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So, 2016-05-29 16:43
Berlin (dpa)

Gabriel kritisiert Merkels TTIP-Kurs - Union schlägt zurück

Katholiken auf der Straße, Unruhe in der Koalition, eine unverdrossene EU-Kommission: Das mit den USA geplante Freihandelsabkommen TTIP erregt unverändert die Gemüter.

Berlin (dpa) - Das umstrittene Handelsabkommen TTIP entzweit immer stärker auch die Bundesregierung. Nachdem SPD-Chef Sigmar Gabriel Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Hauruck-Strategie vorwarf, knöpft sich nun die Union den Bundeswirtschaftsminister vor. Der Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, erklärte am Sonntag, Gabriel beuge sich entgegen seiner Überzeugung der Stimmung in der SPD, um seine Partei «notdürftig» zusammenzuhalten. «Er versagt als Sachwalter deutscher und europäischer Interessen», sagte der CDU-Politiker. Statt die Beziehungen zum wichtigsten Exportpartner USA zu vertiefen, rede Gabriel lieber über eine Annäherung zu Russland.

Gabriel hatte zuvor Merkel vorgeworfen, zu viel Zeitdruck aufzubauen: «Es war falsch, dass die Bundeskanzlerin im Überschwang vor dem Obama-Besuch in Deutschland gesagt hat, wir können die Verhandlungen in jedem Fall in diesem Jahr abschließen - und das jetzt noch mal wiederholt hat», sagte Gabriel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Merkel und US-Präsident Barack Obama hatten sich bereits im April bei der Hannover Messe klar zu TTIP bekannt.

Nun wurde beim G7-Gipfel in Japan bekräftigt, dass ein TTIP-Abschluss bis Jahresende für mehr Wachstum wichtig sei - wenn der Vertrag zum gegenseitigen Nutzen sei. Zuletzt hatte Greenpeace geheime Unterlagen ins Internet gestellt. Daraus geht hervor, dass Washington sich am Verhandlungstisch bislang kaum bewegt.

Die EU-Kommission will ungeachtet massiver TTIP-Proteste bis zum Herbst einen Durchbruch erzielen. Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) erklärte am Wochenende beim Katholikentag in Leipzig, dass er im Oktober mit einem Entwurf für einen Vertrag rechne. Er versicherte: «Unsere Kultur von Daten-, Umwelt- und Verbraucherschutz wird vollumfänglich gewahrt.»

In der sächsischen Messestadt protestierten rund 1000 Menschen gegen das europäische Handelsabkommen mit Nordamerika. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) erklärte im «Focus», die Chancen bei TTIP würden überwiegen: «Unsere Standards sind nicht verhandelbar. Wer aber den Wettbewerb scheut, hat ihn eigentlich schon verloren.» Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisierte Schmidts Haltung. Die europäische Landwirtschaft würde durch TTIP verlieren: «Beschleunigtes Höfesterben, noch mehr industrialisierte Landwirtschaft werden die Folge sein.»

Die Gewerkschaften verlangten einen Neustart der Gespräche. «TTIP wie es jetzt verhandelt wird, wird nicht zum Erfolg führen, schon gar nicht bis Ende des Jahres», sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, im Deutschlandfunk. Er sei dafür, nach der Präsidentschaftswahl in den USA mit der neuen Regierung in Washington von vorn zu beginnen. Der Chef des Flugzeugkonzerns Airbus, Thomas Enders, zweifelt an einem Abschluss: «Ich bin skeptisch, dass TTIP noch zustande kommt», sagte Enders «Bild am Sonntag». Auf beiden Seiten des Atlantiks werde der Widerstand stärker.

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über die «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Ziel ist es, Zölle, verschiedene Vorschriften oder Hürden für Investitionen abzubauen, damit der Handel zwischen den Wirtschaftssupermächten EU und USA stärker floriert. Kritiker befürchten eine Angleichung von Standards auf geringerem Niveau. Airbus

So, 2016-05-29 16:05
Maradi (dpa)

Armee im Niger tötet mindestens zehn Boko-Haram-Kämpfer

Maradi (dpa) - Die Streitkräfte des westafrikanischen Staates Niger haben mindestens zehn Kämpfer der Terrormiliz Boko Haram getötet. Die Terrorgruppe habe am Freitagabend die Armee in der Region Diffa nahe der nigerianischen Grenze am Tschad-See angegriffen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Dutzende Terroristen seien bei dem Gefecht zudem verletzt worden, erklärte Militärsprecher Moustapha Ledrux am Samstag. Auch drei Soldaten seien leicht verwundet worden.

Die sunnitischen Extremisten von Boko Haram terrorisieren den Nordosten Nigerias und die angrenzenden Gebiete der Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad. Die Islamisten wollen dort einen sogenannten Gottesstaat errichten.

So, 2016-05-29 16:54
Damaskus (dpa)

IS versucht Sturm auf syrische Rebellenstadt

Die Rebellen im Norden Syriens geraten immer mehr in die Zange. Im Westen die Kurden, im Norden die Türkei, müssen sie sich im Osten eines Ansturms der Terrormiliz IS erwehren. Zehntausende Flüchtlinge wissen nicht, wohin.

Damaskus (dpa) - Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz IS haben die Außenbezirke einer der letzten beiden Rebellenstädte nördlich von Aleppo in Syrien gestürmt. Die Dschihadisten hätten am Samstag Verteidigungsanlagen der Stadt Marea überrannt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Am Sonntag konnten die Rebellen die Kämpfer des IS zwar leicht zurückdrängen. Doch dauerten heftige Kämpfe am Stadtrand an; Dutzende Menschen starben.

Bereits in den vergangenen Tagen waren Einheiten des Islamischen Staates (IS) in der Region gegen Aufständische nahe der türkischen Grenze vorgerückt. Marea etwa 20 Kilometer südlich der Grenze ist neben Asas die einzige größere Stadt, die in der Enklave noch von Rebellen gehalten wird. Das Rebellengebiet grenzt im Osten an den Herrschaftsbereich des IS und im Westen an Kurdengebiete.

Erst kürzlich war der IS in das wegen der Nachschubwege wichtige Gebiet vorgerückt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) flohen Zehntausende vor den Dschihadisten und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und HRW gehen von 165 000 Vertriebenen aus, die rund um Asas Zuflucht gesucht haben. Unter diesen sind auch Flüchtlinge der vergangenen Wochen und Monate.

Karl Schembri vom Norwegischen Flüchtlingsrat (NRC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Lage sei beispiellos. «Das gesamte Gebiet um Asas ist komplett unsicher und Tausende Zivilisten und Hunderte Helfer sind in die Konfliktzone geraten.» Die Türkei hat ihre Grenze für Flüchtlinge aus Syrien geschlossen.

Ein örtlicher Aktivist berichtete, dass Rebellen einen Ort an die kurdischen Truppen übergeben hätten, um den Abzug von Zivilisten aus dem belagerten Marea zu ermöglichen. Dabei gehe es sich vor allem um Kinder, Frauen und Verwundete. Auf türkischem Staatsgebiet schlugen erneut Raketen ein. Diese wurden wahrscheinlich aus Gebieten der Terrormiliz IS abgeschossen.

Im Irak starteten die Dschihadisten am Sonntag einen Überraschungsangriff auf die Stadt Hit etwa 140 Kilometer westlich von Bagdad. Der Ort sei mit Artilleriefeuer und Selbstmordattentätern angegriffen worden, berichtete ein Armeesprecher. Allerdings sei die Attacke zurückgeschlagen und 40 IS-Kämpfer getötet worden. Auch sechs Regierungssoldaten seien gestorben.

Die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaq dagegen gab vor, der Islamische Staat habe die Hälfte der Stadt eingenommen und seinerseits 40 Kämpfer der Regierung getötet.

Die Terrormiliz ist im Irak massiv unter Druck: Die Kurden im Land meldeten am Sonntag den Beginn eines Großangriffs auf die Extremisten im Norden. Der Vorstoß der von der Bundeswehr unter anderem mit Waffen unterstützten Peschmerga-Kämpfer ziele auf Stellungen der Dschihadisten etwa 45 Kilometer nordöstlich ihrer Hochburg Mossul, sagte ein Befehlshaber.

In Falludscha westlich Bagdads kreisten irakische Einheiten zur Vorbereitung des angekündigten Sturms auf die IS-Hochburg die Stadt weiter ein. Die im Januar 2014 vom IS eroberte Stadt ist nach Mossul die wichtigste Bastion der Dschihadisten im Irak.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die USA wegen ihrer Unterstützung kurdischer Milizen gegen den IS in Syrien. Erbost zeigte er sich über Fotos von US-Soldaten mit Uniformabzeichen der YPG, der Miliz der syrischen Kurdenpartei PYD.

