Aktuell

fracking / 28.Aug 2015

Bohren bis der Boden bebt

Fracking sei unbedenklich, beharren Energieunternehmen. Eine kanadische Behörde bestätigt jetzt das Gegenteil: Die Firma Progress Energy habe mit ihren Bohrungen letztes Jahr ein Erdbeben von der Stärke 4,4 ausgelöst. In den USA kündigen Umweltschützer an, die Regierung zu verklagen, wenn sie die Technologie nicht schärfer reguliert.

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der Woche
Sa, 2015-08-29 17:38
Paris (dpa)

De Maizière: Wollen keine vollständige Kontrolle im Bahnverkehr

Paris (dpa) - Nach der vereitelten Terrorattacke sollen Hochgeschwindigkeitszüge in Europa auch künftig nicht umfassend kontrolliert werden. «Wir können und wollen keine vollständige, flächendeckende Personen- oder Gepäckkontrolle in den Zügen in Deutschland oder Europa», sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Paris am Rande eines Treffens mit Innen- und Verkehrsministern aus neun europäischen Ländern.

«Unabhängig davon, ob es technisch ginge, wollen wir nicht, dass Terroristen den Erfolg haben, dass alle diese Bewegungen erfasst und kontrolliert werden», sagte der Minister. Es gehe vielmehr darum, die gezielte Zusammenarbeit und etwa den Austausch von Informationen über verdächtige Personen zu verbessern.

Ein 25 Jahre alter Angreifer hatte in der vergangenen Woche schwer bewaffnet im Zug von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet und zwei Menschen schwer verletzt. Der Mann war von Fahrgästen niedergerungen worden.

Sa, 2015-08-29 16:57
Karlsruhe/Heidenau (dpa)

Verfassungsgericht kippt Versammlungsverbot für Heidenau

Nach einem juristischen Tauziehen hat das Bundesverfassungsgericht für Klarheit gesorgt: Das über das sächsische Heidenau für das gesamte Wochenende verhängte Versammlungsverbot ist unzulässig.

Karlsruhe/Heidenau (dpa) - Das Bundesverfassungsgericht hat das umstrittene Versammlungsverbot für das sächsische Heidenau endgültig gekippt. Die Karlsruher Richter bestätigten am Samstag eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Dresden, das das vom Landkreis verhängte Versammlungsverbot für die von rechtsradikalen Ausschreitungen erschütterte Stadt nahe Dresden am Freitag für «offensichtlich rechtswidrig» erklärt hatte.

Diese Entscheidung war anschließend vom Oberverwaltungsgericht in Bautzen zum Teil wieder kassiert worden. Nur ein Willkommensfest für die Flüchtlinge in der von Krawallen Rechtsradikaler betroffenen Unterkunft durfte stattfinden.

Mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sei das Verbot außer Kraft gesetzt worden, erklärte ein Sprecher in Karlsruhe. «Versammlungen in Heidenau können am Wochenende nach Maßgabe der allgemeinen versammlungsrechtlichen Bestimmungen stattfinden.» Antragsteller war ein junger Jurist aus dem Rheinland, der auch schon die Entscheidung in erster Instanz angestrengt hatte.

Darin hatten die Dresdner Verwaltungsrichter ein Verbot aller Veranstaltungen in Heidenau über das gesamte Wochenende für unverhältnismäßig befunden. Außerdem bemängelten sie eine unzureichende Einschätzung der Gefahrenlage. Es seien lediglich die Erfahrungen der Krawalle herangezogen worden, die es am vergangenen Wochenende vor der in einem Baumarkt untergebrachten Asylunterkunft gegeben habe.

Weil der Antragsteller aber nur an dem Willkommenfest hatte teilnehmen wollen, hätte das Verwaltungsgericht Dresden auch nur in diesem Fall das Versammlungsverbot aufheben dürfen, entschied das Bautzener Oberverwaltungsgericht. Dies sah Karlsruhe nun anders und hob die Entscheidung auf, womit der Spruch aus erster Instanz wieder in Kraft trat.

