Do, 2015-05-28 05:00
Ulm (dpa)

Der Herr der Steine - Ein Besuch beim Ulmer Münsterbaumeister Von Theresa Meyer-Natus, dpa

Architekt und Arzt zugleich: Michael Hilbert freut sich jeden Tag aufs Neue, seinen Patienten zu sehen. Das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt wird nun 125 Jahre alt.

Ulm (dpa) - Michael Hilbert wird nie wirklich fertig mit der Arbeit. Hört er am einen Ende auf, fängt er am anderen wieder an. «Andere würden verzweifeln», erklärt er. Hilbert verzweifelt nicht. Für ihn ist der Weg das Ziel. Der 53-Jährige ist Baumeister des Ulmer Münsters. Er kümmert sich mit seinem Team um den Erhalt und die Pflege des höchsten Kirchturms der Welt. Am 31. Mai wird das monumentale schwäbische Bauwerk 125 Jahre alt.

Im Jahr 1377 wurde der erste Stein gesetzt. Finanziert wurde der spätgotische Bau hauptsächlich von den Ulmern selbst, sie wollten eine Kirche innerhalb ihrer Stadtmauern errichten. Am 31. Mai 1890, mehr als ein halbes Jahrtausend später, folgte dann der letzte Schliff - die Kreuzblume wurde auf den Turm aufgesetzt. Mit 161,53 Metern überragt das Münster seitdem alle anderen Kirchen des Christentums. Und es ist nicht nur Kulturgut, sondern auch Kirchengemeinde - jährlich finden dort mehr als 1000 Gottesdienste und Veranstaltungen statt.

Seit 2013 ist Architekt Hilbert im Einsatz für die Riesenkirche. «Architekten sind Generalisten», betont er. Er steht oben auf dem Gerüst beim mittelalterlichen Chorgang. Er betrachtet die bereits restaurierten Teile einer Fiale, eines gotischen Türmchens. «Wir behandeln unser Münster wie einen Patienten», sagt er. «Für eine vernünftige Diagnose müssen wir eine genaue Anamnese, sprich Prüfung des Materialstatus, durchführen.»

Im Mittelalter bot das Münster Platz für rund 20 000 Menschen, da die Gläubigen beim Gottesdienst meist standen. Heute ist das Münster Touristenmagnet. Laut der Ulmer Tourismus-Gesellschaft besuchen knapp eine halbe Million Menschen das Münster pro Jahr, ein Drittel davon wagt den Aufstieg über die 768 Stufen. Daneben gibt es Sonderführungen etwa zur Orgel und ins Untergeschoss.

Es gehe bei solch gewaltigen Bauwerken wie dem Münster nicht vorrangig um die Verwirklichung eigener Ideen, sagt Hilbert. Sondern um die Kunst, das Kulturerbe sicher in die kommenden Generationen zu tragen. «Zu dieser Arbeit gehört ein Stück Demut dazu. Auch, was gestalterische Freiheit betrifft», sagt auch Michael Hauck, Dombaumeister in Köln. «Wir können da ja nicht machen, was wir wollen. Wir wollen diese Bauwerke ja erhalten und möglichst wenig verändern, sie möglichst authentisch weitergeben in eine Zukunft.»

Hilbert, seine Techniker und Steinmetze diagnostizieren, kartieren den Ist-Zustand, nehmen jeden noch so kleinen Stein unter die Lupe. Muss der restauriert werden, wird er auf ihrer Karte gelb markiert. Braucht es eine komplette Erneuerung, erhält er die Farbe lila. Gerade kümmern sie sich um den Chor, bald ist der Hauptturm dran.

Probleme gibt es dabei genug - zum Beispiel Taubenkot, der die alten Mauern angreift. Deshalb wurden viele Stellen vergittert. Hinzu kommen Klagen über die ständig existierenden Baustellen. Zuletzt konnten die Ulmer ihr Münster 1996 ganz ohne Gerüste bestaunen.

«Natürlich unterliegt jedes Objekt auf dieser Welt einem Alterungsprozess», sagt Hauck aus Köln. «Feinstaub in der Luft, Erschütterungen aus dem Verkehr - das sind alles Dinge, die haben zur Bauzeit dieser großen Bauwerke nicht existiert.»

«Unsere Arbeit hat sich sehr geändert», sagt Emil Kräß und deutet auf ein Absaugrohr und die Druckluftgeräte, die ihm heutzutage sein Handwerk wesentlich erleichtern. Kräß ist einer der zehn Steinmetze der Ulmer Münsterbauhütte direkt neben der Kirche, wo der Handwerker schon seit 29 Jahren schleift, meißelt und bohrt.

Die Arbeit in der Münsterbauhütte besteht aus Kompromissen - zwischen beschwerlichen, traditionellen und einfacheren, jedoch sehr technisierten Arbeitsvorgängen. «Es soll ja alles so aussehen wie vor 125 Jahren», sagt er. Stolz präsentiert Kräß sein Werkstück aus Sandstein, an dem er seit ein paar Tagen arbeitet. Auf dem Plan ist es ein winziger Punkt irgendwo über dem gewaltigen Eingang in die Kirche. Mehr als zehn verschiedene Steinsorten werden verarbeitet, unter anderem Rorschacher Schilfsandstein und Süßwasserkalk.