Die US-Spezialeinheiten sollen Kurdentruppen beim Vormarsch auf die IS-Hochburg Al-Rakka unterstützen. Der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, nannte das Tragen der Abzeichen unangebracht, verwies aber auf eine alte Praxis von Spezialkräften bei der Zusammenarbeit mit fremden Einheiten.

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So, 2016-05-29 16:17
Nürnberg/Berlin (dpa)

Volkswirte: Flüchtlinge drängen ab Spätsommer auf den Arbeitsmarkt

Noch stecken viele Flüchtlinge im Asylverfahren. Sobald das abgeschlossen ist, beginnt für sie die Jobsuche. Viele werden erst einmal arbeitslos sein. In der Statistik werde das vom Spätsommer an ablesbar sein, sind Volkswirte überzeugt.

Nürnberg/Berlin (dpa) - Die deutschen Jobcenter müssen sich nach Experten-Einschätzung voraussichtlich vom Spätsommer an auf einen Andrang arbeitssuchender Flüchtlinge einstellen. Bis dahin dürften viele der im Vorjahr nach Deutschland gekommenen Zuwanderer das Asylverfahren durchlaufen und sich arbeitslos gemeldet haben, prognostizierten Konjunkturforscher deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Arbeitslosenzahl für Mai will die Bundesagentur für Arbeit an diesem Dienstag veröffentlichen.

Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld verweist dabei auf verschiedene von ihm durchgerechnete Szenarien. «Bei jedem Szenario kam ich zum Ergebnis, dass wir ab Spätsommer kräftige Impulse in Sachen Flüchtlingsarbeitslosigkeit sehen werden», berichtet er.

Ähnlich sieht das Heiko Peters von der Deutschen Bank. War die Zahl der Arbeitslosen aus den Asylzugangsländern seit Ende 2015 monatlich um rund 10 000 gestiegen, rechnet er künftig mit einem Anstieg von 15 000 bis 20 000 pro Monat. Im April waren 136 000 Männer und Frauen aus Asylzugangsländern in der Bundesrepublik arbeitslos gemeldet.

Felix Schröter vom Münchner Ifo-Institut unterstreicht die immer noch relativ lange Bearbeitungszeit von Asylanträgen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): «Wenn man sich die jüngsten BAMF-Zahlen anschaut mit rund 50 000 Bescheiden im Monat, ist mit dem Flüchtlingseffekt auf dem Arbeitsmarkt wohl erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechen», ist er überzeugt.

Spätestens zum Jahresende dürfte sich diese Entwicklung dann auch in den Arbeitslosenstatistiken stärker niederschlagen, glauben die Ökonomen. Fast alle von ihnen haben ihre Arbeitslosen-Prognose nach unten korrigiert. Die meisten rechnen nur noch mit einem Rückgang der durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit um 50 000 bis 70 000 Menschen - statt 80 000 bis 100 000, wie bisher angenommen wurde.

Angesichts der stabilen Konjunktur, die nach Einschätzung von Allianz-Volkswirt Rolf Schneider derzeit besser als erwartet läuft, sehen die Ökonomen den Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung. Vor allem in den Dienstleistungsbranchen dürften in den kommenden Monaten neue Arbeitsplätze entstehen - allerdings nicht mehr in dem Tempo wie in den vergangenen Jahren, glauben die Fachleute.

Für den Mai gehen die Volkswirte von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 70 000 bis 80 000 Menschen auf 2,66 bis 2,67 Millionen aus. Lediglich Deutsche-Bank-Ökonom Heiko Peters rechnet mit einer etwas gedämpfteren Entwicklung; nach seinen Berechnungen dürfte die Erwerbslosenzahl lediglich um 47 000 unter dem April-Niveau liegen - auch als Folge der verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge.

Weitaus optimistischer ist Stefan Kipar von der BayernLB: Er rechnet im Mai mit einem Rückgang um 104 000 Menschen. Schließlich entstünden mit der rund laufenden Konjunktur weiterhin neue Jobs.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann appellierte an die Arbeitgeber, bei der Integration von Flüchtlingen stärker voranzugehen. Dem «Tagesspiegel» (Montag) sagte der Gewerkschaftsvorsitzende, die Unternehmen müssten hier noch zulegen: «Integration in Arbeit ist das beste Programm gegen Fremdenfeindlichkeit.»

So, 2016-05-29 16:06
Berlin (dpa)

Gauland, «Nachbar» Boateng und die AfD-Masche Von Tim Braune, dpa

Fremdenfeindliche Sprüche aus der AfD sind nichts Neues. Jetzt verunglimpft AfD-Vize Gauland den schwarzen Nationalspieler Boateng, den niemand als Nachbarn haben wolle. Im Netz löst das eine Welle der Solidarität aus - kurz vor der EM in Frankreich könnte die Schmähung des DFB-Stars für die Rechtspopulisten zum Bumerang werden.

Berlin (dpa) - Es sind nur ein paar Stunden, bis die AfD-Führung auf ihre altbewährte Masche zurückgreift. Als im Netz unter dem Schlagwort «Nachbar» die Empörung über AfD-Vize Alexander Gauland zum Shitstorm anschwillt, meldet sich Frauke Petry zum ersten Mal an diesem Sonntag zu Wort. Um 10.04 Uhr twittert die AfD-Chefin: «Jerome Boateng ist ein Klasse-Fußballer und zu Recht Teil der deutschen Nationalmannschaft. Ich freue mich auf die EM.» Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) Gauland mit folgendem Satz zitiert: «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen Boateng nicht als Nachbarn haben.»

So läuft das bei den Rechtspopulisten seit Ausbruch der Flüchtlingskrise oft. Einer von ihnen provoziert mit schrägen oder fremdenfeindlichen Ansichten, schon meldet sich die Parteispitze vermeintlich beschwichtigend zu Wort.

«Typisches Muster AfD: beleidigen, provozieren - später dann relativieren», meint CDU-Vize Julia Klöckner dazu. Auch der SPD-Politiker Ralf Stegner erkennt dahinter eine Strategie: «Goldene Rechtspopulistenregel: Provokation, Debatte, Rückzug, 'War nicht so gemeint'.»

Gauland (75), Jurist, Publizist, jahrzehntelang in der CDU, scheint ein gutes Beispiel dafür abzugeben. «Ich habe nie (...) Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten», teilt er in einer Erklärung mit. Er habe in einem vertraulichen Hintergrundgespräch mit Redakteuren der FAS die Einstellung «mancher Menschen» beschrieben, «aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert, dessen gelungene Integration und christliches Glaubensbekenntnis mir aus Berichten über ihn bekannt sind». Gauland nur ein Chronist von Alltagsrassismus, wo doch die AfD in der Flüchtlingskrise ständig mit dem Feuer spielt, um Unzufriedene anzulocken?

Schuld soll nun wieder die «Lügen-, Pinnocchio- oder Systempresse» haben, wie Rechtspopulisten wahlweise die Medien attackieren? So lief es auch ab, als Petry in einem Interview einen Schusswaffengebrauch als letztes Mittel gegen Flüchtlinge bei unerlaubtem Grenzübertritt guthieß, dann aber dem «Mannheimer Morgen» eine verkürzte und «völlig sinnentstellte» Fassung des Interviews unterstellte.

Die FAS-Redakteure können nach eigenen Angaben Gaulands verräterische Sätze belegen. Sie haben mitgeschrieben. Spannend zu beobachten ist dann, wie AfD-Chefin Petry parallel eine andere Version erzählt und ihrem Vize in den Rücken fällt: «Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist», sagt Petry der «Bild»-Zeitung.

Der in der AfD-Spitze umstrittenen Frontfrau dürfte es nicht ungelegen kommen, dass die graue Eminenz der Partei nun rechtsaußen im Abseits steht. Petry war zuletzt in der AfD für ihr Treffen mit dem Zentralrat der Muslime angegangen worden - an vorderster Front: Gauland.

Im Internet ist Gaulands Ausfall gegen den schwarzen Boateng Topthema. Tausende solidarisieren sich mit dem 27-jährigen Verteidiger von Bayern München, der ein waschechter Berliner Jung aus dem Wedding ist. Sein Vater ist aus Ghana, na und? Boatengs Schalker Nationalmannschaftskollege Benedikt Höwedes twittert: «Wenn du für Deutschland Titel gewinnen willst, brauchst du Nachbarn wie ihn.»

Und der frühere Bundesliga-Profi Hans Sarpei, ebenfalls mit ghanaischen Wurzeln, meint: «Jerome Boateng hat bisher 57x für die Nationalmannschaft gespielt. Damit hat er 57x mehr für Deutschland getan als die AFD.» Bereits vor ein paar Tagen wurde im Netz Haltung gezeigt, als ein paar Pegida-Anhänger gegen eine EM-Sonderedition der Kinderschokolade mit Jugendfotos von Boateng, Gündogan & Co. moserten.