«Nach dem Hin und Her der letzten 24 Stunden sind wir jetzt wieder auf dem Stand von gestern», sagte der Sprecher der zuständigen Dresdner Polizeidirektion, Thomas Geithner, am Samstag. Damit könne eine in Heidenau für Samstagabend angemeldete Kundgebung von Unterstützern des Flüchtlingsheimes stattfinden. Aber auch neue Versammlungen könnten angemeldet werden.

Dass die Polizei bei der derzeitigen Personallage in Heidenau nicht für 100-prozentige Sicherheit garantieren könne, sei ja der Versammlungsbehörde des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereits am Donnerstag deutlich gemacht worden, sagte Geithner. Die Behörde hatte das Verbot mit einem sogenannten polizeilichen Notstand begründet.

Sa, 2015-08-29 17:02
Berlin (dpa)

Gabriel: Humanität Europas in Gefahr - SPD ehrt Flüchtlingshelfer

Berlin (dpa) - Ohne mehr Bereitschaft anderer EU-Staaten zur Aufnahme von Flüchtlingen drohen nach Ansicht von SPD-Chef Sigmar Gabriel massive Rückschritte für die Integration Europas. Wenn lediglich drei, vier oder fünf EU-Staaten Flüchtlinge aufnähmen, dann würden wohl viele Menschen die offenen Grenzen in Europa infrage stellen, sagte Gabriel am Samstag bei einem Empfang von Flüchtlingshelfern im SPD-Fraktionssaal im Bundestag in Berlin. 

«Europa ist keine Zugewinngemeinschaft, in der man dann mitmacht, wenn man Geld kriegt, und sich dann verdrückt, wenn es ernst wird.» In Gefahr sei die humane Orientierung in Europa.

Die SPD-Führung ehrte 370 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus ganz Deutschland, die sie nach Berlin eingeladen hatte. «Ihr macht die Wärme dieses Landes aus», sagte Migrationsbeauftragte Aydan Özoguz. Gabriel sagte zu den aus den Reihen der SPD stammenden Helfern: «Ihr repräsentiert eine der schönsten Traditionen der SPD.»

Die 800 000 Flüchtlinge, die nach offizieller Schätzung dieses Jahr nach Deutschland kommen, sind laut Gabriel verkraftbar. «Es geht nicht darum, sie abzuwehren, sondern ihnen eine neue Heimat, eine neue Zukunft zu geben.» Doch nicht Regierung und Behörden alleine seien gefragt - vielmehr müsse die gesamte Gesellschaft zur Integration beitragen. «Es gibt Aufgaben, die lassen sich nicht so einfach von oben administrieren.»

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

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Sa, 2015-08-29 17:12
Orleans (dpa)

New Orleans erinnert an 10. Jahrestag des Hurrikans «Katrina»

New Orleans trauert. Die Stadt gedenkt der gewaltigen Verheerungen, die der Hurrikan «Katrina» vor genau zehn Jahren angerichtet hat.

New Orleans (dpa) - Mit zahlreichen Veranstaltungen, Trauerzügen und Gedenkminuten hat New Orleans am Samstag des verheerenden Wirbelsturms «Katrina» gedacht. Als einer der schwersten Hurrikane der US-Geschichte hatte «Katrina» vor genau zehn Jahren, am 29. August 2005, weite Teile der Stadt New Orleans zerstört.

1800 Menschen waren ums Leben gekommen. 80 Prozent der Stadt wurden überflutet. Der Sturm soll einen Schaden von 125 Milliarden Dollar verursacht haben.

«Auch wenn viele der Toten unbekannt sind, werden wir sie nicht vergessen: Wir erinnern an Sie», sagte New Orleans' Bürgermeister Mitch Landrieu am Samstag nach Angaben des Senders WWW-TV.

Im Lauf des Tages versammelten sich Tausende zum Gedenken in der Stadt. Unter einem strahlend blauem Himmel zogen sie begleitet von Südstaatenjazz durch die Straßen, trafen sich unter Zeltdächern zu Veranstaltungen oder Gottesdiensten.

