Freitag gesagt. Er selbst werde die Veranstaltung nicht mehr moderieren. Vielleicht finde sich Jemand anderes, der sie weiterführe, sagte er. Hauptsache es gebe eine Plattform für deutschsprachige Musik.

Wie viele sich diese Plattform auch in Zukunft wünschen, wurde in Bremen deutlich. Mehrfach äußerten Musiker und zugeschaltete Radiomoderatoren die Hoffnung, dass es den «Bundesvision Song Contest» auch weiter geben werde.

Das Interesse des Fernsehpublikums an dem Spektakel hielt sich insgesamt in Grenzen: 1,46 Millionen Zuschauer schalteten. In etwa so viel waren es auch im Vorjahr.

So, 2015-08-30 09:15
Kabul (dpa)

Die Sicherheitslage in Afghanistan: Tausende zivile Opfer

Kabul (dpa) - Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes im vergangenen Jahr verschlechtert. Die radikalislamischen Taliban sind in einigen Provinzen auf dem Vormarsch und liefern sich teils schwere Gefechte mit afghanischen Sicherheitskräften. In der südlichen Provinz Helmand eroberten die Taliban innerhalb von zwei Wochen zwei der 15 Bezirke.

Auch Anschläge in der Hauptstadt Kabul haben zuletzt zugenommen. Zudem versucht die in Syrien und im Irak aktive radikalislamische Sunnitenmiliz Islamischer Staat, in Afghanistan Fuß zu fassen.

Laut einem Bericht der «New York Times» wurden in diesem Jahr rund 4100 afghanische Sicherheitskräfte getötet und Tausende verwundet. Vor allem aber leidet die Zivilbevölkerung: Fast 5000 zivile Opfer verzeichneten die Vereinten Nationen in den ersten sechs Monaten diesen Jahres (1592 Tote und 3329 Verletzte) - ein Anstieg um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unter den Toten und Verletzten sind viele Frauen und Kinder. Die UN macht die Taliban für die meisten der Opfer verantwortlich.

Der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan dauerte 13 Jahre. Seit Beginn diesen Jahres sind ausländische Truppen offiziell nur noch zur Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte im Land. Die USA fliegen aber weiterhin Drohnenangriffe gegen Rebellen.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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