Andere Twitter-Nutzer forderten spontan DFB-Coach Jogi Löw auf, Boateng bei dem für Sonntagabend angesetzten EM-Testspiel gegen die Slowakei als Mannschaftskapitän auflaufen zu lassen. Beim DFB sind sie über Gauland und die AfD empört. Es sei geschmacklos, die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft «für politische Parolen zu missbrauchen», sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Für den Verband sind fremdenfeindliche Anwürfe gegen die Nationalelf kein Neuland. So verteilte die rechtsradikale NPD 2006 vor der deutschen Heim-WM einen Spielplan mit ausländerfeindlichen Sprüchen. Der DFB ließ den WM-Planer damals - auch im Namen des schwarzen Nationalspielers Patrick Owomoyela - per Gerichtsbeschluss verbieten.

In Frankreich hetzt die von der Le-Pen-Familie dominierte rechtsextreme Partei Front National regelmäßig gegen die «Equipe tricolore», weil viele französische Kicker einen Einwanderungshintergrund haben - so wie in Löws vorläufigem EM-Kader: Özil, Sané, Podolski, Bellarabi, Khedira, Rüdiger, Mustafi, Boateng, Gomez...

So, 2016-05-29 16:08
Offenbach (dpa)

Sonne satt auch zum Junibeginn noch nicht in Sicht

Offenbach (dpa) - Gewitter, Schauer und Windböen begleiten Deutschland auch in die erste Juniwoche hinein. «Ein stabiles Hoch mit Sommersonne ist nicht in Sicht», sagte am Sonntag der Meteorologe Sebastian Schappert vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Die schwüle Luft mit Schauer- und Gewitterneigung verlagert sich zum meteorologischen Sommeranfang am Mittwoch in den Osten und Norden.

Das für die Unwetter in Westdeutschland verantwortliche Tief «Elvira» schwächte sich am Sonntag ab, so dass alle Unwetterwarnungen am Nachmittag aufgehoben waren. Allerdings entwickelte sich daraus schon wieder das nächste Tief. Im Süden bilde sich ein Gewitterkomplex, der in der Nacht zum Montag in nordwestlicher Richtung von der Donau zum Thüringer Wald und weiter zum Mittelrhein wandern werde, sagte Schappert. Zu seinen Begleitern gehören teilweise kräftige Niederschläge, anfangs kann auch Hagel dabei sein, sowie vereinzelt schwere Sturmböen.

Bis Freitag könne es in der Nordhälfte Deutschlands gewittrig weitergehen, sagte der Meteorologe. Einige Wettermodelle deuteten für das kommende Wochenende allenfalls auf ein kurzes Zwischenhoch hin.

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So, 2016-05-29 16:15
München (dpa)

Münchner feiern angeblich längste Feuerwehr-Parade der Welt

München (dpa) - Mit einer etwa sechseinhalb Kilometer langen Kolonne aus insgesamt 438 Fahrzeugen hat die Freiwillige Feuerwehr München nach eigenen Angaben einen Rekord aufgestellt. «Aus unserer Sicht ist der von uns angestrebte Weltrekord geglückt», sagte Feuerwehr-Kommandant Rupert Saller nach dem Fahrzeug-Korso am Sonntagnachmittag auf Anfrage. «Wir werden nun die Regularien für das Guinness-Buch der Rekorde erfüllen und alle Unterlagen einreichen.»

Nach Angaben der Veranstalter waren bei dem als «Firetage Parade» angekündigten Fahrzeugkorso vom Isarring bis zum Odeonsplatz 200 historische sowie 238 moderne Fahrzeuge im Einsatz. Etwa 2000 Helfer der Münchner Feuerwehren sowie des Technischen Hilfswerks hätten bei der Veranstaltung mitgemacht. Mehr als 50 000 Zuschauer hätten den zum Teil von Sirenen und Blaulicht begleiteten Zug verfolgt.

So, 2016-05-29 15:03
Berlin (dpa)

Bauern können bei «Milchgipfel» auf Millionenhilfe hoffen

Die Erwartungen der Milchbauern sind hoch: Bei einem Spitzentreffen am Montag in Berlin soll Linderung für die finanzielle Notlage vieler Höfe beschlossen werden. Andere Konsequenzen bleiben aber umstritten.

Berlin (dpa) - Die deutschen Milchbauern können wegen der dramatischen Preiskrise auf staatliche Unterstützung in Millionenhöhe hoffen. Vor einem «Milchgipfel» bei Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) am Montag zeichnete sich ein Hilfspaket ab, damit Betriebe finanzielle Engpässe wegen der seit Monaten fallenden Erlöse besser überbrücken können. Über grundlegende Neuordnungen, wie die hohe Milchmenge auf dem Weltmarkt als Ursache des Preistiefs besser gesteuert werden kann, entzündete sich jedoch neuer Streit.

Schmidt stellte für das Treffen in Berlin «schnelle direkte Hilfen» in Aussicht. «Wir werden eine Reihe von Betrieben über Bürgschaften, Kredite sowie steuerliche Erleichterungen stützen», sagte er dem Magazin «Focus». Im Gespräch war ein Hilfspaket von mindestens 100 Millionen Euro. Schmidt will zudem erreichen, die Risiken des Milchmarkt fairer zu verteilen, die bisher vor allem bei den Bauern liegen.

Zum «Gipfel» sind Spitzenvertreter der Landwirte, der Molkereien und des Einzelhandels ins Ministerium eingeladen. Die Milchpreise für die Bauern sind zuletzt teils unter 20 Cent je Liter gefallen, zur Deckung der Kosten gelten mindestens 35 Cent als nötig.

Bauernpräsident Joachim Rukwied bekräftigte den Ruf nach «konkreter, sofort wirksamer Unterstützung». Notwendig seien ein Liquiditäts- und Bürgschaftsprogramm sowie Steuerentlastungen nicht nur für Milchviehhalter, sondern für alle landwirtschaftlichen Betriebe, sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Montag).

Schweinehalter spürten ebenfalls schon länger eine Preiskrise. Der «Bild»-Zeitung sagte Rukwied zudem: «Wir brauchen neue verbindliche Absprachen zwischen Bauern, Molkereien und dem Handel.» Teile der Milchmengen müssten für die Bauern preislich abgesichert werden können.

Eine vom Discounter Lidl ins Gespräch gebrachte Sondersteuer für Milch lehnte die Union ab. «Damit stiehlt sich vor allem der Handel aus seiner Verantwortung. Denn sein ruinöser Preiskrieg mit Lebensmitteln ist Teil des Problems», sagte Fraktionsvize Gitta Connemann der Deutschen Presse-Agentur. Sie machte deutlich, dass die Politik in Not geratenen Bauern helfen werde.

An erster Stelle müssten aber die Marktbeteiligten handeln: «Überproduktionen kann die Branche nur selbst zurückfahren.» Wichtig sei auch das Verhalten des Verbrauchers: «Die Entscheidung, wie viele Milchbauern nach dieser existenziellen Krise noch wirtschaften werden, trifft am Ende er.»

Der Lebensmittelhandel trat Schuldzuweisungen entgegen. «Der Handel allein ist nicht in der Lage, für Auszahlungspreise zu sorgen, die für Milchbauern auskömmlich sind», sagte ein Verbandssprecher der dpa. Es zeige sich, dass die deutsche Milchwirtschaft «mittlerweile viel zu stark vom Weltmarkt und seinen Turbulenzen abhängig» sei. Verbraucher könnten aus einem breiten Milchprodukte-Angebot mit unterschiedlichen Preissegmenten wählen.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter schlug vor, Höfe, die ihre Milchproduktion für mindestens ein Jahr senkten, müssten «gestaffelte Soforthilfen» erhalten. Molkereien sollten bis spätestens Ende Juli «wirkungsvolle Maßnahmen zur Mengenreduzierung und Erhöhung der Auszahlungspreise» vorlegen.

So, 2016-05-29 15:48
Hoppstädten/Paris (dpa)

Blitzeinschläge in Europa: ein Toter und viele Verletzte

Der Himmel soll wolkenlos gewesen sein, als der Blitz niederfuhr: Über 30 Menschen wurden zum Ende eines Fußballspiels in Rheinland-Pfalz verletzt. Ein jähes Ende nahm auch eine Feier in Paris und eine Wandertour in Polen bei einem Gewitter.

Hoppstädten/Paris (dpa) - Unwetter mit dramatischem Ausgang: Bei Blitzschlägen in Deutschland und Frankreich sind am Wochenende mehr als 40 Menschen verletzt worden, vor allem Kinder. In Polen starb ein Wanderer im Gebirge. Die anderen Unglücke geschahen auf einem Fußballplatz in Rheinland-Pfalz und auf einer Geburtstagsparty in einem Pariser Park. Fast allen Verletzten ging es am Sonntag besser. Auch in der kommenden Woche soll Tief «Elvira» Gewitter, Schauer und Windböen bringen.