Am Vortag hatte der ehemalige US-Präsident George W. Bush New Orleans besucht. Ohne Bedauern für das damals zögerliche Krisenmanagement seiner Regierung lobte er die Fortschritte beim Wiederaufbau. 30 000 Menschen seien unmittelbar nach der Naturkatastrophe gerettet worden, sagte Bush bei einer Rede.

Auch Obama würdigte bei seinem Besuch am Donnerstag den Wiederaufbau von Schulen sowie Krankenhäusern und Straßen, ließ die Kritik an seinem Vorgänger aber mehrfach anklingen. «Was als Naturkatastrophe begann, verwandelte sich in ein von Menschen verursachtes Desaster», sagte Obama bei einem Besuch im von Überschwemmungen am stärksten betroffenen Bezirk Lower Ninth Ward.

Die Veranstaltungen zum zehnten Jahrestag «Katrinas» dauern mehrere Tage. Am Samstag wurde auch Ex-US-Präsident Bill Clinton in New Orleans erwartet.

Sa, 2015-08-29 16:55
Istanbul (dpa)

Luftangriffe auf IS in Syrien: Türkei kämpft nun mit im Bündnis

Die Türkei hat lange gezögert. Kritiker warfen der islamisch-konservativen Regierung vor, den Feldzug der Terrormiliz IS zu dulden und indirekt zu unterstützen. Nun hat sich Ankara dem US-geführten Bündnis mit Luftangriffen angeschlossen.

Istanbul (dpa) - Kurswechsel in Ankara: Die Türkei hat sich mit ersten Luftangriffen am Kampf des internationalen Bündnisses gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt. Die Luftwaffe habe in der Nacht zum Freitag in Syrien Einsätze als Teil der von den USA angeführten Militärallianz geflogen, teilte das Außenministerium am Samstag mit. Die Terrormiliz bedrohe die Sicherheit der Türkei. Der IS hat im Irak und in Syrien große Gebiete erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

Nach einem dem IS zugeschriebenen schweren Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe schon einmal Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Danach hatte sie aber zunächst deutlich häufiger Stellungen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) angegriffen. Die PKK verschärfte deshalb ihrerseits ihre Anschläge auf türkische Sicherheitskräfte. Der syrische Ableger der PKK - die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) - kämpft in Nordsyrien gegen den IS. Die PKK wird von der Türkei und ihren Verbündeten als Terrororganisation eingestuft.

Nach zähen Verhandlungen hatte das Nato-Land Türkei den USA dann kürzlich die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Incirlik erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten der US-Kampfjets deutlich, die IS-Ziele in Syrien angreifen.

Kritiker warfen der islamisch-konservativen Regierung der Türkei vor, unter dem Deckmantel der Bekämpfung des IS vor allem gegen die PKK vorzugehen. Zuvor war immer wieder kritisiert worden, dass die Türkei eine Behandlung verletzter IS-Kämpfer in türkischen Krankenhäusern erlaube und die Durchreise von IS-Anhängern aus dem Ausland nach Syrien nicht stoppe.

Sa, 2015-08-29 16:59
Heidenau/Dresden (dpa)

Verfassungsgericht kippt Versammlungsverbot für Heidenau

Polizeilicher Notstand? Karlsruhe hat das umstrittene Versammlungsverbot für Heidenau aufgehoben. Die Polizei erteilt Rechtsradikalen in der sächsischen Kleinstadt Platzverweise.

Karlsruhe/Heidenau/Dresden (dpa) - Das Bundesverfassungsgericht hat das umstrittene Versammlungsverbot für das sächsische Heidenau gekippt. Die Karlsruher Richter bestätigten am Samstag eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Dresden vom Freitag. Dieses hatte das vom Landkreis verhängte Versammlungsverbot für die von rechtsradikalen Ausschreitungen erschütterte Stadt am Freitag für «offensichtlich rechtswidrig» erklärt. Die zuständige Behörde hatte das Verbot mit einem polizeilichen Notstand begründet.