Michael Hilbert ist mittlerweile der 21. Münsterbaumeister in Ulm - und er ist stolz auf seinen Job. Das Münster mit den drei Türmen sei nicht nur eine aktive Kirchengemeinde, sondern Wahrzeichen der Stadt Ulm und nationales Denkmal, sagt Hilbert und lächelt: «Das Münster ist ein Dreibein und es wackelt und schwankt überhaupt nicht.»

Do, 2015-05-28 05:30
Tokio (dpa)

Japans Walfänger verfehlen Jagdquote

Tokio (dpa) - Japans Walfänger haben auf ihrem jüngsten Beutezug vor der Nordostküste des Landes weit weniger Wale erlegt als geplant. Wie die Zeitung «Japan Times» am Donnerstag unter Berufung auf den Leiter der Fangflotte berichtete, töteten die Walfänger vor der Küste der Provinz Miyagi 19 statt der erhofften 51 Zwergwale. Das sei die bisher geringste Ausbeute, seit dort im Jahr 2003 Wale zu angeblich «wissenschaftlichen Zwecken» gejagt werden. Überhaupt habe man diesmal nur 33 Wale gesehen, so wenige wie noch nie. Grund seien die niedrigen Wassertemperaturen gewesen. Der «wissenschaftliche» Küstenwalfang ist Teil der jährlichen Jagd der Japaner im Pazifik.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte vor einem Jahr entschieden, dass Japan die angeblich zu Forschungszwecken abgehaltene Waljagd im Südpolarmeer stoppen muss. Das bisherige Forschungsprogramm habe keinem wissenschaftlichen Zweck gedient, so die Richter. Als Reaktion darauf hatte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ihr Walfangprogramm auch für den Pazifik überarbeitet und das Ausmaß der Jagd auf Wale in der vergangenen Fangsaison reduziert.

Do, 2015-05-28 05:15
London (dpa)

Tony Blair tritt als Nahost-Beauftragter zurück

London (dpa) - Der frühere britische Premierminister Tony Blair gibt sein Amt als Sonderbeauftragter des Nahost-Quartetts auf. Er werde das Amt im Juni niederlegen, teilte Blair UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Schreiben mit. Die Vertreter des Nahost-Quartetts dankten Blair in einer Mitteilung für seine «außerordentliche Arbeit». Blair habe einen «standhaften Einsatz» gezeigt und «bleibende Beiträge» für den Frieden im Nahen Osten geleistet.

Der Labour-Politiker hatte nach seinem Ausscheiden als Premierminister 2007 die Rolle übernommen. Das Nahost-Quartett aus Vereinten Nationen, Europäischer Union, den USA und Russland war 2002 mit dem Ziel angetreten, den Frieden in der Konfliktregion zu befördern. Am sichtbarsten aber setzten sich die USA für Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern ein.

An Blairs Amtsführung und seiner Person war immer wieder Kritik laut geworden. Seine Arbeit für das Nahost-Quartett wurde von seiner Amtsführung als Premierminister überschattet. Unter anderem wurde ihm von vielen nie verziehen, dass er 2003 Großbritannien an der Seite der USA in den Krieg im Irak geführt hatte. Die Begründung, dem Regime von Saddam Hussein müssten Massenvernichtungswaffen entzogen werden, stellte sich später als falsch heraus. Blair hatte den Feldzug dennoch stets verteidigt. 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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der Woche
Do, 2015-05-28 05:00
Mogadischu/Sanaa (dpa)

Vom Regen in die Traufe: Jemens Flüchtlinge suchen Schutz in Somalia Von Mohamed Odowa und Carola Frentzen, dpa

Vor zwei Monaten begann Saudi-Arabien mit Luftangriffen im Jemen. Seither fliehen immer mehr Jemeniten ausgerechnet nach Somalia - selbst einer der unsichersten und ärmsten Staaten der Welt.

Mogadischu/Sanaa (dpa) - Die Menschen im Jemen sind verzweifelt. Manche sind so verzweifelt, dass sie eine folgenschwere Entscheidung treffen: Sie suchen Zuflucht in einem der gefährlichsten Länder der Erde. Somalia ist berüchtigt für blutige Anschläge, Kämpfe, Piraterie und radikale Islamisten. Ein Besuch gilt als lebensbedrohlich, Botschaften aus aller Welt raten dringend von Reisen in das Konfliktland ab. Was treibt Flüchtlinge dazu, an einen so tödlichen Ort zu kommen?

«Das Leben in meiner Heimat war einfach zu hart geworden, es gab überhaupt keine Sicherheit mehr», sagt Fahad Salah, der vor einer Woche zusammen mit seiner Frau und drei Kleinkindern aus der Stadt Aden nach Mogadischu gekommen ist. «Ich hätte nie mit so einem Krieg im Jemen gerechnet.» Sehnsüchtig erinnert er sich an die glücklichen Tage seiner Kindheit und sein Leben als Taxifahrer.

Um in die Golfstaaten oder andere Teile der Welt zu fliehen, habe ihm das Geld gefehlt. «Ich wusste so gut wie nichts über Somalia», betont Salah. Jedoch habe er im Jemen somalische Freunde gehabt, die bereits vor 25 Jahren aus ihrer Heimat geflohen seien. «Sie haben mir erzählt, dass sich das Land langsam von einem langen Bürgerkrieg erholt.»