Bei dem Blitzschlag in Hoppstädten wurden 33 Menschen verletzt, darunter 29 Kinder. Nach Angaben von Zeugen soll der Blitz buchstäblich aus heiterem Himmel gekommen sein, als das Spiel von zwei E-Jugend-Mannschaften gerade abgepfiffen wurde. Über die genaue Wetterlage gab es am Sonntag aber unterschiedliche Angaben.

«Einige Kinder wurden zu Boden geschleudert», sagte ein Augenzeuge. Sie hätten zum Teil über Herzschmerzen und Brechreiz geklagt. Am schwersten verletzt worden war laut Polizei ein 45 Jahre alter Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hatte. Er war von Ersthelfern bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wiederbelebt worden. Zu den verletzten Erwachsenen gehören auch der Schiedsrichter und zwei weitere Männer. Viele Kinder waren wegen Auffälligkeiten am Herzen vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei hatte in der Nacht die Verletztenzahl leicht nach unten korrigiert.

Bei dem Blitzeinschlag in einem Park in Paris waren elf Menschen verletzt worden, darunter acht Kinder zwischen 7 und 14 Jahren. Alle wurden in ein Krankenhaus gebracht. Als Held wurde am Sonntag der Feuerwehrmann Pascal Gremillot gefeiert, der nach dem Blitzeinschlag von Passanten zu Hilfe gerufen worden war: Er habe die Verletzten unter einem Baum gefunden und einem Kind, das einen Herzstillstand hatte, bis zur Ankunft des Notarztes eine Herzmassage gegeben, sagte Gremillot französischen Medien.

In Südpolen wurde ein 40 Jahre alter Wanderer in einem Gebirge bei einem Blitzschlag getötet. Wie das Nachrichtenportal TVN24.pl berichtete, sei der Mann im Gebirgsmassiv Babia Góra an der slowakischen Grenze in ein Gewitter geraten.

Auch außerhalb von Rheinland-Pfalz richteten die Unwetter in Deutschland erhebliche Schäden an. Dicke Hagelkorn-Schichten mussten am Wochenende mancherorts mit Schneepflügen von Straßen geräumt werden. Eine Wanderin versank am Samstag in der Wutachschlucht im Hochschwarzwald bis zur Hüfte in einer Schlammlawine und wurde leicht verletzt. Erdmassen trafen am Samstag während eines Gewitters mehrere Häuser in einem hessischen Dorf. Eine Frau erlitt einen Schock und leichte Schnittverletzungen. Bereits am Freitag war ein Zug an der Mosel nach einem Erdrutsch entgleist. Niemand wurde verletzt.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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So, 2016-05-29 15:46
Hoppstädten/Paris (dpa)

Blitzeinschläge in Europa: ein Toter und viele Verletzte

Der Himmel soll wolkenlos gewesen sein, als der Blitz niederfuhr: Über 30 Menschen wurden zum Ende eines Fußballspiels in Rheinland-Pfalz verletzt. Ein jähes Ende nahm auch eine Feier in Paris und eine Wandertour in Polen bei einem Gewitter.

Hoppstädten/Paris (dpa) - Unwetter mit dramatischem Ausgang: Bei Blitzschlägen in Deutschland und Frankreich sind am Wochenende mehr als 40 Menschen verletzt worden, vor allem Kinder. In Polen starb ein Wanderer im Gebirge. Die anderen Unglücke geschahen auf einem Fußballplatz in Rheinland-Pfalz und auf einer Geburtstagsparty in einem Pariser Park. Fast allen Verletzten ging es am Sonntag besser. Auch in der kommenden Woche soll Tief «Elvira» Gewitter, Schauer und Windböen bringen.

Bei dem Blitzschlag in Hoppstädten wurden 33 Menschen verletzt, darunter 29 Kinder. Nach Angaben von Zeugen soll der Blitz buchstäblich aus heiterem Himmel gekommen sein, als das Spiel von zwei E-Jugend-Mannschaften gerade abgepfiffen wurde. Über die genaue Wetterlage gab es am Sonntag aber unterschiedliche Angaben.

«Einige Kinder wurden zu Boden geschleudert», sagte ein Augenzeuge. Sie hätten zum Teil über Herzschmerzen und Brechreiz geklagt. Am schwersten verletzt worden war laut Polizei ein 45 Jahre alter Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitten hatte. Er war von Ersthelfern bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wiederbelebt worden. Zu den verletzten Erwachsenen gehören auch der Schiedsrichter und zwei weitere Männer. Viele Kinder waren wegen Auffälligkeiten am Herzen vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei hatte in der Nacht die Verletztenzahl leicht nach unten korrigiert.

Bei dem Blitzeinschlag in einem Park in Paris waren elf Menschen verletzt worden, darunter acht Kinder zwischen 7 und 14 Jahren. Alle wurden in ein Krankenhaus gebracht. Als Held wurde am Sonntag der Feuerwehrmann Pascal Gremillot gefeiert, der nach dem Blitzeinschlag von Passanten zu Hilfe gerufen worden war: Er habe die Verletzten unter einem Baum gefunden und einem Kind, das einen Herzstillstand hatte, bis zur Ankunft des Notarztes eine Herzmassage gegeben, sagte Gremillot französischen Medien.

In Südpolen wurde ein 40 Jahre alter Wanderer in einem Gebirge bei einem Blitzschlag getötet. Wie das Nachrichtenportal TVN24.pl berichtete, sei der Mann im Gebirgsmassiv Babia Góra an der slowakischen Grenze in ein Gewitter geraten.

Auch außerhalb von Rheinland-Pfalz richteten die Unwetter in Deutschland erhebliche Schäden an. Dicke Hagelkorn-Schichten mussten am Wochenende mancherorts mit Schneepflügen von Straßen geräumt werden. Eine Wanderin versank am Samstag in der Wutachschlucht im Hochschwarzwald bis zur Hüfte in einer Schlammlawine und wurde leicht verletzt. Erdmassen trafen am Samstag während eines Gewitters mehrere Häuser in einem hessischen Dorf. Eine Frau erlitt einen Schock und leichte Schnittverletzungen. Bereits am Freitag war ein Zug an der Mosel nach einem Erdrutsch entgleist. Niemand wurde verletzt.

So, 2016-05-29 15:06
Berlin (dpa)

AfD-Vize Gauland sorgt mit Äußerungen über Boateng für Empörung

Die AfD sorgt wieder einmal für Schlagzeilen. Ihr Vize Gauland äußert sich abfällig über den Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng. Politiker aller anderen Parteien zeigen ihm die rote Karte.

Berlin (dpa) - Mit umstrittenen Äußerungen über den Nationalspieler Jérôme Boateng hat AfD-Vize Alexander Gauland kurz vor Beginn der Fußball-EM für breite Empörung gesorgt. Gauland sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.» Gauland bestritt am Sonntag diese Äußerung gemacht zu haben, was die Zeitung zurückwies. Politiker aller anderen Parteien sowie Fußballfunktionäre reagierten empört.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte im Kurznachrichtendienst Twitter: «Einfach nur niveaulos und inakzeptabel. Wer so redet, entlarvt sich selbst - und das nicht nur als schlechter Nachbar.» CDU-Vize Julia Klöckner twitterte: «Lieber Boateng als Gauland als Nachbarn. Typisches Muster AfD: beleidigen, provozieren - später dann relativieren.»

Gauland behauptet, er habe in einem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, «aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert». Er widersprach zudem der Darstellung der Zeitung, er habe Boateng beleidigt. «Ich habe nie, wie die «FAS» insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten.»

Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) bestand auf ihrer Darstellung. Die kritisierte Äußerung stamme aus einem Gespräch von Gauland mit zwei Berliner Korrespondenten am Mittwoch in Potsdam, heißt es in einer Stellungnahme der Politik-Redaktion der «FAS» am Sonntag. «Beide Kollegen haben die Passage aufgezeichnet, ihre Aufzeichnungen stimmen überein.» Gauland habe lediglich den Teil des Gesprächs, in dem er sich über AfD-Führungspolitiker äußerte, als Hintergrund eingestuft, aus dem nicht zitiert werden sollte.

Die Parteivorsitzende der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, entschuldigte sich bei Boateng und verwies auf Erinnerungslücken ihres Stellvertreters: «Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.»

Der in Berlin geborene Boateng ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte deshalb via Twitter, die AfD sei nicht fremdenfeindlich, sondern «deutschfeindlich». Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, stellte fest: «Gauland und AfD sind nicht in Deutschland angekommen.» CDU-Vize Armin Laschet meinte, Gauland gehe es «um Rassismus pur». Linken-Chef Bernd Riexinger befand: «Gauland ist ein ganz übler Rassist!»