Die Dresdner Entscheidung war am Freitag vom Oberverwaltungsgericht in Bautzen zum Teil wieder kassiert worden. Nur ein Willkommensfest für die Flüchtlinge durfte stattfinden. Eine Woche nach den Ausschreitungen vor der Notunterkunft, bei denen mehr als 30 Polizisten verletzt wurden, feierten am Freitag in Heidenau mehrere hundert Menschen mit den Asylbewerbern, grillten und spielten.

Am Freitagabend kesselten Polizeikräfte etwa 180 rechtsradikale Demonstranten ein, die sich vor dem Festplatz an einem Supermarkt versammelt hatten. Die Beamten umstellten die Rechten mit Polizeifahrzeugen, nahmen die Personalien auf und sprachen Platzverweise aus. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bekräftigte in der «Bild»-Zeitung (Samstag), dass die Behörden «mit aller Härte» gegen die rechtsextreme Szene im Land vorgingen.

In Dresden folgten am Samstag mehrere tausend Menschen dem Aufruf linker Gruppen zu einer Demonstration für den Schutz von Flüchtlingen und gegen die aktuelle Asylpolitik in Deutschland. Begleitet von zahlreichen Polizisten zogen sie durch die Stadt. Für die Veranstaltung galten scharfe Auflagen.

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts darf nun auch eine für Samstagabend angemeldete Kundgebung von Unterstützern des Flüchtlingsheimes in Heidenau stattfinden. Zugleich können aber auch neue Versammlungen angemeldet werden. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach von einer «Herausforderung für die Polizei» und rief zu Besonnenheit und Friedfertigkeit auf.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte angesichts rassistischer Verbalattacken und Drohungen auch gegen Politiker vor einer wachsenden «Verrohung». «Gerade im Internet in geschlossenen Gruppen, in denen sich die Menschen gegenseitig in ihren Ansichten bestätigen und aufstacheln, glauben die Menschen dann auch noch, sie würden die Meinung einer schweigenden Mehrheit zum Ausdruck bringen, wenn sie gegen Ausländer hetzen oder Presse und Politik verteufeln», sagte der CDU-Politiker der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag).

Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht die Entwicklung mit Sorge. «Das eine ist die Vermutung der Neonazis wie in Heidenau, dass sie dem sogenannten gesunden Volksempfinden Ausdruck verleihen und dass sie sich dabei für nichts mehr zu schade sind - also mittlerweile auch unter Klarnamen übelste Hetzparolen verbreiten», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Noch mehr Sorgen mache ihm aber, «dass in der Mitte der Gesellschaft der Anteil derjenigen wächst, die Politik, Politiker und Parteien verachten».

Nach dem Brandanschlag auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf wurden die drei Tatverdächtigen, die Kontakte zur rechten Szene haben sollen, stundenlang vernommen. Sie sollten nach am Samstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Am Freitagabend waren zwei Männer und eine Frau festgenommen worden. Eine Familie aus Simbabwe war der Attacke in der Nacht zum Freitag nur knapp entgangen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Kollege Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg rechnen damit, dass in diesem Jahr bis zu eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Bundesregierung hatte ihre Prognose zuletzt auf 800 000 Menschen erhöht.

Sa, 2015-08-29 17:32
Heidenau/Eisenstadt (dpa)

Verfassungsrichter kippen Versammlungsverbot für Heidenau

Das heftig umstrittene Versammlungsverbot für Heidenau ist in Karlsruhe gekippt worden. In Dresden demonstrieren Tausende für Flüchtlinge. Nach dem grausigen Fund von 71 toten Flüchtlingen in Österreich sitzen vier Verdächtige in Untersuchungshaft.