Jetzt hockt Salah mit seiner Familie in einem Zimmer im Shibis-Distrikt, der Heimat der jemenitischen Gemeinde in Mogadischu. Möbel gibt es nicht, und die Wände sind von Einschusslöchern durchbohrt - Relikte des Bürgerkriegs zwischen Clans, Kriegsherren und brutalen Milizen, der dem Land nach dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 Tode und Elend brachte.

Seit den Wahlen 2012 lenkt Präsident Hassan Sheikh Mohamud die Geschicke des Landes. Jedoch kämpft die islamistische Al-Shabaab-Miliz weiter für einen Gottesstaat am Horn von Afrika. Auch in Mogadischu verübt sie immer wieder blutige Anschläge.

Rund 40 Familien sind in den vergangenen Wochen aus dem Jemen nach Shibis in Mogadischu geflohen. «Aber wir können sie nicht mehr alle unterbringen, denn jeden Tag kommen mehr», sagt Aweys Carab, ein Sprecher der jemenitischen Gemeinde.

Gleichzeitig kommen auch immer mehr somalische Flüchtlinge aus dem Jemen zurück. Die meisten haben versucht, sich in den als relativ sicher geltenden halbautonomen Gebieten Somaliland und Puntland im Norden Somalias anzusiedeln. Aber die kleinen Regionen kommen mit dem massiven Ansturm nicht mehr zurecht.

Schätzungen zufolge sind bereits mehr als 6000 Somalier und 100 Jemeniten nach Somaliland und über 5000 Somalier und 300 Jemeniten nach Puntland geflohen. Die Regierung in Somaliland hat nun   beschlossen, keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen. «Wir haben einfach keine Kapazitäten mehr», warnte der Innenminister Somalilands, Ali Mohamed Waranadde. Die Behörden haben zudem Angst, dass sich Rebellen einschleichen und die Region weiter destabilisieren könnten.

Der Jemen gilt schon lange als das Armenhaus Arabiens. Der aktuelle Konflikt hat die humanitäre Lage jedoch dramatisch verschärft. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert seit dem 26. März Stellungen und Waffenlager der Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Das Militärbündnis steht wiederum an der Seite des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Er war vor den aufständischen Huthis zunächst aus der Hauptstadt Sanaa nach Aden und später nach Saudi-Arabien geflohen.

UN-Einschätzungen zufolge wurden seit Beginn der Luftschläge mehr als eine halbe Million Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben. Knapp 30 000 hätten das Land in Richtung Golfstaaten oder Horn von Afrika verlassen.

Salah hatte mit Frau und Kindern ein Flüchtlingsboot in Richtung Berbera in Puntland bestiegen. «Von dort sind wir nach Hargeysa in Somaliland gefahren und haben ein Flugzeug nach Mogadischu genommen.» Die Einreise gelang ohne Visum. «Sicherheitskräfte haben uns am Flughafen durchsucht, und es gab keine Probleme.»

Die muslimischen Nachbarländer sind Freunde - auch wenn es früher der Jemen war, der verzweifelte Flüchtlinge aus Somalia aufnahm. «Somalia hat keinerlei Erfahrung darin, Flüchtlinge aus dem Ausland aufzunehmen, denn es sind ja eigentlich die Somalier, die auf der ganzen Welt Schutz suchen», sagt ein Journalist in Mogadischu.

Bürgermeister Hassan Mohamed Hussein Mungab will den Jemeniten jetzt vorübergehend Land zur Verfügung stellen. «Zwar haben wir eine unterschiedliche Kultur und sprechen eine andere Sprache, aber uns verbindet eine lange Geschichte», meint er. «Unsere jemenitischen Brüder und Schwestern waren es, die es den Somaliern zuerst erlaubt haben, ihr Land ohne Visum zu betreten.»

Do, 2015-05-28 04:30
Stuttgart (dpa)

Untersteller: Keine Chance für Bayerns Stromtrassen-Pläne

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) geht nicht davon aus, dass Bayerns Vorstoß zur Verlegung der Stromtrasse SuedLink in den Südwesten und nach Hessen verwirklicht werden kann. «Nach den jüngsten Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sehe ich keine Chancen, dass das Projekt so umgesetzt wird, wie es die Bayern gern hätten», sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Es wäre wahnsinnig, die Planung neu aufzurollen», fügte er hinzu. Gabriel hatte den Vorstoß aus Bayern zurückgewiesen.

Untersteller sagte, SuedLink dürfe nicht zu einem politischen Kuhhandel werden. Die Trasse sei im Bundesbedarfsplangesetz von 2013 verankert. Dem habe damals auch Bayern im Bundesrat zugestimmt. «Bei einer Neuplanung würde man erhebliche Zeit verlieren.» Die geplante Stromtrasse von Nord nach Süd gehört zu den Schlüsselprojekten der Energiewende.

Allein für Baden-Württemberg würde der bayerische Vorschlag eine Mehrbelastung von 150 Streckenkilometern an Hochspannungsleitungen bringen, kritisierte Untersteller, der inzwischen mit der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Telefon über das Thema gesprochen hat. Sie habe auf ein geplantes Spitzengespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Gabriel und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) verwiesen. Dabei solle das Thema Mitte Juni noch einmal angesprochen werden.