Der auch für Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der «Bild»-Zeitung: «Jérôme Boateng ist eine herausragende Stütze unserer Nationalmannschaft und ein absoluter Musterprofi. Jeder Deutsche kann sich glücklich schätzen, solche Leute zu haben, als Teamgefährte, deutscher Staatsbürger und als Nachbar.»

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, sagte der FAS, es sei «einfach geschmacklos», die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft «für politische Parolen zu missbrauchen». Der Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff stellte in der FAS fest: «Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.»

«Diskriminierungen jeder Art haben im Sport und in unserer Gesellschaft nichts verloren und verdienen die Rote Karte», sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, am Sonntag auf der Internetseite der Bayern. Ligapräsident Reinhard Rauball und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärten, die Äußerungen dienten «vor allem dazu, auf gefährliche Weise gezielt Vorurteile zu bedienen und auf dem Rücken eines prominenten Fußball-Spielers Politik zu machen».

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung abschätzig über Jugendfotos der deutschen Nationalspieler auf Packungen der Kinderschokolade geäußert. Darauf zu sehen sind unter anderem auch Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan.

So, 2016-05-29 15:11
Düsseldorf (dpa)

Ex-Nationalspieler Asamoah: «Das ist schon unter der Gürtellinie» Interview: Morten Ritter, dpa

AfD-Vize Gauland bringt nicht nur die Politik, sondern auch die Welt des Fußballs gegen sich auf. Für fremdenfeindliche Äußerungen hat auch der ehemalige Bundesligaprofi Asamoah kein Verständnis.

Düsseldorf (dpa) - Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah hat die umstrittenen Äußerungen des AfD-Politikers Alexander Gauland über Nationalspieler Jérôme Boateng heftig kritisiert. «So eine Äußerung ist schon unter der Gürtellinie», sagte der frühere Bundesliga-Profi im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Der AfD-Politiker Alexander Gauland hat mit Äußerungen über ihren ehemaligen Kollegen Jérôme Boateng für Empörung gesorgt. Wie bewerten Sie diese Aussagen?

Antwort: So eine Äußerung ist schon unter der Gürtellinie. Ich glaube, dass sie damit ihre Kampagne puschen wollen. Das ist sehr schade. Allein so eine Meinung zu haben, das geht gar nicht. Ich finde es sehr gewagt, eine solche Äußerung zu tätigen. Frage: Sie leben seit 25 Jahren in Deutschland. Welche Erfahrungen haben Sie mit Fremdenfeindlichkeit gemacht?

Antwort: Ich habe viele Erfahrungen mit solchen Dingen gemacht. Wenn man als Farbiger für Deutschland gespielt hat, kann man sich vorstellen, was mir entgegengebracht worden ist. Aber die Leute, die mir wichtig sind, denken nicht so. Frage: Wie geht man als Betroffener damit um?

Antwort: Da muss man drüber stehen. Jeder Mensch ist anders. Aber für mich war immer mein Umfeld wichtig, und dass die Leute mich so akzeptieren, wie ich bin. Das muss Vorrang haben. Aber es ist auch wichtig, sich nicht alles gefallen zu lassen und seine Meinung zu sagen. Jérôme Boateng kann viele junge Leute bewegen. Und die müssen lernen und verstehen, dass wir alle gleich sind, egal welche Hautfarbe wir haben. Frage: Sie engagieren sich sehr für Kinder und sind auch selbst Vater? Wie erklärt man Kindern so etwas, und wie kann man Sie darauf vorbereiten?

Antwort: Man muss auf die jungen Leute zugehen. Ich habe zuletzt eine Situation in Polen erlebt, wo ich eine Jugendmannschaft trainiert habe. Da wollte mir ein Junge nicht die Hand geben und hat sie unter seinem T-Shirt versteckt. Er wollte meine Haut nicht berühren, weil er davor Angst hatte. Das war schon krass. Da habe ich ihn angefasst und habe ihm gezeigt, dass ich normal bin. Am Ende haben wir zusammengespielt und er hat mich akzeptiert. Frage: Haben Sie das Gefühl, dass es in Deutschland mehr fremdenfeindliche Äußerungen gibt, als vor 20 Jahren?

Antwort: Es war auch damals, als ich nach Deutschland kam, nicht einfach. Ich bin auch angemacht worden. Es ist schwierig heute. Die Menschen haben Angst, dass man ihnen etwas wegnimmt. Aber die Leute wollen einem nichts wegnehmen, sondern sie brauchen Hilfe. Ich finde es schade, dass Politiker dies für ihre Kampagnen nutzen wollen. Frage: Würden Sie sich mit Menschen, die sich so äußern, an einen Tisch setzen und diskutieren, oder glauben Sie, dass das wenig Sinn hat?

Antwort: Wenn ein Politiker eine solche Meinung vertritt, lohnt es sich nicht, sich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Das ist seine Meinung, und so einen Mann wird man nie ändern können. Wen man verändern kann sind Kinder. Die sind mir wichtiger als ein solcher Herr. ZUR PERSON: Der frühere Bundesligaprofi und Nationalspieler hat seine Karriere 2015 in der 2. Mannschaft beim FC Schalke 04 beendet und arbeitet heute im Nachwuchsbereich des Clubs. Der 37-Jährige engagiert sich zudem in vielen sozialen Projekten. Asamoah wurde in Mampong/Ghana geboren und lebt seit dem 12. Lebenjahr in Deutschland.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2016-05-29 15:35
Rom (dpa)

Todesfalle Mittelmeer: Italien dringt auf europäische Lösung Von Alvise Armellini, dpa

Trotz aller Such- und Rettungsaktionen sterben immer mehr Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Wenn es um Rettung und Aufnahme geht, steht Italien an erster Stelle. Doch Rom sieht den Ball in Brüssel: Ein weiteres Flüchtlingsabkommen müsse her.

Rom (dpa) - Als im Oktober 2013 vor der italienischen Insel Lampedusa östlich von Tunesien 366 Migranten starben, versprachen die Spitzen der Europäischen Union, eine solche Tragödie nie wieder zuzulassen. Italien startete Such- und Rettungsaktionen im zentralen Mittelmeer. Andere europäische Länder und Hilfsorganisationen folgten. Sie haben schon Hunderttausende Leben gerettet. Doch es ist eine Sisyphosaufgabe. Deshalb verlangt Italien: Die EU muss ran.

Trotz aller Hilfseinsätze sterben immer mehr Menschen auf der Seestrecke, die mittlerweile als eine der mörderischsten der Welt gilt. Rom will die Ursachen mit einer Mischung aus Entwicklungs- und Sicherheitshilfe für die Staaten angehen, aus denen die Migranten kommen. Die Menschen sollen ihr Land erst gar nicht verlassen.

«Sie nur auf dem Meer zu retten, ohne eine Strategie für Afrika zu haben, ist keine Lösung», sagte Ministerpräsident Matteo Renzi der katholischen Tageszeitung «Avvenire» (Sonntag). «Wir müssen ihnen zu Hause helfen, angefangen mit Investitionen in internationale Entwicklungshilfe.» Drei Tage zuvor hatte Renzi auf dem G7-Gipfel in Japan gesagt, auch NATO-Einheiten könnten Migranten im Mittelmeer retten. Aber: «Das Meer ist der schlechteste Ort für ihre Rettung.»

Renzi will, dass die EU mit afrikanischen Ländern ein ähnliches Flüchtlingsabkommen schließt wie mit der Türkei. Als Gegenleistung für strengere Grenzkontrollen könne die EU afrikanischen Ländern Finanzhilfen sowie Einreisequoten für Arbeitnehmer, Studenten und Wissenschaftler anbieten.

«Entweder Europa reagiert (auf diese Vorschläge), oder wir werden es alleine machen müssen. Wir haben keine Zeit zu verlieren», sagte Renzi dem Blatt. «Meiner Meinung nach sind die besten Köpfe in der Debatte zur Zukunft Europas zwei Weltbürger, die nicht aus Europa kommen, nämlich der US-Präsident (Barack Obama) und der Bischof von Rom (Papst Franziskus).»

Die Vereinbarung mit der Türkei wird als ein Grund dafür angeführt, dass die Zahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge deutlich gesunken ist. Dabei ist unklar, ob sich Präsident Recep Tayyip Erdogan an die Abmachung halten wird. Zwar haben die meisten EU-Länder positiv auf Italiens Vorschläge reagiert, ähnliche Abkommen mit afrikanischen Staaten zu schließen. Aber die Mühlen in Brüssel mahlen langsam - zu langsam für Renzis Geschmack.

«All die Opfer, die wir aus dem Meer fischen, zeigen, wie weit und wie spät dran Europa in seinen Beziehungen mit afrikanischen Ländern ist», sagte der italienische Außenminister Angelino Alfano laut der Nachrichtenagentur ANSA am Samstag im süditalienischen Lecce. Zwar bestehe keine Notlage, da die Zahl der Migranten im Vergleich zum Vorjahr stabil sei, aber man brauche «eine ernst gemeinte Einigung» mit Libyen, um die «Ausreisen einzudämmen».