Karlsruhe/Heidenau/Eisenstadt (dpa) - Das Bundesverfassungsgericht hat das politisch heftig umstrittene Versammlungsverbot für das sächsische Heidenau gekippt. Die Karlsruher Richter bestätigten am Samstag eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Dresden vom Freitag. Dieses hatte das vom Landkreis verhängte Versammlungsverbot für die von rechtsradikalen Ausschreitungen erschütterte Stadt am Freitag für «offensichtlich rechtswidrig» erklärt. Die zuständige Behörde hatte das Verbot mit einem polizeilichen Notstand begründet.

Die Dresdner Entscheidung war am Freitag vom Oberverwaltungsgericht in Bautzen zum Teil wieder kassiert worden. Nur ein Willkommensfest für die Flüchtlinge durfte stattfinden. Eine Woche nach den Ausschreitungen vor der Notunterkunft, bei denen mehr als 30 Polizisten verletzt wurden, feierten am Freitag in Heidenau mehrere hundert Menschen mit den Asylbewerbern, grillten und spielten.

Am Freitagabend kesselten Polizeikräfte etwa 180 rechtsradikale Demonstranten ein, die sich vor dem Festplatz an einem Supermarkt versammelt hatten. Die Beamten umstellten die Rechten mit Polizeifahrzeugen, nahmen die Personalien auf und sprachen Platzverweise aus. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bekräftigte in der «Bild»-Zeitung (Samstag), dass die Behörden «mit aller Härte» gegen die rechtsextreme Szene im Land vorgingen.

In Dresden folgten am Samstag mehrere tausend Menschen dem Aufruf linker Gruppen zu einer Demonstration für den Schutz von Flüchtlingen und gegen die aktuelle Asylpolitik in Deutschland.

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts darf nun auch eine für Samstagabend angemeldete Kundgebung von Unterstützern des Flüchtlingsheimes in Heidenau stattfinden. Zugleich können aber auch neue Versammlungen angemeldet werden. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach von einer «Herausforderung für die Polizei» und rief zu Besonnenheit und Friedfertigkeit auf.

Nach dem Brandanschlag auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf wurden die drei Tatverdächtigen, die Kontakte zur rechten Szene haben sollen, stundenlang vernommen. Sie sollten nach am Samstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Eine Familie aus Simbabwe war der Attacke in der Nacht zum Freitag nur knapp entgangen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Kollege Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg rechnen damit, dass in diesem Jahr bis zu eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Bundesregierung hatte ihre Prognose zuletzt auf 800 000 Menschen erhöht.

Nach dem grausigen Fund von 71 vermutlich erstickten Flüchtlingen in einem Lastwagen bei Wien hat die österreichische Polizei ein Untersuchungsteam nach Ungarn entsandt, wie Landespolizeichef Hans Peter Doskozil dem ORF berichtete. In Ungarn kamen am Samstag vier zuvor festgenommene mutmaßliche Schlepper in Untersuchungshaft. Dies entschied ein Gericht in Kecskemét.

Die EU-Kommission will dem «Spiegel» zufolge die afrikanischen Länder mit Geldanreizen dazu bewegen, «dass sie ihre von Europa abgelehnten Geflohenen zurücknehmen». Dafür wolle die Kommission beim EU-Afrika-Gipfel im November auf Malta mehr als eine Milliarde Euro zusätzlich für einen EU-Afrika-Treuhandfonds anbieten. «Aber Geld soll es nur gegen Kooperation geben», schreibt das Magazin.

Sa, 2015-08-29 16:16
Paris (dpa)

Minister diskutieren in Paris über Terrorschutz im Bahnverkehr

Paris (dpa) - Gut eine Woche nach dem vereitelten Terroranschlag im Hochgeschwindigkeitszug Thalys sind am Samstag in Paris Verkehrs- und Innenminister aus neun europäischen Ländern zusammengekommen, um über mehr Sicherheit im Bahnverkehr zu beraten. Dabei geht es auch um die Frage, ob Reisende systematischer kontrolliert werden können.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve empfing neben den zwei zuständigen EU-Kommissaren auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie Kollegen aus Großbritannien, Italien, Spanien, den Niederlanden sowie aus Belgien, der Schweiz und Luxemburg.