Do, 2015-05-28 03:47
Quito (dpa)

10 000 Haifischflossen in Ecuador beschlagnahmt

Quito (dpa) - In Ecuador sind 10 000 Flossen illegal gefischter Haie beschlagnahmt worden. Vier Verdächtige seien in der Hafenstadt Manta festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (Ortszeit) im Kurznachrichtendienst Twitter it. Auch sieben Feuerwaffen seien bei neun Hausdurchsuchungen beschlagnahmt worden. In Ecuador ist das Fangen von Haien verboten. Im Mai seien bislang 100 000 Haifischflossen beschlagnahmt worden, erklärte Staatsanwalt Vicente Párraga. Dies entspreche der Tötung von mehr als 30 000 Haien.

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Do, 2015-05-28 03:25
Delhi (dpa)

Fließender Teer und Salz-Trank: Indien leidet unter Hitzewelle Von Siddhartha Kumar, dpa

«Mörder-Hitzewelle» schreiben indische Zeitungen. Mehr als 1000 Menschen sind in den vergangenen Tagen auf dem Subkontinent gestorben. Um der Hitze zu entkommen, lassen sich die Inder vieles einfallen - nicht immer erfolgreich.

Neu Delhi (dpa) - Der Zebrastreifen in der indischen Hauptstadt Neu Delhi erinnert an einen Marmorkuchenteig, den der Bäcker gerade kräftig durchgerührt hat. Weiß und schwarz verziehen sich, lagern sich übereinander und fließen an der Seite raus. Kein Wunder: Seit Tagen brennt die Sonne unerbärmlich auf Indien nieder; die Temperaturen liegen bei bis zu 48 Grad. Wer kann, springt deswegen in einen Teich, sucht sich einen Ventilator oder verbringt den Tag im Schatten eines Baumes.

Doch nicht alle schaffen es, der Hitze zu entfliehen. In den vergangenen Tagen starben nach offiziellen Angaben täglich Hunderte Menschen, mehr als 1000 waren es insgesamt. Die meisten davon waren direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt - sie gingen trotz der extremen Temperaturen raus zum arbeiten. «Wir müssen etwas verdienen, um unseren Familien wenigstens zwei Mahlzeiten zu ermöglichen», sagt in Hyderabed der Taxifahrer Naeem Khan.

Etwa ein Viertel der 1,25 Milliarden Menschen in Indien hat keinen Strom. Bei ihnen läuft also kein Deckenventilator, von einer Kimaanlage ganz zu schweigen. Santra Devi gehört zu einer Gruppe Straßenhändler, die normalerweise in der Hauptstadt Neu Delhi kleine Mitbringsel, Wasserpfeifen und Schachbretter verkauft. Nun aber sitzt sie fast den ganzen Tag am Eingang einer U-Bahn-Station, um die gekühlte Luft aus den Tunneln zu genießen. «Touristen gibt es hier jetzt eh fast keine», sagt Devi.

Unweit davon duckt sich eine Frau unter einen Regenschirm. «Aber weil heiße Winde wehen, hilft dieser Schirm auch nicht wirklich», sagt Shweta Singh. Sie hat in diesen Tagen immer eine Wasserflasche bei sich, wohin sie auch geht. «Man muss alle paar Minuten etwas trinken, sonst dörrt die Kehle komplett aus», sagt die Angestellte.

In den südlichen Bundesstaaten Telangana und Andhra Pradesh, die am schwersten von der außergewöhnlichen Hitzewelle betroffen sind, haben die Behörden Tausende Wasserstellen für die Menschen eingerichtet. Sie fordern die Bevölkerung auf, zwischen 11 und 16 Uhr ihre Häuser und Büros nicht zu verlassen. An Bushaltestellen und Bahnhöfen werden Trinklösungen mit Zucker, Salz und anderen Elektrolyten ausgegeben.

Ein nahes Ende der tödlichen Hitze ist derzeit nicht in Sicht. Der Monsunregen, der das Ende des Sommers einläutet und Abkühlung bringt, ist noch Tage oder sogar Wochen entfernt. Im Süden des Landes wird er Anfang Juni erwartet, im Norden erst Anfang Juli.

Pawan Kumar Yadav ist Getränkeverkäufer und könnte sich eigentlich über den guten Absatz freuen. Doch auch er wünscht sich einen kleinen Gewittersturm oder zumindest ein paar Wolken. «Ich habe meine Eiswürfel-Bestellung verdoppeln müssen, auf 80 Kilogramm», sagt er. «Es ist so heiß, dass das Eis innerhalb von Sekunden schmilzt.»

Die aktuelle Hitzewelle ist keineswegs Indiens erste - aber besonders lang und extrem. In diesem Sommer seien schon mehrere Temperaturrekorde gebrochen worden, sagte Y.K. Reddy, Chefmeteorologe von Telangana und Andrah Pradesh. «Noch ungewöhnlicher ist aber, dass die Hitzewelle nicht, wie normalerweise, nach drei Tagen vorbei war, sondern schon seit mehr als einer Woche andauert.» Dafür sei der globale Klimawandel verantwortlich.