Seit dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi 2011 befindet sich das nordafrikanische Land im Chaos, was Schleppern dabei hilft, ungestört ihrem Geschäft nachzugehen. Laut dem Chef der örtlichen Mission der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Othman Belbeisi, halten sich zwischen 700 000 und einer Million Migranten in Libyen auf. «Aber niemand weiß, wie viele nach Europa reisen möchten.»

Auch wenn Italien Druck macht, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis etwas passiert. Das Flüchtlingsabkommen soll auf einem EU-Gipfel am 28. und 29. Juni diskutiert werden. Doch selbst wenn es zu einer Einigung kommt, gibt es keine glaubwürdige libysche Regierung, mit der die EU verhandeln könnte.

Hilfsorganisationen haben derweil schon seit längerem einen anderen Vorschlag: Sie wollen legale Reiserouten für die Flüchtlinge schaffen - per Flugzeug oder Fähre -, damit sie auf der Suche nach Sicherheit und Wohlstand nicht ihr Leben riskieren müssen.

Eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Italien, Carlotta Sami, schrieb nach dem Tod von mehr als 700 Menschen in der vergangenen Woche auf Twitter: «Zähle am Sonntag die Opfer. Eine makabre Beschäftigung: Wird die Welt einsehen, dass die mehr als 700 (Menschen) eine sichere Überfahrt verdient hätten?»

So, 2016-05-29 15:04
Wolfsburg/München (dpa)

VW feilt weiter an Elektro-Strategie - BMW: Hohe Investitionen nötig

Nach langem Streit ist die Kaufprämie da, und auch die Abgas-Affäre bei VW lässt Elektroautos stärker als umweltfreundliche Alternative zum Verbrenner erscheinen. Die Technik soll neuen Schub bekommen. Aber können die Kosten wirklich in absehbarer Zeit sinken?

Wolfsburg/München (dpa) - Die deutschen Autobauer wollen die bisher teure Elektromobilität mit weiteren neuen Modellen vorantreiben, müssen dabei aber auch die hohen Kosten im Blick behalten. Bis zum Jahr 2025 erwartet Volkswagen laut einem Bericht des Branchenblatts «Automobilwoche» einen E-Auto-Marktanteil von 25 Prozent in der EU, China und den USA. 2030 könnten dann die Hälfte aller verkauften Autos Elektrofahrzeuge sein. Die eigene Modellpallette solle Zuwachs bekommen. Auch BMW will zulegen - und sieht hohen Investitionsbedarf.

«Der politische Druck auf unsere Industrie wird weiter wachsen», sagte VW-Chef Matthias Müller jüngst vor Führungskräften. Bei einem Manager-Treffen hatte er Mitte Mai auch die allgemeine «Strategie 2025» von Europas größtem Autobauer skizziert. Darin spielt die E-Mobilität - neben einer Verbesserung der zuletzt schwachen Rendite - eine wichtige Rolle: Im Jahr 2025 will der Konzern eine Million Autos mit Elektroantrieb verkaufen, nach jetzigem Stand jeder zehnte Wagen.

Die Kernmarke Volkswagen hat seit 2013 bisher insgesamt 64 000 solcher Autos an Kunden ausgeliefert - bei sechs Millionen verkauften VW-Modellen pro Jahr. Der Gesamtkonzern setzt derzeit rund zehn Millionen Fahrzeuge jährlich ab. Die schwere Krise um gefälschte Diesel-Abgaswerte hatte dem lange erfolgsverwöhnten Unternehmen 2015 den höchsten Verlust seiner Geschichte eingebrockt. Auch wegen dieser Affäre kommt der Elektromobilität nun eine zentrale Funktion zu.

VW prüft zudem, ob etwa rund um das Motorenwerk Salzgitter ein eigenes Batteriewerk entsteht. Eine solche Fabrik könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen. Betriebsräte von Daimler, VW und BMW hatten sich wiederholt für eine deutsche Batteriefertigung stark gemacht.

Dabei geht es vor allem um die Produktion von Batteriezellen. Diese gelten als Schlüssel für den Durchbruch von Elektroautos, weil sie bislang die Reichweite begrenzen und die Fahrzeuge teuer machen.

Bei BMW soll ebenfalls viel weiteres Geld in den Ausbau der Elektromobilität gesteckt werden - dabei bleibe der Kostenaufwand für E-Fahrzeuge hoch. «Derzeit müssen wir noch massiv in Vorleistung gehen», sagte Entwicklungschef Klaus Fröhlich der «Automobilwoche».

Wegen der im Vergleich zu Modellen mit Verbrennungsmotor oft hohen Produktionskosten und ihrer speziellen Batterien sind Elektroautos meist noch teurer. Bundesregierung und Autoindustrie hatten auch deshalb die Kaufprämie vereinbart, um die Nachfrage anzuschieben.

Er sei mit der Elektroflotte bei BMW noch nicht ganz zufrieden, räumte Fröhlich ein. «Wir hatten ursprünglich für 2020 eine Marktdurchdringung von zehn Prozent antizipiert.» Das erreiche der Konzern momentan nicht. Man setze daher auch auf Plug-in-Hybride, deren Speicher sowohl über das Stromnetz als auch über den Verbrennungsmotor aufgeladen werden können. Bei der Hauptversammlung vor zwei Wochen hatten einige Aktionärsvertreter Kritik an BMWs E-Strategie geäußert, die inzwischen etwas an Tempo verloren habe.

So, 2016-05-29 15:15
Leipzig (dpa)

Volksverhetzung-Ermittlungen gegen Pegida-Frau Festerling eingestellt

Leipzig (dpa) - Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat ihre Ermittlungen gegen die Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling wegen Volksverhetzung und Aufhetzung zu Straftaten eingestellt. Die Verfügung dazu sei in der vergangenen Woche ergangen, sagte ein Behördensprecher am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Festerling hatte bei einer Kundgebung des Leipziger Pegida-Ablegers Legida im Januar unter anderem gesagt: «Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.»

Laut MDR wertete die Staatsanwaltschaft die Aussagen nicht als Straftatbestand. Die genannten Eliten seien «kein taugliches Angriffsobjekt» im Sinne des Strafgesetzes. Auch Äußerungen zu Flüchtlingen bei der Kundgebung sind nach Ansicht der Behörde durch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt.

So, 2016-05-29 15:29
Düsseldorf (dpa)

Ex-Nationalspieler Asamoah: «Das ist schon unter der Gürtellinie» Interview: Morten Ritter, dpa

AfD-Vize Gauland bringt nicht nur die Politik, sondern auch die Welt des Fußballs gegen sich auf. Für fremdenfeindliche Äußerungen hat auch der ehemalige Bundesligaprofi Asamoah kein Verständnis.

Düsseldorf (dpa) - Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah (37) hat die umstrittenen Äußerungen des AfD-Politikers Alexander Gauland über Nationalspieler Jérôme Boateng heftig kritisiert. «So eine Äußerung ist schon unter der Gürtellinie», sagte der frühere Bundesliga-Profi im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Der AfD-Politiker Alexander Gauland hat mit Äußerungen über ihren ehemaligen Kollegen Jérôme Boateng für Empörung gesorgt. Wie bewerten Sie diese Aussagen?

Antwort: So eine Äußerung ist schon unter der Gürtellinie. Ich glaube, dass sie damit ihre Kampagne puschen wollen. Das ist sehr schade. Allein so eine Meinung zu haben, das geht gar nicht. Ich finde es sehr gewagt, eine solche Äußerung zu tätigen.

Frage: Sie leben seit 25 Jahren in Deutschland. Welche Erfahrungen haben Sie mit Fremdenfeindlichkeit gemacht?

Antwort: Ich habe viele Erfahrungen mit solchen Dingen gemacht. Wenn man als Farbiger für Deutschland gespielt hat, kann man sich vorstellen, was mir entgegengebracht worden ist. Aber die Leute, die mir wichtig sind, denken nicht so.

Frage: Wie geht man als Betroffener damit um?

Antwort: Da muss man drüber stehen. Jeder Mensch ist anders. Aber für mich war immer mein Umfeld wichtig, und dass die Leute mich so akzeptieren, wie ich bin. Das muss Vorrang haben. Aber es ist auch wichtig, sich nicht alles gefallen zu lassen und seine Meinung zu sagen. Jérôme Boateng kann viele junge Leute bewegen. Und die müssen lernen und verstehen, dass wir alle gleich sind, egal welche Hautfarbe wir haben.

Frage: Sie engagieren sich sehr für Kinder und sind auch selbst Vater. Wie erklärt man Kindern so etwas, und wie kann man Sie darauf vorbereiten?