Gesprochen werden soll etwa über Gepäckkontrollen, Sicherheitschecks oder die Überprüfung von Personaldaten, etwa beim Kauf von Tickets. In Paris wurde bereits eingeräumt, dass solche Maßnahmen die Attacke im Thalys nicht zwangsläufig verhindert hätten.

Ein 25 Jahre alte Angreifer hatte in der vergangenen Woche schwer bewaffnet im Zug von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet und zwei Menschen schwer verletzt. Der Mann war von Fahrgästen niedergerungen worden.

Sa, 2015-08-29 16:41
Berlin (dpa)

Maas zurückhaltend zu Spekulation über eine Million Asylbewerber

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich zurückhaltend zu Spekulationen über eine nochmals drastisch steigende Flüchtlingszahl in diesem Jahr geäußert. Nachdem die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Hessen, Dietmar Woidke (SPD) und Volker Bouffier (CDU), die Zahl von einer Million Neuankömmlingen ins Gespräch gebracht hatten, sagte Maas am Samstag in Berlin zwar: «Ich kann das nicht ausschließen.» Ihm lägen aber keine Informationen vor, dass die von der Bundesregierung kürzlich veröffentlichte Prognose von 800 000 Flüchtlingen nach oben korrigiert werden müsse.

Woidke sagte dem «Tagesspiegel» (Sonntag): «Ich schließe nichts aus, auch nicht die Million.» Bouffier ging in einem Fernsehinterview des Hessischen Rundfunks ebenfalls von einer Million Asylbewerbern aus.

Maas pochte auf einen stärkeren Einsatz von Facebook gegen fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen. «Facebook sollte ein bisschen mehr dazu beitragen, dass solche Sachen gelöscht werden.» Soziale Medien wie Facebook müssten hier «mehr tun, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden».

Wenn Fremdenhass derart ungehindert öffentlich verbreitet werde, bestehe die Gefahr, «dass bei anderen die Hemmschwelle stärker sinkt». Facebook schaffe es ja auch, beispielsweise Fotos von nackten Frauen schnell zu löschen, sagte Maas. Da müsse es «auch möglich sein, solchen Müll schnell aus dem Netz zu nehmen».

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À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2015-08-29 16:47
Teheran (dpa)

Iran will mit USA beim Umbau von Atomreaktor kooperieren

Teheran (dpa) - Der Iran plant beim Umbau seines Atomreaktors Arak eine Zusammenarbeit mit den USA. «Wir werden mit China und voraussichtlich auch den USA bei der Modernisierung des Reaktors in Arak zusammenarbeiten», sagte Präsident Hassan Ruhani am Samstag in Teheran.

In der Atomeinigung von Mitte Juli hatten sich der Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland auf einen Umbau des Schwerwasserreaktors Arak geeinigt. Dabei geht es besonders darum, dass nach einer Inbetriebnahme kein Plutonium anfallen soll, das zur Herstellung einer Atombombe eingesetzt werden könnte. Bislang war beim Umbau des Reaktors nur von einer Zusammenarbeit mit China die Rede.

Sa, 2015-08-29 16:18
Heidenau/Dresden (dpa)

Verfassungsgericht kippt Versammlungsverbot für Heidenau

Polizeilicher Notstand? Karlsruhe hat das umstrittene Versammlungsverbot für Heidenau aufgehoben. Die Polizei erteilt Rechtsradikalen in der sächsischen Kleinstadt Platzverweise.

Karlsruhe/Heidenau/Dresden (dpa) - Das Bundesverfassungsgericht hat das umstrittene Versammlungsverbot für das sächsische Heidenau gekippt. Die Karlsruher Richter bestätigten am Samstag eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Dresden vom Freitag. Dieses hatte das vom Landkreis verhängte Versammlungsverbot für die von rechtsradikalen Ausschreitungen erschütterte Stadt am Freitag für «offensichtlich rechtswidrig» erklärt. Die zuständige Behörde hatte das Verbot mit einem polizeilichen Notstand begründet.