Wie schon die Briten zu Kolonialzeiten, versuchen einige Inder, der Hitze mit einem Urlaub in den Himalaya-Bergen zu entkommen. Überraschenderweise sei es in ihrem Bergort nun aber auch 30 Grad warm gewesen, sagt Manju Singha. «Es war unglaublich heiß. Unser ganzer Urlaub war vergeudet. Wir blieben fast den ganzen Tag im Hotelzimmer.»

Do, 2015-05-28 02:00
Berlin (dpa)

Deutschland will in UN gegen Kulturerbe-Zerstörung durch IS vorgehen

Berlin (dpa) - Deutschland will in den Vereinten Nationen gemeinsam mit anderen Ländern gegen die Zerstörung von Kulturerbe durch die Terrormiliz IS vorgehen. Das Ausmaß der menschlichen Katastrophe in Syrien sei angesichts von bereits mehr als 220 000 Todesopfern unerträglich, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, am Mittwoch vor ihrer Abreise nach New York. «Doch auch das kulturelle Gedächtnis der Menschheit wird Tag für Tag zerstört.» In New York will die UN-Vollversammlung an diesem Donnerstag eine auch von Deutschland eingebrachte Resolution zum Schutz von Kulturgütern vor dem IS verabschieden.

Angesichts des bisherigen Vorgehens des Islamischen Staates (IS) müsse befürchtet werden, dass die Terrororganisation auch die UNESCO-Welterbestätte in der syrischen Stadt Palmyra zerstören werde, sagte Böhmer einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes zufolge. Solche gezielten Zerstörungen von Kulturgütern müssten als «terroristische Akte und Kriegsverbrechen» geächtet werden. Die Täter seien zu verfolgen und der illegale Handel mit erbeuteten Kulturgütern müsse unterbunden werden, forderte Böhmer.

Do, 2015-05-28 01:40
Townsville (dpa)

Welterbe-Status des Great Barrier Reefs in Gefahr Von Christiane Oelrich, dpa

Seit Jahren ist das größte Korallenriff der Welt unter Dauerstress: Klima, Umwelt, Hafenausbau. Erklärt die Unesco das Welterbe Great Barrier Reef im Juni wie angedroht als gefährdet? Es gibt einen Hoffnungsschimmer für die Australier.

Townsville (dpa) - Der Korallenschwund am Great Barrier Reef ist alarmierend, fast 50 Prozent sind seit 1985 verschwunden. Die Wasserqualität sinkt seit Jahren, und dann kam die australische Regierung auch noch mit Plänen zum massiven Hafenausbau. Die Wächter über die Weltnaturerbe bei der UN-Kulturorganisation Unesco zogen die Reißleine: Sie haben gedroht, das größte Korallenriff der Welt auf die Liste der bedrohten Welterbe zu setzen. Womöglich noch diese Woche gibt die Unesco ihre Empfehlung für die Entscheidung ab, die bei der Sitzung des Welterbekomitees Ende Juni in Bonn fallen soll.

Für Australien wäre das ein Prestigeverlust ohnegleichen. Es könnte das Land auch finanziell empfindlich treffen. Das Great Barrier Reef in einem rund 345 000 Quadratkilometer großen Meerespark vor der Nordostküste ist eine der größten Touristenattraktionen. Seit 1981 schmückt es sich mit dem Titel «Weltnaturerbe». Besucher lassen 6,5 Milliarden australische Dollar (heute 4,6 Milliarden Euro) im Jahr da, mehr als 65 000 Arbeitsplätze hängen davon ab.

Naturschutz und Hafenausbau könnten Hand in Hand gehen, beschieden Politiker jahrelang. Zwölf Häfen sollen entlang der Küste des mehr als 2000 Kilometer langen Marineparks aus- oder neu gebaut werden. Selbst für die Verklappung des Baggerguts teilweise nur 20 Kilometer vom Riff entfernt gab die Regierung grünes Licht. Sie selbst bezifferte das Volumen auf gigantische 38 Millionen Kubikmeter (ein Kubikmeter entspricht 1000 Litern). Das ist inzwischen aber vom Tisch. Bei neuen Projekten muss Baggergut anderswo entsorgt werden.

«Wenn ich in 40 Jahren in meinem Armsessel liege, hoffe ich zurückzublicken und zu denken, in meiner Laufbahn hat es nichts wichtigeres gegeben als diese Entscheidung», sagte Umweltminister Greg Hunt im März. An die Unesco schrieb er: «Das Great Barrier Reef bleibt das am besten gemanagte Meeres-Ökosystem der Welt.»

Naturschützer und Riff-Experten sehen das anders. Zwar haben sich Korallendecke und Seegräser in Küstennähe in letzter Zeit etwas erholt. Das liege aber wohl vor allem daran, dass es zuletzt weniger verheerende Überschwemmungen gab, die Erdreich und Herbizide ins Meer spülten, sagt die gebürtige Hamburger Meeresbiologin Britta Schaffelke vom australischen Institut für Meereswissenschaften (AIMS) der Nachrichtenagentur dpa.

«Das ändert noch nichts daran, dass das Riff im schlechtem Zustand ist», sagt sie. «Man braucht viel längere Beobachtungen, ehe man sagen kann, ob dies der Beginn einer Erholung oder nur eine Pause in der Verschlechterung des Zustands ist.»