Antwort: Man muss auf die jungen Leute zugehen. Ich habe zuletzt eine Situation in Polen erlebt, wo ich eine Jugendmannschaft trainiert habe. Da wollte mir ein Junge nicht die Hand geben und hat sie unter seinem T-Shirt versteckt. Er wollte meine Haut nicht berühren, weil er davor Angst hatte. Das war schon krass. Da habe ich ihn angefasst und habe ihm gezeigt, dass ich normal bin. Am Ende haben wir zusammengespielt und er hat mich akzeptiert.

Frage: Haben Sie das Gefühl, dass es in Deutschland mehr fremdenfeindliche Äußerungen gibt, als vor 20 Jahren?

Antwort: Es war auch damals, als ich nach Deutschland kam, nicht einfach. Ich bin auch angemacht worden. Es ist schwierig heute. Die Menschen haben Angst, dass man ihnen etwas wegnimmt. Aber die Leute wollen einem nichts wegnehmen, sondern sie brauchen Hilfe. Ich finde es schade, dass Politiker dies für ihre Kampagnen nutzen wollen.

Frage: Würden Sie sich mit Menschen, die sich so äußern, an einen Tisch setzen und diskutieren, oder glauben Sie, dass das wenig Sinn hat?

Antwort: Wenn ein Politiker eine solche Meinung vertritt, lohnt es sich nicht, sich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Das ist seine Meinung, und so einen Mann wird man nie ändern können. Wen man verändern kann sind Kinder. Die sind mir wichtiger als ein solcher Herr.

ZUR PERSON: Der frühere Bundesligaprofi und Nationalspieler hat seine Karriere 2015 in der 2. Mannschaft beim FC Schalke 04 beendet und arbeitet heute im Nachwuchsbereich des Clubs. Der 37-Jährige engagiert sich zudem in vielen sozialen Projekten. Asamoah wurde in Mampong/Ghana geboren und lebt seit dem 12. Lebenjahr in Deutschland.

So, 2016-05-29 15:32
Leverkusen (dpa)

Bayer-Chef steht weiter hinter Monsanto-Übernahmeplan

Um die größte Übernahme eines ausländischen durch ein deutsches Unternehmen zu schaffen, muss Bayer einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Der Chef geht beim Thema Monsanto abermals in die Offensive.

Leverkusen (dpa) - Bei Umweltschützern und vielen Anlegern ruft Bayers Angebot für den umstrittenen Monsanto-Konzern Skepsis hervor, Vorstandschef Werner Baumann verteidigt den riskanten Plan jedoch. Der Kauf der US-Firma - weltweit unter anderem wegen Gentechnik, Glyphosat und Saatgut-Patenten in der Kritik - durch den Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzriesen wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Bayer-Chef Werner Baumann sieht das schlechte Image von Monsanto aber nicht als größeres Problem.

«Uns ist bewusst, welcher Ruf Monsanto vorauseilt», sagte der Manager der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Bayer und das Saatgut- und Agrarchemie-Unternehmen aus St. Louis (Missouri) passten aber sehr gut zusammen: «Was wir brauchen, sind neue Technologien, höhere Erträge in der Landwirtschaft, eine hohe Wirtschaftlichkeit bei höchsten Standards.»

Auch nach einer möglichen Übernahme stehe Bayer zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung, betonte Baumann. «Ich kann Ihnen zusichern, dass wir auch diese Geschäfte nach den gleichen Maßstäben führen würden wie unsere anderen auch.»

Bayer hatte in der vergangenen Woche ein Übernahme-Angebot von 55 Milliarden Euro für Monsanto vorgelegt. Damit würde der Dax-Konzern zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Umweltverbände hatten den Plan scharf kritisiert, auch der Kurs der Bayer-Aktie ging zeitweise auf Talfahrt.

Baumann hatte bereits nach dem Bekanntwerden der Offerte signalisiert, die «Reputationsprobleme» von Monsanto in den Griff bekommen zu können. In der «FAS» deutete er sogar an, dass Monsanto im Falle einer Integration als Markenname verschwinden könnte. «Die Marke Bayer hat weltweit eine hervorragende Reputation und Strahlkraft. Dies gilt es zu nutzen», sagte der Vorstandschef.

Auch die Investoren thematisieren laut Baumann Risiken. «Sie stehen aber nicht im Vordergrund.» Viele Bayer-Aktionäre bekommen vor allem wegen des Preises kalte Füße. Bislang lehnt Monsanto die Offerte als zu niedrig ab, der Preis könnte also noch weiter steigen. Seit Beginn der Woche wirbt Bayer bei seinen Investoren um Zustimmung für den Milliarden-Deal. Die Aktion soll noch bis zur kommenden Woche andauern.

So, 2016-05-29 14:52
Johannesburg (dpa)

Kongolesischer Oppositionsführer vermutlich in London

Johannesburg (dpa) - Der kongolesische Oppositionsführer Moïse Katumbi hat nach Angaben eines seiner Berater Südafrika verlassen, um sich in Großbritannien medizinisch behandeln zu lassen. Katumbi sei in London, sagte Olivier Kamitatu der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Sobald er wieder gesund sei, werde er in den Kongo zurückkehren.

Details über den Gesundheitszustand des Oppositionspolitikers waren zunächst nicht bekannt. Das britische Außenministerium wollte sich dazu nicht äußern.

Katumbi war Mitte Mai bei Protesten am Rande einer Gerichtsverhandlung gegen ihn verletzt worden. Nachdem er in einem Krankenhaus in Lubumbashi im Süden seines Heimatlandes behandelt worden war, wurde Katumbi vor rund einer Woche nach Südafrika gebracht, wie einer seiner Berater mitteilte. Mitglieder der Opposition befürchteten, dass die Regierung von Präsident Joseph Kabila seine Rückkehr in die Demokratische Republik Kongo unterbinden könne.

Katumbi hatte Anfang Mai seine Präsidentschaftskandidatur erklärt. Die Wahl im Kongo ist für November geplant, doch die Regierung will die Abstimmung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

So, 2016-05-29 14:34
Damaskus (dpa)

IS versucht Sturm auf syrische Rebellenstadt

Die Rebellen im Norden Syriens geraten immer mehr in die Zange. Im Westen die Kurden, im Norden die Türkei, müssen sie sich im Osten eines Ansturms der Terrormiliz IS erwehren. Zehntausende Flüchtlinge wissen nicht, wohin.

Damaskus (dpa) - Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz IS haben die Außenbezirke einer der letzten beiden Rebellenstädte nördlich von Aleppo in Syrien gestürmt. Die Dschihadisten hätten am Samstag Verteidigungsanlagen der Stadt Marea überrannt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Am Sonntag konnten die Rebellen die Kämpfer des IS zwar leicht zurückdrängen. Doch dauerten heftige Kämpfe am Stadtrand an; Dutzende Menschen starben.

Bereits in den vergangenen Tagen waren Einheiten des Islamischen Staates (IS) in der Region gegen Aufständische nahe der türkischen Grenze vorgerückt. Marea etwa 20 Kilometer südlich der Grenze ist neben Asas die einzige größere Stadt, die in der Enklave noch von Rebellen gehalten wird. Das Rebellengebiet grenzt im Osten an den Herrschaftsbereich des IS und im Westen an Kurdengebiete.

Erst kürzlich war der IS in das wegen der Nachschubwege wichtige Gebiet vorgerückt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) flohen Zehntausende vor den Dschihadisten und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und HRW gehen von 165 000 Vertriebenen aus, die rund um Asas Zuflucht gesucht haben. Unter diesen sind auch Flüchtlinge der vergangenen Wochen und Monate.

Karl Schembri vom Norwegischen Flüchtlingsrat (NRC) sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Lage sei beispiellos. «Das gesamte Gebiet um Asas ist komplett unsicher und Tausende Zivilisten und Hunderte Helfer sind in die Konfliktzone geraten.» Die Türkei hat ihre Grenze für Flüchtlinge aus Syrien geschlossen.

Ein örtlicher Aktivist berichtete, dass Rebellen einen Ort an die kurdischen Truppen übergeben hätten, um den Abzug von Zivilisten aus dem belagerten Marea zu ermöglichen. Dabei gehe es sich vor allem um Kinder, Frauen und Verwundete. Auf türkischem Staatsgebiet schlugen erneut Raketen ein. Diese wurden wahrscheinlich aus Gebieten der Terrormiliz IS abgeschossen.

Die Kurden im Irak meldeten derweil einen Großangriff auf den IS im Norden des Landes. Der Vorstoß der von der Bundeswehr mit Waffen unterstützten Peschmerga-Kämpfer ziele auf Stellungen der Dschihadisten etwa 45 Kilometer nordöstlich ihrer Hochburg Mossul, sagte ein Befehlshaber. Dabei seien mindestens 17 IS-Kämpfer getötet worden. Opfer auf kurdischer Seite wurden nicht genannt.