Die Dresdner Entscheidung war am Freitag vom Oberverwaltungsgericht in Bautzen zum Teil wieder kassiert worden. Nur ein Willkommensfest für die Flüchtlinge durfte stattfinden. Eine Woche nach den Ausschreitungen vor der Notunterkunft, bei denen mehr als 30 Polizisten verletzt wurden, feierten am Freitag in Heidenau mehrere hundert Menschen mit den Asylbewerbern, grillten und spielten.

Am Freitagabend kesselten Polizeikräfte etwa 180 rechtsradikale Demonstranten ein, die sich vor dem Festplatz an einem Supermarkt versammelt hatten. Die Beamten umstellten die Rechten mit Polizeifahrzeugen, nahmen die Personalien auf und sprachen Platzverweise aus. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bekräftigte in der «Bild»-Zeitung (Samstag), dass die Behörden «mit aller Härte» gegen die rechtsextreme Szene im Land vorgingen.

In Dresden folgten am Samstag mehrere tausend Menschen dem Aufruf linker Gruppen zu einer Demonstration für den Schutz von Flüchtlingen und gegen die aktuelle Asylpolitik in Deutschland. Begleitet von zahlreichen Polizisten zogen sie durch die Stadt. Für die Veranstaltung galten scharfe Auflagen.

Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts darf nun auch eine für Sonntagabend angemeldete Kundgebung von Unterstützern des Flüchtlingsheimes in Heidenau stattfinden. Zugleich können aber auch neue Versammlungen angemeldet werden. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach von einer «Herausforderung für die Polizei» und rief zu Besonnenheit und Friedfertigkeit auf.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnte angesichts rassistischer Verbalattacken und Drohungen auch gegen Politiker vor einer wachsenden «Verrohung». «Gerade im Internet in geschlossenen Gruppen, in denen sich die Menschen gegenseitig in ihren Ansichten bestätigen und aufstacheln, glauben die Menschen dann auch noch, sie würden die Meinung einer schweigenden Mehrheit zum Ausdruck bringen, wenn sie gegen Ausländer hetzen oder Presse und Politik verteufeln», sagte der CDU-Politiker der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag).

Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht die Entwicklung mit Sorge. «Das eine ist die Vermutung der Neonazis wie in Heidenau, dass sie dem sogenannten gesunden Volksempfinden Ausdruck verleihen und dass sie sich dabei für nichts mehr zu schade sind - also mittlerweile auch unter Klarnamen übelste Hetzparolen verbreiten», sagte er der «Süddeutschen Zeitung». Noch mehr Sorgen mache ihm aber, «dass in der Mitte der Gesellschaft der Anteil derjenigen wächst, die Politik, Politiker und Parteien verachten».

Nach dem Brandanschlag auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf wurden die drei Tatverdächtigen, die Kontakte zur rechten Szene haben sollen, stundenlang vernommen. Sie sollten nach am Samstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Am Freitagabend waren zwei Männer und eine Frau festgenommen worden. Eine Familie aus Simbabwe war der Attacke in der Nacht zum Freitag nur knapp entgangen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Kollege Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg rechnen damit, dass in diesem Jahr bis zu eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Bundesregierung hatte ihre Prognose zuletzt auf 800 000 Menschen erhöht.

Sa, 2015-08-29 16:19
Moskau (dpa) 

Putin in Telefonat mit Merkel besorgt über Gewalt im Donbass

Moskau (dpa) - Kremlchef Wladimir Putin hat sich besorgt über andauernde Gefechte zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten im Donbass geäußert. In einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten François Hollande bekräftigte er am Samstag Forderungen nach einem direkten Dialog zwischen Kiew und den Aufständischen. Eine Wirtschaftsblockade der Gebiete Donezk und Luhansk durch die ukrainische Führung müsse enden, betonte er nach Kremlangaben.

Demnach sprachen Putin, Merkel und Hollande auch über ein mögliches Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Details nannte der Kreml nicht.

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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