Geändert hat sich auch nicht, dass die australische Regierung die Kohleindustrie im Hinterland der Ostküste ausbauen will und dafür neue Häfen braucht. Kohleabbau heizt den Klimawandel an. Australien gehört wegen seiner Kohleindustrie schon jetzt pro Kopf der Bevölkerung zu den größten Klimasündern der Welt. Der Klimawandel gilt als besonderer Stressfaktor für das Riff, mit Wassererwärmung, Korallenbleiche und häufigeren Stürmen, die Erosion auslösen.

Aus Protest gegen die Kohleindustrie machen in Großbritannien jetzt 13 Umweltschutzorganisationen mit mehr als 50 Millionen Mitgliedern Druck auf Banken, das Galilee-Basin-Projekt nicht zu fördern. «Als Berater ist die Standard Chartered-Bank in der einmaligen Lage, eines der größten Kohleprojekte zu stoppen», meint Sebastian Bock von Greenpeace in Großbritannien. «Wenn sie das nicht tun, helfen sie, den letzten Nagel in den Sarg des Great Barrier Reefs zu schlagen.»

Die Riff-Experten Terry Hughes und Jon Day von der James-Cook-Universität sehen keinen guten Grund, warum das Welterbe-Komitee von seiner Drohung, das Riff auf die Liste der gefährdeten Naturerbe zu setzen, abrücken sollte. Die Behörden hätten kein Konzept, um die Folgen nicht-nachhaltiger Fischerei und des Klimawandels einzudämmen, schreiben sie. Die vorgesehenen 200 Millionen australischen Dollar im Jahr für Schutzmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus. Von 15 Unesco-Empfehlungen seien nur zwei voll umgesetzt worden. Es fehle etwa ein Plan über konkrete zusätzliche Schutzzonen an den Küsten.

«Leider gibt es keine Anzeichen, dass die Maßnahmen der Regierung den Zustand des Riffs wirklich verbessert haben», resümiert auch der Marinepark-Spezialist der Umweltstiftung WWF, Richard Leck. Er verweist unter anderem auf den Abfluss von Düngemitteln aus intensiver Landwirtschaft. Der Stickstoffgehalt im Wasser bei 175 Prozent des natürlichen Levels, der Phosphorgehalt bei 230 Prozent. Dadurch häuften sich etwa die verheerenden Invasionen von Dornenkronen. Das sind korallenfressende Seesterne.

Dennoch: Australien könnte mit einem blauen Auge davon kommen. «Der Druck des Welterbe-Komitees hat viel bewirkt. Einige ganz schlimme politische Entscheidungen sind zurückgenommen worden», sagt Leck der dpa. Die Regierung hofft, dass die Entscheidung erneut vertagt wird und das Barrier Reef erst in fünf Jahren wieder betrachtet wird. Der WWF ist dagegen. «Wir appellieren an das Komitee, schon in einem Jahr zu schauen, ob die Regierung ihre Versprechen auch umsetzt», sagt er. «Sonst wäre dies eine verpasste Gelegenheit.»

Do, 2015-05-28 01:42
Townsville (dpa)

Stichwort: Das Great Barrier Reef

Townsville (dpa) - Das Great Barrier Reef in Australien ist das größte Korallen-Ökosystem der Welt. Es besteht aus rund 3000 einzelnen Riffen und 900 Inseln und zieht sich über 2 300 Kilometer entlang der Ostküste Australiens. Manche Riffe liegen nur etwa 70 Kilometer vom Land entfernt. 

Es gibt mehr als 600 Korallenspezies und Tausende Fischarten, Weichtiere und Schwämme, Seeschlangen, Wale, Delfine, Haie und Dugongs (Seekühe). Das Great Barrier Reef ist eine der größten Touristenattraktionen Australiens. Seit 1981 steht es auf der Liste der Weltnaturerbe der UN-Kulturorganisation Unesco.

Klimawandel, Schifffahrt, Fischerei, Erosion, Stürme und der Abfluss von Dünger und Pestiziden aus intensiver Landwirtschaft bedrohen das Riff. Die Korallendecke ist seit 1985 um die Hälfte geschrumpft.

Do, 2015-05-28 01:41
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Das Unesco-Welterbekomitee zum Great  Barrier Reef

«Angesichts der erheblichen Bedrohungen ... bleibt große Sorge im Hinblick auf die langfristige Verschlimmerung von Schlüsselaspekten des einzigartigen Wertes ... Wenn es keinen deutlichen Fortschritt gibt, empfehlen wir die Aufnahme des Great Barrier Reef auf die Liste der Welterbe in Gefahr 2015.»

(Welterbekomitee 2014 zum Zustand des Great Barrier Reefs)

Do, 2015-05-28 00:00
Pittsburgh (dpa)

Republikaner Rick Santorum steigt erneut in US-Wahlkampf ein

Pittsburgh (dpa) - Der erzkonservative US-Republikaner Rick Santorum will sich erneut um das Präsidentenamt bewerben. «Ich habe eine kühne Vision für Amerika, die klar und konservativ ist», sagte der 57-Jährige bei der Ankündigung seiner Kandidatur am Mittwoch im Bundesstaat Pennsylvania, für den er bereits als Senator diente. «Mit Ihrer Hilfe und der Gnade Gottes können wir dieses Land verändern.» Er sei die beste konservative Wahl, um die «Maschine Clinton» zu besiegen, hieß es auf seiner Website in Anspielung auf seine Zeit als Senator während der Amtszeit von Präsident Bill Clinton.