Zur Vorbereitung des angekündigten Sturms auf die IS-Hochburg Falludscha kreisten irakische Einheiten am Wochenende die Stadt westlich von Bagdad weiter ein. Die im Januar 2014 vom IS eroberte Stadt ist nach Mossul die wichtigste Bastion der Dschihadisten im Irak.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die USA wegen ihrer Unterstützung kurdischer Milizen gegen den IS in Syrien. Erbost zeigte er sich über Fotos von US-Soldaten mit Uniformabzeichen der YPG, der Miliz der syrischen Kurdenpartei PYD. Er verurteile die «Unterstützung, die die USA der PYD und der YPG gegeben haben», sagte Erdogan am Samstag in der Kurdenmetropole Diyarbakir im Südosten der Türkei. Er nannte militante Kurden abwertend «Atheisten».

Die US-Spezialeinheiten sollen Kurdentruppen beim Vormarsch auf die IS-Hochburg Al-Rakka unterstützen. Am Vortag hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bereits erklärt, es sei «inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen». Der Sprecher der US-Armee im Irak, Steve Warren, nannte das Tragen der Abzeichen unangebracht, verwies aber auf eine alte Praxis von Spezialkräften bei der Zusammenarbeit mit fremden Einheiten.

So, 2016-05-29 14:54
Berlin (dpa)

AfD-Vize Gauland sorgt mit Äußerungen über Boateng für Empörung

Die AfD sorgt wieder einmal für Schlagzeilen. Ihr Vize Gauland äußert sich abfällig über den Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng. Politiker aller anderen Parteien zeigen ihm die rote Karte.

Berlin (dpa) - Mit umstrittenen Äußerungen über den Nationalspieler Jérôme Boateng hat AfD-Vize Alexander Gauland kurz vor Beginn der Fußball-EM für breite Empörung gesorgt. Gauland sagte der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.» Gauland bestritt am Sonntag diese Äußerung gemacht zu haben, was die Zeitung zurückwies. Politiker aller anderen Parteien sowie Fußballfunktionäre reagierten empört.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte im Kurznachrichtendienst Twitter: «Einfach nur niveaulos und inakzeptabel. Wer so redet, entlarvt sich selbst - und das nicht nur als schlechter Nachbar.» CDU-Vize Julia Klöckner twitterte: «Lieber Boateng als Gauland als Nachbarn. Typisches Muster AfD: beleidigen, provozieren - später dann relativieren.»

Gauland behauptet, er habe in einem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, «aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert». Er widersprach zudem der Darstellung der Zeitung, er habe Boateng beleidigt. «Ich habe nie, wie die «FAS» insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten.»

Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) bestand auf ihrer Darstellung. Die kritisierte Äußerung stamme aus einem Gespräch von Gauland mit zwei Berliner Korrespondenten am Mittwoch in Potsdam, heißt es in einer Stellungnahme der Politik-Redaktion der «FAS» am Sonntag. «Beide Kollegen haben die Passage aufgezeichnet, ihre Aufzeichnungen stimmen überein.» Gauland habe lediglich den Teil des Gesprächs, in dem er sich über AfD-Führungspolitiker äußerte, als Hintergrund eingestuft, aus dem nicht zitiert werden sollte.

Die Parteivorsitzende der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, entschuldigte sich bei Boateng und verwies auf Erinnerungslücken ihres Stellvertreters: «Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.»

Der in Berlin geborene Boateng ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte deshalb via Twitter, die AfD sei nicht fremdenfeindlich, sondern «deutschfeindlich». Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, stellte fest: «Gauland und AfD sind nicht in Deutschland angekommen.» CDU-Vize Armin Laschet meinte, Gauland gehe es «um Rassismus pur». Linken-Chef Bernd Riexinger befand: «Gauland ist ein ganz übler Rassist!»

Der auch für Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte der «Bild»-Zeitung: «Jérôme Boateng ist eine herausragende Stütze unserer Nationalmannschaft und ein absoluter Musterprofi. Jeder Deutsche kann sich glücklich schätzen, solche Leute zu haben, als Teamgefährte, deutscher Staatsbürger und als Nachbar.»

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, sagte der Zeitung, es sei «einfach geschmacklos», die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft «für politische Parolen zu missbrauchen». Der Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff stellte fest: «Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.»

«Diskriminierungen jeder Art haben im Sport und in unserer Gesellschaft nichts verloren und verdienen die Rote Karte», sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, am Sonntag auf der Internetseite der Bayern. Ligapräsident Reinhard Rauball und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärten, die Äußerungen dienten «vor allem dazu, auf gefährliche Weise gezielt Vorurteile zu bedienen und auf dem Rücken eines prominenten Fußball-Spielers Politik zu machen».

Erst in der vergangenen Woche hatten sich Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung abschätzig über Jugendfotos der deutschen Nationalspieler auf Packungen der Kinderschokolade geäußert. Darauf zu sehen sind unter anderem auch Jérôme Boateng und Ilkay Gündogan.

So, 2016-05-29 14:31
Berlin (dpa)

Über 200 000 Blitze an starken Gewittertagen über Deutschlands Himmel Von Silvia Kusidlo, dpa

Donner, Starkregen, Hagel und Sturm: Gewitter sind typisch für sommerliche Tage. Sie können große Schäden anrichten - vor allem, wenn plötzlich die Blitze einschlagen.

Berlin (dpa) - Jeden Tag gibt es Millionen Blitze auf der Welt, von denen aber nur ein Teil auf der Erde einschlägt. Dann kann es aber lebensgefährlich für Menschen werden, wie jetzt auch die Unglücke in Rheinland-Pfalz und in Frankreich zeigen. Wissenswertes über Gewitter und Blitze:

Welche Folgen kann ein Blitzschlag haben?

Wird ein Mensch direkt von einem Blitz getroffen, steigt die Spannung am Körper nach Angaben des Verbands der Elektrotechnik (VDE) auf einige 100 000 Volt. Der größte Teil des Blitzstroms fließt auf der Körperoberfläche ab. Art und Schwere der Verletzungen hängen unter anderem davon ab, welche Körperstelle der Blitz trifft. Die Folgen können von Verbrennungen, Nerven- und Muskellähmungen über Sehstörungen bis hin zu Gehirnschädigungen und Herzstillstand reichen. Spätfolgen eines Blitzunfalls können laut VDE etwa chronische Schmerzen und sogar Persönlichkeitsveränderungen sein.

Wie entsteht genau ein Gewitter?

Ein Gewitter entsteht bei großen Temperaturunterschieden in der Atmosphäre oder wenn Luftmassen mit sehr unterschiedlichen Temperaturen aufeinandertreffen. Das heftige Auf und Ab von Wasser- und Eisteilchen in der Gewitterwolke führt zu einer Polarisierung der natürlichen Luftelektrizität. Während im oberen Teil der Wolke die positive elektrische Ladung zunimmt, reichert sich die negative Ladung an der Wolkenunterseite an. Das immer stärker werdende elektrische Spannungsfeld entlädt sich - einem Kurzschluss vergleichbar - schließlich in einem Blitz.

Wie viele Blitze gibt es?

An starken Gewittertagen zucken mehr als 200 000 Blitze durch den Himmel über Deutschland. Häufig schlägt es dann auch ein. Die regionalen Unterschiede sind aber groß. Blitzhauptstadt 2014 war nach dem jüngsten Blitz-Atlas des Unternehmens Siemens die brandenburgische Stadt Cottbus. Dort gab es 8,42 Blitze pro Quadratkilometer. Schlusslichter waren damals der Landkreis Aurich und die Stadt Passau mit nur 0,23 Blitzen pro Quadratkilometer. Der Süden ist in der Regel stärker betroffen als der Norden. Die meisten Gewitter finden von Mai bis September statt.

Wie kann man sich vor Blitzen schützen?

Gewitter übersteht man nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am besten im Auto oder in festen Gebäuden. Wer im Freien überrascht wird, sollte Bäume, Masten, Zäune oder Gewässer meiden und sich möglichst klein machen - am besten hockend in einer Bodenmulde.

Wie bekomme ich heraus, wie weit das Gewitter weg ist?

Ist Donner zu hören, ist ein Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt. Der Abstand lässt sich so abschätzen: Die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen. Das Ergebnis ergibt die Distanz in Kilometern. Die Experten raten, schon beim Wahrnehmen des Donners Aktivitäten im Freien einzuschränken. Ein Gewitter ist vorbei, wenn man 30 Minuten lang keinen Donner hört.

Welche Begleiter können Gewitter haben?

Schwere Gewitter werden oft von Sturm- oder Orkanböen, Starkregen oder Hagel begleitet. Die Hagelkörner bilden sich in der Gewitterwolke und fallen zu Boden, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Die Eisklumpen haben einen Durchmesser von 5 bis 50 Millimeter - in Extremfällen können es aber über 10 Zentimeter sein.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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