Der Katholik hat sich öffentlich gegen Homosexualität und Abtreibung ausgesprochen. «Als Präsident werde ich für den Grundsatz einstehen, dass jedes Leben zählt: das der Armen, der Behinderten und der Ungeborenen», sagte er am Mittwoch. Santorum betont außerdem seine Herkunft aus einer Arbeiterfamilie und plädiert für eine Einheitssteuer sowie eine Abschaffung der Steuerbehörde IRS.

Der Vater von sieben Kindern landete in den republikanischen Vorwahlen im Jahr 2012 auf dem zweiten Platz und unterlag schließlich Mitt Romney. Er wolle nun in die Fußstapfen jener Parteikollegen treten, die das Rennen nach einem zweiten Platz in den Vorwahlen in den darauffolgenden Wahlen gewannen: die ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush sowie Ronald Reagan. Neben sechs offiziell kandidierenden Republikanern dürfte sich Santorum auch gegen Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush durchsetzen müssen, dessen Kandidatur in den kommenden Wochen erwartet wird.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Mi, 2015-05-27 21:12
Washington (dpa)

Nato-Generalsekretär verspricht Schutz europäischer Grenzen

Washington (dpa) - Mit Blick auf die zunehmende Gewalt in der Ukraine hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Schutz Europas durch das Bündnis zugesichert. Die Nato werde die Unabhängigkeit aller europäischen Länder aufrechterhalten, sagte Stoltenberg am Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington am Mittwoch. Die Allianz werde auch für die Stabilität ihrer Nachbarländer Ukraine, Georgien und Moldawien sorgen. «Diese Nationen sind keine Pufferzonen, sie sind unabhängige, souveräne Staaten.» Keines der drei Länder ist bisher Mitglied der Nato.

Zugleich warnte Stoltenberg Russland davor, die Nato-Beitrittspläne seiner Nachbarn zu behindern. «Ob ein Land Nato-Mitglied wird oder nicht wird von diesem Land und 28 Verbündeten entschieden - von niemandem sonst.»

Trotz des Widerstandes Moskaus hofft Georgien, das 2008 einen kurzen Krieg mit Russland geführt hatte, dem Bündnis beizutreten. Auch die Regierung in Kiew strebt einen Beitritt zum westlichen Militärbündnis an. In näherer Zukunft gilt dies jedoch aus Rücksicht des Westens auf Russland als unwahrscheinlich.

Stoltenberg war am Dienstag bereits mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus zusammengekommen.

Mi, 2015-05-27 20:24
Orleans (dpa)

USA erwarten eher ruhige Hurrikan-Saison  

Die diesjährige Hurrikan-Saison in den USA dürfte ruhiger werden als sonst. Doch Entwarnung geben die Meteorologen trotzdem nicht. Bis Ende Oktober lauert die Gefahr.

New Orleans (dpa) - Die amerikanische Wetterbehörde NOAA erwartet eine Hurrikan-Saison mit weniger atlantischen Tropenstürmen als im langjährigen Schnitt. Man rechne von Juni bis Ende Oktober mit sechs bis elf Stürmen. Drei bis sechs davon dürften zu Hurrikans mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 120 Stundenkilometern anwachsen, gab die Behörde am Mittwoch bekannt. Dagegen erwarte man höchstens zwei schwere Hurrikans mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 180 Stundenkilometern. Unterdessen stieg die Zahl der Toten bei den schweren Überschwemmungen im Süden der USA auf mindestens 15.

Die NOAA-Chefin Kathryn Sullivan warnte vor allzu großem Optimismus. «Eine Saison mit lediglich geringer Aktivität heißt nicht, dass Mutter Natur keine Schläge austeilt», sagte sie vor Journalisten in New Orleans. Sie gab aber keine langjährigen Vergleichsdaten an. Unklar sei, wie viele Stürme tatsächlich auf Land treffen könnten.

In der Saison 2012 gab es 19 Tropenstürme an der Atlantikküste, ein Jahr später 13, wie aus NOAA-Statistiken hervorgeht. Ein Grund für die vergleichsweise ruhigen Erwartungen 2015 ist wohl das Klimaphänomen El Nino im Pazifik. Zugleich erinnerte Sullivan an den verheerenden Hurrikan «Katrina», bei dem im Sommer 2005 in New Orleans über 1800 Menschen ums Leben kamen.

Nach den schweren Unwettern in Texas und Oklahoma stieg die Zahl der Toten weiter. Rund ein Dutzend Menschen wurden nach wie vor vermisst. In Houston, der viertgrößten Stadt der USA, standen Straßen unter Wasser, Autos wurden weggespült.

Unter den Toten seien viele Autofahrer, die sich leichtsinnig in Gefahr begeben hätten, sagte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott. Er rief die Autofahrer auf: «Fahren Sie nicht in ansteigende Flüsse. Ihre Kraft ist unglaublich.» Auch in den nächsten Tagen würden weitere Regenfäle erwartet.

Nach dem Tornado im Norden von Mexiko stieg die Zahl der Toten auf 14. Ein Mann war bei dem Wirbelsturm schwer verletzt worden und starb am Mittwoch an Lungenproblemen. Der Tornado war am Montag durch Ciudad Acuña im Bundesstaat Coahuila an der Grenze zu den USA gezogen und hatte ganze Straßenzüge verwüstet.  

Mi, 2015-05-27 20:38
München (dpa)

Was die G7-Gegner planen und wollen Von Sabine Dobel, dpa

G7 - der Gipfel der Staats- und Regierungschefs naht. Und damit eine Welle des Protests. Schwerpunkte und Stoßrichtung der einzelnen Demonstrationen und Gruppen sind allerdings unterschiedlich.

München (dpa) - Zu Tausenden, vermutlich Zehntausenden wollen G7-Kritiker am Rande des Gipfels (7./8. Juni) in Garmisch-Partenkirchen und München protestieren. Die Gruppe der Gegner ist keineswegs homogen.

- STOP G7 ELMAU:

Das Bündnis besteht aus Dutzenden Gruppen. Die Organisatoren diverser Kundgebungen in und um Garmisch rufen auch zum zivilen Ungehorsam auf. Das Bündnis erwägt etwa Blockaden des Verkehrs auf den Zufahrtsstraßen. Es will ein Camp für die Demonstranten organisieren und wehrt sich gegen die Behördenaussage, eine derartige Zeltstadt könnte Keimzelle der Gewalt sein. Größte Veranstaltung ist eine Demo am 6. Juni, zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen, alle im Raum Garmisch.

Zum Bündnis gehören unter anderem Attac, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Bayerische Flüchtlingsrat, diverse Gruppen der Linken und DKP, Verdi, die katholische Friedensbewegung Pax Christi in der Erzdiözese München, Libertäre Kommunisten, aber auch der Motorradclub «Kuhle Wampe».

Ihr Protest richtet sich gegen Armut und Hunger, Ausbeutung von Mensch und Natur, TTIP und den Freihandel, gegen Militarisierung und Krieg, Überwachungsstaat und Abschottung gegenüber Flüchtlingen, Umweltzerstörung und neoliberale Wirtschaftspolitik.

- INTERNATIONALER GIPFEL DER ALTERNATIVEN:

Dabei wollen sich die Kritiker am 3. und 4. Juni in München mit der Politik der sieben führenden westlichen Industrienationen auseinandersetzen. Geplant sind gut ein Dutzend Workshops zu Klimaschutz, Flüchtlingspolitik, Schuldenerlass, globalen Machtverhältnissen und Krisenherden. Die Mitorganisatorin Julia Killet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern rechnet mit einigen Hundert Teilnehmern.

Zu den Unterstützern zählen Attac, Fian, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Verdi, Oxfam, Brot für die Welt, die Welthungerhilfe, Ärzte der Welt und der Bund Naturschutz in Bayern. Der Alternativ-Gipfel wird am breitesten von allen Gruppen getragen. Manche sprechen von der «Schnittstelle» zwischen den Demos in Garmisch und der großen Demo in München

- G7-DEMO AM 4. JUNI IN MÜNCHEN

Die Demonstration am Fronleichnamstag dürfte die größte Veranstaltung werden. Bis zu 30 000 Teilnehmer könnten laut Schätzung der Polizei kommen, angemeldet sind 10 000. Das Motto: «TTIP stoppen, Klima retten, Armut bekämpfen».

Zum Trägerkreis zählen Campact, die Grünen, der Bund Naturschutz (BN), Oxfam, Naturfreude Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und die Flughafengegner von aufgeMUckt. Einige der Gruppen lehnen Demos am Tagungsort ab. «Insgesamt ist die Natur rund um Elmau so sensibel, dass wir hier keine Demonstration haben wollen», sagt der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. Die Demo richtet sich nicht gegen den Gipfel an sich, sondern soll Forderungen artikulieren.

- UNITED AGAINST POVERTY - ZUSAMMEN GEGEN ARMUT

Am 6. Juni sollen zwischen 13.00 und 19.00 Uhr auf dem Münchner Königsplatz prominente Redner und internationale Musiker auftreten, unter ihnen die Friedensnobelpreisträgerin und Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson Sirleaf, und Schauspieler Jan Josef Liefers mit seiner Band Radio Doria. Angemeldet haben die Veranstalter bis zu 17 000 Teilnehmer. Nur gemeinsam könnten Armut und Hunger in der Welt gelöst werden - und dafür müssten die sieben führenden westlichen Industrienationen (G7) die richtigen Entscheidungen treffen, heißt es vonseiten der Veranstalter.

Organisatoren sind unter anderem Amref, Plan, Save the Children, die Welthungerhilfe und World Vision. Sie werden Menschen unter anderem aus Nepal, dem Libanon und Sierra Leone vorstellen, die sich in ihren Ländern für Verbesserungen einsetzen. «Die Botschaft ist: Wenn diese Menschen es schaffen, sich jeden Tag gegen Armut zu stellen, dann können die G7-Chefs das auch», sagt Sergius Seebohm vom Koordinationsbüro.

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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